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Jorge Mario Bergoglio und die Jesuiten: Wer ist der Papstorden?

Der Jesuitenorden

17.03.2013, 11:43 Uhr | dpa

Der neue Pontifex ist Jesuit. Die "Societas Jesu" (SJ, "Gesellschaft Jesu"), wie der größte Männerorden offiziell heißt, ist streng hierarchisch organisiert und gilt als intellektuelle Speerspitze der katholischen Kirchen. Wer ist der Orden von Papst Franziskus? Ein Überblick.

"Jesuit" kommt von Jesus. Die Jesuiten verstehen sich als "Gefährten Jesu", als "Männer, die in Freundschaft zu Jesus Christus leben und sich von ihm in Dienst nehmen lassen". Mission, Bildung, Spiritualität und Hinwendung zu den Armen sind Säulen ihrer Arbeit.

Der Orden betreibt rund um den Globus 231 Hochschulen und Universitäten sowie 720 Gymnasien und andere Schulen. Mit dem Netzwerk "Glaube und Freude" werden laut SJ rund 1,5 Millionen vor allem arme Kinder in 2900 Dorfschulen in Lateinamerika unterrichtet.

Selbstverantwortlicher Glaube

Gegründet wurde der Orden 1534 vom Spanier Ignatius von Loyola. Sein wesentliches Ziel war die innere Erneuerung der katholischen Kirche. Die SJ wurde 1540 durch ein Dekret Papst Paul III. zugelassen, ist also "päpstlichen Rechts" und weltweit tätig. Die Jesuiten breiteten sich im 16. Jahrhundert rasch in Europa aus. Sie waren mit ihren Ordenshäusern in protestantisch gewordenen Regionen Protagonisten der Gegenreformation.

Die besondere Bindung der Jesuiten an den Papst drückt sich unter anderem in einem eigenen "Papstgelübde" aus, das zu den drei üblichen Ordensgelübden (Armut, Keuschheit und Gehorsam) hinzukommt: Die Ordensmitglieder geloben die Verfügbarkeit für Sendungen des Papstes.

Die Jesuiten haben keine eigene Ordenstracht und leben nicht in Klöstern, sondern in Kollegien, Kommunitäten oder allein. Der Orden setzt nach eigenen Angaben darauf, dass seine Mitglieder "selbstverantwortlich und angemessene Formen des Gebets und der Andacht ausüben". Als ihren Auftrag sehen die Jesuiten den Dienst am Glauben und Einsatz für Gerechtigkeit an.

Anspruchsvolle Ausbildung

Der Jesuitenorden gibt seine weltweite Mitgliederzahl mit 17.637 Mitgliedern an, darunter 12.526 Priester. An der Spitze steht der Generalobere mit Sitz in Rom. Der Orden ist in 89 Provinzen eingeteilt. Die deutsche Provinz des Ordens, zu der auch Dänemark und Schweden gehören, hat den Angaben zufolge 390 Mitglieder.

Jesuiten durchlaufen eine lange und anspruchsvolle theologische und philosophische Ausbildung. An das Noviziat für neue Ordensmitglieder - eine zweijährige Einführungs- und Probezeit - schließt sich die Zeit als Scholastiker an: Nachdem sie die ersten Gelübde abgelegt haben, studieren die Jesuiten und bereiten sich auf die Priesterweihe vor. Nach etwa zehnjähriger Ausbildungszeit legen die Jesuiten dann die sogenannten letzten Gelübde ab.

Jorge Mario Bergoglio ist der erste Pontifex aus den Reihen des Ordens. Das ist nur auf den ersten Blick verwunderlich. Denn üblicherweise, so schreiben die Jesuiten auf ihrer Website, strebe kein Jesuit nach Ämtern und Würden in der Kirche. "Er verweigert sich aber auch nicht, wenn er in den Dienst gerufen wird." Das ist nun geschehen.

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