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Indonesien: Erste Leichen aus russischem Superjet geborgen

Erste Leichen aus russischem Superjet geborgen

11.05.2012, 18:49 Uhr | AFP, dpa

Indonesien: Erste Leichen aus russischem Superjet geborgen. Die Wrackteile des russischen Superjets 100 sind großflächig verstreut (Quelle: dpa)

Die Wrackteile des russischen Superjets 100 sind großflächig verstreut (Quelle: dpa)

Im indonesischen Dschungel haben Bergungskräfte die ersten Leichen an der Absturzstelle des russischen Superjets 100 gefunden. In dem schwierigen Terrain am Steilhang eines Vulkans durchsuchten bei dichtem Nebel hunderte Helfer die Überreste der Maschine. Die Absturzursache des hochmodernen Jets, der auf einem Schauflug für Kaufinteressenten war, ist weiter unklar.

Die Bergung der Opfer in dem unwegsamen Gebiet ist sehr kompliziert. Die sterblichen Überreste müssen mit Hubschraubern ausgeflogen werden. Dafür schlugen die Rettungskräfte zunächst einen Landeplatz in den Steilhang. "Sie haben bislang zwölf Leichen geborgen", sagte der Chef der Rettungskräfte. Wegen dichten Nebels waren die Einsatzkräfte dann jedoch gezwungen, die Bergung abzubrechen. Am Samstag sollen sie ihre Arbeit fortsetzen.

Leichen können identifiziert werden

Der Leiter des nationalen Rettungsdienstes sagte, die Leichen hätten noch nicht fortgebracht werden können. Ein Marineleutnant, der den Einsatz mitüberwacht, sagte, die Leichen seien in einem Zustand, der eine Identifizierung möglich mache. "Es gibt keine Anzeichen, dass sie verbrannt sind", sagte er.

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Ein Rettungshelfer, der vom Einsatzort zurückgekehrt war, berichtete jedoch von grausigen Szenen an der Absturzstelle. Er habe zerfetzte Körper und Gliedmaßen gesehen, die in Leichensäcke gesteckt wurden.

Wrackteile großflächig verstreut

An Bord waren nach russischen Angaben 45, nach indonesischen Angaben 47 Menschen. Das Flugzeug sei nach ersten Ermittlungen mit mindestens 450 Kilometern in der Stunde in den Berg gerast, sagte der Sprecher der Einsatzkräfte, Gagah Prakoso. Die Wrackteile sind großflächig verstreut.

Der Superjet 100 war am Mittwoch kurz nach dem Start zu einem Demonstrationsflug mit Vertretern der Luftfahrtindustrie und Journalisten rund 80 Kilometer südöstlich der indonesischen Hauptstadt Jakarta abgestürzt. Das Mittelstreckenflugzeug galt als Hoffnung der russischen Luftfahrtindustrie. Die indonesische Kartika Airlines hatte ein großes Interesse an dem Flugzeug angemeldet.

Senator: Anschlag nicht ausschließen

Der russische Senator Alexander Torschin forderte, bei den Ermittlungen einen möglichen Anschlag nicht auszuschließen. Der Konkurrenzkampf in der internationalen Luftfahrt sei extrem hoch, sagte der Vizechef des Föderationsrates. Außer Russland habe niemand Interesse an einem solch neuartigen Passagierflugzeug, sagte er der Agentur Interfax.

Die Ermittler müssten die Frage stellen, wem ein solches Fiasko nütze. Einen Fehler des Piloten, den er als erfahren bezeichnete, bezweifelte der Politiker. Russische Behörden betonten, dass es weiter keinen Grund für einen Stopp des Prestigeprojektes gebe.

Die Präsidenten Russlands und Indonesiens telefonierten inzwischen. "Wir haben beide unsere Trauer zum Ausdruck gebracht und vereinbart, bei der Aufklärung des Unglücks zusammen zu arbeiten", sagte der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono, der am Flughafen von Jakarta Angehörige tröstete.

Kremlchef Wladimir Putin schickte 42 Experten und einen Hubschrauber nach Jakarta, teilte die Präsidialverwaltung in Moskau mit.

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