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Wintersturm: US-Ostküste versinkt im Schnee

US-Ostküste versinkt im Schnee

10.02.2013, 10:29 Uhr | dapd, dpa

Wintersturm: US-Ostküste versinkt im Schnee. In Portland an der US-Ostküste fielen während des Wintersturms mehr als 80 Zentimeter Schnee (Quelle: dapd)

In Portland an der US-Ostküste fielen während des Wintersturms mehr als 80 Zentimeter Schnee (Quelle: dapd)

Wintersturm "Nemo" hat die gesamte Region zwischen Maine und New Jersey unter eine dicke Schneedecke gepackt - die schlimmsten Vorhersagen sind jedoch nicht eingetroffen. Heftiger als die großen Metropolen Boston und New York traf es aber ländliche Regionen in Massachusetts und Connecticut, wo Hunderttausende Menschen zeitweise ohne Strom und Heizung waren. Mindestens zehn Menschen kamen bei dem Unwetter ums Leben.

Einige Küstenregionen in Massachusetts mussten wegen Überschwemmungen evakuiert werden. Meteorologen hatten im Vorfeld gewarnt, der Sturm könne möglicherweise historische Ausmaße haben, sehr viele Menschenleben kosten und das öffentliche Leben über Tage lahmlegen.

Flughäfen wieder geöffnet

Doch schon am Samstag zeigte sich vielerorts wieder die Sonne, nachdem "Nemo" auf den Atlantik abgezogen war. Flughäfen nahmen den Betrieb wieder auf, Räumtrupps Straßen und Autobahnen in Angriff.

"Wir haben Glück gehabt", sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und sein Kollege aus Boston, Thomas Menino, sah das ähnlich. "Ich bin froh, berichten zu können, dass die Stadt den Sturm bislang gut überstanden hat."

"Nemo" lähmte öffentliches Leben

Der Wintersturm war in der Nacht zum Samstag mit heftigen Schneefällen und starken Windböen über den Nordosten der USA hinweg gezogen und hatte das öffentliche Leben zeitweise lahmgelegt.

Mehr als 650.000 Haushalte und Betriebe waren ohne Strom - und viele bei eisigen Temperaturen auch ohne Heizung. Mehr als 5000 Flüge und alle Zug- und Busverbindungen mussten gestrichen werden.

Fast ein Meter Schnee

Auf Autobahnen und Straßen ging nichts mehr, die Sicht war wegen des aufwirbelnden Schnees auf wenige Meter reduziert. Innenstädte von Metropolen wie New York und Boston wirkten zeitweise wie verwaist. Der Schnee türmte sich in einigen Gegenden bis auf fast 90 Zentimeter.

Trotz des weniger dramatischen Verlaufs ist die Zahl der Toten im Nordosten der USA Medienberichten zufolge auf zehn gestiegen: Ein elfähriger Junge und ein 20-jähriger Mann starben in Boston an Kohlenmonoxid-Vergiftungen, weil sie sich in Autos wärmen wollten, deren Auspuffe mit Schnee verstopft waren.

Zahlreiche Unfalltote

Bei Autounfällen auf eisglatten Straßen kamen in New Hampshire, Connecticut und New York drei Menschen ums Leben. In Danbury in Connecticut rutschte ein Mann auf seiner verschneiten Veranda aus und wurde tot gefunden. Im Bundesstaat New York verunglückte ein Mann tödlich bei einem Unfall mit seiner Räummaschine.

Zwei weitere Menschen in Connecticut starben ebenfalls beim Schneeräumen und ein Mann wurde tot unter einem Haufen Schnee vor seinem Haus gefunden.

Mit Skiern durch Manhattan

Kaum war "Nemo" glimpflich überstanden, da genossen am Wochenende tausende New Yorker die angenehmen Folgen des Wintersturms: Mit Langlaufskiern und Schlitten zogen sie in den Central Park, den fast 30 Zentimeter Neuschnee innerhalb von 24 Stunden in ein Winterparadies verwandelt hatten.

Rodeln, Schneemann bauen und Schneeballschlachten - und all das bei strahlendem Sonnenschein. Sogar ein ganzes Iglu stand auf einer Wiese und wurde prompt zur Touristenattraktion.

Auch die anderen Parks der Metropole, die in diesem Winter zuvor eher wenig Schnee abgekommen hatte, waren voller Menschen. Im Riverside Park genossen die Menschen zum vielen Schnee einen besonderen Service der Stadt: kostenlose heiße Schokolade.

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