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Vier Millionen Infizierte in den USA – hohe Dunkelziffer wahrscheinlich

Von rtr, dpa, afp, t-online
Aktualisiert am 14.10.2020Lesedauer: 221 Min.
New York: Mit etwa 32.000 Toten sind in der US-Metropole die meisten Todesopfer von der Johns-Hopkins-UniversitÀt verzeichnet worden.
New York: Mit etwa 32.000 Toten sind in der US-Metropole die meisten Todesopfer von der Johns-Hopkins-UniversitÀt verzeichnet worden. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)
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Die USA sind das am meisten vom Coronavirus heimgesuchte Land der Welt. Vier Millionen Menschen haben sich infiziert – mindestens. Forscher rechnen mit einer hohen Dunkelziffer. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-UniversitĂ€t bereits mehr als 15,4 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 632.100 Erkrankte sind gestorben. Das Land mit den meisten registrierten Infektionen – mehr als vier Millionen FĂ€lle – sind die Vereinigten Staaten. Dort sind bereits mehr als 144.200 Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Auch in Deutschland ist die Krise lĂ€ngst nicht ĂŒberwunden.

Forscher: Mehr als vier Millionen Infizierte in den USA

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind in den USA mehr als vier Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Rund 144.000 Menschen starben nach einer Infektion, wie am Donnerstag aus Daten der Johns-Hopkins-UniversitÀt in Baltimore hervorging. In keinem anderen Land der Welt sind so viele Ansteckungen bekannt. Die US-Gesundheitsbehörde CDC geht davon aus, dass es in vielen Regionen des Landes eine hohe Dunkelziffer an Infektionen gibt.

FDP: RĂŒckkehrer aus RisikolĂ€ndern sollen Corona-Tests selbst zahlen

Die FDP fordert, dass ReiserĂŒckkehrer aus RisikolĂ€ndern ihre Corona-Tests selbst bezahlen mĂŒssen. "Wenn Urlauber in LĂ€nder fahren, von denen vorher bekannt ist, dass es sich um Risikogebiete handelt, dann liegt das Risiko bei den Urlaubern", sagte der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann der "SaarbrĂŒcker Zeitung". "Folglich mĂŒssten sie die Tests auch bezahlen." Die Kosten dĂŒrften nicht von den Krankenkassen und folglich den Beitragszahlern beglichen werden. "Zumal es bei FluggĂ€sten zwecks Urlaubs in aller Regel nicht um SozialfĂ€lle geht", so Ullmann.

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Ullmann kritisierte, mögliche Schnelltests bedeuteten lediglich eine trĂŒgerische Sicherheit. "Ein einziger Test ist letztlich sogar gefĂ€hrlich, weil man sich dann in falscher Sicherheit wiegt und dadurch erst recht Infektionsketten entstehen können", sagte der Bundestagsabgeordnete. Er verwies auf die Inkubationszeit von bis zu zehn Tagen. "Das heißt, ist das Testergebnis am zweiten Tag negativ, so kann es am Tag acht bereits positiv sein."

US-Republikaner sagen wegen Corona geplanten Parteitag in Florida ab

Angesichts der Zunahme von Corona-Neuinfektionen im US-Bundesstaat Florida sagen die Republikaner ihren dort fĂŒr Ende August geplanten Parteitag ab. Die Gesundheit der Menschen gehe vor, sagte PrĂ€sident Donald Trump am Donnerstag im Weißen Haus. "Es gibt in unserem Land nicht wichtigeres als die Sicherheit unserer Menschen", sagte Trump. Die formelle Nominierung Trumps zum Kandidaten fĂŒr die PrĂ€sidentenwahl am 3. November soll in kleinerem Rahmen in Charlotte im Bundesstaat North Carolina erfolgen. Lesen Sie mehr hier.

Hunde können laut Studie Corona erschnĂŒffeln

Besonders geschulte Hunde können einer Studie zufolge Corona-Infektionen recht zuverlĂ€ssig erschnĂŒffeln. "Die Hunde mussten lediglich eine Woche trainiert werden, um zwischen Proben vonSars-CoV-2-infizierten Patienten und nicht infizierten Kontrollen zu unterscheiden", teilte die Stiftung TierĂ€rztliche Hochschule Hannover am Donnerstag mit. "Die Methode könnte in öffentlichen Bereichen wie FlughĂ€fen, bei Sportveranstaltungen, an Grenzen oder anderen Massenveranstaltungen als ErgĂ€nzung zu Laboruntersuchungen eingesetzt werden, um eine weitere Verbreitung des Virus oder AusbrĂŒche zu verhindern", hieß es weiter.

Das Team um Holger Andreas Volk von der TierĂ€rztlichen Hochschule Hannover, zu dem unter anderem Mitarbeiter der Medizinischen Hochschule Hannover und des UniversitĂ€tsklinikums Hamburg-Eppendorf zĂ€hlten, testete acht spezialisierte SpĂŒrhunde der einzigen Diensthundeschule der Bundeswehr in Ulmen in Rheinland-Pfalz. Nach dem einwöchigen Training konnten die Hunde unter 1.012 Proben von Speichel oder Atemwegssekret 94 Prozent korrekt identifizieren, wie das Team im Fachblatt "BMC Infectious Diseases" berichtet.

Corona-Tests an FlughÀfen kommen wohl ab nÀchster Woche

An den Berliner FlughĂ€fen werden ReiserĂŒckkehrer aus sogenannten Risikogebieten voraussichtlich ab kommender Woche auf das Coronavirus getestet. Das kĂŒndigte der Regierende BĂŒrgermeister Michael MĂŒller am Donnerstag an. "Wir sind schon seit vergangener Woche im GesprĂ€ch mit der Flughafengesellschaft und koordinieren aktuell, wo und ab wann wir die Teststellen fĂŒr die RĂŒckkehrer aus RKI-RisikolĂ€ndern in Tegel und Schönefeld installieren", sagte der SPD-Politiker. "Unser Ziel ist es, dass wir zu Beginn der kommenden Woche dort Covid-19-Teststellen anbieten können."

Bei Berlin: Drei Infizierte fliehen aus QuarantÀne

In Berlin haben sich mindestens 13 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. In der Unterkunft der infizierten Arbeiter in Lindenberg am nordöstlichen Stadtrand wurden sieben weitere FĂ€lle entdeckt. Die Bewohner, alle aus Osteuropa, stehen unter QuarantĂ€ne. Drei Infizierte und eine weitere Person sind jedoch getĂŒrmt. Die Behörden gehen davon aus, dass sie sich in der Hauptstadt aufhalten. DarĂŒber berichtet unter anderem die "B.Z.". Weil sie damit gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen, werden sie von der Polizei gesucht.

Studie: Ansteckung bei Tönnies geschah ĂŒber weite Distanzen

Forscher haben den Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies untersucht. Dabei kommen sie zu ĂŒberraschenden Ergebnissen: Arbeiter steckten sich an, obwohl sie meterweit auseinanderstanden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lauterbach dÀmpft Hoffnung auf Impfstoff und warnt vor zweiter Welle

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dĂ€mpft Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Zwar gebe es vier Projekte, deren Entwicklung relativ weit fortgeschritten sei, sagte Lauterbach in einem am spĂ€ten Mittwochabend ausgestrahlten Deutschlandfunk-Interview. Doch stehe nun die dritte Entwicklungsphase an, in der getestet werde, ob sich die geimpften Probanden infiziert hĂ€tten. Und gerade in dieser Phase scheiterten die meisten Wirkstoffe. Es sei durchaus möglich, dass – wie bei den anderen Coronaviren – gar kein Impfstoff gefunden werde. Dazu zĂ€hlen etwa die Erreger von Sars und Mers. Es gebe zwar eine Immunreaktion, aber: "Ob ich damit Infektionen verhindern kann, das weiß kein Mensch."

Im GesprĂ€ch mit t-online.de zeigte sich Lauterbach zuvor mit Blick auf die Ergebnisse aus Oxford positiv ĂŒberrascht, warnte jedoch auch hier vor zu großen Hoffnungen auf schnelle Erfolge. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lauterbach forderte zudem Vorkehrungen gegen eine mögliche zweite Infektionswelle im Herbst. Es habe noch nie eine weltweite Pandemie gegeben, die ohne zweite Welle ausgekommen wĂ€re. "Eine zweite Welle ist die Regel und nicht die Ausnahme." Das Gegenteil wĂ€re die Überraschung. Dies sehe man auch in LĂ€ndern wie Japan oder Singapur, wo die Ansteckungen zunĂ€hmen, obwohl die Behörden dort bislang gute Arbeit geleistet hĂ€tten.

Lauterbach fĂŒr Coronatests nach dem Urlaub

Karl Lauterbach sagte: "Dringend notwendig" seien Coronatests von Urlaubsheimkehrern aus dem Ausland. "Wir sind sonst im Blindflug unterwegs" und die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Welle steige deutlich. Man solle nicht trennen zwischen Risiko- und NichtrisikolĂ€ndern. Es sei gut, wenn jeder getestet werde, auch Urlauber aus dem europĂ€ischen Ausland, sagte er insbesondere mit Blick auf Bilder aus Spanien, Österreich oder den Niederlanden, "die allesamt bestĂŒrzend gewesen sind". Er empfehle sowohl RĂŒckkehrern im Flugzeug als auch im Auto, sich testen zu lassen. "Ich wĂŒrde an FlughĂ€fen einfach der Logistik wegen eine Soforttestung anbieten."

Frankreich verteilt 40 Millionen Gratis-Masken an die Ärmsten

Wegen der Coronavirus-Pandemie will Frankreich 40 Millionen Gratis-Masken an seine Ă€rmsten BĂŒrger verteilen. Nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier VĂ©ran vom Mittwochabend werden sie in den kommenden Tagen per Post an sieben Millionen Menschen verschickt. Seit Montag gilt in Frankreich erstmals eine Maskenpflicht in allen GeschĂ€ften und anderen geschlossenen RĂ€umen, die öffentlich zugĂ€nglich sind. Bei VerstĂ¶ĂŸen droht ein Bußgeld von 135 Euro.

Die Regierung werde "diejenigen Menschen nicht alleine lassen, die sich nicht mit Masken versorgen können", sagte Gesundheitsminister VĂ©ran. Verschickt werden sollen waschbare Stoffmasken, die nach den Worten des Ministers bis zu 30 Mal genutzt werden können. PrĂ€sident Emmanuel Macron hatte zuvor in einem Fernsehinterview Hilfe fĂŒr sozial Benachteiligte in Aussicht gestellt.

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UNO fordert vorrĂŒbergehendes Grundeinkommen fĂŒr Ă€rmste Menschen in der Welt

Die UNO hat ein vorĂŒbergehendes Grundeinkommen fĂŒr die 2,7 Milliarden Ă€rmsten Menschen der Welt in der Coronavirus-Krise vorgeschlagen. Angesichts steigender Infektionszahlen in den EntwicklungslĂ€ndern mĂŒssten dringend Schutzmaßnahmen fĂŒr besonders gefĂ€hrdete Bevölkerungsgruppen ergriffen werden, erklĂ€rte das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) am Mittwoch.

Ein vorĂŒbergehendes Grundeinkommen könne den Ärmsten der Armen dabei helfen, "Essen zu kaufen und Gesundheits- und Bildungsausgaben zu zahlen", hieß es weiter. Es wĂŒrde den Angaben zufolge monatlich 199 Milliarden Dollar (172 Milliarden Euro) kosten.

"Beispiellose Zeiten erfordern beispiellose soziale und wirtschaftliche Maßnahmen", erklĂ€rte UNDP-Leiter Achim Steiner. "Rettungs- und WiederaufbauplĂ€ne dĂŒrfen sich nicht nur auf große MĂ€rkte und große Unternehmen konzentrieren. Ein vorĂŒbergehendes Grundeinkommen könnte es Regierungen ermöglichen, Menschen im Lockdown eine finanzielle Rettungsleine zu geben."

Nach SchÀtzungen der UNO könnten in 30 einkommensschwachen LÀndern fast 1,7 Millionen Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion sterben. Durch die von der Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise haben zudem viele Millionen Menschen ihren Job und ihre Lebensgrundlage verloren.

Mehr als 2.000 Corona-Infektionen im Zusammenhang mit Tönnies-Schlachtbetrieb

Im Zusammenhang mit dem Tönnies-Schlachthof in Rheda-WiedenbrĂŒck sind inzwischen mehr als 2.000 Corona-InfektionsfĂ€lle festgestellt worden. Außerdem sprach er ĂŒber die RechtmĂ€ĂŸigkeit der Schließung der Fabrik. Mehr dazu lesen Sie hier.

In der Debatte um gerechte Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche erschĂŒttert derweil ein Bericht eines ehemaligen Tönnies-Mitarbeiters. Der hatte vor Jahren aus Verzweiflung ĂŒber die MisstĂ€nde in einem der Betriebe seinen Vorgesetzten attackiert. Bei t-online.de erklĂ€rt er, wie es dazu kam. Und warum er nicht glaubt, dass sich die ZustĂ€nde in den Fleischfabriken seitdem geĂ€ndert haben.

Corona-Rekord in Brasilien: Fast 68.000 Neuinfektionen

Die Zahl der tĂ€glichen Infektionen mit dem Coronavirus hat in Brasilien einen neuen Höchststand erreicht. Das Gesundheitsministerium in BrasĂ­lia meldete am Mittwochabend (Ortszeit) 67.860 neue FĂ€lle binnen 24 Stunden. Insgesamt wurden in dem grĂ¶ĂŸten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas damit bisher 2,227.514 FĂ€lle registriert. Mindestens 82.771 Menschen starben bislang im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Experten gehen davon aus, dass die tatsĂ€chlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird.

Brasiliens PrĂ€sident Jair Bolsonaro hatte das Coronavirus zu Beginn der Pandemie als "kleine Grippe" verharmlost und damit in der Bevölkerung Verwirrung ĂŒber die Ernsthaftigkeit der Krankheit gestiftet. Auch wollte er aus wirtschaftlichen GrĂŒnden keine Maßnahmen zur EindĂ€mmung treffen. Schutzmaßnahmen lehnte er ab.

Die Verantwortung fĂŒr die BekĂ€mpfung der Pandemie hat Bolsonaro - der vor zwei Wochen nach eigener Angabe selbst positiv auf das Coronavirus getestet wurde – an Gouverneure der Bundesstaaten und BĂŒrgermeister delegiert. Am Mittwoch wurde Bolsonaro dem Kommunikationsministerium zufolge ein weiteres Mal positiv getestet.

Mehr als vier Millionen Corona-Infektionen in Lateinamerika und der Karibik

In Lateinamerika und der Karibik hat die Zahl der Coronavirus-Infektionen die Marke von vier Millionen ĂŒberschritten. Mehr als die HĂ€lfte der FĂ€lle wurde aus Brasilien gemeldet, wie eine AFP-ZĂ€hlung vom Mittwoch auf der Basis offizieller Statistiken ergab. In der gesamten Region wurden seit Beginn der Pandemie insgesamt 4,04 Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen, mehr als 172.000 Menschen starben.

15 Millionen Corona-Infizierte weltweit registriert

Die globale Verbreitung des Coronavirus hat sich zuletzt deutlich beschleunigt. Weltweit gibt es inzwischen mehr als 15 Millionen bestĂ€tigte Infektionen, wie am Mittwoch aus Daten der UniversitĂ€t Johns Hopkins in Baltimore hervorging. Ende Juni, also rund sechs Monate nach Beginn der Pandemie in China, war die Schwelle von zehn Millionen bekannten Infektionen erreicht worden. Seither hat sich die Pandemie vor allem in Nord- und SĂŒdamerika und in anderen LĂ€ndern wie Indien und SĂŒdafrika rasch ausgebreitet.

Weltweit sind laut Johns Hopkins bislang knapp 620.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem fĂŒr Ă€ltere und immungeschwĂ€chte Menschen lebensgefĂ€hrlich sein kann.

USA geben 63.000 neue FĂ€lle bekannt

Die US-Seuchenzentren CDC geben 63.028 bekannte Neuinfektionen und 1.047 weitere TodesfÀlle bekannt. Damit sind in den USA insgesamt fast 3,9 Millionen Infektionen und 141.677 Tote verzeichnet. Hier lesen Sie mehr zur Corona-Krise in den USA.

Zehn Corona-FĂ€lle nach Abend in Restaurant am Berliner Fernsehturm

Nach einem Abend in einem Lokal direkt unter dem Berliner Fernsehturm sind mindestens zehn GĂ€ste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Familie kommt mit Corona-Infektion aus Mallorca zurĂŒck

Eine vierköpfige Familie aus Cottbus hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, war das Ehepaar mit seinen zwei Töchtern am Sonntag von einem Aufenthalt auf der spanischen Insel Mallorca zurĂŒckgekehrt. Die Insel gilt aktuell nicht als Risikogebiet. Die Familie war demnach am Sonntag nach NĂŒrnberg geflogen und dann mit dem Auto nach Cottbus gereist. Nach ihrer RĂŒckkehr habe einer der Arbeitgeber einen routinemĂ€ĂŸigen Test veranlasst, der positiv ausfiel.

Die gesamte Familie befinde sich derzeit in QuarantĂ€ne, ebenso die bereits ermittelten Kontaktpersonen, teilte die Stadt weiter mit. Die Familienmitglieder zeigten derzeit keine Symptome. Eine RĂŒckverfolgung von weiteren Kontakten dauere an.

Französische StĂ€dte fĂŒhren Maskenpflicht im Freien ein

In einigen StĂ€dten in Frankreich ist die Corona-Schutzmaske nun auch auf der Straße Pflicht. Auch mehrere Touristenorte – zum Beispiel in der Bretagne – erließen entsprechende Dekrete. Erst am Montag hatte Frankreich seine Regeln fĂŒr Masken verschĂ€rft. Sie mĂŒssen nun landesweit in geschlossenen RĂ€umen mit Publikumsverkehr getragen werden wie zum Beispiel GeschĂ€ften, Restaurants und Behörden. Zuvor war dies nur in öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend.

Einigen Orten reichen die VerschĂ€rfungen aber nicht aus. In der KĂŒstenstadt La Rochelle in Westfrankreich ist die Maske seit Mittwoch im Alten Hafen und im Stadtzentrum verpflichtend. Die Regel ziele darauf ab, ein Wiederaufflammen der Epidemie in Zeiten mit viel Touristen zu verhindern, hieß es.

Auch in Concarneau und Saint-Brieuc in der Bretagne ist die Maske im Zentrum vorgeschrieben. In Saint-Brieuc gilt auch Maskenpflicht auf SpielplĂ€tzen, Parks oder am Hafen. Ausnahmen gelten fĂŒr Sportler oder Menschen mit Behinderung. In zahlreichen StĂ€dten in der Bretagne, aber auch im Rest des Landes gilt außerdem eine Maskenpflicht auf MĂ€rkten.

Hongkong vermeldet Rekordanstieg bei Corona-Neuinfektionen

In Hongkong haben die Behörden einen neuen Rekordanstieg bei den Corona-Neuinfektionen vermeldet. Am Mittwoch wurden in der chinesischen Sonderverwaltungszone 113 Ansteckungen festgestellt – ein neuer Höchstwert. Die Stadt habe damit "den kritischsten Punkt" seit Beginn der Pandemie erreicht, warnte Gesundheitsministerin Sophia Chan. Sie appellierte an die Bewohner der Finanzmetropole, nur noch in AusnahmefĂ€llen auf die Straße zu gehen.

Hongkong war einer der ersten Orte außerhalb von Festland-China, an dem sich das Coronavirus ausbreitete. Die Stadt bekam die Krankheit zunĂ€chst gut unter Kontrolle. Ende Juni wurden in Hongkong keine Neuansteckungen mehr festgestellt. Im Juli stiegen die Infektionszahlen aber wieder an. Ärzte befĂŒrchten nun einen unkontrollierten Ausbruch in der dichtbesiedelten 7,5-Millionen-Einwohner-Stadt.

Die Behörden haben daher neue strengere Auflagen erlassen, darunter eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ab Donnerstag mĂŒssen auch in allen öffentlichen GebĂ€uden Masken getragen werden.

Seit im Januar der erste Infektionsfall nachgewiesen wurde, haben die Hongkonger Behörden mehr als 2.100 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 gemeldet, 14 Menschen starben.

Hamburger Behörden wollen Menschenansammlungen gezielt verhindern

Nachdem es am Wochenende auf der Hamburger Großen Freiheit zu einer Massenparty gekommen ist, erwĂ€gen die Behörden, gezielt zu handeln, um so etwas in Zukunft zu verhindern. Mehr dazu lesen Sie hier.

USA bestellen Millionen Dosen von deutschem Impfstoff

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer wollen Hunderte Millionen Impfstoffdosen gegen Covid-19 in die USA liefern. Eine entsprechende Vereinbarung mit den US-Behörden haben beide Unternehmen am Mittwoch bekanntgegeben. Beide Aktien notieren im vorbörslichen US-Handel stark.

Demnach geht es zunÀchst um 100 Millionen Impfstoffdosen. Nach deren Erhalt zahlt die US-Regierung 1,95 Milliarden US-Dollar. SpÀter habe die US-Regierung die Möglichkeit, bis zu 500 Millionen weitere Dosen zu erwerben. Die beiden Unternehmen wollen noch im Oktober das Zulassungsfahren beginnen, wenn erste Studien erfolgreich sind. Die ersten Charge soll demnach im vierten Quartal geliefert werden, wenn der Impfstoff die entsprechende Notfallgenehmigung erhÀlt.

EU-Kommission gibt 100 Millionen Euro fĂŒr Corona-Impfstoff-Forschung

Die EU-Kommission will 100 Millionen Euro fĂŒr ein Projekt der internationalen Forschungsallianz Cepi (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) zur Erforschung von Coronavirus-Impfstoffen zur VerfĂŒgung stellen. Das teilte die Kommission am Mittwoch in BrĂŒssel mit. Das Geld kommt aus dem EU-Forschungs- und Innovationsprogramm "Horizont 2020".

Zur BekĂ€mpfung der Corona-Krise soll nach diesen Vorstellungen rasch ein Impfstoff gegen das Virus entwickelt werden, der weltweit allen zur VerfĂŒgung steht. Die EU-Kommission, Regierungen und internationale Partner haben dafĂŒr insgesamt 15,9 Milliarden Euro zugesagt.

Corona-Ausbruch in Kieler Imbiss

Nachdem sechs Mitarbeiter eines Kieler Imbisses positiv auf das Coronavirus getestet wurden, ist die Stadt dabei, mehr als 400 Kontaktpersonen zu kontaktieren. 15 weitere Mitarbeiter des Imbiss wurden derweil getestet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Neuer Corona-Hotspot in Franken

Mit Massentests und geschlossenen Schulklassen will Rehau einen Corona-Ausbruch eindÀmmen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Verfassungsgericht: Corona-Ausgangssperre in Österreich war rechtswidrig

Österreichs Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat zwei von der Regierung verordnete Corona-Gesetze fĂŒr rechtswidrig erklĂ€rt. So sei etwa das allgemeine Betretungsverbot fĂŒr öffentliche Orte im MĂ€rz und April zum Teil verfassungswidrig, gab der Gerichtshof in Wien am Mittwoch bekannt. Diese Verordnung sei nicht durch das Covid-19-Maßnahmengesetz gedeckt gewesen. Demnach hĂ€tten nur Verbote fĂŒr bestimmte Orte erlassen werden dĂŒrfen, fĂŒr ein allgemeines Ausgehverbot fehle die gesetzliche Basis. "Dieses Gesetz bietet keine Grundlage dafĂŒr, eine Verpflichtung zu schaffen, an einem bestimmten Ort, insbesondere in der eigenen Wohnung, zu bleiben", erklĂ€rte der VfGH.

Verfassungswidrig sei auch die ungleiche Behandlung von GeschĂ€ften nach GrĂ¶ĂŸe gewesen, teilte das Gericht mit. LĂ€den mit einer VerkaufsflĂ€che von unter 400 Quadratmetern sowie BaumĂ€rkte und Gartencenter durften nach einer vierwöchigen Sperre Mitte April wieder aufsperren. GrĂ¶ĂŸere GeschĂ€fte mussten hingegen noch lĂ€nger geschlossen bleiben. Eine sachliche Rechtfertigung fĂŒr diese Ungleichbehandlung sei nicht erkennbar, so der VfGH. Beide Verordnungen sind seit Ende April nicht mehr in Kraft.

Die Corona-Maßnahmen der konservativ-grĂŒnen Regierung in Wien wurden zuvor von der Opposition und von Juristen teilweise als rechtlich bedenklich kritisiert. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verwies daraufhin auf die Ausnahmesituation wĂ€hrend der Corona-Krise und bat um Nachsicht. Juristen sollten Fragen in diesem Bereich "nicht ĂŒberinterpretieren", sagte er.

Corona-Regeln missachtet: Stadt sperrt beliebten Badesee

Die Stadt Löwenstein und die Gemeinde Obersulm in Baden-WĂŒrttemberg haben den als Badesee beliebten Breitenauer See wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen Corona-Regeln gesperrt. Am vergangenen Wochenende sei der See ĂŒberlaufen gewesen, viele BadegĂ€ste hĂ€tten die Abstandsregeln und die Maskenpflicht missachtet, teilten die Kommunen am Mittwoch zur BegrĂŒndung mit.

Da die Kontrolle der Regeln durch die Polizei angesichts eines solchen Massenandrangs nicht leistbar sei, sei die Schließung des Sees per AllgemeinverfĂŒgung beschlossen worden. Diese tritt am Freitag in Kraft und gilt bis auf Weiteres.

Airlines drÀngen auf Wiederaufnahme des transatlantischen Flugverkehrs

Die Chefs der Lufthansa und weiterer großer Fluggesellschaften haben die US-Regierung und die EU-Kommission in einem gemeinsamen Brief aufgefordert, die Wiederaufnahme des Flugverkehrs zwischen den USA und Europa zu ermöglichen. Vorgeschlagen wird in dem Schreiben, das am Dienstag in Frankfurt am Main bekannt wurde, ein koordiniertes, gemeinsames Corona-Testprogramm. Auf QuarantĂ€nevorgaben oder Einreise-BeschrĂ€nkungen soll dagegen verzichtet werden.

Das Testprogramm solle fĂŒr Sicherheit sorgen und das Vertrauen in den transatlantischen Flugverkehr wiederherstellen, heißt es in dem Brief an US-VizeprĂ€sident Mike Pence und EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. DafĂŒr mĂŒssten Regierungen, Wirtschaft und BĂŒrger der betroffenen LĂ€nder zusammenarbeiten. Unterzeichner sind neben Lufthansa-Chef Carsten Spohr auch die Vorstandsvorsitzenden der US-Unternehmen United und American Airlines sowie der IAG-Gruppe, zu der British Airways und Iberia gehören.

In dem Schreiben wird eingerĂ€umt, dass die Wiederaufnahme des Flugverkehrs und das damit verknĂŒpfte Testprogramm "eine Reihe von Herausforderungen" bedeuten wĂŒrden. Auf der anderen Seite könne jedoch niemand daran interessiert sein, den wichtigen transatlantischen Luftfahrt-Korridor weiter geschlossen zu halten. Daher seien Lösungen erforderlich, die Gesundheitsschutz und sicheren Passagierverkehr gleichermaßen gewĂ€hrleisteten, hieß es.

Israel meldet Rekordwert an Neuinfektionen

Die Zahl der tĂ€glichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel ist so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Das israelische Gesundheitsministerium teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 1.977 FĂ€lle gemeldet worden – ein Rekordwert. Ein Wert von 2.000 Neuinfektionen pro Tag gilt in dem Land als Marke fĂŒr noch schĂ€rfere EinschrĂ€nkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Mitte Mai hatte die Zahl der tÀglichen Neuinfektionen noch im zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai immer weiter in die Höhe. Insgesamt wurden in Israel bislang 54.633 Infizierte registriert. Aktive FÀlle gibt es derzeit mehr als 31.300, davon sind 259 schwer erkrankt. 430 Menschen sind bislang nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu wurde zu Beginn der Pandemie fĂŒr sein Krisenmanagement gelobt. Inzwischen steht er aber stark in der Kritik, in den vergangenen Tagen wurde mehrfach gegen ihn demonstriert. Die Wirtschaft des Landes Ă€chzt unter den Folgen der Krise.

Australien: Alarmierende Rekordzahl von Neuinfektionen

In Australien hat die Ausbreitung des Coronavirus einen Rekordstand erreicht. Nach Angaben der Behörden vom Mittwoch wurden 501 neue Infektionen binnen eines Tages verzeichnet. Das ist die höchste Zahl von festgestellten tÀglichen Neuansteckungen, seit sich das Virus nach Australien ausbreitete. Der vorherige Höchststand war laut von der Nachrichtenagentur AFP zusammengetragenen Behördendaten am 28. MÀrz mit 459 Neuinfektionen erreicht worden.

Die große Mehrheit der neuen FĂ€lle konzentriert sich im Bundesstaat Victoria. Der Bundesstaat mit seiner Millionenmetropole Melbourne ist weitgehend vom Rest des Landes abgeriegelt. In der Nacht zum Donnerstag tritt in Melbourne eine allgemeine Maskenpflicht in Kraft. Melbourne ist die erste australische Stadt, die eine solche einfĂŒhrt.

Japan genehmigt Dexamethason zur Coronavirus-Behandlung

Japan lĂ€sst im Kampf gegen das Coronavirus neben Remdesivir eine weiteres Mittel zu. Das Gesundheitsministerium genehmigt bei Covid-19-Erkrankungen den Einsatz von Dexamethason, ein gĂ€ngiges und gĂŒnstiges Steroid.

Eine britische Studie hatte zuvor gezeigt, dass das Medikament die Sterblichkeitsrate bei Patienten senkt. Der japanische Pharmakonzern Nichi-Iko Pharmaceutical gehört unter anderem zu den Herstellern des Medikaments.

Dexamethason: Das Mittel senkt einer Studie zufolge zwar die Sterberate bei schweren Covid-19-VerlĂ€ufen – prophylaktisch sollte man das Medikament aber keinesfalls einnehmen.
Dexamethason: Das Mittel senkt einer Studie zufolge zwar die Sterberate bei schweren Covid-19-VerlĂ€ufen – prophylaktisch sollte man das Medikament aber keinesfalls einnehmen. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

454 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die GesundheitsÀmter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 454 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 202.799 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 22. Juli, 0 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9.095 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von 5 im Vergleich zum Vortag. Bis Mittwochmorgen hatten 188.600 Menschen die Infektion nach RKI-SchĂ€tzungen ĂŒberstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-SchÀtzungen mit Datenstand 21. Juli, 0 Uhr, in Deutschland bei 1,04 (Vortag: 1,15). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen lÀngeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-SchÀtzungen lag dieser Wert mit Datenstand 21.Juli, 0 Uhr, bei 1,08 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Irland schafft QuarantĂ€ne-Pflicht fĂŒr Reisende aus 15 europĂ€ischen Staaten ab

Irland kĂŒndigt QuarantĂ€ne-Erleichterungen fĂŒr Reisende aus 15 europĂ€ischen Staaten an. Personen, die aus einem Land mit einer Ă€hnlichen oder niedrigeren Infektionsrate wie Irland einreisen, stehen nicht mehr unter einer 14-tĂ€gigen QuarantĂ€ne, teilt die Regierung mit.

Darunter fallen Malta, Finnland, Norwegen, Italien, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Zypern, der Slowakei, Griechenland, Grönland, Gibraltar, Monaco und San Marino. Einreisende aus anderen LĂ€ndern, einschließlich dem benachbarten Großbritannien und den USA, mĂŒssen sich weiterhin in eine zweiwöchige QuarantĂ€ne begeben.

Menschen mit Maske in Dublin: Das Virus wird laut WHO noch lÀnger unser Leben bestimmen.
Menschen mit Maske in Dublin: Das Virus wird laut WHO noch lÀnger unser Leben bestimmen. (Quelle: Niall Carson/PA Wire/dpa-bilder)

Trump zu Corona: Bevor es besser wird, wird es schlimmer werden

US-PrĂ€sident Donald Trump hat vor einer weiteren Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie in den Vereinigten Staaten gewarnt. "Es wird wahrscheinlich leider schlimmer werden, bevor es besser wird", sagte er am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Hier lesen Sie mehr.

Trump sieht Verantwortung in Corona-Krise nicht allein bei sich

US-PrĂ€sident Donald Trump sieht die Verantwortung fĂŒr die BewĂ€ltigung der Corona-Pandemie in den USA nicht allein bei sich. Er arbeite Hand in Hand mit den Gouverneuren der Bundesstaaten, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Ich denke, wir sind alle verantwortlich." Es sei ein Jammer, dass das Virus die USA erreicht hĂ€tte, sagte Trump. Zugleich betonte er, dass er die Grenzen geschlossen und viele Dinge getan habe, "die sehr gut waren". Erneut sagte er: "Das Virus wird verschwinden, es wird verschwinden."

Brasilien: Neuinfektionen und TodesfÀlle verdoppeln sich zum Vortag

Brasilien meldet mit 41.008 Neuinfektionen binnen 24 Stunden mehr als doppelt so viele Ansteckungen wie tags zuvor mit 20.257. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums steigt damit die Gesamtzahl der Coronavirus-FĂ€lle auf ĂŒber 2,159 Millionen.

Auch die Zahl der TodesfÀlle verdoppelt sich im Tagesvergleich: offiziellen Daten zufolge sind weitere 1.367 Menschen dem Virus erlegen. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und TodesfÀlle auf.

Kalifornien ĂŒberschreitet Marke von 400.000 Infektionen

In Kalifornien ĂŒbersteigt die Zahl der bekannten Infektionen nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters die Marke von 400.000. Damit hat der US-Bundesstaat mit etwa halb so vielen Einwohnern wie Deutschland – grob 40 Millionen – fast zweimal so viele FĂ€lle. Angesichts der Zahl der Neuinfektionen dĂŒrfte Kalifornien in naher Zukunft New York als Bundesstaat mit den meisten gemeldeten Infektionen ablösen. Governor Gavin Newsom fĂŒhrte vergangene Woche zahlreiche BeschrĂ€nkungen wieder ein.

San Francisco: Kalifornien meldete insgesamt 400.000 Corona-Infektionen.
San Francisco: Kalifornien meldete insgesamt 400.000 Corona-Infektionen. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)

Österreich weitet Maskenpflicht erneut aus

Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus. In SupermĂ€rkten, Bank- und Postfilialen mĂŒsse von Freitag an wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien.

Supermarkt in Wien: Wegen steigender Fallzahlen wird in Österreich erneut eine Maskenpflicht verhĂ€ngt.
Supermarkt in Wien: Wegen steigender Fallzahlen wird in Österreich erneut eine Maskenpflicht verhĂ€ngt. (Quelle: photonews.at/imago-images-bilder)

Zuletzt galt die Maskenpflicht nur in Bussen und Bahnen, im medizinischen Bereich sowie in einigen Regionen. Seit Anfang Juli hatten sich in Österreich teils wieder mehr als 100 Menschen tĂ€glich angesteckt. Insgesamt sind in der Alpenrepublik aktuell 1.400 Menschen mit dem Virus infiziert. Kurz kĂŒndigte auch schĂ€rfere Grenzkontrollen zu Ungarn und Slowenien an. Viele neue Corona-FĂ€llen seien in jĂŒngster Zeit von Reisenden eingeschleppt worden, die aus LĂ€ndern des Balkans zurĂŒckkehrten, sagte der Regierungschef.

Brasilien erlaubt Test fĂŒr deutsch-amerikanischen Corona-Impfstoff

Die brasilianische Überwachungsbehörde fĂŒr Gesundheit, Anvisa, hat einen weiteren Test fĂŒr einen Corona-Impfstoff zugelassen – diesmal mit deutscher Beteiligung. Wie aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt "DiĂĄrio Oficial" am Dienstag hervorging, erlaubte die Anvisa dem Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer, Tests fĂŒr eine Impfung gegen Covid-19 in Brasilien vorzunehmen.

Es ist bereits die dritte Erlaubnis dieser Art der Behörde, um die Wirksamkeit von Corona-Wirkstoffen zu ĂŒberprĂŒfen. Anfang der Woche hatte der chinesische Pharmakonzern Sinovac in Brasilien die entscheidende dritte Testphase seines Impfstoffs gestartet. Ein Impfstoff des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca, entwickelt von Forschern der UniversitĂ€t Oxford, wird in dem grĂ¶ĂŸten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas schon seit Juni getestet.

Hamburger Pflegeheim unter QuarantĂ€ne – Bewohner positiv getestet

In einem Wohn- und Pflegeheim im Hamburger Stadtteil Bramfeld ist ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Einrichtung befindet sich seit Dienstag unter QuarantÀne, berichtete der NDR. Mehr dazu lesen Sie hier.

Trump soll tÀglich auf Corona getestet werden

US-PrÀsident Donald Trump wird manchmal mehrmals am Tag auf das Coronavirus getestet. Das gibt seine Sprecherin Kayleigh McEnany bekannt. Mehr dazu lesen Sie hier.

40.000 Gastro-Betriebe in Spanien mĂŒssen schließen

Die Corona-Pandemie hat tiefe Kerben in die Restaurant- und Kneipenlandschaft Spaniens geschlagen. Nach Angaben des spanischen Gastronomieverbandes vom Dienstag mussten wegen ausbleibender GĂ€ste wĂ€hrend der Krise landesweit rund 40.000 Bars, Restaurants und Hotels dauerhaft schließen. Das entspricht etwa 13 Prozent der gastronomischen Betriebe Spaniens. Bis Ende des Jahres rechnet der Verband damit, dass die Zahl der geschlossenen Betriebe auf 65.000 ansteigt.

Auf den Balearen-Inseln, darunter das bei Deutschen beliebte Urlaubsziel Mallorca, habe auch nach dem Ende der Grenzschließungen in der EuropĂ€ischen Union weniger als die HĂ€lfte der Bars und Restaurants wieder geöffnet, erklĂ€rte der Verband. In den GroßstĂ€dten des Landes leidet die Branche demnach auch unter ausbleibenden einheimischen GĂ€sten, die sich stattdessen wegen des verbreiteten Homeoffice daheim versorgen. Die Hotel- und Gastrobranche ist ein zentraler Sektor der spanischen Wirtschaft.

USA: Millionen droht Absturz in Armut

Zum 31. Juli laufen in den USA die von der Regierung beschlossenen Sonderzahlungen fĂŒr 32 Millionen Menschen aus, die in der Corona-Krise ihren Job verloren haben und wegen des Wirtschaftseinbruchs keine Arbeit finden. Ohne die staatliche UnterstĂŒtzung droht vielen Betroffenen der soziale Absturz.

Die Sonderzahlungen wurden im April beschlossen, als die Corona-Pandemie die USA ĂŒberrollte und wöchentlich fĂŒr Millionen neue Arbeitslose sorgte. Seither erhalten die EmpfĂ€nger zusĂ€tzlich 600 Dollar (524 Euro) pro Woche. Mit dem Geld können sie ihre Rechnungen begleichen und Kredite bedienen, die Miete bezahlen und Lebensmittel einkaufen, wie Gary Burtless, Wirtschaftswissenschaftler der Denkfabrik Brookings Institution, der Nachrichtenagentur AFP sagt.

Die Betroffenen setzen darauf, dass sich PrĂ€sident Donald Trump und der Kongress auf eine VerlĂ€ngerung der Hilfen einigen. Sollten dies nicht passieren, könnten nicht nur Millionen Menschen in Armut stĂŒrzen, sondern auch die wirtschaftliche Erholung der USA einen RĂŒckschlag erhalten, warnen Analysten von Oxford Economics. Durch den Wegfall der Sonderprogramms wĂŒrden sich demnach die Haushaltseinkommen der betroffenen Familien mindestens halbieren – mit gravierenden Folgen fĂŒr die vom Binnenkonsum getriebene US-Wirtschaft. Eine VerlĂ€ngerung der Sonderzahlungen bis Ende des Jahres wĂŒrde dagegen eine Million bestehende Jobs retten.

Zwei Minister in SĂŒdafrika wegen Covid in Krankenhaus

In SĂŒdafrika haben sich zwei Minister der Regierung von PrĂ€sident Cyril Ramaphosa mit dem Coronavirus infiziert und werden deshalb im Krankenhaus behandelt. Es handele sich um Arbeitsminister Thulas Nxesi und seinen fĂŒr Rohstoffe zustĂ€ndigen Kollegen Gwede Mantashe, gab die Regierung am Dienstag bekannt. Sie waren bereits vor einer Woche positiv getestet worden und hatten sich in eine freiwillige QuarantĂ€ne begeben. SĂŒdafrika hat mit knapp 373.000 Covid-19-FĂ€llen und ĂŒber 5.100 TodesfĂ€llen die höchsten Infektionszahlen des Kontinents.

Maskenpflicht gilt am Wochenende auf Capri

Nach ausgelassenen Feiern von zumeist jungen Leuten auf der italienischen Urlaubsinsel Capri hat der BĂŒrgermeister am Dienstag eine Maskenpflicht fĂŒr Wochenenden erlassen. Damit will Marino Lembo auf seiner Insel im Golf von Neapel mögliche Corona-Risiken abwenden. Freitags, samstags und sonntags gilt nun ab 18 Uhr bis um 4 Uhr am nĂ€chsten Morgen die Vorschrift, auch im Freien einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – und zwar gerade auf den mehr als 20 bei Party-Fans sehr beliebten Straßen und PlĂ€tzen. Capri hatte bisher kaum Corona-FĂ€lle zu vermelden.

Bahn macht in Corona-Krise Milliardenverlust

Die Deutsche Bahn hat in der Corona-Krise einen Milliardenverlust eingefahren. Allein in den ersten fĂŒnf Monaten habe der Betriebsverlust 1,2 Milliarden Euro betragen, sagten mit den Zahlen Vertraute am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Eigentlich war ein Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 400 Millionen Euro angepeilt worden.

Zwischenzeitlich hatte der Staatskonzern den Kreisen zufolge mit noch schlechteren Zahlen gerechnet, da man auch im Mai von einem weitgehenden Lockdown ausgegangen war. So liege der Verlust um eine halbe Milliarde Euro niedriger als damals befĂŒrchtet. Dennoch stiegen die Schulden auf ĂŒber 27 Milliarden Euro und damit um zwei Milliarden Euro mehr als geplant. Eine Bahn-Sprecherin wollte sich zu den Angaben nicht Ă€ußern.

Der Konzern rechne in diesem Jahr mit keiner grundlegenden Erholung mehr und erwarte den grĂ¶ĂŸten Verlust seiner Geschichte, sagte ein Konzernvertreter. Besonders angespannt sei die Lage beim Personenverkehr in Deutschland. Die GĂŒterbahn halte sich vergleichsweise gut. Die internationale Spedition Schenker bewege sich sogar im Rahmen der Planungen - unter anderem wegen des boomenden Luftfracht-GeschĂ€fts in der Corona-Krise.

Ist eine Covid-19-Diagnose auch ohne Test möglich?

Um eine Corona-Infektion festzustellen, ist ein Test die zuverlÀssigste Methode. Doch lÀsst sich Covid-19 auch anhand bestimmter Symptome und medizinischer Untersuchungen diagnostizieren, wollten Forscher wissen? Mehr dazu lesen Sie hier.

Iran meldet neue Rekordzahl an Corona-Toten an einem Tag

Der Iran meldete am Dienstag eine neue Rekordzahl an Corona-Toten. In den letzten 24 Stunden starben 229 Patienten an dem Virus, sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums im Staatsfernsehen. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 14.634. Im gleichen Zeitraum wurden ĂŒber 2.600 Neuinfektionen erfasst und somit stieg die Zahl der bisher nachgewiesenen Infektionen auf 278.827, wie die Sprecherin Sima Lari sagte.

Der Anstieg sei nach EinschĂ€tzung von Experten auf die Lockerungen in den letzten Wochen zurĂŒckzufĂŒhren. Dies hatte dazu gefĂŒhrt, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften und auch die Pandemie nicht mehr ernstgenommen habe. Seit Anfang der Woche wurden die Lockerungen grĂ¶ĂŸtenteils wieder aufgehoben.

Corona-Ausschuss hebt Schließungen von Restaurants in Israel auf

Nach heftigen Protesten dĂŒrfen Restaurants in Israel weiter GĂ€ste bewirten. Der Coronavirus-Ausschuss des israelischen Parlaments hat einen Schließungsbeschluss der Regierung aufgehoben. Die Mitglieder des Gremiums stimmten am Dienstag mehrheitlich dafĂŒr, den Lokalen ihren Betrieb unter Wahrung der Corona-Vorschriften wieder zu ermöglichen.

Die Schließungen waren erst am frĂŒhen Morgen in Kraft getreten, die Regierung hatte sie Ende vergangener Woche beschlossen. Restaurants hĂ€tten nur noch Essen zum Mitnehmen oder zur Lieferung nach Hause anbieten dĂŒrfen. Gastronomen hatten erklĂ€rt, sich nicht an die Maßgaben der Regierung zu halten.

Der Coronavirus-Ausschuss hatte zuvor bereits RegierungsbeschlĂŒsse zur Schließung von SchwimmbĂ€dern und Fitnessstudios aufgehoben. Die Vorsitzende des Gremiums gehört der Likud-Partei von MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu an. Der 70-JĂ€hrige hatte ihr bereits mit Absetzung gedroht. Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums wurden in Israel fĂŒr Montag 1.855 Corona-Neuinfektionen gemeldet, in Deutschland waren es am selben Tag 522. Deutschland hat etwa neun Mal so viele Einwohner wie Israel.

Sind Patienten nach einer Corona-Erkrankung immun?

Eine noch unveröffentlichte Studie hat untersucht, ob Covid-19-Erkrankte nach ihrer Genesung immun gegen das Virus sind. Das Ergebnis betrifft auch die Frage, ob und wie lange eine Impfung wirksam wÀre. Mehr dazu lesen Sie hier.

Britisches Kabinett trifft erstmals wieder persönlich

Das britische Kabinett ist erstmals seit gut vier Monaten wieder persönlich zusammengekommen. Um Abstandsregeln einhalten zu können, wurde die Sitzung jedoch vom Amtssitz des Premierministers in der Downing Street in einen grĂ¶ĂŸeren Saal im Außenministerium gegenĂŒber verlegt. Die regulĂ€ren wöchentlichen Treffen wurden Mitte MĂ€rz ausgesetzt. Zuletzt rief Premierminister Boris Johnson, der wie sein Gesundheitsminister selber an Covid-19 erkrankt war, die Briten dazu auf, wieder an ihre ArbeitsplĂ€tze zurĂŒckzukehren. Er will damit die Wirtschaft wieder in Gang bringen.

Katar investiert in Impfstoffentwickler CureVac

Der TĂŒbinger Impfstoffentwickler CureVac hat nach dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) und dem Bund einen weiteren Großinvestor an Land gezogen. Der katarische Staatsfonds QIA und eine Gruppe bestehender und neuer Investoren hĂ€tten sich mit 126 Millionen Dollar beteiligt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit habe CureVac bei der nun abgeschlossenen Finanzierungsrunde insgesamt 640 Millionen Dollar eingesammelt. Wie viel der 126 Millionen von QIA stammen und welchen Anteil sich die Katarer damit an dem Biotechunternehmen sichern, bliebt zunĂ€chst unklar.

CureVac gehört zu den wenigen deutschen Unternehmen, die sich im Wettlauf um einen Corona-Impfstoff befinden. Die Gesellschaft war im MĂ€rz in die Schlagzeilen geraten, weil die US-Regierung angeblich Interesse an CureVac hatte. Im Juni sicherte sich der Bund fĂŒr 300 Millionen Euro 23 Prozent an dem Biotechunternehmen. Der britische Pharmariese GSK erwarb fĂŒr 150 Millionen Euro knapp zehn Prozent, wie das Unternehmen am Montag mitgeteilt hatte. CureVac hatte im Juni mit der klinischen Erprobung seines Covid-19-Impfstoffkandidaten begonnen und will diesen bis Mitte nĂ€chsten Jahres marktreif haben.

Absatz von Fernsehern in der Corona-Krise gestiegen

In Deutschland sind in den vergangenen Monaten deutlich mehr Fernseher gekauft worden. Im ersten Halbjahr stieg der Absatz im Jahresvergleich um fĂŒnf Prozent auf 3,2 Millionen TV-GerĂ€te, wie die Branchenvereinigung gfu am Dienstag mitteilte. Entscheidend dafĂŒr sei der Abverkauf nach dem Ende des Lockdowns im FrĂŒhjahr gewesen, sagte gfu-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Kamp. So sei der Absatz im Mai um 37 Prozent hochgesprungen und im Juni um 21 Prozent. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres waren noch 1,5 Prozent weniger FernsehgerĂ€te verkauft worden.

Einen deutlichen Zuwachs gab es angesichts der verstĂ€rkten Heimarbeit in Corona-Zeiten auch bei privat genutzter IT wie Notebooks, Monitoren und Druckern. Hier rechnet die gfu jetzt fĂŒr dieses Jahr mit einem Umsatzplus von zehn Prozent - ursprĂŒnglich war lediglich ein Prozent mehr erwartet worden.

Uni Oxford: Covid-19-Impfstoff noch dieses Jahr möglich

Der mögliche Covid-19-Impfstoff der UniversitĂ€t Oxford und des Pharmakonzerns AstraZeneca könnte den Forschern zufolge bis zum Jahresende bereitstehen. Dies sei aber noch nicht sicher, sagt die Projektleiterin Sarah Gilbert im BBC-Hörfunk. "Das Ziel, den Impfstoff Ende des Jahres auf den Markt zu bringen, ist eine Möglichkeit, aber es gibt absolut noch keine Gewissheit dabei." Erst mĂŒsse nachgewiesen werden, dass der Impfstoff in spĂ€ten Versuchsstadien funktioniere. Außerdem mĂŒsse er in großen Mengen hergestellt werden, und die Behörden mĂŒssten schnell eine Notfallzulassung erteilen.

Mehr als 80.000 Corona-Tote in Brasilien

In Brasilien sind bereits mehr als 80.000 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Montagabend (Ortszeit) hervor. Demnach stieg die Zahl der Corona-Toten auf 80.120. Zuletzt waren tÀglich rund 1.000 TodesfÀlle gemeldet worden, vergangene Woche durchbrach Brasilien die Marke von zwei Millionen bestÀtigten Infizierten. Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und TodesfÀlle in der Corona-Pandemie verzeichnet.

Die tatsĂ€chlichen Zahlen in Brasilien dĂŒrften aber noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und SchĂ€tzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bisher bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind.

Bolsonaros Umfragewerte legen trotz steigender Infektionen zu

Die zuletzt geringen Zustimmungswerte fĂŒr den brasilianischen PrĂ€sidenten Jair Bolsonaro sind nach einer Umfrage den dritten Monat in Folge gestiegen. Die Werte des rechten Politikers legten um zwei Punkte auf 30 Prozent im Juli zu, wie aus der monatlichen Erhebung von XP/Ipespe hervorgeht. Das ist der höchste Wert seit April.

Demnach verstÀrkt sich der Eindruck, das Staatsoberhaupt werde beim Umgang mit der Pandemie und den wirtschaftlichen Folgen besser. Bolsonaro hatte die Pandemie anfangs als "kleine Grippe" bezeichnet.

Zwei weitere Minister in Brasilien positiv

In Brasilien sind zwei weitere Minister positiv auf das Virus getestet. Der Minister fĂŒr StaatsbĂŒrgerschaftsfragen Onyx Lorenzoni und Bildungsminister Milton Ribeiro geben ihre Coronavirus-Infektion auf sozialen Medien bekannt. Auch PrĂ€sident Jair Bolsonaro, Energieminister Bento Albuquerque und der Nationale Sicherheitsberater Augusto Heleno haben positive Tests veröffentlicht.

552 Neuinfektionen und vier weitere TodesfÀlle

In Deutschland steigt die Zahl der festgestellten Infektionen um 522 auf 202.345, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der TodesfÀlle legt demnach um vier auf 9.090 zu.

Bislang 396 Bundeswehr-Soldaten mit Corona infiziert

Knapp 400 Bundeswehr-Soldaten haben sich laut einem Medienbericht bislang mit dem Coronavirus infiziert. Derzeit gebe es jedoch nur noch sieben aktive FĂ€lle, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Angaben des Verteidigungsministeriums. Insgesamt haben sich demnach 396 infiziert, 389 seien wieder gesund.

In vielen Einheiten hĂ€tten bis zu 80 Prozent der BeschĂ€ftigten im Homeoffice gearbeitet. Die zum 1. April eingestellten Rekruten seien erst zum Sommer eingestiegen. Internationale Übungen seien vielfach abgesagt und strenge QuarantĂ€nemaßnahmen fĂŒr die Soldaten eingefĂŒhrt worden, die in AuslandseinsĂ€tze entsandt wurden.

Bislang habe die Bundeswehr in der Corona-Pandemie in 440 FÀllen Amtshilfe geleistet, aktuell gebe es rund 100 AuftrÀge.

Studie: Antikörper gegen Coronaviren sorgen vermutlich fĂŒr ImmunitĂ€t

Corona-Patienten haben einer Studie zufolge in vielen FĂ€llen dauerhaft so viele Antikörper, dass eine erneute Infektion mit dem Virus vermutlich abgewehrt werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie an 327 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan, die zu den weltweit ersten infizierten Erkrankten gehören. Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden, die fĂ€hig seien, das Virus unschĂ€dlich zu machen, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts fĂŒr Virologie der Uniklinik Essen.

An der Studie des deutsch-chinesischen Gemeinschaftslabors in Wuhan waren neben chinesischen Experten auch drei Virologen aus Essen, darunter Mirko Trilling, beteiligt. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den nÀchsten Tagen einem Fachmagazin zur Begutachtung vorgelegt werden.

WHO begrĂŒĂŸt britischen Impfstoff: "Aber noch ein langer Weg"

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Studienergebnisse zu einem britischen Impfstoff gegen das Coronavirus als "gute Nachricht" begrĂŒĂŸt. Bei einem Medienbriefing in Genf am Montag gratulierte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan den Forschern in Oxford und den Kollegen des Pharmaunternehmens Astrazeneca, die die Ergebnisse geliefert hatten. Die Tatsache, dass das Vakzin erfolgreich getestet worden sei und keine ernsthaften Nebenwirkungen in den Probanden hervorgerufen habe, sei "ein positives Ergebnis". "Dennoch ist es noch ein langer Weg", sagte Ryan weiter. Nun mĂŒssten weitere Studien in grĂ¶ĂŸerem Umfang folgen.

Experten hatten zuvor in der britischen Medizin-Zeitschrift "The Lancet" berichtet, dass der britische Impfstoff einer Studie zufolge sicher zu sein scheint und das Immunsystem ankurbelt. Das Mittel wirkt gleich zweifach: Es fördert sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen – beide sind fĂŒr die Immunabwehr wichtig. Erste Ergebnisse der Phase-1/2-Studie waren schon in der vergangenen Woche bekannt geworden. Die Versuche mit 1.077 gesunden Personen wurden als vielversprechend eingestuft.

Ebenfalls am Montag prĂ€sentierten chinesische Forscher in "The Lancet" Erfolge eines Impfstoffs in einem Phase-2-Versuch mit ĂŒber 500 Menschen. Auch dieser sei sicher und habe eine Reaktion des Immunsystem hervorgerufen wie Antikörper oder entsprechende Abwehrzellen (T-Zellen) im Blut, schreibt das Team um Feng-Cai Zhu vom Jiangsu Provincial Center for Disease Control and Prevention in Wuhan.

Pandemie lÀsst Steuereinnahmen von Bund und LÀndern im Juni einbrechen

Die Coronavirus-Pandemie hat die Steuereinnahmen von Bund und LĂ€ndern im Juni einbrechen lassen. Sie sanken – ohne Gemeindesteuern – um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie am Dienstag aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorging.

Im ersten Halbjahr 2020 sei das Steueraufkommen insgesamt um 9,1 Prozent gefallen. Hier hatte die SteuerschĂ€tzung 9,8 Prozent vorhergesagt. "Die Einnahmen aus den Gemeinschaftssteuern verringerten sich um 10,6 Prozent und das Aufkommen der Bundessteuern sank um 5,0 Prozent", hieß es. "Die LĂ€ndersteuern verzeichneten einen Einnahmezuwachs um 8,8 Prozent." Bis 2024 mĂŒssen Bund, LĂ€nder und Kommunen laut der SteuerschĂ€tzung mit gut 315 Milliarden Euro weniger auskommen als im Herbst angenommen.

Trump nimmt Corona-Briefings wieder auf – und wirbt fĂŒr Maske

Die USA bekommen die Corona-Pandemie nicht in den Griff. US-PrĂ€sident Trump will die Amerikaner nun wieder öfter ĂŒber die Lage unterrichten – und damit offensichtlich auch der wachsenden Kritik an seinem Krisenmanagement Einhalt gebieten. Lesen Sie hier mehr.

Corona-Impfstoff: Biontech schließt erste Liefervereinbarung

Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem möglichen, gerade in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff geschlossen. Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten "BNT 162" geliefert werden, voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021, wie die Unternehmen mitteilten. Finanzielle Details wurden nicht bekannt. "Wir befinden uns in fortgeschrittenen GesprĂ€chen mit verschiedenen anderen Regierungen und hoffen, bald weitere Liefervereinbarungen bekanntgeben zu können", sagte Biontech-MitgrĂŒnder und -chef Ugur Sahin laut einer Mitteilung.

Zu insgesamt vier RNA-Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer laufen derzeit in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II. FĂŒr zwei dieser Kandidaten genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA kĂŒrzlich ein beschleunigtes Zulassungsverfahren. Erste Ergebnisse der bisherigen Studien in den USA haben Biontech und Pfizer schon offengelegt und nannten sie ermutigend, auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen.

Probanden – insgesamt waren es 45 gesunde Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren – hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsĂ€chlich vor einer Infektion schĂŒtzen. Das sollen Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen. Nun teilten die Unternehmen mit, noch diesen Monat könnte es mit den weiteren Studien der Phasen IIb und III mit einem Hauptkandidaten fĂŒr den Impfstoff losgehen. Wenn auch dies erfolgreich laufe, könne im Oktober das Zulassungsverfahren beantragt werden. Zu den Tests in Deutschland stehen erste Ergebnisse noch aus, sie werden im Juli erwartet.

Britischer Corona-Impfstoff könnte zweifach wirken

Ein britischer Impfstoff gegen das Coronavirus scheint einer Studie zufolge sicher zu sein und das Immunsystem anzuregen. Mehr dazu lesen Sie hier.

US-Behörden nutzen Uber-Daten zur Corona-Verfolgung

Der Fahrdienstvermittler Uber stellt in den USA den Gesundheitsbehörden Daten von Fahrern und FahrgĂ€sten zu VerfĂŒgung, um Kontakte von Corona-Infizierten nachzuverfolgen. Wie Uber-Manager erklĂ€rten, könnten die Information helfen, Kandidaten fĂŒr eine QuarantĂ€ne ausfindig zu machen. Es darf nur von Behörden genutzt werden. Obwohl der Dienst schon seit Monaten zur VerfĂŒgung steht, wurde er in vielen Virus-Hotspots, zum Beispiel in Texas und Florida, nicht genutzt. Massachusetts hingegen teilt Uber oder dem Konkurrenten Lyft mit, wenn eine an Corona erkrankte Person einen Fahrdienst genutzt hat. Uber selbst sperrt Kunden mit nachgewiesener Corona-Infektion fĂŒr mindestens 14 Tage den Zugang zu seiner Plattform.

Russland will noch dieses Jahr 200 Millionen Impfdosen produzieren

Russland hofft, noch in diesem Jahr 200 Millionen Dosen eines Corona-Impfstoffs herstellen zu können, der derzeit entwickelt wird. Die erste Phase klinischer Tests mit dem Mittel sei bereits abgeschlossen und die zweite Phase solle voraussichtlich in zwei Wochen abgeschlossen sein, sagte Kirill Dmitrijew von der russischen Stiftung zur Impfstoffentwicklung der Website Stopcoronavirus.rf.

In der dritten Phase solle der Impfstoff zeitgleich in Russland und in mehreren weiteren LĂ€ndern getestet werden, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, die TĂŒrkei und Staaten in Afrika. Möglicherweise "schon im August" solle der Impfstoff dann in Russland zugelassen werden und in die Massenproduktion gehen, sagte Dmitrijew. Sobald das Mittel auch in den Partnerstaaten zugelassen sei, solle es auch dort hergestellt werden, so dass bis Jahresende 200 Millionen Dosen produziert werden könnten, davon 30 Millionen in Russland.

Großbritannien, die USA und Kanada hatten Russland in der vergangenen Woche Versuche vorgeworfen, mit Hilfe von Hackern Informationen zu Corona-Impfstoffen zu stehlen. Moskau wies dies entschieden zurĂŒck.

Karliczek verdreifacht Gelder fĂŒr Corona-Forschung

Das Bundesforschungsministerium hat die Fördergelder zur Erforschung des Coronavirus erhöht. Die ursprĂŒnglich vorgesehenen Mittel von 15 Millionen Euro seien verdreifacht worden, teilte Ministerin Anja Karliczek (CDU) am Montag in Berlin mit. Mit nun 45 Millionen Euro sollen knapp 90 "herausragende Projekte" gefördert werden. Genannt wurden Untersuchungen zur Wirksamkeit der Behandlung von Covid-19-Patienten mit Blutplasma von Menschen, die eine Infektion bereits ĂŒberstanden haben, die Erforschung des Einflusses genetischer Faktoren wie der Blutgruppe auf den Schweregrad der Erkrankung sowie Studien zu ethischen, rechtlichen und sozialen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Pandemie.

"Die Biologie des Virus und seine Verbreitungswege noch besser zu verstehen, ist der SchlĂŒssel fĂŒr wirksame Therapien und weitere mögliche Maßnahmen zur EindĂ€mmung des Virus. Gleichzeitig wollen wir untersuchen, wie sich die politischen Entscheidungen und sozialen Empfehlungen im Zusammenhang mit der Pandemie auf jeden einzelnen und unsere Gesellschaft als Ganzes auswirken", sagte Karliczek. Mit der Förderung werde die UnterstĂŒtzung des Ministeriums zur Impfstoffentwicklung und zur StĂ€rkung der UniversitĂ€tsmedizin ergĂ€nzt.

Corona-Ausbruch in Hongkong nicht unter Kontrolle

Die Behörden in Hongkong sehen die Lage nach dem jĂŒngsten Anstieg der Corona-Infektionen noch nicht unter Kontrolle. Sie melden 73 neue FĂ€lle, darunter 66, die lokal ĂŒbertragen worden seien. Am Sonntag war mit mehr als 100 FĂ€llen ein neuer Rekordanstieg registriert worden. Mit weiteren BeschrĂ€nkungen wollen die Behörden gegensteuern. Beamte mĂŒssten soweit als möglich von zu Hause aus arbeiten. Erst in der vergangenen Woche hatte die Regierung in der chinesischen Sonderverwaltungszone die Regeln zur EindĂ€mmung des neuartigen Coronavirus verschĂ€rft. So muss inzwischen in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske getragen werden.

Über 100.000 Festnahmen wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen Corona-Auflagen in Simbabwe

In Simbabwe sind seit Ende MĂ€rz zehntausende Menschen festgenommen worden, weil sie gegen die Corona-bedingten EinschrĂ€nkungen verstoßen haben sollen. Wie ein Polizeisprecher am Wochenende mitteilte, wurden insgesamt 104.349 Menschen wegen der VerstĂ¶ĂŸe gegen die landesweiten EinschrĂ€nkungen festgenommen. Es sei besorgniserregend, wie viele Menschen sich nicht an die Maskenpflicht hielten, trotz Verboten an Versammlungen teilgenommen hĂ€tten oder gereist seien, erklĂ€rt der Sprecher.

Die Polizei appellierte an die Bevölkerung, die "Auswirkungen der tödlichen Pandemie zu minimieren, indem sie weniger reisen, die Abstandsregeln beachten, Masken tragen sowie Bars und illegale Versammlungen meiden".

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in dem afrikanischen Land nach offiziellen Angaben knapp 1.500 Corona-Infektionen registriert, 25 Menschen starben.

VerschÀrfte Maskenpflicht in Frankreich tritt in Kraft

In Frankreich gilt im Kampf gegen das Coronavirus seit Montag eine verschĂ€rfte Maskenpflicht. In öffentlichen geschlossenen RĂ€umen muss dort nun verbindlich eine Schutzmaske getragen werden. Die neuen Regeln gelten unter anderem fĂŒr GeschĂ€fte, Banken, Markthallen, aber auch in Kinos, Museen und SehenswĂŒrdigkeiten, wie Frankreichs Gesundheitsminister Olivier VĂ©ran im Nachrichtensender Franceinfo erklĂ€rte. Auch in Fitnessstudios und Orten der ReligionsausĂŒbung muss eine Maske getragen werden. Damit solle der Schutz der Menschen vor dem Coronavirus gestĂ€rkt werden, erklĂ€rte VĂ©ran.

Bisher konnten Betreiber selbst entscheiden, ob Kunden und Besucher eine Maske tragen mĂŒssen. Bei der Nichteinhaltung der Maskenpflicht droht nun ein Bußgeld von 135 Euro. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt in Frankreich landesweit bereits seit Mai eine Maskenpflicht. Auch viele SehenswĂŒrdigkeiten wie der Eiffelturm oder der Louvre in Paris konnten nur mit Maske besucht werden.

StaatsprĂ€sident Emmanuel Macron hatte die RegelverschĂ€rfung in der vergangenen Woche in einem TV-Interview persönlich angekĂŒndigt. In Frankreich wird – wie auch in anderen LĂ€ndern – eine zweite Welle der Covid-19-Pandemie befĂŒrchtet.

Mitten in der zweiten Welle: Israels Krankenpfleger im Streik

Mitten in der Corona-Krise sind die Krankenschwestern und -pfleger in Israel am Montag in den Streik getreten. Sie wollen damit gegen den Pflegenotstand protestieren, der durch die Pandemie noch verschĂ€rft wurde. Ein nĂ€chtlicher Verhandlungsmarathon mit dem Finanzministerium ĂŒber eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen war zuvor gescheitert. Die "Times of Israel" schrieb, die Notfallversorgung sowie die Versorgung von Corona-Patienten sollten trotz des Streiks gewĂ€hrleistet bleiben.

In israelischen KrankenhĂ€usern herrscht nach Medienberichten ein starker Personalmangel. Außerdem seien gegenwĂ€rtig rund Tausend Krankenschwestern und -pfleger in Corona-QuarantĂ€ne, berichtete das israelische Fernsehen am Montag. Tage in QuarantĂ€ne wĂŒrden als Krankentage angerechnet. Auch dagegen protestierte das Pflegepersonal. In Israel streiken bereits seit mehreren Wochen auch die Sozialarbeiter.

Israels OppositionsfĂŒhrer Jair Lapid schrieb bei Twitter, wie die Sozialarbeiter hĂ€tten auch die Krankenschwestern "verstanden, dass es in Israel keine Regierung gibt". Die Minister seien nur mit sich selbst beschĂ€ftigt und kĂŒmmerten sich nicht um die Probleme des Volkes, schrieb er. "Alle, die in Israel an der Front arbeiten, wurden alleingelassen."

Die Zahl der tÀglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel schnellt seit Ende Mai immer weiter in die Höhe. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 50.035 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 409 Infizierte sind gestorben.

Florida meldet fĂŒnften Tag in Folge ĂŒber 10.000 Neuinfektionen

Der US-Bundesstaat Florida hat mit ĂŒber 12.000 Neuinfektionen den fĂŒnften Tag in Folge ĂŒber 10.000 FĂ€lle gemeldet. "Wir haben Glut und wir haben Flammen. Florida wurde flammenartiger, aber es ist – es ist unter Kontrolle zu bekommen", erklĂ€rte US-PrĂ€sident Trump am Sonntag. Mindestens 14 Staaten haben bislang im Juli Rekordzahlen fĂŒr Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus gemeldet, darunter Alabama, Arizona, Georgia, Florida, North Carolina, Nevada und Texas.

Dennoch drĂ€ngt die US-Regierung darauf, die Schulen in wenigen Wochen wieder zu öffnen und widersetzt sich einem Bundesmandat, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen. Trump bekrĂ€ftigte beim Fernsehsender "Fox News" seine Behauptung, dass der Virus irgendwann verschwinden wĂŒrde. "Ich werde irgendwann Recht haben", sagte er. "Es wird verschwinden und ich werde Recht haben."

In den Vereinigten Staaten zeigten Statistiken der Zentren fĂŒr Seuchenkontrolle (CDC) das Gegenteil – steigende Zahlen bei Infektionen, TodesfĂ€llen, Krankenhausaufenthalten und eine höhere Rate an positiven Testergebnissen. Trump erklĂ€rte, er stimme CDC-Direktor Robert Redfield nicht zu, dass dieser Herbst und Winter eine der schwierigsten Zeiten fĂŒr die öffentliche Gesundheit in den USA sein wĂŒrden, da KrankenhĂ€user zusĂ€tzlich zu Covid-19 mit der saisonalen Grippe zu kĂ€mpfen hĂ€tten. "Ich weiß es nicht und ich glaube nicht, dass er es weiß", sagte Trump.

Virus-Ausbruch in Florida: Der US-Bundesstaat verzeichnet tagelang mehr als 10.000 Neuinfektionen.
Virus-Ausbruch in Florida: Der US-Bundesstaat verzeichnet tagelang mehr als 10.000 Neuinfektionen. (Quelle: David Santiago/Miami Herald/ap-bilder)

WHO-Chef-Forscherin hĂ€lt breite Corona-Impfung Mitte 2021 fĂŒr möglich

Eine breit angelegte Corona-Impfung könnte nach Meinung der Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Mitte 2021 erfolgen. "Im Moment sind mehr als 20 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien", sagte Soumya Swaminathan in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. "Deshalb sind wir zuversichtlich, dass ein paar von ihnen funktionieren werden." Anfang 2021 könnten erste Ergebnisse vorliegen. Nach der Massenproduktion der Impfstoffe könnte es daraufhin Mitte 2021 einen Impfstoff geben, der auf breiter Basis eingesetzt wird.

"NatĂŒrlich lĂ€sst sich das nicht vorhersagen", betonte Swaminathan. Sie hat jedoch große Hoffnungen: "Wenn wir annehmen, dass es eine zehnprozentige Chance fĂŒr jeden der Impfstoff-Kandidaten gibt, erfolgreich zu sein, bedeutet das immer noch, dass ein oder zwei Impfstoffe erfolgreich sein könnten - vielleicht sogar mehr."

Es sei nicht entmutigend, dass neutralisierende Antikörper in einigen Corona-Infizierten nach einer Zeit verschwinden. Diese bedeute nicht, dass die ImmunitÀt weg sei, denn es gebe bekanntlich verschiedene Arten der Körperabwehr wie etwas GedÀchtniszellen.

Erneut mehr 60.000 neue Infektionen in den USA

In den USA hat die Zahl der verzeichneten Neuinfektionen mit dem Coronavirus am sechsten Tag in Folge bei mehr als 60.000 gelegen. Wie aus einer ZÀhlung der Johns-Hopkins-UniversitÀt vom Sonntagabend (Ortszeit) hervorging, wurden binnen 24 Stunden weitere 63.872 AnsteckungsfÀlle registriert. Die Gesamtzahl der Infektionen im Land nahm damit auf rund 3,762 Millionen zu.

Zudem wurden nach Angaben der UniversitÀt weitere 514 TodesfÀlle binnen eines Tages registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in den USA stieg damit auf 140.474. Die Vereinigten Staaten sind sowohl von den Toten- als auch den Infektionszahlen her das mit Abstand am hÀrtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Erst am Freitag war bei den tÀglichen Neuinfektionen mit 77.638 FÀllen ein neues Rekordhoch erreicht worden.

Deutschland: 249 Neuinfektionen und zwei weitere TodesfÀlle

In Deutschland steigt die Zahl der festgestellten Infektionen um 249 auf 201.823, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der TodesfÀlle legt demnach um zwei auf 9086 zu.

Aufatmen in Kuba: Erster Tag ohne Neuinfektion

WĂ€hrend in vielen LĂ€ndern die Sorge vor einer zweiten Virus-Welle wĂ€chst, gibt es auf Kuba den ersten Tag ohne Neuansteckung seit mehr als vier Monaten. Der sonst eher zurĂŒckhaltende Epidemiologie-Chef des Gesundheitsministeriums, Francisco Duran, nahm bei der VerkĂŒndung der Nachricht im staatlichen Fernsehen seine Gesichtsmaske ab.

"Ich habe ihnen immer wieder gesagt, bleiben sie sicher Zuhause. Aber ich weiß, dass viele von ihnen heute an den Strand gehen werden", sagte er mit einem LĂ€cheln – um die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger danach wieder an die Abstandsregeln zu erinnern. Schon am Samstag hatte Duran ĂŒber nur einen Neu-Infizierten berichtet. Dem kommunistisch regierten Land mit seinem robusten, gemeindebasierten Gesundheitssystem waren gute Noten im Kampf gegen das Virus ausgestellt worden. Nach offiziellen Angaben gibt es in Kuba mit seinen 11,2 Millionen Einwohnern weniger als 2.500 Covid-19-Infizierte und lediglich 87 Tote.

Inzwischen mehr als 5.000 verzeichnete Tote in SĂŒdafrika

In SĂŒdafrika hat die Zahl der verzeichneten TodesfĂ€lle durch die Corona-Pandemie die Marke von 5.000 ĂŒberschritten. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 85 Todesopfer gezĂ€hlt, womit ihre Gesamtzahl auf 5.033 stieg, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte. Die Zahl der registrierten InfektionsfĂ€lle lag bei rund 364.000.

SĂŒdafrika ist das am stĂ€rksten von der Pandemie betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent. In der Zahl der bestĂ€tigten AnsteckungsfĂ€lle liegt SĂŒdafrika weltweit auf dem fĂŒnften Platz. Mehr bestĂ€tigte Infektionen gibt es nur in den USA, Brasilien, Indien und Russland.

Der sĂŒdafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize appellierte an die Bevölkerung, die Hygieneregeln genau beachten und Atemschutzmasken zu tragen. Die Regierung sei besorgt, weil unter den Menschen anscheinend "MĂŒdigkeit" eingesetzt habe und sie in einer Phase, in der die Ausbreitung des Virus im Land zunehme, nicht mehr wachsam genug seien.

Brasilien – mehr als 23.000 Neuinfektionen und ĂŒber 700 weitere TodesfĂ€lle

Brasilien meldet 23.529 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums steigt damit die Gesamtzahl der Ansteckungen auf ĂŒber 2,098 Millionen. Die Zahl der TodesfĂ€lle steigt offiziellen Daten zufolge um 716 auf 79.488. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und TodesfĂ€lle auf.

Bayern will UrlaubsrĂŒckkehrer an FlughĂ€fen kostenlos testen

Bayern will allen RĂŒckkehrern aus dem Urlaub an seinen FlughĂ€fen einen kostenlosen Corona-Test anbieten. Das Land werde Testzentren an den Airports einrichten, damit man sich dort auf das Virus untersuchen lassen könne, sagte Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) im vorab veröffentlichten Sommerinterview des ZDF. "Wir mĂŒssen uns auf diese UrlaubsrĂŒckkehrer sehr stark einstellen." Die Sommerferien in Bayern beginnen in einer Woche und enden am 7. September.

Trotz Ausbruch: Wiesenhof-Schlachthof bleibt offen

Nach einem grĂ¶ĂŸeren Corona-Ausbruch bei Mitarbeitern der Wiesenhof-HĂ€hnchenschlachterei im niedersĂ€chsischen Lohne sieht der Landkreis keine Veranlassung fĂŒr eine Schließung des Betriebs. Es handele sich um eine Ermessensfrage, sagte der Landrat des Landkreises Vechta, Herbert Winkel (CDU), am Sonntag. "Wir konnten keinen bestimmten Infektionsherd feststellen", sagte Winkel. Es gebe zwar ein grĂ¶ĂŸeres Ausbruchsgeschehen, das sich auf ein Kartonage-Lager zurĂŒckfĂŒhren lasse, wo sich einige Mitarbeiter in den Pausen getroffen hatten. Das Hygienekonzept des Betriebs sei aber gut. Die Mehrheit der Betroffenen habe sich wohl in der Freizeit infiziert.

Bei einem Reihentest unter Mitarbeitern der HÀhnchen-Schlachterei der Wiesenhof-Gruppe wurden von 1.046 Mitarbeitern 66 positiv auf Covid-19 getestet. Alle Infizierten wurden unter QuarantÀne gestellt. Auch 70 direkte Angehörige seien bereits unter QuarantÀne, sagte Winkel. Weitere Kontaktpersonen sollen ab Montag ermittelt werden.

Einwohner weiterer StÀdte Kataloniens sollen Zuhause bleiben

Fast 100.000 Menschen in drei weiteren StĂ€dten Kataloniens sollen ihre HĂ€user vorerst nicht mehr verlassen. Die Behörden erweiterten damit die bereits bestehende Empfehlung fĂŒr vier Millionen Katalanen einschließlich der Bewohner der Hauptstadt Barcelona. Wohnungen sollen nur fĂŒr absolut notwendige Besorgungen verlassen werden. Die Gesundheitsbehörden Kataloniens hatten zuletzt ĂŒber 1.200 Infektionen an einem Tag gemeldet. Eine zwangsweise Ausgangssperre gibt es aber nicht.

Corona-Situation in Österreich verschlechtert sich

Nachdem die Corona-Fallzahlen in Österreich zuletzt wieder gestiegen sind, wurde in Teilen des Landes die Maskenpflicht wieder eingefĂŒhrt. Um einen Flickenteppich bei den Reglungen zu vermeiden, will Kanzler Kurz diese nun wieder fĂŒr das gesamte Land verhĂ€ngen. In welchen Bereichen zukĂŒnftig wieder ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht ist, soll im Laufe des Sonntags besprochen werden.

WĂ€hrenddessen werden in Wien vorerst zwei serbisch-orthodoxe Kirchen geschlossen, weil es dort zu AusbrĂŒchen gekommen ist. Ein Zusammenhang wird vermutet. Ingesamt sieben Personen, darunter Priester, wurden positiv auf Covid-19 getestet. Kontaktpersonen werden nun systematisch getestet. In Österreich wurden bisher nach Angaben der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t 19.655 Corona-Infektionen registriert.

Wiesenhof will nach Ausbruch Hygieneregeln strenger kontrollieren

Nachdem bei GeflĂŒgelkonzern Wiesenhof in Lohne in Niedersachsen 66 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden, hat der Vorstandsvorsitzende Peter Wesjohann bei einer Pressekonferenz angekĂŒndigt, dass die ohnehin recht strengen Hygienemaßnahmen nun nochmals auf den PrĂŒfstand kommen und durch zusĂ€tzliches Personal besser kontrolliert werden soll.

Zuvor hatte der Landrat des Landkreises Vechta, Herbert Winkel, angegeben, dass im Betrieb regelmĂ€ĂŸig von Unternehmensseite aus getestet wurde. Nachdem das Infektionsgeschehen zugenommen hatte, schaltete sich der Landkreis ein und entschied sich fĂŒr großflĂ€chige Tests. Unter den 66 Infizierten sind nach seinen Angaben elf Personen unter 18 Jahren, davon zwei Kinder, die noch in den Kindergarten gehen. Über das weitere Verfahren in diesen FĂ€llen werde erst nach dem Wochenende entschieden.

Winkel gab an, dass es sich im Gegensatz zu dem Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies nicht um Mitarbeiter handelt, die in MassenunterkĂŒnften leben und dass derzeit davon ausgegangen wird, dass die Ansteckung im privaten Umgang erfolgt ist.

Die Fabrik in Lohne hatte 2016 gebrannt, wurde danach nach modernsten AnsprĂŒchen neu aufgebaut, sodass etwa die LĂŒftungstechnik hier keine Ursache sein dĂŒrfte, sagte der Landrat weiter.

USA melden erneut fast 75.000 Neuinfektionen

Aus den USA werden 74.710 Neu-Infektionen gemeldet. Damit steigt die Zahl der im Land registrierten Corona-Infektionen auf gut 3,63 Millionen, wie die US-Seuchenzentren (CDC) mitteilen. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich demnach um 918 auf 138.782.

In den vergangenen Tagen wurden aus den USA immer wieder neue Rekordwerte bei den Neuinfektionen gemeldet – teils wurden sogar ĂŒber 77.000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet.

Fast 79.000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 28.532 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf mehr als 2 Millionen. Die Zahl der TodesfÀlle legte binnen 24 Stunden um 921 auf 78.772 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und TodesfÀlle auf.

Corona-Ausbruch bei Wiesenhof: 66 Menschen in Lohne infiziert

66 Menschen sind in einem Wiesenhof-HĂ€hnchenschlachthof im niedersĂ€chsischen Lohne positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Landkreis Vechta am Samstagabend mit. Insgesamt wurden 1.046 Abstriche genommen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit bei 41,13 pro 100.000 Einwohner. Als Grenzwert fĂŒr EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens gilt der Wert 50. Von den neuinfizierten Personen wohnen 35 im Landkreis Vechta, 27 im Landkreis Diepholz, zwei im Landkreis OsnabrĂŒck und jeweils eine im Landkreis Cloppenburg und in der Stadt Delmenhorst.

Corona-Massentest nach Ausbruch in Stuttgarter Hochhauskomplex

Nachdem in einem Stuttgarter Hochhauskomplex sechs Menschen an Corona erkrankt sind, hat die Stadt rund 400 Nachbarn vorsorglich testen lassen. Sie seien "vorab schriftlich ĂŒber dieses freiwillige und kostenlose Angebot informiert worden", teilte die Stadt am Samstag mit. Die Getesteten wohnen demnach alle in einem GebĂ€udekomplex im Stadtteil Freiberg. Dort im Wohnumfeld sei bei sechs Personen die Coronavirus-Erkrankung festgestellt worden.

"Das stĂ€dtische Gesundheitsamt fĂŒhrt in solchen FĂ€llen regelmĂ€ĂŸig vorbeugende Testungen durch", hieß es in der Mitteilung. "Dies ist Teil der neuen Strategie, schnell großflĂ€chig mögliche Kontaktpersonen zu testen, um die Verbreitung des Virus zu verhindern beziehungsweise Infektionsketten rechtzeitig zu unterbrechen."

PrÀsident Rohani: 25 Millionen Iraner könnten infiziert sein

Im Iran könnten deutlich mehr Menschen mit dem Virus infiziert sein als offiziell bekannt. SchÀtzungen aus dem Gesundheitsministerium zufolge könnten rund 25 Millionen und damit etwa 30 Prozent der Bevölkerung betroffen sein, sagt PrÀsident Hassan Rohani im staatlichen Fernsehen.

Die Agentur Isna zitierte einen Mitarbeiter aus der Corona-Task-Force der Regierung mit den Worten, dabei gehe es Patienten mit milden Symptomen, die keine medizinische Behandlung benötigten oder darum nicht ersuchten. Positiv getestet sind im Iran laut amtlichen Angaben bislang knapp 272.000 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Die Regierung verschĂ€rfte am Samstag im Kampf gegen das Virus bestimmte BeschrĂ€nkungen fĂŒr die Bevölkerung wieder.

Texas: Mehr als 1.000 Corona-Infizierte in GefÀngnis

Nach einem Bericht des Senders NBC infizierten sich in einem BundesgefÀngnis in Texas 1.072 von insgesamt 1.798 Insassen der Strafanstalt in Seagoville im Norden des Bundesstaats. Auch zehn Angehörige des Wachpersonals seien positiv getestet worden.

Ein 65-jÀhriger Gefangener, der eine 14-jÀhrige Haftstrafe wegen GeldwÀsche und Drogenvergehen erhalten hatte, sei in dieser Woche an Covid-19 gestorben. Die Justizvollzugsanstalt in Seagoville ist nach Medienberichten das am schlimmsten vom Coronavirus betroffene BundesgefÀngnis in den USA.

Trotz hoher Zahlen: Trump erwÀgt keine nationale Maskenpflicht im Kampf gegen Corona

US-PrĂ€sident Donald Trump erwĂ€gt keine nationale Maskenpflicht im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Auf eine entsprechende Frage in einem Interview mit "Fox News" antwortete Trump: "Nein, Ich möchte, dass die Menschen gewisse Freiheiten haben." Der amerikanische Seuchenexperte Anthony Fauci hatte vor kurzem fĂŒhrende Politiker einzelner Bundesstaaten und StĂ€dte aufgefordert, ihre BĂŒrger so nachdrĂŒcklich wie möglich zum Tragen von Masken zu drĂ€ngen. Trotz Rekord-Neuinfektionen finden die USA beim Mund- und Nasenschutz bisher keine gemeinsame Linie. Derzeit gilt in etwa der HĂ€lfte der Bundesstaten eine Maskenpflicht, und innerhalb der Bundesstaaten gibt es Streit darĂŒber.

KĂŒrzere Sommerferien an Japans Schulen geplant

Weil Japans Schulen wegen der Corona-Krise vorĂŒbergehend geschlossen hatten, sollen viele SchĂŒler jetzt auf einen Teil ihrer Sommerferien verzichten. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" am Samstag unter Berufung auf eine Umfrage unter den lokalen Schulbehörden im Land berichtete, planen 95 Prozent eine VerkĂŒrzung der Sommerferien an öffentlichen Schulen, um den wĂ€hrend des Notstands entgangenen Lehrstoff aufzuholen. Da die SchĂŒler wĂ€hrend der heißesten Zeit des Jahres, in der in StĂ€dten wie Tokio eine extreme schwĂŒle Hitze herrscht, nur begrenzt frei hĂ€tten, mĂŒsse auf ihre körperliche wie psychische Gesundheit jetzt besondere RĂŒcksicht genommen werden, hieß es weiter.

WHO-Statistik: Jeder Zehnte Corona-Infizierte ist Arzt oder Pfleger

Mehr als 1,3 Millionen Ärzte und PflegekrĂ€fte weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang am neuartigen Coronavirus erkrankt.

BeschĂ€ftigte im Gesundheitssektor machten bisher etwa 10 Prozent aller weltweiten Covid-19-FĂ€lle aus, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Die Johns-Hopkins-UniversitĂ€t zĂ€hlte bis Freitag 13,9 Millionen erfasster Coronavirus-Infektionen auf der ganzen Welt. Die jĂŒngste Zahl der WHO lag am Donnerstag bei 13,4 Millionen FĂ€llen.

Ärzte und PflegekrĂ€fte riskierten nicht nur ihr Leben, sondern litten vielfach auch an körperlicher und psychischer Erschöpfung nach Monaten extrem fordernder Arbeit wĂ€hrend der Pandemie, sagte Tedros. "Wir alle schulden den BeschĂ€ftigten im Gesundheitssektor enorm viel", betonte er. Ausbreitung und Risiken von Infektionen unter medizinischen FachkrĂ€ften sollen besser erforscht werden.

WHO meldet erneut neuen Rekord bei weltweiten Neu-Infektionen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet einen neuen Rekordanstieg bei den Corona-Infektionen: In den vergangenen 24 Stunden seien weltweit fast 238.000 neue Erkrankungen registriert worden. Die bisher grĂ¶ĂŸte Zahl von Neu-Infektionen binnen eines Tages hatte die UN-Gesundheitsorganisation am Sonntag mit gut 230.000 FĂ€llen verzeichnet. Zuletzt habe die Zahl der neu registrierten Erkrankungen vor allem in den USA, Brasilien, Indien und SĂŒdafrika zugenommen, so die WHO. Die Zahl der TodesfĂ€lle bleibe derzeit dagegen konstant bei durchschnittlich rund 5.000 tĂ€glich.

NĂ€chste Lockerungswelle in New York weniger weitreichend als geplant

In der Millionenmetropole New York kann am Montag die vierte und letzte Phase der Lockerungen der EinschrĂ€nkungen in der Coronavirus-Pandemie beginnen – allerdings mit EinschrĂ€nkungen. New Yorks BĂŒrgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Andrew Cuomo gaben die Entscheidung am Freitag bekannt.

Demnach dĂŒrfen beispielsweise Freizeiteinrichtungen unter freiem Himmel wie Zoos oder Botanische GĂ€rten wieder öffnen; auch die Film- und Fernsehproduktion kann wieder aufgenommen werden. Die Öffnung von Einkaufszentren und der Innenbereiche von kulturellen Einrichtungen wie Museen könne allerdings anders als zunĂ€chst geplant nicht bereits am Montag stattfinden, teilte Gouverneur Cuomo mit. Auch die Innenbereiche von Restaurants, die eigentlich bereits seit dem Start der dritten Phase vor rund zwei Wochen geöffnet sein sollten, mĂŒssen vorerst weiter geschlossen bleiben.

Nach 120 Tagen: QuarantÀne in Buenos Aires wird gelockert

Nach rund 120 Tagen in QuarantĂ€ne werden die AusgangsbeschrĂ€nkungen wegen der Corona-Pandemie im Großraum Buenos Aires etwas gelockert. So sollen kĂŒnftig kleine GeschĂ€fte wieder öffnen dĂŒrfen und Sport im Freien am Abend und frĂŒhen Morgen erlaubt werden. Das teilte die argentinische Regierung am Freitag mit.

Auch Industriebetriebe im Umland der Hauptstadt sollen die Produktion wieder hochfahren. Restaurants und Bars bleiben allerdings weiterhin geschlossen; die Schulen dĂŒrfen auch nach den derzeitigen Winterferien nicht öffnen und Großveranstaltungen bleiben untersagt.

"Zwischen dem 18. Juli und 2. August versuchen wir, zum normalen Leben zurĂŒckzukehren", sagte PrĂ€sident Alberto FernĂĄndez. Sollte die Zahlen der Infektionen oder TodesfĂ€lle sprunghaft steigen, könnten die Lockerungen auch wieder kassiert werden. "Wenn wir sie zurĂŒcknehmen mĂŒssen, werden wir sie zurĂŒcknehmen", sagte der Staatschef.

Weniger Corona-Tote in Großbritannien?

In Großbritannien hat eine weitere Studie fĂŒr Aufruhr gesorgt, die statistische Fehler in den Corona-Statistiken der Gesundheitsbehörden beklagte. Den Experten Yoon K Loke und Carl Heneghan von der Oxford-UniversitĂ€t zufolge könnten die TodesfĂ€lle durch das neuartige Coronavirus in Großbritannien in Wahrheit deutlich niedriger sein als angenommen. Demnach gleichen die Gesundheitsbehörden bei der Erfassung der Corona-bedingten TodesfĂ€lle lediglich die Liste der nachgewiesenen Corona-Infektionen und das Zentralregister mit den landesweiten SterbefĂ€llen ab, ohne die Todesursache zu ĂŒberprĂŒfen.

So sei es möglich, dass ein von einer Corona-Infektion genesener Patient, der drei Monate spĂ€ter bei einem Verkehrsunfall ums Leben komme, als Corona-Toter in der Statistik auftrete, schrieben die Studienautoren. Als Reaktion auf die Kritik forderte Gesundheitsminister Matt Hancock die Gesundheitsbehörden zu einer "dringenden ÜberprĂŒfung" ihrer ZĂ€hlweise auf. Nach offiziellen Angaben sind in Großbritannien seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 45.000 Menschen an Covid-19 gestorben - so viele wie in keinem anderen Land Europas.

Derweil erklĂ€rte Premierminister Boris Johnson, dass der Ausnahmezustand in Großbritannien vor Weihnachten zu Ende sein könnte. Er hoffe, dass eine RĂŒckkehr zur NormalitĂ€t bereits ab November gelingen könne, sagte Johnson am Freitag bei der Vorstellung eines Zeitplans fĂŒr die Lockerung noch bestehender Corona-EinschrĂ€nkungen in England. Als Reaktion auf eine neue Studie, wonach es im Vereinigten Königreich weniger Corona-TodesfĂ€lle gibt als angenommen, ordnete die Regierung eine dringende ÜberprĂŒfung der Corona-Statistiken an.

Rekordwert bei Neuinfektionen in Israel

Die Zahl der tĂ€glichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel ist so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Nach aktualisierten Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Freitagabend wurden fĂŒr Donnerstag 1.929 FĂ€lle gemeldet – ein Rekordwert. Insgesamt wurden in Israel bislang 47.459 Infizierte registriert.

Mitte Mai hatte die Zahl der tÀglichen Neuinfektionen in Israel noch im niedrigen zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai immer weiter in die Höhe.

Kanadier stirbt nach Streit um Maskenpflicht

Nach einem heftigen Streit um die Maskenpflicht ist in Kanada ein 73-JÀhriger bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden. Wie der Sender CBC berichtete, geriet der Mann am Vortag in einem Supermarkt in Minden, rund 200 Kilometer nördlich von Toronto, mit einem Angestellten in Streit. Dieser hatte ihn aufgefordert eine Schutzmaske aufzuziehen.

Als sich der 73-JĂ€hrige weigerte, eskalierte der Streit. Nach Angaben des Mitarbeiters ging der Kunde wutentbrannt auf ihn los und trat dann die Flucht an. Der Mitarbeiter rief daraufhin die Polizei, die den 73-JĂ€hrigen an dessen Wohnort aufspĂŒrte.

Dort kam es zu einem Schusswechsel, bei dem sich der Mann schwerste Verletzungen zuzog. Nach Angaben der Polizei starb er kurz darauf im Krankenhaus. Die Beamten fanden ein Schnellfeuergewehr und eine Pistole in der Wohnung des Mannes.

Auch Barcelona verschÀrft Corona-Regeln wieder

In den vergangenen Tagen und Wochen wurden die Vorsichtsmaßnahmen laut katalanischer Regierung nicht streng genug von der Bevölkerung eingehalten. Die Folge: zahlreiche NeuausbrĂŒche in der Region. Das hat Konsequenzen – fĂŒr alle. Mehr dazu lesen Sie hier.

Großteil der Corona-FĂ€lle in Wuhan wurde nicht entdeckt

WĂ€hrend des Corona-Ausbruchs in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ist laut einer neuen Studie ein Großteil der FĂ€lle unentdeckt geblieben. Die Untersuchung chinesischer Wissenschaftler, die in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass in der ersten akuten Phase zwischen dem 1. Januar und dem 8. MĂ€rz bis zu 87 Prozent der Infektionen unter dem Radar geblieben sein könnten.

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, indem sie mit statistischen und epidemiologischen Modellen den Ausbruch in Wuhan rekonstruierten. Zuvor waren bereits andere internationale Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass viele Sars-CoV-2-Infektionen nicht erkannt werden, etwa, weil Infizierte nur schwache oder keine Symptome haben.

In Wuhan, wo die Pandemie weltweit zuerst ausgebrochen war, wurden rund 50.000 Infektionen und knapp 4.000 Tote gemeldet. Seit Monaten werden aus der zentralchinesischen Stadt keine aktiven InfektionstrĂ€ger mehr gemeldet. Im Juni wurden bei zweiwöchigen Massentests von fast zehn Millionen BĂŒrgern nur noch 300 asymptomatische Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Erreger entdeckt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

USA: Mehr als 68.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen weiteren Rekordwert erreicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

USA nehmen europÀische Studierende von Reiseverbot aus

Die US-Regierung will europĂ€ische Studierende von den Corona-ReisebeschrĂ€nkungen ausnehmen. Das gibt das amerikanische Außenministerium bekannt. Zudem solle es Ausnahmen fĂŒr einige Au-pairs und Familienmitglieder von Visa-Inhabern geben.

Der Schritt ist Teil der US-BemĂŒhungen, den internationalen Reiseverkehr nach den massiven BeschrĂ€nkungen wegen der Corona-Krise wieder allmĂ€hlich zu öffnen. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte im MĂ€rz die Einreise von Personen aus den meisten europĂ€ischen LĂ€ndern wegen der steigenden Zahl an Neuinfektionen untersagt.

Mehr als zwei Millionen Corona-Infizierte in Brasilien

Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich in Brasilien seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in BrasĂ­lia am Donnerstag (Ortszeit) hervor. Im grĂ¶ĂŸten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas starben bisher ĂŒber 76.000 Menschen in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19. Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Tote verzeichnet.

Die tatsĂ€chlichen Zahlen in Brasilien dĂŒrften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und SchĂ€tzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

Friedhofsmitarbeiter in Schutzkleidung begraben ein Opfer von Covid-19: In Brasilien steigen die Opferzahlen weiter an.
Friedhofsmitarbeiter in Schutzkleidung begraben ein Opfer von Covid-19: In Brasilien steigen die Opferzahlen weiter an. (Quelle: Andre Penner/AP/dpa-bilder)

British Airways stellt gesamte Boeing-Jumbo-Flotte außer Dienst

Die angeschlagene Fluggesellschaft British Airways stellt wegen der Coronavirus-Pandemie all ihre Boeing 747 außer Dienst. Die Stilllegung der Jumbos erfolge mit sofortiger Wirkung, teilt die Airline mit. Die Pandemie hat die Flugbranche hat getroffen. British Airways wolle außerdem mehr FlĂŒge mit modernen und kraftstoffeffizienten Maschinen bedienen.

Israel fĂŒhrt Corona-Schutzmaßnahmen wieder ein

Unter anderem wurden Versammlungen von mehr als zehn Personen in geschlossenen RĂ€umen und mehr als 20 Personen im Freien verboten. Ob sich dies auch auf Religionsgemeinschaften bezieht, konnte vorerst nicht geklĂ€rt werden, wie unter anderem die "Times of Israel" berichtete. Ministerien schließen fĂŒr den Publikumsverkehr, Kontakte sind demnach nur noch Online möglich. Zu den Lockdown-Maßnahmen am Wochenende gehört die Schließung einer Reihe von GeschĂ€ften, mit Ausnahme wichtiger Dienstleister wie etwa Apotheken oder SupermĂ€rkte. Zudem werden Fitnessstudios geschlossen, wĂ€hrend Restaurants nur noch Essen zum Mitnehmen oder zur Lieferung nach Hause anbieten dĂŒrfen.

Die Maßnahmen treten nach Medienberichten an diesem Freitagnachmittag in Kraft. Ab Freitag kommender Woche sollen auch die StrĂ€nde gesperrt werden.Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Benny Gantz wollten demnach erst am Wochenende ĂŒber mögliche Schließungen von Schulen und Lehranstalten beraten.

Die Zahl der tÀglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus war zuvor in Israel auf ein Rekordhoch gestiegen. Dem Gesundheitsministerium zufolge waren am Mittwoch 1.780 FÀlle gemeldet worden. Getestet wurden an dem Tag 25.997 Menschen, die Ansteckungsquote war mit rund sieben Prozent ebenfalls so hoch wie nie zuvor.

Republikanischer Gouverneur kritisiert Trumps Krisenmanagement

Der Gouverneur des Bundesstaats Maryland, Larry Hogan, warf Trump in einem Gastbeitrag in der "Washington Post" vor, nicht schnell genug auf die Bedrohung reagiert zu haben. "So viele landesweite Maßnahmen hĂ€tten in diesen frĂŒhen Tagen ergriffen werden können, wurden es aber nicht", schrieb Logan. "Statt seinen eigenen Gesundheitsexperten zuzuhören, redete und twitterte der PrĂ€sident wie ein Mann, dem es mehr um die Ankurbelung des Aktienmarktes oder seine WiederwahlplĂ€ne ging." Lesen Sie mehr hier.

USA wollen unnötige Covid-19-Tests einschrÀnken

Die USA bereiten einem Vertreter des Gesundheitsministeriums zufolge Leitlinien vor, um die Zahl von unnötigen Covid-19-Tests zu reduzieren. Zwar seien die Einzelheiten noch nicht festgelegt, sagt Brett Giroir.

Denkbar sei jedoch etwa, dass wer eine QuarantĂ€ne zu Hause absolviert habe, dann ohne neuen Test zur Arbeit oder Schule zurĂŒckkehren könne. Der Verzicht auf solche Untersuchungen könne die Wartezeit fĂŒr die Ergebnisse der wirklich notwendigen Tests verringern. Die neuen Richtlinien seien nicht die Folge mangelnder TestkapazitĂ€ten, sagt Giroir.

USA verlÀngern Kreuzfahrt-Verbot

Angesichts der erneuten Corona-Eskalation in den Vereinigten Staaten bleiben Kreuzfahrten von US-HĂ€fen aus noch lĂ€nger tabu. Die Gesundheitsbehörde CDC verlĂ€ngerte ihre "No Sail Order" am Donnerstag (Ortszeit) bis Ende September. Als Grund gibt die Behörde die beispiellose Art der Covid-19-Pandemie und das hohe Risiko von VirusausbrĂŒchen auf Kreuzfahrten an. Die Branche war durch massenhafte Infektionen an Bord einiger Schiffe schon frĂŒh negativ in die Schlagzeilen geraten. Der Verband CLIA, in dem alle großen Anbieter vertreten sind, hatte im Juni angekĂŒndigt, dass die Branche ihre pandemiebedingte Auszeit freiwillig bis Mitte September verlĂ€ngert.

Angst vor der zweiten Welle: New York verschÀrft Restaurant-Regeln

Aus Sorge vor einer erneuten Corona-Welle in der Millionenmetropole New York verschĂ€rft der Staat nun die Regeln fĂŒr Restaurants. Gouverneur Andrew Cuomo erließ am Donnerstag neue Vorschriften, nach denen Restaurants und Bars im Staat "nur Leuten Alkohol servieren dĂŒrfen, die auch Essen bestellen", wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag hieß. Auch dĂŒrften alkoholische GetrĂ€nke nur sitzenden GĂ€sten verkauft werden, die sich im Mindestabstand zu anderen GĂ€sten befĂ€nden.

Zudem wĂŒrden Restaurants in New York City, die drei Mal wegen der Verletzung von Abstands- oder Maskenpflichten auffielen, rigoros geschlossen, teilte die Regierung in New York mit. "UnverschĂ€mte VerstĂ¶ĂŸe" können sogar schon vorher zum sofortigen Verlust der Alkoholgenehmigung oder zur Schließung fĂŒhren. "DarĂŒber hinaus werden Name und Standort jeder Einrichtung, der von der staatlichen Alkoholbehörde Vergehen vorgeworfen wird, veröffentlicht und wöchentlich aktualisiert."

Nach Corona-Ausbruch: Hunderte Menschen in Trier getestet

Nach Corona-FĂ€llen in einem ambulanten Reha-Zentrum in Trier sind insgesamt 450 Menschen auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Nach den bisherigen Ergebnissen hĂ€tten sich 19 Personen angesteckt, 5 BeschĂ€ftigte und 14 in dem Zentrum behandelte Patienten, teilte die Kreisverwaltung Trier-Saarburg am Donnerstag in Trier mit. Die Ergebnisse von vier Tests stĂŒnden noch aus. Sechs der Betroffenen wohnen den Angaben zufolge in der Stadt Trier, fĂŒnf im Kreis Trier-Saarburg, drei im Eifelkreis Bitburg-PrĂŒm, die verbliebenen fĂŒnf Personen hĂ€tten keinen Wohnsitz in der Region.

Erste Corona-FÀlle waren laut Kreisverwaltung Ende der vergangenen Woche in dem Reha-Zentrum aufgetreten. Es sei bis zum 24. Juli geschlossen. Das ist auch eine Gruppe in einer Trierer Kita. Dort war ein mit dem neuen Coronavirus infiziertes Kind gemeldet worden. Die weiteren zehn Kinder aus der Gruppe und drei BeschÀftigte seien in hÀuslicher QuarantÀne. Auch hier laufen Corona-Tests.

Weltwirtschaftsforum: Corona-Krise trifft EntwicklungslÀnder besonders hart

Experten sorgen sich um die großen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie gerade fĂŒr LĂ€nder mit sich entwickelnden Volkswirtschaften. Diese LĂ€nder "mĂŒssen möglicherweise anfangen, grundsĂ€tzlich ĂŒber ein anderes Wachstumsmodell nachzudenken", sagte die leitende Direktorin des Weltwirtschaftsforums, Saadia Zahidi, am Donnerstag wĂ€hrend einer Online-Diskussionsrunde. "Möglicherweise können sie sich nicht auf das auf Herstellung basierende Wachstumsmodell verlassen, mit dem andere Teile der Welt ihre Volkswirtschaften ausgebaut und den Lebensstandard ihrer BĂŒrger verbessert haben." Sie wĂŒrden nach etwas anderem schauen mĂŒssen.

Innenministerium streicht Montenegro von Liste sicherer Corona-LĂ€nder

Das Innenministerium hat Montenegro wieder von der Liste der sicheren Corona-Drittstaaten gestrichen. Ab Mitternacht gestattet Deutschland damit die unbeschrĂ€nkte Einreise aus Drittstaaten außerhalb der EU nur noch fĂŒr sieben Staaten: Australien, Georgien, Kanada, Neuseeland, Thailand, Tunesien und Uruguay. BegrĂŒndet wird die RĂŒcknahme von Montenegro mit dem erhöhten Infektionsgeschehen in dem Westbalkan-Land. Auch Reisende aus China, Japan und SĂŒdkorea erhalten grundsĂ€tzlich grĂŒnes Licht fĂŒr eine Einreise. Allerdings werden diese LĂ€nder erst auf die deutsche Positiv-Liste genommen, wenn sie selbst deutsche BĂŒrger nach denselben Regeln ins Land lassen. Teilweise existieren dort aber noch QuarantĂ€ne-Bestimmungen.

London: Russische Hacker wollen Infos zu Corona-Impfstoffen stehlen

Russische Hacker versuchen nach britischen Angaben im Auftrag Moskaus, an Informationen zu Corona-Impfstoffen zu kommen. "Mit ziemlicher Sicherheit" agiere die Hacker-Gruppe als Teil der russischen Geheimdienste, erklĂ€rte die britische Behörde fĂŒr Cybersicherheit (NCSC) am Donnerstag. Ziele sind demnach Institute zur Forschung und Entwicklung von Impfstoffen in Großbritannien, Kanada und den USA.

Die USA und Kanada teilten die Ansicht der britischen Behörden, dass die Gruppe namens APT29 zum russischen Geheimdienst gehört, erklÀrte die NCSC. Die Gruppe sei auch unter den Bezeichnungen "Herzöge" oder "KuschelbÀr" unterwegs.

"Es ist völlig inakzeptabel, dass die russischen Geheimdienste diejenigen ins Visier nehmen, die an der BekĂ€mpfung der Coronavirus-Pandemie arbeiten", erklĂ€rte der britische Außenminister Dominic Raab. "WĂ€hrend andere ihre egoistischen Interessen mit rĂŒcksichtslosem Verhalten verfolgen, machen Großbritannien und seine VerbĂŒndeten mit der harten Arbeit weiter, einen Impfstoff zu finden und die globale Gesundheit zu schĂŒtzen." Sein Land werde gegen diejenigen vorgehen, die hinter solchen Cyber-Angriffen steckten, kĂŒndigte Raab an. Diese wĂŒrden zur Verantwortung gezogen.

Corona-Test in Griechenland: Touristen mĂŒssen ein Formular ausfĂŒllen, das zeigt, wo sie sich in ihrem Urlaub genau aufhalten.
Corona-Test in Griechenland: Touristen mĂŒssen ein Formular ausfĂŒllen, das zeigt, wo sie sich in ihrem Urlaub genau aufhalten. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)

Nicht angemeldet – Touristen mĂŒssen hohe Strafe zahlen

Mindestens zwei Passagiere eines Fluges aus Berlin, der am Donnerstag auf Kreta landete, mussten eine Strafe zahlen, weil sie erforderliche Dokumente vor Urlaubsbeginn nicht ausgefĂŒllt hatten. Mehr dazu lesen Sie hier

Israel plant offenbar Wochenend-Lockdowns

Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen erwĂ€gt die israelische Regierung Medienberichten zufolge, mit Lockdowns an Wochenenden eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Nach Informationen der Nachrichtenseite "ynet" sind zudem VersammlungsbeschrĂ€nkungen geplant. Im Freien dĂŒrften demnach nur noch bis zu 20 Menschen zusammenkommen, in geschlossenen RĂ€umen zehn. Ferner sei die Schließung von Fitnessstudios vorgesehen, Restaurants werde die Bewirtung an Tischen untersagt. Das Kabinett wollte am Donnerstagabend zusammenkommen, um ĂŒber weitere Schritte zu entscheiden.

Die Zahl der tÀglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus war zuvor in Israel auf ein Rekordhoch gestiegen. Dem Gesundheitsministerium zufolge waren am Mittwoch 1.780 FÀlle gemeldet worden. Getestet wurden an dem Tag 25.997 Menschen, die Ansteckungsquote war mit rund sieben Prozent ebenfalls so hoch wie nie zuvor. Wie die schnellen Lockerungen Israel teuer zu stehen kommen, lesen Sie hier.

1,3 Millionen neue Arbeitslose in den USA

In den USA steigt die Arbeitslosigkeit in der Coronakrise weiter an. Insgesamt stellten vorige Woche 1,3 Millionen BĂŒrger einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Damit verharrt die Zahl in etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Ökonomen hatten dagegen mit einem RĂŒckgang gerechnet.

Trauerzeremonie fĂŒr die Corona-Toden in Spanien: EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen war Gast bei dem Staatsakt.
Trauerzeremonie fĂŒr die Corona-Toden in Spanien: EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen war Gast bei dem Staatsakt. (Quelle: Etienne Ansotte/European Commission/dpa-bilder)

Staatsakt fĂŒr Corona-Tote

Spanien hat in einem Staatsakt Abschied von den mehr als 28.000 Toten genommen, die im Zuge der Corona-Pandemie ums Leben kamen. In Anwesenheit von König Felipe VI. und auslĂ€ndischen StaatsgĂ€sten legten Angehörige der Opfer weiße Rosen auf einem schwarzen Podest vor dem Königspalast in Madrid nieder. MinisterprĂ€sident Pedro Sanchez wĂŒrdigte Ärzte und Pflegepersonal, "das an vorderster Front gegen die Pandemie gekĂ€mpft" habe. Unter den GĂ€sten befanden sich auch EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Frankreich erlÀsst verschÀrfte Maskenpflicht

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen fĂŒhrt Frankreich ab der kommenden Woche eine Maskenpflicht in allen geschlossenen RĂ€umen ein, die öffentlich zugĂ€nglich sind. Es handele sich um eine "prĂ€ventive" Maßnahme, betonte der neue Regierungschef Jean Castex am Donnerstag im Pariser Senat. PrĂ€sident Macron hatte zuvor gesagt, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus beschleunige sich wieder.

Als möglichen Termin fĂŒr die VerschĂ€rfung der Maskenpflicht hatte Macron den 1. August genannt. Dies scheine aber "zu spĂ€t", rĂ€umte Castex ein. Virologen in Frankreich dringen auf eine sofortige VerschĂ€rfung der Maskenpflicht. Wann das Regierungsdekret genau in Kraft tritt, ließ der Premier offen. Auch welche RĂ€umlichkeiten genau betroffen sind, sagte er nicht.

Kanzleramtschef: Nur lokale Reiseverbote

Der Bund will in den GesprĂ€chen mit den LĂ€ndern ĂŒber Ausreisesperren in Regionen mit starkem Corona-Ausbruch fĂŒr kleinere, lokale BeschrĂ€nkungen werben. Es gehe nicht mehr darum, ganze Landkreise einzuschrĂ€nken. "Schneller, kleinrĂ€umiger, prĂ€ziser, das ist das, was wir heute vereinbaren wollen", sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". BeschrĂ€nkungen solle es nur noch dort geben, wo sie unbedingt notwendig seien, etwa in Teilen eines Betriebs oder in Teilen einer Gemeinde, in denen das Coronavirus ausgebrochen sei.

Es gehe dann darum, mit Hilfe der LĂ€nder und der Bundeswehr so schnell wie möglich die Menschen am Corona-Hotspot zu testen. Dadurch könnten die lokalen EinschrĂ€nkungen auf wenige Tage begrenzt werden. "Solche BeschrĂ€nkungen sollen auch ein StĂŒck ihres Schreckens verlieren." Braun will heute mit den Chefs der Staatskanzleien der LĂ€nder ĂŒber das Thema weiter beraten. Eine Reihe von MinisterprĂ€sidenten hatte es vorher abgelehnt, Ausreiseverbote fĂŒr ganze Landkreise auszusprechen.

Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) zeigte sich indes optimistisch, dass sich Bund und LĂ€nder noch am Donnerstag ĂŒber Maßnahmen bei lokalen Corona-AusbrĂŒche einigen können. "Wir werden heute zu einem vernĂŒnftigen Ergebnis kommen", sagte er im Deutschlandfunk. Dabei gehe es darum, möglichst nur regionale oder lokale AusreisebeschrĂ€nkungen fĂŒr bestimmte Gebiete zu verhĂ€ngen – statt wie bisher bei einem Corona-Ausbruch Bewohner ganzer Landkreise in anderen Teilen Deutschlands die Einreise zu verweigern.

Bolsonaro: Erneut positiv auf Coronavirus getestet

Der brasilianische PrĂ€sident Jair Bolsonaro ist nach eigener Angabe erneut positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Gestern Morgen habe ich den Test gemacht, gestern Abend kam das Ergebnis, dass ich noch immer positiv bin", sagte Bolsonaro in einem Video auf Twitter am Mittwochabend (Ortszeit). Am Dienstag vergangener Woche hatte der Staatschef bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem fĂŒhrt er seine AmtsgeschĂ€fte aus der PrĂ€sidentenresidenz in BrasĂ­lia.

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Neben den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem grĂ¶ĂŸten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas fast zwei Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 75.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Experten gehen davon aus, dass die tatsĂ€chlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird. Das Land hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland.

Australien: Bundesstaat Victoria verzeichnet Rekordanstieg

Australiens Bundesstaat Victoria meldet mit 317 Coronavirus-FĂ€llen binnen 24 Stunden einen Rekordanstieg. Es ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie auf dem Kontinent. Offiziellen Angaben zufolge sind ĂŒber Nacht zwei ĂŒber 80-jĂ€hrige MĂ€nner an den Folgen von Covid-19 verstorben. Melbourne, die Hauptstadt Victorias und Australiens zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt, befindet sich seit vergangener Woche infolge steigender Virus-FĂ€lle in einem erneuten Lockdown.

UN: Corona-Pandemie stĂŒrzt in Lateinamerika 45 Millionen in Armut

Die Corona-Pandemie könnte in Lateinamerika und der Karibik im laufenden Jahr weitere 45,4 Millionen Menschen in die Armut stĂŒrzen. Damit gĂ€be es in der Region 230,9 Millionen Arme, teilte die UN-Wirtschaftskommission fĂŒr Lateinamerika und die Karibik (Cepal) bei der Vorstellung des aktualisierten Sonderberichts zur Corona-Krise am Mittwoch (Ortszeit) mit. Demnach wĂŒrden Ende des Jahres 37,3 Prozent der Menschen in der Region in Armut leben, 15,5 Prozent sogar in extremer Armut. Die Arbeitslosigkeit dĂŒrfte laut der Prognose um 5,4 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent steigen.

In der ganzen Region rechnet Cepal fĂŒr 2020 mit einem RĂŒckgang der Wirtschaftskraft um 9,1 Prozent. Damit dĂŒrfte das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Lateinamerika und der Karibik Ende des Jahres in etwa auf dem Niveau von 2010 liegen. FĂŒr Brasilien prognostizieren die Vereinten Nationen ein Minus von 9,2 Prozent, fĂŒr Mexiko von 9,0 Prozent und fĂŒr Argentinien von 10,5 Prozent. Das einzige Land der Region, in dem die Wirtschaft im laufenden Jahr ĂŒberhaupt wachsen dĂŒrfte, ist Guayana: Wegen der Entdeckung großer Ölvorkommen rechnet Cepal mit einem Plus von 44,3 Prozent.

Oklahoma-Gouverneur mit Coronavirus infiziert

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Oklahoma, Kevin Stitt, hat sich mit Coronavirus infiziert. Es gehe ihm insgesamt gut, aber ein Corona-Test sei positiv ausgefallen, sagte Stitt am Mittwoch. Er habe sich von seiner Familie isoliert und werde aus der QuarantÀne weiter arbeiten, sagte der Republikaner. Unter den 50 Gouverneuren der US-Bundesstaaten ist Stitts Infektion der erste bestÀtigte Corona-Fall.

In seinem Bundesstaat mit rund vier Millionen Einwohnern sind bislang rund 22.000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bestÀtigt worden. Seit einem Monat steigt die Zahl der bestÀtigten Infektionen dort rasch an. Etwa zu dieser Zeit hielt Donald Trump in Tulsa im Nordosten des Bundesstaates seine erste Wahlkampfkundgebung nach der Corona-Zwangspause ab. Nach der Veranstaltung mit Tausenden Teilnehmern, von denen nur die wenigsten einen Mundschutz trugen, stiegen die Fallzahlen in der Stadt deutlich an.

Kevin Stitt: Der Republikaner hat sich mit Coronavirus infiziert.
Kevin Stitt: Der Republikaner hat sich mit Coronavirus infiziert. (Quelle: Sue Ogrocki/ap-bilder)

Maas droht mit neuen Corona-BeschrÀnkungen

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat mit neuen Corona-BeschrĂ€nkungen gedroht, sollten sich Urlauber wie zuletzt auf Mallorca wenig verantwortungsvoll verhalten. "Uns ist es gerade erst gelungen, in Europa die Grenzen wieder zu öffnen. Das dĂŒrfen wir jetzt nicht durch leichtsinniges Verhalten aufs Spiel setzen", sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Sonst werden neue BeschrĂ€nkungen unvermeidbar sein." Lesen Sie hier mehr.

29 Menschen in Schlachtbetrieb in Österreich infiziert mit Coronavirus

In einem Schlachthof in Österreich sind mindestens 29 Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden. 244 Mitarbeiter des Fleischereibetriebs im niederösterreichischen Eggenburg nahe der Grenze zu Tschechien mussten in QuarantĂ€ne, wie ein Amtssprecher am Mittwoch mitteilte. 40 weitere Testergebnisse standen nach Angaben der GesundheitslandesrĂ€tin von Niederösterreich noch aus. Nachdem ein Mitarbeiter Symptome gezeigt und sich an eine Hotline gewandt habe, seien alle Kollegen getestet worden, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Mitarbeiter von Fleischereibetrieben werden in Österreich verstĂ€rkt getestet, seitdem im Juni mehr als 1400 Infektionen beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen bekannt wurden.

Insgesamt gab es in Österreich laut Gesundheitsministerium am Mittwoch rund 1.270 bekannte aktive Coronavirus-FĂ€lle. Rund 520 der FĂ€lle betrafen Oberösterreich, mehr als 400 FĂ€lle zĂ€hlte die österreichische Hauptstadt Wien. 96 Patienten lagen im Krankenhaus, zehn von ihnen auf der Intensivstation. Seit Beginn der Pandemie starben 710 Menschen in Österreich im Zusammenhang mit Covid-19.

Nach Corona-Ausbruch: Fleischfabrik Tönnies darf wieder öffnen

Die wegen massenhaften Corona-FĂ€llen geschlossene Fleischfabrik Tönnies im ostwestfĂ€lischen Rheda-WiedenbrĂŒck darf der Betrieb teilweise wieder hochfahren. Mehr dazu lesen Sie hier.

USA verzeichnen Höchststand bei Neuinfektionen

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen neuen Höchststand erreicht. Rund 67.400 Menschen wurden am Dienstag positiv auf das Virus getestet, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t am Mittwoch hervorgeht. Das ĂŒbertrifft den Wert von vergangenem Freitag, als rund 66.600 Neuinfektionen binnen 24 Stunden vermeldet wurden. Insgesamt haben sich in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben, mehr als 3,4 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 136.000 Menschen starben.

FĂŒnf Kinder in Göppingen positiv auf Corona getestet

Nach der Corona-Infektion einer Mutter ist bei fĂŒnf Kindern im Kreis Göppingen das Coronavirus nachgewiesen worden. Wie das Landratsamt am Mittwoch mitteilte, haben sich die drei eigenen Kinder der positiv getesteten Frau angesteckt. Betroffen sind auch zwei ihrer Kontaktpersonen an der Wilhelm-Busch-Schule in Göppingen. Dabei handelt es sich um einen MitschĂŒler sowie ein Kind, das sich vermutlich auf einer Fahrt im Schulbus infizierte. Am Donnerstag sollen sĂ€mtliche Lehrer und SchĂŒler der Wilhelm-Busch-Schule getestet werden.

Die beiden anderen Kinder der betroffenen Frau besuchen die Grundschule in Holzheim und den Kindergarten Pfiffikus in Holzheim. Die Abstriche der betroffenen Grundschulklassen und Kindergartengruppe waren negativ. FĂŒr Lehrer und Kinder wurde eine 14-tĂ€gige QuarantĂ€ne angeordne

Entscheidung ĂŒber Ausreiseverbote fĂŒr Hotspots auf Donnerstag verschoben

Über die vom Bund geplanten lokalen Ausreiseverbote fĂŒr Regionen mit großen Corona-AusbrĂŒchen wird voraussichtlich erst an diesem Donnerstag entschieden. Die Vorabstimmungen zu dem Beschluss liefen noch, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin am Mittwoch aus Regierungskreisen. Es sollten noch neue Punkte in die geplanten Änderungen der betreffenden Corona-Regeln aufgenommen werden, hieß es weiter. Aus diesem Grund sei die Besprechung von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mit den Staatskanzleichefs der LĂ€nder auf Donnerstagvormittag verschoben worden. Ziel des Bundes ist es, bei regionalen Corona-AusbrĂŒchen wie im Kreis GĂŒtersloh zielgenauer reagieren zu können.

"Dringender GesprĂ€chsbedarf" – Haseloff stellt sich gegen Ausreiseverbote

Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Reiner Haseloff (CDU) hat sich gegen allgemeine AusreisebeschrĂ€nkungen fĂŒr die Bewohner von Kreisen mit akuten Corona-AusbrĂŒchen gewandt. Im ZDF-"Morgenmagazin" forderte Haseloff am Mittwoch "differenzierte Lösungen, weil jeder Hotspot, jede Infektion verlĂ€uft anders". Schutzmaßnahmen mĂŒssten praktikabel und "kontrollfĂ€hig" sein. Haseloff hob hervor, dass der Staat im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht beliebig strikte Maßnahmen ergreifen könne. "Die Urteilslage ist eindeutig: Grundrechte kann man nicht beliebig einschrĂ€nken", sagte der CDU-Politiker. Haseloff forderte "eine Mischung" aus QuarantĂ€nemaßnahmen, aber auch einem Beherbergungsverbot fĂŒr Menschen, die aus Corona-Hotspots in andere Regionen reisen wollen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Dienstag dafĂŒr geworben, dass Landkreise kĂŒnftig bei akuten Corona-AusbrĂŒchen die Reisefreiheit der BĂŒrger beschrĂ€nken können. Mehr dazu lesen Sie hier.

Impfstoff-Kandidat von Moderna erzielt gewĂŒnschte Ergebnisse

US-Forscher bestÀtigen in einer Studie die Wirksamkeit eines Impfstoffkandidaten des Pharmakonzerns Moderna. Mehr dazu lesen Sie hier.

Steigende Corona-Zahlen: Luxemburg jetzt Risikogebiet

Das AuswĂ€rtige Amt warnt wegen erhöhter Corona-Zahlen in Luxemburg vor "nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen" in das Nachbarland. Luxemburg habe kumulativ die Neuinfiziertenzahl von 50 FĂ€llen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen ĂŒberschritten, heißt es auf der am Dienstag aktualisierten Homepage des AuswĂ€rtigen Amtes zur BegrĂŒndung.

Das Robert Koch-Institut (RKI) listet Luxemburg mit Stand Dienstag als Gebiet, in dem "ein erhöhtes Risiko fĂŒr eine Infektion mit Sars-CoV-2 besteht". Laut RKI erfolgt die Einstufung als Risikogebiet nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch Gesundheitsministerium, Innenministerium und AuswĂ€rtigem Amt.

351 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die GesundheitsĂ€mter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 351 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 199.726 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 15.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9.071 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Bis Mittwochmorgen hatten 186.000 Menschen die Infektion nach RKI-SchĂ€tzungen ĂŒberstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-SchÀtzungen mit Datenstand 14.7., 0.00 Uhr, bei 1,06 (Vortag: 1,00). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen lÀngeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-SchÀtzungen lag dieser Wert mit Datenstand 14.7., 0.00 Uhr, bei 0,91 (Vortag: 0,83). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

StÀdtetag sieht lokale Ausreisesperre skeptisch

Der PrĂ€sident des Deutschen StĂ€dtetages, Burkhard Jung, sieht Ausreisesperren zur EindĂ€mmung lokaler Corona-AusbrĂŒche skeptisch. Zwar seien Regeln sinnvoll, um einen Ausbruch an der Quelle eindĂ€mmen, sagte der Leipziger OberbĂŒrgermeister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ob Ausreisesperren dazugehören, wenn nichts anderes hilft, mĂŒssen wir diskutieren. Die HĂŒrden dafĂŒr sind hoch", betonte Jung.

Ausreiseverbote mĂŒssten zeitlich eng begrenzt werden, vor Ort mĂŒsse umfassend getestet werden, damit solche Ausreisesperren schnellstmöglich wieder aufgehoben werden könnten, betonte Jung. "Dabei mĂŒssen die Grenzen nach dem Maßstab: so eng wie möglich, so weit wie nötig, gezogen werden." Das brauche nicht gleich fĂŒr den ganzen Kreis zu gelten. DafĂŒr seien die Unterschiede in Deutschland viel zu groß.

Höchste Alarmstufe in Tokio infolge steigender Infektionszahlen

In Tokio wird einem Medienbericht zufolge die höchste von vier Alarmstufen im Zusammenhang mit Coronaviren ausgerufen. Hintergrund sind steigende Fallzahlen vor allem bei jungen Arbeitern in den Zwanzigern und Dreißigern in den Rotlichtvierteln der Metropole.

Die höchste Stufe deute darauf hin, dass sich "Coronavirus-Infektionen sehr wahrscheinlich ausbreiten", schreibt die Zeitung "Asahi". Die tĂ€glichen FĂ€lle ĂŒberstiegen in vier der vergangenen sechs Tage 200 Neuinfektionen und erreichten am vergangenen Freitag ein Allzeithoch von 243.

AfD pocht auf Corona-EntschĂ€digung fĂŒr Gewerbetreibende

Das Land muss Ladeninhaber, Gastronomen, Kinobesitzer und KĂŒnstler wegen des Lockdowns entschĂ€digen - zumindest wenn es nach der baden-wĂŒrttembergischen AfD-Landtagsfraktion geht. Sie beruft sich dabei auf ein Gutachten, das sie bei einem Juristen in Auftrag gegeben hat. Der entgangene Gewinn mĂŒsse den Unternehmern demnach ersetzt werden. Zahlungspflichtig sei das Land Baden-WĂŒrttemberg als RechtstrĂ€ger der Landesregierung, die die Corona-Verordnungen verantworte. Heute setzt die AfD das Thema auf die Tagesordnung des Landtags.

Ebenfalls heute will die AfD einen Untersuchungsausschuss beantragen – zur "Aufarbeitung des Mordanschlags in Stuttgart-Bad Cannstatt am 16. Mai 2020", wie sie es formuliert. Mitte Mai waren drei Gegner der Corona-Auflagen auf dem Weg zu einer Kundgebung angegriffen worden, einer war dabei lebensgefĂ€hrlich verletzt worden. Die Polizei vermutet die TĂ€ter im linksextremen Spektrum. Das lebensgefĂ€hrlich verletzte alte Opfer gehörte nach dpa-Informationen der rechtspopulistischen gewerkschaftsĂ€hnlichen Organisation "Zentrum Automobil" an.

Mehr als 74.000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 41.857 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 1,926 Millionen. Die Zahl der TodesfÀlle legte binnen 24 Stunden um 1.300 auf 74.133 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und TodesfÀlle auf.

EU: Einreise aus Serbien und Montenegro wird wieder verboten

Die EU-Staaten wollen die in der Corona-Pandemie eingefĂŒhrten EinreisebeschrĂ€nkungen wieder ausweiten. Die Botschafter der EU-Staaten einigten sich am Dienstag in BrĂŒssel darauf, die BeschrĂ€nkungen fĂŒr BĂŒrger aus den beiden Balkanstaaten Serbien und Montenegro wieder einzufĂŒhren, wie die Deutsche Presse-Agentur von mehreren Diplomaten erfuhr. Grund dafĂŒr ist, dass die Viruslage sich in beiden LĂ€ndern deutlich verschlechtert hat.

Die Liste der Drittstaaten, aus denen Reisen in die EU möglich sind, schrumpft somit auf zwölf LĂ€nder. Die Botschafter fĂŒgten am Dienstag kein neues Land hinzu. Die Entscheidung muss noch im schriftlichen Verfahren offiziell von den HauptstĂ€dten bestĂ€tigt werden. Die EU-Staaten wollen die Liste alle zwei Wochen ĂŒberarbeiten. Bei der Entscheidung ist vor allem die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen der vergangenen 14 Tage entscheidend. FĂŒr Staaten, aus denen BĂŒrger noch nicht wieder einreisen dĂŒrfen, sind Ausnahmen vorgesehen - etwa fĂŒr EU-BĂŒrger und ihre Familien.

Italien verlÀngert viele Corona-BeschrÀnkungen

Italiens Regierung will viele Corona-Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht in geschlossenen RĂ€umen mindestens bis Ende Juli beibehalten. Das kĂŒndigte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Dienstag im Parlament in Rom an. Man muss in dem Mittelmeerland weiter eine Atemschutzmaske tragen, wenn man Bars, Restaurants, GeschĂ€fte, Busse und Bahnen betritt. Es gelten zudem Abstandsregeln. Außerdem bleiben Einreisen aus vielen Nicht-EU-LĂ€ndern entweder verboten, oder die Menschen mĂŒssen in eine zweiwöchige QuarantĂ€ne.

Es bestehe das "Risiko, das Coronavirus aus dem Ausland zu importieren", zitierten italienische Nachrichtenagenturen Speranza im Senat, der kleineren der zwei Parlamentskammern. Deshalb blieben die Kontrollen an FlughĂ€fen und in HĂ€fen sowie bei Migrantenbooten streng, sagte er. Nach Medienberichten sollten die Öffnung von Diskotheken und der Start von Kongressen, die fĂŒr Mitte Juli erwartet worden waren, auch mindestens bis Ende des Monats verschoben werden.

Maskenpflicht an weiterfĂŒhrenden Schulen in Baden-WĂŒrttemberg kommt

In Baden-WĂŒrttemberg gilt nach den Sommerferien an allen weiterfĂŒhrenden Schulen eine Maskenpflicht zur EindĂ€mmung des Coronavirus. Das bestĂ€tigte MinisterprĂ€sident Winfried Kretschmann (GrĂŒne) am Dienstag. Jeder, der dann auf dem SchulgelĂ€nde und in den GebĂ€uden unterwegs ist, muss demnach eine Alltagsmaske tragen. WĂ€hrend des Unterrichts soll die Maskenpflicht nicht gelten. Die "SchwĂ€bische Zeitung" hatte zuvor darĂŒber berichtet.

Die Landesregierung einigte sich nach langen Diskussionen auch auf eine Teststrategie fĂŒr das Personal an Schulen und Kitas. Alle Mitarbeiter sollen sich von Mitte August bis Ende September zwei Mal kostenfrei und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können.

Eltern berichten in Umfrage von hoher Belastung wÀhrend Pandemie

Der bisherige Höhepunkt der Corona-Pandemie in Deutschland ist fĂŒr fast die HĂ€lfte der Eltern eine sehr belastende Phase gewesen. Frauen hĂ€tten noch hĂ€ufiger als MĂ€nner von einer hohen Belastung berichtet, teilte das Bundesinstitut fĂŒr Bevölkerungsforschung am Dienstag in Wiesbaden mit.

Unter den alleinerziehenden MĂŒttern hĂ€tten rund 60 Prozent eine hohe Gesamtbelastung angegeben. Die Auswertung veröffentlichte das Institut unter der Überschrift "Eltern wĂ€hrend der Coronakrise – Zur Improvisation gezwungen". Wöchentlich seien seit Ende MĂ€rz 3600 Personen zu ihrer Lebenssituation befragt worden.

Unter den Eltern hĂ€tten sich VĂ€ter in Kurzarbeit am zufriedensten geĂ€ußert, MĂŒtter in derselben Situation seien deutlich unzufriedener gewesen, heißt es darin. MĂŒtter im Homeoffice sei es dagegen besser gegangen als den VĂ€tern.

Nach Maskenpflicht: Mallorca kĂŒndigt Maßnahmen gegen "Sauftourismus" an

Nur einen Tag nach der VerschĂ€rfung der Maskenpflicht hat Mallorca unter dem Eindruck von illegalen Partys, die gegen die Coronaregeln verstoßen, neue Maßnahmen zur BekĂ€mpfung des sogenannten Sauftourismus angekĂŒndigt. Er werde die Maßnahmen fĂŒr die spanische Urlaubsinsel und die anderen Balearen "in den nĂ€chsten Stunden" bekanntgeben, sagte der regionale Minister fĂŒr Tourismus Iago Negueruela am Dienstag in Palma nach einem Treffen mit Hoteliers, Reiseveranstaltern und Gewerkschaftlern.

Man werde "nicht zulassen, dass das Image der Balearen in den HerkunftsmÀrkten beeintrÀchtigt" werde, erklÀrte der Minister in Anspielung auf Hunderte von Menschen, die am Wochenende am "Ballermann" in der Playa de Palma sowie in Magaluf westlich der Inselhauptstadt getrunken, getanzt und gefeiert hatten, ohne Schutzmaske zu tragen und ohne den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten.

Nach Medienberichten handelte es sich dabei vor allem um Touristen aus Deutschland und Großbritannien. Besonders in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte es demnach sehr besorgniserregende Szenen gegeben. Angetrunkene Besucher hĂ€tten unter anderem StraßenhĂ€ndler umarmt und im dichten GedrĂ€nge mit Fremden geflirtet.

Bayern will Abstimmung wegen Corona-Gefahr bei Urlaubern

Wegen der möglichen Corona-Infektionsgefahr durch UrlaubsrĂŒckkehrer will sich Bayern mit den anderen BundeslĂ€ndern und dem Bund absprechen. "Wir mĂŒssen aufpassen, dass insgesamt von ReiserĂŒckkehrern keine neuen Infektionen nach Deutschland gebracht werden. Hier mĂŒssen wir uns natĂŒrlich eng mit dem Bund und den anderen BundeslĂ€ndern abstimmen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Dienstag. Sie werde das Thema in die wöchentliche Telefonschaltkonferenz der Landesgesundheitsminister mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag einbringen.

Angesichts möglicher Corona-Hotspots in Urlaubsregionen hatten der Bayerische HausĂ€rzteverband und die FDP Regeln fĂŒr den Umgang mit kranken RĂŒckkehrern gefordert. Ausufernde Partys am Ballermann am vergangenen Wochenende hatten das Thema aufkommen lassen.

Bremen: Kostenlose Corona-Tests fĂŒr RĂŒckkehrer aus Risikogebieten

Reisende, die aus Risikogebieten nach Bremen zurĂŒckkehren, können sich kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das kĂŒndigte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) am Dienstag an. UnabhĂ€ngig davon besteht weiter eine 14-tĂ€gige QuarantĂ€nepflicht. Am Donnerstag beginnen auch in Bremen die Sommerferien.

Durch vermehrte ReisetĂ€tigkeiten steige die Gefahr einer erneuten Ausbreitung des Coronavirus. "Wir haben bereits zu Beginn der Pandemie gesehen, dass sich Infektionen aus Urlaubsorten heraus verbreitet haben", betonte Bernhard. "Dieser Situation wollen wir jetzt vorsorgen und deswegen Tests fĂŒr alle anbieten, die von einer Reise aus einem Risikogebiet nach Bremen zurĂŒckkehren."

Debatte ĂŒber Ausreiseverbote aus Corona-Hotspots – Merkel dafĂŒr

Bundeskanzlerin Angela Merkel hĂ€lt eine Änderung im Vorgehen bei neuen lokalen Coronavirus-AusbrĂŒchen fĂŒr sinnvoll. Das sei ein Vorschlag, "fĂŒr den ich werben wĂŒrde", sagte Merkel am Dienstag nach einem Treffen mit Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder in Herrenchiemsee. Lesen Sie hier mehr darĂŒber.

Kanzlerin Merkel und Bayerns LĂ€nder-Chef Markus Seehofer: Merkel hat sich bei dem Treffen mit Seehofer am Chiemsee fĂŒr die Idee ausgesprochen, regionale Ausreisestopps in besonderes betroffenen Landkreisen auszusprechen.
Kanzlerin Merkel und Bayerns LĂ€nder-Chef Markus Seehofer: Merkel hat sich bei dem Treffen mit Seehofer am Chiemsee fĂŒr die Idee ausgesprochen, regionale Ausreisestopps in besonderes betroffenen Landkreisen auszusprechen. (Quelle: Peter Kneffel/dpa-bilder)

AuswĂ€rtiges Amt hebt Reisewarnung fĂŒr Schweden auf

Angesichts gesunkener Corona-Infektionszahlen in Schweden hat das AuswĂ€rtige Amt die Reisewarnung fĂŒr das Land aufgehoben. Schweden war der letzte EU-Staat, fĂŒr den noch eine deutsche Reisewarnung galt. Die im Juni noch konstant hohe Zahl der Neuinfizierten sinke seit Anfang Juli kontinuierlich bei weiterhin hohem Testniveau, schrieb das Außenministerium am Dienstag auf seiner Internetseite. Staatsangehörige der EU, der Schweiz, ihre Familienangehörigen und Inhaber von EU-Aufenthaltsgenehmigungen unterlĂ€gen keinen EinreisebeschrĂ€nkungen. Alle GrenzĂŒbergĂ€nge seien geöffnet.

Laut AuswĂ€rtigem Amt gibt es keinerlei ReisebeschrĂ€nkungen. Symptomfreie Personen dĂŒrften sich frei im Land bewegen. In Schweden gebe es keine Masken- oder Handschuhpflicht, die Bevölkerung werde jedoch eindringlich um das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln gebeten, besonders auch auf Reisen. Menschenansammlungen und der öffentliche Nahverkehr in Stoßzeiten sollten gemieden werden.

Thailand verschĂ€rft Einreiseregeln fĂŒr AuslĂ€nder

Thailands Regierung verschĂ€rft die Einreisebestimmungen fĂŒr AuslĂ€nder nach neuen Coronavirus-FĂ€llen. In dem Land gab es seit 50 Tagen keine bestĂ€tigte lokale Übertragung des Virus. Zwei Infektionen unter AuslĂ€ndern in dieser Woche haben aber zur Isolation von mehr als 400 Menschen gefĂŒhrt. Die Regierung erklĂ€rt nun, dass die Einreisebestimmungen zu lasch waren. "Das sollte nicht passieren, es tut mir wirklich leid, dass es passiert ist, und ich möchte mich bei der Öffentlichkeit entschuldigen", sagt Thailands MinisterprĂ€sident Prayuth Chan-ocha.

Wegen Corona: Mehr Geld fĂŒr strukturschwache Regionen

Bund und LĂ€nder beschließen im Zuge der Pandemie-BekĂ€mpfung Erleichterungen bei der Investitionsförderung, um strukturschwache Regionen zu stĂ€rken. "Im Konjunkturpaket der Bundesregierung haben wir uns auf eine deutliche Aufstockung der Mittel zur regionalen Wirtschaftsförderung um insgesamt 500 Millionen Euro verstĂ€ndigt", sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. "250 Millionen stehen in diesem und im nĂ€chsten Jahr zusĂ€tzlich bereit." Befristet bis Ende 2021 gelten niedrigere Anforderungen bei der Förderung von Unternehmensinvestitionen. Bei Investitionen in die Infrastruktur werden bis Ende 2023 Kommunen bei der Förderung entlastet.

Studie: Über fĂŒnf Millionen US-BĂŒrger verloren schon Krankenversicherung

GeschÀtzte 5,4 Millionen Arbeitnehmer in den USA haben in der Corona-Krise einer Studie zufolge zwischen Februar und Mai mit dem Verlust des Jobs auch ihre Krankenversicherung verloren. Diese Zahl liege um fast 40 Prozent höher als die bisherige Rekordzahl von 3,9 Millionen unversicherten Erwachsenen in den Finanzkrisenjahren 2008 und 2009, wie aus einer Studie der nichtstaatlichen Organisation Families U.S.A. am Montagabend (Ortszeit) hervorging.

"Dies ist der schlimmste wirtschaftliche Abschwung seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte Stan Dorn, der Leiter der Studie. Er forderte die Politik auf, diese LĂŒcke beim Versicherungsschutz im nĂ€chsten Gesetz zu Corona-Hilfen zu berĂŒcksichtigen und Maßnahmen fĂŒr einen umfassenden Gesundheitsschutz einzuschließen.

Landkreise halten Ausreiseverbot fĂŒr ĂŒberzogen

Der Deutsche Landkreistag hĂ€lt die von der Bundesregierung erwogenen Ausreiseverbote bei lokalen Corona-AusbrĂŒchen fĂŒr ĂŒberzogen. "Es geht eher um chirurgische PrĂ€zision als um den Holzhammer", erklĂ€rte VerbandsprĂ€sident Reinhard Sager am Dienstag. Das Agieren der Kreise GĂŒtersloh und Warendorf habe zuletzt gezeigt, dass man örtlich begrenzte AusbrĂŒche gut in den Griff bekommen könne. Kreisweite Lockdowns und Schritte wie Ausreiseverbote sollten nur dann erwogen werden, wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft seien.

Österreich hebt EinreisebeschrĂ€nkungen fĂŒr Kreis GĂŒtersloh auf

Menschen aus dem Kreis GĂŒtersloh in Nordrhein-Westfalen können wieder ohne EinschrĂ€nkungen nach Österreich reisen. Die Einreise aus Deutschland sei wieder uneingeschrĂ€nkt möglich, teilte das Außenministerium in Wien am Dienstag auf seiner Webseite mit. Auch die seit Ende Juni geltende teilweise Reisewarnung Österreichs fĂŒr das Land Nordrhein-Westfalen wurde aufgehoben. Seit dem 29. Juni mussten Menschen aus dem Kreis GĂŒtersloh ein Ă€rztliches Attest fĂŒr einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn sie nach Österreich wollten.

Im Kreis GĂŒtersloh war im Juni die Zahl der Corona-Infektionen durch einen massiven Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in die Höhe geschnellt. FĂŒr die Menschen im Kreis hatte der Ausbruch EinschrĂ€nkungen im Alltagsleben zur Folge, zudem reagierten viele Urlaubsregionen unter anderem mit Beherbergungsverboten fĂŒr Corona-Hotspots.

Israel meldet Rekordwert an Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der tĂ€glichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Israel ein Allzeit-Hoch erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, wurden fĂŒr Montag 1.681 FĂ€lle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag in dem Land seit Beginn der Pandemie. Getestet wurden an dem Tag 25.825 Menschen, die Ansteckungsquote betrug demnach 6,5 Prozent. Auch dies ist ein Höchstwert. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 41.200 Infizierte registriert.

Zum Vergleich: Die Zahl der tÀglichen Neuinfektionen hatte Mitte Mai in Israel noch im niedrigen zweistelligen Bereich gelegen. In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut von den GesundheitsÀmtern zuletzt 412 neue Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Deutschland hat etwa neun Mal mehr Einwohner als Israel.

Erholung am Frankfurt Flughafen verlÀuft weiter schleppend

Die Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen haben sich in der vergangenen Woche weiter etwas verbessert. Nach wie vor drĂŒckt aber die Corona-Krise auf das GeschĂ€ft und die Erholung verlĂ€uft sehr schleppend. In der 28. Kalenderwoche (6. bis 12. Juli) zĂ€hlte der Betreiber Fraport an Deutschlands grĂ¶ĂŸtem Airport rund 275.000 FluggĂ€ste und damit 82,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Aufstellung des Frankfurter Konzerns hervor. In der Vorwoche war die Zahl der Passagiere um etwas mehr als 83 Prozent auf 251.000 gefallen.

Experten befĂŒrchten allgemeinen Anstieg tödlicher Infektionskrankheiten

Die Corona-Pandemie könnte in Ă€rmeren LĂ€ndern nach EinschĂ€tzung von Experten zu einem drastischen Anstieg der TodesfĂ€lle auch durch Malaria, HIV und Tuberkulose fĂŒhren. In Gebieten, in denen die Infektionskrankheiten hĂ€ufig vorkommen, könnten Gesundheitssysteme und Medikamentenversorgung ernsthaft gestört werden, warnten Forscher vom Imperial College London am Dienstag. Laut Modellberechnungen könnten so in den nĂ€chsten fĂŒnf Jahren mehr Menschen an diesen drei Krankheiten sterben als durch das neuartige Coronavirus.

Sowohl gegen HIV als auch gegen Tuberkulose und Malaria gibt es mittlerweile kostengĂŒnstige und wirksame Behandlungs- und PrĂ€ventionsmittel. Dennoch sterben weltweit jedes Jahr fast drei Millionen Menschen an diesen Krankheiten, die ĂŒberwiegende Mehrheit davon in LĂ€ndern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen.

50.000 Krebsoperationen wegen Corona ausgefallen

Wegen der Corona-Pandemie haben nach Angaben der Deutschen Krebshilfe rund 50.000 Krebsoperationen nicht stattgefunden. Das sei fast ein Viertel aller Krebsoperationen im Zeitfenster der Pandemie bis Mitte Juni. "Auch unterstĂŒtzende Maßnahmen fĂŒr Krebspatienten, von der psychosozialen Betreuung bis zur Palliativmedizin wurden in den Kliniken teilweise extrem nach unten gefahren." Das sagte Krebshilfe-PrĂ€sident Gerd Nettekoven der "Augsburger Allgemeinen".

Die Kliniken und Arztpraxen schöben zudem "eine große Bugwelle von verschobenen therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen" vor sich her. "Das kann irgendwann zu lebensbedrohlichen Situationen fĂŒr Krebspatienten fĂŒhren", warnte er.

England fĂŒhrt Maskenpflicht in GeschĂ€ften ein

In England wird eine allgemeine Maskenpflicht in GeschĂ€ften eingefĂŒhrt. Die Maßnahme gilt ab dem 24. Juli, wie das BĂŒro von Premierminister Boris Johnson am Montag mitteilte. Es gebe zunehmende Belege dafĂŒr, dass das Tragen von Atemschutzmasken in geschlossenen RĂ€umen vor dem Coronavirus schĂŒtze, hieß es zur BegrĂŒndung. VerstĂ¶ĂŸe gegen die Maskenpflicht können mit Bußgeldern von bis zu 100 Pfund (109 Euro) geahndet werden. Eine Maskenpflicht gilt in England bereits seit dem 15. Juni in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Großbritannien ist das am hĂ€rtesten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Fast 45.000 Todesopfer wurden dort verzeichnet. Das Land rangiert damit in der weltweiten Statistik der TodesfĂ€lle hinter den USA und Brasilien an dritter Stelle.

Die britische Akademie der Medizinischen Wissenschaften warnt in einem am Dienstag veröffentlichen Bericht, dass sich die Lage noch deutlich verschlimmern könnte. Eine zweite Ausbreitungswelle des Virus könnte zwischen September und Juni zu 120.000 TodesfĂ€llen allein in den KrankenhĂ€usern fĂŒhren, erklĂ€ren die Wissenschaftler. Sie fordern sofortige Maßnahmen zur Verhinderung einer solchen zweiten Welle.

Lauterbach fordert RĂŒckkehr der KrankenhĂ€user zum Normalbetrieb

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eine allmĂ€hliche RĂŒckkehr der KrankenhĂ€user zum Regelbetrieb gefordert. "Niemand sollte einen Krankenhausaufenthalt, der nötig ist, wegen Corona verschieben", sagte Lauterbach am Dienstag im "Morgenmagazin" des ZDF. Es gebe "jetzt keinen Grund mehr", notwendige Eingriffe und Operationen zu verschieben. "Die KrankenhĂ€user haben sich hervorragend aufgestellt", sagte er.

Die Krisenmaßnahmen in den KrankenhĂ€usern wegen der Corona-Pandemie – etwa das Freihalten von Betten und das Verschieben von Operationen – rechtfertigte der SPD-Politiker ausdrĂŒcklich. Zwar seien dadurch Belastungen entstanden, sagte er. Diese Belastungen stĂŒnden aber "in keinem VerhĂ€ltnis zu dem, was passiert wĂ€re, wenn wir nicht die erste große Welle in Deutschland erfolgreich zurĂŒckgedrĂ€ngt hĂ€tten".

Lauterbach Ă€ußerte sich außerdem kritisch zu dem Vorstoß aus der Fußball-Bundesliga, zu Saisonbeginn wieder Fans ins Stadion zu lassen. Lesen Sie hier mehr darĂŒber.

Gemeindebund: AusreisebeschrĂ€nkungen fĂŒr Corona-Kreise fast unmöglich

Der StĂ€dte- und Gemeindebund hĂ€lt bei regionalen Corona-AusbrĂŒchen AusreisebeschrĂ€nkungen fĂŒr ganze Landkreise fĂŒr nicht durchsetzbar. Entsprechende Überlegungen hatte die Bundesregierung in einer Schaltkonferenz mit den LĂ€ndern eingebracht. Gemeindebund-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Gerd Landsberg sagte am Dienstag im ZDF: "Sie mĂŒssten ja im Prinzip dann kontrollieren, wer reist aus dem Kreis aus – und sie wissen, wie groß Kreise sind –, das stelle ich mir fast unmöglich vor." Er befand aber auch: "Richtig ist ja, regionale AusbrĂŒche gezielt zu bekĂ€mpfen." Und fĂŒgte hinzu: "Vielleicht muss man noch kleinteiliger da 'rangehen."

Weltweit ĂŒber 13 Millionen Menschen infiziert

In Deutschland haben sich laut Angaben der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t mittlerweile mehr als 200.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Auch weltweit sind die Fallzahlen erneut stark gestiegen. Mehr als 13 Millionen Menschen haben eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht – ĂŒber 570.000 sind gestorben. Wie genau die Infektionszahlen in Ihrem Landkreis in Deutschland sind, können Sie hier nachlesen.

Kalifornien bricht Covid-Lockerungen ab: Bars und Kinos wieder dicht

Kalifornien bricht angesichts stark steigender Coronavirus-FĂ€lle die Lockerung ab und fĂŒhrt wieder einschneidende Maßnahmen ein. Der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates, Gavin Newsom, ordnete am Montag in allen Landkreisen die Schließung von Bars, Kinos, Zoos und Museen an. Hier lesen Sie mehr.

Geschlossene Schulen in Kalifornien: Der Unterricht soll nach den Ferien hauptsÀchlich online stattfinden.
Geschlossene Schulen in Kalifornien: Der Unterricht soll nach den Ferien hauptsÀchlich online stattfinden. (Quelle: Richard Vogel/ap-bilder)

Hongkong: Strengste BeschrÀnkungen seit Ausbruch der Pandemie

Hongkokng Regierungschefin Carrie Lam ordnet ab Dienstag Mitternacht (Ortszeit) wegen eines Anstiegs der Covid-19-FĂ€lle strengere Maßnahmen gegen die Pandemie an. Bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Tragen einer Gesichtsmaske obligatorisch, bei VerstĂ¶ĂŸen droht eine Geldstrafe von umgerechnet rund 570 Euro. GaststĂ€tten mĂŒssen ihre Bewirtung in geschlossenen RĂ€umen einstellen und dĂŒrfen erst nach 18 Uhr Speisen zum Mitnehmen anbieten.

Beide Maßnahmen kamen wĂ€hrend des Virus-Ausbruchs in der chinesischen Sonderverwaltungszone bislang nicht zum Einsatz. ZusammenkĂŒnfte sind statt bisher von 50 auf vier Personen reduziert, Fitnessstudios und VergnĂŒgungsstĂ€tten bleiben fĂŒr eine Woche geschlossen. Am Montag registrierten Hongkonger Gesundheitsbehörden einen Anstieg um 52 auf 1522 FĂ€lle. Lokalen Medienberichten zufolge sind acht Einwohner an den Folgen des Virus gestorben.

Mehr als 4.000 Menschen in US-Abschiebelagern infiziert

In den US-Abschiebehaftanstalten breitet sich das Coronavirus immer stĂ€rker aus. Laut Aussagen der privaten Betreiber der FlĂŒchtlingslager sind mehr als 3300 der 22.580 Menschen in Abschiebehaft sowie 880 Mitarbeiter mit dem Erreger infiziert. Es habe Berichte von Angestellten ĂŒber die Rationierung persönlicher SchutzausrĂŒstung, unzureichende medizinische Versorgung und verzögerte Tests gegeben, erklĂ€rte die Vorsitzende des Senatsausschuss fĂŒr Heimatschutz, Kathleen Rice bei einer Anhörung. Die US-Einwanderungsbehörde ICE Ă€ußerte sich nicht zu den Infektionszahlen und den VorwĂŒrfen.

Bericht: Zahl der Abschiebungen in Corona-Krise drastisch gesunken

Die Zahl der Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern aus Deutschland ist laut einem Zeitungsbericht in der Corona-Krise drastisch gesunken. In den ersten fĂŒnf Monaten des Jahres seien nur 5.022 Asylbewerber abgeschoben worden, weniger als die HĂ€lfte als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe in ihren Dienstagsausgaben. Im Mai habe es nur rund 150 RĂŒckfĂŒhrungen geben.

Zwischen Januar und Mai 2019 waren dem Bericht zufolge noch 10.951 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben worden. Die Gesamtzahl der Ausreisepflichtigen stieg demnach zwischen Ende Mai 2019 und Ende Mai dieses Jahres von 245.597 auf 266.605.

Zahlreiche Staaten verweigerten wegen der Corona-Pandemie weiterhin die Einreise von Menschen, die abgeschoben werden sollten, oder beschrĂ€nkten die Einreise auf "unabdingbare, wenige Fallkonstellationen", teilte das Bundesinnenministerium den Funke-BlĂ€ttern mit. Das Ministerium dringt nach eigenen Angaben bei den Herkunftstaaten "auf eine baldige Wiederaufnahme von RĂŒckfĂŒhrungen".

Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland steigt auf ĂŒber 200.000

Die Zahl der festgestellten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Krise ist laut Daten der Johns Hopkins-UniversitĂ€t auf ĂŒber 200.000 gestiegen. Demnach seien mittlerweile 200.075 Menschen in der Bundesrepublik an Covid-19 erkrankt. Damit liegt Deutschland weltweit an 17. Stelle. Die USA sind mit aktuell ĂŒber 3,3 Mio. Infektionen weiter einsamer trauriger Spitzenreiter.

WHO-Chef: Krise kann "schlimmer und schlimmer und schlimmer werden"

Die Virus-Pandemie kann sich laut Weltgesundheitsorganisation WHO noch deutlich verschĂ€rfen, wenn sich nicht alle LĂ€nder an grundlegende Vorsichtsmaßnahmen halten. "Lassen Sie es mich offen sagen, zu viele LĂ€nder gehen in die falsche Richtung, das Virus bleibt Staatsfeind Nummer eins", sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einem virtuellen Briefing in Genf. "Wenn die Grundlagen nicht befolgt werden, wird diese Pandemie voranschreiten, sie wird schlimmer und schlimmer und schlimmer werden." Das mĂŒsse aber nicht so kommen.

Hongkong fĂŒhrt erneut Corona-BeschrĂ€nkungen ein

Nach einem Wiederanstieg der Corona-Infektionen hat Hongkong erneut BeschrĂ€nkungen eingefĂŒhrt. Wie die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam am Montag mitteilte, werden öffentliche Versammlungen von mehr als vier Menschen verboten. GeschĂ€fte mĂŒssen teilweise schließen und Restaurants dĂŒrfen zwischen 18.00 Uhr und 5.00 Uhr nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten. Bars, Nachtclubs, Schönheitssalons, Fitnessstudios und Karaoke-Bars dĂŒrfen gar nicht öffnen. Gesichtsmasken sind ab Montag Pflicht im öffentlichen Personennahverkehr, Zuwiderhandlungen werden mit bis zu 570 Euro bestraft. Lam kĂŒndigte an, die Maßnahmen in sieben Tagen ĂŒberprĂŒfen zu wollen.

Die Finanzmetropole gehörte wegen der NĂ€he zu Festlandchina zu den ersten Regionen mit Coronavirus-FĂ€llen, bekam die Ausbreitung des neuartigen Erregers aber durch strenge Maßnahmen zĂŒgig in den Griff. Bisher wurden etwas mehr als 1400 Corona-Infektionen bestĂ€tigt, acht Menschen starben. Zwei Monate lang waren keine Übertragungen mehr nachgewiesen worden.

In den vergangenen zwei Wochen wurden jedoch im Zusammenhang mit einem Corona-Hotspot 180 neue FĂ€lle entdeckt. Die Behörden fĂŒrchten, dass sich das Virus unerkannt unter den 7,5 Millionen Einwohnern Hongkongs ausbreitet.

US-Behörde genehmigt beschleunigtes Verfahren zu Corona-Impfstoff

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem amerikanischen Konzern Pfizer und der Firma Biontech aus Mainz ein beschleunigtes Zulassungsverfahren fĂŒr zwei mögliche Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus genehmigt. Das teilten beide Unternehmen am Montag mit. Es handele sich um die am weitesten entwickelten Varianten eines möglichen RNA-Impfstoffs mit Namen "BNT 162b1" und "BNTb2". Insgesamt laufen in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II zu vier Kandidaten.

FĂŒr die USA hatten Biontech und Pfizer zuletzt schon erste Ergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten vorgelegt, konkret zu "BNT 162b1". Diese nannten die Unternehmen "ermutigend", auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsĂ€chlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schĂŒtzen. Das sollen Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen.

Erste Ergebnisse zu Tests in Deutschland werden laut Biontech noch im Juli erwartet.

30-JĂ€hriger infiziert sich auf Corona-Party und stirbt

Im Bundesstaat Texas ist ein 30-JĂ€hriger an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben, nachdem er an einer "Covid-19-Party" teilgenommen hatte. Der Gastgeber der Party sei selber mit dem Virus infiziert gewesen, teilte die Chefmedizinerin am Methodisten-Krankenhaus in San Antonio, Jane Appleby, in einem am Sonntag von US-Medien verbreiteten Video mit.

Bei der Party hĂ€tten die Teilnehmer herausfinden wollen, ob das Virus wirklich existiere und ob es gegebenenfalls besiegt werden könne, sagte die Ärztin. Der nun Verstorbene habe kurz vor seinem Tod ĂŒber seinen Partybesuch gesagt: "Ich glaube, ich habe einen Fehler gemacht." Der Patient habe das Coronavirus fĂŒr einen "Schwindel" gehalten und sich aufgrund seines jungen Alters ohnehin fĂŒr "unbesiegbar" gehalten.

Appleby beschrieb den Fall als Warnung an junge Leute. Mit dem Coronavirus infizierte junge Menschen wĂŒrden oft nicht selber erkennen, wie krank sie tatsĂ€chlich seien. Bei Untersuchungen des Sauerstoffgehalts in ihrem Blut und Labortests werde oft festgestellt, dass sie "in Wahrheit kranker sind als sie scheinen".

Johnson wirbt fĂŒr Urlaub im Vereinigten Königreich

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson rĂ€t seinen Landsleuten, in diesem Sommer Urlaub im eigenen Land zu machen. "Wenn die Menschen das BedĂŒrfnis nach einem Auslandsurlaub verspĂŒren, dann ist das natĂŒrlich ihre Sache, und ich verstehe das vollkommen, aber es gibt fantastische, fantastische Orte - unvergleichliche, wunderbare, superlative Orte im Vereinigten Königreich, an denen man Urlaub machen kann", sagt er in London und fĂŒgt hinzu: "Das ist sicherlich das, was ich tun werde".

Corona-Tests an fĂŒnf Stuttgarter Schulen und in Göppingen

In der Landeshauptstadt Stuttgart werden nach Corona-Verdacht SchĂŒler und Lehrer an fĂŒnf Schulen auf das Coronavirus getestet. PĂ€dagogen und SchĂŒler einzelner Klassen seien betroffen, weil einzelne Kinder Kontakt zu einem infizierten Menschen hatten. Nach der Erkrankung zweier Kitakinder werden auch bei Personal und Kindern in zwei Stuttgarter Einrichtungen Abstriche genommen, wie die Stadt mitteilte.

In Göppingen wird in zwei Schulen und einem Kindergarten getestet. Dort hatte eine Ende der Woche als infiziert diagnostizierte Mutter zuvor Krankheitssymptome an ihren drei Kindern festgestellt. ZunĂ€chst hatten sie sie zu Hause gelassen und nach Besserung ihres Zustands am Dienstag und Mittwoch wieder in Schule und Kindergarten geschickt. Wie der Landkreis Göppingen mitteilte, ist nicht auszuschließen, dass die Kinder ansteckend sind.

In Stuttgart sollen die betroffenen Klassen und Gruppen nach den Worten von Isabel Fezer, BĂŒrgermeisterin fĂŒr Jugend und Bildung, vorsorglich zu Hause bleiben. Dieses Vorgehen trage wesentlich dazu bei, Infektionsketten zu durchbrechen und das Coronavirus einzudĂ€mmen.

Jens Spahn auf einer Pressekonferenz: Der Gesundheitsminister hat die BĂŒrger vor NachlĂ€ssigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich aufgerufen, die Schutzmaßnahmen einzuhalten.
Jens Spahn auf einer Pressekonferenz: Der Gesundheitsminister hat die BĂŒrger vor NachlĂ€ssigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich aufgerufen, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. (Quelle: Reuters-bilder)

Spahn: Besondere Gefahr beim Feiern

Ein besonders großes Gefahrenpotential sieht Gesundheitsminister Spahn beim Feiern und auf Partys und reagiert damit auf Videos vom Wochenende, in denen deutsche Urlauber ohne Mundschutz am Ballermann gefeiert haben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Studie bei Blutspendern zeigt geringe ImmunitÀt gegen Virus

Erste Ergebnisse einer Studie auf Antikörper gegen das Virus unter Blutspendern hat eine geringe ImmunitÀt bei den Untersuchten gezeigt. 12.000 Menschen seien getestet worden, Antikörper wurden demnach nur bei 1,3 Prozent gefunden, sagte der PrÀsident des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler.

Dieses Zwischenergebnis der nicht-reprĂ€sentativen Studie zeige, dass der Großteil der Menschen in Deutschland offenbar noch nicht mit dem Virus in Kontakt gekommen sei. Dies bedeute umgekehrt, dass es sich noch stark verbreiten könne.

Mallorca: VerschÀrfte Maskenpflicht gilt ab heute

Zum Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus ist auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln am heutigen Montag eine verschĂ€rfte Maskenpflicht in Kraft getreten. Der Mund- und Nasenschutz muss auf Anordnung der Regionalregierung in allen geschlossenen öffentlichen RĂ€umen sowie auch auf der Straße und im Freien getragen werden, sobald die Möglichkeit besteht, auf andere Menschen zu treffen.

Am Strand, am Pool sowie beim Sport muss hingegen weiterhin niemand eine Maske tragen. Die Balearen folgen damit dem Beispiel Kataloniens, wo aufgrund von neuen Infektionsherden bereits seit Donnerstag eine verschÀrfte Maskenpflicht gilt. Mallorca zieht besonders viele deutsche Touristen an, schon vor Spaniens Grenzöffnung durften Mitte Juni wieder tausende von ihnen auf die Insel.

Spanisches Gericht setzt Corona-Ausgangssperre in Katalonien außer Kraft

Ein spanisches Gericht hat die erneute Corona-Ausgangssperre fĂŒr mehr als 200.000 Menschen in der Region Katalonien außer Kraft gesetzt. Das oberste Gericht Kataloniens teilte am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, die von der Regionalregierung angeordnete Ausgangssperre verstoße gegen geltendes Recht. Das Gerichtsurteil kann angefochten werden.

Wegen eines neuen Corona-Infektionsherds hatte die katalonische Regionalregierung am Samstagabend eine Ausgangssperre fĂŒr den Großraum Lleida (LĂ©rida) verhĂ€ngt, die am Sonntag in Kraft trat. Bereits gut eine Woche zuvor war die Gegend vom Rest des Landes isoliert worden.

Ungarn erlÀsst EinreisebeschrÀnkungen

Das EU-Land Ungarn fĂŒhrt wegen weltweit steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus EinreisebeschrĂ€nkungen ein. Eine Regierungsverordnung, die am Sonntag erlassen wurde, kategorisiert die verschiedenen LĂ€nder der Welt in Hinblick auf ihre Pandemielage. Reisende, die aus LĂ€ndern wie Deutschland kommen, die als "grĂŒn" eingestuft sind, können weiter uneingeschrĂ€nkt in Ungarn einreisen.

FĂŒr Reisende, die aus einem als "gelb" eingestuften Land kommen, gilt eine 14-tĂ€gige QuarantĂ€nepflicht. Aus "rot" eingestuften LĂ€ndern können AuslĂ€nder kĂŒnftig nicht mehr einreisen. Die Verordnung tritt am Mittwoch (15. Juli) in Kraft. Transitreisende sind nicht davon betroffen, sie dĂŒrfen aber die festgelegten Durchreiserouten nicht verlassen.

Als "grĂŒn" eingestuft sind die Schweiz, Island und alle EU-LĂ€nder außer RumĂ€nien, Bulgarien, Portugal und Schweden. Diese vier LĂ€nder sind so wie Norwegen, Großbritannien, Serbien, Russland, China, Japan und die USA als "gelb" eingestuft. Als "rot" gelten die Ukraine, Moldau, Belarus, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Kosovo, Kanada, Australien, die meisten asiatischen LĂ€nder und alle LĂ€nder Mittel- und SĂŒdamerikas sowie Ozeaniens.

Kinderhilfswerk warnt vor globalem Bildungsnotstand

Die Kinderhilfsorganisation Save the Children hat vor einem weltweiten Bildungsnotstand als Folge der Corona-Pandemie gewarnt. Bis Jahresende könnten fast zehn Millionen Kinder fĂŒr immer vom Unterricht ausgeschlossen sein. Besonders betroffen seien MĂ€dchen in Ă€rmeren LĂ€ndern oder Konfliktregionen, die aufgrund der Schulschließungen und wirtschaftlichen Probleme in Kinderarbeit oder FrĂŒhehen gezwungen wĂŒrden, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht.

Als Konsequenz fordert die Kinderrechtsorganisation unter anderem Kreditgeber auf, den Ă€rmsten Staaten einen Aufschub bei der Schuldentilgung zu gewĂ€hren. DarĂŒber hinaus mĂŒssten Kinder wĂ€hrend der Schulschließungen Zugang zu digitalem Lernen und Schutzmöglichkeiten haben.

Vor der Pandemie seien 258 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit nicht zur Schule gegangen, hieß es in dem Bericht. Durch die weltweiten Schulschließungen waren es demnach zwischenzeitlich 1,6 Milliarden, aktuell liegt die Zahl bei etwa einer Milliarde. Am grĂ¶ĂŸten ist das Risiko, nicht mehr zur Schule zurĂŒckzukehren, dem Bericht zufolge in zwölf Staaten, die ĂŒberwiegend in West- und Zentralafrika liegen. Aber auch der Jemen und Afghanistan zĂ€hlen dazu.

Rekordzahl an Neuinfektionen in Florida

In Florida ist innerhalb von 24 Stunden die Rekordzahl von mehr als 15.000 neuen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. 15.299 neue AnsteckungsfĂ€lle wurden gezĂ€hlt, wie das Gesundheitsministerium des Bundesstaates im SĂŒdosten der USA am Sonntag mitteilte. Dies ist die bislang höchste Zahl von Neuinfektionen, die innerhalb eines Tages in einem US-Bundesstaat registriert wurde. Den bisherigen Rekord hielt Kalifornien mit 11.694 erfassten AnsteckungsfĂ€llen binnen 24 Stunden – diese Zahl von Neuinfektionen in dem WestkĂŒstenstaat war am vergangenen Mittwoch verzeichnet worden.

Mehr als 35.000 Corona-Tote: Mexiko weltweit an vierter Stelle

Mexiko ist inzwischen das Land mit den viertmeisten registrierten TodesfĂ€llen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag (Ortszeit) auf 35.006. Damit ĂŒberholte das nordamerikanische Land Italien. Die offizielle Zahl der bestĂ€tigten Infektionen mit dem Coronavirus liegt in Mexiko inzwischen bei 299.750 – die siebtmeisten weltweit nach Statistiken der Johns Hopkins UniversitĂ€t in den USA.

Die wahren Zahlen dĂŒrften in Mexiko allerdings noch deutlich höher liegen. Äußerst wenige Menschen werden dort auf das Coronavirus getestet. Nach Statistiken, die von Forschern der englischen UniversitĂ€t Oxford zusammengetragen wurden, lag die Zahl der tĂ€glich durchgefĂŒhrten Tests in Mexiko zuletzt bei 4,83 pro 1.000 Einwohner – in Deutschland waren es 76,1 und in den USA 117,58.

Hinrichtung in den USA soll trotz Corona-Bedenken stattfinden

In den USA soll nun doch am Montag die Todesstrafe eines verurteilten Mörders vollstreckt werden. Ein US-Berufungsgericht hat die einstweilige VerfĂŒgung gegen die Hinrichtung aufgehoben, sagt ein Anwalt der Familie des Verurteilten. Die Vollstreckung war am Freitag von einem Bundesgericht blockiert worden. Die Richterin gab einem Antrag von Angehörigen des verurteilten Kindesmörders statt. Sie hatten argumentiert, dass sie ihr Recht, der Exekution beizuwohnen, aus Furcht vor Ansteckung mit dem Coronavirus nicht wahrnehmen könnten. Die Hinrichtung wĂ€re die erste eines auf Bundesebene Verurteilten seit 17 Jahren.

Argentinien: Erstmals mehr als 100.000 Infektionen

In Argentinien durchbricht die Zahl der Coronavirus-FÀlle erstmals die 100.000-Marke. Trotz QuarantÀne-BeschrÀnkungen in der Hauptstadt Buenos Aires und den umliegenden Gebieten meldet das Gesundheitsministerium einen Anstieg binnen 24 Stunden um 2.657 auf 100.166 Neuinfektionen.

Seit Juni verzeichnet das lateinamerikanische Land einen tÀglichen Anstieg im vierstelligen Bereich. Die Zahl der Todesopfer in Argentinien liegt bei 1845, weit entfernt von Brasilien mit bislang 71.469 Todesopfern und 11.682 in Peru.

Ungarn lĂ€sst keine Menschen aus Afrika und SĂŒdamerika mehr ins Land

Mit Verweis auf die Corona-Pandemie will die ungarische Regierung Einreisen aus Afrika, SĂŒdamerika und fast allen LĂ€ndern Asiens untersagen. Zudem wĂŒrden die Einreisen aus einigen europĂ€ischen Staaten eingeschrĂ€nkt, teilte der Stabschef von MinisterprĂ€sident Viktor Orban, Gergely Gulyas, am Sonntag mit.

Nach Gulyas Angaben teilten die ungarischen Gesundheitsbehörden 154 LĂ€nder auf Grundlage der dortigen Corona-Infektionszahlen in drei unterschiedliche Risikokategorien ein. Zur höchsten Risikogruppe "rot" werden demnach alle afrikanischen und sĂŒdamerikanischen LĂ€nder gezĂ€hlt sowie alle asiatischen LĂ€nder, abgesehen von den wirtschaftlich einflussreichen Staaten China und Japan. Menschen aus der roten Gruppe dĂŒrfen ab Dienstag um Mitternacht nicht mehr nach Ungarn einreisen.

Aus Europa gehören auch Albanien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, das Kosovo, Belarus, Montenegro und die Ukraine zur roten Gruppe. Ungarische StaatsbĂŒrger, die aus LĂ€ndern dieser Gruppe einreisen, mĂŒssen sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen und eine 14-tĂ€gige QuarantĂ€ne einhalten.

Zur gelben Kategorie zĂ€hlen unter anderem Großbritannien, Norwegen, Russland, Serbien, China, Japan und das am stĂ€rksten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit - die USA. Menschen aus diesen LĂ€ndern mĂŒssen bei Einreise nach Ungarn zwei Wochen lang in QuarantĂ€ne, es sei denn, sie können binnen fĂŒnf Tagen ein negatives Testergebnis vorweisen. Auch die EU-Mitglieder Bulgarien, RumĂ€nien, Portugal und Schweden werden von Budapest zu dieser Kategorie gezĂ€hlt. Aus LĂ€ndern der grĂŒnen Kategorie können Menschen ohne Corona-Restriktionen einreisen.

USA meldet fast 63.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages

In den USA steigt die Zahl der Coronavirus-FĂ€lle nach Angaben der US-Zentren fĂŒr Krankheitskontrolle und PrĂ€vention (CDC) um 62.918 auf 3.236.130. Weitere 906 Menschen sind binnen 24 Stunden an den Folgen des Virus gestorben, wodurch sich die Zahl der TodesfĂ€lle auf 134.572 erhöht. Die Vereinigten Staaten verzeichnen weltweit die meisten Infektion.

Erstmals wieder AusgangsbeschrÀnkung in Spanien wegen Corona-FÀllen

In Spanien ist erstmals seit Lockerung der Corona-Maßnahmen im Juni wieder eine AusgangsbeschrĂ€nkung angeordnet worden. Die Menschen in der Stadt Lleida und sieben umliegenden Gemeinden dĂŒrfen ab Montag das Haus daher nur noch zur Arbeit, zum Einkaufen oder wegen dringender Angelegenheiten wie etwa Arztbesuche verlassen, berichtete die Zeitung "La Vanguardia" am Sonntag unter Berufung auf die Regionalregierung von Katalonien.

Damit wurden Maßnahmen in der im Westen Kataloniens gelegenen Region weiter verschĂ€rft, die schon seit einer Woche fĂŒr mehr als 200.000 Menschen gelten. So war das Gebiet, in dem es einen Anstieg der Infektionszahlen gibt, bereits weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt worden. Seither kontrolliert die Polizei die Zufahrtsstraßen.

In den KrankenhĂ€usern im Bereich von Lleida wĂŒrden inzwischen schon mehr als 100 Covid-19-Patienten behandelt, berichtete "La Vanguardia". In ganz Katalonien, wo es auch in der Stadt L'Hospitalet de Llobregat unmittelbar sĂŒdlich von Barcelona vermehrt neue Corona-FĂ€lle gibt, wurden binnen 24 Stunden am Sonntag 816 neue Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus registriert. Das waren mehr als doppelt so viele wie noch am Samstag, als 361 FĂ€lle gemeldet wurden.

WHO zÀhlt 230.000 neue FÀlle

Die Zahl der tÀglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Die WHO zÀhlte nach Angaben vom Sonntag binnen 24 Stunden mehr als 230.000 neue FÀlle. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mindestens 248 Neuinfektionen in Deutschland

Die GesundheitsĂ€mter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 248 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.804 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete. Allerdings wies das RKI darauf hin, dass aus Baden-WĂŒrttemberg und Sachsen keine Daten ĂŒbermittelt wurden, zudem habe es bei der Übermittlung aus Hamburg und dem Saarland technische Probleme gegeben.

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9.063 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten 184.600 Menschen die Infektion nach RKI-SchĂ€tzungen ĂŒberstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-SchĂ€tzungen mit Datenstand 12. Juli, 0.00 Uhr, bei 1,04 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. An den Vortagen lag er unter 1.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen lÀngeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-SchÀtzungen lag dieser Wert mit Datenstand 12. Juli, 0.00 Uhr, bei 0,91 (Vortag: 0,93). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Corona-Ausbruch in Israel droht außer Kontrolle zu geraten

Israel bekommt einen neuerlichen Ausbruch des Coronavirus bislang nicht in den Griff. Das Gesundheitsministerium verzeichnete am Sonntag 18.940 aktive Corona-FÀlle. Damit gab es in Israel seit lÀngerer Zeit wieder mehr aktiv Infizierte als Genesene. Am Vortag waren 1.148 neue FÀlle gemeldet worden. Am Freitag hatte das Ministerium mit 1.464 FÀllen einen Rekordwert verzeichnet. Nach einem ersten Ausbruch waren in Israel im Mai kaum neue FÀlle gemeldet worden. Seit Ende Mai steigt die Zahl der tÀglich registrierten Ansteckungen aber wieder deutlich.

Nach Medienberichten ist Gesundheitsminister Juli Edelstein fĂŒr einen erneuten Lockdown, sollte die Zahl der tĂ€glichen Neuinfektionen auf rund 2.000 steigen. WĂ€hrend Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu zu Beginn der Pandemie fĂŒr sein entschiedenes Handeln gelobt worden war, steht er inzwischen fĂŒr sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik. Vorgehalten werden ihm vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle.

In der Nacht auf Freitag verhĂ€ngte die Regierung AusgangsbeschrĂ€nkungen fĂŒr Teile von fĂŒnf StĂ€dten, darunter auch Jerusalem. In einem Jerusalemer Viertel kam es zu gewaltsamen Konfrontationen zwischen Einwohnern, die sich nicht an die Sperrmaßnahmen halten wollten, und der Polizei. Zuletzt wurde insbesondere in strengreligiösen Wohnvierteln ein dramatischer Anstieg von Neuinfektionen verzeichnet.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 38.213 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 358 Infizierte sind gestorben. Auch im Westjordanland stiegen die Corona-Zahlen weiter stark an. Die palÀstinensischen Behörden verzeichneten dort bisher 6.158 Corona-FÀlle, 33 Menschen starb

Britische Regierung streitet ĂŒber strengere Maskenregeln

Der britische Vize-Premierminister Michael Gove hat sich gegen eine generelle Maskenpflicht in England ausgesprochen. Im Interview mit der BBC antwortete Gove auf die Frage, ob Masken verpflichtend getragen werden sollten, "nein, nicht verpflichtend".

Er vertraue dem "guten GespĂŒr" der Menschen, erklĂ€rte Gove. Allerdings rĂ€umte er ein, dass strengere Maßnahmen ergriffen werden könnten, falls die Corona-Situation dies erfordere.

Am Freitag hatte Premierminister Boris Johnson angedeutet, dass er eine generelle Maskenpflicht im Einzelhandel in ErwÀgung ziehe. Er selbst zeigte sich bei einem Pressetermin in einem GeschÀft erstmals mit Maske.

Bluttests zeigen: Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dÀmpft Hoffnung auf Impfstoff

Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten dĂ€mpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende ImmunitĂ€t und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung. Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der MĂŒnchen Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, berichtete Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik fĂŒr Infektiologie.

"Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann", sagte Wendtner. "Inwieweit dies Auswirkungen fĂŒr die LangzeitimmunitĂ€t und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden." Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei. Mehr dazu lesen Sie hier.

USA mit Negativ-Rekord: Zahl der Neuinfektionen so hoch, wie noch nie

In den USA hat die Zahl der tÀglich registrierten Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-UniversitÀt vom Samstagabend (Ortszeit) 66.528 AnsteckungsfÀlle verzeichnet. Die Zahl der Corona-Toten stieg demnach um 760 auf 134.729. Insgesamt infizierten sich nach Angaben der Johns-Hopkins-UniversitÀt inzwischen 3,24 Millionen Menschen in den USA mit dem neuartigen Coronavirus.

Die USA sind das mit Abstand am hĂ€rtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl fĂŒr die Infektions- als auch die Totenzahlen. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im SĂŒden und Westen des Landes. Zuletzt waren immer neue RekordstĂ€nde bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden. In den vergangenen fĂŒnf Tagen ĂŒberschritt die Zahl der landesweiten Neuinfektionen vier Mal die Schwelle von 60.000.

"Als gÀb's kein Corona": Deutsche feiern auf Mallorca ohne Masken

Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren. Auf einem am Samstag veröffentlichten Video der "Mallorca Zeitung" (MZ) ist zu sehen, wie die Menschen am Freitagabend auf der berĂŒhmten "Bierstraße" im dichten GedrĂ€nge feiern, trinken und tanzen – "als gĂ€b's kein Corona", so die "MZ". Praktisch niemand trĂ€gt dabei Maske, obwohl der von der spanischen Regierung fĂŒr die Zeit der "neuen NormalitĂ€t" vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern weder auf der Straße noch in den Lokalen einzuhalten ist.

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Die Bilder schockierten die Insel. Die Szenen zeigten, so die "Mallorca Zeitung", "wie groß die Gefahr einer zweiten Corona-Welle auf Mallorca sein könnte". Viele der angetrunkenen GĂ€ste hĂ€tten mit fremden Urlauberinnen und Urlaubern geflirtet, in grĂ¶ĂŸeren Gruppen getanzt und StraßenhĂ€ndler umarmt. Die wenigen Menschen, die Maske trugen, seien zum Teil ausgelacht worden, berichteten Medien.

Obwohl nach dem Ende des Lockdowns einige Partys von grĂ¶ĂŸeren Gruppen in Kneipen und in Parks schon erste Sorgen ausgelöst hatten, hatte man eine solch große Ansammlung feiernder und trinkender Menschen auf den Balearen seit der Öffnung der Grenzen fĂŒr auslĂ€ndische Touristen Mitte Juni bisher nicht gesehen.

Angesichts der NachlĂ€ssigkeit einiger BĂŒrger bei der Beachtung der Corona-Schutzregeln hatte die Regionalregierung in Palma erst am Freitag illegalen Partys den Kampf angesagt. Es wurde ein Strafenkatalog mit Bußgeldern von bis zu 600.000 Euro beschlossen; außerdem wurden verstĂ€rkte Kontrollen angekĂŒndigt. Am Freitagabend habe sich die Polizei am "Ballermann" aber nicht blicken lassen, so die "MZ".

Kritik und Zuspruch fĂŒr Vorstoß von Union Berlin

Berlins Sportsenator Andreas Geisel zeigt sich offen fĂŒr PlĂ€ne des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union, in der kommenden Saison trotz Corona von Anfang an im komplett gefĂŒllten Stadion zu spielen. "Wir verstehen Unions Ambitionen", sagte der SPD-Politiker am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir werden uns zeitnah mit der VereinsfĂŒhrung treffen, um ĂŒber das Konzept zu sprechen." NatĂŒrlich mĂŒsse ein Konzept die hygienischen Anforderungen erfĂŒllen und von der DFL getragen werden, fĂŒgte Geisel hinzu. "Es sollte keine unterschiedlichen Lösungen innerhalb der Bundesliga geben."

Aufgeschlossen fĂŒr die PlĂ€ne von Union Berlin: Innensenator Andreas Geisel.
Aufgeschlossen fĂŒr die PlĂ€ne von Union Berlin: Innensenator Andreas Geisel. (Quelle: imago-images-bilder)

Mit seinem in Deutschland bislang einmaligen Vorhaben, das am Freitagabend veröffentlicht wurde, sorgt Union fĂŒr mĂ€chtig Wirbel. Der Club will "spĂ€testens" ab dem ersten Spieltag der kommenden Saison - also ab Mitte September – wieder eine "Vollauslastung" des Stadions An der Alten Försterei erreichen. Dazu soll es umfassende Tests auf das Coronavirus fĂŒr alle Stadionbesucher geben. Das Konzept will der Club gemeinsam mit dem Berliner Senat und dem zustĂ€ndigen Gesundheitsamt des Stadtbezirks Treptow-Köpenick ausarbeiten.

Kritik an dem Plan Ă€ußerte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. "Das halte ich fĂŒr nicht vertretbar", sagte der Politiker dem "Tagesspiegel am Sonntag". Man könne "nicht mit Sicherheit ausschließen, dass Infizierte ins Stadion kommen", urteilte Lauterbach. Zuschauer könnten sich auch noch unmittelbar vor Spielbeginn und damit nach Abgabe des Corona-Tests infizieren, außerdem bestehe die Gefahr falscher negativer Test-Ergebnisse.

Florida: Disney World öffnet wieder – wĂ€hrend die Fallzahlen explodieren

Inmitten steigender Infektionszahlen in Florida öffnet dort der VergnĂŒgungspark Walt Disney World zum ersten mal seit vier Monaten wieder seine Tore. Mit einer begrenzten Zahl von Besuchern und Maskenpflicht sowie der Aufforderung zum Abstandhalten sieht sich das Unternehmen nach eigenen Angaben in der Lage, die Ansteckungsgefahr unter Kontrolle zu halten.

In den vergangenen zwei Wochen sind in Florida 109.000 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, mehr als in jedem anderen US-Bundesstaat.

USA: 774 Tote binnen 24 Stunden

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist weiterhin alarmierend: Binnen 24 Stunden sind nach Angaben der Johns-Hopkins-UniversitÀt vom Freitagabend (Ortszeit) 63.643 neue AnsteckungsfÀlle registriert worden. Die Zahl der Corona-Toten sei um 774 auf fast 134.000 gestiegen. Erst am Donnerstag hatten die USA mit 65.551 Corona-FÀllen einen Höchststand bei den tÀglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstĂ€rkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im SĂŒden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten InfektionsfĂ€lle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t inzwischen bei 3,18 Millionen.

Altmaier nennt Bedingungen fĂŒr Lockerung der Maskenpflicht

Nach EinschĂ€tzung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier könnte die Maskenpflicht im Einzelhandel abgeschafft werden, wenn die Zahl der tĂ€glichen Corona-Neuinfektionen unter den Wert von 100 sinken sollte. "Solange wir im Durchschnitt tĂ€glich mehrere hundert neue Infizierte haben, wird sie ĂŒberall bleiben mĂŒssen, wo der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten wird", sagt der CDU-Politiker der "FAZ".

Einen Automatismus gebe es nicht. "Wenn wir bei den Infektionen dauerhaft zweistellig sind, mĂŒssen Mediziner und Politik neu nachdenken." Übermut und dadurch ausgelöste neue Infektionswellen schadeten der Wirtschaft am Ende am meisten.

Alamierende Zahlen in Mexiko: Was der mit den Toten zu tun hat

Die mexikanischen Infektionszahlen haben einen neuen Rekordwert erreicht. Trotz roter Corona-Ampel lockerte die Regierung die EinschrĂ€nkungen. Doch es gibt weitere GrĂŒnde fĂŒr die vielen Infektionen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mallorca: Drakonische Strafen fĂŒr Partys

Die Balearen wollen gegen illegale Partys, die gegen die Corona-Regeln verstoßen und vor allem auf Mallorca zunehmend Sorgen bereiten, hart vorgehen. Die Regionalregierung beschloss am Freitag einen Strafenkatalog mit Bußgeldern von bis zu 600.000 Euro sowie verstĂ€rkte Kontrollen. Das entsprechende Dekret, das noch am Freitag im Amtsblatt veröffentlicht werden und damit umgehend in Kraft treten sollte, sieht bei VerstĂ¶ĂŸen unter anderem auch Schließungen von Lokalen fĂŒr eine Zeit von bis zu drei Jahren vor.

Wegen der NachlĂ€ssigkeit einiger BĂŒrger hatte die Regionalregierung bereits am Donnerstag die EinfĂŒhrung einer strengen Maskenpflicht angekĂŒndigt, die am Montag in Kraft treten soll.

Auf den Inseln, insbesondere auf Mallorca, gab es in den vergangenen Tagen nach Medienberichten unter anderem in Kneipen und Parks immer mehr Partys, an denen zum Teil mehr als hundert Menschen ohne jede Beachtung der Abstandsregeln teilgenommen haben sollen. Nach dem im Rahmen der "neuen NormalitĂ€t" gĂŒltigen Dekret der Madrider Zentralregierung muss landesweit fast ĂŒberall ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern eingehalten werden. Falls das nicht möglich ist, muss auch im Freien eine Maske getragen werden.

Johnson will striktere Maskenpflicht

Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Freitag eine Ausweitung der Maskenpflicht in seinem Land angedeutet. "Ich glaube wir mĂŒssen strikter dabei sein, die Menschen zum Tragen von Gesichtsschutz in geschlossenen RĂ€umen aufzufordern, wo sich Menschen begegnen, die sonst nicht zusammenkommen", sagte der Premier in einer Online-Fragestunde mit BĂŒrgern. Ebenfalls am Freitag zeigte sich Johnson erstmals selbst mit Maske in der Öffentlichkeit beim Besuch mehrerer GeschĂ€fte in seinem Wahlbezirk Uxbridge.

Einen Sinneswandel vollzog der konservative Regierungschef auch mit der Empfehlung an die Briten, wieder an ihren Arbeitsplatz zu gehen. "Gehen Sie zur Arbeit, wenn Sie können", sagte Johnson. Bislang hatte der Slogan gelautet: "Arbeiten Sie von zuhause, wenn Sie können". Britische Medien interpretierten den Schritt als Zeichen fĂŒr die wachsende Sorge im Regierungssitz Downing Street vor einem heftigen wirtschaftlichen Einbruch.

Bislang mĂŒssen in England Masken zur EindĂ€mmung der Coronavirus-Pandemie nur in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Lange Zeit hatte sich die Regierung in London gegen eine Ausweitung der Pflicht auf LĂ€den und andere geschlossene RĂ€ume gestrĂ€ubt. BefĂŒrchtet wurde zunĂ€chst, es könne zu einer hohen Nachfrage nach der in KrankenhĂ€usern und Pflegeeinrichtungen knappen SchutzausrĂŒstung kommen. Außerdem wurde gewarnt, Masken könnten durch hĂ€ufiges BerĂŒhren oder ein ĂŒberhöhtes GefĂŒhl der Sicherheit sogar kontraproduktiv sein.

Bericht: Bundesregierung hat zu viele BeatmungsgerÀte bestellt

Die Bundesregierung will einem Bericht zufolge einen Teil der ursprĂŒnglich bestellten BeatmungsgerĂ€te zur Behandlung von Corona-Patienten den Herstellern nicht mehr abnehmen. Das geht dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" zufolge aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Christoph Hoffmann hervor.

Demnach wurden den BundeslĂ€ndern fĂŒr den Zeitraum zwischen April und Juli 4.250 Apparate der deutschen Hersteller Löwenstein und DrĂ€gerwerk zum Abruf bereitgestellt. Insgesamt sollten im Zuge der Pandemie mehr als 20.000 GerĂ€te beschafft werden. Angesichts des sinkenden Bedarfs im Zuge des RĂŒckgangs der Infizierten-Zahlen seien mit einigen Herstellern nunmehr reduzierte LiefervertrĂ€ge vereinbart worden, hieß es den Angaben zufolge in der Stellungnahme.

Der FDP-Politiker Hoffmann kritisierte das Vorgehen. VertrĂ€ge mĂŒssten bedarfsgerecht abgeschlossen werden, forderte er. Schließlich gehe es um "Steuergelder, die dann woanders fehlen". Ein Teil der GerĂ€te, die kĂŒnftig noch geliefert werden, soll den Angaben zufolge nicht direkt an KrankenhĂ€user gehen, sondern in die neu zu errichtende "Nationale Reserve Gesundheitsschutz". Sie solle den Bedarf bis zu sechs Monate decken.

US-Bundesstaat verhÀngt im Kampf gegen Corona nÀchtliches Alkoholverbot

Angesichts eines raschen Anstiegs der Neuinfektionen mit dem Coronavirus verbietet der US-Bundesstaat South Carolina Bars, Restaurants und Clubs ab 23.00 Uhr den Verkauf von alkoholischen GetrĂ€nken. Damit solle die rasche Verbreitung des Virus unter jĂŒngeren Erwachsenen, die gerne abends in Gruppen zusammenkĂ€men, gebremst werden, erklĂ€rte Gouverneur Henry McMaster am Freitag. Der Erlass gelte fĂŒr rund 8000 Gastbetriebe und trete am Samstag in Kraft. Ausgenommen davon seien nur VerkĂ€ufe im Einzelhandel.

VerstĂ¶ĂŸe gegen die Verordnung könnten den Entzug der Schanklizenz nach sich ziehen, warnte McMaster. Kritikern, die seinen Erlass als unzureichend betrachteten und weitere Maßnahmen wie eine Masken-Pflicht forderten, erteilte er eine Absage. Er empfehle das Tragen von Masken, um die Verbreitung des Virus zu bremsen, eine behördliche Anordnung sei aber nicht sinnvoll. Andere US-Bundesstaaten hatten zuletzt eine erneute Schließung von Bars und Clubs angeordnet, um Neuinfektionen dort vorzubeugen.

Jetzt ĂŒber 30.000 Corona-Tote in Frankreich

In Frankreich sind mehr als 30.000 Menschen in Folge der Coronavirus-Pandemie gestorben. Mindestens 30.004 Menschen seien seit Beginn der Epidemie in Frankreich ums Leben gekommen, teilten die französischen Gesundheitsbehörden am Freitagabend mit. In den vergangenen 24 Stunden seien in den KrankenhÀusern 25 Corona-Tote hinzugekommen. Die Zahl der Toten in Pflegeeinrichtungen werde erst am 15. Juli wieder aktualisiert.

In Frankreich galten von Mitte MĂ€rz an rund zwei Monate sehr strenge AusgangsbeschrĂ€nkungen. Seit dem 11. Mai wurden die Regelungen gelockert. Restaurants haben im ganzen Land wieder geöffnet, auch Museen und SehenswĂŒrdigkeiten können wieder besucht werden. Das Land war von der Pandemie schwer getroffen, zeitweise waren KrankenhĂ€user ĂŒberlastet. Die Lage hat sich nun entspannt.

WHO schickt Expertenteam nach China

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsendet auf der Suche nach dem Ursprung des neuartigen Coronavirus am Samstag ein Expertenteam nach China. Den chinesischen Behörden zufolge ging das Coronavirus von einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen ĂŒber. Immer wieder wurde aber auch ein Labor in Wuhan mit dem Ausbruch der Pandemie in Verbindung gebracht, unter anderem von US-PrĂ€sident Donald Trump.

Die USA und andere Staaten fordern seit lĂ€ngerem von Peking mehr Transparenz ĂŒber den Ursprung der Pandemie. Die WHO hatte China seit Anfang Mai gedrĂ€ngt, seine Experten ins Land einzuladen, um bei der Erforschung des Ursprungs des Coronavirus mitzuhelfen. Das Coronavirus hat sich in aller Welt ausgebreitet. Mittlerweile wurden mehr als zwölf Millionen Ansteckungen nachgewiesen, mehr als 555.000 Infizierte starben.

Wieder neuer Rekord bei weltweiten Neuinfektionen

Weltweit ist die Zahl der Neuinfektionen der Weltgesundheitsorganisation zufolge binnen eines Tages so stark gestiegen wie noch nie. Die WHO meldet 228.102 neue bekannte FĂ€lle binnen 24 Stunden. Die stĂ€rksten ZuwĂ€chse verzeichneten die USA, Brasilien, Indien und SĂŒdafrika. Der tĂ€gliche Anstieg bei der Zahl der Toten blieb mit 5.000 in etwa gleich.

Neue Studie: Coronavirus befÀllt auch das Herz

Das Coronavirus kann einer neuen Studie des UniversitÀtsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zufolge auch das Herz befallen. Sars-CoV-2 könne Herzzellen infizieren und sich darin vermehren, sagte der Leiter der Studie, Dirk Westermann.

Zudem sei das Virus in der Lage, die GenaktivitĂ€t infizierter Herzzellen zu verĂ€ndern. Allerdings ließe sich noch nicht abschließend klĂ€ren, ob dies Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf von Herzpatienten habe, hieß es in einer Mitteilung. Die verĂ€nderte GenaktivitĂ€t in den Herzzellen könnte Langzeitfolgen fĂŒr die Gesundheit von Betroffenen haben. KĂŒnftig seien Reihenuntersuchungen an lebenden Covid-19-Patienten notwendig.

FĂŒr die Studie wurden laut UKE 39 gestorbene Herzpatienten untersucht, die mit Sars-CoV-2 infiziert waren. Sie waren im Mittel 85 Jahre alt. Bei rund zwei Drittel dieser Patienten konnten die Forscher im Herzgewebe das Virus nachweisen, wie das UKE weiter mitteilte. In 16 FĂ€llen fanden sie den Angaben zufolge das Virus in Mengen, die klinische Auswirkungen hĂ€tten haben können.

WHO hĂ€lt Ausrottung des Coronavirus fĂŒr unwahrscheinlich

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hĂ€lt es unter den gegebenen UmstĂ€nden fĂŒr unwahrscheinlich, dass das neuartige Coronavirus ausgelöscht wird. Es sei wichtig eine AnhĂ€ufung von Infektionen auszumerzen, sagt WHO-Experte Mike Ryan. Dann könne man das schlimmste bei einer zweiten Welle vermeiden und damit auch erneute AusgangsbeschrĂ€nkungen und Schließungen.

Großbritannien schließt sich EU-Impfstoffprogramm nicht an

Großbritannien schließt sich dem EU-Impfstoffprogramm nicht an. Das Land habe kein Mitspracherecht, begrĂŒndet die Regierung ihre Entscheidung. Großbritannien habe aber ein Interesse daran, dass Impfstoffe fĂŒr alle zur VerfĂŒgung stĂŒnden und wolle deshalb mit der EU außerhalb dieses Programms zusammenarbeiten, teilt der britische Botschafter bei der EU, Tim Barrow, mit.

Französische Behörde warnt vor zweiter Welle

Frankreichs Gesundheitsbehörde warnt vor einem Wiederanstieg der Corona-FĂ€lle. Die neue Tendenz gehe zwar mit der Zunahme an Tests einher, teilte die Gesundheitsagentur SantĂ© Publique France mit. Dennoch zeige sich, dass die Übertragung des Virus anhalte oder sogar fortschreite. "Die bisher beobachtete Zunahme bleibt zwar moderat, erfordert aber höchste Wachsamkeit", hieß es. "Um ein Wiederaufflammen der Epidemie zu vermeiden, ist es unerlĂ€sslich, dass die Bevölkerung die empfohlenen PrĂ€ventionsmaßnahmen rigoros anwendet."

Die Behörde beobachtet, dass die Menschen sich weniger an die Maßnahmen hielten. Die Aussicht auf die Sommerferien einhergehend mit Treffen von Freunden und Familie könnten einen Anstieg der Infektionen begĂŒnstigen. Generell sei die Viruszirkulation derzeit aber niedrig. Die Behörde geht davon aus, dass bis Mitte April rund 6,7 Prozent der französischen Bevölkerung infiziert waren. Das entspricht knapp 4,4 Millionen Menschen. Frankreich ist mit rund 30.000 Toten schwer von der Corona-Pandemie betroffen.

ReisebeschrĂ€nkungen fĂŒr Menschen aus dem Kreis GĂŒtersloh werden gelockert

Menschen aus dem Kreis GĂŒtersloh sollen bald wieder ohne EinschrĂ€nkungen nach Österreich einreisen können. "Mit einer Aufhebung der Restriktionen ist in absehbarer Zeit zu rechnen", teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Wien auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Seit dem 29. Juni mĂŒssen Einreisende aus dem Kreis GĂŒtersloh ein Ă€rztliches Attest fĂŒr einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn sie nach Österreich wollen.

Der GĂŒtersloher Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) hatte nach eigenen Angaben am Freitag den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz angeschrieben. Die Stadt zitierte aus Adenauers Botschaft an Kurz: "Mich erreichen tĂ€glich viele Mails von BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern meines Kreises, die sich sehr gerne zum Urlaub in die schöne Republik Österreich aufmachen wĂŒrden. Diesen Wunsch haben im Übrigen auch viele GeschĂ€ftsleute aus dem wirtschaftsstarken Kreis GĂŒtersloh [...]. Ich wĂŒrde mich sehr freuen, wenn Sie in diesem Sinne entscheiden wĂŒrden."

Auch nach Schleswig-Holstein dĂŒrfen Menschen aus dem Kreis GĂŒtersloh von Samstag an auch ohne einen negativen Test und ohne QuarantĂ€neverpflichtung reisen. Dies ergibt sich aus einer Änderung der QuarantĂ€neverordnung, wie die Landesregierung mitteilte. Hintergrund: Auch nachdem der von massenhaften Infektionen beim Fleischverarbeiter Tönnies betroffene Kreis in Nordrhein-Westfalen offiziell nicht mehr als Corona-Risikogebiet galt, konnten Reisende von dort zunĂ€chst nicht ohne weiteres nach Schleswig-Holstein kommen.

Orban stellt Bedingungen fĂŒr Zustimmung zu EU-Corona-Hilfen

Der ungarische MinisterprĂ€sident Viktor Orban knĂŒpft seine Zustimmung zu den geplanten Corona-Wiederaufbauhilfen der EuropĂ€ischen Union (EU) an die Bedingung, dass die EmpfĂ€ngerlĂ€nder ĂŒber diese Gelder frei verfĂŒgen dĂŒrfen. Ungarn könnte gegen den 750-Milliarden-Euro-Wiederaufbaufonds, der auch mit der Aufnahme von Schuldenaufnahme durch die EU-MitgliedslĂ€nder einhergeht, sein Veto einlegen, sagte der rechts-nationale Politiker am Freitag im staatlichen Rundfunk. Dies sei aber nur ein Mittel fĂŒr den Ă€ußersten Fall. "Wenn wir uns schon verschulden (...), dann sollten wir einander nicht darin einschrĂ€nken, wie wir das Geld ausgeben", fĂŒgte er hinzu.

In der kommenden Woche befasst sich ein zweitĂ€giger EU-Sondergipfel mit dem mehrjĂ€hrigen Finanzrahmen der Union und mit dem Milliarden-Programm zur BewĂ€ltigung der Corona-Wirtschaftskrise. Ungarn, das zu den Ă€rmeren LĂ€ndern der EU zĂ€hlt, wĂ€re ein Nutznießer der geplanten Corona-Wiederaufbauhilfe. Da es von der Pandemie weniger stark betroffen ist, wĂŒrde es aber weitaus weniger Geld erhalten als stark in Mitleidenschaft gezogene LĂ€nder wie Frankreich oder Spanien.

In der Diskussion um das Milliarden-Programm wird immer wieder die Forderung laut, dass die Auszahlung dieser Gelder sowie andere EU-Hilfen an die Respektierung des Rechtsstaats seitens der EmpfĂ€nger gebunden werden sollte. Orban regiert seit zehn Jahren zunehmend autoritĂ€r ĂŒber sein Land. Die EU-Kommission wirft ihm zahlreiche VerstĂ¶ĂŸe gegen rechtsstaatliche Prinzipien vor. KorruptionsbekĂ€mpfer legen der Orban-Regierung zur Last, dass sie die EU-Hilfen dazu missbrauchen wĂŒrde, um bestimmten Oligarchen ĂŒberteuerte öffentliche AufrĂ€ge zuzuschanzen. Diese Oligarchen wĂŒrden wiederum die politischen Netzwerke und Medienunternehmen des Orban-Lagers finanzieren.

Australien schrĂ€nkt Einreise seiner eigenen BĂŒrger weiter ein

Wegen wachsender Corona-Infektionszahlen beschrĂ€nkt Australien die tĂ€gliche Zahl seiner BĂŒrger, die aus dem Ausland wieder einreisen dĂŒrfen. Ab Montag dĂŒrften pro Tag nur noch 4.000 Australier oder BĂŒrger mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht in Australien einreisen, teilte Premierminister Scott Morrison am Freitag. Bislang lag die Höchstgrenze bei rund 8.000 Einreisen tĂ€glich.

Dieser Schritt sei notwendig, um Ressourcen frei zu machen fĂŒr die BekĂ€mpfung der "sehr besorgniserregenden" Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Melbourne, sagte der Regierungschef. FĂŒr die fĂŒnf Millionen Einwohner von Australiens zweitgrĂ¶ĂŸter Stadt war am Donnerstag eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Menschen dĂŒrfen mindestens sechs Wochen lang ihre HĂ€user nur noch fĂŒr ihre Arbeit, Arztbesuche, unabdingbare EinkĂ€ufe und Sport im Freien verlassen.

Am Freitag erreichte die Zahl der Neuinfektionen in Melbourne einen neuen Höchststand. Binnen 24 Stunden seien 288 weitere Ansteckungen registriert worden, teilten die Behörden mit. "Es wird immer erst schlimmer, bevor es besser wird", sagte Daniel Andrews, Regierungschef des Bundesstaates Victoria, dessen Hauptstadt Melbourne ist. Es werde derzeit "mehr getestet denn je". Allein in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 30.000 Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet worden.

Lettland nimmt Lockerung der Corona-Maßnahmen zurĂŒck

Lettlands Regierung hat wegen steigender Corona-Zahlen bereits aufgehobene EinschrĂ€nkungen wieder eingefĂŒhrt. Zur Verringerung der Ausbreitung des Coronavirus ordnete das Kabinett in Riga am Freitag neue Vorgaben fĂŒr Gastronomiebetriebe zum 11. Juli an. In Restaurants und Bars dĂŒrfen GĂ€ste im Inneren maximal zu viert an einem Tisch sitzen, im Freien liegt die Grenze bei acht Personen. Ebenso wie Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen dĂŒrfen sie zudem nur noch bis Mitternacht statt bislang 2.00 Uhr geöffnet haben.

Mit den BeschrĂ€nkungen solle ein grĂ¶ĂŸerer Corona-Ausbruch rechtzeitig verhindert werden, sagte MinisterprĂ€sident Krisjanis Karins nach der Regierungssitzung. In Lettland habe es eine lĂ€ngere Zeitspanne mit wenigen Neuinfektionen gegeben. In den vergangenen vier Tagen sei aber eine stĂ€rkere Zunahme neuer FĂ€lle festgestellt worden.

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Ilze Vinkele ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen zwei Wochen pro 100 000 Einwohner in Lettland von 0,7 auf 2,8 gestiegen.

Urlauber-Familie muss Sylt wegen Corona-Infektion verlassen

Wegen eines Corona-Falls in ihrer Mitte hat eine Urlauber-Familie am Freitag Sylt verlassen mĂŒssen. Wie die Kreisverwaltung berichtete, war dem Gesundheitsamt am Vortag das positive Testergebnis gemeldet worden. "Die Insel ist momentan voller Touristen – dementsprechend war Eile geboten", sagte die Leiterin des amtsĂ€rztlichen Dienstes des Kreis-Gesundheitsamtes, Heike Dorothea Hill. In den frĂŒhen Morgenstunden sei die Familie mit ihrem Auto abgereist. Das Gesundheitsamt gehe davon aus, dass sich die Person bereits vor ihrer Anreise außerhalb von Nordfriesland angesteckt hat. Sylt ist derzeit voller Urlauber. Die betroffene Familie war erst kurz dort.

Vor der Abreise wurden alle Familienangehörigen auf Covid-19 getestet. Die infizierte Person erhielt eine QuarantĂ€neanweisung bis zur Abreise. Das Kreis-Gesundheitsamt ermittelte darĂŒber hinaus eine Kontaktperson, die umgehend in QuarantĂ€ne geschickt wurde. Weitere enge Kontaktpersonen gebe es nicht.

QuarantĂ€ne fĂŒr Gemeindemitglieder aus Euskirchen aufgehoben

Angesichts der nach wie vor geringen Zahl an Corona-Infektionen in einer mennonitischen Gemeinde im rheinischen Kreis Euskirchen werden die BeschrĂ€nkungen aufgehoben. Von insgesamt 870 Gemeindemitgliedern wurden nur 25 positiv auf das Coronavirus getestet, wie der Kreis Euskirchen am Freitag mitteilte. Daher werde die QuarantĂ€ne außer fĂŒr die infizierten Gemeindemitglieder und deren Kontaktpersonen aufgehoben.

Ab Mittwoch dĂŒrfen die Mennoniten demnach unter strikter Einhaltung der Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln auch wieder Gottesdienste feiern und ihre Schule nutzen. "Damit sind wir weit weg von möglichen EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens", erklĂ€rte Landrat GĂŒnter Rosenke (CDU).

Das Corona-Virus wurde demnach in insgesamt sieben Familien nachgewiesen, die in Euskirchen und Mechernich wohnen. Alle Betroffenen im Alter von fĂŒnf bis 82 Jahren seien symptomfrei. Das Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen arbeite mit Hochdruck an der Ermittlung der Kontaktpersonen.

Bleichmittel als Corona-Medizin verkauft – mehrere Tote

Die US-Justiz hat ein Strafverfahren gegen vier MĂ€nner eingeleitet, die ein giftiges Bleichmittel als Wundermittel gegen das Coronavirus angepriesen und verkauft haben sollen. Laut US-Medien sind mehrere Menschen nach dem Trinken des Mittels ums Leben gekommen.

Dem Vater und seinen drei Söhnen werden unter anderem Betrug und VerstĂ¶ĂŸe gegen das Lebensmittel- und Medikamentenrecht zur Last gelegt, wie die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Florida mitteilte. Sie vertrieben ihre Wunder-Mineral-Lösung (auf Englisch als MMS abgekĂŒrzt) bereits seit geraumer Zeit und priesen sie als Heilmittel etwa gegen Alzheimer und Krebs an. Als PrĂ€sident Donald Trump im April zur allgemeinen Verwunderung sagte, womöglich könnten "Injektionen" von Desinfektionsmitteln Coronavirus-Patienten heilen, sprangen sie auf den Zug auf.

Der Vater, Mark Grenon, grĂŒndete sogar eine Kirche, die Genesis II Kirche der Gesundheit und Heilung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei nur um einen Deckmantel fĂŒr sein GeschĂ€ft. Die Grenons sollen Zehntausende Flaschen des Mittels verkauft und allein im vergangenen Jahr 500.000 Dollar damit eingenommen haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge liegen der Arzneimittelbehörde FDA Berichte vor, wonach Kunden nach dem Einnehmen des Mittels ins Krankenhaus eingeliefert wurden, schwere Krankheitssymptome entwickelten und sogar starben. NĂ€here Angaben machte die Justiz aber nicht.

Costa Rica: "besorgniserregende Beschleunigung" bei Neuinfektionen

Costa Rica, bislang Zentralamerikas MusterschĂŒler im Kampf gegen die Corona-Pandemie, hat nun mit einem rasanten Wachstum der Infektionszahlen zu kĂ€mpfen. Das Land sei mit einer "sehr besorgniserregenden Beschleunigung" der Virusausbreitung konfrontiert, erklĂ€rte Costa Ricas Gesundheitsminister Daniel Salas Peraza am Donnerstag in San JosĂ©. Allein an diesem Tag wurden in dem FĂŒnf-Millionen-Einwohner-Land demnach 649 Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert – die höchste Fallzahl seit Beginn der Pandemie.

Insgesamt 6.485 Corona-Infektionen wurden bislang in Costa Rica nachgewiesen, 25 Infizierte starben. Da die Fallzahlen deutlich höher sind als von der Regierung prognostiziert, sei anzunehmen, dass die Bevölkerung Schutzbestimmungen wie die Abstandsregeln nicht eingehalten habe, sagte Salas Peraza. Staatschef Carlos Alvarado rief seine MitbĂŒrger auf, "sehr aufzupassen".

Italien will Ausnahmezustand verlÀngern

Italien wird den nationalen Ausnahmezustand wahrscheinlich ĂŒber das Monatsende hinaus verlĂ€ngern. Dadurch könne die Regierung weiter mit den notwendigen Maßnahmen zur Virus-EindĂ€mmung reagieren, sagt MinisterprĂ€sident Giuseppe Conte. Italien hatte Ende Januar einen sechsmonatigen Notstand ausgerufen. Das ermöglicht der Regierung unter anderem, BeschrĂ€nkungen ohne viel BĂŒrokratie zu verhĂ€ngen oder zu verschĂ€rfen.

Deutsche dĂŒrfen wieder ohne QuarantĂ€ne nach England

Touristen und GeschĂ€ftsleute aus Deutschland und vielen anderen LĂ€ndern mĂŒssen seit Freitag bei ihrer Einreise nach England nicht mehr in eine zweiwöchige QuarantĂ€ne. Die neue Regelung gilt fĂŒr insgesamt mehr als 70 Staaten und Überseegebiete, die nach Auffassung der Regierung die Corona-Krise im Griff haben. Dazu zĂ€hlen zum Beispiel auch Österreich, die Schweiz und Italien. Auch die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland verkĂŒndeten Lockerungen.

Wer nach Großbritannien möchte, sollte dennoch aufpassen: Vorab muss ein Einreiseformular ausgefĂŒllt werden. Außerdem aktualisieren die Landesteile regelmĂ€ĂŸig ihre Listen mit den sogenannten LuftbrĂŒcken zwischen Großbritannien und anderen Staaten. Die LĂ€nderauswahl kann also schnell veraltet sein und auch je nach Landesteil voneinander abweichen. So mĂŒssen nach dem aktuellen Stand Spanier bei ihrer Einreise in Schottland in QuarantĂ€ne, nicht aber in England. Die Bestimmungen gelten fĂŒr Einreisen per Flug, Bahn und Schiff.

Großbritannien ist das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Kritiker werfen Premier Boris Johnson vor, zu spĂ€t und falsch auf den Ausbruch reagiert zu haben und nun die Maßnahmen zu frĂŒh zu lockern. Viele rechnen mit einer zweiten Infektionswelle.

Studie: Mehr psychische Probleme bei Kindern in der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat die LebensqualitĂ€t und psychische Gesundheit von vielen Kindern und Jugendlichen in Deutschland einer neuen Studie zufolge verschlechtert. Betroffen seien vor allem Kinder aus sozial schwĂ€cheren Familien, sagte die Leiterin der sogenannten COPSY-Studie des UniversitĂ€tsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Ulrike Ravens-Sieberer, am Freitag. "Die meisten Kinder und Jugendlichen fĂŒhlen sich belastet, machen sich vermehrt Sorgen, achten weniger auf ihre Gesundheit und beklagen hĂ€ufiger Streit in der Familie."

Bei jedem zweiten Kind habe das VerhÀltnis zu seinen Freunden durch den mangelnden physischen Kontakt gelitten. Die UKE-Wissenschaftler befragten zwischen 26. Mai und 10. Juni mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren und mehr als 1.500 Eltern per Online-Fragebogen. Die COPSY-Studie war laut UKE die erste bundesweite Studie ihrer Art.

Umfrage: Deutsche befĂŒrchten Corona-Ausbreitung durch Urlaubsreisen

Die Mehrheit der BĂŒrger in Deutschland befĂŒrchtet, dass die Urlaubsreisen im Sommer die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigen lassen. 69 Prozent glauben, dass die Infektionszahlen in Deutschland sich dadurch deutlich erhöhen werden, wie aus dem am Freitag veröffentlichten aktuellen ZDF-"Politbarometer" hervorgeht. 28 Prozent gaben an, das nicht zu glauben.

Allerdings halten nur 40 Prozent, also zwei von fĂŒnf BĂŒrgern, ihre eigene Gesundheit durch das Coronavirus fĂŒr gefĂ€hrdet. 64 Prozent aller Befragten nannten Corona als das wichtigste politische Problem fĂŒr Deutschland, auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand die wirtschaftliche Lage (17 Prozent).

Alle Tests in Koblenzer Studentenwohnheimen negativ

Aufatmen in Koblenz: Die zahlreichen neuen Corona-Tests bei Bewohnern mehrerer Studentenwohnheime nach drei bestĂ€tigten FĂ€llen sind alle negativ ausgefallen. "Die QuarantĂ€nemaßnahmen werden aufgehoben", teilte die Stadt Koblenz in Rheinland-Pfalz am Freitag mit. Laut dem Kreis Mayen-Koblenz waren bei 281 Menschen Abstriche genommen worden. "Eine Kontaktperson aus Koblenz, welche allerdings nicht in einem der Wohnheime lebt, ist ebenfalls infiziert", teilte die Kreisverwaltung weiter mit.

Drei Wohnheime waren am Mittwoch nach Corona-FĂ€llen unter QuarantĂ€ne gestellt worden. Zuvor hatten drei Bewohner Symptome gespĂŒrt und waren ins Krankenhaus gegangen. Ein Schnelltest am Dienstagabend war positiv. Daraufhin wurden Kontaktpersonen getestet.

Neuer Höchststand bei tÀglichen Neuinfektionen in Mexiko

In den vorangegangenen 24 Stunden sind in Mexiko weitere 7.280 Corona-Infektionen nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Mexiko-Stadt am Donnerstag (Ortszeit) mit. Erst am Mittwoch war mit 6.995 FĂ€llen ein neuer Rekord an Neuinfektionen gemeldet worden.

Damit wurden landesweit bereits 282.283 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Die Zahl der Todesopfer in dem lateinamerikanischen Land stieg am Donnerstag um 730 auf 33.526 FĂ€lle.

Italienische Industrie erholt sich ĂŒberraschend stark

Die italienischen Industrieunternehmen haben sich im Mai deutlich von dem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Die Gesamtproduktion stieg gegenĂŒber April um 42,1 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte. Die Markterwartungen von im Mittel plus 24 Prozent wurden deutlich ĂŒbertroffen. Im MĂ€rz und April war die Produktion drastisch abgestĂŒrzt.

Im Jahresvergleich macht sich die Corona-Krise immer noch stark bemerkbar. GegenĂŒber dem Vorjahresmonat fiel die Herstellung im Mai um 20,3 Prozent. Allerdings fĂ€llt der RĂŒckgang geringer aus als noch im April. Italien wurde durch die Corona-Pandemie mit am stĂ€rksten in Europa getroffen.

Teure Fastfood-Party: 26.000 Dollar Strafe wegen Corona-Verstoßes

Ein Fastfood-Snack fĂŒr eine Geburtstagsparty in Australien ist die GĂ€ste teuer zu stehen gekommen. Weil sie gegen die Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie verstießen, mussten die PartygĂ€ste in Melbourne insgesamt etwa 26 000 australische Dollar (etwa 16.000 Euro) an Strafe zahlen, wie die Polizei am Freitag bekanntgab. Melbourne, die mit rund fĂŒnf Millionen Einwohnern zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt des Kontinents, befindet sich wegen eines rasanten Anstiegs der Infektionszahlen seit Mittwoch dieser Woche erneut in einem sechswöchigen Lockdown.

Medizinisches Personal hatte beim Essen in einem Fastfood-Restaurant zwei Personen gesehen, die dort in der Nacht 20 Portionen bestellten - und daraufhin die Polizei informiert. Anhand des Nummernschilds fanden die Beamten den Ort der Geburtstagsparty heraus. Als sie eintrafen, seien 16 Personen dabei gewesen, ihren Fastfood-Snack zu essen. Als die ÜbeltĂ€ter die Höhe ihrer Strafe erfuhren, dĂŒrfte ihnen das Essen wieder hochgekommen sein: FĂŒr jeden der 16 VerstĂ¶ĂŸe stellte die Polizei 1652 australische Dollar in Rechnung, zusammen rund 26 000 Dollar.

Zahl der Toten in Russland steigt auf ĂŒber 11.000

In Russland ist die Zahl der Corona-Toten auf ĂŒber 11.000 gestiegen. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Morgen 174 Tote in den vergangenen 24 Stunden und damit insgesamt 11.017. Die Zahl der Neuinfektionen bezifferten sie auf 6.635, womit sich nach amtlichen Angaben insgesamt 713.936 Menschen in Russland infiziert haben, der weltweit vierthöchste Wert. 489.068 davon seien genesen.

Hongkong schließt erneut alle Schulen

Nach einem Anstieg der Corona-Neuinfektionen werden in Hongkong erneut alle Schulen geschlossen. Die Regierung habe die Schließung aller Schulen ab Montag angeordnet und damit den Beginn der Sommerferien vorgezogen, sagte der Bildungsminister der chinesischen Sonderverwaltungszone, Kevin Yeung, am Freitag. Die Stadt hatte am Donnerstag 34 Neuinfektionen verzeichnet.

Hongkong hatte bereits Anfang Mai seine Schulen, Bars und Kinos wiedereröffnet. Die Finanzmetropole gehörte wegen der NĂ€he zu Festlandchina zu den ersten Regionen mit Coronavirus-FĂ€llen, bekam die Ausbreitung des neuartigen Erregers aber durch strenge Maßnahmen zĂŒgig in den Griff.

Kinder in einer Schule in Hongkong: Ab Montag bleiben alle Lehreinrichtungen in der Metropole geschlossen.
Kinder in einer Schule in Hongkong: Ab Montag bleiben alle Lehreinrichtungen in der Metropole geschlossen. (Quelle: Zuma Wire/imago-images-bilder)

Wie lange könnte die Corona-Pandemie noch dauern?

Viele Menschen sehen in den Lockerungen schon ein Ende der Pandemie – doch das werde noch lange auf sich warten lassen, prognostizieren US-Forscher. Sie haben mehrere Visionen fĂŒr den weiteren Verlauf der Corona-Krise entwickelt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Auch Israel meldet Rekordzahlen

Die Zahl der tĂ€glichen Neuinfektionen ist in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden fĂŒr Donnerstag 1.464 FĂ€lle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag in dem Land seit Ausbruch der Pandemie. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 35.500 Infizierte registriert. Zum Vergleich: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag meldeten die GesundheitsĂ€mter in Deutschland 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal mehr Einwohner als Israel.

Israels MinisterprĂ€sident Benjamin Netanjahu steht fĂŒr sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle. In der Nacht auf Freitag verhĂ€ngte die Regierung AusgangsbeschrĂ€nkungen fĂŒr Teile von fĂŒnf StĂ€dten, darunter auch Jerusalem.

USA verzeichnen abermals Rekordhoch bei Neuinfektionen

Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 65.551 AnsteckungsfÀlle gezÀhlt, wie aus am Donnerstagabend (Ortszeit) von der Johns-Hopkins-UniversitÀt veröffentlichten Zahlen hervorging. Der vorherige 24-Stunden-Rekord lag bei 60.209 nachgewiesenen InfektionsfÀllen und war am Dienstag verzeichnet worden.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstĂ€rkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im SĂŒden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten InfektionsfĂ€lle im Land den Angaben der UniversitĂ€t zufolge inzwischen bei 3,1 Millionen. Auch wurden demnach seit Mittwoch weitere 1.000 Todesopfer gezĂ€hlt. Die Gesamtzahl der verzeichneten TodesfĂ€lle durch die Infektion stieg damit auf 133.195.

Die Behörden von Mississippi stellen die neuen Corona-Fallzahlen vor: In den USA verbreitet sich Covid-19 weiter rasant.
Die Behörden von Mississippi stellen die neuen Corona-Fallzahlen vor: In den USA verbreitet sich Covid-19 weiter rasant. (Quelle: Rogelio V. Solis/ap-bilder)

Die USA sind das mit Abstand am hĂ€rtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl fĂŒr die Infektions- als auch fĂŒr die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue RekordstĂ€nde bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden.

Virologe rechnet mit zweiter und dritter Welle

In der aktuellen ZDF-Talksendung von Maybrit Illner am Donnerstagabend hat sich Virologe Hendrik Streeck ĂŒber die Zukunft der Pandemie in Deutschland geĂ€ußert. "Ich rechne damit, dass es eine zweite, eine dritte Welle geben wird", warnte der Virologe. Mehr dazu lesen Sie hier.

US-Experte Fauci nennt Coronavirus "schlimmsten Alptraum"

US-Immunologe Anthony Fauci hat das Coronavirus wegen seiner leichten Übertragbarkeit als "schlimmsten Alptraum" fĂŒr Gesundheitsexperten bezeichnet. Die Effizienz, mit der das Virus Menschen anstecke, sei "wirklich bemerkenswert", sagte Fauci, der auch das Weiße Haus berĂ€t, am Donnerstag auf einer Veranstaltung des US-Mediums "The Hill". Lesen Sie hier mehr.

Boliviens PrÀsidentin teilt Ansteckung mit Coronavirus mit

Boliviens InterimsprÀsidentin Jeanine Áñez hat via Twitter ihre Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus öffentlich gemacht. Ein entsprechender Test sei positiv ausgefallen, erklÀrt sie und betont, dass es ihr "gut" gehe. Lesen Sie hier mehr.

Großbritannien schließt sich EU-Impfstoffprogramm nicht an

Großbritannien wird sich laut "Telegraph" dem EU-Impfstoffprogramm nicht anschließen. Das habe die Regierung in London beschlossen, weil sie kostspielige Verzögerungen in der Versorgung mit dem Impfstoff befĂŒrchte, berichtet die Zeitung. Die EU-Kommission solle darĂŒber an diesem Freitag informiert werden.

Stabschef: Trump erlĂ€sst VerfĂŒgungen zur Senkung von Medikamentenpreisen

US-PrĂ€sident Donald Trump wird nach Angaben seines Stabschefs Mark Meadows drei VerfĂŒgungen zur Senkung von Medikamentenpreisen unterzeichnen. "Das wird wesentlich dafĂŒr sorgen, dass der durchschnittliche Amerikaner weniger fĂŒr seine verschreibungspflichtigen Arzneien zahlen muss", sagte Meadows am Donnerstag im Interview mit dem Sender Fox Business Network.

Er nannte weder Details noch einen Zeitpunkt fĂŒr das Vorhaben. Die Kosten fĂŒr die Gesundheitsversorgung sind ein wichtiges Thema im Wahlkampf vor der PrĂ€sidentenwahl am 3. November. Zuletzt hatte das von den oppositionellen Demokraten kontrollierte ReprĂ€sentantenhaus einem Gesetz zugestimmt, das Regelungen zur Reduzierung der Preise von verschreibungspflichtigen Medikamenten vorsieht. Es dĂŒrfte aber im Senat blockiert werden, wo Trumps Republikaner das Sagen haben.

Giffey gegen erneute bundesweite Maßnahmen bei zweiter Corona-Welle

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich gegen erneute bundesweite Corona-Restriktionen im Fall einer zweiten Infektionswelle ausgesprochen. Stattdessen mĂŒsse "punktuell und regional" auf die jeweilige Entwicklung reagiert werden, sagte Giffey in einem am Freitag veröffentlichten Interview des Magazins "Focus".

Zugleich bezeichnete die SPD-Politikerin die Kita- und Schulschließungen der vergangenen Monate als erfolgreiche Maßnahme. Diese Schließungen hĂ€tten dazu beigetragen, "ein Szenario wie in Italien" und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

FĂŒr das neue Schuljahr forderte Giffey "Verhaltens- und Hygieneregeln sowie Teststrategien", damit Schulen und Kitas so gut wie möglich im Regelbetrieb laufen könnten. So sollten die Kinder möglichst immer in ihren Gruppen und KlassenverbĂ€nden bleiben, um die "Infektionswege" zu begrenzen.

Erster Corona-Fall in syrischer Unruheprovinz Idlib

In der nordwestsyrischen Provinz Idlib ist ein erster Corona-Fall aufgetreten. Ein Arzt aus einem Krankenhaus von Bab al-Hawa an der Grenze zur TĂŒrkei sei positiv auf das Virus getestet worden, sagte der Leiter des WHO-BĂŒros im tĂŒrkischen Gaziantep, Mahmud Daher. Davor sei in der Unruheprovinz noch kein Infektionsfall bekannt gewesen. Nach Angaben der Gesundheitsbeauftragten von Idlib, Maram al-Scheich, wurden das Krankenhaus und seine Wohnquartiere geschlossen. Alle Kontakte des Arztes seien zudem getestet und isoliert worden.

Hilfsorganisationen warnen seit Wochen vor einem Ausbruch in der letzten Hochburg islamistischer Milizen. Rund drei Millionen Menschen leben dort auf engstem Raum in Auffanglagern, nachdem sie in dem seit ĂŒber neun Jahren andauernden Konflikt aus ihren HĂ€usern vertrieben worden waren.

In Syrien gibt es nach offiziellen Angaben 372 InfektionsfÀlle. 14 Infizierte starben in den von Damaskus kontrollierten Regionen. Die Vereinten Nationen registrierten in den kurdisch kontrollierten Gebieten im Nordosten des Landes sechs FÀlle, darunter einen Toten.

Mehr als 69.000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 42.619 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen auf 1,755 Millionen. Die Zahl der TodesfÀlle legt binnen 24 Stunden um 1.220 auf 69.184 zu. Brasilien ist gemessen an den festgestellten Infektionszahlen weltweit am zweitstÀrksten von der Pandemie betroffen, hinter den USA.

Neuer Rekord? 60.000 InfektionsfÀlle an einem Tag

Die Seuchenschutzbehörde CDC hat in den USA am Mittwoch 64.771 neue Infektionen und 991 weitere TodesfÀlle registriert. Dabei handelt es sich um FÀlle, die den Gesundheitsbehörden neu gemeldet wurden. Laut der CDC-Erhebung sind damit nun 3,05 Millionen Infektionen und 132.056 TodesfÀlle in den USA bekannt.

Die hohe Zahl der Neuinfektionen könnte ein neuer Rekord sein: Am Mittwoch wurden knapp 60.000 neue Covid-19-Infektionen gemeldet, berichtete die Tageszeitung "New York Times", die Corona-Daten nicht nur von der CDC bezieht, sondern auch von der John-Hopkins-UniversitĂ€t. Worin sich solche Statistiken unterscheiden können, lesen Sie hier. Laut der Zeitung handele es sich um die höchste Zahl an neuen InfektionsfĂ€llen innerhalb eines Tages. Die USA hĂ€tten damit den fĂŒnften Rekord in neun Tagen erreicht.

Am Dienstag hatten die InfektionsfĂ€lle in den USA die Drei-Millionen-Marke erreicht. Am Mittwoch erreichten laut der Nachrichtenagentur Reuters fĂŒnf Bundesstaaten – Missouri, Texas, Tennessee, Utah und West Virginia – Tagesrekorde fĂŒr Neuinfektionen.

Positiver Corona-Test bei Tönnies-Mitarbeiter in Weißenfels

Bei einem Mitarbeiter des Schlachtbetriebs Tönnies in Weißenfels ist das Virus SARS-CoV-2 festgestellt worden. Er sei wĂ€hrend des Massentests in der vergangenen Woche laut Unternehmen im Urlaub gewesen und habe sich nun gemeldet, teilte der Burgenlandkreis am Donnerstag mit. Das Gesundheitsamt habe alle Kontaktpersonen ermittelt und fĂŒr sie QuarantĂ€ne angeordnet. In der vergangenen Woche waren mehr als 2.370 Abstriche bei Mitarbeitern des Schlachtbetriebs genommen worden – ohne Nachweis von SARS-CoV-2. In einem Tönnies-Betrieb in Nordrhein-Westfalen hatte es zuvor einen großen Coronavirus-Ausbruch gegeben.

Wie der Landkreis weiter mitteilte, gab es bei betriebseigenen prĂ€ventiven Testungen des Kaufland-Fleischbetriebs in Osterfeld zudem drei positive Testergebnisse auf das neuartige Coronavirus. Das Gesundheitsamt habe auch dort die Kontaktpersonen ermittelt und QuarantĂ€nemaßnahmen angeordnet.

Schweiz ruft Uralt-Masken wegen Schimmelpilzbefalls zurĂŒck

Die Schweizer Regierung hat an einigen Masken aus AltbestĂ€nden, die zu Beginn der Coronavirus-Pandemie verteilt worden waren, jetzt Schimmelpilz festgestellt. Diese Masken wĂŒrden zurĂŒckgerufen, wie sie am Donnerstag berichtete. "Bei frĂŒheren Proben wurde keine solche Verunreinigung festgestellt", betonte sie.

Die schimmeligen Exemplare gehörten zu einem Bestand von 13,5 Millionen Masken, die der Bund 2007 in Vorbereitung einer Pandemie angeschafft und bei der Armee-Apotheke gelagert hatte. Sie wurden bislang nicht benötigt. Die Regierung ließ sie im Gesundheitswesen und an Groß- und Kleinverbraucher verteilen, als zu Beginn der Coronavirus-Pandemie akuter Schutzmaskenmangel herrschte. Nicht betroffen waren 18 Millionen Masken, die im April zum Weiterverkaufen an GeschĂ€fte abgegeben worden waren.

Mallorca fĂŒhrt ab Wochenende strenge Maskenpflicht ein

Nach Katalonien fĂŒhren auch die Balearen eine strenge Maskenpflicht ein. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist dann auch im Freien ĂŒberall Vorschrift. Ausnahmen gelten fĂŒr StrĂ€nde, BĂ€der und Sporteinrichtungen.

Möglicherweise werde auch die Zahl der Menschen begrenzt, die sich im Freien treffen dĂŒrfen, erklĂ€rte die Chefin der balearischen Gesundheitsbehörde, Patricia GĂłmez. Ausnahmen könne es auch hier fĂŒr StrĂ€nde, BĂ€der und Sporteinrichtungen geben. Spanien ist mit mehr als 250.000 Infektionen und mehr als 28.000 TodesfĂ€llen eines der am stĂ€rksten von der Pandemie betroffenen LĂ€nder in Europa.

Statistik: Sterberate in Österreich kaum gestiegen

In der Corona-Krise ist die Sterberate in Österreich laut Statistik bisher nur geringfĂŒgig gestiegen. Im MĂ€rz und April sei die altersstandardisierte Sterberate nur ein Prozent höher gewesen als im Durchschnitt des Vergleichszeitraums der Jahre 2015 bis 2019, teilte die Behörde Statistik Austria am Donnerstag mit. Im MĂ€rz und April habe die Sterblichkeit mit einem Wert von 167,1 auf 100.000 Personen zwar etwas ĂŒber dem Jahr 2019 gelegen (162,4 auf 100.000 Personen), aber unter den Zahlen der Jahre 2015 und 2018.

Die Steigerung war den Angaben zufolge nur ein kurzzeitiger Effekt. Zwar sei die Sterblichkeit mit Ausbruch der Covid-19-Krise Mitte MĂ€rz in Österreich spĂŒrbar angestiegen, so Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas. Nach einem Höhepunkt in der ersten April-HĂ€lfte mit rund 16 Prozent mehr SterbefĂ€llen als im Durchschnitt sei die Sterblichkeit aber wieder auf das Niveau der Vorjahre zurĂŒckgegangen.

In den besonders hart von der Krise betroffenen LĂ€ndern Italien, Spanien und Großbritannien war zum Höhepunkt der Krise im MĂ€rz und April eine zum Teil um 50 Prozent höhere Sterberate registriert worden.

Corona-Entwarnung bei Fleischbetrieb nahe GĂŒtersloh

Entwarnung fĂŒr die Belegschaft des Fleischbetriebs Westphal im Kreis GĂŒtersloh: Nachdem es unter den BeschĂ€ftigten einzelne positive Coronavirus-Befunde gegeben hatte, ergab eine Reihentestung negative Ergebnisse fĂŒr die ĂŒbrigen Mitarbeiter, wie der Kreis am Donnerstag berichtete.

Die Produktion bei Westphal in Herzebrock-Clarholz soll in der nĂ€chsten Woche wieder anlaufen. Der Betrieb war vorsorglich ausgesetzt worden. Es sollte nach drei nachgewiesenen Infektionen geprĂŒft werden, ob sich auch weitere der rund 120 Mitarbeiter des Zerlegungs- und Schlachtbetriebs angesteckt haben – was nicht der Fall war, wie sich nun zeigte.

WHO lÀsst eigene Rolle in der Corona-Krise untersuchen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) lĂ€sst nach Kritik ihre Reaktion auf die Corona-Pandemie von einer PrĂŒfungskommission untersuchen. Das Mandat des unabhĂ€ngigen Expertengremiums werde in Abstimmung mit den WHO-Mitgliedstaaten ausgearbeitet, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf mit. Den Vorsitz sollen demnach die frĂŒhere neuseelĂ€ndische MinisterprĂ€sidentin Helen Clark und Liberias Ex-PrĂ€sidentin Ellen Johnson Sirleaf ĂŒbernehmen.

EU-Kommission setzt auf Blutplasma von Genesenen

Die EuropĂ€ische Union will zur BekĂ€mpfung der Coronavirus-Pandemie Blutplasma von Genesenen einsetzen und hat deshalb die Mitgliedsstaaten um UnterstĂŒtzung gebeten. Die Behörden der 27 Mitgliedsstaaten sollen ihre Plasma-BestĂ€nde von Rekonvaleszenten aufstocken, geht aus einem Papier der EU-Kommission hervor, das Reuters am Donnerstag einsehen konnte.

Das Plasma wird aus dem Blut von Patienten gewonnen, die die Lungenkrankheit Covid-19 ĂŒberstanden haben. Die Behandlung von Corona-Kranken mit diesem Plasma hat oftmals positive Ergebnisse gezeigt. Dieser Therapieansatz wird aber noch erforscht.

Bulgarien nimmt Corona-Lockerungen zurĂŒck

Bulgariens Regierung hat wegen kontinuierlich stark steigender Corona-Zahlen bereits aufgehobene EinschrĂ€nkungen wieder eingefĂŒhrt. Zur Verringerung der Ausbreitung des Coronavirus ordnete Gesundheitsminister Kiril Ananiew am Donnerstag an, dass vom 10. Juli an die Menschen Diskotheken, Bars und Nachtclubs in geschlossenen RĂ€umen nicht mehr besuchen dĂŒrfen. Diese Lokale sollen nur noch im Freien bei 50 Prozent ihrer KapazitĂ€t geöffnet bleiben. Regierungschef Boiko Borissow versicherte, dass die staatlichen Corona-Hilfen fĂŒr die betroffenen Lokale weiter bestehen blieben.

Im Sportbereich mĂŒssen Fußballspiele und andere Turniere ohne Publikum stattfinden. Zuletzt hatten Fans im Fußballstadion in Sofia beim Bulgarien-Pokalspiel gegen Corona-Schutzregeln grob verstoßen. An Festen wie etwa Hochzeiten dĂŒrfen jetzt nur noch höchstens 30 Menschen bei Einhaltung von Abstandsregeln teilnehmen. Auch bei Abiturfeiern waren die Regeln nicht beachtet worden.

Ausbruch bei Mennoniten-Gemeinde wohl glimpflicher

Beim Corona-Massentest in einer freikirchlichen Gemeinde in Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) haben erste Ergebnisse nach Angaben des Kreises vom Donnerstag hoffnungsvoll gestimmt. Von 648 ausgewerteten Tests sei lediglich bei 14 Personen das Coronavirus nachgewiesen worden, sagte Landrat GĂŒnter Rosenke. Gut 300 weitere Ergebnisse wĂŒrden am Freitag erwartet.

Zuvor war bei 13 Mitgliedern einer Familie der Mennoniten-Gemeinde das Coronavirus nachgewiesen worden. Insgesamt seien also mit Donnerstagmittag 27 Mitglieder nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Kreisverwaltung hatte die ganze Gemeinde unter QuarantĂ€ne gestellt und Tests fĂŒr die insgesamt rund 1.000 Erwachsenen und Kinder angeordnet. Bei einer Vielzahl positiver Tests wĂŒrden dem Kreis Euskirchen massive EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens drohen.

Pfalz: Asylheime und Jobcenter unter QuarantÀne

Wegen einer Corona-Infektion sind in Dahn (Rheinland-Pfalz) die Bewohner von drei AsylunterkĂŒnften unter QuarantĂ€ne gestellt worden. Die rund 70 Menschen sollten am Donnerstag auf Covid 19 getestet werden. DafĂŒr werde eine mobile Testgruppe in die Einrichtungen fahren.

Mit den Ergebnissen sei voraussichtlich in zwei Tagen zu rechnen, sagte ein Sprecher des Kreises in Pirmasens. Ein Jobcenter, das sich im selben GebĂ€ude wie eine der UnterkĂŒnfte befindet, wurde vorĂŒbergehend geschlossen. Die Mitarbeiter seien im Homeoffice oder arbeiteten an anderen Standorten.

Ein 31 Jahre alter Mann aus der Asylunterkunft in dem GebÀudekomplex war am Dienstag positiv getestet worden. Enge Kontaktpersonen des Mannes seien unter QuarantÀne gesetzt worden, die Nachverfolgung der Kontakte dauere aber noch an.

Iran meldet erneut Höchstwert bei Infektionen innerhalb von 24 Stunden

Der Iran hat eine neue Rekordzahl an Corona-Toten binnen eines Tages gemeldet. In den vergangenen 24 Stunden seien 221 Patienten an dem Virus gestorben, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Donnerstag im Staatsfernsehen. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 12.305. Im gleichen Zeitraum wurden ĂŒber 2.000 Neuinfektionen erfasst. Somit stieg die Zahl der bisher nachgewiesenen Ansteckungen auf 250.458, so Sprecherin Sima Lari. Der Anstieg sei nach EinschĂ€tzung von Experten auf die Lockerungen in den vergangenen Wochen zurĂŒckzufĂŒhren. Sie hĂ€tten dazu gefĂŒhrt, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften und auch die Pandemie nicht mehr ernstnehme.

Bundespolizei stoppte bislang 12 ZĂŒge wegen VerdachtsfĂ€llen

Wegen Corona-VerdachtsfĂ€llen hat die Bundespolizei nach Darstellung der Bundesregierung bislang insgesamt 12 ZĂŒge angehalten oder die Weiterfahrt verzögert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Jeweils sechs FĂ€lle bezogen sich in den Monaten Februar bis April auf den Regional- sowie Fernverkehr. Außerdem seien der Bundespolizei weitere 48 FĂ€lle gemeldet worden, in denen die Eisenbahnverkehrsunternehmen den Zuglauf eigenstĂ€ndig angepasst hĂ€tten, um entsprechende medizinische Kontrollen zu ermöglichen.

SĂŒdafrika plant Zehntausende GrĂ€ber

Angesichts der rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen bereitet SĂŒdafrikas Wirtschaftszentrum um Johannesburg Zehntausende GrĂ€ber vor. Die Gauteng-Provinz - zu der neben Johannesburg auch noch die Hauptstadt Pretoria gehört - wolle auf plötzlichen Bedarf reagieren können, sagte der regionale Gesundheitsminister Bandile Masuku. Am Vortag hatte Masuku einen neuen Friedhof besucht und vor laufender Kamera auf die Frage nach der Zahl der kĂŒnftigen GrabstĂ€tten dort erklĂ€rt: "Die Zahl liegt bei rund 24 000, mit einer möglichen Aufstockung auf 36 000." Es sei eine unangenehme Aufgabe. Auch in anderen Kommunen wĂŒrden PlĂ€tze gesucht und Land angekauft.

Das Wirtschaftszentrum rund um Johannesburg hat nun offiziell die Westkap-Provinz um Kapstadt als Schwerpunktregion mit den meisten FĂ€llen abgelöst. Die Provinz Gauteng stellt nach den letzten verfĂŒgbaren Zahlen mit 75.015 FĂ€llen ein Drittel aller landesweiten FĂ€lle, die Westkap-Provinz folgt mit 73.292 FĂ€llen. Insgesamt hat SĂŒdafrika demnach 224.665 Corona-FĂ€lle gemeldet - mehr als jedes andere Land Afrikas.

Corona-Ausbruch in Australien: Sex, LĂŒgen und QuarantĂ€ne

Australien hatte das Virus im Griff – nun herrscht in Teilen des Landes wieder der Ausnahmezustand. Die Metropole Melbourne wurde abgeriegelt. Wie es dazu kam, erlĂ€utert t-online.de-Reporterin Anna-Lena Janzen.

Wegen Corona: KriminalitĂ€t in NRW geht zurĂŒck

In Nordrhein-Westfalen ist die KriminalitĂ€t seit Beginn der Corona-Krise deutlich zurĂŒckgegangen. Zwischen Anfang MĂ€rz und Ende Juni dieses Jahres habe es 365.676 Strafanzeigen gegeben, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul in DĂŒsseldorf. Das sei gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum ein RĂŒckgang um knapp 23 Prozent. "Wenn das öffentliche Leben zurĂŒckgefahren wird, passiert auch weniger", betonte Reul. Der RĂŒckgang betreffe fast alle Formen von Delikten.

Tokio meldet Rekord-Infektionen – Sorge vor zweiter Welle

Japans Hauptstadt Tokio hat den höchsten Wert an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die Stadtregierung bestĂ€tigte am Donnerstag 224 neue InfektionsfĂ€lle, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Japan hatte den Notstand aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei, hieß es damals. Die wieder steigende Zahl der Neuinfektionen schĂŒrt die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gab es in Japan bisher mehr als 21 100 bestĂ€tigte InfektionsfĂ€lle, 995 Menschen starben, wie der staatliche Sender NHK weiter berichtete.

Passanten mit Masken im Tokioter Bezirk Shibuya: Die japanische Hauptstadt erlebt derzeit eine deutliche Zunahme der Neuinfektionen.
Passanten mit Masken im Tokioter Bezirk Shibuya: Die japanische Hauptstadt erlebt derzeit eine deutliche Zunahme der Neuinfektionen. (Quelle: Zuma Wire/imago-images-bilder)

Scharfe Kritik an Lauterbach

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach meldet sich in der Corona-Pandemie hĂ€ufig zu Wort. Vor allem die Aussagen ĂŒber einen bestimmten Übertragungsweg in GeschĂ€ften hĂ€lt der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit fĂŒr "vollkommen falsch". Mehr dazu lesen Sie hier.

Corona-Ausgangssperre fĂŒr Melbourne in Kraft

Wegen eines starken Anstiegs von Coronavirus-Infektionen gilt fĂŒr die Einwohner der australischen Metropole Melbourne seit Donnerstag erneut eine Ausgangssperre. Die mehr als fĂŒnf Millionen Bewohner der zweitgrĂ¶ĂŸten Stadt des Landes dĂŒrfen seit Mitternacht ihre HĂ€user nur noch aus wichtigen GrĂŒnden verlassen. Die Ausgangssperre gilt fĂŒr mindestens sechs Wochen.

FĂŒr Teile von Melbourne galt, unter anderem wegen neuer Infektionsherde in mehreren HochhĂ€usern, bereits eine Ausgangssperre bis Ende Juli. Nun wurde die Maßnahme auf die gesamte Metropolregion ausgeweitet. Die Betroffenen dĂŒrfen wieder nur fĂŒr ihre Arbeit, Sport im Freien, Arztbesuche und unabdingbare EinkĂ€ufe nach draußen, Restaurants und CafĂ©s dĂŒrfen nur noch Essen zum Mitnehmen verkaufen. Auch der Schulunterricht findet wieder zu Hause statt.

Weniger Firmenpleiten im April – dennoch keine Entwarnung

Trotz fortschreitender Corona-Krise sind im April weniger Firmen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. 1.465 FĂ€lle meldeten die deutschen Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag. Das waren 13,3 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat.

Ein wichtiger Grund fĂŒr den RĂŒckgang ist aber, dass die Insolvenzantragspflicht fĂŒr Unternehmen seit dem 1. MĂ€rz 2020 ausgesetzt ist. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie spiegeln sich somit bislang nicht wider, folgern die Statistiker. Zudem kann die Bearbeitung von AntrĂ€gen bei den Gerichten derzeit lĂ€nger dauern, weil auch dort der Betrieb nur eingeschrĂ€nkt lĂ€uft. Etliche Ökonomen rechnen fĂŒr das Gesamtjahr mit einem spĂŒrbaren Anstieg der Firmenpleiten.

Altmaier zu Sport in Corona-Krise: "Habe an Bizeps zugelegt"

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich in der Corona-Krise sportlich betĂ€tigt – und sieht nun erste Erfolge. "Es macht großen Spaß, ich fĂŒhle mich seither viel dynamischer und habe am Bizeps auch schon zugelegt", sagte Altmaier der "Augsburger Allgemeinen". Die Zunahme gelte allerdings leider und in begrenztem Maße auch fĂŒr seinen Bauchumfang – "obwohl das so nicht vorgesehen war".

Im April hatte der Minister der Zeitung verraten, dass er in der Corona-Krise wieder mit Sport und Hanteltraining begonnen habe. Durch die Auswirkungen der Krise habe er die Hanteln wieder angefasst "und festgestellt, dass man auch in meinem Alter und mit meiner Figur noch 'Bodybuilding' treiben kann", sagte er damals.

USA verzeichnen grĂ¶ĂŸten Anstieg an Neuinfektionen

Die Vereinigten Staaten melden nach offiziellen Angaben mehr als 59.000 Neuinfektionen. Wie aus einer ZĂ€hlung der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht, entspricht dies dem grĂ¶ĂŸten Anstieg an Coronavirus-FĂ€llen, der bislang innerhalb eines Tages von einem Land verzeichnet wurde.

Donald Trump spricht auf einer Kundgebung in Tulsa: Der Auftritt soll im Zusammenhang mit Hunderten Neuinfektionen stehen.
Donald Trump spricht auf einer Kundgebung in Tulsa: Der Auftritt soll im Zusammenhang mit Hunderten Neuinfektionen stehen. (Quelle: Stephen Pingry/Tulsa World/AP/dpa)

Es ist der zweite Tag in Folge, an dem die Zahl der Todesopfer binnen 24 Stunden um mehr als 900 steigt. Die Vereinigten Staaten verzeichnen insgesamt ĂŒber drei Millionen Infizierte und 132.000 TodesfĂ€lle im Zusammenhang mit dem Virus. Die Coronavirus-FĂ€lle in den USA steigen laut den Reuters-Daten in 42 der 50 Bundesstaaten.

Anstieg von Corona-FĂ€llen in Tulsa nach Trump-Kundgebung

Die Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma fĂŒhren den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf einen Wahlkampfauftritt von US-PrĂ€sident Donald Trump zurĂŒck. Der Auftritt sowie andere Veranstaltungen hĂ€tten "mehr als wahrscheinlich" zu der Zunahme beigetragen, sagte Behördenchef Bruce Dart am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Tulsa. Als Dart auf die Trump-Kundgebung angesprochen wurde, sagte er: "In den vergangenen Tagen hatten wir fast 500 FĂ€lle und wir wissen, dass wir mehrere große Veranstaltungen vor etwas mehr als zwei Wochen hatten." Er denke, man könne da einen Zusammenhang herstellen. Hier lesen Sie mehr.

Donald Trump im Juni in Tulsa: Der Auftritt soll fĂŒr Neuinfektionen gesorgt haben.
Donald Trump im Juni in Tulsa: Der Auftritt soll fĂŒr Neuinfektionen gesorgt haben. (Quelle: Sue Ogrocki/AP/dpa)

Drei Studenten-Wohnheime in Koblenz unter QuarantÀne

Wegen einiger Corona-FĂ€lle sind drei Koblenzer Studentenwohnheime unter QuarantĂ€ne gestellt worden. Drei Bewohner hĂ€tten Symptome gespĂŒrt und sich ins Krankenhaus begeben, ein Schnelltest sei positiv ausgefallen, teilte die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz am Mittwoch mit. Auch Kontaktpersonen zeigten nach den Angaben Symptome und wurden getestet. Die Ergebnisse lagen vorerst noch nicht vor.

Zwei nachweislich Infizierte leben in einem Wohnheim, der dritte in einem anderen. Das dritte Wohnheim sei wegen Kontakten von Bewohnern zu den anderen beiden GebÀuden ebenfalls unter QuarantÀne gestellt worden.

Die drei Wohnheime bieten insgesamt Platz fĂŒr rund 350 Bewohner. "Es sind nicht alle da", sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung. Alle Bewohner wĂŒrden auf das hochansteckende Coronavirus getestet.

Zahlreiche Polizisten kontrollierten am Mittwochnachmittag alle AusgĂ€nge der drei Studentenwohnheime. Rot-weißes Flatterband versperrte die ZugĂ€nge. Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz und von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft kamen in weißer Schutzkleidung und mit Masken, um Abstriche von den Bewohnern zu nehmen.

Insgesamt mehr als 1,7 Millionen Infektionen in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 44.571 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 1,713 Millionen. Die Zahl der TodesfÀlle legte binnen 24 Stunden um 1223 auf 67.964 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und TodesfÀlle auf.

US-EliteuniversitÀten wollen Ausweisung von Studenten verhindern

Die US-EliteuniversitĂ€ten Harvard und MIT gehen juristisch gegen eine Regelung der Regierung von US-PrĂ€sident Donald Trump vor, die zur Ausweisung auslĂ€ndischer Studenten fĂŒhren könnte. Die beiden Hochschulen hĂ€tten beim Bundesgericht in Boston den Erlass einer einstweiligen VerfĂŒgung beantragt, teilte die UniversitĂ€t Harvard am Mittwoch mit. Die US-Einwanderungsbehörde ICE hatte am Montag mitgeteilt, auslĂ€ndische Studierende an US-UniversitĂ€ten, die im Wintersemester wegen des Coronavirus ausschließlich Online-Kurse anbieten, mĂŒssten das Land verlassen oder an Hochschulen mit persönlichen Vorlesungen wechseln.

Harvards PrĂ€sident Lawrence Bacow kritisierte, die Regelung erwecke den Eindruck, als wolle die Regierung Druck auf UniversitĂ€ten ausĂŒben, die LehrsĂ€le ohne RĂŒcksicht auf Gesundheitsbedenken wieder zu öffnen. Harvard hatte am Montag mitgeteilt, wegen des Coronavirus im Wintersemester alle Vorlesungen online abzuhalten. Trump ĂŒbte daran am Dienstag scharfe Kritik. "Ich denke, dass sie es sich leicht machen, und ich denke, sie sollten sich schĂ€men", sagte Trump. Er dringt auf eine RĂŒckkehr zur NormalitĂ€t in den USA, obwohl die Coronavirus-Fallzahlen dort weiterhin dramatisch ansteigen.

Rekordmarke: Mehr als drei Millionen Infizierte in den USA

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie haben sich in den USA bereits mehr als drei Millionen Menschen nachweislich mit dem Erreger infiziert. Das ging am Mittwoch aus Daten der UniversitĂ€t Johns Hopkins in Baltimore hervor. Landesweit starben demnach bisher mehr als 131.000 Menschen nach einer Infektion. Erst vor weniger als einem Monat hatten die USA die Marke von zwei Millionen bestĂ€tigten Infektionen ĂŒberschritten.

Forscher befĂŒrchten 208.000 Corona-Tote in den USA bis November

Bis November könnten einem weithin beachteten Modell zufolge in den USA insgesamt rund 208.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. Das wĂ€ren fast 80.000 Tote mehr als derzeit. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trĂŒgen, könnte die Zahl der Opfer bis November aber mit rund 163.000 deutlich geringer ausfallen, erklĂ€rten die Forscher des Instituts IHME der UniversitĂ€t Washington in Seattle. "Jene, die sich weigern, eine Maske zu tragen, bringen ihr Leben, ihre Familien, ihre Freunde und ihre Gemeinschaften in Gefahr", erklĂ€rte Institutsdirektor Christopher Murray am Dienstag (Ortszeit).

Das Institut hatte Mitte Juni bereits mit rund 200.000 Toten bis Oktober gerechnet. Angesichts zeitweise fallender Infektionszahlen korrigierten die Forscher ihre Prognose dann auf rund 175.000 herab. Die erneute Erhöhung der Prognose war demnach dem starken Anstieg der Neuinfektionen im SĂŒden der USA und dem Ausblick auf die Herbstmonate geschuldet, erklĂ€rte IHME. Im September und Oktober sei zu Beginn der Grippesaison mit einem deutlichen Anstieg der Corona-Todeszahlen zu rechnen, hieß es.

Daten der UniversitÀt Johns Hopkins zufolge gibt es in den USA bislang knapp drei Millionen bekannte Coronavirus-Infektionen. Allein am Dienstag gab es demnach rund 60.000 Neuinfektionen, so viele wie noch nie zuvor an einem Tag. Der Erreger kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

Bolsonaro: "Mir geht es sehr gut"

Brasiliens an Covid-19 erkranktem PrĂ€sident Jair Bolsonaro geht es nach eigenen Angaben sehr gut. Der 65-JĂ€hrige verweist in einem Tweet auf seine Einnahme des Medikaments Hydroxychloroquin – fĂŒr dessen Wirksamkeit es aber kaum wissenschaftliche Belege gibt.

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"An die gerichtet, die gegen Hydroxychloroquin sind, aber keine Alternativen anbieten, ich muss leider sagen, dass es mir damit sehr gut geht und dass ich Gott sei dank noch viel lÀnger leben werde", so Bolsonaro. Er hatte seine Erkrankung am Dienstag bekannt gemacht.

Trump will an Schulöffnungen festhalten – und droht mit GeldkĂŒrzungen

US-PrĂ€sident Donald Trump droht Schulen mit dem Entzug von Finanzmitteln, falls sie im Herbst nicht wieder öffnen. Das geht aus einem Twitter-Beitrag des PrĂ€sidenten hervor. Welche Gelder genau er streichen will, ist allerdings unklar. Nach der US-Verfassung sind die Bundesstaaten fĂŒr die Schulbildung zustĂ€ndig, die Zentralregierung in Washington stellt lediglich ergĂ€nzende Mittel zur VerfĂŒgung.

Unzufrieden zeigt sich Trump mit den Richtlinien der Gesundheitsbehörden fĂŒr die Öffnung der Schulen. Er bezeichnet die Vorgaben als "sehr streng und teuer". Trump wirft den oppositionellen Demokraten vor, Schulöffnungen zu hintertreiben, um daraus politische Vorteile bei der PrĂ€sidentenwahl im November zu ziehen.

Spanische Region fĂŒhrt rigorose Maskenpflicht ein

Die spanische Region Katalonien fĂŒhrt eine ungewöhnlich strenge Maskenpflicht ein. Man werde in der gesamten Region ab Donnerstag auch im Freien selbst in jenen Situationen Mund- und Nasenschutz tragen mĂŒssen, in denen der minimale Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden könne, gab RegionalprĂ€sident Quim Torra am Mittwoch in Barcelona bekannt. Die sogenannte Autonome Gemeinschaft im Nordosten Spaniens reagiert damit auf eine Zunahme der Corona-Infektionen in einigen Gebieten.

Ob die Katalanen und die Besucher der Region zum Beispiel auch in den CafĂ©s oder sogar am Strand Maske werden tragen mĂŒssen, stand zunĂ€chst nicht fest. Auch nicht, wie lange die Anordnung in Kraft bleiben soll. Die genaue Ausgestaltung des Dekrets sollte der regionale Zivilschutz noch im Laufe des Mittwochs beschließen. "Die Idee ist aber, dass die Pflicht immer und ĂŒberall gelten soll, unabhĂ€ngig vom Abstand zwischen den Menschen", hatte Torras Sprecherin Meritxell BudĂł bereits am Dienstag gesagt.

Nach dem derzeit landesweit geltenden Dekret der "neuen NormalitÀt" der Zentralregierung gilt eine Maskenpflicht in ganz Spanien im Freien nur dann, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Am Strand sowie in Cafés und Restaurants trÀgt man meistens keine Maske.

KĂ€rnten will "Sommer-Ischgl" vermeiden – Corona-Maßnahmen verschĂ€rft

Das auch bei deutschen Urlaubern beliebte österreichische Bundesland KÀrnten verhÀngt eine abendliche Maskenpflicht in Tourismus-Hotspots. An stark besuchten Orten wie Velden oder dem Wörthersee soll im öffentlichen Raum jede Nacht von 21.00 Uhr bis 2.00 Uhr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die Verordnung wird noch ausgearbeitet und soll am Freitag in Kraft treten, wie die Landesregierung am Mittwoch ankĂŒndigte. "Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden", sagte Tourismus-Landesminister Sebastian Schuschnig (ÖVP) gegenĂŒber Medien.

Das fĂŒr seine Seen bekannte Bundesland mit rund 560 000 Einwohnern und aktuell nur 14 Corona-FĂ€llen verzeichnet seit Mai wieder einen zunehmenden Touristenandrang. Seit Wochen gibt es Sorgen ĂŒber damit einhergehende Gesundheitsrisiken. Appelle hĂ€tten nicht ausgereicht, um Ansammlungen ohne Abstands- und Hygienemaßnahmen zu verhindern, sagte Schuschnig. Sowohl die BĂŒrgermeister der betroffenen Gemeinden als auch die Vertreter der Gastronomie stĂŒnden hinter dem Plan.

RumÀnien verzeichnet Rekord bei Neuinfektionen

RumÀnien verzeichnet einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Virus SARS-CoV-2. Innerhalb von 24 Stunden stieg die Zahl der registrierten Infizierten um 555, berichtete der Corona-Krisenstab der Regierung am Mittwoch. Zuletzt war ein Höchststand am 11. April registriert worden, mit damals 523 Neu-Infektionen binnen eines Tages.

Neue Vorsichtsmaßnahmen waren zunĂ€chst nicht in Sicht. Die Medien werfen der Regierung seit Wochen vor, aus wahlkampftaktischen GrĂŒnden verfrĂŒht Mitte Mai die Corona-Vorsichtsmaßnahmen gelockert zu haben. Damals lag die Zahl der tĂ€glichen Neuinfektionen bei etwa 150. In diesem Herbst stehen in RumĂ€nien Parlaments- und landesweite Kommunalwahlen an.

Seit vergangener Woche darf in RumĂ€nien aufgrund eines Urteils des Verfassungsgerichts niemand mehr zwangsweise unter QuarantĂ€ne gestellt werden. Die Richter beanstandeten, dass dazu ein klares Gesetz fehle. Ein solches will die bĂŒrgerliche Regierung nun eilig im Parlament durchsetzen. Die im Parlament sehr starke linke Opposition will dies verhindern. Derzeit herrscht in RumĂ€nien unter anderem Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen RĂ€umen und Distanzpflicht in Gastronomie und bei Kulturveranstaltungen im Freien. Medien zufolge werden diese Bestimmungen oft massiv verletzt.

Fleischbetrieb stoppt Schlachtung nach Corona-Infektionen

Weil bei drei Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen wurde, hat ein Fleischbetrieb im Kreis GĂŒtersloh vorsorglich die Schlachtung gestoppt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Rekordwerte bei Neuinfektionen in Israel

Die Zahl der tĂ€glichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Mittwoch mitteilte, wurden fĂŒr Dienstag 1.320 FĂ€lle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag seit Ausbruch der Pandemie. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 32.700 Infizierte registriert.

Die Zahl der tÀglichen Neuinfektionen hatte bereits in den vergangenen Tagen bei mehr als 1.000 gelegen. Zum Vergleich: Im gesamten Monat Mai waren in dem Land nur etwa 1.200 neue Infektionen gemeldet worden.

Starker Anstieg der Fallzahlen in Bulgarien

Bulgarien erlebt nach der Lockerung seiner Corona-EinschrÀnkungen nun einen schnelleren Anstieg der nachgewiesenen Neuinfektionen. Mit 188 neuen Corona-FÀllen wurde am Mittwoch ein Tagesrekord seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Damit stieg die Zahl der Infektionen in dem Àrmsten EU-Land mit einer Bevölkerung von knapp sieben Millionen Menschen insgesamt auf mehr als 6.100. Vor einem Monat lag sie noch bei rund 2.700.

Wegen schnell steigender Corona-Fallzahlen ordnete Regierungschef Boiko Borissow bereits Ende Juni an, dass die KapazitÀten der KrankenhÀuser umgehend erhöht werden sollen. In Bulgarien gilt seit 22. Juni wieder Maskenpflicht in geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten RÀumen wie etwa LÀden, Banken, Tankstellen, Behörden und Kirchen. Doch nicht wenige Bulgaren wollen sie demonstrativ nicht einhalten. Wirksame Kontrollen gibt es kaum. In SupermÀrkten tragen Mitarbeiter nicht selten keinen Mund-Nasen-Schutz oder ihre Masken hÀngen am Hals.

Die jetzige Entwicklung ist nach Auffassung bulgarischer Experten ein zweiter Höhepunkt der ersten Corona-Welle. FĂŒr den Herbst wird eine zweite Welle befĂŒrchtet.

Coronavirus-Neuinfektionen in den USA erreichen neuen Rekord

In den USA ist abermals ein neuer Rekord bei den verzeichneten Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Jetzt ĂŒber 700.000 Infizierte in Russland

In Russland haben sich inzwischen mehr als 700.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Binnen 24 Stunden seien 6562 Neuinfektionen gemeldet worden, teilen die Behörden mit. Damit sei die Zahl der Infektionen auf 700.792 gestiegen. Von ihnen gelten 472.511 als wieder genesen. 173 weitere Menschen seien in Zusammenhang mit dem Virus gestorben, insgesamt gebe es damit 10.667 TodesfÀlle.

Ärzte stellen Atteste gegen Maskenpflicht aus

Viele Ärzte stellen offenbar Atteste gegen die Maskenpflicht aus, ohne Patienten vorher medizinisch zu untersuchen. Nach einem Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" unterstĂŒtzen diese Mediziner eine Initiative, die Corona verharmlost und Maßnahmen gegen die Pandemie als ĂŒberzogen kritisiert. Die Initiative "Ärzte fĂŒr AufklĂ€rung" wirbt demnach im Internet dafĂŒr, "großzĂŒgig" Atteste gegen die Maskenpflicht auszustellen. Etwa 2.000 UnterstĂŒtzer habe die Initiative nach eigenen Angaben, darunter Hunderte Mediziner. Das belegen demnach auch Recherchen von "Report Mainz".

Das Magazin hat nach eigenen Angaben mehr als 40 dieser Ärztinnen und Ärzte stichprobenartig angeschrieben und nach einem Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht gefragt und zwar nicht aus medizinischen GrĂŒnden, sondern wegen persönlicher Abneigung. Etwa die HĂ€lfte der angeschriebenen Ärzte antwortete demnach auf die verdeckte Anfrage, keiner von ihnen habe das Ausstellen eines solchen Attests aus ethischen GrĂŒnden zurĂŒckgewiesen. Andere hĂ€tten bestĂ€tigt, dass man bei ihnen solch ein Attest bekommen könne. Bei Ärzten aus vier verschiedenen BundeslĂ€ndern machten die Journalisten demnach den Test vor Ort und erhielten allein aufgrund einer vermeintlichen Ablehnung der Maskenpflicht ein Attest.

Aus Sicht des SPD-Politikers Karl Lauterbach wird damit die gesetzlich vorgeschriebene Maskenpflicht durch lapidare Atteste unterlaufen. "Das ist nichts anderes, als dass man die medizinische, die Àrztliche AutoritÀt missbraucht, um ein Gesetz auszuhebeln", sagte er "Report Mainz". Laut Bundesgesundheitsministerium ist demnach zudem das Ausstellen von Attesten ohne vorherige Untersuchung grundsÀtzlich unzulÀssig.

NRW verlĂ€ngert Verbot von Großveranstaltungen

Nordrhein-Westfalen hat das Verbot fĂŒr bestimmte Großveranstaltungen bis mindestens zum 31. Oktober verlĂ€ngert. In der neuen Coronaschutzverordnung werden als "große Festveranstaltungen" konkret Volksfeste, Stadt-, Dorf- und Straßenfeste, SchĂŒtzenfeste und Weinfeste genannt. Andere Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen können bei bestimmten Hygiene- und Abstandsvorgaben erlaubt werden.

Bund und LÀnder hatten sich bereits Mitte Juni auf die VerlÀngerung des Verbots geeinigt. Mit der neuen Verordnung ist es in Nordrhein-Westfalen jetzt rechtskrÀftig.

Hans: Zweite Corona-Welle nach Sommerurlaub unbedingt verhindern

Saar-MinisterprĂ€sident Tobias Hans (CDU) hat an die Eigenverantwortung der BĂŒrger appelliert und zu besonderer Umsicht im Sommerurlaub wegen der Corona-Krise aufgerufen. "Ganz wichtig ist, dass vor allem Eltern mit Schulkindern nicht in Risikogebiete fahren und direkt danach die Kinder in die Schule schicken", sagte Hans der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. "Das kann natĂŒrlich nicht gehen. Hier muss man schon darauf Wert legen, dass QuarantĂ€neregeln eingehalten werden können."

Er appelliere an alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, bei der Wahl ihres Urlaubsziels zu berĂŒcksichtigen, wie das Infektionsgeschehen im jeweiligen Urlaubsland sei, sagte Hans. Da dieses innerhalb der EuropĂ€ischen Union im Moment gut im Griff sei, biete es sich an, Urlaubsziele etwa in den NachbarlĂ€ndern Deutschlands zu wĂ€hlen. "Allein schon, weil man eben im Notfall von dort auch wieder schneller zurĂŒckkommen kann." Es gelte auch im Urlaub, sich an die Hygieneregeln, das Abstandsgebot und das Tragen von Mund-Nase-Masken zu halten.

Zugleich warnte der Regierungschef: "Wir mĂŒssen mit einer zweiten Welle rechnen." Er sei aber kein Freund von Horrorszenarien. "Eine zweite Welle wĂŒrde vor allem unsere wirtschaftliche Entwicklung noch einmal sehr stark treffen. Deswegen mĂŒssen wir alles daran setzen, es zu verhindern", sagte Hans. Gleichzeitig mĂŒsse Deutschland aber auch gewappnet sein, etwa durch die Notbremseregel in den Landkreisen, nach der schĂ€rfere Maßnahmen wieder eingefĂŒhrt wĂŒrden, wenn es ĂŒber 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner gebe.

Brasilien verzeichnet ĂŒber 1.200 weitere TodesfĂ€lle

Brasilien bestĂ€tigt nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den letzten 24 Stunden 45.305 neue Coronavirus-FĂ€lle und 1.254 weitere TodesfĂ€lle. Das lateinamerikanische Land verzeichnet offiziellen Daten zufolge bislang insgesamt 1.668.589 Infektionen und 66.741 Todesopfer, die auf das Virus zurĂŒckzufĂŒhren sind. Der brasilianische PrĂ€sident Jair Bolsonaro hat zudem mitgeteilt, dass er selbst positiv auf das Virus getestet wurde. Hier lesen Sie mehr.

Landrat: Rechnung an Tönnies fĂŒr Kosten von Corona-Ausbruch

Der GĂŒtersloher Landrat Sven-Georg Adenauer will das Unternehmen Tönnies fĂŒr die entstandenen Kosten durch den massiven Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Rheda-WiedenbrĂŒck in die Pflicht nehmen. Immerhin habe das Unternehmen von Clemens Tönnies viele Kosten im Kreis GĂŒtersloh verursacht.

"Irgendwann wird ihm diese Rechnung auch prĂ€sentiert werden, zumindest das, was wir als Kreisverwaltung an Kosten hatten", sagte der CDU-Politiker ohne eine Summe zu beziffern am Dienstag. "Herr Tönnies hat sich ja bereit erklĂ€rt, die Kosten fĂŒr die Testungen zu ĂŒbernehmen. Der Deckel wird mit Sicherheit grĂ¶ĂŸer werden", sagte Adenauer. Auch eine gerichtliche Auseinandersetzung ĂŒber die KostenĂŒbernahme schloss der Landrat nicht aus.

Seit Anfang der Woche beraten Behördenvertreter des Kreises wie der Stadt Rheda-WiedenbrĂŒck sowie der Bezirksregierung Detmold mit Fachleuten und dem Unternehmen ĂŒber das von Tönnies vorgelegte Hygienekonzept zur schrittweisen Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs. Am Dienstag fanden dazu Begehungen auf dem WerksgelĂ€nde statt. "Wir wollen wirklich in jeden Winkel hineinschauen", erklĂ€rte der Landrat. Auch das Amt fĂŒr Arbeitsschutz, das Gesundheitsamt und VeterinĂ€re seien dabei.

Trump drĂ€ngt auf Öffnung der Schulen in den USA nach Sommerferien

Trotz weiter steigender Corona-Fallzahlen will US-PrĂ€sident Donald Trump Druck auf die US-Bundesstaaten ausĂŒben, die Schulen nach den Sommerferien wieder zu öffnen. "Wir wollen, dass unsere Schulen im Herbst geöffnet sind", sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einem Runden Tisch zu dem Thema im Weißen Haus. Das sei sehr wichtig fĂŒr das Land und das Wohlbefinden von SchĂŒlern und deren Eltern. "Wir werden Druck auf die Gouverneure und alle anderen ausĂŒben, die Schulen zu öffnen."

Der Republikaner warnte davor, Schulen aus politischen ErwĂ€gungen geschlossen zu halten. Er spielte damit auf demokratische Gouverneure an, die sich in großer Zahl gegen Trumps DrĂ€ngen auf eine schnelle RĂŒckkehr zur NormalitĂ€t wehren.

Trump spielte die Lage in den USA trotz einer Zunahme von Infektionen erneut herunter. "Weil wir mehr testen, haben wir mehr FĂ€lle. Wenn wir die HĂ€lfte der Tests machen wĂŒrden, hĂ€tten wir viel weniger FĂ€lle", sagte er. Der PrĂ€sident betonte erneut, dass die Sterblichkeitsrate in den USA "die niedrigste auf der Welt" sei. Das ist Daten der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t (JHU) zufolge nicht korrekt. Unter den 20 am schwersten von der Pandemie betroffenen LĂ€ndern weltweit haben demnach 13 Staaten eine niedrigere Sterblichkeitsrate pro 100 bestĂ€tigter Infektionen.

Katalonien will strenge Maskenpflicht auch im Freien einfĂŒhren

Die spanische Region Katalonien will nach einer Zunahme der Corona-Infektionen eine Maskenpflicht auch im Freien einfĂŒhren, die praktisch ĂŒberall und unter allen UmstĂ€nden gelten soll. Die genaue Ausgestaltung der Anordnung solle der regionale Zivilschutz am Mittwoch beschließen, teilte die katalanische Regierungssprecherin Meritxell BudĂł am Dienstag in Barcelona mit. "Die Idee ist aber, dass die Pflicht immer und ĂŒberall gelten soll, unabhĂ€ngig vom Abstand zwischen den Menschen", sagte BudĂł. Nach dem derzeit landesweit geltenden Dekret der "neuen NormalitĂ€t" der Madrider Zentralregierung gilt eine Maskenpflicht in ganz Spanien im Freien nur dann, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann.

Die Zunahme der Zahl der Corona-Infektionen bereitet vor allem in SegriĂ  Sorgen. Der katalanische Landkreis mit der Großstadt Lleida war die erste Region, die nach der Lockerung der Coronamaßnahmen in Spanien wieder unter QuarantĂ€ne gestellt worden war. Insgesamt sind davon seit Samstag rund 210.000 Menschen betroffen. Zwei Wochen lang darf niemand einreisen oder die Region verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Versammlungen zu meiden und familiĂ€re Feiern zu begrenzen oder zu verschieben.

Die Zahl der Neuansteckungen ging am Dienstag in SegriĂ  unterdessen im Vergleich zum Vortag von 188 auf 74 zurĂŒck. Einige KrankenhĂ€user arbeiteten aber bereits an der Grenze ihrer AuslastungskapazitĂ€ten, so die Gesundheitsbehörden. Die meisten Infektionen stehen den amtlichen Angaben zufolge in Zusammenhang mit einigen Agrarbetrieben und Seniorenheimen sowie einem Ă€rmeren Wohnviertel.

Mehr als 300.000 Corona-FĂ€lle in Chile

In Chile hat die Zahl der Corona-Infektionen die Schwelle von 300.000 ĂŒberschritten. In den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 2.400 Neuinfektionen registriert worden, teilten die Behörden am Dienstag mit. Das Gesundheitsministerium sieht das Land in der Pandemie-BekĂ€mpfung dennoch auf einem guten Weg - und will die landesweiten Corona-EinschrĂ€nkungen weiter lockern.

Die Zahl der TodesfÀlle habe sich um 50 auf mehr als 6.400 erhöht, erklÀrte Gesundheitsminister Enrique Paris. Dennoch beobachte das Land seit nunmehr 23 Tagen einen positiven Trend. So sei die Zahl der Neuinfektionen in der besonders schwer von der Pandemie getroffenen Hauptstadt Santiago de Chile leicht gesunken. Nach offiziellen Angaben wird aber nach wie vor bei 24 Prozent aller auf das Coronavirus getesteten Menschen in Santiago de Chile eine Infektion festgestellt.

Rund 500 Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde in QuarantÀne

Nach der Corona-Infektion einer zwölfköpfigen Familie in Euskirchen hat das Kreis-Gesundheitsamt QuarantĂ€ne fĂŒr rund 500 Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde angeordnet. Nach Angaben eines Behördensprechers von Dienstag sind alle Mitglieder der Euskirchener Mennoniten-Gemeinde betroffen, einer evangelischen Freikirche, der die betroffene Familie angehört. Nach der Familie sollen alle Gemeindemitglieder noch diese Woche auf das Virus getestet werden.

ZunÀchst sei die Mutter mit Krankheitssymptomen ins Krankenhaus gekommen und positiv getestet worden, sagte Behördensprecher Wolfgang Andres. Bei der weiteren Testung habe sich gezeigt, dass die ganze Familie mit dem Virus infiziert sei. "Die Kinder sind vorher noch in die Schule gegangen, in die eigene Schule der Mennoniten. Und die Familie ist wohl auch noch in den Gottesdienst in das Bethaus der Mennoniten gegangen", sagte Andres. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Virus verbreitet worden sei.

Wie viele Mitglieder die Gemeinde genau habe, sei noch unbekannt, sagte der Sprecher: "Wir gehen aber davon aus, dass das um die 500 sind." Schule und Bethaus seien geschlossen worden. In Deutschland gibt es rund 40.000 Mennoniten in etwa 200 Gemeinden.

Sachsen erwÀgt Zulassung von Zuschauern in Stadien ab September

In Sachsen könnten vom 1. September an wieder Zuschauer in den Fußballstadien und Hallen zugelassen werden. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden. Demnach wĂŒrden dann Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern möglich sein, allerdings unter Einhaltung von Hygieneregeln und der Kontaktverfolgung. "Was noch nicht gelten wird ist, dass das Stadion voll sind", sagte die Ministerin. Beschlossene Sache ist das jedoch noch nicht.

FĂŒr den Fall des Beschlusses der neuen Schutzverordnung wĂŒrden neben Bundesligist und Champions-League-Viertelfinalist RB Leipzig auch die anderen sĂ€chsischen Vereine profitieren, die zum großen Teil von Zuschauereinnahmen abhĂ€ngig sind. Das betrifft in erster Linie die Drittliga-Clubs Dynamo Dresden und FSV Zwickau.

Wiederaufnahme der Tönnies-Fleischfabrik völlig offen

Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies ist eine Wiedereröffnung des Betriebs weiter nicht absehbar. "Ich wage keine Prognose, wann das Werk wieder arbeiten kann", sagt der Landrat von GĂŒtersloh, Sven-Georg Adenauer. Oberste PrioritĂ€t habe, dass von dem Werk weder fĂŒr die Mitarbeiter noch fĂŒr die Bevölkerung eine Gefahr ausgehe.

"Es muss alles erfĂŒllt werden, was die Behörden verlangen." Er habe VerstĂ€ndnis, dass die Landwirte unter Druck seien. Auch gehe es um rund 7.000 ArbeitsplĂ€tze. Aber die Gesundheit habe oberste PrioritĂ€t. Derzeit wĂŒrden die verschiedenen Bereiche des Werks untersucht. Es gehe unter anderem um die BelĂŒftung.

Bayern erlaubt etwas grĂ¶ĂŸere Versammlungen – Kneipen bleiben zu

In Bayern sind von diesem Mittwoch an wieder etwas grĂ¶ĂŸere private Veranstaltungen und Familienfeiern erlaubt. Bars und Kneipen mĂŒssen dagegen auch weiterhin geschlossen bleiben. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in MĂŒnchen mit.

Private Veranstaltungen, Parteiversammlungen, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und Ă€hnliches dĂŒrfen demnach nun mit doppelt so vielen Teilnehmern stattfinden wie bisher: also mit bis zu 100 Personen in geschlossenen RĂ€umen und mit bis zu 200 Personen im Freien. Auch Schulabschlussfeiern können in dieser GrĂ¶ĂŸenordnung stattfinden.

DĂŒsseldorf nutzt Hotelschiff als QuarantĂ€ne-Station

Die Landeshauptstadt nutzt ein Hotelschiff auf dem Rhein als QuarantĂ€ne-Quartier fĂŒr Corona-Infizierte. Untergebracht wĂŒrden dort Menschen aus GemeinschaftsunterkĂŒnften, bei denen das Virus festgestellt worden sei, sowie deren Kontaktpersonen, teilte die Stadt DĂŒsseldorf am Dienstag mit. Das Hotelschiff biete Platz fĂŒr bis zu 180 Personen, die in 90 Kabinen unterkommen könnten.

Mecklenburg-Vorpommern lockert weiter EinschrÀnkungen

In Mecklenburg-Vorpommern können sich die Menschen von Freitag an wieder ohne strenge KontaktbeschrĂ€nkungen treffen. FĂŒr Veranstaltungen gelten höhere Teilnehmerzahlen und mit Busreisegruppen dĂŒrfen erstmals seit MĂ€rz auch wieder Tagestouristen ins Land. Die Landesregierung habe die in der Vorwoche beschlossenen Lockerungen in einer neuen Verordnung verankert, die nun zum 10. Juli wirksam werde, teilte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Schwerin mit. Die Maskenpflicht bestehe aber weiter.

Iran: "Wenn das so weitergeht, gehen wir k.o."

Im Iran sind erstmals seit Beginn der Corona-Krise Ende Februar an nur einem Tag 200 TodesfĂ€lle bei mit dem Virus infizierten Patienten gemeldet worden. Das gab die Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag bekannt. Im gleichen Zeitraum wurden ĂŒber 2.600 Neuinfektionen erfasst. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 11.931, die der bisher nachgewiesenen Infektionen bei 245.688, so Sprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen.

Frau und Sohn im Iran: Die Zahl der Neuinfektionen im Land steigt erneut dramatisch an.
Frau und Sohn im Iran: Die Zahl der Neuinfektionen im Land steigt erneut dramatisch an. (Quelle: West Asia News Agency/Reuters-bilder)

In Anbetracht der erneut gestiegenen Fallzahlen gab Gesundheitsminister Saeid Namaki eine deutliche Warnung aus. "Wenn das so weitergeht, gehen wir k.o.", sagte der Minister. Ziel sei es gewesen, die Zahl der Corona-Toten pro Tag unter 30 zu halten. Nun liege der Wert bei mehr als dem Sechsfachen.

Erstes Bundesland in Österreich fĂŒhrt Maskenpflicht wieder ein

In Österreich fĂŒhrt als erstes Bundesland Oberösterreich nach einem spĂŒrbaren Anstieg der Corona-Infektionen die Maskenpflicht wieder ein. Von Donnerstag an mĂŒssten die BĂŒrger wieder einen Mund-Nasen-Schutz unter anderem beim Betreten von LĂ€den und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch tragen, sagte Landeschef Thomas Stelzer (ÖVP) am Dienstag in Linz. Die GĂ€ste von Lokalen wĂŒrden auf freiwilliger Basis gebeten, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. "Es ist ein Anstieg, der uns besorgt und uns natĂŒrlich auch nicht tatenlos zusehen lĂ€sst", sagte Stelzer.

Im Bundesland seien aktuell 427 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Laut Behörden sind rund 3.000 Menschen unter QuarantĂ€ne. Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viel Personen durch einen Infizierten angesteckt werden, liege bei 2,0. "Das ist einfach zu viel", sagte Stelzer. In ganz Österreich liegt dieser Wert laut Stelzer bei 1,37. Oberösterreich ist mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern bevölkerungsmĂ€ĂŸig das drittgrĂ¶ĂŸte Bundesland.

US-Regierung schießt 1,6 Milliarden Dollar in Impfstoffprojekt

Die US-Regierung unterstĂŒtzt das Coronavirus-Impfstoffprojekt des amerikanischen Biotechunternehmens Novavax mit 1,6 Milliarden Dollar. Damit sollen Tests mit dem potenziellen Impfstoff sowie dessen Herstellung und Vermarktung in den USA finanziert werden. Ziel sei es, bis Januar 2021 100 Millionen Impfstoffdosen liefern zu können, sagte Vorstandschef Stanley Erck. Der am Dienstag angekĂŒndigte Zuschuss ist der bisher grĂ¶ĂŸte innerhalb des Projekts "Operation Warp Speed" von US-PrĂ€sident Donald Trump, mit dem die Suche nach einem Impfstoff und nach Medikamenten gegen das Coronavirus beschleunigt werden soll. Novavax wird auch von der internationalen Impfinitiative CEPI sowie dem US-Verteidigungsministerium finanziell unterstĂŒtzt.

Lage in Israel spitzt sich zu – Gesundheitsdirektorin tritt zurĂŒck

Aus Protest gegen den Kurs der Regierung hat eine fĂŒhrende Gesundheitspolitikerin Israels mitten in der sich wieder zuspitzenden Corona-Krise ihren RĂŒcktritt erklĂ€rt. Siegal Sadetzki, Direktorin fĂŒr öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, schrieb am Dienstag bei Facebook, seit einigen Wochen habe Israel im Kampf gegen das Coronavirus die Richtung verloren.

"Im Kampf gegen die erste Welle hatte Israel Erfolg, hat sich dann aber von anderen fĂŒhrenden LĂ€ndern entfernt, indem es schnelle Lockerungen durchsetzte", hieß es. Daraufhin sei die Zahl der Infektionen rasch angestiegen. "Vor diesem Hintergrund bin ich zu dem Schluss gelangt, dass ich unter den neuen UmstĂ€nden - weil meine professionelle Ansicht nicht akzeptiert wird - nicht mehr aktiv dabei helfen kann, gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu kĂ€mpfen." Minister Juli Edelstein dankte Sadetzki in einer Mitteilung fĂŒr ihre Arbeit.

Sadetzki galt als Verfechterin eines harten Lockdown-Kurses, wurde aber auch fĂŒr das Vorhersagen von Horrorszenarien kritisiert. Mehr ĂŒber Israels Weg in der Pandemie lesen Sie hier.

Deutsche Kliniken sehen sich fĂŒr mögliche zweite Corona-Welle gut gerĂŒstet

Die deutschen KrankenhĂ€user sehen sich fĂŒr eine mögliche zweite Corona-Welle gut gerĂŒstet. Allerdings dĂŒrfe es nicht mehr zu Problemen bei der Beschaffung von Material wie Schutzmasken und Schutzkittel wie am Anfang der Pandemie im MĂ€rz kommen, erklĂ€rte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) am Dienstag in Berlin.

Eine Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) unter bundesweit 724 Kliniken bestÀtigte demnach Beschaffungsprobleme in vielen KrankenhÀusern bei Ausbruch der Pandemie. Im Zuge der Corona-Krise habe sich nach Auffassung der Kliniken zudem die ProduktqualitÀt teilweise verschlechtert.

"Wir brauchen eine bessere Bevorratung von Schutzmaterial und SchutzausrĂŒstung als am Beginn der Pandemie", forderte DKG-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Georg Baum. Zwar erwarten die KrankenhĂ€user grĂ¶ĂŸtenteils fĂŒr den Fall einer zweiten Pandemiewelle, ihren Bedarf an SchutzausrĂŒstung durch den direkten Bezug bei Herstellern und Lieferanten decken zu können. Auch haben BundeslĂ€nder angekĂŒndigt, Vorratslager anzulegen oder auszubauen. "Dies muss jetzt auch umgesetzt werden", forderte Baum.

Ausgangssperre fĂŒr sechs Wochen in Melbourne verhĂ€ngt

Wegen eines erneuten starken Anstiegs von Coronavirus-Infektionen hat Australien eine Ausgangssperre ĂŒber Melbourne verhĂ€ngt. Mehr als fĂŒnf Millionen Bewohner der zweitgrĂ¶ĂŸten Stadt des Landes mĂŒssen zu Hause bleiben, wie der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Dienstag mitteilte. Die Ausgangssperre trete um Mitternacht in Kraft und gelte fĂŒr mindestens sechs Wochen. Merh lesen Sie hier.

Melbourne: Sechs Wochen lang sollen die Einwohner zu Hause bleiben.
Melbourne: Sechs Wochen lang sollen die Einwohner zu Hause bleiben. (Quelle: AAP/imago-images-bilder)

SPD: Spahn soll Lizenz fĂŒr Corona-Mittel Remdesivir verhandeln

Die SPD-Bundestagsfraktion hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aufgefordert, sich um eine deutsche Lizenz fĂŒr die Herstellung des als Corona-Arzneimittel gehandelten Medikaments Remdesivir zu bemĂŒhen. "Ich rufe Gesundheitsminister Jens Spahn dazu auf, sich fĂŒr Lizenzvereinbarungen deutscher Hersteller mit dem Unternehmen Gilead einzusetzen", sagte Fraktionsvize BĂ€rbel Bas der DĂŒsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe).

Deutsche Pharmaunternehmen könnten nicht nur fĂŒr Deutschland, sondern auch fĂŒr den Bedarf anderer LĂ€nder das Medikament produzieren. Damit könnten sie mithelfen, die Kosten insbesondere fĂŒr Menschen in Entwicklungs- und SchwellenlĂ€ndern zu reduzieren, sagte Bas.

Gelinge keine Lizenzvereinbarung, mĂŒsse der Gesundheitsminister prĂŒfen, ob Gilead in Deutschland ein Patent fĂŒr Remdesivir angemeldet habe. Mit dem in der Corona-Krise angepassten Bevölkerungsschutzgesetz habe der Bundesgesundheitsminister ein Instrument, den Patentschutz aufzuheben und deutschen Herstellern so die Produktion von Remdesivir zu ermöglichen, betonte die SPD-Politikerin.

BĂŒrgermeisterin von Atlanta positiv auf Corona getestet

Die BĂŒrgermeisterin der US-Metropole Atlanta, Keisha Lance Bottoms, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Covid-19 hat buchstĂ€blich bei uns zuhause eingeschlagen. Ich hatte keine Symptome und bin positiv getestet worden", erklĂ€rte Bottoms am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die 50-jĂ€hrige Politikerin gilt als mögliche Vize-Kandidatin des designierten demokratischen PrĂ€sidentschaftskandidaten Joe Biden.

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In einem Interview mit dem Fernsehsender CNN sagte Bottoms, sie und ihr Ehemann hĂ€tten sich fĂŒr einen Test entschieden, weil ihr Mann seit Donnerstag mehr als ĂŒblich geschlafen habe. Am Montag hĂ€tten dann sowohl sie als auch ihr Mann das positive Testergebnis bekommen.

"Ich stehe immer noch unter Schock, weil ich ĂŒberhaupt nicht weiß, wie wir uns angesteckt haben", sagte sie. Sie habe zwar leichte Kopfschmerzen und einen trockenen Husten gehabt, dies aber auf Allergien zurĂŒckgefĂŒhrt.

Mehrere britische Pubs wegen Coronavirus-Infektionen dicht

Kurz nach der Wiederöffnung sind mehrere Pubs in England wegen Coronavirus-Infektionen von GĂ€sten wieder geschlossen worden. Betroffen sind mindestens drei Kneipen in Burnham-on-Sea an der SĂŒdwestkĂŒste, in Batley im nördlichen England und in Alverstoke im SĂŒden. Die Pubs seien grĂŒndlich gereinigt und die Mitarbeiter getestet worden, teilten die Betreiber in sozialen Medien mit.

Nach mehr als dreimonatiger Schließung wegen der Pandemie durften am vergangenen Samstag die beliebten Kneipen im grĂ¶ĂŸten Landesteil Großbritanniens wieder öffnen. Es gelten strenge Auflagen, beispielsweise mĂŒssen Pub-Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen. Bestellungen dĂŒrfen nur am Tisch oder per App aufgenommen werden.

Millionen Chinesen holen verschobene AufnahmeprĂŒfungen nach

Fast elf Millionen SchĂŒler sind in China am Dienstag zu den zweitĂ€gigen AufnahmeprĂŒfungen fĂŒr die UniversitĂ€tszulassung angetreten. Die Aufseher der Tests, die wegen der Corona-Pandemie um einen Monat verschoben worden waren, hielten nicht nur Ausschau nach möglichen Schummlern, sondern auch nach möglichen Infizierten. Peking meldete unterdessen erstmals seit einem neuen Ausbruch Mitte Juni keine Neuinfektionen.

Vor einem PrĂŒfungszentrum in Peking machten viele SchĂŒler Selfies und umarmten sich, bevor sie sich dem Test stellten. Eine 49-jĂ€hrige Mutter zeigte sich besorgt um die Erfolgschancen ihres Sohns. "Er konnte wegen der Pandemie seit Januar nicht zur Schule gehen", sagte sie. Das Bestehen der als Gaokao bekannten Examen ist fĂŒr junge Chinesen Ă€ußerst wichtig, weil es ihnen einen Aufstieg in die gebildete Elite des Landes ermöglicht.

Infektions-Kennziffer im Kreis GĂŒtersloh deutlich unter Grenzwert

Nach etlichen Coronavirus-FĂ€llen beim Fleischverarbeiter Tönnies im nordrhein-westfĂ€lischen Rheda-WiedenbrĂŒck ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis GĂŒtersloh deutlich unter den Grenzwert gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 35,4. Als Grenzwert gilt der Wert 50.

Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 50,5 und damit knapp ĂŒber der Grenze. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2.

Israel: Neue Corona-Notmaßnahmen bedĂŒrfen keiner Zustimmung des Parlamentes mehr – scharfe Kritik

Die israelische Regierung kann ab sofort Notmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus ohne vorherige Genehmigung des Parlaments umsetzen. 29 von insgesamt 120 Abgeordneten stimmten in dritter und letzter Lesung fĂŒr den umstrittenen Gesetzentwurf, 24 dagegen, wie ein Sprecher des Parlaments am Dienstag bestĂ€tigte. Die restlichen Abgeordneten waren abwesend. Bisher mussten Entscheidungen der Regierung von einem parlamentarischen Ausschuss gebilligt werden, bevor sie gĂŒltig wurden.

Entscheidungen der Regierung in der Corona-Krise sollen jetzt sofort in Kraft treten. Sie werden nur zurĂŒckgezogen, wenn das Parlament sie nicht nachtrĂ€glich binnen einer Woche billigt. Das neue Gesetz soll vorerst nur bis zum 6. August gelten.

In einer Debatte zu dem neuen Gesetz sprach der Oppositionspolitiker Mickey Levy von der Zukunftspartei von einem "schwarzen Tag" und verglich Israel mit Nordkorea.

Schweizer Masken bei TĂŒv zunĂ€chst durchgefallen

Atemschutzmasken "made in Switzerland" sind bei einer ersten PrĂŒfung des TĂŒv Nord durchgefallen. Es sei kein formaler, sondern ein technischer Grund gewesen, sagte der Leiter des Labors bei TĂŒv Nord, Dirk Grenschen, dem Schweizer Sender SRF in einem Beitrag, der am Dienstag ausgestrahlt wurde. Welche MĂ€ngel das Institut beanstandete, sagte er nicht. Es mĂŒssten Verbesserungen an der Maske vorgenommen werden.

Die Firma Flawa in Flawil 70 Kilometer östlich von ZĂŒrich hatte bereits ĂŒber den RĂŒckschlag informiert. Von rund 40 PrĂŒfkriterien sei ein Punkt der Produktion moniert worden. Die Firma machte geltend, dass sie innerhalb kĂŒrzester Zeit ein neues GeschĂ€ftsfeld hĂ€tte aufbauen mĂŒssen. Verbessertes Material sei bereits eingereicht worden. Die PrĂŒfung inklusive Bericht braucht nach Angaben von Grenschen etwa zwei Wochen.

New Yorks Gouverneur kritisiert Trump in Corona-Krise erneut scharf

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat US-PrĂ€sident Donald Trump in der Corona-Krise erneut scharf kritisiert. Indem er in der Öffentlichkeit keine Maske trage und die von der Pandemie ausgehende Gefahr nicht anerkenne, "ermögliche" und "ermĂ€chtige" Trump die Verbreitung des Virus, sagte Cuomo bei einer Pressekonferenz am Montag. "Wir sind nicht die Vereinigten Staaten der Leugnung."

390 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die GesundheitsÀmter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete.

9.024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das sind acht mehr als am Vortag. Bis Sonntag hatten etwa 182.200 Menschen die Infektion nach RKI-SchĂ€tzungen ĂŒberstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Medizinisches Personal in Japan zunehmend depressiv

Der Kampf des medizinischen Personals in Japan gegen das Coronavirus hinterlĂ€sst zunehmend Spuren. Fast ein Drittel des medizinischen Personals leitet unter Depressionen. Das zeigen Ergebnisse einer am Dienstag vom japanischen Fernsehsender NHK veröffentlichten Umfrage des Japanischen Roten Kreuzes unter Ärzten, Krankenschwestern und anderen Mitarbeitern.

Japan zÀhlt bisher rund 20.000 InfektionsfÀlle und 991 Tote. Darunter sind auch Menschen, die sich an Bord eines zeitweise unter QuarantÀne gestellten Kreuzfahrtschiffes befunden hatten. Damit steht die Nummer Drei der Weltwirtschaft international gesehen zwar noch relativ gut da. Doch sind die Neuinfektionen vor allem in Tokio zuletzt wieder gestiegen.

US-Behörde genehmigt Verwendung von Lysol-Spray

Die US-Umweltschutzbehörde (EPA) genehmigt das Desinfektionsmittel-Spray Lysol des britischen KonsumgĂŒterkonzerns Reckitt Benckiser beim Einsatz auf OberflĂ€chen gegen das SARS-CoV-2-Virus.

Labortests hÀtten die Wirksamkeit der Produkte Lysol Desinfektionsmittel Spray und Lysol Desinfektionsmittel Max Cover Mist bestÀtigt, erklÀrt die EPA. Der Konzern hatte eindringlich vor der Einnahme seiner Produkte gewarnt, nachdem US-PrÀsident Donald Trump vorgeschlagen hatte, Desinfektionsmittel bei Corona-Infizierten zu erforschen.

Brasiliens PrÀsident Bolsonaro unterzieht sich Corona-Test

Der brasilianische PrĂ€sident Jair Bolsonaro unterzieht sich einem Corona-Test. Bolsonaro erklĂ€rt seinen AnhĂ€ngern vor dem PrĂ€sidentenpalast, dass eine zusĂ€tzliche Untersuchung seiner Lunge keine Hinweise auf Covid-19 gezeigt habe. Das BĂŒro des PrĂ€sidenten reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme, das Ergebnis des Abstrichs steht noch aus. Lokale Medien hatten zuvor berichtet, dass der PrĂ€sident Symptome der Atemwegserkrankung zeige.

Restaurants und Bars in Miami wegen Corona-Virus erneut geschlossen

Im Großraum Miami im US-Bundesstaat Florida werden auf Anordnung des BĂŒrgermeisters Restaurants und Bars wieder geschlossen. Lieferservice und Selbst-Abholung bleiben weiterhin erlaubt. Florida meldete am Montag mehr als 6.000 neue FĂ€lle.

Barley: Corona-Krise auch Chance fĂŒr Europa

Die VizeprĂ€sidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley, sieht in der Corona-Krise auch eine Chance fĂŒr Europa. Im EuropĂ€ischen Parlament und im Rat, wo die AtmosphĂ€re in den Jahren seit der Finanzkrise sehr verhĂ€rtet gewesen sei, gebe es inzwischen "mehr Vertrauen und einen neuen Geist der Kooperation", sagte die SPD-Politikerin der "Passauer Neuen Presse" (Print- und Online-Ausgabe Dienstag). "Die Fronten sind aufgebrochen." Damit bestehe nun "die große Chance, Europa wieder mehr zusammenzufĂŒhren. Die sollten wir nutzen", forderte Barley. "Das Wichtigste ist jetzt, dass die Corona-Hilfen schnell auf den Weg gebracht werden."

Deutschland und Frankreich hĂ€tten mit ihrer Initiative fĂŒr den Wiederaufbaufonds wichtige Vorarbeit geleistet. Deutschland, das in der zweiten JahreshĂ€lfte die EU-RatsprĂ€sidentschaft innehat, habe jetzt die "Rolle des ehrlichen Maklers ĂŒbernommen". "Nicht nur die Erwartungen sind groß, sondern auch das Vertrauen", sagte Barley. Die EU-Partner setzten darauf, dass die deutsche PrĂ€sidentschaft nicht nur im eigenen Interesse handele, sondern im europĂ€ischen.

Die BewĂ€ltigung der Corona-Krise könnte nach Auffassung der SPD-Politikerin auch eine Möglichkeit sein, "der WĂ€hrungsunion eine echte Wirtschaftsunion zur Seite zu stellen". Krisen böten die Chance, harte nationale Fronten aufzubrechen, erklĂ€rte Barley zu einem entsprechenden Vorstoß von BundestagsprĂ€sident Wolfgang SchĂ€uble, der fordert, die Corona-Krise dazu zu nutzen, die WĂ€hrungs- zu einer Wirtschaftsunion auszubauen. Barley sagte dazu: "Die gemeinsame WĂ€hrung war von Anfang an nur als erster Schritt gedacht, in der Hoffnung, dass eine europĂ€ische Wirtschaftspolitik folgen wĂŒrde."

QuarantĂ€ne-Zentren voll: Neuseeland schrĂ€nkt internationale FlĂŒge ein

Damit die QuarantĂ€ne- und Isolationszentren des Landes in der Corona-Pandemie nicht an ihre KapazitĂ€tsgrenzen geraten, hat die neuseelĂ€ndische Regierung vorĂŒbergehend die Buchung internationaler FlĂŒge eingeschrĂ€nkt. Die nationale Fluglinie Air New Zealand habe einem kurzfristigen Buchungsstopp zugestimmt, teilte Wohnungsministerin Megan Woods am Dienstag mit. Mit der Maßnahme solle sichergestellt werden, dass fĂŒr alle Heimkehrer genĂŒgend PlĂ€tze fĂŒr eine geordnete Isolation oder QuarantĂ€ne zur VerfĂŒgung stĂŒnden, sagte sie zur BegrĂŒndung.

Neuseeland hat seine Grenze wegen der Corona-Pandemie seit MĂ€rz geschlossen. Nur BĂŒrger und Einwohner des Landes dĂŒrfen noch einreisen. Mit der Ausbreitung des Coronavirus weltweit sei die Zahl der Heimkehrer jĂŒngst rapide angestiegen, sagte Woods weiter. "Unsere erste PrioritĂ€t ist es, das Virus an der Grenze zu stoppen. Deshalb muss sich jeder einer QuarantĂ€ne oder einer geleiteten Isolation unterziehen", so Woods. DafĂŒr mĂŒssten ausreichend PlĂ€tze zur VerfĂŒgung stehen.

Offiziellen Angaben zufolge befinden sich in Neuseeland derzeit knapp 6.000 Menschen in 28 Isolationszentren. Seit dem 26. MĂ€rz hĂ€tten bereits mehr als 26.400 Menschen eine Isolation oder QuarantĂ€ne durchlaufen. Neuseeland hatte am 8. Juni die erste Coronavirus-Welle fĂŒr ĂŒberstanden erklĂ€rt. Auf den beiden Inseln gab es bisher rund 1.530 bestĂ€tigte und mögliche InfektionsfĂ€lle. 22 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19.

Mehr als 65.000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 20.229 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 1,623 Millionen. Die Zahl der TodesfÀlle legte binnen 24 Stunden um 620 auf 65.487 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und TodesfÀlle auf.

USA kĂŒndigen Ausweisung auslĂ€ndischer Studenten bei reinem Online-Studium an

AuslĂ€ndischen Studenten in den USA droht die Ausweisung, wenn ihre UniversitĂ€ten ab Herbst Corona-bedingt nur noch Online-Kurse anbieten. Studenten, die sich mit Visa des Typs F1 oder M1 in den USA aufhielten und ein Online-Studium in Vollzeit absolvierten, dĂŒrften nicht im Land bleiben, erklĂ€rte die US-Einwanderungsbehörde ICE am Montag.

Die betroffenen Studenten mĂŒssten entweder das Land verlassen oder sich an einer Hochschule einschreiben, an der physischer Unterricht stattfinde, hieß es in der ICE-ErklĂ€rung. Hochschulen, die den Unterricht teils online, teils physisch fortsetzten, mĂŒssten ihren auslĂ€ndischen Studenten ĂŒberdies einen Nachweis ausstellen, dass diese in so vielen physischen Unterrichtseinheiten wie möglich eingeschrieben seien. Den Studenten drohten andernfalls Abschiebeverfahren sowie weitere Maßnahmen, warnte die Behörde.

Rund 5,5 Prozent der Studenten in den USA sind AuslĂ€nder. Die StudiengebĂŒhren, die sie bezahlen, machen einen wichtigen Teil der Einnahmen an vielen UniversitĂ€ten des Landes aus. Die meisten internationalen Studenten in den USA stammen aus China, Indien, SĂŒdkorea, Saudi-Arabien und Kanada. Wegen der Corona-Pandemie verlegten die UniversitĂ€ten in den USA ihre Kurse im MĂ€rz ins Internet. Wie es im neuen akademischen Jahr ab Herbst weitergehen soll, haben die meisten Hochschulen noch nicht entschieden.

US-Seuchenexperte Fauci schlÀgt Alarm: Ernste Lage

Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci Ă€ußert sich kritisch zur gegenwĂ€rtigen Lage in den Vereinigten Staaten. Es handele sich um eine "ernste Situation, auf die wir sofort reagieren mĂŒssen", sagt der prominente US-Regierungsberater in einem Live-Interview im Internet. Die USA steckten noch "knietief" in der ersten Welle der Pandemie. Die Fallzahlen hĂ€tten bisher nie auf das geplante Niveau gesenkt werden können. Fauci Ă€ußerte aber die Erwartung, dass ein Impfstoff eines Tages gut funktionieren und zumindest fĂŒr einige Zeit Schutz bieten werde. Allerdings werde es keinen lebenslangen Schutz wie bei einer Masern-Impfung geben, so Fauci.

Griechenland-Touristen positiv auf Coronavirus getestet

Zum ersten Mal seit Wochen sind in Griechenland mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt wurden 43 FĂ€lle registriert. Davon waren nach Angaben der zustĂ€ndigen Gesundheitsbehörde 36 Touristen. 20 davon waren nach Informationen des griechischen Staatsrundfunks ERT Urlauber aus Serbien. Weitere 16 Touristen stammen aus anderen Staaten, hieß es. Ob darunter auch Deutsche waren, blieb zunĂ€chst unklar.

Gericht stoppt Corona-Lockdown im Kreis GĂŒtersloh

Im Kreis GĂŒtersloh werden die Maßnahmen aufgrund des Corona-Ausbruchs im Schlachthof Tönnies nicht fortgesetzt. Ein kompletter Lockdown sei nicht verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig, urteilte das Oberverwaltungsgericht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Schweden bereitet sich auf mögliche zweite Welle vor

Schweden will fĂŒr den Fall einer zweiten Corona-Welle im Herbst gerĂŒstet sein. Auch wenn die Zahlen der TodesfĂ€lle und der schweren Covid-19-Erkrankungen erfreulicherweise zurĂŒckgingen, bedeute dies nicht, dass die Gefahr vorĂŒber sei, sagte die schwedische Sozialministerin Lena Hallengren am Montag in Stockholm.

Ihre Regierung erteile verschiedenen staatlichen und regionalen Behörden deshalb den Auftrag, sich fĂŒr eine mögliche zweite Infektionswelle vorzubereiten und fĂŒr den Fall der FĂ€lle eine gute Krisenbereitschaft gewĂ€hrleisten zu können. In der Schweiz wurden Lockerungen, unter anderem im Nachtleben, mittlerweile wieder zurĂŒckgefahren – die Zahl der Neuinfektionen war bedenklich angestiegen. Wie Deutschland fĂŒr den Fall einer zweiten Welle gerĂŒstet ist, lesen Sie hier.

Corona-Warn-App erreicht 15 Millionen Downloads

Die deutsche Corona-Warn-App hat nach knapp drei Wochen die Schwelle von 15 Millionen Downloads erreicht. Das teilte das Robert Koch-Institut auf Twitter mit. Die App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und ĂŒber die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben.

AuffĂ€llig bei der Analyse der Zahlen aus den App-Stores von Apple und Google ist die Tatsache, dass die Corona-Warn-App bei Anwendern mit einem iPhone deutlich populĂ€rer ist als unter Nutzern eines Android-Smartphones. So erhĂ€lt die App im App-Store von Apple bei ĂŒber 40.000 Bewertungen eine Durchschnittsnote von 4,7 (von maximal 5) Sternen. Im Google-Play-Store sank die Durchschnittnote bei ĂŒber 57.000 Bewertungen am Montag auf 3,6 Sterne (von maximal 5) ab. In jĂŒngster Zeit vergab nur noch jeder zweite Android-Anwender die höchste Bewertung von fĂŒnf Sternen. Im Apple-Store liegt dieser Anteil hingegen deutlich höher bei rund 88 Prozent.

Nach Corona-Ausbruch: Niederlande lassen Zehntausende Nerze töten

Nach Corona-AusbrĂŒchen in mehreren Nerzfarmen im SĂŒden der Niederlande haben die Behörden zehntausende Tiere getötet. "Insgesamt wurde das Virus in 20 Zuchtfarmen fĂŒr Nerze nachgewiesen", teilte das niederlĂ€ndische Landwirtschaftsministerium am Montag mit. Anfang Juni hatten die Behörden damit begonnen, bei InfektionsfĂ€llen alle Tiere der betroffenen Zuchtfarmen zu keulen.

Bisher wurden die Nerze in 18 Farmen getötet, am Montag sollten die Keulungen auch in den beiden noch verbleibenden Farmen beginnen. Nach Angaben des Ministeriums lebten allein in der letzten Farm, in der das Virus nachgewiesen wurde, 12.000 Muttertiere.

Kramp-Karrenbauer gegen schnelles Ende der Maskenpflicht

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich gegen ein rasches Ende der Maskenpflicht im Handel im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. Es sei zu beobachten, dass immer mehr Menschen ohne Maske unterwegs seien, sagte Kramp-Karrenbauer am Montag in der letzten Videoschalte der engsten CDU-Spitze vor der Sommerpause nach Angaben aus Teilnehmerkreisen. Da sei es das falsche Signal, die Maskenpflicht aufzuheben. Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sei weiterhin notwendig und wichtig, damit Deutschland gut durch die Pandemie komme. Mehr ĂŒber die Debatte und die widerstreitenden Positionen lesen Sie hier.

NĂ€chtliche Drohnen-Show mit Corona-Botschaften in Seoul

Mit einer spektakulĂ€ren Lichtshow mit rund 300 Drohnen hat SĂŒdkoreas Regierung die Bevölkerung fĂŒr den fortgesetzten Kampf gegen die Corona-Pandemie mobilisiert. Die unbemannten Flugkörper formierten sich am Wochenende am nĂ€chtlichen Himmel ĂŒber Seoul zu leuchtenden Danksagungen und Symbolen rund um das Coronavirus.

Das imposante Spektakel sollte die Menschen unter anderem an die Regeln im Kampf gegen das Virus erinnern. Dazu formten die Drohnen beispielsweise eine von Viren umgebene Gesichtsmaske, die sich wenige Zeit spÀter in zwei HÀnde, umgeben von Wassertropfen, verwandelte.

Drohnen ĂŒber dem Han-Fluss in SĂŒdkorea: Drohnen zeichneten Botschaften und Danksagungen rund um die Corona-Pandemie in den nĂ€chtlichen Himmel.
Drohnen ĂŒber dem Han-Fluss in SĂŒdkorea: Drohnen zeichneten Botschaften und Danksagungen rund um die Corona-Pandemie in den nĂ€chtlichen Himmel. (Quelle: Yonhap/Reuters-bilder)

Zum Schluss der rund zehnminĂŒtigen Show erleuchteten Dankes-Botschaften an das medizinische Personal und die gesamte Bevölkerung den nĂ€chtlichen Himmel. Auf ein buntes "Thanks to you" folgte die Silhouette der koreanischen Halbinsel mit dem ermunternden Aufruf: "Cheer up, Republic of Korea" (Kopf hoch, Republik Korea)

CDU-GeneralsekretÀr: "Maskentragen ist sexy"

"Maskentragen ist sexy", sagt CDU-GeneralsekretĂ€r Paul Ziemiak nach der Sitzung von CDU-PrĂ€sidium und -Bundesvorstand. Man sei sich einig gewesen, dass die Maskenpflicht unbedingt befolgt werden mĂŒsse. Ziemiak wirft dem Senat in Berlin vor, die Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr nicht konsequent durchzusetzen.

Tourismus-Beauftragter macht Hoffnung auf baldige Aufhebung der TĂŒrkei-Reisewarnung

Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), sieht wachsende Chancen fĂŒr eine Aufhebung der coronabedingten Reisewarnung fĂŒr die TĂŒrkei. "Wenn die Lage gut ist – und letzte Woche war die Lage gut – können wir relativ schnell die Öffnungen vorbereiten", sagte Bareiß den Sendern RTL und n-tv. "Insofern sind wir da mittendrin zu ĂŒberlegen, was tun wir die nĂ€chsten Tage, um auch hier Reisen zu gewĂ€hrleisten."

Voraussetzung sei neben niedrigen Infektionszahlen, dass das tĂŒrkische Gesundheitssystem VirusausbrĂŒche so bewĂ€ltigen könne, dass Urlauber wieder gesund nach Hause kommen, sagte Bareiß. Die GesprĂ€che mit der Regierung der TĂŒrkei seien gut gewesen. "Man merkt, da wird sicherlich auch viel gemacht, dass vor Ort gewĂ€hrleistet ist, dass der Schutz da ist."

Erstmals wieder mehr als 1.000 aktive Corona-FĂ€lle in Österreich

In Österreich sind erstmals seit Mai wieder mehr als 1.000 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl stieg am Montag auf 1012, wie das Gesundheitsministerium in Wien mitteilte. FĂŒr eine spĂŒrbare Zunahme sorgt weiterhin der regionale Ausbruch rund um Linz in Oberösterreich, wo die Zahl der FĂ€lle seit Sonntag um 57 auf 414 stieg. 347 aktive FĂ€lle waren aus der Hauptstadt Wien gemeldet. Vier der neun BundeslĂ€nder in Österreich wiesen dagegen keine Neuinfektionen auf.

FDP: Bundesregierung soll Ende der Maskenpflicht einleiten

Die FDP hat die Bundesregierung aufgefordert, eine Aufhebung der Maskenpflicht fĂŒr den Einzelhandel einzuleiten. Die Regierung mĂŒsse "gemeinsam mit dem Einzelhandel einheitliche Kriterien fĂŒr ein regional differenziertes Ausstiegsszenario aus der Maskenpflicht erarbeiten", erklĂ€rte FDP-Vizefraktionschef Michael Theurer am Montag in Berlin. "Die Maskenpflicht kann nicht von heute auf morgen wegfallen, sie kann aber auch nicht unendlich und ohne regionale Differenzierung aufrecht erhalten werden."

Theurer sagte: "Wo es kein Infektionsgeschehen gibt, ist auch eine Maskenpflicht nicht mehr verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hingegen hatte eine Aufhebung abgelehnt, auch die MinisterprĂ€sidenten von Bayern und Baden-WĂŒrttemberg sind dagegen.

In CDU-Spitze Forderungen nach EU-einheitlichen Corona-Urlaubsregeln

Angesichts eines sorglosen Verhaltens von Menschen im Urlaub wird in der CDU-Spitze die Forderung nach EU-weiten einheitlichen Regelungen etwa zum Masken-Tragen in Flugzeugen laut. Mehrere Teilnehmer hĂ€tten große Sorgen wegen des Verhaltens vieler Menschen im Urlaub geĂ€ußert, hieß es aus Teilnehmerkreisen der letzten CDU-PrĂ€sidiumsschalte vor der Sommerpause am Montag. Einige Menschen wĂŒrden sich so bewegen, als sei Corona nicht mehr da. Die Situation in Flugzeugen sei derzeit unbefriedigend.

Saudi-Arabien: Pilgerfahrt Hadsch dieses Jahr mit Maskenpflicht

Muslimische Pilger mĂŒssen bei der diesjĂ€hrigen Wallfahrt Hadsch in Saudi-Arabien zur EindĂ€mmung des Coronavirus einen Mundschutz tragen. ZusĂ€tzlich zur Maskenpflicht sollen Ordner zu großes MenschengedrĂ€nge verhindern und dafĂŒr sorgen, dass die GlĂ€ubigen einen Mindestabstand von anderthalb Metern einhalten. Das gelte bei Gebeten und religiösen Ritualen wie auch in Restaurants und Zelten, teilte das Zentrum fĂŒr SeuchenprĂ€vention und -bekĂ€mpfung laut der staatlichen Nachrichtenagentur SPA in der Nacht zum Montag mit.

Muslimische Pilger an der heiligen Kabaa in Mekka (Archivbild): Dieses Jahr werden die Regeln fĂŒr die traditionelle Pilgerfahrt wegen der Corona-Pandemie verschĂ€rft.
Muslimische Pilger an der heiligen Kabaa in Mekka (Archivbild): Dieses Jahr werden die Regeln fĂŒr die traditionelle Pilgerfahrt wegen der Corona-Pandemie verschĂ€rft. (Quelle: ZUMA Press/imago-images-bilder)

An der Pilgerfahrt nahmen 2019 fast 2,5 Millionen Menschen teil, darunter 1,8 Millionen aus dem Ausland. Wegen der Corona-Pandemie hat das Königreich ihre Zahl dieses Jahr drastisch auf wenige Tausend verringert. Teilnehmen dĂŒrfen nur GlĂ€ubige unter 65 Jahren, die sich bereits im Land befinden. Der Hadsch beginnt dieses Jahr voraussichtlich am 28. oder 29. Juli. Der genaue Termin hĂ€ngt vom Erscheinen der Neumondsichel ab.

EU und Curevac vereinbaren Darlehen ĂŒber 75 Millionen Euro

Die EuropĂ€ische Kommission stellt der TĂŒbinger Firma Curevac 75 Millionen Euro zur Entwicklung von Impfstoffen insbesondere gegen das Coronavirus zur VerfĂŒgung. Wie Curevac am Montag mitteilte, haben das Biopharma-Unternehmen und die EuropĂ€ische Investitionsbank ein entsprechendes Darlehen vereinbart. Curevac forscht seit Januar an einem Impfstoff gegen das Virus und hat im Juni die erste klinische Studie an Menschen begonnen.

Den Angaben nach ist die Förderung auch fĂŒr die Fertigstellung einer vierten ProduktionsstĂ€tte des Unternehmens in TĂŒbingen bestimmt. Das Geld wird in drei Tranchen von je 25 Millionen Euro jeweils nach Erreichen vorab festgelegter Etappenziele bereitgestellt.

Bereits im MĂ€rz hatte KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen die finanzielle UnterstĂŒtzung fĂŒr das Unternehmen versprochen, damals aber noch eine Fördersumme von 80 Millionen Euro angekĂŒndigt.

Bundeswehr-Hunde werden auf Erkennen von Corona-Infektion trainiert

Diensthunde der Bundeswehr sollen das ErschnĂŒffeln einer Coronavirus-Infektion erlernen. Die StreitkrĂ€fte und die Stiftung TierĂ€rztliche Hochschule (TiHo) Hannover testen diese Möglichkeit in einem Projekt, an dem zehn Vierbeiner der einzigen Diensthundeschule der Bundeswehr bei Ulmen in der Vulkaneifel teilnehmen. Beteiligt sind SchĂ€ferhunde, Spaniel und Retriever, wie die Dienststelle der StreitkrĂ€fte mitteilte.

SpĂŒrhunde können an der molekularen Zusammensetzung eines Geruchs nicht nur Sprengstoffe oder Drogen wahrnehmen, sondern auch verschiedene Krebserkrankungen und die drohende Unterzuckerung von Diabetikern riechen. Auf dieser Grundlage ist auch die Idee fĂŒr das Corona-Projekt entstanden. "Mit einer Trefferquote von derzeit etwa 80 Prozent sind die Forscher in Ulmen auf dem besten Weg, das Projekt erfolgreich weiterzufĂŒhren", erklĂ€rte die mitten im Wald liegende Diensthundeschule. In wenigen Wochen sollen belastbare Ergebnisse vorliegen.

Bislang schnuppern die Hunde an Speichelproben infizierter Menschen, in denen die Viren chemisch unschĂ€dlich gemacht wurden. Nach einem erfolgreichen Abschluss dieser Versuchsreihe kĂ€me die nĂ€chste HĂŒrde: Klappt das ErschnĂŒffeln auch bei aktiven Coronaviren in menschlichem Speichel? "Das muss dann unter ganz anderen Bedingungen stattfinden, schließlich mĂŒssen wir sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann", betonte TiHo-Doktorandin Paula Jendrny.

Schweiz fĂŒhrt Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Flugzeugen ein

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise gilt in der Schweiz seit Montag landesweit eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Das betrifft auch FlĂŒge der Swiss, wie ein Sprecher im Radio bestĂ€tigte. Bislang hatten Behörden und Verkehrsbetriebe nur das Maskentragen in Stoßzeiten empfohlen. Nach dem Augenschein in Genf ignorierten das in den vergangenen Wochen praktisch alle FahrgĂ€ste.

Am Montag war es anders. "Es sieht erfreulich aus", sagte der Direktor der Verkehrsbetriebe von ZĂŒrich, Guido Schoch, dem Sender SRF am Hauptbahnhof von ZĂŒrich. "Über 95 Prozent der Leute haben eine Maske an." Wichtig fĂŒr Touristen: Mund-und Nasenschutz sind auch in Seilbahnen vorgeschrieben, nicht aber in GeschĂ€ften.

Jedes fĂŒnfte Unternehmen fĂŒrchtet um seine Existenz

Jedes fĂŒnfte deutsche Unternehmen sieht sich durch die Corona-Krise gefĂ€hrdet. Insgesamt sagen 21 Prozent, dass sie die BeeintrĂ€chtigungen durch die Pandemie als "existenzbedrohend bewerten", wie das MĂŒnchner Ifo-Institut am Montag mitteilte. "In den kommenden Monaten könnte sich eine Insolvenzwelle anbahnen", warnt Ifo-Forscher Stefan Sauer vor diesem Hintergrund.

Erst am Wochenende hatte der PrĂ€sident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Eric Schweitzer, gewarnt, dass viele Unternehmen nach wie vor akute LiquiditĂ€tsengpĂ€sse infolge der Krise hĂ€tten. Staatliche ÜberbrĂŒckungshilfen mĂŒssten daher schnell und unbĂŒrokratisch erfolgen.

Infektions-Kennzahl in GĂŒtersloh nĂ€hert sich dem Grenzwert

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis GĂŒtersloh weiter gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 50,5. Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 56,0 und am Freitag bei 76,6. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert fĂŒr das Ende der regionalen KontaktbeschrĂ€nkungen im Kreis gilt der Wert 50.

Australien schließt Grenze zwischen zwei Bundesstaaten

Der australische Bundesstaat Victoria gibt 127 neue Infektionen in den vergangenen 24 Stunden bekannt. Zwar fehlen zunĂ€chst Zahlen aus mehreren anderen Landesteilen, doch ist der Anstieg bislang der grĂ¶ĂŸte in Australien seit dem Beginn der Pandemie auf dem Kontinent. Die Grenze zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Australiens – New South Wales und Victoria – werde ab Dienstag auf unbestimmte Zeit geschlossen, kĂŒndigt Victorias Premierminister Daniel Andrews an. In Melbourne, der Hauptstadt Victorias, gelten in 30 Stadtteilen Ausgangssperren, neun Wohnbauten mit Sozialwohnungen sind unter QuarantĂ€ne gestellt.

Indien ist am drittstÀrksten weltweit von Pandemie betroffen

Indien hat Russland als das Land ĂŒberholt, das nach den USA und Brasilien am schwersten von der Corona-Pandemie betroffen ist. In den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 23.000 bestĂ€tigte Neuinfektionen zu verzeichnen, teilen die indischen Gesundheitsbehörden mit. Seit Beginn der Krise sind fast 20.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Betrug bei Corona-Hilfen: Bundesweit immer mehr VerdachtsfÀlle

Im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen untersuchen Ermittler bundesweit Tausende VerdachtsfĂ€lle. Insgesamt befassen sie sich mit mindestens 5.100 FĂ€llen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug, GeldwĂ€sche, FĂ€lschung beweiserheblicher Daten oder des AusspĂ€hens von Daten, wie Recherchen der Deutschen Presse-Agentur von Anfang Juli ergaben. Ende Mai waren es noch etwa 2.200 FĂ€lle gewesen. Von zahlreichen Behörden hieß es, die Zahlen Ă€nderten sich quasi tĂ€glich.

Nicht aus allen LÀndern sind Zahlen bekannt. Das Landeskriminalamt aus Nordrhein-Westfalen etwa konnte vor Abschluss der Ermittlungen keine konkreten Angaben machen. Ob sich ein Verdachtsfall tatsÀchlich als Straftat entpuppt, zeigen erst die Untersuchungen.

Um wie viel Geld die LĂ€nder in den FĂ€llen betrogen wurden, ist vor Abschluss der Verfahren ebenfalls nicht abschließend zu klĂ€ren. Zahlreiche Behörden konnte hierzu bislang keine Angaben machen. Nach dpa-Recherchen könnte es bundesweit mindestens um knapp 22 Millionen Euro gehen.

Coronavirus-Alarm an Bord von kanadischem MilitÀrflugzeug

Ein kanadisches MilitÀrflugzeug hat einen Flug nach Lettland wegen Coronavirus-Alarms abgebrochen. Es habe die Sorge geherrscht, dass sich Soldaten an Bord der Maschine mit dem Virus infiziert haben könnten, teilte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Ottawa am Sonntag mit.

Nach ihren Angaben drehte das Flugzeug um, nachdem die Armee erfahren hatte, dass an der Trenton-MilitĂ€rbasis in der kanadischen Provinz Ontario jemand positiv auf das Virus getestet worden war. Vom diesem StĂŒtzpunkt war das Flugzeug gestartet. Es sei möglich, dass die insgesamt 70 Passagiere und Crew-Mitglieder mit dem infizierten Patienten in Kontakt gewesen seien, sagte die Sprecherin.

FĂŒr die Soldaten an Bord der Maschine wurde den Angaben zufolge eine 14-tĂ€gige QuarantĂ€ne auf der Basis Trenton angeordnet. Der Vorfall habe keine grĂ¶ĂŸeren Auswirkungen auf die kanadische Beteiligung an der Nato-Mission im Baltikum, betonte die Sprecherin. In Lettland sind rund 540 kanadische Soldaten stationiert.

Kanadische Soldaten in Riga (Symbolbild): Ein Flug des MilitÀrs nach Lettland musste abgebrochen werden.
Kanadische Soldaten in Riga (Symbolbild): Ein Flug des MilitÀrs nach Lettland musste abgebrochen werden. (Quelle: Ints Kalnins/Reuters-bilder)

Brasilien: Mehr als 1,6 Millionen Infizierte und knapp 65.000 TodesfÀlle

Brasilien verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministeriums 26.051 neue bestÀtigte Coronavirus-FÀlle und weitere 602 Todesopfer binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der infizierten Personen steigt nach Angaben des Ministeriums auf mehr als 1,6 Millionen, bislang sind 64.867 Menschen in dem lateinamerikanischen Land an den Folgen der durch das Virus ausgelösten Lungenerkrankung Covid-19 verstorben.

Corona-Ausbruch in Firma im Landkreis Landshut

In Stadt und Landkreis Landshut gibt es mindestens elf neue FĂ€lle von Infektionen mit dem Coronavirus, wie mehrere Lokalmedien berichteten. Alle neuen Infektionen stĂŒnden im Zusammenhang mit den seit Donnerstag bekannten FĂ€llen in einem metallverarbeitenden Betrieb mit etwa 100 BeschĂ€ftigten, berichtete die "Passauer Neue Presse". Schwierig mache die Situation, dass die Betroffenen aus Gemeinden im gesamten Landkreis kommen wĂŒrden, zitierte die Zeitung Landrat Peter Dreier.

Die Firma hat ihren Sitz in der bayerischen Mark Ergolding. FĂŒr die Betroffenen und ihre Angehörigen ist QuarantĂ€ne angeordnet worden. Die restlichen Testergebnisse wĂŒrden am Montag, 6. Juli, erwartet. Ab Dienstag sollen alle Schlachthof-Mitarbeiter im Landkreis getestet werden. Bis zum Mittwoch wurden in der Region Landshut zwei Wochen lang keine InfektionsfĂ€lle gemeldet.

SchÀuble: Europa muss Lehren aus Corona-Pandemie ziehen

Europa sollte nach Ansicht von BundestagsprĂ€sident Wolfgang SchĂ€uble Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen und seine globalen AbhĂ€ngigkeiten reduzieren. "Wir haben jetzt die Gelegenheit, unser gesamtes Wirtschaftsmodell kritisch zu ĂŒberprĂŒfen und die Exzesse der Globalisierung da zu korrigieren, wo sie zu den dramatischen Auswirkungen der Pandemie beigetragen haben", schreibt der CDU-Politiker in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". SchĂ€uble wies etwa auf den Mangel selbst an simplen MedizingĂŒtern wie Mund-Nasen-Schutzmasken hin.

Die EuropĂ€ische Union mĂŒsse besser vorsorgen, um in Krisen widerstandsfĂ€higer und souverĂ€ner zu sein, warnte der BundestagsprĂ€sident. Dazu mĂŒsse sie "mit grĂ¶ĂŸerer strategischer Autonomie ausgestattet werden, etwa durch den Aufbau alternativer Lieferketten mit mehreren kostengĂŒnstigen Produktionsstandorten zur Diversifizierung des geografischen Risikos". Außerdem gelte es, die SouverĂ€nitĂ€t Europas gerade im Gesundheitssektor auszubauen.

Netanjahu spricht von Notstandslage in Israel

Angesichts eines starken Anstiegs der Corona-Neuinfektionen in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu von einer Notstandslage gesprochen. "Wir befinden uns mitten in einer neuen Corona-Attacke. Es ist ein sehr starker Ausbruch, auf der ganzen Welt und bei uns", sagte der 70-JĂ€hrige am Sonntag wĂ€hrend einer Kabinettssitzung. An diesem Montag wollte die Regierung sich erneut treffen, um ĂŒber mögliche weitere BeschrĂ€nkungen zu beraten.

"Wenn wir die Ausbreitung des Coronavirus nicht stoppen, werden wir weder Gesundheit noch Wirtschaft haben und es wird vielen BĂŒrgern des Staates Israel ihr Leben kosten", warnte Netanjahu.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hatte zuletzt einen Höchstwert erreicht. Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden erstmals die Marke von 1.000 ĂŒberschritten – noch Mitte Mai war sie zwischenzeitlich auf unter zehn gesunken. Die Regierung hatte deshalb in dieser Woche neue EinschrĂ€nkungen verkĂŒndet. Versammlungen sollen wieder beschrĂ€nkt werden. In GebetshĂ€usern, Festhallen, Bars und Clubs dĂŒrfen nur noch bis zu 50 Menschen zusammenkommen. Vorher waren es bis zu 250 gewesen. An anderen geschlossenen Orten dĂŒrfen sich nur noch bis zu 20 Menschen versammeln.

Coronavirus auch in Fleischfabriken in Österreich

Auch in Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-FĂ€lle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestĂ€tigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich am Sonntag der Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die "Kronen Zeitung" darĂŒber berichtet.

Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis sĂŒdlich der deutschen Grenze bei Bad FĂŒssing gab es sieben FĂ€lle. Im Bezirk Braunau gegenĂŒber dem deutschen Simbach am Inn waren es zwei, und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer sĂŒdöstlich von Ried drei FĂ€lle. Tests bei anderen Mitarbeitern waren am Sonntag im Gange.

Großbritannien sichert sich offenbar Corona-Impfstoffkandidaten

Großbritannien steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor dem Abschluss eines Vertrags mit den Pharmakonzernen Sanofi und GlaxoSmithKline fĂŒr 60 Millionen Dosen ihres potentiellen Covid-19-Impfstoffs. Die Vereinbarung hĂ€tte ein Volumen von 500 Millionen Pfund, berichtet die "Sunday Times". Klinische Tests mit dem Impfstoff-Kandidaten sollen im September beginnen. Wie weit die Entwicklung der möglichen Corona-Impfstoffe ist, lesen Sie hier.

Mecklenburg-Vorpommern: FĂ€llt die Maskenpflicht im Handel?

Mecklenburg-Vorpommern will angesichts niedriger Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht im Handel abschaffen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Weltweite Zahl der Neuinfektionen auf Rekordhoch

Die Zahl der globalen Neuinfektionen steigt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO auf ein Rekordhoch. Mehr dazu lesen Sie hier.

Corona-Infizierte: WHO stoppt Tests mit HIV-Mittel

Corona-Patienten werden im Rahmen einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordinierten Studie ab sofort nicht mehr mit Lopinavir/Ritonavir behandelt, das gegen HIV entwickelt worden war. Ausschlaggebend seien keine Sicherheitsbedenken, betonte eine WHO-Sprecherin am Samstag in Genf. Vielmehr habe sich gezeigt, dass die Mittel bei den Patienten praktisch keinen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit hatten. Dasselbe gelte fĂŒr das Malariamittel Hydroxychloroquin. Das Ende der Tests damit hatte die WHO schon am 17. Juni angekĂŒndigt. Hydroxychloroquin war in den Schlagzeilen, weil US-PrĂ€sident Donald Trump es mehrfach angepriesen hatte.

Es gehe nur um die Tests bei schwer kranken Patienten, die wegen der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, betonte die WHO. Andere mögliche Tests solcher Mittel etwa zur Verbeugung gegen eine Erkrankung seien nicht betroffen.

In der SolidaritĂ€tsstudie werden Testergebnisse bei rund 5.500 Patienten in 39 LĂ€ndern verglichen. Getestet wird, ob bereits vorhandene Mittel den Verlauf der Covid-19-Erkrankung positiv beeinflussen können. Tests mit weiteren Mitteln gehen weiter, etwa mit dem ursprĂŒnglich gegen die Viruserkrankung Ebola entwickelten Mittel Remdesivir und dem EntzĂŒndungshemmer Dexamethason. Remdesivir hatte in einer anderen Studie den schweren Krankheitsverlauf abgemildert und die Krankheitsphase verkĂŒrzt. Es wurde gerade als erstes Medikament gegen Covid-19 in der EU zugelassen.

Steigende Corona-FĂ€lle: Spanische Großstadt verhĂ€ngt QuarantĂ€ne

Erstmals seit der Lockerung der Corona-Maßnahmen in Spanien ist wieder eine Großstadt wegen steigender Infektionszahlen unter QuarantĂ€ne gestellt worden. Das teilte der katalanische RegionalprĂ€sident Quim Torra am Samstag mit. In der katalanischen Region SegriĂ  mit der Großstadt Lleida seien insgesamt 200.000 Menschen betroffen, berichtete die Zeitung "La Vanguardia". Die Polizei errichtet Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren am Freitag 4.030 InfektionsfĂ€lle in der Region insgesamt registriert. In KrankenhĂ€usern der Stadt wĂŒrden 28 an Covid-19 erkrankte Menschen behandelt, davon sechs auf Intensivstationen. Die meisten Infektionen stĂŒnden mit Agrarbetrieben, Seniorenheimen und einem Wohnviertel in Zusammenhang, berichtete die Zeitung "Las Provincias". Spanien ist mit mehr als 28.300 Corona-Toten und 250.000 Infizierten eines der in Europa am schwersten von der Pandemie getroffenen LĂ€nder. Landesweit sind die Zahlen jedoch seit Mitte Mai stark gesunken.

Weniger Neuinfektionen in GĂŒtersloh – doch weiter ĂŒber Grenzwert

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis GĂŒtersloh wieder gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 66,5. Am Vortag lag dieser Wert bei 76,6, am Donnerstag bei 76,5 und am Dienstag bei 86,0. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert fĂŒr das Ende des regionalen Lockdowns im Kreis gilt der Wert 50.

Nach der Ausbreitung des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-WiedenbrĂŒck hatte es den ersten regionalen Lockdown in den Kreisen GĂŒtersloh und Warendorf gegeben. Die EinschrĂ€nkungen im Kreis GĂŒtersloh gelten noch bis zum 7. Juli. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage bereits unter den Grenzwert von 50 gefallen.

Fast 23.000 neue Corona-FĂ€lle an einem Tag in Indien registriert

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Indien hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht, wurden binnen 24 Stunden bis Samstagmorgen 22.771 neue FÀlle registriert. Im gleichen Zeitraum starben 442 Menschen mit oder an dem Erreger SARS-CoV-2.

Indien ist auf Platz vier der am stĂ€rksten von Corona betroffenen LĂ€nder der Welt - nach Russland, Brasilien und den USA. In dem sĂŒdasiatischen Land mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern ist der Erreger SARS-CoV-2 bislang bei rund 648 000 Menschen nachgewiesen worden. Mehr als 18.000 starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Ende MĂ€rz hatte das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt wegen der Pandemie einen strengen Lockdown angeordnet, der seit Mitte Mai jedoch wieder gelockert wurde. Durch die Corona-Auflagen wurden Millionen Menschen arbeitslos, und viele haben Angst, zu verhungern. Inzwischen sind BĂŒros, religiöse StĂ€tten, Restaurants und Shoppingzentren wieder offen. Seit Anfang Juni stieg die Zahl der Neuinfektionen landesweit um rund 450.000 FĂ€lle.

Freundin von Trumps Sohn mit Coronavirus infiziert

Die Freundin des Àltesten Sohnes von US-PrÀsident Donald Trump ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Japan: Höchster Tagesanstieg an Corona-FÀllen seit zwei Monaten

In Japan wĂ€chst die Angst vor einer neuen Infektionswelle. Das Land hat mit 209 FĂ€llen am Freitag den höchsten Tagesanstieg an Corona-Neuinfektionen seit zwei Monaten erlebt, wie die Behörden meldeten. Darunter fallen auch 124 FĂ€lle allein in Tokio, ebenfalls der höchste Anstieg an Neuinfektionen binnen 24 Stunden fĂŒr die Hauptstadt seit Anfang Mai.

Tokio mĂŒsse sich auf eine mögliche zweite Corona-Welle einstellen, sagte Gouverneurin Yuriko Koike. Sie appellierte an die Menschen, das Nachtleben zu meiden. Die 20- bis 30-JĂ€hrigen machten etwa 70 Prozent bei den Neuinfektionen am Freitag aus, sagte sie. Der AufwĂ€rtstrend kommt zwei Tage vor der Gouverneurswahl in Tokio, bei der die amtierende Gouverneurin eine Wiederwahl anstrebt.

Der jĂŒngste Anstieg rechtfertige keinen erneuten Ausnahmezustand, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga bei einer Pressekonferenz. Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes Mitte Mai wieder gestiegen. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gab es in Japan nach offiziellen Angaben bisher nahezu 20.000 bestĂ€tigte InfektionsfĂ€lle, rund 990 Menschen starben.

Hamburger Virologe erwartet keinen "Superimpfstoff" gegen Corona

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit erwartet kein schnelles Ende der Corona-Pandemie durch einen Impfstoff. Man mĂŒsse sich von der Vorstellung verabschieden, "dass wir nĂ€chstes Jahr einen Superimpfstoff haben, der allen in kĂŒrzester Zeit gegeben werden kann und ein Leben lang schĂŒtzt", sagte Schmidt-Chanasit der "FrĂŒhstart"-Redaktion von RTL/ntv. "Diesen Impfstoff wird es nicht geben und schon gar nicht nĂ€chstes Jahr."

Wahrscheinlicher sei es, dass es mehrere Impfstoffe geben werde, die "mehr oder weniger gut" funktionierten. Diese wĂŒrden zwar dabei helfen, unser Leben besser zu machen, aber nicht das Virus aus unserem Alltag verbannen. "Wir mĂŒssen lernen, mit dem Virus zu leben", sagte der Virologe, der am Bernhard-Nocht-Institut fĂŒr Tropenmedizin in Hamburg forscht.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird zurzeit eine Reihe von Impfstoffen am Menschen getestet. Viele dieser Kandidaten werden sich nicht durchsetzen, schĂ€tzt Schmidt-Chanasit mit Blick auf die geringe Prozentzahl der Impfstoffe in Testverfahren, die im Schnitt Marktreife erlangen. Unter Idealbedingungen könne es frĂŒhestens im nĂ€chsten Jahr einen Impfstoff geben.

14 positive Corona-FÀlle in Braunschweiger Aufnahmebehörde

In der Landesaufnahmebehörde (LAB) in Braunschweig sind 14 Neuankömmlinge positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie gehörten zu einer Gruppe von 45 SpÀtaussiedlern aus Kasachstan, sagte eine LAB-Sprecherin am Freitag. "Wir haben uns entschlossen, alle 45 Personen in Separierung zu nehmen", hatte Hintze zuvor dem Sender "Radio38" gesagt.

Es sei nicht ausgeschlossen, dass es nach dem Flug und der anschließenden Busreise weitere FĂ€lle geben könnte. Hintze zufolge war die Gruppe vor zwei Tagen in Frankfurt/Main gelandet und am Donnerstag mit dem Bus nach Braunschweig gebracht worden. In der Aufnahmestelle im Stadtteil Kralenriede seien sie getrennt von den Asylsuchenden dort untergebracht. "Wir stehen im Austausch mit dem Gesundheitsamt Braunschweig, inwiefern fĂŒr die komplette Gruppe eine QuarantĂ€ne angeordnet wird und wann eine zweite Testung der bisher negativ Getesteten erfolgt", sagte Hintze.

Spahn: 300 bisher ĂŒber Corona-Warn-App gemeldete Infektionen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bislang rund 300 Covid-19-Infektionen ĂŒber die deutsche Corona-Warn-App gemeldet wurden. Das sagte der CDU-Politiker in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Spahn bezieht sich dabei auf "die Zahl der VerschlĂŒsselungscodes", die von der zugehörigen Telefonhotline ausgegeben wurden. "Mehr wissen wir aus DatenschutzgrĂŒnden nicht", sagte Spahn.

Die App wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag inzwischen 14,6 Millionen Mal auf Smartphones geladen. Das sei hĂ€ufiger als Ă€hnliche Apps in allen anderen EU-LĂ€ndern zusammen, sagte Spahn. Allerdings warnte der Minister davor, die neue Anwendung zu ĂŒberschĂ€tzen. "Die App ist ein Werkzeug von vielen, um neue AusbrĂŒche einzudĂ€mmen. Sie ist kein Allheilmittel. Wir mĂŒssen trotzdem weiter aufeinander achtgeben, Abstand halten, Alltagsmaske tragen, Hygieneregeln einhalten."

Die App kann inzwischen nicht nur von Menschen in Deutschland installiert werden, sondern ist auch in den Stores von Google und Apple in allen 27 Mitgliedsstaaten der EuropĂ€ischen Union sowie in Großbritannien und Norwegen erhĂ€ltlich. Dieses Angebot richtet sich an Touristen und GeschĂ€ftsreisende, die Deutschland besuchen, aber auch an AuslĂ€nder, die stĂ€ndig oder befristet in Deutschland leben.

Erste europĂ€ische Zulassung fĂŒr ein Corona-Medikament

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen als erstes Mittel zur Therapie von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt. "Die heutige Zulassung eines ersten Medikaments zur Behandlung von Covid-19 ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen das Virus", erklÀrte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Zulassung sei im Schnellverfahren weniger als einen Monat nach dem Antrag ergangen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ministerin Karliczek will Suche nach Corona-Impfstoff beschleunigen

Die Bundesregierung will die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes beschleunigen. Bei der laufenden Ausschreibung von 750 Millionen Euro Fördergeld soll auch Wert auf verschiedene ForschungsansĂ€tze gelegt werden, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe in Deutschland Forscher, die schon sehr weit seien, sagte sie in Anspielung etwa auf die Firmen Curevac und Biontech sowie das Deutsche Zentrum fĂŒr Infektionsforschung.

"Denen wollen wir helfen, in der Entwicklung schneller zu werden, ihnen beim Aufbau großer klinischer Studien zu helfen und auch die ProduktionskapazitĂ€ten aufzubauen", erlĂ€uterte die Ministerin. Beide Punkte gelten als entscheidend bei der Entwicklung eines Impfstoffes, nach dem angesichts der Verbreitung des Corona-Virus in der Welt fieberhaft geforscht wird. Biontech hatte am Mittwoch eine klinische Wirksamkeitsstudie mit bis zu 30.000 Teilnehmern angekĂŒndigt.

Großbritannien lockert Einreisevorschriften fĂŒr Deutsche und andere EU-BĂŒrger

Deutsche mĂŒssen sich bei einer Reise nach England kĂŒnftig dort nicht mehr in eine 14-tĂ€gige QuarantĂ€ne begeben. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps gab in der Nacht zum Freitag eine entsprechende Lockerung der wegen der Corona-Pandemie verhĂ€ngten EinreisebeschrĂ€nkungen bekannt. Der Wegfall der QuarantĂ€ne-Pflicht gilt ab dem 10. Juli. Auch Einreisende aus Frankreich, Italien und Spanien mĂŒssen sich dann nicht mehr in Isolation begeben. In anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wird allerdings weiterhin die QuarantĂ€ne-Vorschrift gelten. Wer aus Deutschland also nach Schottland, Wales oder Nordirland reist, muss sich dort weiterhin fĂŒr zwei Wochen in Isolation begeben.

Wegen der QuarantĂ€ne-Pflicht warnt das AuswĂ€rtige Amt in Berlin bislang vor Reisen nach ganz Großbritannien. Die britische Regierung Ă€ußerte jedoch die Erwartung, dass die jetzige teilweise Aufhebung der Vorschrift zu entsprechenden Lockerungen bei den davon profitierenden Staaten fĂŒhren werde.

"Heute markiert den nĂ€chsten Schritt in der vorsichtigen Wiederöffnung unserer großartigen Nation," erklĂ€rte Shapps. Den Wegfall der QuarantĂ€ne-Pflicht nannte er eine "gute Nachricht" fĂŒr BĂŒrger und Unternehmen seines Landes. Die allgemeine QuarantĂ€ne-Pflicht fĂŒr Einreisende hatte die britische Regierung zum 8. Juni verhĂ€ngt. Sie galt auch fĂŒr britische StaatsbĂŒrger, die aus dem Ausland zurĂŒckkehren.

Kreis GĂŒtersloh: Infektions-Kennziffer steigt leicht an

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis GĂŒtersloh wieder leicht gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 76,6. Am Vortag lag dieser Wert bei 76,4, am Mittwoch bei 78,0 und am Dienstag bei 86,0. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2.

Nach der Ausbreitung des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-WiedenbrĂŒck hatte es den ersten regionalen Lockdown in den Kreisen GĂŒtersloh und Warendorf gegeben. Die EinschrĂ€nkungen im Kreis GĂŒtersloh gelten noch bis zum 7. Juli. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage bereits am vergangenen Freitag unter den Grenzwert von 50 gefallen.

Australien: Sex-Skandal in QuarantÀne-Hotel

Australiens Metropole Melbourne kĂ€mpft mit einem erneuten Coronavirus-Ausbruch. Nun kommt heraus: FĂŒr das erneute Aufflammen des Virus in einigen Teilen der Stadt im Bundesstaat Victoria sollen mehrere VerstĂ¶ĂŸe gegen die Kontakt- und Hygieneauflagen in zwei QuarantĂ€ne-Hotels gesorgt haben. Das berichtet unter anderem die australische Zeitung "The Herald Sun".

Demnach soll unter anderem das Wachpersonal in einem Hotel Sex mit GĂ€sten gehabt haben, die sich in Isolation befanden. Der Premier des Bundesstaates, Daniel Andrews, kĂŒndigte am Donnerstag (Ortszeit) an, die ZusammenhĂ€nge untersuchen zu lassen. "Es ist klar, dass das, was hier passiert ist, völlig inakzeptabel ist und wir genau untersuchen mĂŒssen, was genau vorgefallen ist", sagte Andrews der Presse.

Die australischen Behörden haben im Rahmen ihrer strengen Grenzkontrollen eine Reihe von Hotels im ganzen Land bereitgestellt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudĂ€mmen. Jeder, der nach Australien einreist, muss dort zunĂ€chst eine 14-tĂ€gige QuarantĂ€ne durchfĂŒhren. Insgesamt wurden in Australien seit Ausbruch der Pandemie mehr als 8.000 Infektionen verzeichnet. Im Bundesstaat Victoria wurden 2.303 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. In den letzten Tagen stieg die Zahl der Infizierten in dem Staat besonders stark an. Wegen des Anstiegs der Zahlen wurde in 36 Vororten von Melbourne ein Lockdown verhĂ€ngt.

Arthritis-Mittel von Sanofi fÀllt bei Covid-19-Studie durch

Das Arthritis-Medikament Kevzara von Sanofi und Regeneron ist bei Tests in den USA zur Behandlung von Covid-19-Patienten durchgefallen. Die Hauptziele der Studie seien nicht erreicht worden, teilen beide Pharmakonzerne mit. Eine separate Studie außerhalb der USA laufe noch. Auch der Schweizer Pharmakonzern Roche testet seine Arthritis-Arznei Actemra zur Behandlung von schweren LungenentzĂŒndungen bei Coronavirus-Patienten.

WHO: Tests an Menschen mit 17 Impfstoff-Kandidaten

Im weltweiten Kampf gegen das Coronavirus werden inzwischen 17 Impfstoffkandidaten an Menschen getestet. Am weitesten fortgeschritten ist ein Impfstoff, den die UniversitĂ€t Oxford entwickelt hat, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag nach einer zweitĂ€gigen Corona-Forschungskonferenz berichtete. Selbst, wenn diese Kandidaten nicht erfolgreich sind, ist die WHO optimistisch: "Wir haben eine breite Pipeline mit vier verschiedenen Impfstofftypen", sagte Ana Maria Henao Restrepo, bei der WHO fĂŒr Forschung und Entwicklung zustĂ€ndig. Es werde an mehr als 150 Wirkstoffen geforscht.

Der Impfstoff AZD1222 aus Oxford gehe als erster in die Phase III einer klinischen Studie. Damit sind große Tests an vielen Menschen zu Wirksamkeit und Sicherheit gemeint. FĂŒnf weitere Kandidaten seien in Phase II. Dabei wird eine kleinere Zahl von Patienten behandelt, bei denen aufgrund ihrer Gesundheit eine Wirkung angenommen wird. In Phase I werden Wirkstoffe in der Regel an gesunden Menschen getestet, um die VertrĂ€glichkeit zu prĂŒfen.

Auch in Deutschland laufen erste klinische Studien zu Impfstoffen, unter anderem beim Mainzer Unternehmen Biontech und beim TĂŒbinger Unternehmen CureVac. Ob ein Impfstoff bereits Ende des Jahres vorliegt, könne nicht vorhergesagt werden. Diese Hoffnung hatte die Chefwissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan, im Juni geĂ€ußert. Normalerweise dauert die Entwicklung eines Impfstoffs 10 bis 15 Jahre. Die weltweite Verbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 hat aber unzĂ€hlige Forscher, Pharmafirmen und Regulierungsbehörden zu beispiellosen Anstrengungen gebracht, um die Entwicklung zu beschleunigen.

Auch Kinder von Schlachthof-Arbeitern positiv auf Corona getestet

Im Fall des geschlossenen Putenschlachthofes in Wildeshausen bei Oldenburg ist auch bei Kindern von Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen worden. Wie der Landkreis Oldenburg am Donnerstagabend mitteilte, wurden 43 Kinder von positiv getesteten Schlachthofarbeitern untersucht. Bei fĂŒnf von ihnen habe es positive Ergebnisse auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 gegeben. Eine Probe habe im Labor nicht ausgewertet werden können. Dieses Kind solle am Freitag erneut abgestrichen werden.

Am vergangenen Freitag wurde der zur Wiesenhof-Gruppe gehörende Schlacht- und Zerlegebetrieb Geestland PutenspezialitĂ€ten in Niedersachsen komplett heruntergefahren, nachdem fĂŒr die rund 1.100 Mitarbeiter und deren direkte Kontaktpersonen vom Landkreis Oldenburg QuarantĂ€ne angeordnet wurde. Bei 1.183 Testergebnissen waren 46 positive FĂ€lle einer Coronavirus-Infektion festgestellt worden.

Fast 62.000 Tote durch Covid-19 in Brasilien

In Brasilien sind fast 62.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Die Zahl stieg binnen eines Tages um 1.252 auf 61.884, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Die Zahl der InfektionsfÀlle legte um 48.105 auf 1,496 Millionen zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und TodesfÀlle auf.

Texas verhÀngt wegen Corona-Pandemie Maskenpflicht

Angesichts steigender Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus fĂŒhrt der US-Bundesstaat Texas eine Mundschutzpflicht ein. Der als enger VerbĂŒndeter von US-PrĂ€sident Donald Trump geltende republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, ordnete am Donnerstag eine Maskenpflicht fĂŒr alle Bezirke an, in denen mindestens 20 Corona-Infektionen nachgewiesen wurden. In den sĂŒdlichen US-Bundesstaaten steigt die Zahl der Corona-Infektionen derzeit dramatisch an. Florida meldete einen neuen Tagesrekord mit mehr als 10.000 Neuinfektionen. Abbott ordnete zudem ein Verbot von Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern an. Zudem gelten ab sofort Abstandsregeln.

Florida verzeichnet Rekord bei Neuinfektionen

In Florida meldeten die Behörden am Donnerstag einen neuen Rekord bei den Neuinfektionen. Erstmals wurden demnach binnen eines Tages mehr als 10.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt. Lesen Sie hier mehr.

Schweiz setzt 29 LĂ€nder auf Corona-Index

Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, setzt die Schweiz 29 LĂ€nder auf den Corona-Index. Wer aus diesen Staaten ab dem 6. Juli in die Schweiz einreisen wolle, mĂŒsse sich in QuarantĂ€ne begeben, teilte die Regierung mit. Zu den betroffenen LĂ€ndern zĂ€hlen die USA, Schweden, Brasilien und Russland. Diese Staaten stellten ein hohes Infektionsrisiko dar. Besucher, die in den 29 LĂ€ndern in den vergangenen zwei Wochen Zeit verbracht hĂ€tten, mĂŒssten die Schweizer Behörden sofort bei ihrer Ankunft informieren und sich dann fĂŒr zehn Tage in Selbstisolation begeben.

Sieben Menschen offenbar nach Familienfeier in Kiel infiziert

Eine Familienfeier in Kiel hat Konsequenzen: Dort haben sich sieben Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Dies sei am vergangenen Wochenende geschehen, sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" berichtet.

Die Feier habe im Freien stattgefunden und sei im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubt gewesen. Drei der Infizierten arbeiten offenbar in Altenhilfe-Einrichtungen. Die Stadt Kiel schrieb am Donnerstag auf Twitter: "Sieben Neu-Infizierte mĂŒssen wir heute vermelden, damit steigt die Zahl der #Corona-Infizierten auf 13 Personen in #Kiel. Die Zahl der Menschen in QuarantĂ€ne steigt auf 160." Mehr dazu lesen Sie hier.

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Jeder zweite Deutsche hat Sorge vor zweiter Corona-Infektionswelle

Die Furcht vor einer zweiten Corona-Infektionswelle ist in der Bevölkerung nach wie vor verbreitet. Die HĂ€lfte der befragten Deutschen sorgt sich laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" davor, dass die Zahl der Infektionen in den kommenden Wochen wieder deutlich ansteigt. Bei 13 Prozent der Menschen ist diese Sorge demnach sehr groß, bei 37 Prozent groß.

Auf der anderen Seite sind viele Menschen deutlich gelassener. Bei 32 Prozent der Befragten ist die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle laut der Umfrage weniger groß, bei 17 Prozent sogar klein.

Das Alltagsverhalten der Menschen verÀnderte die Corona-Pandemie in jedem Fall. So geben neun von zehn Deutschen (89 Prozent) an, sich hÀufiger die HÀnde zu waschen. Etwa ebenso viele Befragte (88 Prozent) halten nach eigenen Angaben deutlich Abstand zu anderen. Knapp drei Viertel der Deutschen (72 Prozent) sagen, sie treffen nur eingeschrÀnkt Freunde und Verwandte.

Mehr als die HÀlfte der Befragten (57 Prozent) fÀhrt nach eigener Aussage dieses Jahr nicht in den Sommerurlaub. Immerhin 39 Prozent wollen darauf trotz Corona-Pandemie nicht verzichten.

Bericht: Hunderttausende mangelhafte Schutzmasken an Ärzte geliefert

An niedergelassene Ärzte wurden nach Informationen des "Bayerischen Rundfunks" (BR) hunderttausende mangelhafte Schutzmasken geliefert. Mindestens 800.000 der im FrĂŒhjahr verteilten Masken wiesen MĂ€ngel auf oder entsprachen nicht den Anforderungen, berichtete der Radiosender am Donnerstag. Die Journalisten hatten Anfragen an alle KassenĂ€rztlichen Vereinigungen in Deutschland gestellt.

Etliche der Masken seien vom Bundesgesundheitsministerium geliefert worden. Nach Aussage der KassenĂ€rztlichen Vereinigung Bayerns war die QualitĂ€t der vom Bund gelieferten Waren "teilweise sehr schwankend." Die gemeinsame mit der Rechercheplattform OCCRP und internationalen Partnermedien zeigten außerdem, dass europaweit Behörden Millionen von unsicheren Masken kauften. In vielen FĂ€llen steckte offenbar Betrug mit Zertifikaten dahinter.

Kleine Tochter kapert Live-Interview im Fernsehen

Eigentlich wollte das britische Fernsehen eine Gesundheitsexpertin interviewen. Warum es dann plötzlich um Einhörner statt um den Coronavirus ging, sehen Sie hier im Video.

TĂŒrkei kommt Deutschland fĂŒr Aufhebung von Reisewarnung entgegen

Außenminister Heiko Maas sieht Fortschritte in den GesprĂ€chen mit der TĂŒrkei. Eine Zusage fĂŒr eine Aufhebung der bestehenden Reisewarnung gebe es aber noch nicht. Man suche eine Abstimmung im EU-Rahmen, sagte Maas nach einem Treffen mit dem tĂŒrkischen Außenminister MevlĂŒt Cavusoglu am Donnerstag in Berlin.

Der tĂŒrkische Außenminister hatte am Donnerstag bei einem Besuch in Berlin zugesagt, dass Corona-infizierte Touristen nicht mit dem umstrittenen Medikament Hydroxychloroquin zwangsbehandelt werden sollen. Das lobte Maas.

Die tĂŒrkische Regierung will die EU-Staaten davon ĂŒberzeugen, die TĂŒrkei auf die Liste der sicheren Drittstaaten zu setzen, um den Tourismus wieder in Gang zu bringen. Deshalb fĂŒhrten auch der tĂŒrkische Tourismusminister und die stellvertretende Gesundheitsministerin GesprĂ€che in Berlin.

Österreich streicht Reisewarnung fĂŒr den Kreis Warendorf

Österreich hat die Reisewarnung fĂŒr den Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen zurĂŒckgenommen. Die am Donnerstag aktualisierten Hinweise des österreichischen Außenministeriums verweisen nur noch fĂŒr den Kreis GĂŒtersloh auf "eine partielle Reisewarnung (Sicherheitsstufe 5)" aufgrund erhöhter Infektionszahlen nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies. Eine generelle Reisewarnung fĂŒr ganz Nordrhein-Westfalen hatte die österreichische Regierung bereits zu Beginn der Woche aufgehoben.

Israel: Neue BeschrÀnkungen wegen Rekord bei Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am spÀten Mittwochabend mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 868 neue FÀlle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert stammt mit 819 vom 3. April.

In der Nacht zum Donnerstag wurden daher neue BeschrĂ€nkungen verkĂŒndet. Verschiedene Viertel in Lod bei Tel Aviv sowie in der Hafenstadt Aschdod sollten fĂŒr mindestens eine Woche abgeriegelt werden. Auch in den PalĂ€stinensergebieten soll von Freitag an ein fĂŒnftĂ€giger Lockdown in Kraft treten. In Israel und den PalĂ€stinensergebieten war die Pandemie zunĂ€chst glimpflich verlaufen. Nach Lockerungen sind die Zahlen der Infizierten jedoch seit gut einem Monat stark angestiegen.

Covid-19 in Afrika: Katastrophen-Szenario bleibt bislang aus

Im FrĂŒhjahr war die Sorge groß, Afrika könnte schon bald ein Hotspot der Corona-Pandemie werden. Doch bisher bleibt das Katastrophenszenario aus. Warum das so ist, erklĂ€rt t-online.de-Reporter David Ruch hier.

USA melden mehr als 50.000 neue FĂ€lle in 24 Stunden

Die Corona-Zahlen in den USA erreichen einen neuen Rekord. US-PrĂ€sident Donald Trump meint dennoch, das Virus wird "gewissermaßen einfach verschwinden". t-online.de-Korrespondent Fabian Reinbold berichtet aus Washington.

Neuseelands Gesundheitsminister tritt zurĂŒck

Neuseelands Gesundheitsminister David Clark tritt zurĂŒck. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass die Regierung ohne ihn besser auf die Coronavirus-Pandemie reagieren könne, sagt er bei einer Pressekonferenz im Parlament. MinisterprĂ€sidentin Jacinda Ardern habe seinen RĂŒcktritt angenommen.

Zuvor wurde Clark wegen seines Umgangs mit der Corona-Krise vielfach scharf kritisiert. Laut dem neuseelĂ€ndischen Portal "RNZ" wird er durch Bildungsminister Chris Hipkins ersetzt. Zudem soll Ardern den RĂŒcktritt so kommentiert haben: "Was dem Minister klar geworden ist und eine EinschĂ€tzung, der ich zustimme, ist, dass seine Rolle leider weiterhin eine Ablenkung war und, dass wir das einfach nicht hĂ€tten fortsetzen können."

Umfrage: Mehrheit fĂŒr kostenlose Corona-Tests fĂŒr alle

Eine deutliche Mehrheit der BundesbĂŒrger befĂŒrwortet kostenlose Corona-Tests fĂŒr alle. In einer reprĂ€sentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag) sprachen sich 60 Prozent dafĂŒr aus, dass jeder BĂŒrger unabhĂ€ngig von Symptomen und Risiko einen vom Staat bezahlten Corona-Test in Anspruch nehmen können sollte. 31 Prozent lehnten das ab.

Pfizer und Biontech: Erster Testerfolg fĂŒr Impfstoffkandidaten

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben erste Ergebnisse ihrer Tests in den USA fĂŒr einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus als "ermutigend" bezeichnet. Bei allen 24 Probanden, denen bei jeweils zwei Injektionen der Wirkstoffkandidat verabreicht worden war, seien nach vier Wochen Antikörper gegen Sars-CoV-2 festgestellt worden, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Schwerwiegende Nebenwirkungen seien bei dem Wirkstoff nicht festgestellt worden. Biontech-MitbegrĂŒnder und -chef Ugur Sahin nannte die vorlĂ€ufigen Daten sehr ermutigend. Sie zeigten, dass der Impfstoffkandidat "eine Immunantwort mit neutralisierenden Antikörpern im Menschen induzieren kann".

Außer in den USA testet Biontech auch potenzielle Impfstoffe in Deutschland. Es hatte hierzulande als erstes Unternehmen die Genehmigung des Paul-Ehrlich-Instituts bekommen.

Bayern: KontaktbeschrÀnkungen werden erneut verlÀngert

Die derzeit geltenden KontaktbeschrĂ€nkungen in Bayern werden bis zum 19. Juli verlĂ€ngert. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Zuerst hatte der Radiosender "Antenne Bayern" darĂŒber berichtet. Eigentlich sollten die KontaktbeschrĂ€nkungen am 5. Juli auslaufen. Derzeit dĂŒrfen sich im öffentlichen Raum maximal zehn Personen aus verschiedenen Haushalten treffen. Im privaten Umfeld gibt es keine BeschrĂ€nkung. Welche Corona-Schutzmaßnahmen in anderen BundeslĂ€ndern gelten, können Sie hier nachlesen.

Bundesagentur: Keine "Generation Corona" hinterlassen

Die Bundesagentur fĂŒr Arbeit will bei der Vermittlung von Lehrstellen in diesem Sommer einen "Corona-Jahrgang" verhindern. Derzeit seien bei den Arbeitsagenturen ungefĂ€hr 450.000 AusbildungsplĂ€tze gemeldet, dem stĂŒnden 400.000 Bewerber gegenĂŒber. Beide Zahlen bedeuteten ein Minus von acht bis neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Wir hinken in der Besetzung der Ausbildungsstellen um sechs bis acht Wochen den anderen Jahren hinterher", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele, sagte am Mittwoch in NĂŒrnberg.

Jugendarbeitslosigkeit: EU-Kommission will gegensteuern

In der Corona-Krise will die EU-Kommission 22 Milliarden Euro gegen einen befĂŒrchteten Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit mobilisieren. Dazu prĂ€sentierte die BrĂŒsseler Behörde am Mittwoch VorschlĂ€ge an die EU-Staaten. Die Jugendarbeitslosigkeit in der EuropĂ€ischen Union ist doppelt so hoch wie die von Erwachsenen. Nach Beginn der Pandemie stieg die Quote im April von zuvor 14,9 Prozent auf 15,4 Prozent. In den nĂ€chsten Monaten befĂŒrchtet die Behörde einen starken Anstieg.

Gegensteuern will die EU-Kommission mit der Ausweitung der sogenannten Jugendgarantie. Diese gilt seit 2013 und verspricht Jugendlichen binnen vier Monaten ein Angebot – sei es ein Job, ein Ausbildungsplatz oder ein Praktikum. 24 Millionen jungen Leuten sei schon geholfen worden, erklĂ€rt die Kommission.

USA kaufen MedikamentenbestÀnde fast restlos auf

Medienberichten zufolge haben die USA große BestĂ€nde des möglichen Corona-Medikaments "Remdesivir" gekauft. Nach Angaben des britischen Guardian haben die Vereinigten Staaten sich mit 500.000 Einheiten die kompletten ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr Juli und 90 Prozent derer von August und September gesichert. FĂŒr Patienten in Europa und dem Rest der Welt stehen demnach kaum noch Dosen des Medikaments zur VerfĂŒgung.

Erst vor wenigen Tagen hatte die EuropĂ€ische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung fĂŒr das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen auch in Europa empfohlen. Eine internationale Studie mit ĂŒber 1.000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkĂŒrzen kann – von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfĂŒgig zurĂŒck, was statistisch jedoch nicht signifikant war.

Arbeitslosenzahlen steigen weiter – Rekordwert bei Kurzarbeit

Die Corona-Krise trifft den deutschen Arbeitsmarkt hart: Die Arbeitslosenzahlen sind im Juni gestiegen – allerdings weniger stark als erwartet. .

Skandal um BeatmungsgerĂ€te in Slowenien – Minister festgenommen

In Slowenien ist die Regierung wegen eines Skandals um mutmaßliche RegelverstĂ¶ĂŸe bei der Materialbeschaffung fĂŒr den Kampf gegen die Corona-Pandemie in ErklĂ€rungsnot geraten. Der Innenminister trat am Dienstag zurĂŒck, der Wirtschaftsminister wurde vorĂŒbergehend festgenommen. Die rechtsgerichtete Regierung unter MinisterprĂ€sident Janez Jansa amtiert erst seit Anfang MĂ€rz.

Eine Sondereinheit der Polizei ermittelt zu möglichen GesetzesverstĂ¶ĂŸen bei der Anschaffung von Schutzkleidung gegen das Coronavirus und BeatmungsgerĂ€ten. Dabei wurden am Dienstag mehrere Wohnungen durchsucht. Laut Berichten slowenischer Medien soll Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek bei der Beschaffung des medizinischen Materials bestimmte Firmen bevorzugt haben, obwohl ihr Material nicht geeignet gewesen sei. Pocivalsek weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Er wurde laut Presseinformationen nach seiner Festnahme am Dienstag wieder auf freien Fuß gesetzt.

Bericht: Tönnies-Fahrer sollten trotz QuarantÀne ausliefern

Im Skandal um den Fleischkonzern Tönnies gibt es neue VorwĂŒrfe: Wie der berichtet, sollen die Fahrer einer Spedition TourenauftrĂ€ge von Tönnies erhalten haben, obwohl sie unter QuarantĂ€ne standen. Die AuftrĂ€ge wurden laut WDR am 20. Juni 2020 per SMS fĂŒr den Folgetag erteilt. Ein Sprecher des Fleischkonzerns sagte dazu, dass an jenem Tag 14 Touren außerhalb des BetriebsgelĂ€ndes gestartet seien. Man habe die Fahrer aber noch am selben Tag aufgefordert, ihre Tour zu beenden. Damit widersprach sich das Unternehmen jedoch selbst, da es laut WDR zuvor mitgeteilt hatte, dass die Touren noch am 20. Juni 2020 abgesagt wurden – und nicht erst am Folgetag.

USA: Zahl der Infizierten steigt so stark wie noch nie

In den USA ist die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Innerhalb eines Tages gab es Reuters-Daten zufolge mehr als 47.000 neue Infektionen. Kalifornien, Texas und Arizona haben sich zu neuen Epizentren entwickelt. Es sei eindeutig, dass es momentan keine wirkliche Kontrolle gebe, sagt US-Seuchenexperte Anthony Fauci vor einem Senatsausschuss. Er befĂŒrchtet, dass die tĂ€gliche Zahl an Neuinfektionen bis zu 100.000 betragen könnte, sollte nicht gegengesteuert werden.

Mitarbeiter von Tönnies-Betrieb in Weißenfels sollen getestet werden

Die Mitarbeiter des Schlachtbetriebs Tönnies in Weißenfels in Sachsen-Anhalt sollen auf das Coronavirus getestet werden. Das hat der Burgenlandkreis am Dienstag angeordnet, wie die Verwaltung mitteilte. Hintergrund sei eine nicht zweifelsfrei geklĂ€rte Infektionskette. "Ein Infektionsgeschehen innerhalb des Schlachtbetriebes kann somit nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden", teilte Landrat Götz Ulrich (CDU) mit.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Eigenen Angaben zufolge sind am Standort in Weißenfels rund 2.200 Mitarbeiter beschĂ€ftigt. Am Freitag will die Stadt in einer Pressekonferenz ĂŒber die vorlĂ€ufigen Ergebnisse informieren. MinisterprĂ€sident Reiner Haseloff (CDU) sagte am Dienstag, das Vorgehen sei mit der Landesregierung abgesprochen worden.

Mediziner warnt vor massivem Infektionsanstieg in den USA

Der US-Mediziner und PrĂ€sidentenberater Anthony Fauci hat vor einem massiven Anstieg der Coronavirus-Infektionen gewarnt. Die Zahl der tĂ€glichen Neuinfektionen in den USA könne von derzeit mehr als 40.000 auf 100.000 ansteigen, sagte Fauci am Dienstag bei einer Anhörung im US-Senat. Lesen Sie hier mehr darĂŒber.

Infektionen in den USA nehmen zu – New York Ă€ndern Bestimmungen fĂŒr QuarantĂ€ne

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA ist zuletzt wieder deutlich angestiegen. Mehr als die HĂ€lfte der US-Bundesstaaten verzeichnet derzeit einen raschen Anstieg von Ansteckungen. Betroffen sind Bundesstaaten im SĂŒden des Landes wie Texas und Florida, aber auch im Westen wie Kalifornien.

Angesichts des Anstiegs der Infektionszahlen verdoppelt New York die Zahl der Bundesstaaten, deren Bewohner sich bei einem Besuch in QuarantĂ€ne begeben mĂŒssen. Wie New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Dienstag sagte, gilt die zweiwöchige QuarantĂ€ne fortan auch fĂŒr Besucher aus Kalifornien, Nevada, Georgia, Iowa, Idaho, Louisiana, Mississippi und Tennessee. Die Maßnahme betrifft damit insgesamt 16 Bundesstaaten.

In den USA wurden bereits mehr als 2,6 Millionen Coronavirus-Infektionen und mehr als 126.000 TodesfÀlle bestÀtigt. Das sind die mit Abstand höchsten Zahlen der Welt.

Söder kippt Maskenpflicht in einem Bereich

In Bayern mĂŒssen Besucher von Theatern, Kinos und anderen Veranstaltungen im Kulturbereich demnĂ€chst keine Maske mehr tragen. Das verkĂŒndete MinisterprĂ€sident Markus Söder am Dienstagmittag. Sobald Besucher am Platz sitzen, dĂŒrfen sie den Mund-Nasen-Schutz fĂŒr die Dauer der Veranstaltung absetzen. Sonst bleibe es bei den derzeitigen Regeln, betonte Söder. Bayern setze auf die langsame Lockerungen, um nicht zu schnell voranzugehen und dann Lockerungen zurĂŒcknehmen zu mĂŒssen.

Außerdem betonte er, wie wichtig die bayerische Teststrategie sei. FĂŒr ihn sei das das einzige wirksame Instrument des Staates, um der Pandemie Herr zu werden. Die Einhaltung der Corona-Regeln obliege den BĂŒrgern. Hier spĂŒrten viele eine Unsicherheit, weil sie Leichtsinn beobachteten. Söder betont, dass die Gefahr durch das Coronavirus unverĂ€ndert bestehe.

Viele neue Infektionen: Kreis muss zwei weitere Schulen schließen

Rheinland-Pfalz: Die rund 3.000 Einwohner zĂ€hlende Gemeinde Schwegenheim hat wegen zahlreicher neuer Coronavirus-Infektionen zwei weitere Schulen geschlossen. Diese wĂŒrden von Kindern aus betroffenen Familien besucht, begrĂŒndete der Kreis Germersheim am Dienstag den Entschluss. Bereits am Montag waren in der Ortsgemeinde zwei Schulen und eine Kita geschlossen worden. Der Kreis Germersheim war drei Wochen lang nahezu coronafrei gewesen. Innerhalb weniger Tage wurden nun 28 Menschen positiv getestet, mit einer Ausnahme kommen alle aus Schwegenheim.

Kreis Starnberg: Suche von Kontaktpersonen nach Ausbruch bei Caterer

Im bayerischen Kreis Starnberg ist unter Mitarbeitern einer Catering-Firma das Coronavirus ausgebrochen. Mindestens 44 Menschen sind erkrankt. Nun lÀuft die Suche nach Kontaktpersonen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Anstieg der Infektionen: Bulgarien will Klinik-KapazitÀten erhöhen

Bulgarien will die KapazitÀten seiner KrankenhÀuser wegen schnell steigender Corona-Fallzahlen umgehend erhöhen. Die Covid-19-Intensivabteilungen sollen nun mit mehr Betten, Schutzkleidung, -Masken und -Brillen ausgestattet werden. Das entschied der Krisenstab in Sofia bei einer Sitzung mit Regierungschef Boiko Borissow am Dienstag. Borissow ordnete zudem an, dass Gesundheitsminister Kiril Ananiew die ausreichende Finanzierung der Behandlung von Covid-19 sicherstelle.

In Bulgarien mit seinen knapp sieben Millionen Menschen stiegen die nachgewiesenen Corona-FĂ€lle in den vergangenen zwei Wochen schneller als je zuvor auf nun 4831 an. Mitte Juni waren es noch 3290 gewesen. Die negative Entwicklung wurde auch auf die VernachlĂ€ssigung der Schutzmaßnahmen seitens der Bevölkerung zurĂŒckgefĂŒhrt. Durch einen Lockdown im MĂ€rz und April wurde im Ă€rmsten EU-Staat vermieden, dass die technisch und personell teils schlecht ausgestatteten KrankenhĂ€user ĂŒberlastet werden.

In Bulgarien war vor einer Woche das obligatorische Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten RĂ€umen wieder eingefĂŒhrt worden. Vielerorts wird aber kaum kontrolliert, ob die "drei D: Disziplin, Desinfektion und Distanz" auch eingehalten werden. FĂŒr Kritik sorgte, dass Diskotheken und Nachtclubs nach der Corona-Zwangspause in dem Balkanland wieder geöffnet sind.

Johnson will britische Wirtschaft mit "Infrastruktur-Revolution" anregen

Der britische Premierminister Boris Johnson will Großbritannien mit einer "Infrastruktur-Revolution" aus der Wirtschaftskrise fĂŒhren. Sein Programm fĂŒr neue ArbeitsplĂ€tze sei "Bauen, Bauen, Bauen", sagte Johnson in einer Grundsatzrede am Dienstag. Er stellte insgesamt fĂŒnf Milliarden Pfund (5,5 Milliarden Euro) zur StĂŒtzung der von den Corona-Maßnahmen schwer getroffenen britischen Wirtschaft in Aussicht. Der Zeitpunkt sei eine Gelegenheit, "die Dinge anders zu machen", sagte Johnson.

Geplant sind massive staatliche Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur. Johnson will unter anderem eine Milliarde Pfund in Schulen investieren, zudem sollen Gelder in weitere Infrastruktur- sowie Breitband-Projekte fließen.

Johnson ließ sich dabei nach eigenen Angaben vom "New Deal" des ehemaligen US-PrĂ€sidenten Franklin D. Roosevelt inspirieren. Dieser hatte in den 30er Jahren den "New Deal" als Antwort auf die damalige Weltwirtschaftskrise ins Leben gerufen und unter anderem ein umfangreiches Sozialversicherungssystem geschaffen.

Sachsen-Anhalt schafft Kontaktverbot ab

Das Kontaktverbot in Sachsen-Anhalt lĂ€uft zum Donnerstag nach mehr als drei Monaten aus und wird durch eine Empfehlung ersetzt. In der siebten Landesverordnung zur EindĂ€mmung des neuartigen Coronavirus, die das Landeskabinett am Dienstag in Magdeburg beschloss, wird empfohlen, sich mit nicht mehr als zehn Personen aufzuhalten, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag sagte. Außerdem empfiehlt die Landesregierung, den Personenkreis, zu dem ein physisch-sozialer Kontakt besteht, möglichst konstant zu halten.

MinisterprÀsident Reiner Haseloff (CDU) betonte allerdings, dass es sich um eine dringende Empfehlung handele. Vom 1. zum 2. Juli, wenn die neue Verordnung in Kraft tritt, Àndere sich ja nichts an der Ansteckungsgefahr. Der Wechsel vom Verbot zur Empfehlung sei auch ein Vertrauensvorschuss an die Bevölkerung. In einem Monat will die Regierung die neue Verordnung, die bis zum 16. September gelten soll, bewerten und gegebenenfalls nachschÀrfen.

Laschet: Werden noch viele AusbrĂŒche wie in GĂŒtersloh erleben

"Wir werden noch viele AusbrĂŒche wie in GĂŒtersloh erleben", sagt der nordrhein-westfĂ€lische MinisterprĂ€sident Armin Laschet. 10.000 Menschen befinden sich nach einem Ausbruch in dem Kreis in QuarantĂ€ne, es wird in großem Maße getestet. Nicht ĂŒberall wĂŒrden diese Ausmaße erreicht.

Die BundeslĂ€nder mĂŒssen sich auf neue Corona-Wellen vorbereiten. Die LĂ€nder mĂŒssten sich im Falle einer neuen Situation im Oktober, November oder Dezember abstimmen, um gezielter agieren zu können, sagt Laschet. Die Außengrenzen Deutschlands mĂŒssten etwa offen bleiben. Pauschale Abriegelungen solle es möglichst nicht geben. "Wir mĂŒssen mit der Pandemie leben", das zeigten die aktuellen FĂ€lle, so Laschet. "Wir leben in Zeiten der Ungewissheit", deshalb gelte es, weiter achtsam zu bleiben.

NRW: Vorerst keine Corona-Massentests

Nordrhein-Westfalen wird zunĂ€chst keine flĂ€chendeckenden Corona-Tests nach bayerischem Vorbild einfĂŒhren. MinisterprĂ€sident Armin Laschet sagte: "Ich will das nicht bewerten, was die bayerischen Kollegen machen. Wir machen, was wir fĂŒr Nordrhein-Westfalen richtig halten. Mir ist vor allem wichtig, dass wir es da, wo es brennt, verpflichtend machen." Laschet nannte als Beispiel die Fleischindustrie, wo ab dem 1. Juli BeschĂ€ftigte in NRW mindestens zweimal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden mĂŒssen.

Corona-Tests fĂŒr alle: Berlin will Bayerns Vorbild folgen

Berlins Regierender BĂŒrgermeister Michael MĂŒller hat kostenfreie Corona-Tests fĂŒr alle in Aussicht gestellt – zumindest mittelfristig. "Es geht. Und ich glaube, wir werden auch sehr bald diesen bayerischen Weg einschlagen", sagte der SPD-Politiker am Montagabend in einem ntv-Interview. Mehr dazu lesen Sie hier.

Gemeinsamer Schulunterricht in Hessen nach Sommerferien

Die Schulen in Hessen kehren nach Ende der Sommerferien Mitte August zum gemeinsamen PrĂ€senzunterricht fĂŒr alle Kinder und Jugendlichen zurĂŒck. Das Abstandsgebot wegen der Corona-Pandemie gelte dann nicht mehr im Unterricht, kĂŒndigte Kultusminister Alexander Lorz am Dienstag in Wiesbaden an.

Neue Art der Schweinegrippe mit Pandemiepotenzial entdeckt

In China haben Wissenschaftler eine neue Art eine Schweinegrippe entdeckt, die eine Pandemie auslösen könnte. Das Virus mit dem Namen G4 besitze "alle wesentlichen Eigenschaften, um Menschen infizieren zu können", schrieben die Forscher mehrerer chinesischer UniversitĂ€ten und des chinesischen Zentrums fĂŒr KrankheitsbekĂ€mpfung und -prĂ€vention in einem am Montag veröffentlichten Artikel in der US-Fachzeitschrift "PNAS". G4 stamme vom H1N1-Virus ab, das 2009 eine Pandemie auslöste.

Die Wissenschaftler fĂŒhrten Studien an Frettchen durch, weil diese dem Menschen Ă€hnliche Symptome aufweisen. Dabei wurde beobachtet, dass G4 hochinfektiös ist, sich in menschlichen Zellen vermehrt und bei den Frettchen schwerwiegendere Symptome verursacht als andere Viren. Tests zeigten auch, dass jegliche ImmunitĂ€t, die Menschen durch die saisonale Grippe gewinnen, keinen Schutz vor G4 bietet.

Die Hauptsorge der Wissenschaftler ist, dass das Virus von Mensch zu Mensch ĂŒbertragen werden könnte. Es sei besorgniserregend, dass sich das Virus an den Menschen anpasse und sich damit das Risiko einer Pandemie beim Menschen erhöhe, schrieben die Forscher.

Die Studie sei "eine Erinnerung daran, dass wir stĂ€ndig dem Risiko des erneuten Auftretens zoonotischer Krankheitserreger ausgesetzt sind und dass Nutztiere, mit denen der Mensch mehr Kontakt hat als mit Wildtieren, als Quelle fĂŒr wichtige Pandemieviren dienen können", sagte James Wood, Leiter der Abteilung fĂŒr VeterinĂ€rmedizin an der UniversitĂ€t Cambridge in Großbritannien. Eine zoonotische Infektion wird durch einen Erreger verursacht, der von einem Tier auf einen Menschen ĂŒbergesprungen ist.

WHO: Corona-Pandemie bei Weitem nicht vorbei

Sechs Monate nach ersten Meldungen ĂŒber das neue Coronavirus im chinesischen Wuhan – und weltweit inzwischen mehr als 10 Millionen Infektionen – ist die Pandemie nach EinschĂ€tzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch lange nicht vorĂŒber. "Wir alle wollen, dass dies vorbei ist, wir alle wollen mit unserem Leben weitermachen. Aber die harte RealitĂ€t ist: Es ist noch nicht einmal annĂ€hernd vorbei", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz am Montagabend.

Mit Blick auf das Ausmaß der Pandemie mit inzwischen mehr als 500.000 TodesfĂ€llen sagte er: "Dies hĂ€tte mit den uns zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln verhindert werden können." Tedros forderte die LĂ€nder auf, zu testen, soziale Kontakte zurĂŒckzuverfolgen und QuarantĂ€neregeln zu verhĂ€ngen.

Verantwortlich fĂŒr das Ausmaß der Corona-Pandemie sind nach Tedros EinschĂ€tzung VersĂ€umnisse bei der Umsetzung grundlegender Gegenmaßnahmen sowie eine mangelnde Einheit innerhalb und zwischen LĂ€ndern. "Das Schlimmste wird noch kommen", sofern dieses politische Problem nicht angegangen werde, sagte der WHO-Chef. "Deshalb mĂŒssen wir unsere KrĂ€fte bĂŒndeln und dieses gefĂ€hrliche Virus gemeinsam bekĂ€mpfen."

Bezirk Los Angeles meldet "alarmierenden Anstieg" neuer FĂ€lle

Der Landkreis Los Angeles meldet einen "alarmierenden Anstieg neuer FĂ€lle, positiver (Test-)Ergebnisse und Einlieferungen ins Krankenhaus", wie die fĂŒr öffentliche Gesundheit zustĂ€ndige Direktorin Barbara Ferrer mitteilt. Am Montag seien 2.903 neue Infektionen – ein Rekord – und 22 TodesfĂ€lle verzeichnet worden. Benötigt wĂŒrden sofortige Maßnahmen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Auch Arizona zieht Lockerungen zurĂŒck

Nach Florida, Kalifornien und Texas nimmt Arizona als ein weiterer US-Bundesstaat des "SonnengĂŒrtels" Lockerungen zurĂŒck. Bars, Nachtclubs, Fitnessstudios, Kinos und Wasserparks mĂŒssen wieder schließen, gibt Gouverneur Doug Ducey bekannt. Die Schulen sollen erst am 17. August wieder öffnen. "Die Zeit fĂŒr weitere Maßnahmen ist gekommen", sagt Ducey. "Wir werden so bald nicht zur NormalitĂ€t zurĂŒckkehren." Arizona mit etwa 7,3 Millionen Einwohnern hatte am Sonntag einen Tagesrekord bei der Zahl neuer Infektionen gemeldet.

Der Bezirk Los Angeles verfĂŒgte zudem fĂŒr das kommende lange Wochenende eine Schließung aller StrĂ€nde, um Menschenmengen zu vermeiden. Bei Tausenden Neuinfektionen pro Tag sei das "Risiko" von Menschenmengen an den StrĂ€nden nicht vertretbar, erklĂ€rte die zustĂ€ndige Beamtin Janice Hahn ĂŒber Twitter. Auch in Teilen Floridas sollten die StrĂ€nde geschlossen bleiben.

Der Bundesstaat Nevada verschob die nĂ€chste Stufe seiner Lockerungen am Montag bis Ende Juli. Gouverneur Steve Sisolak appellierte an die BĂŒrger, in der Öffentlichkeit weiter eine Maske zu tragen und sich an den empfohlenen Sicherheitsabstand zu halten. Der Bundesstaat New Jersey verschob angesichts der Zunahme von Neuinfektionen im SĂŒden des Landes die fĂŒr Donnerstag geplante Erlaubnis fĂŒr Restaurants, GĂ€ste wieder in geschlossenen RĂ€umen bewirten zu dĂŒrfen.

Söder erwartet Corona-Massentests bald auch in anderen BundeslÀndern

Der bayerische MinisterprĂ€sident Markus Söder ist ĂŒberzeugt, dass auch andere BundeslĂ€nder trotz ihrer teils heftigen Kritik bald dem bayerischen Vorbild von freiwilligen Corona-Tests fĂŒr jedermann folgen werden. "Ich glaube schon, dass das eine Wirkung hat, weit ĂŒber Bayern hinaus", sagte der CSU-Chef der "Augsburger Allgemeinen".

"Ich wurde, als wir ĂŒber Schulschließungen geredet haben, angegriffen, danach hat es jeder gemacht." Auch bei den bayerischen AusgangsbeschrĂ€nkungen habe es am Anfang Kritik gegeben, kurz darauf habe jedes Bundesland Kontaktsperren verhĂ€ngt. Ebenso seien inzwischen alle BundeslĂ€nder Bayern bei den BeschrĂ€nkungen fĂŒr Urlauber aus Corona-Risikogebieten gefolgt. Bayern trifft mit seinem Vorstoß zu Corona-Tests fĂŒr jedermann auch ohne Symptome auf breite Skepsis. Mehrere andere LĂ€nder hatten am Montag eine solche Ausweitung ohne konkrete AnlĂ€sse fĂŒr Massentests abgelehnt.

Söder sagte der "Augsburger Allgemeinen", die Kritik an dem bayerischen Vorgehen sei nicht medizinisch begrĂŒndet. "Der eigentliche Hintergrund ist etwas ganz anderes: Das sind die Kosten." Er habe die gleiche Debatte schon vor Wochen auf der MinisterprĂ€sidentenkonferenz gefĂŒhrt, als er den bayerischen Weg angekĂŒndigt habe. "Das Hauptargument war von dem ein oder anderen Kollegen, das koste uns zu viel, wer soll denn das alles bezahlen." Testen sei jedoch das wichtigste medizinische Angebot nach dem Aufbau von Intensivbetten und der Produktion von Schutzmaterial. "Das ist die einzige ernsthafte medizinische Leistung, die der Staat an dieser Stelle erbringen kann."

Weber: EU vergibt Corona-Hilfen nur an reformbereite LĂ€nder

Der Fraktionschef der EuropĂ€ischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, Manfred Weber, hat betont, dass die Corona-Hilfen der EuropĂ€ischen Union an klare Bedingungen geknĂŒpft sind. Es gebe Richtlinien fĂŒr die Verteilung des Hilfspakets im Umfang von 750 Milliarden Euro. "Wir werden die Gelder nur freigeben, wenn die Mitgliedstaaten im Inneren reformbereit sind und das Geld fĂŒr Zukunftsinvestitionen ausgeben", sagte Weber der "Rheinischen Post". "Wir wollen den Steuerzahlern versichern, dass LĂ€nder nur Geld bekommen, wenn sie eine unabhĂ€ngige Justiz und unabhĂ€ngige Medien haben."

Mit Bezug auf Polen und Ungarn sagte der CSU-Politiker: "Uns machen manche LĂ€nder Sorgen. Wer die Werte Europas, die demokratischen Regeln nicht einhĂ€lt, kann von der EU kein Geld bekommen", sagte Weber und fĂŒgte hinzu: "Die EU ist kein Bankautomat, sondern eine Wertegemeinschaft."

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat in der Corona-Krise einen schuldenfinanzierten Wiederaufbauplan mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro prĂ€sentiert. Davon sollen 500 Milliarden Euro als ZuschĂŒsse und 250 Milliarden als Kredite an EU-Staaten vergeben werden. Verhandelt wird der Plan zusammen mit dem nĂ€chsten siebenjĂ€hrigen EU-Finanzrahmen, fĂŒr den die Kommission 1,1 Billionen Euro ansetzt.

Mehr als 58.000 Tote in Brasilien

In Brasilien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen 24 Stunden 24.052 neue Infektionen und 692 weitere TodesfÀlle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,37 Millionen bekannte FÀlle und 58.314 TodesfÀlle.

KontaktbeschrÀnkungen in englischer Stadt Leicester werden verschÀrft

Die britische Regierung hat die KontaktbeschrĂ€nkungen zur EindĂ€mmung der Coronavirus-Pandemie in der englischen Stadt Leicester erneut verschĂ€rft. Das teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag im Parlament in London mit. GeschĂ€fte in der mittelenglischen Stadt sollten von Dienstag an wieder zumachen, kĂŒndigte Hancock an. Auch Schulen mĂŒssen ihre Tore im Laufe der Woche wieder schließen.

Die Regierung in London hatte die Ende MĂ€rz in England verhĂ€ngten BeschrĂ€nkungen in den vergangenen Wochen teilweise wieder aufgehoben. Seit Mitte Juni sind LĂ€den in dem grĂ¶ĂŸten britischen Landesteil wieder offen. Auch der Schulunterricht wurde fĂŒr bestimmte Jahrgangsstufen wieder aufgenommen. Vom 4. Juli an sollen auch Restaurants, Hotels, Museen, Kirchen und BĂŒchereien wieder Besucher empfangen dĂŒrfen. Das gelte aber nicht fĂŒr Leicester, sagte Hancock. "Wir empfehlen den Menschen in Leicester, zu Hause zu bleiben, so viel sie können, und wir raten von allen nicht dringend notwendigen Reisen von und nach Leicester ab."

Die Neuinfektionen in der Stadt mit etwa 350.000 Einwohnern machten nach Angaben von Hancock in der vergangenen Woche zehn Prozent aller FĂ€lle in England aus.

WHO sendet fĂŒr Ermittlungen zu Virusherkunft Team nach China

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will nĂ€chste Woche ein Team nach China entsenden, um den Ursprung des Coronavirus festzustellen. "Wir können das Virus besser bekĂ€mpfen, wenn wir alles ĂŒber es wissen, inklusive wie alles angefangen hat", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag wĂ€hrend einer Video-Pressekonferenz.

Die Organisation drÀngt China seit Anfang Mai dazu, seine Experten ins Land einzuladen, um bei der Erforschung des Ursprungs des Coronavirus mitzuhelfen. Mit der Entsendung eines Teams hoffe die WHO, die Entstehungsgeschichte des Virus besser nachvollziehen zu können. Wie das Team zusammengesetzt sein wird und was konkret seine Aufgabe vor Ort ist, sagte Tedros nicht.

Der Generaldirektor merkte wÀhrend der Videokonferenz an, dass die Pandemie das Beste und das Schlimmste der Menschheit zum Vorschein gebracht habe. Er zÀhlte Beispiele von weltweiter SolidaritÀt auf, erwÀhnte aber auch die Verbreitung von Fehlinformationen und die Politisierung der Pandemie.

Hersteller setzt Preis fĂŒr Wirkstoff Remdesivir

In der Coronavirus-Pandemie hat das US-Biotech-Unternehmen Gilead Sciences den Preis fĂŒr den Wirkstoff Remdesivir fĂŒr den US-Markt festgelegt. Eine fĂŒnftĂ€gige Behandlung mit Remdesivir werde bei Bestellung durch die US-Regierung 2.340 Dollar (etwa 2.000 Euro) pro Patient kosten, schrieb Gilead-Chef Daniel O’Day am Montag in einem offenen Brief. FĂŒr private Krankenversicherungen sei der Preis etwa ein Drittel höher. Bei diesem Preis hĂ€tten seiner EinschĂ€tzung nach alle Menschen Zugang zu dem Wirkstoff, schrieb O'Day. FĂŒr bedĂŒrftigere LĂ€nder werde es generische Versionen des Medikaments mit geringerem Preis geben.

Erst vor wenigen Tagen hatte die EuropĂ€ische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung fĂŒr das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen auch in Europa empfohlen. Eine internationale Studie mit ĂŒber 1.000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkĂŒrzen kann – von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfĂŒgig zurĂŒck, was statistisch jedoch nicht signifikant war.

Hessen lehnt Vorstoß zu Corona-Tests fĂŒr jedermann ab

Bayerns Vorstoß zu Corona-Tests fĂŒr jedermann auch ohne Symptome ist in Hessen auf Ablehnung gestoßen. "Hessen teilt die Auffassung von Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU), Testen ohne systematisches Vorgehen sei nicht zielfĂŒhrend", teilte das Sozialministerium am Montag auf Anfrage mit. Anlasslose Reihentestungen seien mit erheblichem Aufwand verbunden, wĂŒrden aber keine neuen Informationen erbringen. Es wĂŒrde vielmehr ein falsches SicherheitsgefĂŒhl vermittelt. Die Aussagekraft der Tests sei zeitlich sehr eng begrenzt. Das Risiko fĂŒr falsch-positive Testergebnisse wĂŒrde erhöht.

Bayern hatte am Sonntag angekĂŒndigt, Tests fĂŒr alle zu ermöglichen – auf Wunsch auch fĂŒr Menschen ohne Symptome und ohne besonders hohes Infektionsrisiko.

Broadway-Theater in New York bleiben bis 2021 geschlossen

Im berĂŒhmtesten Theaterviertel der Welt bleiben wegen des Coronavirus in diesem Jahr die Lichter aus: Am New Yorker Broadway wurden am Montag alle Vorstellungen fĂŒr den Rest des Jahres abgesagt. Bereits gekaufte Tickets bis zum 2. Januar wĂŒrden erstattet oder umgetauscht, teilte der Branchenverband The Broadway League mit. Wegen der Pandemie waren vom 12. MĂ€rz an alle Vorstellungen abgesagt worden.

Der Broadway mit seinen rund 40 TheaterstĂŒcken und Musicals zĂ€hlt zu den wichtigsten Touristenmagneten der Millionenmetropole. Im Jahr 2019 wurden 14,7 Millionen Tickets fĂŒr insgesamt knapp 1,8 Milliarden Dollar verkauft. Das entspricht in etwa dem Anderthalbfachen des Ticketsumsatzes in allen deutschen Kinos. Zuvor hatte auch bereits das berĂŒhmte Konzerthaus Carnegie Hall angekĂŒndigt, dass es bis Anfang Januar 2021 keine Auftritte geben werde.

Laschet: Lockdown in GĂŒtersloh wird verlĂ€ngert

Der Corona-Lockdown in GĂŒtersloh wird nach einem sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen um eine weitere Woche verlĂ€ngert. Das sagte NRW-MinisterprĂ€sident Armin Laschet am Montagnachmittag.

Zum Kreis Warendorf sagte er: "Wir werden die Lockdown-Maßnahmen nicht verlĂ€ngern." Laschet sieht dort kein erhöhtes Infektionsrisiko. Es sei durch die sehr schnellen Maßnahmen gelungen, ein Überspringen des Virus von der Tönnies-Fabrik auf die Bevölkerung zu verhindern. Die EinschrĂ€nkungen laufen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus.

Corona-Regeln in NRW um weitere zwei Wochen verlÀngert

Die aktuellen Regelungen der Coronaschutzverordnung in NRW werden um weitere zwei Wochen bis mindestens zum 15. Juli 2020 verlĂ€ngert. Das teilte die Landesregierung am Montag mit. Dazu gehört unter anderem die Maskenpflicht fĂŒr bestimmte Bereiche. Zudem dĂŒrfen sich im öffentlichen Raum nur zehn Menschen treffen, wenn das Abstandsgebot nicht eingehalten wird.

Bergamo trauert um mehr als 6.000 Tote

Mit einer Zeremonie in Bergamo hat Italien der zahlreichen Opfer der Corona-Pandemie gedacht. Das Virus habe in Italien "unauslöschliche Narben" hinterlassen, sagte Staatschef Sergio Mattarella am Sonntagabend. Weltweit stieg die Zahl der Todesopfer der Corona-Pandemie derweil auf mehr als eine halbe Million. Rund um den Globus wurden mittlerweile mehr als zehn Millionen Ansteckungen nachgewiesen.

Die Trauerzeremonie in Bergamo galt den Corona-Opfern in der gleichnamigen norditalienischen Provinz. PrÀsident Mattarella machte jedoch deutlich, es sei das ganze Land, das in Bergamo "gelitten hat, das verletzt worden ist, das geweint hat".

Bergamo und andere norditalienische Gebiete waren die am schlimmsten von dem neuartigen Virus heimgesuchten Regionen Italiens. Mehr als 6.000 Menschen starben allein in der Provinz Bergamo an den Folgen der Infektion, landesweit waren es bislang mehr als 34.000 Todesopfer. Die dramatischen Bilder von Dutzenden an Friedhöfen aufgereihten SÀrgen oder von MilitÀrkonvois zum Transport von Corona-Toten gingen um die Welt. In der schlimmsten Phase der Krise fanden in Bergamo Bestattungen unter Ausschluss der Familien statt.

Trotz Kritik: China testet Impfstoff an Soldaten

Chinas MilitĂ€r hat grĂŒnes Licht erhalten fĂŒr die Nutzung eines Covid-19-Impfstoffkandidaten. Das teilt die Firma Cansino Biologics mit, die gemeinsam mit der Forschungseinheit der Armee fĂŒr die Entwicklung verantwortlich ist. Klinische Studien hĂ€tten gezeigt, dass der Impfstoffkandidat Ad5-nCoV sicher und in gewissem Umfang effizient sei. Ad5-nCoV ist einer von acht Impfstoffkandidaten, die von chinesischen Firmen entwickelt und fĂŒr Tests an Menschen zugelassen wurden.

An der Zulassung gibt es jedoch auch Kritik. In einem Artikel des Fachblatts "New England Journal of Medicine" kritisieren Wissenschaftler, die bisher erhobenen Daten seien noch nicht aufschlussreich genug. Probanden zwischen 18 und 60 Jahren hatten Impfstoffdosen von niedrig bis hoch erhalten. Bei 50 bis 75 Prozent der Versuchsteilnehmer stieg die Antikörperkonzentration zwar um das Vierfache. Ob das reiche, sei aber völlig offen, heißt es auch in einem anderen Fachbeitrag.

Außerdem zeigten sich Nebenwirkungen. So klagte die HĂ€lfte der Probanden ĂŒber Schmerzen an der Einstichstelle, fast 50 Prozent bekamen außerdem leichtes Fieber, fast genauso viele gaben MĂŒdigkeit an, 39 Prozent Kopfschmerzen. Ein Patient klagte nach der Impfung 48 Stunden lang ĂŒber ein schweres Fieber von 38,5 Grad, ĂŒber starke MĂŒdigkeit, Muskelbeschwerden und Atemprobleme.

Dennoch wird das Mittel beim MilitĂ€r nun zunĂ€chst fĂŒr ein Jahr verwendet. Außerhalb dieses Bereichs ist die Nutzung bisher nicht gestattet, es gibt keine Zulassung fĂŒr eine kommerzielle Verwendung.

Rekord bei Neuinfektionen – fast 190.000 FĂ€lle an einem Tag

Die Zahl der tĂ€glichen gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einen neuen Rekordwert geklettert. Binnen 24 Stunden seien weltweit 189.000 neue FĂ€lle registriert worden, teilte die WHO am Sonntagabend mit. Auch in einigen LĂ€ndern sei der Anstieg auf Rekordhöhe. Unter den LĂ€ndern mit besonders vielen Neuinfektionen ragen erneut Brasilien und die USA heraus. In Brasilien wurden laut WHO 46.860 neue FĂ€lle verzeichnet. In den USA seien es 44.458 gewesen. Den weltweit dritthöchsten Anstieg in der jĂŒngsten Tabelle hatte Indien mit 19.906 FĂ€llen.

Die WHO hat mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass die Pandemie nichts von ihrer Dynamik eingebĂŒĂŸt habe. Die Organisation rechnet nach ihrer ZĂ€hlung in KĂŒrze mit einem Überschreiten der Zehn-Millionen-Marke. Die Tabelle vom Sonntagabend weist 9,84 Millionen Corona-FĂ€lle weltweit aus.

GĂŒtersloh: Corona-FĂ€lle ohne Bezug zu Tönnies nehmen zu

Im Kreis GĂŒtersloh wurden 107 Menschen, die nicht in Bezug zum Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies stehen, positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Am Samstag war noch die Rede von 75 Erkrankten. DarĂŒber informierte der Kreis am Sonntagabend in einer Mitteilung. Die steigende Zahl wird auf die ausgeweiteten Testmöglichkeiten zurĂŒckgefĂŒhrt. Die meisten Infizierten zeigen keine Symptome. Am Dienstag soll ĂŒber das weitere Vorgehen entschieden werden. Derzeit gilt im Kreis der erste lokale Lockdown.

Nach spanischen Angaben: EU legt bis Dienstag Liste mit sicheren LĂ€ndern vor

Die EU legt nach spanischen Angaben bis spĂ€testens Dienstag eine Liste der Covid-19-sicheren LĂ€nder vor. Die Liste werde 15 Staaten umfassen, in die man nach epidemiologischen Kriterien sicher reisen könne, sagt die spanische Außenministerin Arancha GonzĂĄlez Laya dem Hörfunksender Cadena SER. Die Coronavirus-Pandemie lasse im grĂ¶ĂŸten Teil Europas nach.

Party-Wochenende eskaliert – Polizei muss einschreiten und wird angegriffen

Vielfach sind am Wochenende in DĂŒsseldorf, Köln und Bonn Partys und ZusammenkĂŒnfte eskaliert. Feiernde gerieten in den nordrhein-westfĂ€lischen GroßstĂ€dten mit Polizei und Ordnungsdiensten aneinander. Auch in MĂŒnchen musste die Staatsmacht eingreifen.

Dabei kam es zu SchlĂ€gereien von Gruppen untereinander sowie immer wieder zu Gewalt und Aggression gegenĂŒber den Beamten, hieß es von der Polizei in NRW. Die Beteiligten seien zumeist stark alkoholisiert gewesen, hĂ€tten die Corona-Abstandsregeln missachtet, Polizisten beleidigt und sich respektlos gezeigt.

In MĂŒnchen hĂ€tten viele Menschen ungeachtet der Corona-Pandemie gemeinsam gefeiert, hieß es von der Polizei in Bayern. In der Nacht von Freitag auf Samstag hĂ€tten sich in Spitzenzeiten bis zu 10.000 Menschen an der Isar aufgehalten, von Samstag auf Sonntag seien es rund 5.000 gewesen. Laut Polizeiangaben blieb dabei alles friedlich.

Etwas anders sah es auf der als Feiermeile vor allem nach Fußballerfolgen bekannt gewordenen Leopoldstraße aus. Dort wurde der Polizei am frĂŒhen Sonntagmorgen "eine grĂ¶ĂŸere Anzahl aggressiver Personen" gemeldet. Die Beamten rĂŒckten "mit hohem KrĂ€fteeinsatz an" und trafen dort auf rund 200 bis 300 Menschen. Bei aggressiv auftretenden Personen stellten die Polizisten die Personalien fest, zudem sprachen sie mehrere Platzverweise aus. Zwei Menschen wurden wegen Beleidigung der EinsatzkrĂ€fte angezeigt.

Zahl der TodesfĂ€lle weltweit ĂŒbersteigt 500.000

In der Corona-Pandemie ist erneut ein trauriger Meilenstein erreicht worden. Weltweit sind nun mehr als 500.000 positiv auf SARS-CoV-2 getestete Menschen verstorben. Insgesamt wurden rund zehn Millionen FĂ€lle registriert. Mehr dazu lesen Sie hier.

US-Behörden melden 44.703 weitere Infektionen

Die Zahl der Infektionen in den USA ist nach Angaben der Zentren fĂŒr Seuchenkontrolle (CDC) um 44.703 auf 2,504 Millionen gestiegen. Zudem seien 508 weitere TodesfĂ€lle und damit insgesamt 125.484 verzeichnet worden.

Gruppe um 18 NobelpreistrĂ€ger und 32 ehemalige Staatschefs startet Aufruf fĂŒr freien Corona-Impfstoff

FriedensnobelpreistrĂ€ger Muhammad Yunus und mehr als hundert weitere namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kunst setzen sich fĂŒr die kostenlose Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus weltweit und fĂŒr alle Menschen ein. In einem am Sonntag gestarteten Aufruf werben sie dafĂŒr, dass Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 als "globales, öffentliches Gut" (Global Common Good) angesehen und damit allen zur VerfĂŒgung stehen werden. Sie appellieren zugleich an die kollektive Verantwortung fĂŒr alle schutzbedĂŒrftigen Menschen ohne jegliche Diskriminierung.

In dem Aufruf heißt es unter anderem, die Effizienz kĂŒnftiger Impfkampagnen werde von der weltweiten VerfĂŒgbarkeit des Impfstoffes abhĂ€ngen. Doch die Pandemie zeige die StĂ€rken und SchwĂ€chen jedes einzelnen Landes sowie die Schwierigkeiten, Zugang zum Gesundheitssystem zu haben. Die Unterzeichner rufen Regierungen, UN-Chef AntĂłnio Guterres, die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie Stiftungen, Forschungslabore und andere Einrichtungen dazu auf, sich dieser Sichtweise anzuschließen. Jeder sei eingeladen, sich dem Aufruf auf der Webseite Vaccinecommongood.org anzuschließen.

Neben dem aus Bangladesch stammenden Yunus tragen der Pressemitteilung des Yunus Centre zufolge mehr als hundert bekannte Persönlichkeiten den Aufruf mit, darunter 18 NobelpreistrĂ€ger sowie 32 frĂŒhere Staats- und Regierungschefs. Zu den UnterstĂŒtzern zĂ€hlen etwa SĂŒdafrikas Ex-Erzbischof Desmond Tutu, Aktivistin Malala, IOC-PrĂ€sident Thomas Bach, der ehemalige sowjetische Staats- und Parteichef Michael Gorbatschow und Tenor Andrea Bocelli.

Einen Impfstoff gegen das Coronavirus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, gibt es bislang nicht.

Lauterbach fordert neue Corona-Teststrategie

WĂ€hrend Bayern eine Testoffensive startet, macht sich SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach Gedanken ĂŒber die richtige Teststrategie. Er fordert billigere Tests und deren passgenaueren Einsatz. Mehr dazu lesen Sie hier.

Koma-Patientin bringt Kind zur Welt

In Kolumbien hat eine mit dem Coronavirus infizierte Koma-Patientin einen Jungen geboren. Die Ärzte im Versalles-Krankenhaus in der Stadt Cali nahmen einen Kaiserschnitt bei der 36-jĂ€hrigen Diana Angola vor, um den kleinen Jefferson zur Welt zu bringen, wie die Internistin Paula VelĂĄsquez der Nachrichtenagentur AFP sagte. Inzwischen ist Angola wieder gesund – und hofft, das Krankenhaus gemeinsam mit ihrem Sohn bald verlassen zu können.

Jefferson sei 14 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen und habe kurz nach der Geburt wiederbelebt werden mĂŒssen, sagte der an der komplizierten Geburt beteiligte Kinderarzt Edwin Olivo. Obwohl der Junge noch im Inkubator sei, entwickle er sich gut. Das Neugeborene gewinne zunehmend an Gewicht und atme leichter. Ein Coronavirus-Test sei negativ ausgefallen.

Virologe Streeck fordert "Eingreiftruppe fĂŒr Infektionskrankheiten"

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck fordert schnelle Eingriffsmöglichkeiten bei Infektionskrankheiten wie Covid-19 auf nationaler und internationaler Ebene. So mĂŒsse etwa die Weltgesundheitsorganisation WHO gestĂ€rkt werden, sagte Streeck in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Seiner Meinung nach sollte es "ein Emergency Response Team der WHO" geben. "Eine Einheit, die weltweit Infektionen eindĂ€mmen kann."

Prof. Hendrik Streeck: Der Bonner Virologe fordert ein eigenes Einsatzteam im Kampf gegen das Coronavirus.
Prof. Hendrik Streeck: Der Bonner Virologe fordert ein eigenes Einsatzteam im Kampf gegen das Coronavirus. (Quelle: teutopress/imago-images-bilder)

Auch fĂŒr Deutschland wĂŒnscht er sich "eine Eingreiftruppe fĂŒr Infektionskrankheiten". Diese solle ein Verband sein, der national agiere, "nicht ausschließlich auf der Ebene der LĂ€nder". FĂŒr sinnvoll hĂ€lt er, einen solchen Verband "beim Robert Koch-Institut anzudocken". Dieser solle eigenes Eingreifpersonal haben und auch auf das Technische Hilfswerk zurĂŒckgreifen können.

Mehr als 2,5 Millionen Corona-FĂ€lle in den USA gemeldet

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in den USA hat am Samstag die Marke von 2,5 Millionen ĂŒberschritten. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t in Baltimore hervor. Mehr als 125.000 Menschen in den USA sind demnach bereits infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Weltweit steuert die Zahl der Infizierungen auf die 10-Millionen-Marke zu. Die Zahl der Todesopfer in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 weltweit nĂ€hert sich einer halben Million.

Bayern will Corona-Tests "massiv" ausweiten

In Bayern soll sich kĂŒnftig jeder auf das Coronavirus testen lassen können – ganz unabhĂ€ngig davon, ob er Symptome hat. Die Tests sollen "massiv" ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in MĂŒnchen erklĂ€rte. Sie kĂŒndigte eine "Corona-Testoffensive" an.

"Ein Eckpunkt unseres bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darĂŒber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben", betonte Huml. "Allen BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen."

Menschen mit Symptomen, bei denen ein Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung besteht, sollen allerdings Vorrang haben. Ein Schwerpunkt der Tests soll auf Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben liegen. Ziel sei, "grĂ¶ĂŸeren Ausbruchsgeschehen wie in GĂŒtersloh vorzubeugen", sagte die Gesundheitsministerin.

300 GĂ€ste eines Clubs in der Schweiz mĂŒssen in Corona-QuarantĂ€ne

In der Schweiz mĂŒssen 300 Menschen nach dem Besuch eines Clubs vorsorglich in eine zehntĂ€gige QuarantĂ€ne. Mehrere GĂ€ste des Betriebs in ZĂŒrichs waren zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie die Gesundheitsdirektion des Kantons ZĂŒrich am Samstagabend mitteilte. Der Clubbetreiber konnte den Behörden eine Liste mit den Kontaktdaten der Besucher des Clubs vom Abend des 21. Juni aushĂ€ndigen.

Dank dieser Liste habe das Contact-Tracing-Team die GĂ€ste am Samstag ĂŒber die notwendige QuarantĂ€ne informieren können, hieß es. Zuletzt hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz wieder zugenommen. Binnen eines Tages wurden 69 neue FĂ€lle bekannt, etwa drei Mal mehr als zu Wochenbeginn.

"Corona-Rebellen" sorgen fĂŒr Schließung von Kretschmanns Facebook-Seite

Nach einem massiven Angriff durch "Corona-Rebellen und Verschwörungsideologen" auf die Facebook-Seite des baden-wĂŒrttembergischen MinisterprĂ€sidenten Winfried Kretschmann (GrĂŒne) hat das Staatsministerium die Seite vorĂŒbergehend vom Netz genommen. Nach der Veröffentlichung von Kretschmanns jĂŒngstem Podcast am Freitagabend sei die Seite ununterbrochen angegriffen worden, teilte sein Ministerium am Samstag mit. Ein normaler Betrieb der Seite sei nicht mehr möglich gewesen.

Im Sekundentakt wurden demnach "zahlreiche Falschaussagen, VerschwörungserzÀhlungen, Drohungen, Beleidigungen und andere strafrechtlich relevante Inhalte" gepostet. An einer sachlichen Diskussion sei keiner der Störer interessiert gewesen, erklÀrte das Staatsministerium. Vielmehr hÀtten sie auch andere Nutzerinnen und Nutzer massiv attackiert.

Insgesamt gingen laut der ErklĂ€rung in 20 Stunden weit ĂŒber 4.000 Kommentare der Störer ein. Fragen von BĂŒrgern zu den Corona-Maßnahmen der Landesregierung seien dadurch völlig untergegangen. Deshalb habe sich die Pressestelle am Samstag "schweren Herzens" entschieden, die Facebook-Seite vorĂŒbergehend vom Netz zu nehmen. Die Landesregierung sei aber ĂŒber alle weiteren KanĂ€le erreich- und ansprechbar, fĂŒgte das Ministerium hinzu.

Fleischindustrie in NRW muss BeschÀftigte zwei Mal pro Woche testen

Die Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen muss BeschĂ€ftigte auf ihre Kosten kĂŒnftig mindestens zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen. Die neue Vorgabe gelte ab 1. Juli fĂŒr Schlachthöfe, Zerlegebetriebe und vorrangig fleischverarbeitende Betriebe mit mehr als 100 BeschĂ€ftigten und unabhĂ€ngig davon, ob es sich um eigene BeschĂ€ftigte oder Werkvertragsnehmer handele, teilte das NRW-Ministerium fĂŒr Arbeit und Gesundheit in DĂŒsseldorf mit.

In der entsprechenden neuen AllgemeinverfĂŒgung heißt es wörtlich: "Es dĂŒrfen nur Personen in der Produktion eingesetzt werden, die mindestens zweimal pro Woche auf Kosten des Betriebsinhabers auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch PCR-Verfahren getestet werden und dabei ein negatives Testergebnis haben." Die Testung könne im Poolverfahren erfolgen. Die Auswertung mĂŒsse durch ein anerkanntes Labor erfolgen. Die Test-Nachweise seien in dem Betrieb vorzuhalten.

Die VerfĂŒgung enthĂ€lt auch umfangreiche Dokumentationspflichten: Die Unternehmen wĂŒrden verpflichtet, die Namen und Wohn- beziehungsweise Aufenthaltsadressen sĂ€mtlicher auf dem BetriebsgelĂ€nde anwesender Personen zu erheben und fĂŒr vier Wochen aufzubewahren, hieß es. "Die VorfĂ€lle in Coesfeld und GĂŒtersloh zeigen: Offenbar kann sich das Virus unter den Bedingungen eines Schlachthofs beziehungsweise eines fleischverarbeitenden Betriebes besonders gut verbreiten", erklĂ€rte Landesminister Karl-Josef Laumann (CDU) in der Mitteilung. Das frĂŒhzeitige Erkennen von Infektionen sei ein zentraler SchlĂŒssel bei der BekĂ€mpfung des Virus. Auch die Kontaktdaten seien wichtig. "Es kann nicht sein, dass bei einem Ausbruchsgeschehen die Behörden vor Ort tagelang diesen Daten hinterherlaufen mĂŒssen", betonte er.

Massentests in der Bevölkerung bringen neue FÀlle ans Licht

Bei Massentests in der Bevölkerung sind im Kreis GĂŒtersloh Dutzende Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Tausende weitere Testergebnisse stehen noch aus. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Serbische Spitzenpolitiker mit Coronavirus infiziert

Drei hohe AmtstrĂ€ger der serbischen FĂŒhrung sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dabei handelt es sich um die PrĂ€sidentin des vergangenen serbischen Parlaments, Maja Gojkovic, den serbischen Verteidigungsminister Aleksandar Vulin und den Chef der Kosovo-Kanzlei, Marko Djuric, wie die serbische Nachrichtenagentur Tanjug am Samstag meldete. Gojkovic (57) werde mit einer LungenentzĂŒndung im Krankenhaus behandelt, ihr Zustand sei nicht besorgniserregend. Vulin (47) und Djuric (37) begaben sich in hĂ€usliche QuarantĂ€ne, sie haben den Berichten zufolge keine Symptome.

Die drei Politiker gelten als loyale FunktionĂ€re des serbischen PrĂ€sidenten Aleksandar Vucic, der alle wichtigen Entscheidungen selbst trifft. Gojkovic stand seit 2014 dem serbischen Parlament vor. Nach Neuwahlen am Sonntag vor einer Woche soll sich das nĂ€chste Parlament im Juli konstituieren. Die Kosovo-Kanzlei ist das höchste Staatsorgan, das sich mit den Angelegenheiten des heute fast ausschließlich albanisch bevölkerten Kosovos befasst. Serbien erkennt die 2008 proklamierte UnabhĂ€ngigkeit seiner ehemaligen SĂŒdprovinz nicht an.

In Serbien ist die Zahl der Ansteckungen mit dem Virus SARS-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, zuletzt deutlich gestiegen. Allein am Samstag wurden 227 neue FĂ€lle aus den zurĂŒckliegenden 24 Stunden bekannt. Die Gesamtzahl der Ansteckungen stieg damit auf 13.792. Die Zahl der Toten wird mit 267 angegeben

ÜberfĂŒllte StrĂ€nde an der Ostsee: Badeorte ziehen die Notbremse

Das Sommerwetter hat in der Corona-Krise bereits am Samstagmittag zu viele Touristen in die Urlaubsorte Scharbeutz und Haffkrug an der Ostsee gezogen. Die KapazitĂ€tsgrenze fĂŒr ParkplĂ€tze und Strand sei erreicht, teilte die Scharbeutzer BĂŒrgermeisterin Bettina SchĂ€fer in einem Facebook-Post mit.

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"Anreisende GĂ€ste werden nur noch durch unsere Orte durchgeleitet." Anwohner und der öffentliche Nahverkehr hĂ€tten freie Fahrt, auch GĂ€ste zu Ferienwohnungen und Hotels. "Bitte halten Sie Ihre BuchungsbestĂ€tigung bereit", teilte sie weiter mit. Da sich das Wetter am Nachmittag verschlechterte und viele Menschen die StrĂ€nde verließen, konnten auch die Sperrungen wieder aufgehoben werden.

Ministerium: ThĂŒringen erlĂ€sst kein Corona-Einreiseverbot

ThĂŒringen schert bei den neuen Reiseregeln fĂŒr Menschen aus Corona-Risikogebieten aus. "Wir werden kein Einreise- und kein Beherbergungsverbot erlassen", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag auf Anfrage in Erfurt. ThĂŒringen habe dazu bei der Bund-LĂ€nder-Vereinbarung zum Reiseverkehr am Freitag eine entsprechende ProtokollerklĂ€rung abgegeben. Nach dieser Vereinbarung sollen Reisende aus Corona-Risikogebieten in den anderen LĂ€ndern nur dann in Hotels oder Ferienwohnungen aufgenommen werden, wenn sie ein negatives Corona-Test-Ergebnis vorlegen können, das nicht Ă€lter als zwei Tage ist. In ThĂŒringen ist dies demnach nicht nötig.

ThĂŒringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte in einem Video, das das Ministerium auf Twitter verbreitete, "wir orientieren uns an den Maßnahmen und Entscheidungen der Behörden vor Ort".

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Da der westfĂ€lische Kreis GĂŒtersloh keine Aus- und Einreiseverbote erlassen habe, "werden wir auch in ThĂŒringen solche Einreiseverbote nicht vollziehen". In dem Kreis gibt es viele Corona-Infizierte beim Fleischproduzenten Tönnies.

Der Sprecher der Ministerin sagte, auch negative Corona-Testergebnisse, die nach der Bund-LĂ€nder-Vereinbarung in Hotels vorgelegt werden sollen, böten keine 100-prozentige Sicherheit. Wichtig sei, das die Infektionsschutzvorschriften mit Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung eingehalten wĂŒrden. In ThĂŒringen gibt es in vielen Kreise seit geraumer zeit keine Corona-Neuinfektionen mehr. Der Tourismus mit StĂ€dtetouristen sowie Aktiv- und Wanderurlaubern ist eine wichtige Wirtschaftsbranche.

Bundesweite BeschrĂ€nkungen fĂŒr Reisende aus Corona-Risiko-Kreisen

Angesichts der stark gestiegenen Zahlen an Corona-Infizierten in einzelnen Regionen Deutschlands haben sich Bund und LĂ€nder am Freitag auf neue BeschrĂ€nkungen fĂŒr Reisende geeinigt. Reisende aus Landkreisen oder kreisfreien StĂ€dte mit mehr als 50 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage dĂŒrfen nur noch eine Übernachtung buchen, wenn sie nachweisen können, dass sie nicht infiziert sind. Darauf einigten sich das Kanzleramt und die Staatskanzleichefs der 16 LĂ€nder. ThĂŒringen schert aber aus und hat in einer Protokollnotiz festgehalten, dass die örtlichen GesundheitsĂ€mter selbst ĂŒber das Vorgehen entscheiden.

Reisende aus Risiko-Kreisen wie etwa GĂŒtersloh mĂŒssen ein Ă€rztliches Zeugnis vorweisen, das bestĂ€tigt, dass sie nicht im Verdacht stehen, an dem Coronavirus erkrankt zu sein. "Ein aus einem fachĂ€rztlichen Labor stammender Befund ist ein Ă€rztliches Zeugnis", heißt es in dem Beschluss. Ein Test muss höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden seien. Bund und LĂ€nder einigten sich darauf, dass bei einem sehr klar lokal begrenzten Corona-Ausbruch die Vorschrift auch auf den genauen Ort begrenzt werden können und nicht den gesamten Kreis betreffen mĂŒssen. Mit der Maßnahme wollen Bund und LĂ€nder die Ausbreitung des Coronavirus eindĂ€mmen. Zudem sollen die Testungen in den stark betroffenen Kreisen auch an symptomfreien Personen ausgeweitet werden. DafĂŒr will der Bund die Kosten ĂŒbernehmen.

Bund und LĂ€nder wollen in zwei Wochen beraten, wie sie weiter vorgehen. Nachdem etliche Reisende aus dem Kreis GĂŒtersloh in anderen BundeslĂ€ndern Probleme bekommen hatten, hatte Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Armin Laschet (CDU) auf eine möglichst bundesweit einheitliche Regelung gepocht, um Diskriminierungen zu vermeiden.

"Vor dem Herbst": Söder warnt vor frĂŒher zweiter Corona-Welle

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) warnt vor einer zweiten Corona-Welle. "Wir mĂŒssen wirklich aufpassen", sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. "Wir dĂŒrfen nicht riskieren, dass wir sogar noch schneller als befĂŒrchtet, vor dem Herbst, eine zweite Welle bekommen, eine schleichende Welle, und ĂŒberall regionale Lockdowns bekommen." In der vergangenen Woche sei "unglaublich viel passiert", sagte er mit Blick auf AusbrĂŒche im Kreis GĂŒtersloh, in Niedersachsen oder Berlin. Darum sei es unangebracht, darĂŒber zu streiten, "ob diese Maßnahmen zuviel oder zu wenig sind" - sondern man mĂŒsse "handeln und entscheiden".

Grundschule in Baden-WĂŒrttemberg wegen Coronavirus geschlossen

Eine Grundschule in Göppingen in Baden-WĂŒrttemberg ist wegen des Coronavirus geschlossen worden. Bei einem Kind, das die Schule besuche, sei eine Infektion mit dem Virus festgestellt worden, teilte ein Sprecher der Stadt Göppingen am Freitagabend mit. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt bleibe die Grundschule daher bis einschließlich Mittwoch geschlossen. An diesem Samstag sollten SchĂŒler und Lehrer auf das Coronavirus getestet werden. An der Uhland-Grundschule werden rund 250 SchĂŒler in zwölf Klassen unterrichtet, wie auf der Internetseite der Stadt zu lesen ist.

687 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 687 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193.243 Menschen in Deutschland nachweislich mit SARS-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frĂŒhen Samstagmorgen meldete (Datenstand 27.06., 0 Uhr).

8.954 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-SchĂ€tzungen ĂŒberstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-SchÀtzungen mit Datenstand 26.6., 0.00 Uhr, bei 0,57 (Vortag: 0,59). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Rekord bei Corona-Neuinfektionen in den USA – Trump beschwichtigt

Mit rund 40.000 gemeldeten FĂ€llen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA einen neuen Höchststand erreicht. Damit ist der bisherige Rekord von rund 36.400 Neuinfektionen vom 24. April ĂŒbertroffen, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t hervorgeht. Noch vor zwei Wochen lagen die tĂ€glich gemeldeten Infektionszahlen bei etwas mehr als der HĂ€lfte des Wertes vom Donnerstag.

Donald Trump im Garten des Weißen Hauses: Der US-PrĂ€sident hat den Corona-Infektionsrekord in den USA mit gestiegenen TestkapazitĂ€ten begrĂŒndet.
Donald Trump im Garten des Weißen Hauses: Der US-PrĂ€sident hat den Corona-Infektionsrekord in den USA mit gestiegenen TestkapazitĂ€ten begrĂŒndet. (Quelle: ap-bilder)

US-PrĂ€sident Trump spielte die steigenden Fallzahlen schon vor Bekanntwerden des Rekords herunter. "Wenn wir nicht testen wĂŒrden, hĂ€tten wir keine FĂ€lle", sagte Trump in einem am Donnerstagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Senders Fox News. Die USA hĂ€tten bislang rund 30 Millionen Menschen auf das Virus getestet, mehr als jedes andere Land der Welt. Trumps EinschĂ€tzung zufolge geht darauf die hohe Zahl der nachgewiesenen Infektionen in den USA zurĂŒck.

Merkel: Deutschland kann sich höhere Verschuldung erlauben

Angesichts der beispiellosen Herausforderung durch die Corona-Pandemie darf Deutschland nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Europa nicht nur an sich selbst denken. Man mĂŒsse in diesen Zeiten vielmehr zu einem "außergewöhnlichen Akt der SolidaritĂ€t bereit" sein, sagte Merkel der "SĂŒddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe) und fĂŒnf weiteren europĂ€ischen Zeitungen unmittelbar vor Beginn der deutschen EU-RatsprĂ€sidentschaft am 1. Juli. Sie rief die EU auf, den "starken europĂ€ischen Binnenmarkt zu erhalten und in der Welt geschlossen aufzutreten".

Merkel verteidigte den von Deutschland und Frankreich angeschobenen Wiederaufbaufonds. In einer solchen Krise mĂŒsse man das Notwendige tun, "und das Notwendige ist in diesem Fall etwas Außergewöhnliches". Deutschland könne sich mit seiner niedrigen Verschuldungsrate eine höhere Verschuldung erlauben. Es liege im deutschen Interesse, dass der Binnenmarkt stark sei, Europa zusammenwachse und nicht auseinanderfalle. "Was gut fĂŒr Europa ist, war und ist gut fĂŒr uns." Allerdings sollte man nicht zu oft die Existenzfrage stellen, sondern seine Arbeit tun.

Pence sieht Erfolge beim Kampf gegen Coronavirus in USA

Trotz Rekordzahlen bei Corona-Neuinfektionen in den USA sieht US-VizeprĂ€sident Mike Pence Erfolge im Kampf gegen das Virus. "Wir haben wirklich bemerkenswerte Fortschritte gemacht", sagte Pence am Freitag beim ersten Briefing der Coronavirus-Taskforce des Weißen Hauses seit fast zwei Monaten. Zwar steige die Zahl der bestĂ€tigten Neuinfektionen besonders in sĂŒdlichen Bundesstaaten. Die Zahl der Todesopfer sinke aber landesweit. Die Lage sei daher deutlich besser als vor zwei Monaten. Pence fĂŒhrte die steigende Zahl der bestĂ€tigten Neuinfektionen unter anderem auf die Ausweitung der Tests zurĂŒck - Ă€hnlich argumentiert US-PrĂ€sident Donald Trump.

Laschet verteidigt Lockdown und schließt Änderung nicht aus

NRW-MinisterprĂ€sident Armin Laschet (CDU) hat den "Lockdown" fĂŒr die Kreise GĂŒtersloh und Warendorf verteidigt. Man habe "intensiv abgewogen, ob man einzelne StĂ€dte aus dem Kreis aus den Regelungen herausnehmen kann, wofĂŒr es viele gute GrĂŒnde gibt", sagte Laschet den "WestfĂ€lischen Nachrichten" (MĂŒnster/Samstagsausgabe).

Die Verabredung der LĂ€nder mit der Bundesregierung und dem Robert Koch-Institut sehe aber bewusst Regeln fĂŒr das gesamte Kreisgebiet vor. "FĂŒr die Zukunft wird man da vielleicht ĂŒber neue Mechanismen nachdenken mĂŒssen", so Laschet.

Nach Corona-Ausbruch: Wiesenhof-Betrieb bei Oldenburg wird eingestellt

Der Betrieb im von einem Corona-Ausbruch betroffenen Wiesenhof-Schlachthof bei Oldenburg wird mit Ende des Freitags eingestellt. Dies erklĂ€rte Landrat Carsten Harings auf einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag. 46 von 1200 BeschĂ€ftigten seien bisher positiv getestet worden. "Das Geschehen ist durchaus geeignet, eine grĂ¶ĂŸere Rolle in der Region zu spielen", sagte Harings. Es bestehe ein "unkalkulierbares Risiko".

Auch fĂŒr bisher noch nicht positiv getestete Angestellte hat die Entscheidung Folgen: "Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nun als Kontaktpersonen ersten Grades unter QuarantĂ€ne gestellt", erklĂ€rte Harings weiter. "Ich halte diese Entscheidung fĂŒr unerlĂ€sslich zum Wohle der Menschen dieses Landkreises."

Schwedens Staatsepidemiologe: UnverstĂ€ndnis fĂŒr WHO-EinschĂ€tzung

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell hat mit UnverstÀndnis auf die Einordnung Schwedens als besonderes Risikoland durch die WHO reagiert. "Das ist leider eine totale Fehldeutung der Daten", sagte Tegnell am Freitagmorgen im Morgenstudio des schwedischen Fernsehsenders SVT.

Schweden habe steigende Fallzahlen, die jedoch darauf beruhten, dass das Land deutlich mehr Tests durchfĂŒhre als vorher, sagte Tegnell. "Es ist unglĂŒcklich, Schweden mit LĂ€ndern zu vermischen, die zuvor ĂŒberhaupt keine Probleme hatten und offenbar erst am Anfang ihrer Epidemie stehen." Die WHO hĂ€tte sich vermutlich einfach in Stockholm melden sollen, dann hĂ€tte man ihr ein detaillierteres Bild der schwedischen Situation geben können, sagte Tegnell.

Park in Stockholm: Die WHO sprach von einer beschleunigten Übertragungsrate – auch in Schweden.
Park in Stockholm: Die WHO sprach von einer beschleunigten Übertragungsrate – auch in Schweden. (Quelle: TT/imago-images-bilder)

Der Leiter des WHO-RegionalbĂŒros Europa, Hans Kluge, hatte erklĂ€rt, in elf LĂ€ndern habe eine beschleunigte Übertragungsrate zu einem sehr deutlichen Wiederaufleben des Coronavirus gefĂŒhrt – darunter neben Schweden LĂ€nder wie Armenien, Aserbaidschan, Albanien und die Ukraine. In diesen LĂ€ndern wĂŒrden starke Belastungen fĂŒr das Gesundheitswesen drohen, wenn nicht entschieden gegen die Ausbreitung vorgegangen werde, so Kluge. Mehr zu Schwedens Sonderweg lesen Sie hier.

Rekordwerte: USA und Brasilien melden 40.000 Neuinfektionen

Die Lage in den USA und in Brasilien ist dramatisch. In beiden LÀndern werden am Donnerstag etwa 40.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Die Zahl der bekannten Neuinfektionen in den USA steigt nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters auf einen Rekordwert. Demnach wurden mindestens 39.818 neue FÀlle registriert. Der bisherige Höchstwert lag am 24. April bei 36.426. In dieser Woche haben die Bundesstaaten Alabama, Arizona, Kalifornien, Florida, Idaho, Mississippi, Missouri, Nevada, Oklahoma, South Carolina und Wyoming Rekordanstiege gemeldet.

In Brasilien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 39.483 neue Infektionen und 1.141 weitere TodesfÀlle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,2 Millionen bekannte FÀlle und 54.971 TodesfÀlle.

Mehrheit der Deutschen fĂŒr schĂ€rfere Auflagen in Fleischindustrie

Die Mehrheit der Deutschen ist laut ZDF-Politbarometer fĂŒr neue Auflagen in der Fleischindustrie. 92 Prozent der Befragten wĂ€ren auch dafĂŒr, wenn das Fleisch teurer wĂŒrde. Dass die meisten Menschen bereit wĂ€ren, dann auch mehr Geld fĂŒr Fleisch und Wurst auszugeben, glauben aber nur 55 Prozent. Die Corona-Auflagen in den nordrhein-westfĂ€lischen Landkreisen GĂŒtersloh und Warendorf nach den Corona-Infektionen beim Fleischverarbeiter Tönnies halten 89 Prozent der Befragten fĂŒr richtig. Die meisten (56 Prozent) sind generell mit den aktuellen Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen zufrieden, 32 Prozent gehen diese Lockerungen zu weit - nur zehn wollen weitere Lockerungen.

Einreise in Großbritannien bald ohne QuarantĂ€ne möglich?

Die britische Regierung arbeitet Umweltminister George Eustice zufolge an Lockerungen der QuarantĂ€ne-Regel fĂŒr Reisende aus dem Ausland. Dabei gehe es um Reisende aus LĂ€ndern, in denen ein geringeres Risiko bestehe, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, sagt Eustice im BBC-Fernsehen. Verkehrsminister Grant Shapps prĂŒfe diese Möglichkeit sehr genau. Einen Zeitrahmen dafĂŒr könne er aber nicht nennen. Die Regierung in London ist in die Kritik geraten, weil sie bei Einreisen eine QuarantĂ€ne verlangt, wĂ€hrend andere europĂ€ische LĂ€nder ihre ReisebeschrĂ€nkungen in der Corona-Krise wieder weitgehend aufgehoben haben.

Umfrage zeigt: Wenig Vertrauen in Corona-Warn-App

Die neue Corona-Warn-App ist millionenfach heruntergeladen worden – aber das Vertrauen in ihre Wirksamkeit ist einer Umfrage zufolge relativ gering. Nur 38 Prozent gehen davon aus, dass diese App einen großen Beitrag zur Begrenzung der Pandemie in Deutschland leisten wird, wie das ZDF-Politbarometer zeigt. Eine Mehrheit von 56 Prozent bezweifelt dies. Vor allem die AnhĂ€nger der GrĂŒnen (62 Prozent), der FDP (70 Prozent) und der AfD (90 Prozent) Ă€ußern sich kritisch.

QuarantÀne in Göttinger Wohnblock beendet

Die Corona-bedingte QuarantĂ€ne fĂŒr einen Wohnkomplex in Göttingen mit rund 700 Bewohnern ist beendet. Die Verpflichtung sei planmĂ€ĂŸig um Mitternacht ausgelaufen, sagte ein Stadtsprecher am Morgen. Der Zaun werde auf einer Seite derzeit abgebaut. An einer anderen Straße bleibt der Zaun allerdings noch stehen – dort finden Ein- und Auslasskontrollen statt, um sicherzustellen, dass einzelne Bewohner, fĂŒr die noch eine QuarantĂ€ne-Pflicht gilt, das GelĂ€nde nicht verlassen. Bis Dienstag soll es zweimal tĂ€glich kostenlose Mahlzeiten geben. Ziel der QuarantĂ€ne war, den Infektionsausbruch mit rund 120 nachgewiesenen Ansteckungen zu begrenzen.

Spahn warnt vor Diskriminierung von BĂŒrgern aus Ostwestfalen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat nach dem Coronavirus-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies vor einer Diskriminierung von BĂŒrgern aus Ostwestfalen gewarnt. BĂŒrger mit Autokennzeichen aus den betroffenen Kreisen GĂŒtersloh und Warendorf seien beschimpft und ihre Wagen zerkratzt worden, sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). Diese "Art von Stigmatisierung" sei falsch. Das Virus könne jeden in jeder Region zu jeder Zeit erwischen.

Einzelne BundeslÀnder wollen Sommerurlauber aus Ostwestfalen nicht mehr beherbergen. Spahn riet dazu, sich als Betroffener freiwillig testen zu lassen. Wer einen frischen Test vorweisen könne und frei von dem Coronavirus sei, könne auch reisen.

Bericht: Heimgekehrter Bulgare mit Corona infiziert

Ein nach dem Covid-19-Ausbruch in einer Schlachtfabrik der Firma Tönnies heimgekehrter bulgarischer Mitarbeiter ist nach einem Fernsehbericht mit dem Coronavirus infiziert. Der Test auf das Virus sei positiv ausgefallen, sagte der BĂŒrgermeister des sĂŒdwestbulgarischen Beliza, Radoslaw Rewanski, am Donnerstag dem Fernsehsender bTV. Der Mann und seine Familie seien nach ihrer Heimkehr erneut auf das Coronavirus getestet worden, da sie, wie es hieß, die Ergebnisse der Tests in Deutschland nicht gewusst hĂ€tten.

Bei der Tochter des Infizierten seien dem Bericht zufolge Antikörper gegen das Coronavirus nachgewiesen worden. Die dreiköpfige Familie steht nunmehr in Beliza unter QuarantÀne.

Bulgarien will alle aus Deutschland zurĂŒckgekehrte Tönnies-Mitarbeiter ausfindig machen, um eine mögliche weitere Verbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Doch dies wird dadurch erschwert, dass die Behörden an der Grenze nicht erfahren, wer genau woher kommt, falls die Einreisenden das nicht selbst angeben. Zudem mĂŒssen Einreisende aus Deutschland in Bulgarien nicht mehr in QuarantĂ€ne. In Bulgarien, das soweit relativ schwach von der Pandemie betroffen wurde, wurden bis Donnerstag insgesamt 4.242 Coronavirus-FĂ€lle identifiziert. Es starben 209 Infizierte.

Norwegen und DÀnemark lockern ReisebeschrÀnkungen

Norwegen und DĂ€nemark haben weitere Lockerungen ihrer ReisebeschrĂ€nkungen zur EindĂ€mmung der Corona-Pandemie angekĂŒndigt. Ab Samstag dĂŒrfen die DĂ€nen wieder in die meisten europĂ€ischen LĂ€nder reisen, wie die Regierung in Kopenhagen am Donnerstag mitteilte. Voraussetzung fĂŒr die Aufhebung der Reisewarnung ist vor allem, dass die Zahl der Neuinfektionen im jeweiligen Land unter 20 pro 100.000 Einwohner liegt.

Norwegen will seine ReisebeschrĂ€nkungen, die bislang mit die strengsten in Europa sind, am 15. Juli weiter lockern, wie MinisterprĂ€sidentin Erna Solberg ankĂŒndigte. Norwegen, das zwar nicht EU-Mitglied ist, aber dem Schengenraum angehört, hat seine Grenzen aktuell fĂŒr die meisten AuslĂ€nder ohne Wohnsitz in Norwegen geschlossen. FĂŒr die Norweger selbst sind Auslandsreisen zwar nicht offiziell verboten, bei RĂŒckkehr ist aber eine zehntĂ€gige QuarantĂ€ne vorgeschrieben.

Studie: Deutlich mehr Amerikaner infiziert

In den USA haben sich nach SchĂ€tzungen der Gesundheitsbehörde CDC wohl rund zehnmal mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als bislang bekannt. "FĂŒr jeden Fall, den wir verzeichnet haben, gab es wahrscheinlich zehn weitere Infektionen", sagte CDC-Direktor Robert Redfield bei einer telefonischen Pressekonferenz am Donnerstag. Das sei vor allem auf asymptomatische Infektionen zurĂŒckzufĂŒhren und darauf, dass in den USA in den ersten Monaten des Ausbruchs deutlich weniger getestet worden sei als jetzt. "Mit den Methoden, die wir im April und Mai benutzt haben, haben wir wahrscheinlich rund zehn Prozent der Infektionen verzeichnet."

Die Behörde gibt derzeit fĂŒr die USA mehr als 2,3 Millionen bekannte Corona-Infektionen an - mehr nachgewiesene FĂ€lle als jedes andere Land der Welt. Mehr als 121.000 Menschen starben laut CDC infolge einer Covid-19-Erkrankung.

Mehr als 25.000 Todesopfer in Mexiko

In Mexiko ist die Zahl der offiziell registrierten Infektionen mit dem Coronavirus auf mehr als 200.000 und die der Todesopfer auf mehr als 25.000 gestiegen. Nach Angaben der Regierung vom Donnerstag kamen in den vorherigen 24 Stunden 6.104 Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 und 1024 TodesfĂ€lle infolge einer Covid-19-Erkrankung hinzu. Im internationalen Vergleich rĂŒckte das nordamerikanische Land nach Statistiken der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t in den USA bei der Anzahl der Infektionen an Frankreich vorbei auf den 11. Platz. Die Zahl der Toten ist die siebthöchste der Welt.

Die wahren Zahlen dĂŒrften in Mexiko allerdings noch deutlich höher liegen. Äußerst wenige Menschen werden dort auf das Coronavirus getestet. Nach Statistiken, die von Forschern der englischen Oxford-UniversitĂ€t zusammengetragen wurden, lag die Zahl der tĂ€glich durchgefĂŒhrten Tests in Mexiko zuletzt bei 3,46 pro 1.000 Einwohner - in Deutschland waren es 64,6 und in den USA 86,31.

Hans: Reisen aus Corona-Hotspots verbieten

Der saarlĂ€ndische MinisterprĂ€sident Tobias Hans (CDU) hat sich fĂŒr ein Verbot von Reisen aus Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen ausgesprochen. Eine "bundesweit einheitliche Verfahrensweise" gegenĂŒber "Reisenden aus betroffenen Gebieten" sei nötig, teilte er am Donnerstag in SaarbrĂŒcken mit. "Damit lokal begrenzte Lockdowns funktionieren, sollten Reisen aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen nicht möglich sein." Zuvor hatten Medien darĂŒber berichtet.

Hans habe in einem Schreiben an den Vorsitzenden der MinisterprĂ€sidentenkonferenz, Markus Söder (CSU), vorgeschlagen, "dass Bund und LĂ€nder gemeinsam Kriterien und daraus abzuleitende Maßnahmen festlegen". Damit solle "ein Flickenteppich verschiedener Regelungen" vermieden werden. Derzeit werde im LĂ€nderkreis darĂŒber beraten. Die Saar-Regierung erwĂ€ge "im Geleitzug anderer LĂ€nder" einen entsprechenden Passus in einer neuen Verordnung zur BekĂ€mpfung der Corona-Pandemie, die am 29. Juni in Kraft treten solle.

Coronavirus wanderte wohl von Schlachthof zu Schlachthof

Zwischen den großen AusbrĂŒchen in den Schlachthöfen von Tönnies und des Konkurrenten Westcrown gibt es Verbindungen. Offenbar trafen sich infizierte Mitarbeiter beider Unternehmen. Den exklusiven Bericht von t-online.de lesen Sie hier.

Antikörper-Studie: Viele BĂŒrger Ischgls waren infiziert

Im österreichischen Ischgl war ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der Medizinischen UniversitĂ€t Innsbruck haben 42,4 Prozent der in einer umfassenden Studie untersuchten BĂŒrger Antikörper auf das Coronavirus entwickelt. Das sei der weltweit höchste bisher publizierte Wert, sagte die Direktorin des Instituts fĂŒr Virologie, Dorothee von Laer, am Donnerstag in Innsbruck. Antikörper im Blut gelten als Nachweis fĂŒr eine durchgemachte Infektion.

Ischgl mit seinen AprĂšs-Skibars gilt als Brennpunkt fĂŒr die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas. Nach Angaben österreichischer Behörden waren zeitweise 40 Prozent aller FĂ€lle im Inland auf Ischgl zurĂŒckzufĂŒhren. Auch viele deutsche Touristen haben sich nach ihrer Überzeugung in Ischgl angesteckt. Eine Kommission im Bundesland Tirol soll nun das stark kritisierte Krisenmanagement unter die Lupe nehmen.

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AuffĂ€llig sei, dass von den positiv auf Antikörper getesteten Personen zuvor nur 15 Prozent die Diagnose erhalten hatten, infiziert zu sein, sagte von Laer. "85 Prozent derjenigen, die die Infektion durchgemacht haben, haben das unbemerkt durchgemacht." Trotz des hohen Antikörper-Werts sei auch in Ischgl keine Herden-ImmunitĂ€t erreicht. Entscheidend fĂŒr den RĂŒckgang der FĂ€lle seien die QuarantĂ€ne und die soziale Distanz gewesen, hieß es.

Rund 80 Prozent der Ischgler Bevölkerung nahmen an der Studie teil. 1.473 Probanden waren zwischen 21. und 27. April untersucht worden.

2.000 Tests in GĂŒtersloh durchgefĂŒhrt – nur einer positiv

Mit massenhaften Corona-Tests will die Landesregierung in NRW den Ausbruch in dem Virus-Hotspot rund um GĂŒtersloh eindĂ€mmen. Nun gibt es erste Ergebnisse: Von 2.000 aktuell durchgefĂŒhrten Corona-Tests im Kreis ist nur einer positiv ausgefallen. Das sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses.

Weitere EinschrĂ€nkungen fĂŒr Urlauber aus Corona-Hotspots

Weitere BundeslĂ€nder wollen EinschrĂ€nkungen fĂŒr Urlauber aus Corona-Hotspots beschließen: So will Baden-WĂŒrttemberg Reisende aus dem nordrhein-westfĂ€lischen Risikogebiet nicht mehr im Land ĂŒbernachten lassen. Das Beherbergungsverbot fĂŒr Besucher aus dem Kreis GĂŒtersloh mit erhöhtem Infektionsgeschehen soll schnell in Kraft treten. Es gelte, sobald die Verordnung vom Sozial- und vom Wirtschaftsministerium notverkĂŒndet werde, teilte das Staatsministerium in Stuttgart mit.

Auch Sachsen-Anhalt will EinschrĂ€nkungen fĂŒr Urlauber nicht ausschließen. "Ich will nicht verhehlen, dass wir am nĂ€chsten Dienstag im Kabinett eine neue Verordnung beschließen – und dass wir durchaus auch derzeit sehr stark erwĂ€gen, in dieser Verordnung ein sogenanntes Beherbergungsverbot aufzunehmen", sagte MinisterprĂ€sident Reiner Haseloff (CDU) am Donnerstagmorgen im Interview mit "MDR Aktuell". Urlauber aus Risikogebieten könnten dann etwa keine Hotelzimmer mehr in Sachsen-Anhalt buchen. Als weitere Möglichkeit fĂŒhrte Haseloff QuarantĂ€ne-Regelungen fĂŒr Urlauber an. Die Frage sei "nicht ob, sondern wie" man entsprechende Regelungen durchsetzen werde.

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Haseloff sprach sich außerdem dafĂŒr aus, dass sich die BundeslĂ€nder im Umgang mit Menschen aus Risikogebieten auf gemeinsame Richtlinien einigen sollten. In den vergangenen Tagen hatten Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein EinschrĂ€nkungen fĂŒr Urlauber aus solchen Regionen angeordnet. Ausgenommen sind in der Regel Menschen, die ĂŒber einen negativen Corona-Test verfĂŒgen und ein Ă€rztliches Attest vorweisen.

Migranten wollen nicht abgeschoben werden: Tausende klagen gegen eine Regelung der Bundesregierung.
Migranten wollen nicht abgeschoben werden: Tausende klagen gegen eine Regelung der Bundesregierung. (Quelle: Zuma Wire/imago-images-bilder)

Migranten klagen gegen Abschiebe-Sonderregelung

Tausende Migranten klagen gegen eine deutsche Abschiebe-Sonderregelung in der Corona-Krise. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die GrĂŒnen-Bundestagsfraktion hervor. Nach den Dublin-Regeln ist normalerweise jenes Land fĂŒr AsylantrĂ€ge zustĂ€ndig, auf dessen Boden Schutzsuchende zuerst den Boden der EuropĂ€ischen Union betreten haben. Auch Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein sind Teil des Systems. Wenn diese Menschen in andere europĂ€ische Staaten wie Deutschland weiterziehen, können diese sie in der Regel binnen sechs Monaten dorthin zurĂŒckschicken – danach werden sie selbst fĂŒr deren Asylantrag zustĂ€ndig.

In der Corona-Krise hat Deutschland diese sogenannten Dublin-Überstellungen im MĂ€rz ausgesetzt und erst Mitte Juni wieder aufgenommen. WĂ€hrenddessen hat das Bundesinnenministerium auch die Sechs-Monats-Frist fĂŒr vorĂŒbergehend außer Kraft erklĂ€rt, um die Menschen spĂ€ter ĂŒberstellen zu können. Bis zum 1. Juni informierte das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) laut Ministerium rund 21.700 Asylbewerber ĂŒber die Aussetzung der Frist. Andernfalls wĂ€re in rund 2.600 FĂ€llen die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr das Asylverfahren an Deutschland ĂŒbergegangen. 9.300 Klagen gegen den Bescheid des Bamf waren Anfang Juni noch anhĂ€ngig.

Corona-Infektionsrate in Brasilien steigt steil an

In Brasilien hat die Rate der Neuinfektionen mit dem Coronavirus stark zugenommen. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 42.725 Ansteckungen verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in Brasília am Mittwoch mitteilte. Dies ist die bislang zweithöchste Zahl von registrierten Neuinfektionen im bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land.

Insgesamt wurden in Brasilien bislang mehr als 1,18 Millionen InfektionsfÀlle verzeichnet. Die offizielle Zahl der Corona-Todesopfer stieg um weitere 1.185 Verstorbene auf 53.830. Die brasilianische Corona-Kurve sei im "steilen Anstieg", dabei befinde sich das Land noch in der ersten Ausbreitungswelle des Virus, sagte der Wissenschaftler Domingos Alves, der einer mit der Pandemie befassten Forschergruppe angehört.

Mehrere brasilianische Bundesstaaten hatten gleichwohl zuletzt mit einer Lockerung der Corona-Restriktionen begonnen.

Eine Familie sitzt auf einem Fußballfeld in der Favela Paraisopolis in Sao Paulo: Die Neuinfektionen in dem lateinamerikanischen Land steigen weiter rasant an.
Eine Familie sitzt auf einem Fußballfeld in der Favela Paraisopolis in Sao Paulo: Die Neuinfektionen in dem lateinamerikanischen Land steigen weiter rasant an. (Quelle: Andre Penner/AP/dpa)

Australische Regierung entsendet rund tausend Soldaten nach Melbourne

Die australische Regierung entsendet im Kampf gegen das Coronavirus rund tausend Soldaten in die Millionenmetropole Melbourne. Bis zu 850 von ihnen sollten kontrollieren, ob aus dem Ausland eingetroffene Reisende die vorgeschriebene 14-tĂ€gige QuarantĂ€ne einhalten, teilte Verteidigungsministerin Linda Reynolds am Donnerstag mit. Weitere 200 Soldaten sollen nach ihren Angaben logistische und medizinische UnterstĂŒtzung von Coronavirus-Testeinrichtungen leisten.

Eine deutliche Zunahme der Coronavirus-Neuinfektionen im Bundesstaat Victoria hat in Australien große Besorgnisse ausgelöst. Die meisten davon traten in der Regionalhauptstadt Melbourne auf. Die Behörden in Victoria verzeichneten in den vergangenen Tagen knapp 150 neue InfektionsfĂ€lle. Viele der Neuinfektionen in Melbourne – der nach Sydney zweitgrĂ¶ĂŸten Stadt des Landes –stehen offenbar im Zusammenhang mit einem Hotel, in dem aus dem Ausland zurĂŒckgekehrte Australier unter QuarantĂ€ne gestellt waren. Auch ein BekleidungsgeschĂ€ft im Norden der Stadt zĂ€hlt zu den neuen Infektionsherden.

Die australischen StreitkrĂ€fte sind bereits jetzt im Kampf gegen die Pandemie im Einsatz. So bewachen Soldaten etwa die Grenzen von Bundesstaaten, die fĂŒr Besucher von außerhalb geschlossen sind. Auch unterstĂŒtzt das MilitĂ€r Gesundheits- und Notdienste. Einen solch massiven Corona-Einsatz der Armee in einer australischen Großstadt wie die jetzt fĂŒr Melbourne angekĂŒndigte Entsendung gab es bisher aber noch nicht.

LKA: Kriminelle Clans in NRW könnten Corona-Gelder erhalten haben

Das nordrhein-westfÀlische Landeskriminalamt (LKA) geht dem Verdacht nach, dass kriminelle Clans staatliche Corona-Soforthilfegelder abgegriffen haben könnten. Mehr dazu lesen Sie hier.

SPD will ImmunitÀtsausweis womöglich doch zustimmen

Die SPD ist unter bestimmten Voraussetzungen nun womöglich doch zur EinfĂŒhrung eines Corona-ImmunitĂ€tsausweises bereit. Auf das Virus getestete Menschen hĂ€tten einen Anspruch auf einen solchen Nachweis, sagte die stellvertretende Fraktionschefin und Gesundheitspolitikerin BĂ€rbel Bas der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung". Entscheidend sei aber, dass der Ausweis nicht zu einer "Zwei-Klassen-Gesellschaft von Menschen mit ImmunitĂ€t und solchen ohne" fĂŒhre. Hier lesen Sie mehr.

SchÀuble: Hoffe, dass wir gesellschaftlichen Zusammenhalt stÀrken

BundestagsprĂ€sident Wolfgang SchĂ€uble hofft, dass die Gesellschaft die Corona-Krise zum Anlass fĂŒr VerĂ€nderungen nimmt. "Meine grĂ¶ĂŸte Sorge ist, dass wir glauben, es wird alles einfach so weitergehen. Es war ein kurzer Betriebsunfall und wir machen genauso weiter, wie es vorher war", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. "Meine grĂ¶ĂŸte Hoffnung ist deshalb, dass wir die Erfahrung dieser Pandemie wirklich nutzen, um uns selbst, jeder fĂŒr sich, aber auch fĂŒr die Welt als Ganzes zu fragen: Was haben wir in der Vergangenheit ĂŒbertrieben? Was können wir fĂŒr die Zukunft besser machen?"

Er hoffe, dass Europa "nun wirklich handlungsfĂ€higer und einiger wird". "Ich hoffe, dass wir unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt stĂ€rken, der in der Krise gewachsen ist." Er erinnerte etwa an spontane Nachbarschaftshilfe. "Wenn davon viel erhalten bleibt, dann werden wir sagen können: Es war eine fĂŒrchterliche Krise, aber sie hat uns in vielem auch vorangebracht."

Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Krise ĂŒberwunden werden könne: "Wir werden das schaffen." Aber danach werde vieles anders sein als vorher. Positiv dabei sei: "Wir können jetzt Dinge verĂ€ndern, die wir in der Vergangenheit gerne geĂ€ndert hĂ€tten, es aber nicht konnten oder wollten. Darin liegt die Chance."

Qantas streicht wegen Corona-Krise 6.000 Stellen

Die australische Fluggesellschaft Qantas Airways plant infolge der der Coronavirus-Krise mindestens 20 Prozent ihrer Belegschaft abzubauen und ĂŒber Abschreibungen rund 1,3 Milliarden Dollar LiquiditĂ€t aufzubringen. "Wir mĂŒssen uns fĂŒr mehrere Jahre positionieren, wenn der Umsatz viel niedriger ausfĂ€llt", sagte Qantas-Chef Alan Joyce bei der Vorstellung eines Drei-Jahres-Plans. "Und das bedeutet, kurzfristig eine viel kleinere Fluggesellschaft zu werden."

Qantas kĂŒndigte an, mindestens 6.000 Stellen unter den 29.000 Mitarbeiter zu streichen, weitere 15.000 Mitarbeiter blieben vorĂŒbergehend freigestellt, bis vor allem der internationale Flugverkehr wieder zunehme. Joyce sagte, rund 100 Flugzeuge mĂŒssten zudem fĂŒr bis zu 12 Monate oder lĂ€nger am Boden bleiben, die sechs in der Flotte verbliebenen Boeing 747 sollen sofort – und nicht wie geplant erst in sechs Monaten – in den Ruhestand geschickt werden. Zudem wolle die Fluggesellschaft ĂŒber die Abschreibung ihrer derzeit stillgelegten Airbus A380-Flotte bis zu 1,3 Milliarden Dollar aufbringen, um die LiquiditĂ€t des Unternehmens zu sichern.

Steigen Ticketpreise bei Deutscher Bahn und Lufthansa?

Die Deutsche Bahn und die Lufthansa planen trotz der Corona-Krise keine Erhöhung ihrer Ticketpreise. Das versicherten Bahnchef Richard Lutz und der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr in der ""Bild"-Zeitung.

Lutz sagte, die Bahn stehe vor der "grĂ¶ĂŸten Investitions- und Wachstumsoffensive in der Geschichte der Eisenbahn" mit einem Volumen von 180 Milliarden Euro. Dies lasse sich aber nicht mit steigenden Preisen finanzieren. Vielmehr sollten mehr Reisende fĂŒr die umweltfreundliche Bahn begeistert werden.

Spohr rechnet sogar mit sinkenden Preisen. "Spontan wĂŒrde ich sagen, zunĂ€chst gehen Preise zurĂŒck, weil zu viel Angebot im Markt ist – aber nicht alle Airlines werden Corona langfristig ĂŒberstehen", sagte er. Der Lufthansa-Chef sprach sich aber gegen Flug-Ticketpreise unter 30 Euro aus, "die es gar nicht geben dĂŒrfte". Das sei weder ökonomisch noch ökologisch zu verantworten.

FahrgĂ€ste warten im Hauptbahnhof auf einem Bahnsteig auf ihren Zug: Die Arbeiten an einem Zukunftsplan fĂŒr die Schiene stehen vor dem Abschluss.
FahrgĂ€ste warten im Hauptbahnhof auf einem Bahnsteig auf ihren Zug: Die Arbeiten an einem Zukunftsplan fĂŒr die Schiene stehen vor dem Abschluss. (Quelle: Sven Hoppe/dpa/dpa-bilder)

Trump-Regierung will Finanzierung von Corona-Teststationen stoppen

Die US-Regierung will laut einem Bericht des Senders CNBC Corona-Teststationen nur noch bis Ende Juni mit Bundesgeldern finanziell unterstĂŒtzen. Dabei soll es sich laut dem Bericht um 13 Corona-Teststationen in fĂŒnf US-Bundesstaaten handeln.

Corona-Neuinfektionen in den USA erreichen Tageshöchstwert seit April

Die USA haben einen neuen Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Dienstag wurden rund 34.700 neue Infektionen nachgewiesen – der höchste Stand seit Ende April und der dritthöchste Tageswert seit Beginn der Pandemie, wie aus Daten der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t in Baltimore hervorgeht. Im Vergleich: Am 1. Juni lag der Tageswert bei rund 17.400 Neuinfektionen. Die bisher höchste Zahl (36.400) wurde am 24. April verzeichnet. Hier lesen Sie mehr.

Szene in New York: Die USA bleiben weiter Schwerpunkt der Corona-Krise.
Szene in New York: Die USA bleiben weiter Schwerpunkt der Corona-Krise. (Quelle: ZUMA Wire/imago-images-bilder)

Kanzleramtsminister: Bei Corona nicht zu sorglos werden

Nach den jĂŒngsten Corona-AusbrĂŒchen etwa im Kreis GĂŒtersloh hat Kanzleramtsminister Helge Braun zur Vorsicht gemahnt. "Diese grĂ¶ĂŸeren AusbrĂŒche haben jetzt gezeigt: In dem Moment, wo man dem Virus eine Chance gibt, schlĂ€gt es auch wieder zu", sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

"Wir haben nur dann eine Chance auf eine gute wirtschaftliche Erholung, auch auf eine soziale Entspannung (...), wenn die Infektionszahlen sehr, sehr niedrig sind", sagte Braun. "Deshalb glaube ich, ist die Aufgabe jetzt wirklich, jeden lokalen Ausbruch sehr, sehr genau und sehr schnell zu beantworten, aber auch nicht zu sorglos zu werden."

Aus seiner Sicht habe es in den letzten zwei, drei Wochen eine Phase gegeben, "wo manche Leute fast den Eindruck hatten, die Pandemie wĂ€re vorbei". (...). "Und das ist unsere allergrĂ¶ĂŸte Sorge, weil, bis wir wirklich einen effektiven Impfstoff oder Heilmittel haben, wird das Virus weiter lauern. Und deshalb ist das Beste, was wir tun können, dass wir wirklich diese Grundregeln alle konsequenter einhalten."

Laschet: GĂŒtersloh nicht schlimmer als Ischgl

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Armin Laschet hat Österreich wegen der ausgesprochenen Reisewarnung fĂŒr Nordrhein-Westfalen indirekt kritisiert. Bei "Bild live" wird der Politiker gefragt, ob GĂŒtersloh schlimmer als Ischgl sei. Laschets Antwort: "Als in Ischgl mal etwas passiert ist, haben wir nicht eine Reisewarnung fĂŒr ganz Österreich ausgesprochen." "Ich glaube nicht, dass GĂŒtersloh schlimmer ist als Ischgl."

Laschet kĂŒndigte an, alles Notwendige zu tun, um eine RĂŒckkehr zur NormalitĂ€t zu ermöglichen: "Wir tun jetzt erst mal alles dafĂŒr, dass wir die Zahlen so kriegen, dass diese Reisewarnung bald wieder aufgehoben werden kann." Ein Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies hatte in den Kreisen GĂŒtersloh und Warendorf zu einer deutlichen VerschĂ€rfung der Schutzmaßnahmen gefĂŒhrt.

Österreich hat nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies eine Reisewarnung fĂŒr NRW herausgegeben: Das kritisiert MinisterprĂ€sident Armin Laschet.
Österreich hat nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies eine Reisewarnung fĂŒr NRW herausgegeben: Das kritisiert MinisterprĂ€sident Armin Laschet. (Quelle: dpa-bilder)

Zu ReisebeschrĂ€nkungen fĂŒr BĂŒrger aus dem Kreis GĂŒtersloh an der Ostsee sagte Laschet, er verstehe Urlaubsregionen, dass sie "Klarheit haben wollen". "Aber ich werbe auch dafĂŒr, dass die Menschen, die sich haben testen lassen, die auch nachweisen können, dass sie das Virus nicht tragen, auch die Möglichkeit haben, in Urlaub zu gehen."

Bund schickt Corona-SchutzausrĂŒstung fĂŒr Kreis GĂŒtersloh

Im Kampf gegen den großen Corona-Ausbruch im Kreis GĂŒtersloh hilft der Bund mit Nachschub an SchutzausrĂŒstung. Nach einer entsprechenden Bitte des dortigen Lagezentrums sollen 20 000 Masken, 10 000 Kittel, 10.000 Handschuhe, 1000 Schutzbrillen und 200 Liter Desinfektionsmittel geliefert werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundesgesundheitsministerium erfuhr. Damit sollen 90 EinsatzkrĂ€fte fĂŒr drei Wochen ausgestattet werden können. Das Material sollte noch am Mittwoch versandt werden.

Mecklenburg-Vorpommern schickt Reisegruppe zurĂŒck nach GĂŒtersloh

Eine Reisegruppe aus GĂŒtersloh ist von einem Hotel im Ostseebad KĂŒhlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern zurĂŒckgewiesen worden. Wie ein Sprecher des Landkreises Rostock am Mittwoch mitteilte, war die Gruppe am Sonntag angereist. Das Hotel habe das Gesundheitsamt informiert, da bei der Anreise der Gruppe nicht sicher feststand, ob GĂŒtersloh bereits ein Risikogebiet war. Das Gesundheitsamt und das Rechtsamt hĂ€tten dem Hotel auf Grundlage der Landesverordnung geraten, die etwa 40 Reisenden zurĂŒckzuschicken. Die GĂ€ste konnten keinen negativen Corona-Test vorweisen, wie es die Landesverordnung in Mecklenburg-Vorpommern fĂŒr Reisende aus Risikogebieten fordert.

Ostseestrand in Mecklenburg-Vorpommern: 40 Reisende konnten dort keinen Urlaub antreten.
Ostseestrand in Mecklenburg-Vorpommern: 40 Reisende konnten dort keinen Urlaub antreten. (Quelle: Jens BĂŒttner/dpa-bilder)

NRW-MinisterprÀsident: Ausbruch bei Tönnies birgt "enormes Pandemierisiko"

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Armin Laschet (CDU) maß der Infektionsserie beim Tönnies-Fleischkonzern nahe GĂŒtersloh am Mittwoch im DĂŒsseldorfer Landtag ein "enormes Pandemierisiko" bei. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte, wenn man es "diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich auch ganz schnell wieder aus".

Laschet sagte im Landtag: "Diese Krise ist noch nicht zu Ende. Das Virus ist weiter unter uns." Die Corona-FĂ€lle bei Tönnies seien das "bisher grĂ¶ĂŸte Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland". Neben dem massiven Ausbruch in Ostwestfalen verzeichneten die Behörden in den vergangenen Tagen auch kleinere Corona-Infektionsherde in anderen BundeslĂ€ndern.

Laschet: Urlauber aus Kreis willkommen heißen

Der nordrhein-westfĂ€lische MinisterprĂ€sident Armin Laschet hat die anderen BundeslĂ€nder aufgerufen, negativ auf das Coronavirus getestete Urlauber aus den Kreisen GĂŒtersloh und Warendorf willkommen zu heißen. FĂŒr beide Kreise hatte die Landesregierung erneut deutliche EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens verhĂ€ngt, um ein Übergreifen des Coronavirus aus einem Tönnies-Schlachthof auf die ĂŒbrige Bevölkerung zu verhindern.

Bayern hatte ein Beherbergungsverbot fĂŒr GĂ€ste aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen angekĂŒndigt, Menschen mit negativen Tests aber ausgenommen. Er habe in dieser Sache mit dem bayerischen MinisterprĂ€sidenten Markus Söder telefoniert, der klar gemacht habe, dass Menschen aus GĂŒtersloh willkommen seien, sagt Laschet im Landtag. Er erwarte dies auch von anderen BundeslĂ€ndern. Menschen aus GĂŒtersloh dĂŒrften nicht stigmatisiert werden.

Niedersachsen: 35 Infizierte in Putenschlachterei

Nach dem Start eines Corona-Massentests unter Mitarbeitern einer Putenschlachterei des Wiesenhof-Konzerns in Niedersachsen ist die Zahl der Infizierten auf 35 gestiegen. Bis Mittwochnachmittag wurden nach Angaben der Wiesenhof-Mutter PHW 341 Menschen in dem Betrieb in Wildeshausen getestet. Unter den 35 Infizierten befinden sich vier Festangestellte und 31 Arbeiter mit Werkvertrag. In Absprache mit den Behörden seien die BeschÀftigten sowie Kontaktpersonen umgehend ermittelt worden und befÀnden sich in QuarantÀne. Bis Freitagnachmittag sollen alle Mitarbeiter des Betriebs getestet worden sein.

Alle 35 positiv Getesteten haben sich dem Unternehmen zufolge privat eine Unterkunft angemietet, nur eine der Personen wohne in einer Gemeinschaftsunterkunft. Nach Angaben eines Sprechers des Landkreis Oldenburg wohnen die Betroffenen in diesem Landkreis sowie den Nachbarkreisen Cloppenburg, Diepholz, Vechta sowie in Delmenhorst.
Unterdessen hat der Landkreis Oldenburg ĂŒber das Landesgesundheitsamt weiteres Personal zur Kontaktverfolgung angefordert. "Kontaktverfolgung ist das A und O", sagte der Sprecher. Diese sogenannten Containment Scouts seien speziell geschulte Mitarbeiter oder Medizinstudenten, die die Kontakte, die die Infizierten in den vergangenen Wochen hatten, nachverfolgen sollen.

Experten planen Corona-Experiment in britischer Stadt

Britische Wissenschaftler wollen mit einem ungewöhnlichen Experiment zur EindĂ€mmung der Corona-Pandemie beitragen. Ihr Vorschlag: Jegliche AusgangsbeschrĂ€nkungen sollten in einer "mittelgroßen Stadt" aufgehoben werden, um festzustellen, ob das Virus nur durch wöchentliche Tests aller Einwohner, Warn-Apps und Selbstisolation bei ersten Covid-19-Anzeichen bekĂ€mpft werden kann.

Ihre Idee veröffentlichten die Forscher in der Zeitschrift "Open Science" der britischen Royal Society. FĂŒr die vielen notwendigen Corona-Tests sollten Speichelproben untersucht werden, schrieb das Team unter Leitung des Epidemiologen Julian Peto von der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Neue Spucke-Schnelltests ermöglichten rasche Untersuchungen großer Bevölkerungsgruppen. Erste Tests mit diesem sogenannten RT-LAMP-Verfahren sollen bald in Southampton starten.

Scharfe Kritik an Laschet nach Corona-Ausbruch

Der OppositionsfĂŒhrer im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty (SPD), hat MinisterprĂ€sident Armin Laschet (CDU) FĂŒhrungsschwĂ€che beim Krisenmanagement nach dem massiven Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik vorgeworfen. Hier lesen Sie mehr dazu.

Brasilien: Fast 40.000 Neuinfizierte an einem Tag

Brasilien hat 1.374 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. Dies teilte das Gesundheitsministerium in BrasĂ­lia am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Dem Portal "G1" zufolge ist es – nach 1.470 Toten am 4. Juni – die zweithöchste fĂŒr einen 24-stĂŒndigen Zeitraum registrierte Zahl seit Beginn der Pandemie. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten in Brasilien auf 52.645. Neu-Infizierte kamen 39.436 dazu. Insgesamt haben sich mehr als eine Million Menschen in dem grĂ¶ĂŸten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas nach den offiziellen Daten mit dem Coronavirus infiziert.

Massentests bei Wiesenhof gestartet

Alle Mitarbeiter eines zur Wiesenhof-Gruppe gehörenden Putenschlachthofs im niedersÀchsischen Wildeshausen werden seit Mittwoch auf das Coronavirus getestet. Davon betroffen sind mehr als 1.100 Menschen. Am Dienstag waren bereits Corona-Infektionen bei 23 Mitarbeitern festgestellt worden.

Die Proben wĂŒrden von einem privaten Labor entnommen, aber "unter enger Aufsicht des Gesundheitsamtes durchgefĂŒhrt", sagte ein Sprecher des Landkreises Oldenburg. "Es muss jetzt sehr schnell gehen." Im Laufe des Tages erwarte man zudem Ergebnisse von Tests vom Dienstag. Dabei gehe es um etwa 150 direkte Kontaktpersonen der zum Wochenbeginn ermittelten infizierten Mitarbeiter.

Betroffen ist ein mehrheitlich zur PHW-Gruppe (Wiesenhof) gehörender Schlachthof. Das Unternehmen hatte erklĂ€rt, in den kommenden Tagen nochmals alle Mitarbeiter testen zu lassen – Anfang Juni hatte es bereits einen ersten Durchlauf gegeben. Der Landkreis stellte die unmittelbaren Kontaktpersonen und Arbeitskollegen unter QuarantĂ€ne.

Auf Mittelmeer gerettete FlĂŒchtlinge positiv getestet

Auf Sizilien ist bei 28 von insgesamt mehr als 200 aus dem Mittelmeer geretteten FlĂŒchtlingen das Coronavirus nachgewiesen worden. Die 28 Migranten befĂ€nden sich auf der FĂ€hre Moby ZazĂ  im Hafen von Porto Empedocle in QuarantĂ€ne, teilte der PrĂ€sident der Region Sizilien, Nello Musumeci, mit. Die insgesamt 209 Migranten wurden italienischen Medienberichten zufolge am Dienstagmorgen getestet. Sie waren von der deutschen Hilfsorganisation Sea Watch gerettet worden.

RegionalprĂ€sident Musumeci verwies im Online-Netzwerk Facebook darauf, dass er am 12. April darauf gedrungen habe, die FlĂŒchtlinge zunĂ€chst auf dem Schiff unterzubringen, "um zu verhindern, dass sich Epidemien auf der Insel ausbreiten, ohne dass wir sie eindĂ€mmen und kontrollieren können". Inzwischen werde seine Forderung "besser verstanden" und jene, "die uns beinahe des Rassismus beschuldigten, merken, dass wir Recht hatten".

NRW-Gesundheitsminister: Neue Erkenntnisse ĂŒber AusbrĂŒche bis zum Wochenende

Die Landesregierung will mit Massentests in den Kreisen GĂŒtersloh und Warendorf bis Ende der Woche Erkenntnisse ĂŒber die Verbreitung des Coronavirus erhalten. Bis Ende der Woche wolle man wissen, "ob das Virus in andere Teile der Bevölkerung ĂŒbergesprungen ist", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im DĂŒsseldorfer Landtag zum Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-WiedenbrĂŒck. Rund 900 Polizisten in beiden Kreisen unterstĂŒtzen nach Angaben des Ministers die Behörden bei der Durchsetzung der QuarantĂ€ne der rund 7.000 betroffenen Tönnies-BeschĂ€ftigten.

Laumann kĂŒndigte erneut einen scharfen Kurs gegen die ZustĂ€nde in der Fleischindustrie an. "Das hat mit einer humanen Arbeitswelt nichts mehr zu tun", sagte er. Der CDU-Politiker wies VorwĂŒrfe zurĂŒck, die Behörden hĂ€tten Schlachthöfe nicht gut genug kontrolliert. In 30 Schlachthöfen seien bei Kontrollen erhebliche MĂ€ngel festgestellt worden, sagte Laumann. Dazu gehörten auch Tönnies-Betriebe. "Der Arbeitsschutz war pausenlos unterwegs, gerade in den Hotspots in NRW." Das derzeitige "System der industriellen Schlachtung" habe keine Zukunft mehr, meinte Laumann.

Laschet fordert Lösungen fĂŒr Urlauber aus Kreis GĂŒtersloh

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Armin Laschet (CDU) hat die anderen BundeslĂ€nder aufgefordert, Menschen aus dem Kreis GĂŒtersloh trotz des Corona-Ausbruchs Urlaub zu ermöglichen. "Eines geht nicht: dass man die Menschen aus dem Kreis GĂŒtersloh öffentlich stigmatisiert", sagte Laschet am Mittwoch im Landtag in DĂŒsseldorf. In einer Schlachtfabrik der Firma Tönnies im Kreis GĂŒtersloh war es zuletzt zu dem Ausbruch gekommen.

Er habe mehrmals mit Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) telefoniert, sagte Laschet. Dieser habe versichert, Menschen aus GĂŒtersloh seien willkommen, wenn sie auf das Coronavirus getestet seien. "Ich erwarte auch von den BundeslĂ€ndern in Norddeutschland, dass wir zu solchen Regelungen kommen und dass wir gemeinsam diese Krise bewĂ€ltigen", sagte Laschet in der Unterrichtung des Landtags. Außerhalb der BeschĂ€ftigten in der Fleischindustrie sei nur eine kleine Zahl von FĂ€llen bisher bekannt.

7-Tage-Inzidenz im Kreis GĂŒtersloh bei ĂŒber 270

Im Kreis GĂŒtersloh in Nordrhein-Westfalen ist die Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 270,2 gestiegen. Das teilte der Kreis am Mittwoch auf Nachfrage mit. Am Dienstag lag der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch bei 257,4. Im benachbarten Kreis Warendorf stieg er auf 66,2. Am Tag zuvor hatte der Wert dort bei 61,2 gelegen.

Bund und LĂ€nder hatten in der Corona-Krise vereinbart, dass ab der Marke von 50 in einem Landkreis wieder stĂ€rkere EinschrĂ€nkungen in Betracht gezogen werden sollen. Diese wurden am Dienstag von der nordrhein-westfĂ€lischen Landesregierung fĂŒr die Kreise GĂŒtersloh und Warendorf verkĂŒndet und traten in der Nacht auf Mittwoch in Kraft. Unter anderem dĂŒrfen im öffentlichen Raum nun nur noch zwei Menschen oder Menschen aus einem Familien- oder Haushaltsverbund zusammentreffen. Betroffen sind insgesamt rund 640.000 Einwohner der beiden Kreise.

Österreich warnt vor Reisen nach Nordrhein-Westfalen

Österreich hat fĂŒr Nordrhein-Westfalen eine partielle Reisewarnung verhĂ€ngt. Das Land warnt damit offiziell vor Reisen in das Bundesland "Vor allem unser Nachbarland Deutschland mit der Region Nordrhein-Westfalen hat gezeigt, wie schnell es zu einer weiteren dramatischen Situation kommen kann", sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz nach einer Kabinettssitzung der Regierung.

Der konservative Politiker ergĂ€nzt, er hoffe, dass es zu keiner Ausbreitung auf ganz Deutschland komme. FĂŒr Österreich kĂŒndigte Kurz aufgrund der niedrigen Infektionszahlen weitere Lockerungsschritte unter anderem im Bereich der Gastronomie und bei Veranstaltungen an.

Fauci sieht die USA in "entscheidender Phase"

Angesichts der weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sieht US-Chefvirologe Anthony Fauci sein Land in einer entscheidenden Phase. Die nĂ€chsten zwei Wochen seien "entscheidend fĂŒr unsere FĂ€higkeit", mit dem Anstieg der Infektionszahlen in Bundesstaaten wie Florida und Texas umzugehen, sagte der Berater von US-PrĂ€sident Donald Trump am Dienstag bei einer Ausschussanhörung im Kongress in Washington.

Zugleich versicherte Fauci, dass Trump ihn und andere Vertreter der Gesundheitsbehörden niemals angewiesen habe, die Corona-Tests einzuschrĂ€nken. "TatsĂ€chlich werden wir mehr Tests machen", fĂŒgte er hinzu.

Laschet dankt den Krisenhelfern in GĂŒtersloh

Laschet dankte den Behördenmitarbeitern vor Ort fĂŒr deren Einsatz. Ein örtlicher Krisenstabsleiter habe in der vergangenen Nacht gesundheitliche Probleme bekommen und sei "zusammengebrochen", sagte der DĂŒsseldorfer Regierungschef. Die Menschen vor Ort arbeiteten bis an ihre persönlichen Belastungsgrenzen.

Laschet verteidigt seinen Umgang mit den Corona-AusbrĂŒchen

Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Armin Laschet (CDU) hat seinen Umgang mit der Corona-Pandemie verteidigt und die Notwendigkeit einer stĂ€ndigen AbwĂ€gung von GrundrechtseinschrĂ€nkungen und vorsichtigen Lockerungsmaßnahmen hervorgehoben. "In dieser Lage muss man verantwortlich abwĂ€gen, immer wieder, jeden Tag neu", sagte Laschet am Mittwoch vor dem DĂŒsseldorfer Landtag.

"Diese Krise ist noch nicht zu Ende. Das Virus ist weiter unter uns", sagte Laschet mit Blick auf den massiven Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies in Westfalen. Laschet nannte die FĂ€lle dort "bisher grĂ¶ĂŸte Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland". Die Lage berge ein "enormes Pandemierisiko".

Bei der Bevölkerung der beiden Kreise warb Laschet fĂŒr VerstĂ€ndnis fĂŒr den nun dort geltenden Teillockdown. "Ja, wir muten Ihnen da viel zu - die Sicherheit macht es erforderlich." Die BĂŒrger rief Laschet auf, die Kreise "nur in besonderen FĂ€llen zu verlassen". Menschen mit ReiseplĂ€nen in den bevorstehenden Sommerferien empfahl der MinisterprĂ€sident: "Lassen Sie sich testen".

Beherbergungsverbot fĂŒr Touristen aus GĂŒtersloh in Niedersachsen

Niedersachsen erlĂ€sst nach dem massenhaften Corona-Ausbruch im Bereich GĂŒtersloh ein Beherbergungsverbot fĂŒr Touristen aus der Region. "Das Land wird die bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern geltende Regelung im Tourismusbereich anwenden auf Menschen aus dem Bereich GĂŒtersloh", sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch in Hannover.

Laschet: Menschen aus GĂŒterloh und Warendorf sollen mit negativem Test verreisen können

Der nordrhein-westfĂ€lische MinisterprĂ€sident Armin Laschet hat die anderen BundeslĂ€nder aufgerufen, negativ auf das Coronavirus getestete Urlauber aus den Kreisen GĂŒtersloh und Warendorf willkommen zu heißen. FĂŒr beide Kreise hatte die Landesregierung erneut deutliche EinschrĂ€nkungen des öffentlichen Lebens verhĂ€ngt, um ein Übergreifen des Coronavirus aus einem Tönnies-Schlachthof auf die ĂŒbrige Bevölkerung zu verhindern.

Bayern hatte ein Beherbergungsverbot fĂŒr GĂ€ste aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen angekĂŒndigt, Menschen mit negativen Tests aber ausgenommen. Er habe in dieser Sache mit dem bayerischen MinisterprĂ€sidenten Markus Söder telefoniert, der klar gemacht habe, dass Menschen aus GĂŒtersloh willkommen seien, sagt Laschet im Landtag. Er erwarte dies auch von anderen BundeslĂ€ndern. Menschen aus GĂŒtersloh dĂŒrften nicht stigmatisiert werden.

Jens Spahn Ă€ußert sich zu neuem Lockdown

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor der bundesweiten Gefahr durch regionale Corona-Hotspots gewarnt. "Wenn man es diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich auch ganz schnell wieder aus", sagte er am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Er verstehe die EnttĂ€uschung in den nordrhein-westfĂ€lischen Landkreisen GĂŒtersloh und Warendorf, fĂŒr die Corona-Lockerungen nach dem massiven Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies wieder weitgehend zurĂŒckgenommen wurden.

Es sei jetzt wichtig, auch deutlich zu machen, dass dies zum Schutz sowohl fĂŒr die BĂŒrger vor Ort wie auch aller Menschen im Bundesgebiet erforderlich sei, mahnte Spahn. Nach dem Ausbruch in Heinsberg etwa habe man gesehen, "wie schnell aus lokalem Geschehen dann auch bundesweites werden kann".

GĂŒnther: Entscheidungsfreude aus Krise auch nach Corona beibehalten

Als Konsequenz aus der Corona-Krise sollte die Politik nach Ansicht des schleswig-holsteinischen MinisterprĂ€sidenten Daniel GĂŒnther (CDU) Entscheidungsprozesse beschleunigen. "Man hĂ€tte sich vor der Krise gar nicht vorstellen können, dass man von einem Tag auf den anderen Entscheidungen von so großer Tragweite treffen muss", sagte GĂŒnther der Deutschen Presse-Agentur. "Schnelligkeit ging in diesen Krisenzeiten plötzlich, und ich wĂŒnsche mir ausdrĂŒcklich, dass wir in wichtigen Fragen an Geschwindigkeit zulegen." Ein Beispiel seien die Planungen fĂŒr große Infrastrukturvorhaben.

Als weitere besondere Erfahrungen aus der Corona-Zeit nannte GĂŒnther die SolidaritĂ€t, die Einsicht in die Notwendigkeit, sich und andere vor dem Virus zu schĂŒtzen und die Bereitschaft, Schutzmaßnahmen zu akzeptieren, die man in der Demokratie normalerweise nicht akzeptiere.

Im Falle einer möglichen zweiten Infektionswelle könne es schwieriger werden, die Notwendigkeit von EinschrĂ€nkungen zu kommunizieren, sagte GĂŒnther. "Unsere Vorbereitungen sind aber auch so gut, dass die Einschnitte in jedem Fall geringer ausfallen wĂŒrden." So seien mittlerweile KapazitĂ€ten in KrankenhĂ€usern und beim Schutzmaterial deutlich aufgestockt worden. "Zu Beginn mussten wir einen so harten Shutdown machen, weil die KapazitĂ€ten nicht ausreichten." Das gĂ€be es bei einer zweiten Welle in dieser Dramatik nicht mehr.

Forscher warnen vor zweiter Welle in Großbritannien

FĂŒhrende britische Mediziner warnen vor einer zweiten Welle der Corona-Epidemie in dem Land. "WĂ€hrend der kĂŒnftige Verlauf der Pandemie in Großbritannien schwer vorherzusagen ist, deuten die verfĂŒgbaren Hinweise an, dass lokale AusbrĂŒche immer wahrscheinlicher werden und eine zweite Welle ein echtes Risiko darstellt", heißt es in dem am Mittwoch im "British Medical Journal" veröffentlichten offenen Brief. "Viele Elemente der Infrastruktur, die zur EindĂ€mmung des Virus benötigt werden, werden gerade erst eingerichtet, aber es gibt noch erhebliche Herausforderungen." Zu den Unterzeichnern gehören die PrĂ€sidenten des Royal College of Surgeons, des Royal College of Physicians und des Royal College of Emergency Medicine.

Premierminister Boris Johnson hatte erst am Dienstag verkĂŒndet, dass Kneipen, Restaurants und Hotels in England Anfang nĂ€chsten Monats wieder öffnen könnten. Auch SportplĂ€tze, Kinos, Museen, Galerien und BĂŒchereien sollen wieder öffnen dĂŒrfen. In Schottland, Wales und Nordirland entscheiden die dortigen Regierungen.

Großbritannien zĂ€hlt zu den weltweit am stĂ€rksten von der Pandemie betroffenen LĂ€nder. Der Johns Hopkins University zufolge wurden fast 308.000 Infizierte gezĂ€hlt. Mehr als 43.000 starben mit dem Virus.

Gouverneur: BĂŒrger in Texas sollten zu Hause bleiben

Angesichts des starken Anstiegs der Coronavirus-Neuinfektionen in Texas hat Gouverneur Greg Abbott BĂŒrger in seinem Bundesstaat aufgerufen, zu Hause zu bleiben. "Da sich das Virus im Moment so schnell ausbreitet, gibt es fĂŒr Sie keinen Grund, Ihr Zuhause zu verlassen, es sei denn, es ist erforderlich. Der sicherste Ort fĂŒr Sie ist Ihr Zuhause", sagte Abbott dem lokalen Fernsehsender KBTX.

Mehrere US-Bundesstaaten verzeichnen die zweite Wochen in Folge Rekordanstiege bei der Zahl der bekannten Infektionen. Allein Texas gab fĂŒr Montag mehr als 5.000 neue FĂ€lle bekannt. Das Texas Children's Hospital kĂŒndigt an, wegen der großen Zahl der schweren Covid-19-Erkrankungen im Raum Houston nun auch Erwachsene aufzunehmen. Einer Reuters-ZĂ€hlung zufolge erlitten am Dienstag auch Nevada und Arizona RekordzuwĂ€chse.

Ein Mann in Texas wird auf das Virus getestet: Es hat binnen eines Tages mehr als 5.000 Neuinfektionen in dem Bundesstaat gegeben.
Ein Mann in Texas wird auf das Virus getestet: Es hat binnen eines Tages mehr als 5.000 Neuinfektionen in dem Bundesstaat gegeben. (Quelle: Callaghan O'Hare/Reuters-bilder)

Fast 40.000 Neuinfektionen und knapp 1.400 weitere TodesfÀlle in Brasilien

Brasilien verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministeriums binnen 24 Stunden 39.436 neue bestÀtigte Coronavirus-FÀlle sowie mit 1.374 weiteren Toten eine Verdopplung der TodesfÀlle innerhalb eines Tages. Seit Beginn der Pandemie sind in dem lateinamerikanischen Land mehr 1,1 Millionen Infektionen registriert, die weltweit zweithöchste Zahl nach den USA. Die Gesamtzahl der TodesfÀlle steigt dem Ministerium zufolge auf 52.645.

Bericht: EU-Grenzen könnten fĂŒr US-BĂŒrger geschlossen bleiben

Die EuropĂ€ische Union erwĂ€gt offenbar, Reisenden aus den Vereinigten Staaten im Sommer weiterhin die Einreise zu verwehren. Das geht aus einem Bericht der "New York Times" hervor. Demnach seien auf einer vorlĂ€ufigen Liste mit LĂ€ndern, fĂŒr die ab dem 1. Juli weiter Einreiseverbote gelten sollten, die USA, Russland und Brasilien verzeichnet. Die EU prĂŒft derzeit, zu welchen LĂ€ndern die Grenzen Anfang Juli wieder geöffnet werden können.

Söder verteidigt Urlaubsverbot fĂŒr Menschen aus Corona-Hotspots

Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) sieht in den BeschrĂ€nkungen fĂŒr Urlauber aus Corona-Risikogebieten im Freistaat eine unbedingt notwendige Sicherheitsmaßnahme. Es gehe um die Sicherheit fĂŒr alle Beteiligten - fĂŒr die Menschen in Bayern, die Urlauber von ĂŒberall her und auch fĂŒr die Menschen aus den betroffenen Landkreisen in Nordrhein-Westfalen, sagte Söder am Dienstagabend in der ARD und im Bayerischen Fernsehen. "Wir möchten nicht, dass der Urlaub in Bayern fĂŒr viele Leute unsicher wird."

Direkte Kritik am Corona-Krisenmanagement der NRW-Landesregierung von MinisterprĂ€sident Armin Laschet (CDU) ĂŒbte Söder nicht. Auf die Frage, ob die strikten BeschrĂ€nkungen fĂŒr die beiden betroffenen Landkreise zu spĂ€t verhĂ€ngt worden sei, sagte er: "Das kann ich von hier aus nicht beurteilen. Ich glaube, dass die Entscheidung jetzt aber richtig ist." Er mĂŒsse Laschet keinen Rat geben, dieser wisse genau, was er zu tun habe. Söder sagte lediglich, man habe sich schon ein "bisschen gewundert", warum die Menschen in den Corona-Hotspots nicht von Anfang an fĂŒr eine Woche oder zehn Tage unter sich bleiben mussten. Lesen Sie hier mehr.

Umfrage: Jeder zweite Deutsche hat Angst vor einer zweiten Corona-Welle im Sommer

In einer Umfrage geben die HÀlfte aller Befragten an, vor einer zweiten Corona-Welle wÀhrend der Sommerferien Angst zu haben. Dies geht aus einer Befragung des Meinungsinstituts INSA im Auftrag der Zeitung "Bild" hervor. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten, 34 Prozent, teilen diese Sorge nicht.

In der Umfrage zeigt sich, dass sich Frauen mit 55 Prozent hĂ€ufiger vor einer zweiten Welle in den Ferien fĂŒrchten als MĂ€nner mit 45 Prozent. WĂ€hrend die Befragten zwischen 18 und 59 Jahren zu 46 bis 49 Prozent Angst vor einer zweiten Welle haben, steigt der Anteil bei den ab 60-JĂ€hrigen merklich auf 55 Prozent. FĂŒr den INSA-Meinungstrend wurden vom 19. bis zum 22. Juni 2020 insgesamt 2.058 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger befragt.

Neuinfektionen in Berlin: R-Wert im roten Bereich

In Berlin sind mittlerweile 7974 Coronavirus-Infektionen bestĂ€tigt worden. Von Montag auf Dienstag kamen nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung 59 neue FĂ€lle hinzu. Erneut sprang ein Wert der sogenannten Corona-Ampel auf Rot: Die Reproduktionszahl (R-Wert) lag bei 1,96 und zum dritten Mal in Folge bei einem Wert von 1,2 oder höher. Sie gibt die Dynamik des Infektionsgeschehens an – und in den vergangenen beiden Wochen war ein deutlicher Anstieg der Neuinfektionen beobachtet worden.

Weiter im grĂŒnen Bereich sind aber die Zahl der Neuinfektionen pro Woche im VerhĂ€ltnis zur Einwohnerzahl (mit 13,55 unter 20) und der Anteil der PlĂ€tze, die auf Intensivstationen fĂŒr Covid-19-Patienten benötigt werden (mit 3,1 Prozent deutlich unter dem Grenzwert von 15 Prozent).

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel mĂŒssen erst Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, mĂŒssen Maßnahmen zur EindĂ€mmung der Infektionen umgesetzt werden. 6961 Patienten gelten inzwischen als genesen, 130 werden im Krankenhaus behandelt, 39 davon intensivmedizinisch. Auch aus den rund 370 unter QuarantĂ€ne stehenden Haushalten in Neukölln sind weitere Corona-FĂ€lle bekannt geworden. 106 Tests seien positiv ausgefallen, teilte das Bezirksamt Neukölln am Dienstagabend mit – das waren acht mehr als am Montag. Ob diese FĂ€lle bereits in die Statistik der Gesundheitsverwaltung einflossen, war zunĂ€chst unklar. Insgesamt seien 798 Tests durchgefĂŒhrt worden, noch lĂ€gen aber nicht alle Ergebnisse vor.

Gericht in Brasilien: Maskenpflicht fĂŒr Bolsonaro

Die VerfĂŒgung eines Gerichts verpflichtet Brasiliens PrĂ€sidenten Jair Bolsonaro, in öffentlichen RĂ€umen, Verkehrmitteln und GeschĂ€ften im Hauptstadtbezirk BrasĂ­lia eine Schutzmaske zu tragen. Eine Zuwiderhandlung wird ĂŒbereinstimmenden brasilianischen Medienberichten vom Dienstag zufolge mit einer Strafe von 2000 Reais (340 Euro) am Tag geahndet. Die Maskenpflicht gilt demnach auch fĂŒr Angestellte im öffentlichen Dienst.

Niederlage: Brasiliens PrĂ€sident Bolsonaro muss kĂŒnftig eine Maske tragen.
Niederlage: Brasiliens PrĂ€sident Bolsonaro muss kĂŒnftig eine Maske tragen. (Quelle: Fotoarena/imago-images-bilder)

Die Justiz folgt damit einer Zivilklage, die ein Anwalt aus der Hauptstadt eingereicht hat. Im Hauptstadtdistrikt ist nach einem Dekret des Gouverneurs Ibaneis Rocha das Tragen von Masken in der Corona-Pandemie verpflichtend. "Das Verhalten des PrĂ€sidenten der Republik, Jair Messias Bolsonaro, zeigt die klare Absicht, die von der Regierung des Hauptstadtdistrikts auferlegten Regeln zu brechen", zitierte das Portal "G1" aus der BegrĂŒndung des Gerichts.Der rechtspopulistische Politiker verharmloste das Coronavirus und lehnte Schutzmaßnahmen ab. Bolsonaro zeigte sich bei diversen Gelegenheiten ohne Maske, löste Menschenansammlungen aus und machte Selfies mit Fans. Am Sonntag vergangener Woche war der damalige Bildungsminister Abraham Weintraub wegen der Teilnahme an einer Demonstration von RegierungsanhĂ€ngern in BrasĂ­lia ohne Maske zur Zahlung von 2000 Reais verdonnert worden.

Fauci: "Beunruhigender Anstieg von Infektionen" in den USA

Der fĂŒhrende US-Immunologe in der Corona-Krise, Anthony Fauci, hat sich besorgt ĂŒber deutlich steigende Fallzahlen von Coronavirus-Infektionen in mehreren US-Bundesstaaten geĂ€ußert. Fauci sprach am Dienstag bei einer Anhörung im ReprĂ€sentantenhaus von einem "beunruhigenden Anstieg von Infektionen" in Florida, Texas, Arizona und anderen Bundesstaaten. Die nĂ€chsten paar Wochen wĂŒrden entscheidend dafĂŒr, diesem Anstieg entgegenzuwirken. Fauci sagte, es gebe aber auch Erfolge im Kampf gegen das Virus in den USA. So sei es etwa im Bundesstaat New York gelungen, die Fallzahlen zu senken.

Rund die HĂ€lfte der 50 US-Bundesstaaten verzeichnen eine Zunahme von FĂ€llen. Fauci sagte, die gewaltigen Anstrengungen bei der Suche nach einem Impfstoff machten Fortschritte. Er sei weiterhin zuversichtlich, dass ein wirksamer Impfstoff Anfang kommenden Jahres zur VerfĂŒgung stehen könne. Es gebe aber keine Garantie dafĂŒr. Fauci sagte, die USA seien schwer von der Pandemie getroffen worden. Die Vereinigten Staaten sind das Land mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit. Mehr als 2,3 Millionen FĂ€lle wurden seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Mehr als 120 000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2.

WHO: Weltweit meiste Neuinfektionen an einem Tag

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind am 21. Juni weltweit ĂŒber 183.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden – so viele wie nie zuvor. Das vermeldete der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei einer Pressekonferenz.

Laut der WHO nehmen die Fallzahlen weltweit aktuell wieder zu. Knapp 8,8 Millionen Menschen sind global mit dem Erreger infiziert, ĂŒber 450.000 sind ums Leben gekommen. Der WHO-Generaldirektor rief die Staaten im Hinblick auf den Balanceakt zwischen der Sicherheit der BĂŒrger und der Minimierung des wirtschaftlichen Schadens dazu auf, "vorsichtig und kreativ Lösungen zu finden, die es den Menschen ermöglichen, sicher zu bleiben, wĂ€hrend sie mit ihrem Leben weitermachen".

Demnach befinde sich das derzeitige Zentrum der Pandemie auf den amerikanischen Kontinenten. Knapp die HĂ€lfte der bekannten FĂ€lle wurde dort registriert. Besonders schlimm betroffen sind die USA mit ĂŒber 2,3 Millionen und Brasilien mit ĂŒber 1,1 Millionen Infizierten.

44 Corona-Infizierte in GebÀudekomplex in Friedrichshain

Bei 44 Bewohnern eines GebĂ€udekomplexes im Berliner Stadtteil Friedrichshain sind Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Aufgrund "einiger" Corona-FĂ€lle habe das Gesundheitsamt dort in der vergangenen Woche umfangreiche Testungen bei Kontaktpersonen vorgenommen, teilte eine Sprecherin des Bezirks am Dienstag auf Anfrage mit. Lesen Sie hier mehr darĂŒber.

Berlin lockert Corona-Regeln weiter

Die Stadt Berlin lockert die Mitte MĂ€rz eingefĂŒhrten Corona-Regeln weiter. Die KontaktbeschrĂ€nkungen auf zwei Haushalte oder fĂŒnf Personen werden aufgehoben, kĂŒndigt der Senat an. Lesen Sie hier mehr darĂŒber.

Berlin: Razzia wegen Corona-Subventionsbetrugs in islamistischer Szene

Wegen mutmaßlichen Betrugs bei der staatlichen Corona-Soforthilfe in der islamistischen Szene haben Berliner Ermittler am Dienstag mehrere Orte in Berlin durchsucht. Der Verdacht wegen Subventionsbetrugs richte sich gegen zwei MĂ€nner aus der Szene, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Im Fokus der Durchsuchungen standen laut Polizei eine Moschee in Berlin-Tempelhof, eine Wohnanschrift sowie eine Wohn- und GeschĂ€ftsadresse. Festnahmen gab es demnach zunĂ€chst nicht. Bei der Razzia waren 250 Beamte im Einsatz.

Im April hatte die Berliner Staatsanwaltschaft mitgeteilt, durch Subventionsbetrug bei Corona-Soforthilfen sei ein Schaden von rund 700.000 Euro entstanden. Bereits im Mai durchsuchten Ermittler wegen Corona-Betrugsverdachts in Berlin Wohnungen und Autos mutmaßlicher Salafisten, die laut damaligen Angaben betrĂŒgerisch Corona-Soforthilfen fĂŒr Kleinbetriebe beantragt und teilweise auch erhalten haben sollen.

England lockert Corona-BeschrÀnkungen

In England werden die BeschrÀnkungen des öffentlichen Lebens gelockert. Vom 4. Juli an werde der vorgeschriebene Abstand zwischen zwei Personen von zwei auf "einen Meter plus" verringert, sagt Premierminister Boris Johnson. Das trage dazu bei, dass das Gastgewerbe wieder den Betrieb aufnehmen könne.

Hochzeitsfeiern seien wieder erlaubt, allerdings mit maximal 30 GĂ€sten. GotteshĂ€user wĂŒrden wieder fĂŒr Gottesdienste geöffnet. Fitnesszentren, SchwimmbĂ€der und Bowlingbahnen blieben aber geschlossen. Dagegen dĂŒrften SportplĂ€tze, Kinos, Museen, Galerien und BĂŒchereien wieder öffnen. In Schottland, Wales und Nordirland entscheiden die dortigen Regierungen.

Lothar Wieler: "Virus wird unser Land nicht verlassen"

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) schaut mit Sorge auf die neuen Corona-Hotspots in Deutschland. RKI-PrĂ€sident Lothar Wieler erklĂ€rte am Dienstag, dass wir noch lange mit dem Virus leben mĂŒssten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Erster regionaler Lockdown: Das sind die neuen Regeln

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies hat NRW-Landeschef Armin Laschet einen Lockdown fĂŒr den Kreis GĂŒtersloh verhĂ€ngt. Außerdem soll es massive Testungen in der Bevölkerung geben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Chinesische Firma darf Impfstoffkandidaten an Menschen testen

Eine Tochter des chinesischen Unternehmens Chongqing Zhifei Biological Products hat grĂŒnes Licht von den heimischen Behörden erhalten, einen Impfstoffkandidaten gegen das neuartige Coronavirus in Tests mit Menschen zu erproben. Chongqing Zhifei Biological Products teilt mit, der Impfstoff werde gemeinsam mit Anhui Zhifei Longcom Biopharmaceutical und dem Institute of Microbiology Chinese Academy of Sciences entwickelt.

Mexiko: Neugeborene Drillinge positiv auf das Coronavirus getestet

In Mexiko sind Drillinge nach offiziellen Angaben vermutlich mit Coronavirus-Infektionen zur Welt gekommen. Sie waren wenige Stunden nach ihrer Geburt am Mittwoch getestet worden, weil es sich um FrĂŒhgeburten handelte, wie die Gesundheitsministerin des Bundesstaates San Luis PotosĂ­, MĂłnica Rangel, am Montag (Ortszeit) mitteilte. Bei allen drei Babys – zwei Jungen und einem MĂ€dchen – fiel das Ergebnis den Angaben nach positiv aus. Eines von ihnen habe Symptome der Lungenkrankheit Covid-19. Die Eltern hĂ€tten keine Symptome, seien aber isoliert und getestet worden – die Ergebnisse stĂŒnden noch aus.

Es sei unmöglich, dass sich die Kinder nach ihrer Geburt angesteckt hĂ€tten, sagte Rangel. Man werde untersuchen, ob sich das Virus ĂŒber die Plazenta ĂŒbertrage. Es hatte zuvor vereinzelt Berichte aus anderen LĂ€ndern ĂŒber Neugeborene gegeben, die mit dem Erreger SARS-CoV-2 auf die Welt gekommen waren.

Mehr als 100.000 Corona-Infektionen in SĂŒdafrika

In SĂŒdafrika ist die Zahl der registrierten Coronavirus-Infektionen ĂŒber die Schwelle von 100.000 gestiegen. Die Zahl liege nun bei 101.590, teilte das Gesundheitsministerium in Pretoria am Montag mit. SĂŒdafrika ist das Land mit der mit Abstand höchsten Zahl von offiziell erfassten Coronavirus-FĂ€llen auf dem afrikanischen Kontinent.

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen in dem Land hatte zuletzt deutlich zugenommen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entfĂ€llt mehr als die HĂ€lfte der in ganz Afrika erfassten Coronavirus-InfektionsfĂ€lle auf SĂŒdafrika. Die Zahl der offiziell verzeichneten Corona-Toten in dem Land lag am Montag bei 1.991. Binnen 24 Stunden zĂ€hlten die Behörden 61 weitere TodesfĂ€lle.

Bundesamt erwartet mehr als drei Millionen Arbeitslose im Sommer

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland dĂŒrfte nach EinschĂ€tzung des Bundesamts fĂŒr Arbeit (BA) infolge der Corona-Krise erstmals seit zehn Jahren im Sommer wieder ĂŒber drei Millionen steigen. "Wir werden im Sommer voraussichtlich die Drei-Millionen-Marke ĂŒberschreiten", sagte BA-Chef Detlef Scheele der "SĂŒddeutschen Zeitung". Im saisonbedingt ĂŒblicherweise schwierigeren Arbeitsmarkt im Winter war die Arbeitslosigkeit zuletzt vor fĂŒnf Jahren so hoch.

Scheele hofft aber, dass sich die Lage nach dem Sommer bessert. Damit die Arbeitslosenzahl im Herbst wieder sinke, mĂŒssten jetzt die Lockerungen der Corona-Restriktionen in der Gastronomie oder Reisebranche wirken, der Welthandel in Gang kommen und das Konjunkturpaket der Bundesregierung "zĂŒnden".

Besonders hart treffe die Corona-Krise befristet BeschĂ€ftigte und Zeitarbeiter, sagte der BA-Chef. Auch die Jugendarbeitslosigkeit steige an. Bei Frauen habe die Corona-Krise eine doppelte Negativwirkung. Sie seien stĂ€rker in besonders betroffenen Branchen tĂ€tig als MĂ€nner und verdienten dadurch weniger. Zugleich mĂŒssten sie mehr Betreuungsaufgaben ĂŒbernehmen.

Söder sagt zweite Corona-Welle voraus

Der bayerische MinisterprĂ€sident Markus Söder hat davor gewarnt, die Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus leichtfertig zu verspielen. "Dass es eine zweite Welle gibt, da bin ich ganz sicher", sagte der CSU-Chef auf einem Onlinepodium der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in MĂŒnchen. Die AusbrĂŒche in Nordrhein-Westfalen, Peking und anderswo zeigten, dass schon ein Funke genĂŒge. Solange es keinen Impfstoff und kein Medikament gebe, sei die Sache noch nicht gelaufen.

ErwĂ€gungen, nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischindustrie Leiharbeit und WerkvertrĂ€ge ĂŒber diese Branche hinaus zu verbieten, lehnte Söder ab. Leiharbeit könne der angeschlagenen Wirtschaft nĂ€chstes Jahr sehr helfen. Vbw-VerbandsprĂ€sident Wolfram Hatz sagte, im Maschinenbau gehe es nicht ohne Leiharbeit und WerkvertrĂ€ge.

Hatz und Söder kritisierten, dass die SPD eine breitere AutokaufprĂ€mie im Konjunkturpaket verhindert habe. Das Thema Auto sei noch nicht erledigt, sagte der MinisterprĂ€sident. Aber mit dem Konjunkturpaket sei bereits viel Geld da. Und wegen der kommenden Bundestagswahl dĂŒrfte die Politik auch nĂ€chstes Jahr einen langen Atem haben. Jetzt im Herbst sei vor allem wichtig, die Verwaltungsverfahren zu beschleunigen und "die Fettschicht, die in der BĂŒrokratie entstanden ist, wegzuschneiden".

Um das Lesen zu erleichtern und die Ladezeiten zu verringern, beginnt die Redaktion den Newsblog an dieser Stelle neu. Weitere Informationen finden Sie hier. ar-200713-rekordwert-neuinfektionen

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