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Köln: Staatsanwalt startet Razzia nach Einsturz des Stadtarchivs

Nach Einsturz des Stadtarchivs  

Staatsanwalt sichert Material bei bundesweiter Razzia

31.03.2009, 16:17 Uhr | AFP, dpa

Beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs starben zwei Menschen (Foto: dpa)Beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs starben zwei Menschen (Foto: dpa)

Vier Wochen nach dem Archiveinsturz in Köln hat die Staatsanwaltschaft bei einer bundesweiten Razzia Beweismaterial im Zusammenhang mit dem Kölner U-Bahn-Bau sichergestellt. Durchsucht wurden den Strafverfolgern zufolge rund 40 Büros, darunter Geschäftsräume der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) sowie Niederlassungen von Baufirmen und Ingenieurbüros in mehreren Bundesländern. An der Razzia waren über 200 Polizisten beteiligt.

Von der großangelegten Aktion waren laut Staatsanwaltschaft Geschäftsräume unter anderem in Köln, Essen, Düsseldorf, Berlin, Erfurt, München, Karlsruhe, Wiesbaden und Dillenburg betroffen.

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Keine Einzelheiten zu Ermittlungen

Die Firmen und Ingenieurbüros sind am Bau der Kölner Nord-Süd-Stadtbahn beteiligt, der am 3. März zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs und zweier Nachbarhäuser geführt haben soll. Mit der Razzia wollten die Ermittler Beweismittel für das Gutachten zur Unglücksursache sichern, das die Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben hat. Einzelheiten wollte die Behörde nicht mitteilen, "um den Ermittlungszweck nicht zu gefährden".

Durchsuchungen unumgänglich

Laut Staatsanwaltschaft zeigten sich zwar die Beteiligten bislang bei den Ermittlungen ausnahmslos kooperationsbereit. Dennoch seien die Durchsuchungen unumgänglich gewesen, da die Behörde die Übergabe der Beweismittel "wegen der Bedeutung der Sache" nicht allein in die Hände der Betroffenen legen könne. Als Ursache für das Unglück wird ein Wassereinbruch in die unterirdische Stadtbahn-Baustelle vermutet, in die das Gebäude des Historischen Archivs gestürzt war.

Zwei Tote bei Archiveinsturz

Die Strafverfolger ermitteln nach dem Unglück wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung sowie Baugefährdung. Das Ermittlungsverfahren richtet sich derzeit weiter gegen Unbekannt. Bei dem Einsturz an der Severinstraße in der Kölner Südstadt waren zwei junge Männer ums Leben gekommen, deren Leichen erst nach tagelanger Suche geborgen werden konnten. Zahlreiche wertvolle Archivalien wurden unter den Trümmern verschüttet.

KVB-Vorstand in der Kritik

Derweil lehnte der KVB-Aufsichtsrat Forderungen nach personellen Konsequenzen aus dem Archiveinsturz ab, wie der Vorsitzende des Gremiums, Wilfried Kuckelkorn, nach einer Sondersitzung mitteilte. Zuvor war vor allem KVB-Vorstand Walter Reinarz in die Kritik geraten, weil er Erkenntnisse über Grundwasserprobleme in der U-Bahn-Baustelle nicht weiterleitet haben soll. Allerdings übte der Aufsichtsrat laut Kuckelkorn Kritik an der Informationspolitik einzelner Vorstandsmitglieder. Es sei "nicht akzeptabel", dass der KVB-Vorstand dem Aufsichtsrat über Einzelheiten des Unglücks "nicht oder zu spät berichtet" habe.

Oberbürgermeister verzichtet auf erneute Kandidatur

Bereits zuvor hatte Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma eine erneute Kandidatur ausgeschlossen. Der CDU-Politiker war wegen seines Krisenmanagements nachdem Archiv-Einsturz in die Kritik geraten.

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