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Brechdurchfall wohl durch Erdbeerkompott verursacht

Brechdurchfall wohl durch Erdbeerkompott verursacht

05.10.2012, 21:12 Uhr | dapd, dpa

Brechdurchfall wohl durch Erdbeerkompott verursacht. Magen-Darm-Grippe in Ostdeutschland: Die Ursache scheint gefunden (Quelle: dapd/imago)

Magen-Darm-Grippe in Ostdeutschland: Die Ursache scheint gefunden (Quelle: dapd/imago)

Die Ursache für die massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen in Ostdeutschland sind nach Angaben des Thüringer Sozialministeriums wahrscheinlich durch Erdbeerkompott verursacht worden. Die Erdbeeren seien gefroren geliefert worden und aufgetaut zusammen mit einem Grießbrei-Gericht serviert worden, sagte Ministeriumssprecher Uwe Büchner.

Auch ein Sprecher des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bestätigte tiefgekühlte Erdbeeren als wahrscheinliche Ursache. "Wir sind bei den Ermittlungen einen großen Schritt vorangekommen", sagte auch Holger Eichele, Sprecher des Bundesministeriums für Ernährung. Ein Labor-Nachweis stehe allerdings noch aus. "Er ist sehr schwierig zu erbringen." Auch am Wochenende werde mit Hochdruck weiter in den Labors gearbeitet.

Studien in mehreren Bundesländern "zeigen einen starken und statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Erdbeerspeisen, die aus tiefgefrorenen Erdbeeren einer Charge zubereitet wurden, und den Erkrankungen an Brechdurchfall", teilten das BVL, das Robert Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung gemeinsam mit. "Es handelt sich um einen lebensmittelepidemiologischen Befund - wie bei EHEC", sagte Eichele.

Erdbeeren stammen aus China

Aus Kreisen von Lebensmittelfahndern hieß es, die verdächtigen Erdbeeren stammten vermutlich aus China. Ein Großhändler habe sie tiefgekühlt an Großküchen der Firma Sodexo mit Sitz im hessischen Rüsselsheim und zwei weiteren Anbietern von Schul- und Kantinenessen geliefert.

Zu den Infektionen sei es wahrscheinlich in Einrichtungen gekommen, die diese Tiefkühlware vor dem Servieren als Nachspeise nicht vollständig erhitzt hätten. Wenn die Erdbeeren nur aufgetaut oder zu schwach erhitzt worden seien, könnten nicht alle Keime abgetötet worden sein. Noroviren gelten zum Beispiel als besonders kälteresistent und hitzebeständig. Sie waren auch von Anfang an im Visier der Mikrobiologen.

Die unterschiedliche Art des Auftauens könnte nach Angaben der Ermittler erklären, warum es in einigen Einrichtungen zum Brechdurchfall kam, in anderen aber nicht. Für die weiteren Ermittlungen ist die gesamte verdächtige Erdbeerware bereits gesperrt worden - oder sie wird gerade zurückgerufen.

220 Neuerkrankungen

Mehr als eine Woche nach dem massenhaften Ausbruch des Brechdurchfalls in Schulen und Kita wurden am Freitag aus Sachsen 220 Neuerkrankungen von zehn bisher nicht betroffenen Stellen gemeldet, wie aus dem Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Damit sei die Zahl der Einrichtungen in Sachsen auf 150 gestiegen.

Bundesweit 11.200 Erkrankungen

Die Neumeldungen deuten dem Bericht zufolge darauf hin, dass der Krankheitswelle in Sachsen anhält. In den anderen Bundesländern handelte es sich dagegen überwiegend nur noch um Nachmeldungen, die beim Institut eingingen.

Weitere Nachrichten und Links

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat nach eigenen Angaben keine neuen Krankheitsfälle registriert. Das RKI bezifferte die bundesweite Gesamtzahl mit 11.200 Erkrankungen.

Bei den meisten Patienten in Ostdeutschland verlief die Infektion unkompliziert. 32 Patienten kamen allerdings in ein Krankenhaus, die meisten in Brandenburg (19). Das RKI wertet den Ausbruch insgesamt als die bisher größte lebensmittelbedingte Krankheitswelle in Deutschland.

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