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Schwerpunkt in Innenstädten: Wieder mehr Verkehrstote - Turbo-Sommer als Grund?

Schwerpunkt in Innenstädten  

Wieder mehr Verkehrstote - Turbo-Sommer als Grund?

12.12.2018, 15:44 Uhr | dpa

Schwerpunkt in Innenstädten: Wieder mehr Verkehrstote - Turbo-Sommer als Grund?. Autos fahren an einem weißen Kreuz für eine Unfalltote vorbei.

Autos fahren an einem weißen Kreuz für eine Unfalltote vorbei. Die Zahl der Todesopfer auf deutschen Straßen wird dieses Jahr voraussichtlich leicht steigen. Foto: Sebastian Gollnow. (Quelle: dpa)

Wiesbaden (dpa) - Möglicherweise spielt das Wetter eine Rolle: Im Straßenverkehr wird es in diesem Jahr voraussichtlich wieder etwas mehr Tote und Verletzte geben.

Das Statistische Bundesamt geht in einer aktuellen Schätzung davon aus, dass die Zahl der Verkehrstoten bis Jahresende gegenüber dem Vorjahr um etwa 40 Opfer (rund ein Prozent) auf 3220 steigen wird.

Ihre Zahl war in den vergangenen zwei Jahren gesunken und hatte 2017 den tiefsten Stand erreicht. Bei den Verletzten erwarten die Fachleute in diesem Jahr ebenfalls eine Zunahme - um etwa ein Prozent oder rund 3000 auf 393.000 Menschen. "Inzwischen hängen wir in der Frage, ob es rauf oder runter geht, im Wesentlichen vom Wetter ab", sagt Unfallforscher Siegfried Brockmann.

So habe es mit dem langen Winter 2018 zunächst erneut weniger Verkehrstote gegeben. Doch dann kam der Turbo-Sommer. Das lang anhaltende warme und trockene Wetter hätten mehr Menschen als sonst genutzt, um mit dem Rad zu fahren. Motorradfahrer seien häufiger unterwegs gewesen, "weil die Wochenenden besonders schön waren". Der ADAC nennt auch "den außergewöhnlich trockenen und heißen Sommer" als Grund. Dieser habe zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen geführt, nicht nur auf dem Motorrad und dem Fahrrad, sondern auch von Ausflüglern, sagt eine Sprecherin.

Um die Unfälle mit Toten und Verletzten dauerhaft deutlich weiter zu senken, fordern Fachleute die Innenstädte stärker in den Blick zu nehmen. Dort seien inzwischen mehr Menschen zu Fuß unterwegs, sagt Unfallforscher Brockmann. "Und der Radverkehr steigt deutlich schneller als die Kommunen in der Lage sind, eine einigermaßen sichere Infrastruktur herzustellen." Diese brauche nicht nur Geld, sondern koste wegen der Planung auch Zeit. In vielen Städten kämen politische Auseinandersetzungen dazu, denn "eine gute Radinfrastruktur hieß oft, den Autos etwas wegzunehmen".

"Während man in den Niederlanden für den Radverkehr ein komplett eigenes Wegesystem eingerichtet hat, bekommt der Radverkehr in Deutschland kaum eigenen Platz im Straßenraum", stellt die Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), Stephanie Krone, fest. "Das zu ändern, ist wichtigste Aufgabe der Verkehrspolitik." Notwendig sei ein Investitionsprogramm von mindestens 30 Euro pro Einwohner und Jahr, um die Radverkehrsinfrastruktur auf einen komfortablen und sicheren Stand zu bekommen.

Zudem müsse verpflichtende Fahrzeugelektronik helfen. Dazu gehörten vor allem verpflichtende Abbiege- und Notbremsassistenten in Kraftfahrzeugen. "Es kann nicht sein, dass in Hightech-Deutschland jede Woche Menschen sterben, weil sie von Auto- und LKW-Fahrern nicht gesehen werden", betont Krone.

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordert die Bundesregierung auf, "endlich" Tempolimits auf Autobahnen (120 Kilometer pro Stunde), Landstraßen (Tempo 80) und in den Städten (Tempo 30) einzuführen. "Jeden Tag sterben im Schnitt zehn Menschen auf der Straße, und Hunderttausende sind von so einem Unfall betroffen", sagt VCD-Sprecherin Almut Gaude. Viele Verletzte litten ihr Leben lang unter den Unfallfolgen. Tempolimits seien der zentrale Hebel. "Sie kosten überhaupt nichts und retten Leben."

Die Zahl der von der Polizei erfassten Unfälle wird bis zum Jahresende voraussichtlich auch ganz leicht steigen (um etwa 0,3 Prozent). Die Statistiker gehen von mehr als 2,6 Millionen Unfällen auf Deutschlands Straßen aus. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten oder Toten wird sich schätzungsweise um rund ein Prozent auf 306 000 erhöhen. Basis der Schätzung sind die Unfallzahlen der ersten neun Monate.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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