Sie sind hier: Home > Panorama >

Tornado tobte in Niederbayern

Tornado tobte in Niederbayern

15.07.2011, 10:42 Uhr

Unwetter: In Sautorn in Niederbayern zerstörte der Sturm mehrere Gebäude (Foto: dpad) In Sautorn in Niederbayern zerstörte der Sturm mehrere Gebäude (Foto: dpad)Das schwere Unwetter vom Mittwochabend hat in Niederbayern elf Menschen teils schwer verletzt und einen Millionenschaden angerichtet. Diese vorläufige Bilanz zog die Polizei in Straubing am Donnerstag. Der Landkreis Deggendorf wurde nach Einschätzung vom Wetterdienst Meteomedia vermutlich von einem Tornado heimgesucht. "Auch in Frauenau im Bayerischen Wald gibt es diesen Verdacht", sagte Thomas Rinderer von der Unwetterzentrale zu wetter.info.

Das Unwetter mit orkanartigen Sturmböen und heftigen Niederschlägen war über Teile Niederbayerns gezogen. Umgestürzte Bäume, blockierte Bahnstrecken, umgeknickte Strommasten und vereinzelt sogar zerstörte Gebäude hielten die Einsatzkräfte auf Trab.

Erntehelfer suchten Schutz

Besonders schwere Verwüstungen richtete der Sturm im Landkreis Deggendorf an. Bei Plattling suchten zehn landwirtschaftliche Hilfskräfte Schutz vor dem Unwetter und stellten sich unter einen sogenannten "Gurkenflieger". Das Erntegerät wurde jedoch vom Sturm angehoben und mitsamt dem Traktor umgestürzt. Die zehn Erntehelfer wurden verletzt, zwei von ihnen schwer.

Ein Blitz schlug in Obermotzing in das Gebäude eines Wertstoffhofes ein. Dabei wurde ein 60 Jahre alter Mann lebensgefährlich verletzt. Wegen seines kritischen Zustandes wurde er am Donnerstag aus dem Heimatkrankenhaus in eine Münchner Spezialklinik verlegt.

Überblick Aktuelle Wetter-Themen
Vorhersage Das Wetter in Europa

Sturm beschädigte Gebäude schwer

Bei Aholming im Landkreis Deggendorf knickte der Wind fünf Starkstrommasten um. Besonders hart traf es die kleine Ortschaft Sautorn. Dort wurden zahlreiche Gebäude zum Teil schwer beschädigt, das Dach einer Reithalle wurde durch eine Windböe teilweise weggerissen. Augenzeugen berichteten, dass mehrere Scheunen komplett einstürzten. Angesichts der Schäden und Augenzeugenberichten hat auch Meteomedia den Verdacht, dass hier ein Tornado gewütet hat. Schwere Gewitter und Hagelschlag begleiteten den Sturm.

LKW von der Straße gefegt

In Stephansposching riss der Sturm den Dachstuhl eines Einfamilienhauses komplett weg. Ein Anwohner sagte, er wohne bereits seit den 1980er Jahren in dem Ort - "aber so etwas habe ich noch nie erlebt".

Auf der Autobahn 92 bei Plattling warf eine starke Windböe einen LKW um. Auch im Zugverkehr kam es durch das Unwetter zu Beeinträchtigungen. Umgestürzte Bäume blockierten bis Donnerstagmorgen die Strecke zwischen Zwiesel und Grafenau. Die Bahnstrecken zwischen Dingolfing und Landshut sowie zwischen Dingolfing und Landau waren zeitweise gesperrt.

Windhose auch im Bayerischen Wald

Auch der Bayerische Wald wurde von dem Unwetter heimgesucht. In Frauenau bei Zwiesel wurden der Polizei zufolge mehr als 25 Häuser zum Teil abgedeckt. "Augenzeugen wollen hier eine Windhose bobachtet haben", sagte Meteorologe Rinderer. Wälder wurden wie Streichhölzer abgeknickt. In einem Waldstück nahe Spiegelau habe der Wind eine Schneise geschlagen: Auf einer Länge von mehreren Kilometern und bis zu hundert Metern Breite stehe dort kein einziger Baum mehr.

Eine detaillierte Schadensprognose wollte die Polizei am Donnerstag noch nicht abgeben. Der Schaden dürfte aber in die Millionen gehen.

Quelle: wetter.info, dapd,dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: