Sie sind hier: Home > Panorama >

Ebola-Epidemie: Liberia erhält ungeprüftes Medikament aus den USA

Schon mehr als 1000 Ebola-Tote  

Liberia soll ungeprüftes Mittel aus den USA erhalten

13.08.2014, 16:23 Uhr | dpa-AFX

Ebola-Epidemie: Liberia erhält ungeprüftes Medikament aus den USA. Obwohl noch in der experimentellen Phase, soll das Ebola-Mittel "ZMapp" in Liberia eingesetzt werden. (Quelle: dpa)

Obwohl noch in der experimentellen Phase, soll das Ebola-Mittel "ZMapp" in Liberia eingesetzt werden. (Quelle: dpa)

Die Zahl der gemeldeten Todesfälle durch Ebola ist in Westafrika auf mehr als 1000 gestiegen. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ihrer Internetseite mit. Insgesamt gebe es 1848 Ebola-Fälle. Medienberichten zufolge soll Liberia nun als erstes afrikanisches Land ein experimentelles Medikament gegen die Epidemie aus den USA erhalten.

Allein von Donnerstag bis Samstag seien 52 Erkrankte gestorben. In Guinea seien sechs Menschen der Krankheit zum Opfer gefallen, in Liberia 29 und in Sierra Leone 17.

Experimentelles US-Medikament angefordert

In Genf berieten am Montag Medizin-Ethiker mit Experten der WHO über einen möglichen Einsatz von experimentellen Wirkstoffen im Epidemie-Gebiet. Einige Proben des noch ungetesteten Mittels "ZMapp" sollen bei Ärzten eingesetzt werden, die sich angesteckt hätten, berichtete der US-Fernsehsender CNN am Dienstag.

Ein Vertreter der US-Regierung soll das Medikament noch in dieser Woche nach Liberia bringen, berichtete der Sender unter Berufung auf die Regierung des Landes. Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf hatte das Medikament von Washington angefordert. Das Weiße Haus und die US-Gesundheitsbehörde FDA hätten zugestimmt.

Bislang waren ein Spanier und zwei aus den USA stammende Ebola-Patienten mit "ZMapp" behandelt worden. Ihnen geht es besser, jedoch ist unklar, ob das tatsächlich auf das Mittel zurückgeht. Das Medikament war zuvor an Affen, aber noch nicht in den üblichen klinischen Testreihen auf mögliche Nebenwirkungen erprobt worden.

"Das sind brisante ethische Fragen"

Möglich wäre nach Einschätzung von Experten, dass die WHO wegen der schwer einzudämmenden Epidemie den Einsatz solcher Mittel gutheißt, die noch in der Entwicklungsphase sind. "Wir haben hier eine Krankheit mit hoher Sterberate, ohne dass es eine bewährte Behandlung oder Impfung gibt", hatte die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Marie-Paule Kieny vor einigen Tagen erklärt.

"Das sind brisante ethische Fragen", sagt der Medizin-Ethiker Jochen Taupitz von der Universität Mannheim. "Es geht um die Zuteilung knapper Ressourcen." Sollte die WHO sich zum Einsatz experimenteller Wirkstoffe durchringen, erwartet er, dass diese vorwiegend dem medizinischen Personal vorbehalten bleiben.

"Es ist eine Risikoabwägung", erklärte Hans-Dieter Klenk von der Universität Marburg. "Auf der einen Seite steht eine Erkrankung, an der 60 bis 70 Prozent der Patienten sterben, auf der anderen Seite haben wir Medikamente und Impfstoffe, die vermutlich sehr wirksam sind, aber von denen wir nicht wissen, ob und welche Nebenwirkungen sie haben."

Die WHO hatte die Ebola-Epidemie als Internationalen Gesundheitsnotfall eingestuft. Damit kann die Organisation nun zu außerordentlichen Maßnahmen greifen, um die Epidemie einzudämmen.

Keine Gefahr für Europa

Den ersten deutschen Ebola-Verdacht hatte es am Wochenende in Hamburg gegeben: Ein 28-Jähriger war mit Symptomen wie Fieber und Erbrechen eingeliefert worden. Er hatte sich zuvor in Sierra Leone aufgehalten. Ein Test in der Nacht zum Sonntag führte schließlich zur Entwarnung.

Für Deutschland gebe es trotz der steigenden Ebola-Zahlen weiter keinen Grund zur Sorge, betont Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg. "Es ist extrem unwahrscheinlich, dass so eine Infektion importiert wird."

Selbst ein bestätigter Ebola-Fall sei kein Anlass für Panik. Zu einer Ausbreitung vergleichbar mit der in Westafrika könne es in Europa kaum kommen. Das Netz medizinischer Einrichtungen sei viel engmaschiger und eine Diagnose innerhalb weniger Stunden möglich.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal