Sie sind hier: Home > Panorama >

Germanwings-Absturz: Vorsatz des Co-Piloten löst höchste Traumastufe aus

Vorsätzlicher Absturz der Germanwings-Maschine  

Experte: "Die schlimmste Art von Katastrophe"

26.03.2015, 17:26 Uhr | dpa, t-online.de

Germanwings-Absturz: Vorsatz des Co-Piloten löst höchste Traumastufe aus. Die neusten Erkenntnisse verstärken das Trauma bei Angehörigen der Germanwings-Tragödie noch einmal. (Quelle: dpa)

Die neusten Erkenntnisse verstärken das Trauma bei Angehörigen der Germanwings-Tragödie noch einmal. (Quelle: dpa)

Der Absturz des Germanwings-Flugzeuges in den französischen Alpen wurde nach jüngsten Erkenntnissen bewusst herbeigeführt. Diese dramatische Wendung würde für Angehörige der Opfer nochmals eine Steigerung bedeuten, sagt Psychologe Steffen Fliegel. Es sei "die schlimmste Art von Katastrophe".

Nach Einschätzung des Experten aus Münster werden die Folgen einer Katastrophe in verschiedene Kategorien eingeordnet: Demnach löst ein schweres Unglück zum Beispiel bei einer Naturkatastrophe bei den Menschen ein Trauma aus. In Stufen verschlimmere sich dieses dann aber bei Unglücken mit technischer Ursache gefolgt vom menschlichem Versagen und Fahrlässigkeit. Werde eine Katastrophe mutwillig, also absichtlich - und damit geplant - ausgelöst, habe das die schlimmsten Folgen für die Psyche von Opfern und Angehörigen.

Langfristige Unterstützung notwendig

Betroffene benötigten langfristig Unterstützung, sagt Fliegel. Selbsthilfegruppen zum Beispiel seien besser geeignet, "die Erfahrungen des mutwillig herbeigeführten Todes ihrer Liebsten zu bewältigen als Psychotherapie und Medikamente". Diese Erfahrung habe er zum Beispiel bei der Arbeit mit traumatisierten Lokführern gemacht, die nach Selbsttötungen auf den Schienen den Dienst aufgeben mussten.

Ein Restrisiko für einen Suizid eines Piloten im Cockpit könne niemand ausschließen, auch wenn psychologische Vorsorgeuntersuchungen jetzt von den Fluglinien ausgeweitet würden, betonte Fliegel. "Solche Handlungen sind im Vorfeld nicht zu erkennen", meint der Experte.

Erkenntnisse nach Auswertung des Stimmrekorders

Der französische Staatsanwalt Brice Robin hatte in einer Pressekonferenz die Kenntnisse der Ermittler nach Auswertung des sogenannten Stimmrekorders vorgestellt. Demnach habe der Kapitän des Airbus A320 vor Beginn des Sinkfluges das Cockpit verlassen und habe anschließend die Tür zum Cockpit nicht mehr öffnen können.

Trotz des Hämmerns des Kapitäns an die Tür und trotz zahlreicher Funksprüche des Towers in Marseille habe es im Cockpit keine Reaktion mehr gegeben. "Im Cockpit war absolute Stille", sagte Robin. Nur die "ruhigen Atemgeräusche" des Co-Piloten seien auf der Aufnahme zu hören. Es sei damit sicher, dass er bis zum Absturz gelebt habe.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenhappy-size.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal