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Germanwings-Absturz: Angehörige verfassen Wutbrief an Lufthansa

Verzögerte Überführung  

Angehörige der deutschen Germanwings-Opfer schreiben Wutbrief

05.06.2015, 11:30 Uhr | dpa, t-online.de

Germanwings-Absturz: Angehörige verfassen Wutbrief an Lufthansa. Mehr als zwei Monate nach der Germanwings-Katastrophe mit 150 Toten verzögert sich die Überführung der deutschen Opfer.

Mehr als zwei Monate nach der Germanwings-Katastrophe mit 150 Toten verzögert sich die Überführung der deutschen Opfer. Foto: Guillaume Horcajuelo/Archiv. (Quelle: dpa)

Die Leichen der deutschen Opfer der Germanwings-Katastrophe sollten eigentlich in der nächsten Woche nach Deutschland gebracht und beigesetzt werden. Doch die französischen Behörden machten offenbar Fehler in den Sterbeurkunden - die Überführung der sterblichen Überreste verzögert sich deshalb. Die Angehörigen sind entsetzt und schreiben einen Wutbrief an die Germanwings-Muttergesellschaft Lufthansa.

Der Opfer-Anwalt der Hinterbliebenen aus Haltern am See, woher 16 Opfer stammen, sagte der "Bild"-Zeitung: "Für die Hinterbliebenen sollte es der physische Abschluss des ersten Kapitels in der Katastrophe sein. Viele Angehörige waren psychologisch auf diesen Termin fixiert und sind jetzt in eine emotionale Katastrophe geraten."

Fehler in den Sterbeurkunden

Am 3. Juni teilte die Lufthansa den Angehörigen in einer E-Mail mit, die Vorbereitungen seien wegen "neuer behördlicher Vorgaben vorübergehend unterbrochen", wie der Kölner "Express" berichtet. Germanwings-Sprecher Heinz Joachim Schöttes bestätigte diese Informationen.

Offenbar gab es Fehler bei den Übersetzungen der Sterbeurkunden aus dem Französischen, womit sie ungültig geworden seien. Die Panne, bei der es unter anderem um falsche Angaben zu Geburtsdaten gegangen sei, fiel den Behörden demnach erst am Montag auf.

Beisetzungen bereits geplant

Schöttes sagte: "Es tut uns sehr leid und uns ist bewusst, wie sehr die Hinterbliebenen auf die Rückführungen warten. Deswegen bemühen wir uns um eine schnellstmögliche Lösung." Einen Zeitpunkt könne er aber noch nicht nennen.

Die Hinterbliebenen sind sauer und machen ihrem Ärger in einem Schreiben Luft. "Am 12. Juni sind die ersten Beisetzungen der getöteten Schülerinnen und Schülern in Haltern am See geplant. Sechzehn Beisetzungen in rascher Folge", zitiert die "Bild" aus dem Wutbrief.

Die Eltern der Schüler haben bereits reagiert. In dem Brief heißt es: "Trauerbriefe werden von der Post zurückgeholt, Verwandte versuchen, Flüge und Hotelzimmer zu stornieren."

Verzweiflung nimmt zu

Die "Bild" zitiert den letzten Absatz des Briefes: "Der Zorn und die Verzweiflung nehmen zu. Nicht nur, weil Lufthansa einen depressiven Piloten hat fliegen lassen. Nicht nur, weil Lufthansa die Depression bei den medizinischen Kontrollen nicht beobachtet hat (...) All das hat den Familien auf grausame Weise geliebte Menschen entrissen."

Lufthansa-Chef Carsten Spohr soll nun eine interne Anweisung gegeben haben, dass der geplante Termin der Rückführung unbedingt einzuhalten sei.

Der Germanwings-Airbus A320 war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der Co-Pilot den tödlichen Sinkflug mit Absicht eingeleitet, während der Pilot nicht im Cockpit war. Alle 150 Insassen starben. Der Co-Pilot soll psychische Probleme gehabt haben.

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