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Schweinegrippe: Erster Fall in Europa bestätigt

Schweinegrippe  

Erster Schweinegrippe-Fall in Europa bestätigt

27.04.2009, 13:19 Uhr | dpa, AFP, dapd

Experten befürchten, dass sich die Schweinegrippe aus Mexiko zu einer weltweiten Epidemie ausbreiten könnte. (Foto: AP)Experten befürchten, dass sich die Schweinegrippe aus Mexiko zu einer weltweiten Epidemie ausbreiten könnte. (Foto: AP)

In Europa gibt es einen ersten Schweinegrippen-Fall. Bei einem kürzlich aus Mexiko nach Spanien zurückgekehrten Patienten sei der mutierte Schweinegrippeerreger vom Typ H1N1 nachgewiesen worden, teilte Gesundheitsministerin Trinidad Jiménez in Madrid mit.

In Mexiko stieg die Zahl der Grippetoten am Montag auf 103. Die USA erklärten am Sonntag den Alarmzustand, dort wurden mindestens 20 Infektionen offiziell bestätigt, in Kanada sind es sechs.

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Entwarnung in Frankreich

In Frankreich wurden vier Personen unter Beobachtung gestellt, die ebenfalls kürzlich in dem lateinamerikanischen Land waren. Bei ihnen verliefen die Tests negativ. Sie leiden an einer normalen Grippe, sagte Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot dem Sender RTL. Weitere Verdachtsfälle gibt es in Israel, Brasilien und Neuseeland.

20 bestätigte Fälle in den USA

Das US-Zentrum für Seuchenkontrolle teilte mit, inzwischen seien 20 Fälle in fünf US-Staaten bestätigt worden. Alle Patienten seien wieder genesen oder dabei, sich zu erholen. Mit der Ausrufung des Gesundheits-Alarmzustandes vereinfachte die US-Regierung den Zugang staatlicher Stellen zu Grippetests und Medikamenten. Außerdem sollen Personen aus den betroffenen Gebieten bei der Einreise in die USA über ihren Gesundheitszustand befragt werden. Es gebe jedoch keinen Grund zur Panik, betonte das Weiße Haus.

Panikkäufe in Mexiko

In Mexiko wuchs derweil die Panik vor der Epidemie, an der in Mexiko-Stadt innerhalb von 24 Stunden mindestens fünf Menschen starben. In der Hauptstadt mit 20 Millionen Einwohnern waren die Straßen wie leergefegt. Viele Menschen deckten sich mit Vorräten an Nahrungsmitteln und Wasser ein, um sich auf einen längeren Aufenthalt zu Hause vorzubereiten. Schulen, Museen und andere öffentliche Orte blieben bis auf weiteres geschlossen, im Azteken-Stadion mit mehr als 100.000 Sitzen fand am Sonntag ein Fußballspiel vor leeren Rängen statt.

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Regierungschef Calderón ruft zur Ruhe auf

Staatschef Felipe Calderón rief die Bürger auf, Ruhe zu bewahren. Sie sollten "rasch reagieren, aber ruhig bleiben und mit den Behörden zusammenarbeiten". Wer unter Grippe-Symptomen leide, solle sofort einen Arzt aufsuchen und alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen.

Weltbank gewährt Sofortkredit

Mexikos Regierung hält nach eigenen Angaben eine Million Dosen antiviraler Medikamente bereit, welche die Wirkung des Erregers abschwächen können. Laut Presseberichten sind die Vorräte der mexikanischen Apotheken aber fast erschöpft. Pharmafirmen, die mit Werbung für angebliche Schweinegrippe-Mittel die Öffentlichkeit täuschten, drohte Calderón mit scharfen Sanktionen. Die Weltbank sagte Mexiko 25 Millionen Dollar (rund 19 Millionen Euro) Soforthilfe für den Kauf medizinischer Ausrüstung zu. Weitere 180 Millionen sollen für mittelfristige Schutzmaßnahmen zur Verfügung stehen.

Experten: "Deutschland gut vorbereitet"

In Deutschland warnten Experten unterdessen vor Panikreaktionen. Der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Jörg Hacker, hielt es zwar für denkbar, dass der Erreger bis nach Deutschland kommt. Aber "wir sind gut vorbereitet. Es gibt Pläne für den Fall der Fälle", sagte er der "Neuen Presse". So liege ein Nationaler Pandemieplan von Bund und Ländern vor, auf dessen Grundlage angemessen auf einen Sprung der Schweinegrippe von Mexiko nach Deutschland reagiert werden könne.

"Panik ist immer die falsche Reaktion"

Ähnlich äußerte sich der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit, Thomas Mettenleiter. Man müsse zwar das Geschehen genau beobachten, sagte Mettenleiter der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zufolge. "Aber Panik ist immer die falsche Reaktion." Derzeit reichten übliche hygienische Grundregeln als Schutz aus. Der Verzehr von Schweinefleisch sei "kein Problem".

Einige Staaten sprechen Reisewarnung aus

Dennoch verbieten immer mehr Staaten den Import von Fleisch aus Mexiko sowie aus den USA und Kanada. Einige Länder wie Polen, Italien oder Venezuela sprachen auch eine Reisewarnung für Mexiko aus. China, Russland und Taiwan wollen jede Person mit Krankheits-Symptomen unter Quarantäne stellen. In Singapur werden am internationalen Changi-Flughafen Passagiere aus den USA mit Wärmescannern untersucht.

WHO "sehr besorgt"

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) äußerte sich besorgt und erklärte, die Grippe habe das "Potenzial für eine Pandemie". Noch könne aber nicht gesagt werden, ob es dazu komme. Der neue Erreger weist genetische Merkmale des Schweins, von Vögeln und auch des Menschen auf - in einer Art, wie es die Forscher bislang noch nicht beobachtet haben. "Wir sind sehr besorgt", sagte WHO-Sprecher Thomas Abraham. "Wir haben es mit einem neuen Virus zu tun, und er verbreitet sich von Mensch zu Mensch."

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