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Katholische Kirche geht rechtlich gegen Christian Pfeiffer vor

Vom Freund zum Feind: Katholische Kirche geht gegen Pfeiffer vor

10.01.2013, 15:56 Uhr | dpa, dapd

Katholische Kirche geht rechtlich gegen Christian Pfeiffer vor. Katholische Kirche geht rechtlich gegen Pfeiffer vor (Quelle: dpa)

Er sieht seine Arbeit durch Zensurversuche bedroht: Christian Pfeiffer, Leiter des KFN. (Quelle: dpa)

Nach dem vorläufigen Aus für die Aufklärung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche schieben sich Wissenschaftler und Bischöfe gegenseitig die Schuld zu. Die Kirche geht jetzt juristisch gegen die Zensurvorwürfe des Kriminologen und bisherigen Leiters der Nachforschungen Christian Pfeiffer vor. Dieser bekräftigte unterdessen seine Vorwürfe gegen die Geistlichen.

Pfeiffer habe von der Kirche eine Unterlassungserklärung erhalten, sagte der Direktor des ursprünglich mit der Studie beauftragten Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) in Hannover. Pfeiffer sah zunächst keinen Anlass von seiner Position abzurücken.

Aussage gegen Aussage

"Es hat den Versuch der Zensur unserer Arbeit gegeben", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Vertreter der Erzdiözese München und Freising hätten über die Arbeit und die Texte seines Instituts und die Auswahl der Mitarbeiter bei der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs durch kirchliche Mitarbeiter entscheiden wollen.

Einspruch kam vom Sekretär der Bischofskonferenz, Hans Langendörfer. Von Kontrolle und Zensur sei in den Verträgen nie die Rede gewesen, sagte er im Deutschlandfunk. Angebliche Vertuschungen in der katholischen Kirche nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals, über die Pfeiffer gemutmaßt hatte, wies er vehement zurück. "Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für Aktenvernichtungen im kirchlichen Bereich", sagte er. "Wir sind dem nachgegangen."

Unterstützung aus der Regierung

Pfeiffer fühlte sich derweil durch die starre Haltung der Kirche zu wenig in seiner Arbeit unterstützt. Darüber, wie die Kirche das Ende der Zusammenarbeit begründete, zeigte er sich verblüfft. "Mich verwundert der Vorwurf des Vertrauensverlustes ebenso wie die Behauptung, wir hätten keine Einigung über den Datenschutz finden können", sagte Pfeiffer. "Da werden Nebelkerzen geworfen." Es werde wohl nach Vorwänden für den Stopp des Missbrauchsgutachtens gesucht.

Unterstützung bekommt er von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Die Reaktionen der Bischöfe auf die Vorwürfe des wissenschaftlichen Leiters erweckten den Eindruck, dass man nicht alles unabhängig aufklären wolle, sagte sie im Deutschlandfunk.

Die Argumentation der Kirche, dass die Vorstellungen über den Datenschutz zu unterschiedlich gewesen seien, hält sie für unglaubwürdig. "Ich kann das nicht nachvollziehen", sagte sie. Auch bei der Aufarbeitung anderer Ereignisse in Deutschland sei das Thema nie ein größeres Problem gewesen. Den Kriminologen Pfeiffer und sein Institut halte sie zudem für eine der "ersten Adressen in Deutschland".

Studie hätte einmalige Erkenntnisse liefern können

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte Pfeiffers Institut den Studienauftrag entzogen. Als Hauptursache nannte sie das "zerrüttete" Verhältnis zu Pfeiffer.

Die Studie hätte kirchlichen Missbrauch umfassend untersuchen sollen und externen Forschern erstmals Zugang zu den Archiven der Kirche ermöglicht.

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