Sie sind hier: Home > Panorama >

EHEC-Schutz: Forscher erwarten Durchbruch

Schutz vor EHEC: Forscher erwarten Durchbruch

03.06.2011, 12:34 Uhr | AFP, dapd, dpa

EHEC-Schutz: Forscher erwarten Durchbruch. Kann EHEC-Patienten bald besser geholfen werden? (Foto: dpa)

Kann EHEC-Patienten bald besser geholfen werden? (Foto: dpa)

Auf der Suche nach Therapie und Schutz gegen das gefährliche Darmbakterium EHEC erwarten Forscher schon bald konkrete Ergebnisse. "Wir erhoffen uns im Laufe der nächsten Woche Hinweise zur Verhinderung weiterer Infektionen", sagte Professor Dag Harmsen vom Universitätsklinikum Münster in hr-Info.

Zunächst müsse geklärt werden, was den EHEC-Keim so aggressiv mache. Dazu liefen derzeit verschiedene Untersuchungen. "Wir rechnen damit, dass wir bald genügend Daten haben, um Hinweise auf die Ursache der Aggressivität dieses Klons geben zu können", sagte Harmsen.

Forscher entziffern EHEC-Erbgut

Mit den bisherigen Erkenntnissen könne Patienten noch nicht geholfen werden. Woher der EHEC-Erreger genau komme, sei noch nicht geklärt. Die genauere Kenntnis des mutierten Bakteriums und Vergleichsuntersuchungen an anderen Keimen werden aber Hinweise auf den Ursprung zulassen.

Forscher aus Münster und Darmstadt hatten nach eigenen Angaben das Erbgut des EHEC-Bakteriums gelesen. Danach handelt es sich um eine Art Hybrid-Klon, der Eigenschaften unterschiedlicher Erreger in sich vereint.

Wichtiger Schritt für die Behandlung

Das entzifferte Erbgut des EHEC-Erregers ist nach Expertenmeinung ein wichtiger Schritt für die Behandlung der Patienten. Mit Hilfe der genetischen Information könnten die krankmachenden Eigenschaften erkannt werden, erklärte der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel im ZDF. "Und dann kann man daraufhin die Therapie ausrichten."

"Im Moment kann sich jeder selber schützen", sagte Hensel. Rohe Tomaten, rohe Gurken und Blattsalate sollten weiter gemieden werden. Hensel betonte, deutsche Behörden hätten niemals vor spanischem Gemüse gewarnt.

Bei der Zahl der EHEC-Neuinfektionen beobachten Mediziner eine leichte Entspannung. "Die Lage ist so, dass sie sich scheinbar etwas beruhigt, was die Zahl der Neuinfektionen angeht", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, Reinhard Brunkhorst. Dies sei aber nur ein Trend, hob der Nierenfacharzt hervor. Er hoffe, dass dieser sich bestätige. Es bleibe abzuwarten, ob dies so komme.

Merkel verteidigt deutsches Vorgehen

Im Streit mit Spanien über die Folgen der EHEC-Krise für die Gemüsebauern verteidigte Kanzlerin Angela Merkel das Vorgehen der deutschen Behörden. In einem Telefongespräch mit Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero habe die Kanzlerin Verständnis für die wirtschaftliche Notlage des spanischen Gemüsesektors gezeigt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Gleichzeitig habe Merkel aber auf die Verpflichtung der deutschen Behörden hingewiesen, die Bürger zu informieren und die Ergebnisse der Untersuchungen an das europäische Schnellwarnsystem zu übermitteln.

Zapatero habe in dem Gespräch sein Mitgefühl für die Angehörigen der Opfer ausgedrückt. Merkel und er seien sich einig, dass es jetzt vorrangig darum gehen müsse, die Infektionsquelle des EHEC-Erregers zu identifizieren, um weitere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergreifen zu können. Beide vereinbarten, sich auf europäischer Ebene um Hilfen für die betroffenen Bauern zu bemühen.

Weitere Nachrichten und Links

Russland hält an Boykott fest

Russland will erst wieder Gemüse aus der EU einführen, wenn die Herkunft des EHEC-Erregers geklärt ist. Zudem müssten die EU-Behörden herausfinden, wie das gefährliche Darmbakterium übertragen wird, sagte der oberste russische Amtsarzt Gennadi Onischtschenko der Agentur Interfax. Russland hatte wegen der Verbreitung des Darmkeims am Donnerstag das Importverbot für Gemüse auf die ganze Europäische Union ausgeweitet. Bisher galt es nur für frisches Gemüse aus Deutschland und Spanien. Die EU wies den Boykott als "unverhältnismäßig" zurück.

Zudem müsse festgestellt werden, wo der Erreger zuerst ausgebrochen sei, forderte Onischtschenko. Als weitere Bedingung nannte er "objektive Beweise", dass die Lage unter Kontrolle sei und sich die Zahl der EHEC-Fälle nicht mehr erhöhe. Der größte Flächenstaat der Erde führt wegen mangelnder Eigenversorgung viele Lebensmittel aus der Europäischen Union ein. Schätzungen zufolge liegt der EU-Anteil am russischen Gemüse-Import bei 15 bis 20 Prozent.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal