Lkw-Fahrer schildert Brücken-Einsturz

"Ich konnte mich retten, weil ein Auto überholte"

16.08.2018, 09:12 Uhr | dpa, df

Brücken-Katastrophe: Ursachensuche und Aufräumarbeiten in Genua. (Quelle: t-online.de)

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Das Foto seines Lastwagens am Abgrund ging um die Welt: Nur ganz knapp entging ein Fahrer der Katastrophe von Genua. Nun schilderte er einer Zeitung seine Erlebnisse.

Ein grün-blauer Lastwagen ist zum Symbol des verheerenden Einsturzes der Morandi-Brücke in Genua geworden. Der Fahrer hat die Katastrophe am Dienstag um wenige Meter überlebt. "Ich konnte mich retten, weil ein Auto mich überholte und ich verlangsamte", erzählte der 27-jährige Luigi der Zeitung "La Repubblica". "Ich sah es mit den anderen abstürzen, habe schlagartig gebremst, den Rückwärtsgang eingelegt. Dann habe ich die Tür geöffnet und bin geflüchtet."

Luigi ließ den Motor laufen

Auf Fotos ist zu sehen, wie nah der Lastwagen vor dem Abgrund steht. Auf einem Video streifen sogar noch die Scheibenwischer des Fahrzeugs hin und her. Mit laufendem Motor soll der Fahrer den Wagen zurückgelassen haben.

Die Bilder des Brückeneinsturzes in Genua

Suche nach Opfern geht weiter: Mit schwerem Gerät tragen Rettungskräfte die Betontrümmer an der Unglücksstelle ab. (Quelle: Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa)

In den Abgrund geblickt: Der Lastwagenfahrer Luigi brachte seinen Lkw gerade noch rechtzeitig zum Stehen. (Quelle: Antonio Calanni/AP/dpa)

Schock und Trauer: Passanten blicken auf die eingestürzte Autobahnbrücke Morandi. (Quelle: Zheng Huansong/XinHua/dpa)

Autobahnbrücke in Genua eingestürzt (Quelle: Antonio Calanni/AP/dpa)

Versprechen Aufklärung: Luigi Di Maio (Mitte), Vize-Premier und Chef der Fünf-Sterne-Bewegung, sowie Danilo Toninelli (Mitte links mit Brille), Verkehrs- und Infrastrukturminister von Italien, sprechen nahe des Unglücksortes mit Medienvertretern. (Quelle: Alessandro Di Marco/ANSA/AP/dpa)

Ein Abschnitt der Autobahnbrücke stürzte nicht ein: Ein LKW konnte dem Unglück nur knapp entkommen. (Quelle: Antonio Calanni/dpa)

Andere Lastkraftwagen stürzten mit der Brücke in die Tiefe. (Quelle: Alberto Lingria/dpa)

Ein Teil der Autobahnbrücke Ponte Morandi in Genua ragt in den Abgrund. Ein Stück ist mehr als 40 Meter in die Tiefe gestürzt. (Quelle: Polizia di Stato/dpa)

Ein zwischen 100 und 200 Meter langes Stück der Brücke ist nach italienischen Medienberichten weggebrochen. (Quelle: Polizia di Stato/dpa)

Berichten zufolge stürzten zahlreiche Autos ab. Einige auch in den Fluss. Mindestens elf Menschen starben, wie das Innenministerium wenige Stunden nach dem Unglück bestätigte. (Quelle: Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa)

Rettungskräfte waren schnell vor Ort. Sie retteten mindestens zwei Überlebende aus den Trümmern, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet. (Quelle: Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa)

Die Brücke steht nicht in freier Landschaft, sondern im Stadtgebiet Genuas, wo fast 600.000 Menschen leben. Unter der Brücke befinden sich Gleise und Gewerbeflächen. (Quelle: Alexander Zemlianichenko/dpa)

So sah die Morandi-Brücke aus bevor sie abgestürzt ist. (Quelle: Fotogrammax/imago)

Die ARD-Korrespondentin Ellen Trap berichtet, die Brücke habe als marode gegolten. Behörden zufolge sei womöglich ein Teil des Untergrundes weggerutscht. (Quelle: Luca Zennaro/ANSA/AP/dpa)

Ein Stück der Brücke. Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli von der 5-Sterne-Bewegung sprach von einer "gewaltigen Tragödie". (Quelle: Polizia di Stato/dpa)

Laut Autobahnbetreiber sollen während des Absturzes Arbeiten an der Brücke im Gange gewesen sein: Diese sollten das Fundament der Fahrbahn auf dem Viadukt verstärken. (Quelle: Luca Zennaro/dpa)

Am Rande des Abgrunds: Das Foto zeigt wie knapp der Lkw-Fahrer dem Desaster entkam. (Quelle: dpa)

Der Genuese war für die lokale Supermarktkette Basko unterwegs. "Das ist ein Streckenabschnitt, den unsere Lieferwagen jeden Tag zurücklegen", sagte der Geschäftsführer Giovanni D'Alessandro der Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore". "Die Brücke ist stark befahren, man ist dort nicht mit hoher Geschwindigkeit unterwegs."

Der Zustand von Brücken auf Bundesautobahnen und Bundesstraßen in Deutschland. (Quelle: Statista)


Der Lastwagen sei nicht das einzige Fahrzeug, das die Menschen bei der Flucht von der Brücke dort stehen gelassen hätten, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Die Staatsanwaltschaft habe aus Ermittlungsgründen noch nicht angeordnet, sie abzuschleppen. Früher oder später werde das aber passieren.

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Bei dem Einsturz der Brücke kamen mindestens 40 Menschen ums Leben, viele werden noch vermisst. Während eines schweren Unwetters war am Dienstagmittag der 40 Meter hohe Polcevera-Viadukt, der auch Morandi-Brücke genannt wird, auf einem etwa 100 Meter langen Stück eingestürzt. Die Brücke ist Teil der Autobahn 10, die auch als Urlaubsverbindung "Autostrada dei Fiori" bekannt und eine wichtige Verbindungsstraße nach Südfrankreich, in den Piemont und die Lombardei ist.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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