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Egypt-Air-Absturz: Suche nach MS804 läuft auf Hochtouren

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Rätselraten um Unglücksursache  

Suche nach Egypt-Air-Flug MS804 läuft auf Hochtouren

20.05.2016, 11:11 Uhr | dpa

Egypt-Air-Absturz: Suche nach MS804 läuft auf Hochtouren. Ein ägyptisches Militärflugzeug beteiligt sich an der Suche nach dem abgestürzten Egyptair-Flieger. (Quelle: Reuters)

Ein ägyptisches Militärflugzeug beteiligt sich an der Suche nach dem abgestürzten Egyptair-Flieger. (Quelle: Reuters)

Die Wrackteile, die gestern im Mittelmeer gefunden worden waren, gehören doch nicht zum Egypt-Air-Flug MS804. Die Fluglinie korrigierte am Donnerstag nach Einbruch der Nacht eigene Angaben. Derweil ist die Suche nach dem Flugzeug am Morgen fortgesetzt worden.

Die Maschine war auf dem Flug von Paris nach Kairo mit 66 Menschen an Bord über dem Mittelmeer abgestürzt und zerschellt. 

Suche mit Hubschraubern und Schiffen

Mit dem ersten Tageslicht starteten griechische Flugzeuge in Kreta und suchten im Meer rund 200 Seemeilen südlich der Insel Karpathos und rund 100 Seemeilen vor der ägyptischen Küste. Auch eine griechische Fregatte nehme an der Aktion teil, berichtete das griechische Staatsradio. 

Am späten gestrigen Abend hatte Griechenland Berichte aus Ägypten, wonach Wrackteile nahe der Insel Karpathos geortet worden seien, dementiert. Zunächst gab es keine Hinweise auf Überlebende des Absturzes. Deutsche waren nicht an Bord.

Unterschiedliche Angaben

Auch die Angaben aus Griechenland und Ägypten zum angeblichen Absturzort stimmten nicht überein. Aus dem griechischen Verteidigungsministerium hieß es, das abgesuchte Gebiet liege rund 370 Kilometer südöstlich der Insel Karpathos. Dagegen hatte die ägyptische Seite davon gesprochen, dass Wrackteile des Airbus A320 bei Karpathos gefunden worden seien.

Die ägyptischen Behörden hatten von Wracktrümmern, Schwimmwesten und Plastikteilen berichtet, die entdeckt worden seien. Später korrigierte der Vizepräsident von Egyptair, Ahmed Adel, die eigenen Angaben. "Was wir gefunden haben, gehört nicht zu unserem Flugzeug", sagte Adel dem US-Fernsehsender CNN. Und Behördenchef Athanasios Binis sagte: "Was gefunden wurde, ist ein Stück Holz und Materialien, die nicht von einem Flugzeug stammen."

Spekulationen um einen Terroranschlag

Frankreichs Präsident François Hollande sprach von der Möglichkeit eines Unfalls oder eines terroristischen Hintergrunds - keine Schlussfolgerung sei auszuschließen.

Ägyptens Regierung hielt einen Terroranschlag für plausibler als ein Unglück. Die Umstände wiesen darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit eines Anschlags wesentlich höher sei als ein technischer Fehler, sagte Luftfahrtminister Scherif Fathi am Nachmittag.

Rapider Höhenverlust

Das Flugzeug war etwa zehn bis fünfzehn Seemeilen im ägyptischen Luftraum in einer Höhe von 37.000 Fuß (knapp 11.300 Meter) ins Trudeln geraten, wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos sagte.

"Dann machte es eine Drehung von 90 Grad nach links und danach eine andere Drehung von 360 Grad nach rechts und fiel auf eine Höhe von 15.000 Fuß. Sein Radarbild verschwand auf einer Höhe von 10.000 Fuß", sagte Kammenos, der von einem Absturz ausging. Einen Notruf setzten die Piloten nicht mehr ab.

Staatsanwaltschaften ermitteln

Ein Flugzeug gerät ins Trudeln, wenn der Auftrieb an den Tragflächen abreißt. Das Flugzeug dreht sich dann unter schnellem Höhenverlust immer wilder um die eigenen Achse. Für das Trudeln kann es verschiedene Gründe geben - dass es kein Notsignal gab, spricht aber für ein plötzliches Ereignis wie etwa eine Explosion, sonst hätte die Cockpit-Crew wohl ein Notsignal gesendet. Sowohl in Ägypten als auch in Frankreich nahmen die Staatsanwaltschaften Ermittlungen auf.

Der Airbus war nach Angaben des Flughafens Charles de Gaulle um 23.21 Uhr am Mittwoch in Paris losgeflogen. Gegen 2.30 Uhr am Donnerstag - eine gute halbe Stunde vor der geplanten Ankunft in Kairo - verschwand er vom Radar.

Nicht der erste Zwischenfall

In den vergangenen Monaten hat es bereits mehrere Zwischenfälle mit Flugzeugen aus Ägypten gegeben. Ende März hatte ein Mann mit einer Bombenattrappe eine Egyptair-Maschine nach Zypern entführt. Ende Oktober war ein russischer Ferienflieger über der Sinai-Halbinsel abgestürzt, nachdem an Bord eine Bombe explodiert war. Zu der Tat, bei der 224 Menschen starben, bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).


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