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Tödliches Silvester: Tote durch Böller und Brände

Tödliches Silvester: Tote durch Böller und Brände

01.01.2011, 18:15 Uhr | dpa, dapd, sho

Tödliches Silvester: Tote durch Böller und Brände. Feuerwehr und Polizei mussten in der Silvesternacht zu tausenden Einsätzen ausrücken (Fotos: dpa/dapd)

Feuerwehr und Polizei mussten in der Silvesternacht zu tausenden Einsätzen ausrücken (Fotos: dpa/dapd)

Polizei und Feuerwehr haben in der Silvesternacht tausende Einsätze absolviert: In Deutschland gab es zahlreiche Unfälle mit Feuerwerkskörpern und unzählige Brände. Mehrere Menschen starben, zahlreiche wurden verletzt.

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Im bayerischen Gaißach kam ein 33-Jähriger durch einen selbstgebastelten Feuerwerkskörper ums Leben. Der Knaller explodierte kurz nach Mitternacht und verletzte den Mann so schwer am Kopf, dass er noch am Unglücksort starb. Ein 63-Jähriger Münchner zerfetzte sich die Hand, als ein selbst gebauter Silvester-Knaller in seiner Hand explodierte. Ihm wurden mehrere Fingerglieder ab- und die Bauchdecke aufgerissen. Eine Notoperation rettete ihm das Leben.

In Berlin, wo auf Deutschlands größter Open-Air-Silvester-Party am Brandenburger Tor rund eine Million Menschen feierten, bewältigte die Feuerwehr insgesamt 1568 Einsätze. Einen größeren Einsatz gab es in Berlin-Lichtenberg bei einem Hochhaus-Brand im 15. Stock. Mehrere Bewohner hatten sich auf Balkone gerettet. Sie konnten alle in Sicherheit gebracht werden. Das Feuer war nach dem Zünden von Silvesterknallern ausgebrochen. Eine 27-Jährige im Stadtteil Hellersdorf verlor durch das Hantieren mit Böllern zwei Finger der rechten Hand. In einer Gaststätte in Prenzlauer Berg wurde ein 40 Jahre alter Mann ebenfalls durch einen Böller verletzt. Er musste mit einer blutenden Augenverletzung in eine Klinik gebracht werden.

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In Frankfurt gab es in den ersten beiden Stunden nach Mitternacht 51 Brände. Etwa 500 Einsätze gab es für die Feuerwehr in Hannover; meistens ging es um Verletzte oder Betrunkene. Zudem mussten Balkonbrände gelöscht werden. In Hamburg hatte die Feuerwehr binnen zwölf Stunden 1102 Einsätze, davon 864 Rettungseinsätze. Einem 20-Jährigen Hamburger riss ein Böller einen Finger ab. Hart traf es auch eine 27-Jährige Hanseatin: Aus Unachtsamkeit explodierte eine Rakete direkt neben ihrem Kopf. Sie erlitt Verbrennungen im Gesicht und ein Knalltrauma. Ein 26-jähriger verletzte sich beim Zünden eines Böllers schwer an der rechten Hand.

Munitionsräumkommando muss in Kiel ausrücken

Bei einem Dachstuhlbrand in der Kieler Innenstadt stürzten mehrere Decken ein, drei Menschen wurden verletzt. Die Flammen zerstörten das Haus, 18 Bewohner verloren ihre Bleibe. Ein Kieler Böller-Bastler verletzte sich schwer an Hand und Gesicht. Zudem verursachte der 31-Jährige eine Evakuierung benachbarter Häuser. Das Munitionsräumkommando musste anrücken, um Sprengstoff-"Selbstlaborate" zu entschärfen, teilte das Landeskriminalamt mit.

Im oberbayerischen Bad Reichenhall starb eine 51-Jährige bei einem Feuer in einer Wohnung, in der sie mit ihrer 90-jährigen Mutter gefeiert hatte. Die beiden begingen den Jahreswechsel mit Sternwerfern auf dem Balkon, wie die Polizei mitteilte. Dabei geriet die Wohnung unter noch nicht endgültig geklärten Umständen in Brand. Für die 51-Jährige kam jede Hilfe zu spät, ihre Mutter erlitt eine schwere Rauchvergiftung. Im unterfränkischen Großostheim wurde am Samstagmorgen nach einem vermutlich durch eine glimmende Zigarette ausgelösten Schwelbrand die Leiche einer 75-Jährigen gefunden. In Nürnberg kam eine 87-Jährige bei einem Brand ums Leben.

Ein Mann und ein Kind aus Freising sind am Neujahrstag vermutlich Opfer eines tragischen Unfalls geworden. Sie wurden am Mittag tot in einer Wohnung gefunden. Wie die Polizei mitteilte, starben sie an einer Kohlenmonoxidvergiftung, nachdem ein Holzkohlegrill in der Wohnung angezündet worden war. Drei weitere Menschen wurden schwer verletzt. "Es sieht aus wie ein tragischer Unfall, aber wir ermitteln in alle Richtungen", sagte ein Polizeisprecher. Auch in Nordrhein-Westfalen, wo die Polizei zu 3474 Einsätzen ausrückte, starben zwei Menschen bei Wohnungsbränden.

Feuerwehrhaus ausgebrannt

Pech für die Feuerwehr im bayerischen Penting: Am Samstagmorgen brannte das Feuerwehrhaus aus. Das Feuer brach im oberen Geschoss des Hauses aus, wo ein Schulungsraum und eine Küche untergebracht sind. Bis in die frühen Morgenstunden hatte dort eine Silvesterfeier stattgefunden. Der Schaden wird auf etwa 100.000 Euro geschätzt. Die Ursache für das Feuer ist noch nicht bekannt.

In Völklingen (Saarland) riss ein Silvesterkracher einem jungen Mann mehrere Finger ab. Der 19-Jährige habe den Böller in der Hand gehalten und nach dem Anzünden zu spät weggeworfen, teilte die Polizei mit. Ein neben ihm stehender 18-Jähriger verletzte sich an der Schulter.

In einem Aachener Mehrfamilienhaus kam bei einem Wohnungsbrand am frühen Samstagmorgen ein Mann ums Leben. In der Innenstadt wütete ein Feuer im Inneren einer Kirche. Der Hochaltar sei "total beschädigt" worden, teilte die Polizei mit. Möglicherweise löste den Brand eine Silvesterrakete aus, die ein Fenster durchschlagen hatte. Sieben Menschen, darunter zwei Kleinkinder, wurden in der Silvesternacht bei einem Feuer in einem Hochhaus im nordrhein-westfälischen St. Augustin verletzt. Ein Knallkörper hatte ein Sofa auf dem Balkon einer leerstehenden Wohnung in Brand gesetzt.

Illegales Feuerwerk kostet 13-Jährigen das Leben

Auch im Ausland gab es Tote und Verletzte: In den Niederlanden kam in der Silvesternacht ein 13-Jähriger bei einem illegalen Feuerwerk ums Leben. Der Junge schaute auf einem Campingplatz bei der Stadt Harderwijk gemeinsam mit seinen Eltern zu, als Unbekannte einen nicht zugelassenen Feuerwerkskörper zündeten. Er erlitt schwere Verletzungen und starb im Krankenhaus, teilte die Polizei mit. In Den Haag wurden vier Polizisten von Raketen verletzt, zwei von ihnen schwer.

Auf den Philippinen starben vier Menschen durch verirrte Schüsse. Ein 19-Jähriger wurde bei einem Streit über das Feuerwerk erstochen. Bei einer Silvesterfeier im süditalienischen Crispano traf eine verirrte Patrone einen 39-Jährigen auf seinem Balkon. Er war sofort tot, berichteten italienische Medien. In Süditalien wird um den Jahreswechsel oft in die Luft geschossen. Mindestens 70 Menschen wurden im Raum Neapel durch Knallkörper verletzt.


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