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Flugzeugabsturz Indonesien: Mehr als 100 Tote auf Sumatra?

Über 140 Tote auf Sumatra  

Militärmaschine explodiert und stürzt in Wohngebiet

30.06.2015, 17:00 Uhr | dpa, AFP, AP

Flugzeugabsturz Indonesien: Mehr als 100 Tote auf Sumatra?. Wrack der abgestürzten Militärmaschine in Medan, Indonesien (Quelle: dpa)

Wrack der abgestürzten Militärmaschine in Medan, Indonesien (Quelle: dpa)

Nach einem Absturz eines alten Militärflugzeuges in der indonesischen Millionenstadt Medan sind nach Polizeiangaben mittlerweile 141 Leichen geborgen worden. Das Flugzeug war mitten in ein Wohngebiet gekracht.

Das Wohngebiet, in das der Flieger stürzte, ist dicht bebaut. Wie viele Menschen sich am Unfallort auf der Insel Sumatra aufhielten, ist noch unklar. Rettungskräfte befürchten, dass noch Verletzte in eingestürzten Wohnhäusern verschüttet und eingeklemmt sein könnten.

Pilot versuchte angeblich umzukehren

Die Luftwaffe war auch Stunden nach dem Unglück außerstande zu sagen, wie viele Menschen genau in der Maschine saßen. Es habe aber keine Überlebenden gegeben, sagte Luftwaffen-Chef Agus Supriatna lediglich.

Und weiter: "Der Pilot muss Probleme gehabt haben, er versuchte umzukehren." Die Maschine war gerade erst gestartet und war angeblich voll aufgetankt.

Anwohner der Siedlung berichteten im Fernsehen, was zur Mittagszeit passierte: "Es gab eine laute Explosion." Dann sei die Absturzstelle in Flammen aufgegangen.

Das Fernsehen zeigte rauchende Trümmer und brennende Autowracks. Die Maschine riss ganze Häuserwände ein. Wrackteile der Maschine ragten aus dem Trümmerfeld. Die Feuerwehr rückte mit zahlreichen Löschzügen an.

Wie viele stiegen aus, wie viele blieben?

Das Transportflugzeug des Typs C-130 Hercules war am Morgen mit 113 Menschen an Bord gestartet, darunter viele Soldaten und deren Angehörige. Auf dem Weg nach Medan landete die Maschine der Firma Lockhead zweimal zwischen. Aber keiner kann sagen, wie viele Menschen dort ausgestiegen sind.

Die Lockheed C-130 ist ein propellergetriebenes Transportflugzeug, das seit Jahrzehnten auch bei Katastrophenhilfen eingesetzt wird. Direkt nach dem Absturz forderten Politiker neues Fluggerät für die Luftwaffe. Das Flugzeug war Baujahr 1964.

"Die Flotte besteht fast nur aus alten, qualitätsschwachen Maschinen", sagte der Parlamentsabgeordnete Pramono Anung der "Jakarta Post". "Es ist eine Schande, dass unsere Soldaten damit fliegen müssen." Die Luftwaffe betreibt 28 C-130.

 

Luftfahrt mit schlechtem Ruf

Indonesien ist ein riesiger Inselstaat und erstreckt sich am Äquator in Südostasien über mehr als 5000 Kilometer in Ost-West-Richtung. Deshalb sind Flugzeuge ein bevorzugtes Verkehrsmittel, aber die Luftfahrtindustrie hat einen schlechten Ruf.

Seit 2000 gab es nach Angaben des Portals Aviation-safety.net 17 Flugunfälle mit jeweils mehr als zehn Toten, davon fünf Unfälle von Militärmaschinen. 2009 stürzte eine C-130-Militärmaschine in Ostjava ab. 98 Menschen kamen um.

Zuletzt verunglückte Ende Dezember ein Zivilflugzeug: Das AirAsia-Flugzeug stürzte auf dem Weg nach Singapur in der Javasee ab. 162 Menschen kamen ums Leben. Nach ersten Untersuchungen könnte ein Pilotenfehler Auslöser gewesen sein.

In der Nähe des aktuellen Unglücks war im September 2005 eine Boeing der Mandala Airlines nach dem Start abgestürzt. 100 Menschen an Bord und 49 Anwohner kamen ums Leben.

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