Sie sind hier: Home > Panorama >

Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa: Unterwasserfoto zeigt gesunkenes Boot

Katastrophe vor Lampedusa  

Unterwasserfoto zeigt gesunkenes Flüchtlingsboot

05.10.2013, 13:03 Uhr | t-online.de, dpa, AP

Flüchtlingskatastrophe vor Lampedusa: Unterwasserfoto zeigt gesunkenes Boot. Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer  (Quelle: dpa)

Das gesunkene Flüchtlingsboot auf dem Grund des Mittelmeers (Quelle: dpa)

Nach der Flüchtlingskatastrophe haben Taucher vor Lampedusa in dem gesunkenen Schiff nach Leichen gesucht. Dabei entstanden spektakuläre Bilder vom Wrack, das in 50 Metern Tiefe im Mittelmeer liegt. Es sehe aus "wie in einem Horrorfilm", sagte einer der Taucher. Derweil berichtet ein Fischer, wie er am Unglücksort zahlreichen Menschen das Leben rettete.

Inzwischen mussten die Bergungsarbeiten jedoch wegen des schlechten Wetters unterbrochen werden - der Seegang ist momentan zu stark.

Das nicht hochseetaugliche, rund 20 Meter lange Boot war am Donnerstag vor Lampedusa mit rund 500 eng aufeinander gepferchten Flüchtlingen an Bord gekentert. Das Schiff war zwei Tage vorher in Libyen in See gestochen und sollte die Menschen nach Europa bringen. 155 Flüchtlinge konnten gerettet werden, mindestens 111 kamen ums Leben. Mehr als 200 Menschen werden noch vermisst.

Fischer rettete Dutzende Leben

Fischer Vito Fiorino berichtete derweil, wie er insgesamt 47 Menschen das Leben rettete. Er war am Donnerstagmorgen der erste Helfer an der Unfallstelle. "Es war wie eine Szene aus einem Film, etwas, das man hofft, nie in seinem Leben zu sehen", sagt er. "Die Menschen waren völlig erschöpft."

Er warf Rettungsringe aus. Doch die Menschen seien zu schwach gewesen, um sie zu fassen. Zwei Schläge schwimmen, eine Höllenqual muss es für manche gewesen sein. Viele trieben ohne Kleidung im Meer, die Strömung hatte sie ihnen vermutlich weggerissen.

"Sie waren benzinverschmiert"

Es sei schwierig gewesen, die Menschen aus dem Wasser zu fischen, viele seien ihm immer wieder entglitten. "Sie waren benzinverschmiert", schildert Fiorino. "Wir nahmen jeden Fetzen Stoff, den wir an Bord hatten, um sie abzutrocknen und zu bedecken."

Überlebende berichteten später, die Flüchtlinge seien mit dem Boot aus der libyschen Hauptstadt Tripolis nach Italien aufgebrochen. Die meisten von ihnen stammten aus Eritrea, andere kamen aus Ghana und Somalia. In Tripolis hätten sie zusammen drei Monate gemeinsam in einem Haus gewohnt, bevor sie in Richtung Europa aufgebrochen seien, sagte Barbara Molinario vom UN-Flüchtlingshilfswerk.

Panik nach Feuer

Zwei Tage waren sie laut Molinarios Angaben auf See. Am dritten Tag war plötzlich Land in Sicht. "Sie fühlten sich sicher, denn sie dachten, sie hätten es geschafft", sagt sie. Doch dann erstarb der Motor ihres Bootes.

Einige der Insassen setzten ein Handtuch in Brand, um auf ihre Position aufmerksam zu machen - dann nahm das Unglück seinen Lauf. Viele in dem hoffnungslos überfüllten Schiff wussten offenbar nicht, dass das Feuer absichtlich entfacht worden war, Unruhe kam auf, panikartig wichen viele auf die andere Bootsseite. Das Ungleichgewicht brachte das Schiff zum Kentern, Hunderte fielen ins Wasser, andere waren im Rumpf des sinkenden Bootes gefangen.

Seit dem Drama diskutiert vor allem Italien über die Einwanderungsgesetze und den Umgang mit Migranten. Staatspräsident Giorgio Napolitano verlangt neue Gesetze zum Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern. Andere Politiker machten sich für eine Überarbeitung des restriktiven Gesetzes zu illegaler Einwanderung aus dem Jahr 2002 stark. "Im Licht dieser Tragödie muss das Bossi-Fini-Gesetz noch einmal untersucht werden", sagte Senatspräsident Pietro Grasso.

Regierungschef Enrico Letta forderte mehr Unterstützung aus der EU. "Italien muss es schaffen, in Europa Gehör und Verbündete zu finden", sagte er laut Nachrichtenagentur Ansa.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
HUAWEI Mate20 Pro für 1 €*, WirelessCharger gratis
von der Telekom
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Magenta TV
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018