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Holocaust-Leugner Richard Williamson fliegt nach London

Piusbruder aus Argentinien ausgewiesen  

Holocaust-Leugner Williamson fliegt nach London

27.02.2009, 15:36 Uhr | dpa, AFP

Bischof Williamson (links) tarnte sich mit Mütze und Sonnenbrille - trotzdem erkannten ihn die Reporter (Foto: Reuters)Bischof Williamson (links) tarnte sich mit Mütze und Sonnenbrille - trotzdem erkannten ihn die Reporter (Foto: Reuters)

Der Holocaust-Leugner Richard Williamson hat am Dienstag auf dem internationalen Flughafen der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires für einen Flug nach London eingecheckt. Das berichtete der Fernsehsender TN. Der Brite war von der Regierung ultimativ zur Ausreise aufgefordert worden.

Im Fernsehen war der 68-Jährige zu sehen, wie er einem Journalisten mit der Faust droht. Der Bischof hatte versucht, sich mit einer dunklen Sonnenbrille und einer schwarzen Baseballkappe zu tarnen.

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Angeblich schon letzte Woche ausgereist

Ein Priester des Seminars in La Reja bei Buenos Aires, das Williamson bis vor Kurzem geleitet hatte, hielt zusammen mit einem anderen Mann einen Journalisten fest, damit dieser Williamson nicht befragen konnte. Zuvor hatten Mitglieder der Pius-Bruderschaft behauptet, Williamson sei bereits Ende vergangener Woche ausgereist.

Grund: Judentum beleidigt

Die Regierung in Buenos Aires hatte am vergangenen Donnerstag entschieden, Williamson solle das Land binnen zehn Tagen verlassen, andernfalls werde er ausgewiesen. Zur Begründung gab die Regierung an, der Geistliche habe mit der Leugnung des Holocausts das Judentum und die gesamte Menschheit beleidigt.

Der Obere der Piusbruderschaft für Südamerika, Christian Bouchacourt, äußerte die Hoffnung, dass mit Williamsons Abreise aus Argentinien "ein bisschen Ruhe" einkehre. Er bekräftigte, dass die Bruderschaft schon vor der Aufforderung der argentinischen Regierung entschieden habe, dass Williamson das Land verlassen solle.

TV-Interview sorgte für Eklat

Papst Benedikt XVI. hatte Ende Januar einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, als er die Exkommunikation Williamsons und dreier weiterer Mitglieder der erzkonservativen Piusbruderschaft rückgängig machte. In einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen hatte Williamson kurz zuvor gesagt, er denke, dass "200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben" seien, aber "nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern".

Williamson will Aussagen "überprüfen"

Nach der Ausstrahlung des Interviews hatte sich die Pius-Bruderschaft von Williamson distanziert. Vom Papst aufgefordert, seine Äußerungen zu widerrufen, hatte der Geistliche in einem "Spiegel"-Interview lediglich gesagt, er werde seine Aussagen zum Holocaust "überprüfen". In die Debatte über den Umgang des Vatikans mit Williamson hatte sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeschaltet und vom Papst eine Klarstellung gefordert.


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