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Mit Ebola infizierter WHO-Mitarbeiter in Hamburg gelandet

Erkrankter WHO-Mitarbeiter  

Erstmals Ebola-Patient in Deutschland gelandet

27.08.2014, 19:27 Uhr | dpa

Mit Ebola infizierter WHO-Mitarbeiter in Hamburg gelandet. Das Flugzeug mit dem Patienten nach der Landung in Hamburg. (Quelle: dpa)

Das Flugzeug mit dem Patienten nach der Landung in Hamburg. (Quelle: dpa)

In Deutschland wird erstmals ein Ebola-Patient aus dem Senegal behandelt. Der erkrankte Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO), selbst ein Epidemie-Experte, landete heute Morgen in einem Spezial-Jet auf dem Hamburger Flughafen und wurde von dort aus in einem Isolier-Rettungswagen der Feuerwehr ins Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gefahren.

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Der Mann, der sich nach Angaben eines WHO-Sprechers in Sierre Leona in einem Labor angesteckt habe und bisher dort versorgt wurde, soll dort im UKE auf der Isolierstation behandelt werden. Dies bestätigte der Sprecher der Hamburger Gesundheitsbehörde, Rico Schmidt.

Keine Gefahr für Menschen

Schmidt betonte zugleich, für die Menschen in Hamburg bestehe keine Gefahr und die höchsten Sicherheitsstandards seien gewährleistet. Eine Ansteckung sei nur im direkten Kontakt mit einem Patienten möglich - etwa durch Körperflüssigkeiten.

Keine Angaben zur Verfassung des Kranken

Im UKE kämpfen die Ärzte um das Leben des Westafrikaners: "Wir glauben, dass wir die richtige Einrichtung sind, um ihn zu betreuen", sagte der Tropenmediziner Stefan Schmiedel auf einer Pressekonferenz.

Zu der genauen Verfassung des Mannes sagte Schmiedel: "Der Patient ist in einem Zustand, der tatsächlich auch hoffen lässt, dass er von unseren therapeutischen Optionen profitieren kann".

Experimentelle Mittel wollen die Ärzte demnach zunächst nicht einsetzen. Stattdessen setze man auf die unterstützende Basisversorgung - etwa Schmerztherapie, Fiebersenkung und Flüssigkeitsmanagement. "Wir glauben, dass durch diese einfachen Maßnahmen bereits die Sterblichkeit der Ebola-Erkrankung deutlich gesenkt werden kann", sagte Schmiedel. Der Patient sei kein Forschungsobjekt.

Die Infektion des Senegalesen war am Sonntag bestätigt worden. Daraufhin hatte die WHO ihre Helfer aus dem Labor in der Stadt Kailahun nahe der Grenze zu Guinea abgezogen und beim UKE angefragt, ob der Mitarbeiter in Hamburg behandelt werden könnte. In Abstimmung unter anderem mit der Gesundheitsbehörde fiel dann die Entscheidung, dass der Patient in die Hansestadt kommen kann.

UKE genießt hervorragenden Ruf

Das UKE und das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin haben bei der Versorgung von Infektionskrankheiten einen hervorragenden Ruf und sind auf den Umgang mit hochansteckenden Krankheiten vorbereitet. Infizierte können hier isoliert werden. Entsprechende Szenarien werden nach Auskunft von Ärzten wöchentlich geübt.

Bereits Ende Juli hatte die WHO beim UKE angefragt, ob ein Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort versorgt werden könnte. Der Arzt starb jedoch, bevor er zur Behandlung nach Deutschland gebracht werden konnte.

Einheitliche Zustimmung aller Behörden nötig

Die Entscheidung über die Behandlung eines Ebola-Patienten in Deutschland bedurfte eines größeren Vorlaufs: Zunächst hatte die WHO beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf angefragt, ob es bereit sei, den erkrankten Mitarbeiter aufzunehmen, wie das Bundesgesundheitsministerium erläuterte. Das UKE regelt dann, wenn es einverstanden ist, die Einreiseformalitäten.

In dem Moment wird das Auswärtige Amt eingeschaltet - und in diesem speziellen Krankheitsfall auch das Bundesgesundheitsministerium sowie die zuständigen Landesbehörden. Deren Zustimmung sei letztlich nötig, wobei dies in diesem Fall einvernehmlich geschehen sei.

Verschiedene Sonder-Isolierstationen in Deutschland

Hierzulande gibt es etliche Zentren mit Sonder-Isolierstationen für Menschen mit Verdacht auf hochansteckende, lebensbedrohliche Krankheiten. Sie sind so verteilt, dass ein Krankentransport sie von jedem Ort der Bundesrepublik aus binnen weniger Stunden erreichen kann.

Auf solchen Isolierstationen wird der Patientenbereich durch ein Schleusensystem betreten. In der äußeren Schleusenkammer kann das Personal duschen und Schutzkleidung anziehen. Über die innere Kammer kommen Ärzte und Pflegekräfte zu den Kranken. Beim Ausschleusen wird die Schutzkleidung desinfiziert.

Im gesamten Bereich herrscht Unterdruck, damit Erreger nicht nach außen gelangen können. Auch für das Belüftungssystem, die Abwässer aus Waschbecken, Dusche und Toilette sowie die Müllentsorgung gelten besondere Vorschriften.

Das alles dient dazu, dass sich das tödliche Ebola-Virus nicht ausbreitet. Seit dem Ausbruch der Seuche im März starben in Sierra Leone, Liberia, Guinea und Nigeria laut WHO mindestens 1427 Menschen. Mehr als 2600 haben sich infiziert. Auch mehr als 240 Ärzte und medizinische Helfer haben sich angesteckt. 

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