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Flugzeugabsturz Egypt Air: Behörde bestätigt Rauchalarm bei MS804

Brannte es im Airbus A320?  

Rauchalarm in Egypt-Air-Maschine kurz vor Absturz

21.05.2016, 13:04 Uhr | AP

Flugzeugabsturz Egypt Air: Behörde bestätigt Rauchalarm bei MS804. Suche nach Trümmern der abgestürzten Egypt-Air-Maschine MS804. (Quelle: Reuters)

Suche nach Trümmern der abgestürzten Egypt-Air-Maschine MS804. (Quelle: Reuters)

Kurz vor dem Absturz der Egypt-Air-Maschine MS804 soll es an Bord zu einer Rauchentwicklung gekommen sein. Das deutet darauf hin, dass es im Airbus A320 gebrannt hat, wie das Industriemagazin "The Aviation Herald" berichtet. Die französische Flugunfallbehörde hat dies mittlerweile bestätigt.

Das "Wall Street Journal" und der US-Fernsehsender CNN hatten zuvor berichtet, dass kurz vor dem Absturz der Maschine automatische Rauchmelder Alarm geschlagen hätten. Die Warnsignale wurden demnach automatisch am Donnerstagmorgen um 02.26 Uhr abgesetzt - kurz danach verschwand der Airbus mit 66 Menschen an Bord von den Radarschirmen.

Die Signale hätten Rauch im Vorderteil des Flugzeugs gemeldet - vor allem in der dortigen Toilette und in einem Geräteraum unterhalb des Cockpits, in dem wichtige Geräte für die Bordelektronik untergebracht seien, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Ermittlungskreise. Die Signale hätten zudem gewarnt, dass das Flugkontrollsystem nicht richtig funktioniere.

Noch keine konkreten Hinweise

Der französische Behördensprecher sagte, trotz der Hinweise auf Rauch in der Maschine sei es "noch viel zu früh", um die Umstände des Unglücks "zu erklären und zu verstehen". Dazu müssten nun vor allem das Wrack und die Flugschreiber gefunden werden.

Konkrete Hinweise zur Absturzursache gab es indes auch zwei Tage nach der Tragödie nicht. Ägyptische Behörden schließen einen Terrorakt nicht aus. Die These wird von Russland und einigen Luftfahrtexperten unterstützt.

Leichenteile geborgen

Aber bisher hat sich keine extremistische Gruppe dazu bekannt, den Tod der 66 Insassen des Airbus A320 verursacht zu haben, der am Donnerstag auf dem Weg von Paris nach Kairo war.

Einsatzkräfte bargen inzwischen Leichenteile, Gepäck und Sitze der abgestürzten Egypt-Air-Maschine aus dem Mittelmeer. Die Suche nach dem Flugzeugwrack konzentriert sich auf ein großes Gebiet südlich der griechischen Insel Kreta. An der Aktion beteiligten sich auch Kräfte aus Griechenland, Italien, Zypern und Großbritannien.

Trümmer werden untersucht

Ägyptische Flughafenmitarbeiter teilten mit, Ermittler würden die entdeckten Trümmer und die persönlichen Stücke der Passagiere untersuchen. Chefermittler Aiman al-Mokadam werde von französischen und britischen Ermittlern unterstützt, ebenso von Experten des Flugzeugbauers Airbus.

Am Freitag legte ein französisches Marineschiff mit Sonarausstattung vom Hafen von Toulon ab. Es kann unter Wasser auch die vom digitalen Kommunikationssystem ACARS übermittelten Nachrichten auffangen, die auf Rauch und ein Feuer an Bord hindeuten. Doch wurde das Schiff erst in zwei oder drei Tagen im Suchgebiet erwartet.

Veröffentlicht auf der Facebook-Seite der ägyptischen Luftwaffe: Die Überreste eines Passagiersitzes der vermissten Egypt-Air-Maschine. (Quelle: AP/dpa)Veröffentlicht auf der Facebook-Seite der ägyptischen Luftwaffe: Die Überreste eines Passagiersitzes der vermissten Egypt-Air-Maschine. (Quelle: AP/dpa)

Bergung der Black Boxes könnte dauern

Mysteriös erschien Experten, dass die als erfahren geltenden Piloten vorm Absturz keinen Notruf absetzten. Der Airbus war plötzlich nach rechts und links geschlingert und hatte sich gedreht, bevor er ins Mittelmeer stürzte. Einige Experten sahen darin den Hinweis auf eine Explosion. Sie betonten aber zugleich, dass nur eine Auswertung der Flugschreiber genauen Aufschluss geben könne.

Das Meer ist in dem vermuteten Absturzgebiet auf halber Strecke zwischen Kreta und Alexandria 2500 bis 3000 Meter tief. Die Bergung der Black Boxes könnte daher dauern.

Keine Verdächtigen auf Passagierliste

Nach dem Absturz eines russischen Passagierflugzeugs im Oktober auf dem Sinai hatte sich der Arm der Terrormiliz Islamischer Staat auf der ägyptischen Halbinsel nach wenigen Stunden dazu bekannt, die Maschine mit 224 Menschen an Bord zu Boden gebracht zu haben.

Aus europäischen Sicherheitskreisen verlautete jetzt, die Passagierlisten würden nochmals darauf überprüft, ob Personen mit terroristischem Hintergrund an Bord gewesen seien. Drei Sicherheitsbeamte erklärten später, es hätten sich keine verdächtigen Namen auf der einschlägigen Beobachtungsliste gefunden.


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