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Imane Fadil vergiftet?: Italien rätselt über Tod von "Bunga Bunga"-Zeugin

Imane Fadil vergiftet?  

Italien rätselt über Tod von "Bunga Bunga"-Zeugin

18.03.2019, 17:45 Uhr | dpa

Imane Fadil vergiftet?: Italien rätselt über Tod von "Bunga Bunga"-Zeugin. Imane Fadil verlässt im Oktober 2011 nach einer Aussage als Zeugin das Gericht in Mailand.

Imane Fadil verlässt im Oktober 2011 nach einer Aussage als Zeugin das Gericht in Mailand. Foto: Luca Bruno/AP. (Quelle: dpa)

Rom (dpa) - Imane Fadil war eine sehr schöne Frau, trat hin und wieder im italienischen Fernsehen auf und träumte von einer Karriere als Sportjournalistin. Bis die Marokkanerin vor einigen Jahren im Prozess gegen Italiens mehrmaligen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auf der Zeugenbank saß.

Sie sprach unter anderem über als Nonnen verkleidete Frauen, die auf Berlusconis berüchtigten "Bunga Bunga"-Sexpartys strippten. Nun liegt Fadil tot in einem Leichenschauhaus in Mailand. Niemand darf sich nähern. Wurde sie vergiftet? Gar mit radioaktiven Substanzen? Oder starb sie eines plötzlichen natürlichen Todes? Litt sie an einer seltenen Krankheit?

Seit Tagen hält der mysteriöse Fall Italien in Atem. Doch offizielle Informationen sind rar. Keine Theorie scheint zu abenteuerlich, als der Chef der Mailänder Staatsanwaltschaft am Montag vor die Presse tritt. "Eine Vergiftung ist möglich, aber keiner kann eine mögliche natürliche Todesursache ausschließen", sagt Francesco Greco. Beunruhigend: Im Blut und Urin von Fadil wurden erhöhte Werte von Schwermetallen gemessen. Aber erst die Obduktion könne Aufschluss über die Todesursache geben, sagt Greco und warnt vor "suggestiven Vermutungen". Im Krankenhaus, in dem die Anfang 30-Jährige gestorben sei, sei mit einem Geigerzähler nach radioaktiven Substanzen gesucht worden - diese seien aber nicht nachgewiesen worden. Medienberichten zufolge ist eine Obduktion in dieser Woche vorgesehen.

Eines ist sicher: Fadil starb am 1. März. Vor ihrem Tod soll sie unter anderem ihrem Anwalt gegenüber die Vermutung geäußert haben, Opfer einer Vergiftung geworden zu sein. Ende Januar soll sie in eine Klinik bei Mailand gekommen sein - unter anderem wegen starker Bauchschmerzen.

Der Fall elektrisiert Italien vor allem deshalb, weil Fadil eine der Zeuginnen war, die im Prozess um Berlusconis Sexpartys ausgesagt hatten. Im Großen und Ganzen ging es um den Fall des marokkanischen Escortgirls "Ruby Rubacuori". Berlusconi wurden Amtsmissbrauch und Sex mit einer minderjährigen Prostituierten vorgeworfen. Der Prozess endete 2015 in letzter Instanz mit einem Freispruch. Danach gab es weitere Ermittlungen und Prozesse, in denen es um Zeugenbestechung ging. Fadil soll jedenfalls gesagt haben, dass ihr Geld für ihr Schweigen als Zeugin angeboten worden war.

Berlusconi distanzierte sich von dem jetzigen Fall: "Ich habe diese Person niemals kennengelernt und auch nie mit ihr geredet", sagte er am Samstag laut Nachrichtenagentur Ansa mit Bezug auf Fadil. Für wilde Spekulationen sorgte allerdings, dass Fadil anscheinend gerade ein Buch über ihre Erfahrungen veröffentlichen wollte.

Vielleicht liegt die Lösung auch ganz woanders: Möglicherweise führten Spuren nach Marokko und in die marokkanische Botschaft in Italien, sagte Souad Sbai, Vorsitzende der Vereinigung marokkanischer Frauen in Italien und Ex-Abgeordnete in Italien, der Zeitung "La Repubblica". Sie hat nach eigenen Worten keine Zweifel daran, dass Fadil ermordet wurde.

Und sie legt eine brisante Theorie dar. "Ich verfolge diese Geschichten seit 2010. Wunderschöne marokkanische Frauen (wie Fadil) sind in diesen Jahren in Italien angekommen, und man kann sich leicht vorstellen, was sie machen sollten. Treffen, Filme, Erpressungen", sagte Sbai. "Es ist nicht nur Berlusconi passiert. Er ist bekannt und seine Geschichte ist ans Licht gekommen. Aber es sind viele hochrangige Personen erpresst und bedroht worden. Vermutlich wollte sich (Fadil) rausziehen, sie wurde zum Problem, und sie haben sie eliminiert."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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