Sie sind hier: Home > Panorama >

Energie: Uhren gehen bald wieder im Takt

...

Energie  

Uhren gehen bald wieder im Takt

08.03.2018, 15:50 Uhr | dpa

Energie: Uhren gehen bald wieder im Takt. Ein politischer Streit zwischen dem Kosovo und Serbien hat wochenlang zu einer Unterversorgung im Stromnetz geführt.

Ein politischer Streit zwischen dem Kosovo und Serbien hat wochenlang zu einer Unterversorgung im Stromnetz geführt. Foto: Julia Rudorf. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Der Spuk ist vorbei, schon bald dürften die Menschen in Europa sich wieder auf die Zeitangabe ihrer Radiowecker und Backofenuhren verlassen können. Bis zu sechs Minuten waren die sonst verlässlichen Alltagsbegleiter in den vergangenen Wochen plötzlich nachgegangen.

Die Ursache war kurios, ein politischer Streit auf dem Balkan: Ein Netzbetreiber im Kosovo war wegen politischer Unstimmigkeiten mit Serbien seinen Verpflichtungen zur Stromeinspeisung nicht nachgekommen. Doch der serbische Netzbetreiber Elektromreza Srbije (EMS) gab nun Entwarnung. Seit dem 3. März halte das Kosovo die Standards wieder ein, hieß es in einer Erklärung.

Anders als Quarz- oder Funk-Uhren beziehen einfache Synchron-Uhren, ihren Takt aus der normalerweise immer konstant bleibenden Frequenz im Stromnetz. Diese liegt in Kontinentaleuropa bei fast genau 50 Hertz. Wenn es stärkere Frequenzabweichungen gibt, etwa wenn deutlich mehr Strom für Heizung im Winter genutzt wird, gleichen die Netzbetreiber die Differenz zum Schnittwert in der Regel durch höhere Einspeisung sofort aus. Dafür werde generell eine bestimmte Regelleistung an Energie vorgehalten, erklärte Heike Kerber vom Forum Netztechnik/Netzbetrieb im Elektronik-Verband VDE. Auf diese Weise gibt es höchstens Schwankungen um ein paar hundertstel Hertz.

Wie der Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber ENTSO-E diese Woche mitteilte, sei es in den vergangenen Wochen aber zu einer Unterversorgung im Stromnetz gekommen. Als Grund gab der Verband politische Unstimmigkeiten zwischen dem Kosovo und Serbien an und forderte eine umgehende Klärung des Konflikts. Das vorwiegend von Albanern bewohnte Kosovo hatte sich vor zehn Jahren von Serbien abgespalten und wird inzwischen von über 110 Staaten weltweit als selbstständige Republik anerkannt. Serbien will dagegen seine frühere Provinz zurück haben. In der ENTSO-E ist wegen der politischen Spannungen der Kosovo derzeit kein offizielles Mitglied.

Nach Angaben des serbischen Betreibers EMS hat der Netzbetreiber KOSTT im Kosovo seit Mitte Januar unkontrolliert Energie aus dem Synchronbereich von Kontinentaleuropa ohne Genehmigung entnommen. Damit habe KOSTT eindeutig gegen Normen und Standards verstoßen, kritisiert der Betreiber. Auf internationalen Druck hin habe der Kosovo die Entnahme beendet. Als Verantwortliche des Kontrollbereichs habe EMS nun alle Ressourcen bereitgestellt, um das Problem zu lösen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Donnerstag berichtete, soll der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) kommende Woche vor Ort als Vermittler die Wogen glätten.

Durch die im Januar und Februar nicht erfolgte Korrektur fehlten nach Angaben der ENTSO-E bis zu 113 Gigawattstunden (GWh) an Energie im Netz. Es müsse nun geklärt werden, wer für den Verlust aufkomme. Betroffen waren insgesamt 25 Länder in Europa, darunter auch Deutschland. Die Versorgungssicherheit sei aber zu keiner Weise beeinträchtigt gewesen, sagte Kerber. Bis alle Uhren wieder im Takt sind, könne es aber noch mehrere Wochen dauern. "Wenn die 50 Hertz im Netz erreicht sind, wirkt sich das nicht sofort auf die Uhren aus."

Alternativ können Nutzer ihre Uhren aber auch manuell auf die richtige Zeit einstellen. Nach Erreichen der normalen Frequenz ist dann aber eine weitere Korrektur nötig. Oder man erfreut sich bis dahin über die Erkenntnis, wie "vernetzt" selbst die einfachsten Zeitmesser sein können.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Jetzt 20,- € Gutschein einlösen + kostenloser Versand
bei MADELEINE
Anzeige
congstar wie ich will: Tarif individuell zusammenstellen
noch heute das Samsung Galaxy S9 bestellen
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018