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Neunjähriger kehrt nach Elterntod in Wüste nach Frankreich zurück

Nach Hitzetod der Eltern in Wüste  

Neunjähriger kehrt nach Frankreich zurück

10.08.2015, 17:07 Uhr | dpa

Neunjähriger kehrt nach Elterntod in Wüste nach Frankreich zurück. Omella und David Steiner sind in einer Wüste in New Mexico ums Leben gekommen. (Quelle: dpa)

Omella und David Steiner sind in einer Wüste in New Mexico ums Leben gekommen. (Quelle: dpa)

In der Hitze der Wüste im US-Bundesstaat New Mexico ist der Traumurlaub einer französischen Familie zum tödlichen Alptraum geworden. Die Eltern starben bei einer Tour durch Sanddünen, weil sie ihrem Sohn das wenige Wasser überließen. Der Junge überlebte auch, weil aufmerksame US-Ranger eine Kamera mit Bildern von Vater und Sohn bei der toten Mutter entdeckt hatten. Nun ist der Kleine nach Frankreich zurückgekehrt.

Der Junge sei begleitet von seiner Großmutter in Paris eingetroffen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP. Die Oma des Neunjährigen war in die USA geflogen, um ihren Enkel dort abzuholen. Die Familie lebt in einer kleinen Gemeinde bei Reims in der Champagne.

Der Großvater des Jungen sagte der französischen Zeitung "Le Parisien", sein Sohn habe die Reise seit eineinhalb Jahren vorbereitet. "Eine Woche lang ist alles gutgegangen, ich habe jeden Tag mit meinem Sohn telefoniert. Bis sie sich entschlossen haben, (in der Wüste) loszulaufen."

Eltern retteten Sohn das Leben

Der örtliche Polizeichef Benny House sagte "Alamogordo Daily News", die Eltern hätten dem Jungen mehr Wasser gegeben als sie selbst getrunken hätten - und ihm damit womöglich das Leben gerettet. Demnach hätten die Eltern jeweils nur einen Schluck Wasser getrunken, während ihr Sohn zwei bekommen habe. "Es kann sein, dass das Kind es so gut überstanden hat wegen seiner geringeren Körpergröße und weil es außerdem wahrscheinlich mehr Wasser trank als sie", sagte House.

Junge wurde neben totem Vater gefunden

Laut Berichten amerikanischer Medien war der vollkommen dehydrierte Junge am Dienstagnachmittag im Nationalpark White Sands als einziger Überlebender gefunden worden. Er hatte mit seinen Eltern dort Urlaub gemacht. Bei extremer Hitze und Trockenheit waren sie im Park zu Fuß unterwegs. Der Mutter, der auf dem Weg schlecht geworden war, wollte alleine zum Auto zurückkehren. Sie war auf dem Rückweg umgekommen.

Angestellte des Parks hatten die 51-Jährige bei einer Kontrolle gefunden. Alarmierte Parkranger entdeckten daraufhin auf der Kamera der Frau aktuelle Fotos von einem Mann und einem Kind am Eingang zum Nationalpark und suchten die beiden daraufhin. Wenig später wurden Vater und Sohn nur wenig abseits des eigentlichen Weges gefunden. Der 42 Jahre alte Mann war bereits tot. Der Neunjährige litt unter extremem Wassermangel.

Junge wusste nicht, was er tun sollte

Ermittlern schilderte der Junge, als sein Vater bewusstlos geworden sei, habe er sich entschieden, bei ihm zu bleiben. Er habe nicht gewusst, was er sonst tun könne.

Als die Familie in dem Nationalpark in New Mexico unterwegs war, herrschten dort rund 38 Grad Celsius. Der Sprecher des Parks, Patrick O'Driscoll, sagte der Zeitung "Alamogordo Daily News", den Besuchern würde ab einer Temperatur von etwa 30 Grad von Wanderungen abgeraten. Bei den Leichen des Paares wurden zwei leere 600-Milliliter-Wasserflaschen gefunden - empfohlen wird mindestens eine Gallone (3,8 Liter) Wasser pro Person.

"Haben Natur unterschätzt"

"Sie haben die Härte der Naturelemente unterschätzt", sagte der Sheriff von Otero County, David Hunter. Die Wanderung soll die Familie seit Längerem geplant haben. Für den US-Urlaub waren fünf Wochen vorgesehen. Erst im vergangenen Jahr war das Ehepaar für zehn Tage zu einem ähnlichen Trip in den USA gewesen. Diesmal sollte mehr Zeit zur Verfügung stehen.

Besucher werden in White Sands vor den Bedingungen in der Wüste mit aktuellen Temperaturen bis zu 40 Grad gewarnt. In dem für seine hellen Sanddünen bekannten Park nahe der Grenze zu Mexiko sind entlang einer 13 Kilometer langen Straße vier Wanderpfade ausgewiesen. Auf dem mit gut sieben Kilometer längsten Pfad, dem Alkali Flat Trail, wurde die Familie gefunden.

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