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Kindesmissbrauch-Skandal: Vatikan-Finanzchef soll Schweigegeld geboten haben

Kindesmissbrauch-Skandal  

Vatikan-Finanzchef soll Schweigegeld geboten haben

01.06.2015, 11:32 Uhr | AFP

Kindesmissbrauch-Skandal: Vatikan-Finanzchef soll Schweigegeld geboten haben. Weist alle Vorwürfe von sich: Kurienkardinal und Vatikan-Finanzchef George Pell. (Quelle: ddpimages)

Weist alle Vorwürfe von sich: Kurienkardinal und Vatikan-Finanzchef George Pell. (Quelle: ddpimages)

Schwere Vorwürfe gegen den Finanzchef des Vatikans: Er soll einem Missbrauchsopfer Schweigegeld geboten haben. Eine Untersuchungskommission im australischen Bundesstaat Victoria lud Kurienkardinal George Pell nun offiziell zu einer Anhörung.

Er werde gebeten, bei der nächsten Sitzung in der Stadt Ballarat zu erscheinen, erklärte die Kommission. Der Kardinal war Anfang 2014 von Papst Franziskus mit der Reform der Finanzen des Vatikans beauftragt worden. Er hatte sich vergangene Woche zu einer Aussage bereit erklärt.

In dem Verfahren geht es um Vorwürfe des Australiers David Ridsdale, im Alter von elf Jahren von seinem Onkel, dem katholischen Priester Gerald Ridsdale, missbraucht worden zu sein. Der Priester missbrauchte über Jahrzehnte in Ballarat mindestens 50 Jungen, bevor er 1993 aufflog und zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.

Versetzung in andere Gemeinde gefördert?

Sein Neffe David Ridsdale sagte vor der Untersuchungskommission zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche aus, sich im Jahr 1993 Pell anvertraut zu haben. Der Kardinal habe ihn daraufhin gefragt, welchen Geldbetrag er ihm anbieten könne, damit er die Vorwürfe für sich behalte.

Pell wird auch vorgeworfen, die Versetzung Gerald Ridsdales zwischen Gemeinden gefördert zu haben. Der 73-Jährige bestreitet alle Vorwürfe. Kardinal Pell ist seit gut einem Jahr Leiter des neu gegründeten vatikanischen Finanzministeriums.

Peter Saunders, der von Papst Franziskus vor einem halben Jahr als Kommissar für den Schutz von Kindern eingesetzt worden war, forderte den Rücktritt Pells. Der Kardinal habe im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen "gefühllos, kaltherzig, fast soziopathisch" gehandelt, sagte Saunders dem australischen Sender Channel Nine. Er sei ein "massiver, massiver Dorn in der Seite des Pontifikats von Papst Franziskus, wenn ihm zu bleiben erlaubt wird." Pell müsse zurücktreten, in Australien aussagen und der Papst müsse entschieden gegen ihn vorgehen.

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