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Flugzeugabsturz in Kolumbien: Fluglotsin erhält Drohungen

"Habe alles versucht"  

Fluglotsin von Unglücksflug erhält Drohungen

03.12.2016, 08:25 Uhr | dpa

Flugzeugabsturz in Kolumbien: Fluglotsin erhält Drohungen. Bei dem Absturz nahe Medellín kamen 71 Personen ums Leben. (Quelle: dpa)

Bei dem Absturz nahe Medellín kamen 71 Personen ums Leben. (Quelle: dpa)

Nach dem Flugzeugabsturz in Kolumbien mit 71 Todesopfern hat die zuständige Fluglotsin Drohungen erhalten. Die Frau berichtete, dass "unwissende und berufsfremde Personen, die die Prozeduren nicht kennen, meine physische Integrität und meine persönliche Ruhe bedrohen".

Gleichzeitig wies die Lotsin den Vorwurf zurück, sie habe Fehler begangen. Im Gegenteil: Sie habe das Menschenmögliche getan, um das Leben der Insassen zu retten, erklärte die Frau in einem Brief, aus dem kolumbianische Medien zitierten. "Leider waren meine Anstrengungen vergeblich."

Darüber hinaus beklagte sie, dass die Aufnahmen des Funkverkehrs zwischen dem Piloten der Unglücksmaschine und ihr veröffentlicht worden waren.

Pilot meldete Notsituation zu spät

Der Pilot hatte zunächst nur um Priorität bei der Erteilung der Landeerlaubnis gebeten, aber keinen Notfall gemeldet. Daher war einem anderen Flugzeug, das ebenfalls technische Probleme hatte, die nächste Landegenehmigung erteilt worden. Die Unglücksmaschine musste eine Warteschleife drehen - und stürzte schließlich rund 15 Kilometer vom Flughafen entfernt an einem Berg ab.

Da es keine Explosion gab, hatten die Behörden frühzeitig auf Treibstoffmangel als wahrscheinliche Absturzursache hingewiesen.

Auf notwendigen Tankstopp verzichtet

Nach einem Bericht der bolivianischen Zeitung "El Deber" war der Flugplan viel zu eng - demnach wurde die Flugzeit mit 4:22 Stunden berechnet, für diese Zeit reichten auch die Treibstoffvorräte - normalerweise muss aber ein Puffer eingeplant werden, falls auf einen anderen Flughafen ausgewichen werden muss.

Es wird spekuliert, ob der Miteigentümer, der als Pilot mit an Bord war, aus Spargründen auf einen Tankstopp verzichtet haben könnte. "LaMia 2933 hat einen Totalausfall, Totalausfall der Elektronik, ohne Treibstoff", hatte der Pilot wenige Minuten, bevor das Flugzeug vom Radar verschwand, gemeldet. 

Jetzt muss sich auch die bolivianische Luftfahrtbehörde auf unangenehme Fragen einstellen: Der Flugplan wurde im Vorfeld am Flughafen in Santa Cruz abgenommen.

Große Trauerfeier im Stadion

An Bord der verunglückten Maschine vom Typ Avro RJ85 war auch die  Mannschaft des brasilianischen Clubs Chapecoense. Das Team war auf dem Weg zum Finalhinspiel um den Südamerika-Cup gegen Atlético Nacional Medellín. Nach der Überführung der Leichen ist für diesen Samstag eine große Trauerfeier im Stadion des Fußballclubs geplant.

In der Arena Condá werden rund 19.000 Zuschauer auf den Rängen der Trauerfeier beiwohnen können. Auf dem Rasen sei für 2000 Menschen Platz, dieser sei den Familien und Angehörigen der getöteten Spieler, Trainer und Betreuer vorbehalten.

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