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Flugzeug mit 116 Menschen über Mali abgestürzt

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Algeriens Regierungschef bestätigt  

Flugzeug mit 116 Menschen über Mali abgestürzt

24.07.2014, 18:56 Uhr | dpa, AP

Flugzeug mit 116 Menschen über Mali abgestürzt. Ein Flieger des Typs Mc Donnell Douglas MD-83 von der Fluggesellschaft Swiftair ist über Mali abgestürzt (Quelle: dpa)

Ein Flieger des Typs Mc Donnell Douglas MD-83 von der Fluggesellschaft Swiftair ist über Mali abgestürzt (Quelle: dpa)

Es ist das dritte Flugzeugdrama innerhalb weniger Tage: Ein Flugzeug der algerischen Fluggesellschaft Air Algérie mit 116 Passagieren an Bord ist über Mali spurlos verschwunden. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius sagte in Paris, der Linienflieger sei "wahrscheinlich abgestürzt". Unter den Passagieren sind zahlreiche Ausländer, darunter etwa 50 Franzosen und vier Deutsche.

Flug AH5017 war auf dem Weg von der Hauptstadt Burkina Fasos, Ouagadougou, in die algerische Hauptstadt Algier, als rund 50 Minuten nach dem Start der Funkkontakt abriss. Der algerische Rundfunk zitierte Algeriens Regierungschef Abdelmalek Sellal mit den Worten, das Flugzeug sei in der Region der malischen Stadt Gao "verschwunden". Auch aus malischen Regierungskreisen verlautete, die Luftüberwachung habe die Air-Algérie-Maschine in der "Gegend von Gao vom Radar" verloren.

Absturzregion in Mali gilt als unsicher

Die Region liegt rund 500 Kilometer von der algerischen Grenze entfernt. Im vergangenen Jahr hatten sich islamistische Aufständische im Norden Malis teils heftige Kämpfe mit französischen und malischen Soldaten sowie weiteren afrikanischen Truppen geliefert. Die Region gilt nach wie vor als unsicher.

Air Algérie erklärte, an Bord der Maschine seien 50 Franzosen – Fabius sprach von 51 Franzosen –, 24 Burkiner, acht Libanesen, jeweils sechs Algerier und Spanier, fünf Kanadier, vier Deutsche sowie zwei Luxemburger. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts sagte, Berlin bemühe sich "mit Hochdruck um Aufklärung", ob deutsche Staatsangehörige betroffen seien. Die deutsche Botschaft in Ouagadougou sei eingeschaltet.

Frankreich richtet Krisenstäbe ein

In Frankreich wurden Krisenstäbe eingerichtet. Zahlreiche Passagiere hätten von Algier aus nach Paris, Lyon oder Marseille weiterfliegen sollen. Die Staatsanwaltschaft von Paris nahm Vorermittlungen wegen "fahrlässiger Tötung" auf.

An der Suche nach dem Flugzeug in der malischen Wüste beteiligte sich auch die französische Luftwaffe. Zwei Kampfjets vom Typ Mirage-2000 starteten von einem Stützpunkt im Tschad aus zu einer Suchmission, wie ein Sprecher des französischen Generalstabs sagte.

Schlechtes Wetter Unglücksursache

Der Flug AH5017 war gegen 3.00 Uhr MESZ in Ouagadougou gestartet. Rund 50 Minuten nach dem Start brach der Kontakt ab, wie die Nachrichtenagentur APS aus einer Mitteilung der Airline zitierte. Aus Unternehmenskreisen verlautete, die Besatzung sei aufgefordert worden, "wegen schlechter Sicht den Kurs zu ändern, um eine Kollision mit einem anderen Flugzeug auf der Strecke Algier-Bamako zu vermeiden". Nach der Kursänderung sei die Maschine verschwunden. Nach malischen Angaben hatte es in der Region "heftige Gewitter" gegeben.

Bei der Maschine handelt es sich um eine McDouglas MD-83, die Air Algérie von der spanischen Gesellschaft Swiftair geleast habe. Laut der spanischen Pilotengewerkschaft Sepla waren alle sechs Besatzungsmitglieder Spanier. Die zivile französische Luftfahrtaufsicht erklärte, die Maschine sei erst vor wenigen Tagen auf dem Flughafen von Marseille gewesen. "Wir haben sie untersucht und wir haben fast nichts gefunden, sie war wirklich in gutem Zustand", sagte Behördenchef Patrick Gandil.

Erst am vergangenen Donnerstag war eine Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord über umkämpftem Gebiet in der Ostukraine abgestürzt. Die prorussischen Rebellen in der Region und die Regierung in Kiew werfen sich gegenseitig vor, das Flugzeug abgeschossen zu haben. Am Mittwoch kamen bei einem missglückten Landemanöver in Taiwan 46 Menschen ums Leben.

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