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Flugzeugabsturz Germanwings: War nur ein Pilot im Airbus-Cockpit?

Dramatische letzte Minuten  

Angeblich war nur ein Pilot im Germanwings-Cockpit

26.03.2015, 11:47 Uhr | AP, dpa, t-online.de

Flugzeugabsturz Germanwings: War nur ein Pilot im Airbus-Cockpit?. Germanwings-Unglück: Ein Helfer sucht nahe der Absturzstelle nach Spuren. (Quelle: AP/dpa)

Germanwings-Unglück: Ein Helfer sucht nahe der Absturzstelle nach Spuren. (Quelle: AP/dpa)

Es ist eine Meldung, die aufhorchen lässt - und doch könnte sie falsch sein: Zum Zeitpunkt des Absturzes der Germanwings-Maschine mit 150 Toten soll nur ein Pilot im Cockpit gesessen haben. Das berichten die "New York Times" und die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Ermittler. Noch ist Vorsicht geboten: Lufthansa und Germanwings wollen die neuesten Enthüllungen nicht bestätigen. Doch weder die renommierte US-Zeitung noch die Agentur sind für journalistische Schnellschüsse bekannt.

Aus den Aufnahmen des bereits gefundenen Sprachrekorders geht den Berichten zufolge hervor, dass einer der Piloten am Dienstag vor dem Sinkflug das Cockpit verlassen und anschließend vergeblich versucht habe, die Tür zu öffnen, um wieder ins Cockpit zu kommen.

"Es gibt keine Antwort"

"Der Mann draußen klopft leicht an die Tür, aber es gibt keine Antwort", zitiert die Zeitung einen Ermittler. "Dann klopft er stärker an die Tür, und wieder keine Antwort. Es gibt keine Antwort. Und dann kann man hören, wie er versucht, die Tür einzutreten." Warum er das Cockpit verließ und warum der Airbus A320 in den Sinkflug ging, sei unklar. "Sicher ist, dass ganz zum Schluss des Fluges der andere Pilot allein ist und die Tür nicht öffnet", sagt der Ermittler laut "New York Times".

Nach AFP-Informationen unter Berufung auf eine anonyme Quelle, die an den Untersuchungen zur Absturzursache beteiligt sei, sei zu Beginn des Fluges eine normale Unterhaltung auf dem Sprachrekorder zu hören. "Dann hört man das Geräusch, wie ein Sitz zurückgeschoben wird, eine Tür, die sich öffnet und wieder schließt, Geräusche, die darauf hindeuten, dass jemand gegen die Tür klopft. Und von diesem Moment an bis zum Crash gibt es keine Unterhaltung mehr", sagt der Ermittler. Zuvor hätten sich die beiden Piloten auf Deutsch unterhalten.

Copilot trat erst vor kurzem ins Unternehmen ein

Germanwings zufolge sind die Cockpittüren als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 verstärkt worden. Die Tür sei in der Regel immer verriegelt. Sie könne nur über einen Schalter von innen geöffnet werden. Zum Sicherheitssystem gehöre zudem eine Videoüberwachung, so eine Sprecherin gegenüber t-online.de.

Derweil berichtet ein andere Quelle laut AFP, dass der Copilot, der aus Montabaur kommen soll, erst "vor kurzem" in das Unternehmen eingetreten sei. Er sei Ende 2013 zu Germanwings gekommen "mit einigen hundert Flugstunden", wurde der Ermittler zitiert.

Offiziell keine Bestätigung

Beim Crash der Germanwings-Maschine in einer unwegsamen Bergregion in den französischen Alpen waren am Dienstag alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Am Mittwoch wurden die ersten Opfer geborgen. Zugleich ging die Suche nach dem zweiten Flugschreiber in dem Trümmerfeld weiter.

"Wir haben derzeit keine Informationen vorliegen, die den Bericht der "New York Times" bestätigen", sagte ein Lufthansa-Sprecher am frühen Donnerstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Man werde sich bemühen, weitere Informationen zu bekommen und "sich nicht an Spekulationen beteiligen". Nahezu wortgleich äußerte sich auch Germanwings.

"Die Ermittlung der Unfallursache obliegt den zuständigen Behörden", hieß es in einer schriftlichen Erklärung. Von der französischen Untersuchungsbehörde BEA war in der Nacht zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Am Mittwoch hatte es Mutmaßungen über ein eingerissenes Cockpit-Fenster gegeben. Die Piloten könnten dadurch möglicherweise erfroren oder erstickt sein, hatte es geheißen.

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