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Mixa erhebt Vorwürfe gegen Kirche

Mixa erhebt Vorwürfe gegen Kirche

16.06.2010, 10:07 Uhr | dpa, AFP

Mixa erhebt Vorwürfe gegen Kirche. Walter Mixa ist von hohen Würdenträgern der katholischen Kirche schwer enttäuscht (Foto: dpa)

Walter Mixa ist von hohen Würdenträgern der katholischen Kirche schwer enttäuscht (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa hat im Zusammenhang mit dem unbegründeten Missbrauchsverdacht gegen ihn schwere Vorwürfe gegen die Kirche erhoben. Mit Blick auf das mutmaßliche Missbrauchsopfer sagte Mixa der "Welt am Sonntag", wenn mit dem "jungen Mann gesprochen" worden wäre, "hätte sich sofort herausgestellt, dass es kein Opfer gibt". Eine Anzeige hätte ihm dann erspart bleiben können.

Mixa reagierte damit auf Recherchen des Blattes, nach denen höchste Würdenträger der Kirche maßgeblich daran beteiligt waren, dass der Geistliche zu Unrecht unter Verdacht geriet. "Ich bin enttäuscht über das Verhalten der Verantwortlichen in der Kirche", sagte Mixa der Zeitung.

Mixa war wegen gegen ihn erhobener Prügelvorwürfe von seinem Amt des Augsburger Bischofs wie auch des Militärbischofs zurückgetreten. Der gegen ihn erhobene Vorwurf des sexuellen Missbrauchs bestätigte sich jedoch nicht. Die Staatsanwaltschaft hatte auf Grundlage einer Anzeige Vorermittlungen eingeleitet, diese aber nach wenigen Tagen eingestellt.

Keine konkreten Hinweise auf Straftat

Wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Ermittlungsergebnisse weiter berichtete, beruhte der Missbrauchsvorwurf gegen Mixa lediglich auf einer kurzen Notiz des Bistums Augsburg, die jedoch keinen konkreten Hinweis auf eine Straftat enthielt. Demnach übergab der Augsburger Weihbischof Anton Losinger das Papier Anfang Mai dem Münchner Generalstaatsanwalt. Das mutmaßliche Opfer habe erst nach Presseberichten von dem Fall erfahren und den Verdacht als unbegründet zurückgewiesen, berichtete die Zeitung.

Mixas Anwalt Gerhard Decker bezeichnete die Anzeige als "Ansammlung von Banalitäten", die "nie einen Missbrauchsverdacht begründen kann". Losinger verteidigte in der "WamS" hingegen sein Vorgehen. Es habe "die volle Unterstützung der Bayerischen und der Deutschen Bischofskonferenz." Das Bistum Augsburg sei verpflichtet gewesen, die Vorwürfe im Sinne einer neutralen Aufklärung der Staatsanwaltschaft zu übergeben.

Prügelvorwürfe bestehen weiter

Mixa hatte am 21. April nach Prügel- und Untreuevorwürfen bei Papst Benedikt XVI. um seine Entlassung gebeten, die offiziell am 8. Mai angenommen wurde. Der Missbrauchsvorwurf gegen Mixa ist zwar vom Tisch, aber die Prügelvorwürfe gegen den Geistlichen aus seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen bestehen weiter.

In seinem Mitte Mai vorgestellten Bericht hielt ein unabhängiger Sonderermittler Mixa "schwere körperliche Züchtigungen" von Heimkindern vor. Mixa soll die Kinder mit Faust, Stock und Gürtel geschlagen haben. Die Taten erfüllten unter anderem den Tatbestand der schweren Körperverletzung und der Misshandlung Schutzbefohlener - seien aber verjährt.

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