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Salmonellen-Epidemie durch Eier aus Bayern ausgelöst?

Zwei Todesfälle  

Salmonellen-Epidemie durch Eier aus Bayern

21.05.2015, 15:51 Uhr | dpa , AFP

Salmonellen-Epidemie durch Eier aus Bayern ausgelöst?. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen bayerischen Eierproduzent. (Quelle: dpa)

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen bayerischen Eierproduzent. (Quelle: dpa)

Eier aus Bayern sollen den europaweiten Salmonellen-Ausbruch im vergangenen Sommer ausgelöst haben. Medienberichten zufolge ist ein Eierproduzent aus dem niederbayerischen Aiterhofen für die Krankheiten verantwortlich. Die Infektionen ließen sich zu verseuchten Eiern der Firma Bayern Ei zurückverfolgen, berichteten die "Süddeutsche Zeitung" und das BR-Politikmagazin "Kontrovers" auf Grundlage gemeinsamer Recherchen.

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat Ermittlungen aufgenommen. "Es wird geprüft, ob die Firma gefährliche Lebensmittel in den Verkehr gebracht hat", bestätigte Oberstaatsanwalt Theo Ziegler die Berichte. Wenn sich der Verdacht erhärte, würden die Ermittlungen auf fahrlässige Tötung ausgeweitet, erläuterte Ziegler. Von der Firma Bayern-Ei gab es zunächst keine Stellungnahme.

Vor einem knappen Jahr waren demnach in Deutschland, Großbritannien, Österreich, Frankreich und Luxemburg hunderte Menschen an Salmonellose erkrankt, mindestens zwei Männer starben.

Staatsanwalt ermittelt

Dem Bericht zufolge sehen die Behörden in Großbritannien und Österreich eine direkte Verbindung von jeweils einem Todesfall zu der Firma. Dabei beriefen sich die Ermittler auf eine Rekonstruktion der Lieferwege "und eine Art genetischer Fingerabdruck der Bakterien". Dieser sei nahezu identisch mit den Proben, die bei Bayern Ei genommen wurden.

Zudem gingen im Juli 2014 Salmonellose-Warnungen aus dem Ausland beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein. Die Behörden sollen zögerlich reagiert haben. Proben seien teilweise erst nach mehreren Wochen an die zuständigen Labore geschickt worden. Mutmaßlich verseuchte Eier sollen zunächst nicht zurückgerufen worden sein.

"Ruf Bayerns wird beschädigt"

Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass Behörden hier eklatant versagt haben, dann dürfe das nicht ohne Konsequenzen bleiben, sagte der bayerische SPD-Verbraucherschutzpolitiker Florian von Brunn: "Wir dürfen und werden es nicht zulassen, dass bayerische Produkte eines zweifelhaften industriellen Tierhalters Menschenleben kosten, Tierquälerei in großem Umfang betrieben wird, Hygienebestimmungen krass missachtet werden und der Ruf Bayerns dadurch nachhaltig Schaden nimmt."

"Immer wieder Tierkadaver"

Tierschützer beklagten die mangelhaften hygienischen Zustände in einem Stall des Unternehmens. Auf heimlich gedrehten Videoaufnahmen waren dem Bericht zufolge "zerrupfte Hühner, dazu Dreck, sterbende Hennen - und immer wieder Tierkadaver" zu sehen.

Der Geschäftsführer wollte sich auf Anfragen von "SZ" und Bayrischem Rundfunk nicht zu den Vorwürfen äußern.

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