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Vertreter von Tebartz-van Elst vergleicht Affäre mit "Tragödie"

Limburger Bischofsaffäre  

"Selten, dass Personen so zerstört wurden"

21.12.2013, 08:31 Uhr | t-online.de

Vertreter von Tebartz-van Elst vergleicht Affäre mit "Tragödie". Bischof Tebartz-van Elst gehe mit einer sehr schmerzlichen Situation fair und gut um, sagt sein Vertreter, Generalvikar Rösch (Quelle: dpa)

Bischof Tebartz-van Elst gehe mit einer sehr schmerzlichen Situation fair und gut um, sagt sein Vertreter, Generalvikar Rösch (Quelle: dpa)

Für Generalvikar Wolfgang Rösch, der den umstrittenen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst in Limburg vertritt, stellt sich die Lage dar "wie in der klassischen Tragödie". Es sei in der Affäre kaum mehr "zwischen Schuld und Schicksal zu unterscheiden". Im Gespräch mit der katholischen Zeitung "Die Tagespost" betonte er: "Ich bin froh, dass ich nicht der Richter bin."

Papst Franziskus, der am ehesten dieser Funktion nahekommt, hatte Tebartz-van Elst vor Wochen zunächst einmal eine Art Auszeit verordnet - auch, um ihn aus der Schusslinie zu nehmen. Die Bischofsweihe gilt ein Leben lang. Unklar ist nur, wann und wo der Würdenträger, der sich in das bayerische Kloster Metten zurückgezogen hat, wieder eingesetzt wird.

Er selbst äußerst sich nur sehr selten öffentlich. Zuletzt gab Tebartz-van Elst zu verstehen, er sei für eine Rückkehr bereit. In den Augen vieler Beobachter und Kritiker schien der Geistliche damit die Verhältnisse zu verdrehen.

Gut, dass Tebartz-van Elst "nicht eingreift"

Der Generalvikar will ihm beistehen und zu den Festtagen einen Besuch abstatten. Der Bischof gehe sehr fair und gut mit der Situation um, "indem er jetzt nicht in die Leitung eingreift".

Der Bischof steht seit Monaten wegen der Kostenexplosion beim Umbau seiner Residenz in der Kritik. Von mindestens 30 Millionen Euro ist inzwischen die Rede - ein Vielfaches des ursprünglich Kalkulierten. Ein Strafverfahren wegen Meineid im Zusammenhang mit einem Erste-Klasse-Flug nach Indien wurde eingestellt.

Kommission prüft noch

Die Fragen, wer was wann über die Kosten des Bauprojekts gewusst hat oder hätte verhindern können, soll noch mindestens bis Januar eine kirchliche Kommission klären, die von der Deutschen Bischofskonferenz beauftragt wurde.

Rösch erklärte nun allerdings, dass seiner Erfahrung nach alle Beteiligten unter der Entwicklung litten. Viele Menschen, dabei zielt er vor allem auf Gläubige ab, könnten nur schwer verkraften, wie mit Tebartz-van Elst umgegangen werde. Der Generalvikar zählt sich selbst dazu: Er habe "selten erlebt, dass Personen so zerstört und verletzt worden sind".

Opferfrage sei schwer zu klären

Selbst die Kritiker des Bischofs litten seiner Ansicht nach. Zudem verletze es viele Katholiken, "wenn von ihrem Bischof nur noch als 'Protzbischof' geredet wird". In der Debatte sei "vieles überzogen worden".

Derzeit lasse sich "nicht objektiv sagen, was nicht in Ordnung war und wo jemand zum Opfer geworden ist". Die Zukunft des Bistums ist weiterhin völlig offen und wird Rösch zufolge auch absehbar bleiben. Keineswegs gebe es einen grundsätzlichen Konflikt zwischen Limburg und Rom.

Die gesellschaftlich kritisch und seiner Wahrnehmung nach sehr emotional gestellte Frage nach Sinn und Berechtigung des Kirchenvermögens gebe der Kirche "die Möglichkeit, uns neu auszurichten und zu gesunden".

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