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Ex-Bischof Mixa erwägt nach Rücktritt Klage in Rom

Mixa erwägt nach Rücktritt Klage in Rom

16.06.2010, 10:56 Uhr | dapd, dpa

Ex-Bischof Mixa erwägt nach Rücktritt Klage in Rom. Walter Mixa sieht sich nach seinem Rücktritt als Opfer (Foto: imago)

Walter Mixa sieht sich nach seinem Rücktritt als Opfer (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Die katholische Kirche kommt auch nach dem Rücktritt des umstrittenen Augsburger Bischofs Walter Mixa nicht zur Ruhe. Mixa erwägt jetzt, die Vorgänge um seinen Rücktritt vom päpstlichen Gerichtshof in Rom untersuchen zu lassen. Dies sei ein "ganz guter Gedanke, den ich sehr wohl erwäge und bedenke", sagte der 69-Jährige der Tageszeitung "Die Welt".

Er bezieht sich dabei auf das Kirchenrecht, nach dem Handlungen als nicht vorgenommen gelten, sofern sie unter äußerem Zwang zustande kamen. Einem solchen Zwang fühlte sich Mixa vor seinem Rücktrittsgesuch ausgesetzt.

Der 69-Jährige hatte dem Papst Ende April seinen Rücktritt angeboten, nachdem über Prügelstrafen und finanzielle Unregelmäßigkeiten zu seiner Zeit als Pfarrer in Schrobenhausen berichtet worden war. Jetzt sagt Mixa, man habe ihn zu diesem Schritt gedrängt, und er habe die Rücktrittserklärung nicht selbst geschrieben. "Der Druck, unter dem ich die vorgefertigte Resignation unterschrieben habe, war wie ein Fegefeuer. Drei Tage später habe ich sie in einem Schreiben an den Papst widerrufen. Ich wusste in den Tagen weder ein noch aus", sagte Mixa den Angaben zufolge.

Papst "unter Zugzwang" gesetzt

Mixa warf den Erzbischöfen Reinhard Marx, auch Vorsitzender der katholischen Bischöfe in Bayern, und Robert Zollitsch, Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK), vor, deren Verhalten "hätte brüderlicher sein müssen". Stattdessen seien sie "zum Papst geeilt und haben ihm den sogenannten Missbrauchsfall vorgetragen, der de facto auf nichts mehr beruhte als auf acht handschriftlichten Sätzen einer höchst dubios hingekritzelten Notiz". Der Inhalt sei haltlos gewesen, wie die eingeschaltete Staatsanwaltschaft festgestellt habe. "Damit durften die doch nicht den Papst unter Zugzwang setzen."

Mixa will im Juli noch einmal mit Papst Benedikt XVI. persönlich über seinen Fall sprechen. "Er hat mich ja zum Gespräch eingeladen", sagte Mixa dem Blatt. "Vor allem will ich mit ihm also besprechen, wie sich die Situation weiter entwickeln soll." Der frühere Augsburger Oberhirte plant ein Comeback als Priester. "Ich möchte auf jeden Fall in irgendeiner Weise wieder in der Seelsorge tätig sein. Auch mit den Gläubigen feiern, Sakramente spenden."

"Wir sind Kirche" hat Bedenken

Die Reformbewegung "Wir sind Kirche" appellierte an Mixa, einzusehen, dass er nicht zur Belastung für die ganze katholische Kirche in Deutschland werden dürfe. Man habe den Eindruck, dass sich Mixa weiterhin von miserablen Beratern beeinflussen lasse. Er müsse einsehen, dass das Wohlergehen seiner früheren Diözesen Eichstätt und Augsburg wichtiger sei, als seine persönlichen Ambitionen, sagte "Wir sind Kirche"-Sprecher Christian Weisner.

Weisner äußerte Verständnis für Mixas Wunsch nach einer Rückkehr in die Seelsorge. Diese sei aber in Mixas früheren Bistümern Eichstätt und Augsburg völlig undenkbar. Zudem dürfe es zu keinen neuen Polarisierungen durch Mixa und zu keinen Problemen durch seine angebliche Alkoholabhängigkeit kommen, sagte Weisner. Mixa hatte bereits mit der Rückkehr in seine Wohnung im Bischöflichen Palais am vergangenen Samstag für neue Unruhe und Unverständnis gesorgt.

Prügelvorwürfe bestehen weiter

Mixa war nach Beschuldigungen ehemaliger Heimkinder und Vorwürfen einer Zweckentfremdung von Stiftungsgeldern für Waisenhauskinder in die Kritik geraten. Seine Bitte um Amtsentpflichtung wurde offiziell am 8. Mai vom Vatikan angenommen. Vorermittlungen zu Missbrauchsvorwürfen hat die Staatsanwaltschaft eingestellt, die Prügelvorwürfe aus seiner Zeit als Stadtpfarrer von Schrobenhausen bestehen aber weiter. Diese Vorgänge sind strafrechtlich aber verjährt.


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