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Flugzeugabsturz Sinai: Russland hält Abschuss für unwahrscheinlich


Airbus in Ägypten abgestürzt
Russland hält Abschuss als Ursache für unwahrscheinlich

Von afp, dpa, reuters
Aktualisiert am 01.11.2015Lesedauer: 3 Min.
Das Wrack des abgestürzten Airbus.Vergrößern des BildesDas Wrack des abgestürzten Airbus. (Quelle: ap-bilder)
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Nach dem Absturz eines russischen Flugzeuges in Ägypten mit 224 Toten behauptet die Terrormiliz Islamischer Staat (IS), die Maschine abgeschossen zu haben. Russland hält dies für unwahrscheinlich.

"Allen Daten zufolge, die uns Ägypten zur Verfügung gestellt hat, sind solche Behauptungen unglaubwürdig", sagte Verkehrsminister Maxim Sokolow der Agentur Interfax.

Ein ägyptischer Ableger des IS hatte behauptet, der IS sei für den Absturz der Maschine verantwortlich. Die russische Flugaufsicht bekräftigte, dass alle möglichen Ursachen geprüft würden. "Zu spekulieren, ob ein technischer Defekt, ein menschlicher Fehler oder eine äußere Einwirkung der Grund war, ist derzeit sinnlos", sagte ein Behördensprecher in Moskau.

Der russische Militärexperte Igor Korotschenko sagte, für den Abschuss einer Maschine in rund 10.000 Meter Höhe besitze der IS wohl nicht die nötigen Waffen. "Was höher fliegt als etwa 4500 Meter, ist für sie ziemlich sicher nicht erreichbar", erläuterte er.

Fluggesellschaft schließt menschliches Versagen aus

Die russische Fluggesellschaft Kolavia als Besitzerin der Unglücksmaschine schloss menschliches Versagen als Grund für den Unfall aus. Mit 12.000 Flugstunden sei der Pilot sehr erfahren gewesen. Die Maschine habe über alle nötigen Zertifikate verfügt, sagte ein Sprecher. Der mehr als 18 Jahre alte Airbus hatte Moskauer Medien zufolge seit 1997 mehrere Besitzer, unter anderem im Libanon. Flug 9268 wurde vom Subunternehmen MetroJet durchgeführt.

Der russische Wetterdienst Rosgidrometa teilte mit, in der Region hätten keine schwierigen Flugbedingungen geherrscht. "Es gibt etwas Bewölkung, die Sicht beträgt sechs bis acht Kilometer", sagte ein Mitarbeiter.

Militärisches Sperrgebiet im Norden

Während der Süden des Sinai vielen Touristen als Urlaubsparadies gilt, ist der Norden der Halbinsel in weiten Teilen militärisches Sperrgebiet. Extremistengruppen sind dort aktiv - auch der IS hat einen Ableger auf dem Sinai. Der Zugang für Medien und Kamerateams ist schwierig bis unmöglich.

Der Airbus A321 war am frühen Morgen vom Badeort Scharm el Scheich am Roten Meer nach St. Petersburg gestartet. Über der Sinai-Halbinsel brach 23 Minuten nach dem Start der Kontakt zu der Chartermaschine der russischen Fluggesellschaft Kogalimawija ab, die unter dem Namen Metrojet fliegt.

Probleme mit dem Kommunikationssystem

Quellen auf Twitter (Metrojet flight 7K9268) berichten, dass das Flugzeug etwa 20 Minuten nach dem Start zunächst langsamer geflogen sei. Nach einem kurzen Steilflug ging der Flieger dann nieder.

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Das Wrack wurde laut ägyptischen Behörden dann rund 100 Kilometer südlich der Stadt Al-Arisch im bergigen Norden des Sinai gefunden. Ein Vertreter der äyptischen Flugaufsicht sagte, der Pilot habe zuletzt Probleme mit dem Kommunikationssystem gemeldet. Die beiden Flugdatenschreiber wurden gefunden. Ihre Auswertung soll helfen, den Hergang zu rekonstruieren.

Die russische Botschaft in Kairo teilte auf ihrer Facebook-Seite mit, alle Passagiere seien tot. An Bord der Maschine mit der Flugnummer 9268 waren 214 russische und drei ukrainische Passagiere sowie sieben Besatzungsmitglieder. Der jüngste Passagier war ein zehn Monate altes Mädchen.

Lufthansa umfliegt Sinai-Halbinsel

Die Lufthansa und Air France fliegen nach dem Absturz vorerst nicht mehr über die Sinai-Halbinsel. Solange die Absturzursache nicht geklärt sei, werde die ägyptische Halbinsel aus Sicherheitsgründen umflogen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

Die Katastrophe dürfte ein weiterer Schlag für den Tourismussektor in Ägypten sein, der für die Wirtschaft des Landes von entscheidender Bedeutung ist - und unter der instabilen Sicherheitslage leidet. Viele westliche Touristen meiden das Land. Russische Urlauber - Branchenberichten zufolge mehr als drei Millionen im vergangenen Jahr - sind deshalb von großer Bedeutung.

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