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Libyen: Fast alle Insassen nach Bootsunglück vermisst

Vor libyscher Küste  

Hundert Vermisste nach Bootsunglück

10.01.2018, 09:20 Uhr | AFP, t-online.de

Libyen: Fast alle Insassen nach Bootsunglück vermisst. Ein Flüchtlingsboot auf dem Mittelmeer: Tausende Menschen sterben jährlich bei dem Versuch, das Meer zu überqueren. (Symbolbild) (Quelle: dpa/Chris Catrambone/MOAS.EU)

Ein Flüchtlingsboot auf dem Mittelmeer: Tausende Menschen sterben jährlich bei dem Versuch, das Meer zu überqueren. (Symbolbild) (Quelle: Chris Catrambone/MOAS.EU/dpa)

Vor der Küste Libyens ist erneut ein Flüchtlingsboot gekentert. Rund einhundert Menschen werden vermisst. Nur 17 Insassen konnten aus dem Mittelmeer geborgen werden.

Das Schicksal von 90 bis 100 Bootsflüchtlingen sei unklar, teilte die libysche Marine am späten Dienstagabend in Tripolis mit. Nach dem Bootsunglück seien 17 Menschen gerettet worden, unter ihnen einige Frauen. Sie hatten sich den Angaben zufolge stundenlang an dem Boot festgehalten, bis die Retter eintrafen.

Das Unglück ereignete sich vor der Küste von Choms, einer Stadt rund hundert Kilometer östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis, wie Marine-Sprecher Ajub Kacem mitteilte. An Bord befanden sich demnach mehr als hundert Menschen.

Tausende Menschen sterben bei Überfahrt 

Bei einem anderen Bootsunglück rettete die libysche Marine nach eigenen Angaben vor der Küste von Sawija westlich von Tripolis 267 Migranten aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern. Auch 17 Kinder seien darunter gewesen.

Am Wochenende waren nach Angaben von Hilfsorganisationen zehn Migranten vor der libyschen Küste ums Leben gekommen. Dutzende weitere wurden vermisst.

Seit dem Sturz des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 hat sich das nordafrikanische Land zu einem wichtigen Transitland für Afrikaner entwickelt, die nach Europa gelangen wollen. Vergangenes Jahr starben nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bei dem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, 3116 Menschen. 2833 von ihnen waren aus Libyen gestartet.

Quelle:
- AFP

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