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Explosion in Kernkraftwerk Marcoule: Feuerwehr richtet Sicherheitszone ein

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Ein Toter bei Explosion in französischem AKW

12.09.2011, 19:07 Uhr | dpa, AFP, dapd, t-online.de

Explosion in Kernkraftwerk Marcoule: Feuerwehr richtet Sicherheitszone ein. Nach dem Zwischenfall in der Atomanlage Marcoule in Südfrankreich wird ein Verletzter ausgeflogen (Quelle: Reuters)

Nach dem Zwischenfall in der Atomanlage Marcoule in Südfrankreich wird ein Verletzter ausgeflogen (Quelle: Reuters)

Bei der Explosion eines Verbrennungsofens für Atommüll auf dem Gelände eines AKWs in Südfrankreich ist ein Mensch ums Leben gekommen. Vier weitere sind verletzt, aber nicht verstrahlt worden, berichtet die Atomaufsicht ASN. Sie erklärte den Unfall für beendet und löste den Krisenstab wieder auf. Bei dem Zwischenfall in der Anlage von Codolet, die zum Atomkomplex Marcoule gehört, sei keine Radioaktivität ausgetreten.

Das Gebäude, in dem sich der Ofen befinde, sei intakt, sagte die Sprecherin. Auch die Lüftung funktioniere weiterhin. Ein Feuer, das durch die Explosion ausgelöst wurde, brachte die Feuerwehr schnell unter Kontrolle.

Die Explosion habe sich in einem Verbrennungsofen für schwach radioaktive Abfälle ereignet. Dazu zählen unter anderem Kleidung von Arbeitern sowie Metall und Beton. "Es handelt sich um einen Industrieunfall, nicht um einen Atomunfall", sagte auch ein Sprecher des staatlichen Stromkonzerns EDF, dessen Tochterunternehmen Socodei die Anlage betreibt.

Zunächst Warnung vor Radioaktivität

Marcoule umfasst mehrere kleinere Reaktoren, die allesamt stillgelegt sind. Das letzte Kraftwerk, ein sogenannter Schneller Brüter, stellte 2010 den Betrieb ein. Im vergangenen März hatte es bereits einen Zwischenfall in der Anlage gegeben.

Die französische Nuklearanlage Marcoule liegt rund 30 Kilometer nördlich von Avignon (Grafik: Google Earth) (Quelle: (Grafik: Google Earth))Die französische Nuklearanlage Marcoule liegt rund 30 Kilometer nördlich von Avignon (Grafik: Google Earth) (Quelle: (Grafik: Google Earth)) Die örtlichen Behörden und die Feuerwehr hatten zunächst gemeldet, es bestehe die Gefahr, dass Radioaktivität austritt. Deshalb sei eine Sicherheitszone eingerichtet worden. Jetzt besteht aber keine Gefahr mehr für die Bevölkerung.

Marcoule ist eine Uralt-Anlage

In der Nuklearanlage Marcoule ging bereits 1956 der Reaktorblock G-1 in Betrieb und lieferte als eines der weltweit ersten AKW kommerziell genutzten Atomstrom. Die vom Commissariat à l'Énergie Atomique (CEA) betriebenen Meiler G-2 und G-3 mit einer Bruttoleistung von jeweils 43 Megawatt folgten 1959 und 1960. Sie wurden 1980 beziehungsweise 1984 wieder vom Netz genommen.

Auf dem Gelände Marcoule nahm 1973 auch der Forschungsreaktor Phénix den Betrieb auf. Der lediglich zu Testzwecken genutzte Prototyp des pannenanfälligen Schnellen Brüters Superphénix, der 1998 endgültig abgeschaltet wurde, wurde nach mehreren kleineren Zwischenfällen 2010 selbst auf Dauer vom Netz genommen.

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