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Kolumbien: Schwere Vorwürfe gegen die Unglücks-Airline

Flugzeugabsturz in Kolumbien  

Schwere Vorwürfe gegen die Unglücks-Airline

02.12.2016, 08:45 Uhr | dpa

Kolumbien: Schwere Vorwürfe gegen die Unglücks-Airline. Einsatzkäfte am Wrack der Maschine von Flug LaMia 2933. (Quelle: dpa)

Einsatzkäfte am Wrack der Maschine von Flug LaMia 2933. (Quelle: dpa)

Nach dem Flugzeugabsturz in Kolumbien mit 71 Toten konzentrieren sich die Ermittlungen auf die zuständige Fluggesellschaft LaMia. Die bolivianische Regierung hat der Airline mit sofortiger Wirkung die Lizenz und zudem die Spitze der nationalen Luftfahrtbehörde für die Zeit der Ermittlungen freigestellt.

Beim Absturz im Landeanflug auf den Flughafen der kolumbianischen Stadt Medellín starben am 28. November 71 Menschen, darunter zahlreiche Spieler der Fußballmannschaft von Chapecoense. Sechs Passagiere überlebten die Katastrophe. Auch einer der Miteigentümer von LaMia war als Pilot mit an Bord und kam ums Leben.

Der Sprit ging aus

Der Maschine ging kurz vor der Landung der Treibstoff aus. Es wird spekuliert, ob der Miteigentümer, der als Pilot mit an Bord war, aus Spargründen auf einen Tankstopp verzichtet haben könnte. "LaMia 2933 hat einen Totalausfall, Totalausfall der Elektronik, ohne Treibstoff", hatte der Pilot wenige Minuten, bevor das Flugzeug vom Radar verschwand, gemeldet.

Da der Pilot aber Minuten zuvor nur eine Priorität bei der Erteilung der Landeerlaubnis gemeldet hatte, aber keinen Notfall, hatte der Tower in Medellín zunächst einem anderen Flugzeug die Landeerlaubnis erteilt. Es soll ebenfalls Probleme gemeldet haben. Dadurch musste das Flugzeug mit der Fußballmannschaft in eine Warteschleife, rund 30 Kilometer vom Flughafen entfernt stürzte es an einem Berg ab. Da es keine Explosion gab, hatten die Behörden frühzeitig auf Treibstoffmangel als wahrscheinliche Absturzursache hingewiesen.

Luftfahrtbehörde genehmigte zu engen Flugplan

Nach einem Bericht der bolivianischen Zeitung "El Deber" war der Flugplan viel zu eng - demnach wurde die Flugzeit mit 4:22 Stunden berechnet, für diese Zeit reichten auch die Treibstoffvorräte - normalerweise muss aber ein Puffer eingeplant werden, falls auf einen anderen Flughafen ausgewichen werden muss. Daher muss sich auch die bolivianische Luftfahrtbehörde auf unangenehme Fragen einstellen, die den Flugplan im Vorfeld am Flughafen in Santa Cruz abgenommen hatte.

Die Charterfluggesellschaft LaMia (Línea Aérea Mérida Internacional de Aviación) wurde 2009 in Venezuela gegründet. Im Zuge der tiefen Wirtschaftskrise wurde sie nach Bolivien mit Sitz in Santa Cruz verlegt und bekam 2015 die Lizenz. Mehrere Fußballteams, darunter vor drei Wochen auch Argentiniens Fußballnationalmannschaft mit Superstar Lionel Messi, reisten schon mit der nun abgestürzten Maschine vom Typ Avro RJ85. LaMia hatte bisher zwei Flugzeuge im Einsatz.

Für Freitag wurde mit der Überführung der ersten Leichen nach Brasilien gerechnet, womöglich wird es am Wochenende eine große Trauerfeier im südbrasilianischen Heimatort des Fußballteams, Chapecó, geben. Das Stadion ist seit Tagen ein Ort der Trauer.

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