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Zentralrat der Juden weist Entschuldigung zurück

Holocaust-Leugner Williamson  

Zentralrat der Juden weist Entschuldigung zurück

27.02.2009, 15:36 Uhr | AFP , dpa

Bischof Williamsons (links) Erklärung ist ein "Bedauern dritter Klasse", sagt Zentralratsvize Graumann (Fotos: ddp/Reuters)Bischof Williamsons (links) Erklärung ist ein "Bedauern dritter Klasse", sagt Zentralratsvize Graumann (Fotos: ddp/Reuters)

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Entschuldigung des Holocaust-Leugners und umstrittenen katholischen Geistlichen Richard Williamson als "Bedauern dritter Klasse" zurückgewiesen. "Williamson zieht seine verlogenen Thesen zum Holocaust und dessen Leugnung ja auch keineswegs zurück, er bedauert doch nur, dass seine Worte schädlich gewirkt haben", sagte der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann zu Handelsblatt.com.

Graumann kritisierte insbesondere die Erläuterung Williamsons, er habe sich seine Meinung vor 20 Jahren aufgrund der damals vorhandenen Beweise gebildet. Auch vor 20 Jahren habe die Existenz des Holocaust nicht in Zweifel gestanden, betonte Graumann. "Diese durch und durch verkorkste Erklärung von Williamson nimmt leider überhaupt nichts zurück, sie lässt vielmehr den Schluss zu, er halte die Holocaust-Leugnung, die er ja schon seit Jahrzehnten pathologisch auslebt, weiter aufrecht."

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"Nur die Meinung eines Nicht-Historikers"

Der Piusbruder hatte in einem am Donnerstag von der Nachrichtenagentur Zenit in Rom veröffentlichten Brief an den Vatikan geschrieben, er bitte "vor Gott" um Vergebung aller, die er durch seine Leugnung der Judenvernichtung während der NS-Diktatur verletzt habe. In seinem Interview mit dem schwedischen Fernsehen habe er nur die Meinung eines "Nicht-Historikers geäußert, eine Meinung, die sich vor 20 Jahren auf Grundlage der damals verfügbaren Beweise herausgebildet hat".

Graumann kritisiert Wiederaufnahme in die Kirche

Für Graumann ist das Thema damit "keineswegs vom Tisch, sondern aktueller als je zuvor". Er äußerte in diesem Zusammenhang abermals scharfe Kritik an Papst Benedikt XVI., der die Exkommunikation von Williamson trotz der Holocaust-Leugnung wie auch die von drei weiteren traditionalistischen Bischöfen der ultrakonservativen Pius-Bruderschaft zurückgenommen hatte. "Diese fatale Fehlentscheidung des Vatikan hat bedauerlicherweise weiter Bestand", sagte Graumann.

Papst forderte Widerruf

Williamson hatte in einem Ende Januar ausgestrahlten Interview mit dem schwedischen Fernsehen gesagt, er denke, dass "200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben" seien, aber "nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern". Am selben Tag unterschrieb Papst Benedikt XVI. ein Dekret, das die Exkommunikation Williamsons und dreier weiterer Mitglieder der erzkonservativen Bruderschaft rückgängig machte - was einen Sturm der Entrüstung auslöste. Anfang Februar vom Papst aufgefordert, seine Äußerungen zu widerrufen, sagte Williamson lediglich, er werde seine Aussagen zum Holocaust "überprüfen".


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