Newsblog zu Covid-19

Vier Millionen Infizierte in den USA – hohe Dunkelziffer wahrscheinlich

24.07.2020, 10:48 Uhr | rtr, dpa, AFP, t-online

New York: Mit etwa 32.000 Toten sind in der US-Metropole die meisten Todesopfer von der Johns-Hopkins-Universität verzeichnet worden. (Quelle: Xinhua/imago images)

Die USA sind das am meisten vom Coronavirus heimgesuchte Land der Welt. Vier Millionen Menschen haben sich infiziert – mindestens. Forscher rechnen mit einer hohen Dunkelziffer. Alle Infos im Newsblog.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-Universität bereits mehr als 15,4 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 632.100 Erkrankte sind gestorben. Das Land mit den meisten registrierten Infektionen – mehr als vier Millionen Fälle – sind die Vereinigten Staaten. Dort sind bereits mehr als 144.200 Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Auch in Deutschland ist die Krise längst nicht überwunden. 

 

 
Forscher: Mehr als vier Millionen Infizierte in den USA

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie sind in den USA mehr als vier Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Rund 144.000 Menschen starben nach einer Infektion, wie am Donnerstag aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorging. In keinem anderen Land der Welt sind so viele Ansteckungen bekannt. Die US-Gesundheitsbehörde CDC geht davon aus, dass es in vielen Regionen des Landes eine hohe Dunkelziffer an Infektionen gibt.

FDP: Rückkehrer aus Risikoländern sollen Corona-Tests selbst zahlen

Die FDP fordert, dass Reiserückkehrer aus Risikoländern ihre Corona-Tests selbst bezahlen müssen. "Wenn Urlauber in Länder fahren, von denen vorher bekannt ist, dass es sich um Risikogebiete handelt, dann liegt das Risiko bei den Urlaubern", sagte der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann der "Saarbrücker Zeitung". "Folglich müssten sie die Tests auch bezahlen." Die Kosten dürften nicht von den Krankenkassen und folglich den Beitragszahlern beglichen werden. "Zumal es bei Fluggästen zwecks Urlaubs in aller Regel nicht um Sozialfälle geht", so Ullmann.

Ullmann kritisierte, mögliche Schnelltests bedeuteten lediglich eine trügerische Sicherheit. "Ein einziger Test ist letztlich sogar gefährlich, weil man sich dann in falscher Sicherheit wiegt und dadurch erst recht Infektionsketten entstehen können", sagte der Bundestagsabgeordnete. Er verwies auf die Inkubationszeit von bis zu zehn Tagen. "Das heißt, ist das Testergebnis am zweiten Tag negativ, so kann es am Tag acht bereits positiv sein."

US-Republikaner sagen wegen Corona geplanten Parteitag in Florida ab

Angesichts der Zunahme von Corona-Neuinfektionen im US-Bundesstaat Florida sagen die Republikaner ihren dort für Ende August geplanten Parteitag ab. Die Gesundheit der Menschen gehe vor, sagte Präsident Donald Trump am Donnerstag im Weißen Haus. "Es gibt in unserem Land nicht wichtigeres als die Sicherheit unserer Menschen", sagte Trump. Die formelle Nominierung Trumps zum Kandidaten für die Präsidentenwahl am 3. November soll in kleinerem Rahmen in Charlotte im Bundesstaat North Carolina erfolgen. Lesen Sie mehr hier.

Hunde können laut Studie Corona erschnüffeln

Besonders geschulte Hunde können einer Studie zufolge Corona-Infektionen recht zuverlässig erschnüffeln. "Die Hunde mussten lediglich eine Woche trainiert werden, um zwischen Proben von Sars-CoV-2-infizierten Patienten und nicht infizierten Kontrollen zu unterscheiden", teilte die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover am Donnerstag mit. "Die Methode könnte in öffentlichen Bereichen wie Flughäfen, bei Sportveranstaltungen, an Grenzen oder anderen Massenveranstaltungen als Ergänzung zu Laboruntersuchungen eingesetzt werden, um eine weitere Verbreitung des Virus oder Ausbrüche zu verhindern", hieß es weiter.

Das Team um Holger Andreas Volk von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, zu dem unter anderem Mitarbeiter der Medizinischen Hochschule Hannover und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zählten, testete acht spezialisierte Spürhunde der einzigen Diensthundeschule der Bundeswehr in Ulmen in Rheinland-Pfalz. Nach dem einwöchigen Training konnten die Hunde unter 1.012 Proben von Speichel oder Atemwegssekret 94 Prozent korrekt identifizieren, wie das Team im Fachblatt "BMC Infectious Diseases" berichtet.

Corona-Tests an Flughäfen kommen wohl ab nächster Woche

An den Berliner Flughäfen werden Reiserückkehrer aus sogenannten Risikogebieten voraussichtlich ab kommender Woche auf das Coronavirus getestet. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller am Donnerstag an. "Wir sind schon seit vergangener Woche im Gespräch mit der Flughafengesellschaft und koordinieren aktuell, wo und ab wann wir die Teststellen für die Rückkehrer aus RKI-Risikoländern in Tegel und Schönefeld installieren", sagte der SPD-Politiker. "Unser Ziel ist es, dass wir zu Beginn der kommenden Woche dort Covid-19-Teststellen anbieten können."

Bei Berlin: Drei Infizierte fliehen aus Quarantäne

In Berlin haben sich mindestens 13 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. In der Unterkunft der infizierten Arbeiter in Lindenberg am nordöstlichen Stadtrand wurden sieben weitere Fälle entdeckt. Die Bewohner, alle aus Osteuropa, stehen unter Quarantäne. Drei Infizierte und eine weitere Person sind jedoch getürmt. Die Behörden gehen davon aus, dass sie sich in der Hauptstadt aufhalten. Darüber berichtet unter anderem die "B.Z.". Weil sie damit gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen, werden sie von der Polizei gesucht.  

Studie: Ansteckung bei Tönnies geschah über weite Distanzen

Forscher haben den Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies untersucht. Dabei kommen sie zu überraschenden Ergebnissen: Arbeiter steckten sich an, obwohl sie meterweit auseinanderstanden. Mehr dazu lesen Sie hier

Lauterbach dämpft Hoffnung auf Impfstoff und warnt vor zweiter Welle

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach dämpft Hoffnungen auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus. Zwar gebe es vier Projekte, deren Entwicklung relativ weit fortgeschritten sei, sagte Lauterbach in einem am späten Mittwochabend ausgestrahlten Deutschlandfunk-Interview. Doch stehe nun die dritte Entwicklungsphase an, in der getestet werde, ob sich die geimpften Probanden infiziert hätten. Und gerade in dieser Phase scheiterten die meisten Wirkstoffe. Es sei durchaus möglich, dass – wie bei den anderen Coronaviren – gar kein Impfstoff gefunden werde. Dazu zählen etwa die Erreger von Sars und Mers. Es gebe zwar eine Immunreaktion, aber: "Ob ich damit Infektionen verhindern kann, das weiß kein Mensch." 

Im Gespräch mit t-online.de zeigte sich Lauterbach zuvor mit Blick auf die Ergebnisse aus Oxford positiv überrascht, warnte jedoch auch hier vor zu großen Hoffnungen auf schnelle Erfolge. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Lauterbach forderte zudem Vorkehrungen gegen eine mögliche zweite Infektionswelle im Herbst. Es habe noch nie eine weltweite Pandemie gegeben, die ohne zweite Welle ausgekommen wäre. "Eine zweite Welle ist die Regel und nicht die Ausnahme." Das Gegenteil wäre die Überraschung. Dies sehe man auch in Ländern wie Japan oder Singapur, wo die Ansteckungen zunähmen, obwohl die Behörden dort bislang gute Arbeit geleistet hätten.

Lauterbach für Coronatests nach dem Urlaub

Karl Lauterbach sagte: "Dringend notwendig" seien Coronatests von Urlaubsheimkehrern aus dem Ausland. "Wir sind sonst im Blindflug unterwegs" und die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Welle steige deutlich. Man solle nicht trennen zwischen Risiko- und Nichtrisikoländern. Es sei gut, wenn jeder getestet werde, auch Urlauber aus dem europäischen Ausland, sagte er insbesondere mit Blick auf Bilder aus Spanien, Österreich oder den Niederlanden, "die allesamt bestürzend gewesen sind". Er empfehle sowohl Rückkehrern im Flugzeug als auch im Auto, sich testen zu lassen. "Ich würde an Flughäfen einfach der Logistik wegen eine Soforttestung anbieten."

Frankreich verteilt 40 Millionen Gratis-Masken an die Ärmsten

Wegen der Coronavirus-Pandemie will Frankreich 40 Millionen Gratis-Masken an seine ärmsten Bürger verteilen. Nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier Véran vom Mittwochabend werden sie in den kommenden Tagen per Post an sieben Millionen Menschen verschickt. Seit Montag gilt in Frankreich erstmals eine Maskenpflicht in allen Geschäften und anderen geschlossenen Räumen, die öffentlich zugänglich sind. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 135 Euro.

Die Regierung werde "diejenigen Menschen nicht alleine lassen, die sich nicht mit Masken versorgen können", sagte Gesundheitsminister Véran. Verschickt werden sollen waschbare Stoffmasken, die nach den Worten des Ministers bis zu 30 Mal genutzt werden können. Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor in einem Fernsehinterview Hilfe für sozial Benachteiligte in Aussicht gestellt.

UNO fordert vorrübergehendes Grundeinkommen für ärmste Menschen in der Welt

Die UNO hat ein vorübergehendes Grundeinkommen für die 2,7 Milliarden ärmsten Menschen der Welt in der Coronavirus-Krise vorgeschlagen. Angesichts steigender Infektionszahlen in den Entwicklungsländern müssten dringend Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen ergriffen werden, erklärte das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) am Mittwoch.

Ein vorübergehendes Grundeinkommen könne den Ärmsten der Armen dabei helfen, "Essen zu kaufen und Gesundheits- und Bildungsausgaben zu zahlen", hieß es weiter. Es würde den Angaben zufolge monatlich 199 Milliarden Dollar (172 Milliarden Euro) kosten.

"Beispiellose Zeiten erfordern beispiellose soziale und wirtschaftliche Maßnahmen", erklärte UNDP-Leiter Achim Steiner. "Rettungs- und Wiederaufbaupläne dürfen sich nicht nur auf große Märkte und große Unternehmen konzentrieren. Ein vorübergehendes Grundeinkommen könnte es Regierungen ermöglichen, Menschen im Lockdown eine finanzielle Rettungsleine zu geben."

Nach Schätzungen der UNO könnten in 30 einkommensschwachen Ländern fast 1,7 Millionen Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion sterben. Durch die von der Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise haben zudem viele Millionen Menschen ihren Job und ihre Lebensgrundlage verloren.

Mehr als 2.000 Corona-Infektionen im Zusammenhang mit Tönnies-Schlachtbetrieb

Im Zusammenhang mit dem Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück sind inzwischen mehr als 2.000 Corona-Infektionsfälle festgestellt worden. Außerdem sprach er über die Rechtmäßigkeit der Schließung der Fabrik. Mehr dazu lesen Sie hier. 

In der Debatte um gerechte Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche erschüttert derweil ein Bericht eines ehemaligen Tönnies-Mitarbeiters. Der hatte vor Jahren aus Verzweiflung über die Misstände in einem der Betriebe seinen Vorgesetzten attackiert. Bei t-online.de erklärt er, wie es dazu kam. Und warum er nicht glaubt, dass sich die Zustände in den Fleischfabriken seitdem geändert haben. 

Corona-Rekord in Brasilien: Fast 68.000 Neuinfektionen

Die Zahl der täglichen Infektionen mit dem Coronavirus hat in Brasilien einen neuen Höchststand erreicht. Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Mittwochabend (Ortszeit) 67.860 neue Fälle binnen 24 Stunden. Insgesamt wurden in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas damit bisher 2,227.514 Fälle registriert. Mindestens 82.771 Menschen starben bislang im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird. 

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte das Coronavirus zu Beginn der Pandemie als "kleine Grippe" verharmlost und damit in der Bevölkerung Verwirrung über die Ernsthaftigkeit der Krankheit gestiftet. Auch wollte er aus wirtschaftlichen Gründen keine Maßnahmen zur Eindämmung treffen. Schutzmaßnahmen lehnte er ab.

Die Verantwortung für die Bekämpfung der Pandemie hat Bolsonaro - der vor zwei Wochen nach eigener Angabe selbst positiv auf das Coronavirus getestet wurde – an Gouverneure der Bundesstaaten und Bürgermeister delegiert. Am Mittwoch wurde Bolsonaro dem Kommunikationsministerium zufolge ein weiteres Mal positiv getestet.

Mehr als vier Millionen Corona-Infektionen in Lateinamerika und der Karibik

In Lateinamerika und der Karibik hat die Zahl der Coronavirus-Infektionen die Marke von vier Millionen überschritten. Mehr als die Hälfte der Fälle wurde aus Brasilien gemeldet, wie eine AFP-Zählung vom Mittwoch auf der Basis offizieller Statistiken ergab. In der gesamten Region wurden seit Beginn der Pandemie insgesamt 4,04 Millionen Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen, mehr als 172.000 Menschen starben.

15 Millionen Corona-Infizierte weltweit registriert

Die globale Verbreitung des Coronavirus hat sich zuletzt deutlich beschleunigt. Weltweit gibt es inzwischen mehr als 15 Millionen bestätigte Infektionen, wie am Mittwoch aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. Ende Juni, also rund sechs Monate nach Beginn der Pandemie in China, war die Schwelle von zehn Millionen bekannten Infektionen erreicht worden. Seither hat sich die Pandemie vor allem in Nord- und Südamerika und in anderen Ländern wie Indien und Südafrika rasch ausgebreitet.

Weltweit sind laut Johns Hopkins bislang knapp 620.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem für ältere und immungeschwächte Menschen lebensgefährlich sein kann.

USA geben 63.000 neue Fälle bekannt

Die US-Seuchenzentren CDC geben 63.028 bekannte Neuinfektionen und 1.047 weitere Todesfälle bekannt. Damit sind in den USA insgesamt fast 3,9 Millionen Infektionen und 141.677 Tote verzeichnet. Hier lesen Sie mehr zur Corona-Krise in den USA.

Zehn Corona-Fälle nach Abend in Restaurant am Berliner Fernsehturm

Nach einem Abend in einem Lokal direkt unter dem Berliner Fernsehturm sind mindestens zehn Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Familie kommt mit Corona-Infektion aus Mallorca zurück

Eine vierköpfige Familie aus Cottbus hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, war das Ehepaar mit seinen zwei Töchtern am Sonntag von einem Aufenthalt auf der spanischen Insel Mallorca zurückgekehrt. Die Insel gilt aktuell nicht als Risikogebiet. Die Familie war demnach am Sonntag nach Nürnberg geflogen und dann mit dem Auto nach Cottbus gereist. Nach ihrer Rückkehr habe einer der Arbeitgeber einen routinemäßigen Test veranlasst, der positiv ausfiel.

Die gesamte Familie befinde sich derzeit in Quarantäne, ebenso die bereits ermittelten Kontaktpersonen, teilte die Stadt weiter mit. Die Familienmitglieder zeigten derzeit keine Symptome. Eine Rückverfolgung von weiteren Kontakten dauere an.

Französische Städte führen Maskenpflicht im Freien ein

In einigen Städten in Frankreich ist die Corona-Schutzmaske nun auch auf der Straße Pflicht. Auch mehrere Touristenorte – zum Beispiel in der Bretagne – erließen entsprechende Dekrete. Erst am Montag hatte Frankreich seine Regeln für Masken verschärft. Sie müssen nun landesweit in geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr getragen werden wie zum Beispiel Geschäften, Restaurants und Behörden. Zuvor war dies nur in öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend.

Einigen Orten reichen die Verschärfungen aber nicht aus. In der Küstenstadt La Rochelle in Westfrankreich ist die Maske seit Mittwoch im Alten Hafen und im Stadtzentrum verpflichtend. Die Regel ziele darauf ab, ein Wiederaufflammen der Epidemie in Zeiten mit viel Touristen zu verhindern, hieß es.

Auch in Concarneau und Saint-Brieuc in der Bretagne ist die Maske im Zentrum vorgeschrieben. In Saint-Brieuc gilt auch Maskenpflicht auf Spielplätzen, Parks oder am Hafen. Ausnahmen gelten für Sportler oder Menschen mit Behinderung. In zahlreichen Städten in der Bretagne, aber auch im Rest des Landes gilt außerdem eine Maskenpflicht auf Märkten.

Hongkong vermeldet Rekordanstieg bei Corona-Neuinfektionen

In Hongkong haben die Behörden einen neuen Rekordanstieg bei den Corona-Neuinfektionen vermeldet. Am Mittwoch wurden in der chinesischen Sonderverwaltungszone 113 Ansteckungen festgestellt – ein neuer Höchstwert. Die Stadt habe damit "den kritischsten Punkt" seit Beginn der Pandemie erreicht, warnte Gesundheitsministerin Sophia Chan. Sie appellierte an die Bewohner der Finanzmetropole, nur noch in Ausnahmefällen auf die Straße zu gehen.

Hongkong war einer der ersten Orte außerhalb von Festland-China, an dem sich das Coronavirus ausbreitete. Die Stadt bekam die Krankheit zunächst gut unter Kontrolle. Ende Juni wurden in Hongkong keine Neuansteckungen mehr festgestellt. Im Juli stiegen die Infektionszahlen aber wieder an. Ärzte befürchten nun einen unkontrollierten Ausbruch in der dichtbesiedelten 7,5-Millionen-Einwohner-Stadt.

Die Behörden haben daher neue strengere Auflagen erlassen, darunter eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ab Donnerstag müssen auch in allen öffentlichen Gebäuden Masken getragen werden.

Seit im Januar der erste Infektionsfall nachgewiesen wurde, haben die Hongkonger Behörden mehr als 2.100 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 gemeldet, 14 Menschen starben.

Hamburger Behörden wollen Menschenansammlungen gezielt verhindern 

Nachdem es am Wochenende auf der Hamburger Großen Freiheit zu einer Massenparty gekommen ist, erwägen die Behörden, gezielt zu handeln, um so etwas in Zukunft zu verhindern. Mehr dazu lesen Sie hier. 

USA bestellen Millionen Dosen von deutschem Impfstoff

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer wollen Hunderte Millionen Impfstoffdosen gegen Covid-19 in die USA liefern. Eine entsprechende Vereinbarung mit den US-Behörden haben beide Unternehmen am Mittwoch bekanntgegeben. Beide Aktien notieren im vorbörslichen US-Handel stark.

Demnach geht es zunächst um 100 Millionen Impfstoffdosen. Nach deren Erhalt zahlt die US-Regierung 1,95 Milliarden US-Dollar. Später habe die US-Regierung die Möglichkeit, bis zu 500 Millionen weitere Dosen zu erwerben. Die beiden Unternehmen wollen noch im Oktober das Zulassungsfahren beginnen, wenn erste Studien erfolgreich sind. Die ersten Charge soll demnach im vierten Quartal geliefert werden, wenn der Impfstoff die entsprechende Notfallgenehmigung erhält. 

EU-Kommission gibt 100 Millionen Euro für Corona-Impfstoff-Forschung

Die EU-Kommission will 100 Millionen Euro für ein Projekt der internationalen Forschungsallianz Cepi (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) zur Erforschung von Coronavirus-Impfstoffen zur Verfügung stellen. Das teilte die Kommission am Mittwoch in Brüssel mit. Das Geld kommt aus dem EU-Forschungs- und Innovationsprogramm "Horizont 2020".

Zur Bekämpfung der Corona-Krise soll nach diesen Vorstellungen rasch ein Impfstoff gegen das Virus entwickelt werden, der weltweit allen zur Verfügung steht. Die EU-Kommission, Regierungen und internationale Partner haben dafür insgesamt 15,9 Milliarden Euro zugesagt.

Corona-Ausbruch in Kieler Imbiss

Nachdem sechs Mitarbeiter eines Kieler Imbisses positiv auf das Coronavirus getestet wurden, ist die Stadt dabei, mehr als 400 Kontaktpersonen zu kontaktieren. 15 weitere Mitarbeiter des Imbiss wurden derweil getestet. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Neuer Corona-Hotspot in Franken

Mit Massentests und geschlossenen Schulklassen will Rehau einen Corona-Ausbruch eindämmen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Verfassungsgericht: Corona-Ausgangssperre in Österreich war rechtswidrig

Österreichs Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat zwei von der Regierung verordnete Corona-Gesetze für rechtswidrig erklärt. So sei etwa das allgemeine Betretungsverbot für öffentliche Orte im März und April zum Teil verfassungswidrig, gab der Gerichtshof in Wien am Mittwoch bekannt. Diese Verordnung sei nicht durch das Covid-19-Maßnahmengesetz gedeckt gewesen. Demnach hätten nur Verbote für bestimmte Orte erlassen werden dürfen, für ein allgemeines Ausgehverbot fehle die gesetzliche Basis. "Dieses Gesetz bietet keine Grundlage dafür, eine Verpflichtung zu schaffen, an einem bestimmten Ort, insbesondere in der eigenen Wohnung, zu bleiben", erklärte der VfGH.

Verfassungswidrig sei auch die ungleiche Behandlung von Geschäften nach Größe gewesen, teilte das Gericht mit. Läden mit einer Verkaufsfläche von unter 400 Quadratmetern sowie Baumärkte und Gartencenter durften nach einer vierwöchigen Sperre Mitte April wieder aufsperren. Größere Geschäfte mussten hingegen noch länger geschlossen bleiben. Eine sachliche Rechtfertigung für diese Ungleichbehandlung sei nicht erkennbar, so der VfGH. Beide Verordnungen sind seit Ende April nicht mehr in Kraft.

Die Corona-Maßnahmen der konservativ-grünen Regierung in Wien wurden zuvor von der Opposition und von Juristen teilweise als rechtlich bedenklich kritisiert. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verwies daraufhin auf die Ausnahmesituation während der Corona-Krise und bat um Nachsicht. Juristen sollten Fragen in diesem Bereich "nicht überinterpretieren", sagte er. 

Corona-Regeln missachtet: Stadt sperrt beliebten Badesee 

Die Stadt Löwenstein und die Gemeinde Obersulm in Baden-Württemberg haben den als Badesee beliebten Breitenauer See wegen Verstößen gegen Corona-Regeln gesperrt. Am vergangenen Wochenende sei der See überlaufen gewesen, viele Badegäste hätten die Abstandsregeln und die Maskenpflicht missachtet, teilten die Kommunen am Mittwoch zur Begründung mit.

Da die Kontrolle der Regeln durch die Polizei angesichts eines solchen Massenandrangs nicht leistbar sei, sei die Schließung des Sees per Allgemeinverfügung beschlossen worden. Diese tritt am Freitag in Kraft und gilt bis auf Weiteres. 

Airlines drängen auf Wiederaufnahme des transatlantischen Flugverkehrs

Die Chefs der Lufthansa und weiterer großer Fluggesellschaften haben die US-Regierung und die EU-Kommission in einem gemeinsamen Brief aufgefordert, die Wiederaufnahme des Flugverkehrs zwischen den USA und Europa zu ermöglichen. Vorgeschlagen wird in dem Schreiben, das am Dienstag in Frankfurt am Main bekannt wurde, ein koordiniertes, gemeinsames Corona-Testprogramm. Auf Quarantänevorgaben oder Einreise-Beschränkungen soll dagegen verzichtet werden.

Das Testprogramm solle für Sicherheit sorgen und das Vertrauen in den transatlantischen Flugverkehr wiederherstellen, heißt es in dem Brief an US-Vizepräsident Mike Pence und EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. Dafür müssten Regierungen, Wirtschaft und Bürger der betroffenen Länder zusammenarbeiten. Unterzeichner sind neben Lufthansa-Chef Carsten Spohr auch die Vorstandsvorsitzenden der US-Unternehmen United und American Airlines sowie der IAG-Gruppe, zu der British Airways und Iberia gehören.

In dem Schreiben wird eingeräumt, dass die Wiederaufnahme des Flugverkehrs und das damit verknüpfte Testprogramm "eine Reihe von Herausforderungen" bedeuten würden. Auf der anderen Seite könne jedoch niemand daran interessiert sein, den wichtigen transatlantischen Luftfahrt-Korridor weiter geschlossen zu halten. Daher seien Lösungen erforderlich, die Gesundheitsschutz und sicheren Passagierverkehr gleichermaßen gewährleisteten, hieß es.

Israel meldet Rekordwert an Neuinfektionen

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel ist so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Das israelische Gesundheitsministerium teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 1.977 Fälle gemeldet worden – ein Rekordwert. Ein Wert von 2.000 Neuinfektionen pro Tag gilt in dem Land als Marke für noch schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch im zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai immer weiter in die Höhe. Insgesamt wurden in Israel bislang 54.633 Infizierte registriert. Aktive Fälle gibt es derzeit mehr als 31.300, davon sind 259 schwer erkrankt. 430 Menschen sind bislang nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurde zu Beginn der Pandemie für sein Krisenmanagement gelobt. Inzwischen steht er aber stark in der Kritik, in den vergangenen Tagen wurde mehrfach gegen ihn demonstriert. Die Wirtschaft des Landes ächzt unter den Folgen der Krise.

Australien: Alarmierende Rekordzahl von Neuinfektionen 

In Australien hat die Ausbreitung des Coronavirus einen Rekordstand erreicht. Nach Angaben der Behörden vom Mittwoch wurden 501 neue Infektionen binnen eines Tages verzeichnet. Das ist die höchste Zahl von festgestellten täglichen Neuansteckungen, seit sich das Virus nach Australien ausbreitete. Der vorherige Höchststand war laut von der Nachrichtenagentur AFP zusammengetragenen Behördendaten am 28. März mit 459 Neuinfektionen erreicht worden.

Die große Mehrheit der neuen Fälle konzentriert sich im Bundesstaat Victoria. Der Bundesstaat mit seiner Millionenmetropole Melbourne ist weitgehend vom Rest des Landes abgeriegelt. In der Nacht zum Donnerstag tritt in Melbourne eine allgemeine Maskenpflicht in Kraft. Melbourne ist die erste australische Stadt, die eine solche einführt.

Japan genehmigt Dexamethason zur Coronavirus-Behandlung

Japan lässt im Kampf gegen das Coronavirus neben Remdesivir eine weiteres Mittel zu. Das Gesundheitsministerium genehmigt bei Covid-19-Erkrankungen den Einsatz von Dexamethason, ein gängiges und günstiges Steroid.

Eine britische Studie hatte zuvor gezeigt, dass das Medikament die Sterblichkeitsrate bei Patienten senkt. Der japanische Pharmakonzern Nichi-Iko Pharmaceutical gehört unter anderem zu den Herstellern des Medikaments.

Dexamethason: Das Mittel senkt einer Studie zufolge zwar die Sterberate bei schweren Covid-19-Verläufen – prophylaktisch sollte man das Medikament aber keinesfalls einnehmen. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

454 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 454 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 202.799 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 22. Juli, 0 Uhr).

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9.095 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von 5 im Vergleich zum Vortag. Bis Mittwochmorgen hatten 188.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 21. Juli, 0 Uhr, in Deutschland bei 1,04 (Vortag: 1,15). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 21.Juli, 0 Uhr, bei 1,08 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Irland schafft Quarantäne-Pflicht für Reisende aus 15 europäischen Staaten ab

Irland kündigt Quarantäne-Erleichterungen für Reisende aus 15 europäischen Staaten an. Personen, die aus einem Land mit einer ähnlichen oder niedrigeren Infektionsrate wie Irland einreisen, stehen nicht mehr unter einer 14-tägigen Quarantäne, teilt die Regierung mit.

Darunter fallen Malta, Finnland, Norwegen, Italien, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Zypern, der Slowakei, Griechenland, Grönland, Gibraltar, Monaco und San Marino. Einreisende aus anderen Ländern, einschließlich dem benachbarten Großbritannien und den USA, müssen sich weiterhin in eine zweiwöchige Quarantäne begeben.

Menschen mit Maske in Dublin: Das Virus wird laut WHO noch länger unser Leben bestimmen. (Quelle: Niall Carson/PA Wire/dpa)

Trump zu Corona: Bevor es besser wird, wird es schlimmer werden

Donald Trump bei seinem ersten Corona-Briefing seit zwei Monaten: Er warnte vor steigenden Infektionszahlen und rief Bürger dazu auf, Masken zu tragen. (Quelle: Leah Millis/Reuters)

Trump sieht Verantwortung in Corona-Krise nicht allein bei sich

US-Präsident Donald Trump sieht die Verantwortung für die Bewältigung der Corona-Pandemie in den USA nicht allein bei sich. Er arbeite Hand in Hand mit den Gouverneuren der Bundesstaaten, sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. "Ich denke, wir sind alle verantwortlich." Es sei ein Jammer, dass das Virus die USA erreicht hätte, sagte Trump. Zugleich betonte er, dass er die Grenzen geschlossen und viele Dinge getan habe, "die sehr gut waren". Erneut sagte er: "Das Virus wird verschwinden, es wird verschwinden."

Brasilien: Neuinfektionen und Todesfälle verdoppeln sich zum Vortag

Brasilien meldet mit 41.008 Neuinfektionen binnen 24 Stunden mehr als doppelt so viele Ansteckungen wie tags zuvor mit 20.257. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums steigt damit die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle auf über 2,159 Millionen.

Auch die Zahl der Todesfälle verdoppelt sich im Tagesvergleich: offiziellen Daten zufolge sind weitere 1.367 Menschen dem Virus erlegen. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf. 

Kalifornien überschreitet Marke von 400.000 Infektionen

In Kalifornien übersteigt die Zahl der bekannten Infektionen nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters die Marke von 400.000. Damit hat der US-Bundesstaat mit etwa halb so vielen Einwohnern wie Deutschland – grob 40 Millionen – fast zweimal so viele Fälle. Angesichts der Zahl der Neuinfektionen dürfte Kalifornien in naher Zukunft New York als Bundesstaat mit den meisten gemeldeten Infektionen ablösen. Governor Gavin Newsom führte vergangene Woche zahlreiche Beschränkungen wieder ein.

San Francisco: Kalifornien meldete insgesamt 400.000 Corona-Infektionen. (Quelle: Xinhua/imago images)

Österreich weitet Maskenpflicht erneut aus

Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus. In Supermärkten, Bank- und Postfilialen müsse von Freitag an wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in Wien.

Supermarkt in Wien: Wegen steigender Fallzahlen wird in Österreich erneut eine Maskenpflicht verhängt. (Quelle: photonews.at/imago images)

Zuletzt galt die Maskenpflicht nur in Bussen und Bahnen, im medizinischen Bereich sowie in einigen Regionen. Seit Anfang Juli hatten sich in Österreich teils wieder mehr als 100 Menschen täglich angesteckt. Insgesamt sind in der Alpenrepublik aktuell 1.400 Menschen mit dem Virus infiziert. Kurz kündigte auch schärfere Grenzkontrollen zu Ungarn und Slowenien an. Viele neue Corona-Fällen seien in jüngster Zeit von Reisenden eingeschleppt worden, die aus Ländern des Balkans zurückkehrten, sagte der Regierungschef.

Brasilien erlaubt Test für deutsch-amerikanischen Corona-Impfstoff

Die brasilianische Überwachungsbehörde für Gesundheit, Anvisa, hat einen weiteren Test für einen Corona-Impfstoff zugelassen – diesmal mit deutscher Beteiligung. Wie aus einer Veröffentlichung im Amtsblatt "Diário Oficial" am Dienstag hervorging, erlaubte die Anvisa dem Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und dem US-Konzern Pfizer, Tests für eine Impfung gegen Covid-19 in Brasilien vorzunehmen.

Es ist bereits die dritte Erlaubnis dieser Art der Behörde, um die Wirksamkeit von Corona-Wirkstoffen zu überprüfen. Anfang der Woche hatte der chinesische Pharmakonzern Sinovac in Brasilien die entscheidende dritte Testphase seines Impfstoffs gestartet. Ein Impfstoff des britischen Pharmaunternehmens AstraZeneca, entwickelt von Forschern der Universität Oxford, wird in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas schon seit Juni getestet.

Hamburger Pflegeheim unter Quarantäne – Bewohner positiv getestet

In einem Wohn- und Pflegeheim im Hamburger Stadtteil Bramfeld ist ein Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Einrichtung befindet sich seit Dienstag unter Quarantäne, berichtete der NDR. Mehr dazu lesen Sie hier.

Trump soll täglich auf Corona getestet werden

US-Präsident Donald Trump wird manchmal mehrmals am Tag auf das Coronavirus getestet. Das gibt seine Sprecherin Kayleigh McEnany bekannt. Mehr dazu lesen Sie hier.

40.000 Gastro-Betriebe in Spanien müssen schließen

Die Corona-Pandemie hat tiefe Kerben in die Restaurant- und Kneipenlandschaft Spaniens geschlagen. Nach Angaben des spanischen Gastronomieverbandes vom Dienstag mussten wegen ausbleibender Gäste während der Krise landesweit rund 40.000 Bars, Restaurants und Hotels dauerhaft schließen. Das entspricht etwa 13 Prozent der gastronomischen Betriebe Spaniens. Bis Ende des Jahres rechnet der Verband damit, dass die Zahl der geschlossenen Betriebe auf 65.000 ansteigt.

Auf den Balearen-Inseln, darunter das bei Deutschen beliebte Urlaubsziel Mallorca, habe auch nach dem Ende der Grenzschließungen in der Europäischen Union weniger als die Hälfte der Bars und Restaurants wieder geöffnet, erklärte der Verband. In den Großstädten des Landes leidet die Branche demnach auch unter ausbleibenden einheimischen Gästen, die sich stattdessen wegen des verbreiteten Homeoffice daheim versorgen. Die Hotel- und Gastrobranche ist ein zentraler Sektor der spanischen Wirtschaft.

USA: Millionen droht Absturz in Armut

Zum 31. Juli laufen in den USA die von der Regierung beschlossenen Sonderzahlungen für 32 Millionen Menschen aus, die in der Corona-Krise ihren Job verloren haben und wegen des Wirtschaftseinbruchs keine Arbeit finden. Ohne die staatliche Unterstützung droht vielen Betroffenen der soziale Absturz.

Die Sonderzahlungen wurden im April beschlossen, als die Corona-Pandemie die USA überrollte und wöchentlich für Millionen neue Arbeitslose sorgte. Seither erhalten die Empfänger zusätzlich 600 Dollar (524 Euro) pro Woche. Mit dem Geld können sie ihre Rechnungen begleichen und Kredite bedienen, die Miete bezahlen und Lebensmittel einkaufen, wie Gary Burtless, Wirtschaftswissenschaftler der Denkfabrik Brookings Institution, der Nachrichtenagentur AFP sagt.

Die Betroffenen setzen darauf, dass sich Präsident Donald Trump und der Kongress auf eine Verlängerung der Hilfen einigen. Sollten dies nicht passieren, könnten nicht nur Millionen Menschen in Armut stürzen, sondern auch die wirtschaftliche Erholung der USA einen Rückschlag erhalten, warnen Analysten von Oxford Economics. Durch den Wegfall der Sonderprogramms würden sich demnach die Haushaltseinkommen der betroffenen Familien mindestens halbieren – mit gravierenden Folgen für die vom Binnenkonsum getriebene US-Wirtschaft. Eine Verlängerung der Sonderzahlungen bis Ende des Jahres würde dagegen eine Million bestehende Jobs retten.

Zwei Minister in Südafrika wegen Covid in Krankenhaus

In Südafrika haben sich zwei Minister der Regierung von Präsident Cyril Ramaphosa mit dem Coronavirus infiziert und werden deshalb im Krankenhaus behandelt. Es handele sich um Arbeitsminister Thulas Nxesi und seinen für Rohstoffe zuständigen Kollegen Gwede Mantashe, gab die Regierung am Dienstag bekannt. Sie waren bereits vor einer Woche positiv getestet worden und hatten sich in eine freiwillige Quarantäne begeben. Südafrika hat mit knapp 373.000 Covid-19-Fällen und über 5.100 Todesfällen die höchsten Infektionszahlen des Kontinents.

Maskenpflicht gilt am Wochenende auf Capri

Nach ausgelassenen Feiern von zumeist jungen Leuten auf der italienischen Urlaubsinsel Capri hat der Bürgermeister am Dienstag eine Maskenpflicht für Wochenenden erlassen. Damit will Marino Lembo auf seiner Insel im Golf von Neapel mögliche Corona-Risiken abwenden. Freitags, samstags und sonntags gilt nun ab 18 Uhr bis um 4 Uhr am nächsten Morgen die Vorschrift, auch im Freien einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen – und zwar gerade auf den mehr als 20 bei Party-Fans sehr beliebten Straßen und Plätzen. Capri hatte bisher kaum Corona-Fälle zu vermelden.

Bahn macht in Corona-Krise Milliardenverlust

Die Deutsche Bahn hat in der Corona-Krise einen Milliardenverlust eingefahren. Allein in den ersten fünf Monaten habe der Betriebsverlust 1,2 Milliarden Euro betragen, sagten mit den Zahlen Vertraute am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Eigentlich war ein Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 400 Millionen Euro angepeilt worden.

Zwischenzeitlich hatte der Staatskonzern den Kreisen zufolge mit noch schlechteren Zahlen gerechnet, da man auch im Mai von einem weitgehenden Lockdown ausgegangen war. So liege der Verlust um eine halbe Milliarde Euro niedriger als damals befürchtet. Dennoch stiegen die Schulden auf über 27 Milliarden Euro und damit um zwei Milliarden Euro mehr als geplant. Eine Bahn-Sprecherin wollte sich zu den Angaben nicht äußern.

Der Konzern rechne in diesem Jahr mit keiner grundlegenden Erholung mehr und erwarte den größten Verlust seiner Geschichte, sagte ein Konzernvertreter. Besonders angespannt sei die Lage beim Personenverkehr in Deutschland. Die Güterbahn halte sich vergleichsweise gut. Die internationale Spedition Schenker bewege sich sogar im Rahmen der Planungen - unter anderem wegen des boomenden Luftfracht-Geschäfts in der Corona-Krise.

Ist eine Covid-19-Diagnose auch ohne Test möglich?

Um eine Corona-Infektion festzustellen, ist ein Test die zuverlässigste Methode. Doch lässt sich Covid-19 auch anhand bestimmter Symptome und medizinischer Untersuchungen diagnostizieren, wollten Forscher wissen? Mehr dazu lesen Sie hier.

Iran meldet neue Rekordzahl an Corona-Toten an einem Tag

Der Iran meldete am Dienstag eine neue Rekordzahl an Corona-Toten. In den letzten 24 Stunden starben 229 Patienten an dem Virus, sagte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums im Staatsfernsehen. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 14.634. Im gleichen Zeitraum wurden über 2.600 Neuinfektionen erfasst und somit stieg die Zahl der bisher nachgewiesenen Infektionen auf 278.827, wie die Sprecherin Sima Lari sagte.

Der Anstieg sei nach Einschätzung von Experten auf die Lockerungen in den letzten Wochen zurückzuführen. Dies hatte dazu geführt, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften und auch die Pandemie nicht mehr ernstgenommen habe. Seit Anfang der Woche wurden die Lockerungen größtenteils wieder aufgehoben. 

Corona-Ausschuss hebt Schließungen von Restaurants in Israel auf

Nach heftigen Protesten dürfen Restaurants in Israel weiter Gäste bewirten. Der Coronavirus-Ausschuss des israelischen Parlaments hat einen Schließungsbeschluss der Regierung aufgehoben. Die Mitglieder des Gremiums stimmten am Dienstag mehrheitlich dafür, den Lokalen ihren Betrieb unter Wahrung der Corona-Vorschriften wieder zu ermöglichen.

Die Schließungen waren erst am frühen Morgen in Kraft getreten, die Regierung hatte sie Ende vergangener Woche beschlossen. Restaurants hätten nur noch Essen zum Mitnehmen oder zur Lieferung nach Hause anbieten dürfen. Gastronomen hatten erklärt, sich nicht an die Maßgaben der Regierung zu halten.

Der Coronavirus-Ausschuss hatte zuvor bereits Regierungsbeschlüsse zur Schließung von Schwimmbädern und Fitnessstudios aufgehoben. Die Vorsitzende des Gremiums gehört der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an. Der 70-Jährige hatte ihr bereits mit Absetzung gedroht. Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums wurden in Israel für Montag 1.855 Corona-Neuinfektionen gemeldet, in Deutschland waren es am selben Tag 522. Deutschland hat etwa neun Mal so viele Einwohner wie Israel.

Sind Patienten nach einer Corona-Erkrankung immun?

Eine noch unveröffentlichte Studie hat untersucht, ob Covid-19-Erkrankte nach ihrer Genesung immun gegen das Virus sind. Das Ergebnis betrifft auch die Frage, ob und wie lange eine Impfung wirksam wäre. Mehr dazu lesen Sie hier.

Britisches Kabinett trifft erstmals wieder persönlich

Das britische Kabinett ist erstmals seit gut vier Monaten wieder persönlich zusammengekommen. Um Abstandsregeln einhalten zu können, wurde die Sitzung jedoch vom Amtssitz des Premierministers in der Downing Street in einen größeren Saal im Außenministerium gegenüber verlegt. Die regulären wöchentlichen Treffen wurden Mitte März ausgesetzt. Zuletzt rief Premierminister Boris Johnson, der wie sein Gesundheitsminister selber an Covid-19 erkrankt war, die Briten dazu auf, wieder an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren. Er will damit die Wirtschaft wieder in Gang bringen.

Katar investiert in Impfstoffentwickler CureVac

Der Tübinger Impfstoffentwickler CureVac hat nach dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) und dem Bund einen weiteren Großinvestor an Land gezogen. Der katarische Staatsfonds QIA und eine Gruppe bestehender und neuer Investoren hätten sich mit 126 Millionen Dollar beteiligt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Damit habe CureVac bei der nun abgeschlossenen Finanzierungsrunde insgesamt 640 Millionen Dollar eingesammelt. Wie viel der 126 Millionen von QIA stammen und welchen Anteil sich die Katarer damit an dem Biotechunternehmen sichern, bliebt zunächst unklar.

CureVac gehört zu den wenigen deutschen Unternehmen, die sich im Wettlauf um einen Corona-Impfstoff befinden. Die Gesellschaft war im März in die Schlagzeilen geraten, weil die US-Regierung angeblich Interesse an CureVac hatte. Im Juni sicherte sich der Bund für 300 Millionen Euro 23 Prozent an dem Biotechunternehmen. Der britische Pharmariese GSK erwarb für 150 Millionen Euro knapp zehn Prozent, wie das Unternehmen am Montag mitgeteilt hatte. CureVac hatte im Juni mit der klinischen Erprobung seines Covid-19-Impfstoffkandidaten begonnen und will diesen bis Mitte nächsten Jahres marktreif haben.

Absatz von Fernsehern in der Corona-Krise gestiegen

In Deutschland sind in den vergangenen Monaten deutlich mehr Fernseher gekauft worden. Im ersten Halbjahr stieg der Absatz im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 3,2 Millionen TV-Geräte, wie die Branchenvereinigung gfu am Dienstag mitteilte. Entscheidend dafür sei der Abverkauf nach dem Ende des Lockdowns im Frühjahr gewesen, sagte gfu-Aufsichtsratschef Hans-Joachim Kamp. So sei der Absatz im Mai um 37 Prozent hochgesprungen und im Juni um 21 Prozent. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres waren noch 1,5 Prozent weniger Fernsehgeräte verkauft worden.

Einen deutlichen Zuwachs gab es angesichts der verstärkten Heimarbeit in Corona-Zeiten auch bei privat genutzter IT wie Notebooks, Monitoren und Druckern. Hier rechnet die gfu jetzt für dieses Jahr mit einem Umsatzplus von zehn Prozent - ursprünglich war lediglich ein Prozent mehr erwartet worden.

Uni Oxford: Covid-19-Impfstoff noch dieses Jahr möglich

Der mögliche Covid-19-Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns AstraZeneca könnte den Forschern zufolge bis zum Jahresende bereitstehen. Dies sei aber noch nicht sicher, sagt die Projektleiterin Sarah Gilbert im BBC-Hörfunk. "Das Ziel, den Impfstoff Ende des Jahres auf den Markt zu bringen, ist eine Möglichkeit, aber es gibt absolut noch keine Gewissheit dabei." Erst müsse nachgewiesen werden, dass der Impfstoff in späten Versuchsstadien funktioniere. Außerdem müsse er in großen Mengen hergestellt werden, und die Behörden müssten schnell eine Notfallzulassung erteilen.

Mehr als 80.000 Corona-Tote in Brasilien

In Brasilien sind bereits mehr als 80.000 Menschen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Dies ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Montagabend (Ortszeit) hervor. Demnach stieg die Zahl der Corona-Toten auf 80.120. Zuletzt waren täglich rund 1.000 Todesfälle gemeldet worden, vergangene Woche durchbrach Brasilien die Marke von zwei Millionen bestätigten Infizierten. Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Todesfälle in der Corona-Pandemie verzeichnet.

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften aber noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bisher bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. 

Bolsonaros Umfragewerte legen trotz steigender Infektionen zu

Die zuletzt geringen Zustimmungswerte für den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro sind nach einer Umfrage den dritten Monat in Folge gestiegen. Die Werte des rechten Politikers legten um zwei Punkte auf 30 Prozent im Juli zu, wie aus der monatlichen Erhebung von XP/Ipespe hervorgeht. Das ist der höchste Wert seit April.

Demnach verstärkt sich der Eindruck, das Staatsoberhaupt werde beim Umgang mit der Pandemie und den wirtschaftlichen Folgen besser. Bolsonaro hatte die Pandemie anfangs als "kleine Grippe" bezeichnet.

Zwei weitere Minister in Brasilien positiv

In Brasilien sind zwei weitere Minister positiv auf das Virus getestet. Der Minister für Staatsbürgerschaftsfragen Onyx Lorenzoni und Bildungsminister Milton Ribeiro geben ihre Coronavirus-Infektion auf sozialen Medien bekannt. Auch Präsident Jair Bolsonaro, Energieminister Bento Albuquerque und der Nationale Sicherheitsberater Augusto Heleno haben positive Tests veröffentlicht.

552 Neuinfektionen und vier weitere Todesfälle

In Deutschland steigt die Zahl der festgestellten Infektionen um 522 auf 202.345, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um vier auf 9.090 zu.

Bislang 396 Bundeswehr-Soldaten mit Corona infiziert 

Knapp 400 Bundeswehr-Soldaten haben sich laut einem Medienbericht bislang mit dem Coronavirus infiziert. Derzeit gebe es jedoch nur noch sieben aktive Fälle, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Angaben des Verteidigungsministeriums. Insgesamt haben sich demnach 396 infiziert, 389 seien wieder gesund.

In vielen Einheiten hätten bis zu 80 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice gearbeitet. Die zum 1. April eingestellten Rekruten seien erst zum Sommer eingestiegen. Internationale Übungen seien vielfach abgesagt und strenge Quarantänemaßnahmen für die Soldaten eingeführt worden, die in Auslandseinsätze entsandt wurden.

Bislang habe die Bundeswehr in der Corona-Pandemie in 440 Fällen Amtshilfe geleistet, aktuell gebe es rund 100 Aufträge.

Studie: Antikörper gegen Coronaviren sorgen vermutlich für Immunität

Corona-Patienten haben einer Studie zufolge in vielen Fällen dauerhaft so viele Antikörper, dass eine erneute Infektion mit dem Virus vermutlich abgewehrt werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt eine noch unveröffentlichte Studie an 327 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan, die zu den weltweit ersten infizierten Erkrankten gehören. Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden, die fähig seien, das Virus unschädlich zu machen, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.

An der Studie des deutsch-chinesischen Gemeinschaftslabors in Wuhan waren neben chinesischen Experten auch drei Virologen aus Essen, darunter Mirko Trilling, beteiligt. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den nächsten Tagen einem Fachmagazin zur Begutachtung vorgelegt werden.

WHO begrüßt britischen Impfstoff: "Aber noch ein langer Weg"

Die Weltgesundheitsorganisation hat die Studienergebnisse zu einem britischen Impfstoff gegen das Coronavirus als "gute Nachricht" begrüßt. Bei einem Medienbriefing in Genf am Montag gratulierte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan den Forschern in Oxford und den Kollegen des Pharmaunternehmens Astrazeneca, die die Ergebnisse geliefert hatten. Die Tatsache, dass das Vakzin erfolgreich getestet worden sei und keine ernsthaften Nebenwirkungen in den Probanden hervorgerufen habe, sei "ein positives Ergebnis". "Dennoch ist es noch ein langer Weg", sagte Ryan weiter. Nun müssten weitere Studien in größerem Umfang folgen.

Experten hatten zuvor in der britischen Medizin-Zeitschrift "The Lancet" berichtet, dass der britische Impfstoff einer Studie zufolge sicher zu sein scheint und das Immunsystem ankurbelt. Das Mittel wirkt gleich zweifach: Es fördert sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen – beide sind für die Immunabwehr wichtig. Erste Ergebnisse der Phase-1/2-Studie waren schon in der vergangenen Woche bekannt geworden. Die Versuche mit 1.077 gesunden Personen wurden als vielversprechend eingestuft.

Ebenfalls am Montag präsentierten chinesische Forscher in "The Lancet" Erfolge eines Impfstoffs in einem Phase-2-Versuch mit über 500 Menschen. Auch dieser sei sicher und habe eine Reaktion des Immunsystem hervorgerufen wie Antikörper oder entsprechende Abwehrzellen (T-Zellen) im Blut, schreibt das Team um Feng-Cai Zhu vom Jiangsu Provincial Center for Disease Control and Prevention in Wuhan.

Pandemie lässt Steuereinnahmen von Bund und Ländern im Juni einbrechen

Die Coronavirus-Pandemie hat die Steuereinnahmen von Bund und Ländern im Juni einbrechen lassen. Sie sanken – ohne Gemeindesteuern – um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie am Dienstag aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorging.

Im ersten Halbjahr 2020 sei das Steueraufkommen insgesamt um 9,1 Prozent gefallen. Hier hatte die Steuerschätzung 9,8 Prozent vorhergesagt. "Die Einnahmen aus den Gemeinschaftssteuern verringerten sich um 10,6 Prozent und das Aufkommen der Bundessteuern sank um 5,0 Prozent", hieß es. "Die Ländersteuern verzeichneten einen Einnahmezuwachs um 8,8 Prozent." Bis 2024 müssen Bund, Länder und Kommunen laut der Steuerschätzung mit gut 315 Milliarden Euro weniger auskommen als im Herbst angenommen.

Trump nimmt Corona-Briefings wieder auf – und wirbt für Maske

Die USA bekommen die Corona-Pandemie nicht in den Griff. US-Präsident Trump will die Amerikaner nun wieder öfter über die Lage unterrichten – und damit offensichtlich auch der wachsenden Kritik an seinem Krisenmanagement Einhalt gebieten. Lesen Sie hier mehr.

Corona-Impfstoff: Biontech schließt erste Liefervereinbarung

Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem möglichen, gerade in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff geschlossen. Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten "BNT 162" geliefert werden, voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021, wie die Unternehmen mitteilten. Finanzielle Details wurden nicht bekannt. "Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen mit verschiedenen anderen Regierungen und hoffen, bald weitere Liefervereinbarungen bekanntgeben zu können", sagte Biontech-Mitgründer und -chef Ugur Sahin laut einer Mitteilung.

Zu insgesamt vier RNA-Impfstoffkandidaten von Biontech und Pfizer laufen derzeit in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II. Für zwei dieser Kandidaten genehmigte die US-Arzneimittelbehörde FDA kürzlich ein beschleunigtes Zulassungsverfahren. Erste Ergebnisse der bisherigen Studien in den USA haben Biontech und Pfizer schon offengelegt und nannten sie ermutigend, auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen.

Probanden – insgesamt waren es 45 gesunde Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren – hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen. Nun teilten die Unternehmen mit, noch diesen Monat könnte es mit den weiteren Studien der Phasen IIb und III mit einem Hauptkandidaten für den Impfstoff losgehen. Wenn auch dies erfolgreich laufe, könne im Oktober das Zulassungsverfahren beantragt werden. Zu den Tests in Deutschland stehen erste Ergebnisse noch aus, sie werden im Juli erwartet.

Britischer Corona-Impfstoff könnte zweifach wirken

Ein britischer Impfstoff gegen das Coronavirus scheint einer Studie zufolge sicher zu sein und das Immunsystem anzuregen. Mehr dazu lesen Sie hier.

US-Behörden nutzen Uber-Daten zur Corona-Verfolgung

Der Fahrdienstvermittler Uber stellt in den USA den Gesundheitsbehörden Daten von Fahrern und Fahrgästen zu Verfügung, um Kontakte von Corona-Infizierten nachzuverfolgen. Wie Uber-Manager erklärten, könnten die Information helfen, Kandidaten für eine Quarantäne ausfindig zu machen. Es darf nur von Behörden genutzt werden. Obwohl der Dienst schon seit Monaten zur Verfügung steht, wurde er in vielen Virus-Hotspots, zum Beispiel in Texas und Florida, nicht genutzt. Massachusetts hingegen teilt Uber oder dem Konkurrenten Lyft mit, wenn eine an Corona erkrankte Person einen Fahrdienst genutzt hat. Uber selbst sperrt Kunden mit nachgewiesener Corona-Infektion für mindestens 14 Tage den Zugang zu seiner Plattform.

Russland will noch dieses Jahr 200 Millionen Impfdosen produzieren 

Russland hofft, noch in diesem Jahr 200 Millionen Dosen eines Corona-Impfstoffs herstellen zu können, der derzeit entwickelt wird. Die erste Phase klinischer Tests mit dem Mittel sei bereits abgeschlossen und die zweite Phase solle voraussichtlich in zwei Wochen abgeschlossen sein, sagte Kirill Dmitrijew von der russischen Stiftung zur Impfstoffentwicklung der Website Stopcoronavirus.rf.

In der dritten Phase solle der Impfstoff zeitgleich in Russland und in mehreren weiteren Ländern getestet werden, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei und Staaten in Afrika. Möglicherweise "schon im August" solle der Impfstoff dann in Russland zugelassen werden und in die Massenproduktion gehen, sagte Dmitrijew. Sobald das Mittel auch in den Partnerstaaten zugelassen sei, solle es auch dort hergestellt werden, so dass bis Jahresende 200 Millionen Dosen produziert werden könnten, davon 30 Millionen in Russland.

Großbritannien, die USA und Kanada hatten Russland in der vergangenen Woche Versuche vorgeworfen, mit Hilfe von Hackern Informationen zu Corona-Impfstoffen zu stehlen. Moskau wies dies entschieden zurück.

Karliczek verdreifacht Gelder für Corona-Forschung

Das Bundesforschungsministerium hat die Fördergelder zur Erforschung des Coronavirus erhöht. Die ursprünglich vorgesehenen Mittel von 15 Millionen Euro seien verdreifacht worden, teilte Ministerin Anja Karliczek (CDU) am Montag in Berlin mit. Mit nun 45 Millionen Euro sollen knapp 90 "herausragende Projekte" gefördert werden. Genannt wurden Untersuchungen zur Wirksamkeit der Behandlung von Covid-19-Patienten mit Blutplasma von Menschen, die eine Infektion bereits überstanden haben, die Erforschung des Einflusses genetischer Faktoren wie der Blutgruppe auf den Schweregrad der Erkrankung sowie Studien zu ethischen, rechtlichen und sozialen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Pandemie.

"Die Biologie des Virus und seine Verbreitungswege noch besser zu verstehen, ist der Schlüssel für wirksame Therapien und weitere mögliche Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Gleichzeitig wollen wir untersuchen, wie sich die politischen Entscheidungen und sozialen Empfehlungen im Zusammenhang mit der Pandemie auf jeden einzelnen und unsere Gesellschaft als Ganzes auswirken", sagte Karliczek. Mit der Förderung werde die Unterstützung des Ministeriums zur Impfstoffentwicklung und zur Stärkung der Universitätsmedizin ergänzt.

Corona-Ausbruch in Hongkong nicht unter Kontrolle 

Die Behörden in Hongkong sehen die Lage nach dem jüngsten Anstieg der Corona-Infektionen noch nicht unter Kontrolle. Sie melden 73 neue Fälle, darunter 66, die lokal übertragen worden seien. Am Sonntag war mit mehr als 100 Fällen ein neuer Rekordanstieg registriert worden. Mit weiteren Beschränkungen wollen die Behörden gegensteuern. Beamte müssten soweit als möglich von zu Hause aus arbeiten. Erst in der vergangenen Woche hatte die Regierung in der chinesischen Sonderverwaltungszone die Regeln zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus verschärft. So muss inzwischen in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske getragen werden.

Über 100.000 Festnahmen wegen Verstößen gegen Corona-Auflagen in Simbabwe

In Simbabwe sind seit Ende März zehntausende Menschen festgenommen worden, weil sie gegen die Corona-bedingten Einschränkungen verstoßen haben sollen. Wie ein Polizeisprecher am Wochenende mitteilte, wurden insgesamt 104.349 Menschen wegen der Verstöße gegen die landesweiten Einschränkungen festgenommen. Es sei besorgniserregend, wie viele Menschen sich nicht an die Maskenpflicht hielten, trotz Verboten an Versammlungen teilgenommen hätten oder gereist seien, erklärt der Sprecher.

Die Polizei appellierte an die Bevölkerung, die "Auswirkungen der tödlichen Pandemie zu minimieren, indem sie weniger reisen, die Abstandsregeln beachten, Masken tragen sowie Bars und illegale Versammlungen meiden".

Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden in dem afrikanischen Land nach offiziellen Angaben knapp 1.500 Corona-Infektionen registriert, 25 Menschen starben.

Verschärfte Maskenpflicht in Frankreich tritt in Kraft

In Frankreich gilt im Kampf gegen das Coronavirus seit Montag eine verschärfte Maskenpflicht. In öffentlichen geschlossenen Räumen muss dort nun verbindlich eine Schutzmaske getragen werden. Die neuen Regeln gelten unter anderem für Geschäfte, Banken, Markthallen, aber auch in Kinos, Museen und Sehenswürdigkeiten, wie Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran im Nachrichtensender Franceinfo erklärte. Auch in Fitnessstudios und Orten der Religionsausübung muss eine Maske getragen werden. Damit solle der Schutz der Menschen vor dem Coronavirus gestärkt werden, erklärte Véran.

Bisher konnten Betreiber selbst entscheiden, ob Kunden und Besucher eine Maske tragen müssen. Bei der Nichteinhaltung der Maskenpflicht droht nun ein Bußgeld von 135 Euro. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt in Frankreich landesweit bereits seit Mai eine Maskenpflicht. Auch viele Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm oder der Louvre in Paris konnten nur mit Maske besucht werden.

Staatspräsident Emmanuel Macron hatte die Regelverschärfung in der vergangenen Woche in einem TV-Interview persönlich angekündigt. In Frankreich wird – wie auch in anderen Ländern – eine zweite Welle der Covid-19-Pandemie befürchtet. 

Mitten in der zweiten Welle: Israels Krankenpfleger im Streik

Mitten in der Corona-Krise sind die Krankenschwestern und -pfleger in Israel am Montag in den Streik getreten. Sie wollen damit gegen den Pflegenotstand protestieren, der durch die Pandemie noch verschärft wurde. Ein nächtlicher Verhandlungsmarathon mit dem Finanzministerium über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen war zuvor gescheitert. Die "Times of Israel" schrieb, die Notfallversorgung sowie die Versorgung von Corona-Patienten sollten trotz des Streiks gewährleistet bleiben.

In israelischen Krankenhäusern herrscht nach Medienberichten ein starker Personalmangel. Außerdem seien gegenwärtig rund Tausend Krankenschwestern und -pfleger in Corona-Quarantäne, berichtete das israelische Fernsehen am Montag. Tage in Quarantäne würden als Krankentage angerechnet. Auch dagegen protestierte das Pflegepersonal. In Israel streiken bereits seit mehreren Wochen auch die Sozialarbeiter.

Israels Oppositionsführer Jair Lapid schrieb bei Twitter, wie die Sozialarbeiter hätten auch die Krankenschwestern "verstanden, dass es in Israel keine Regierung gibt". Die Minister seien nur mit sich selbst beschäftigt und kümmerten sich nicht um die Probleme des Volkes, schrieb er. "Alle, die in Israel an der Front arbeiten, wurden alleingelassen."

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel schnellt seit Ende Mai immer weiter in die Höhe. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 50.035 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 409 Infizierte sind gestorben.

Florida meldet fünften Tag in Folge über 10.000 Neuinfektionen

Der US-Bundesstaat Florida hat mit über 12.000 Neuinfektionen den fünften Tag in Folge über 10.000 Fälle gemeldet. "Wir haben Glut und wir haben Flammen. Florida wurde flammenartiger, aber es ist – es ist unter Kontrolle zu bekommen", erklärte US-Präsident Trump am Sonntag. Mindestens 14 Staaten haben bislang im Juli Rekordzahlen für Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus gemeldet, darunter Alabama, Arizona, Georgia, Florida, North Carolina, Nevada und Texas.

Dennoch drängt die US-Regierung darauf, die Schulen in wenigen Wochen wieder zu öffnen und widersetzt sich einem Bundesmandat, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen. Trump bekräftigte beim Fernsehsender "Fox News" seine Behauptung, dass der Virus irgendwann verschwinden würde. "Ich werde irgendwann Recht haben", sagte er. "Es wird verschwinden und ich werde Recht haben."

In den Vereinigten Staaten zeigten Statistiken der Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) das Gegenteil – steigende Zahlen bei Infektionen, Todesfällen, Krankenhausaufenthalten und eine höhere Rate an positiven Testergebnissen. Trump erklärte, er stimme CDC-Direktor Robert Redfield nicht zu, dass dieser Herbst und Winter eine der schwierigsten Zeiten für die öffentliche Gesundheit in den USA sein würden, da Krankenhäuser zusätzlich zu Covid-19 mit der saisonalen Grippe zu kämpfen hätten. "Ich weiß es nicht und ich glaube nicht, dass er es weiß", sagte Trump. 

Virus-Ausbruch in Florida: Der US-Bundesstaat verzeichnet tagelang mehr als 10.000 Neuinfektionen. (Quelle: David Santiago/Miami Herald/AP/dpa)

WHO-Chef-Forscherin hält breite Corona-Impfung Mitte 2021 für möglich

Eine breit angelegte Corona-Impfung könnte nach Meinung der Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Mitte 2021 erfolgen. "Im Moment sind mehr als 20 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien", sagte Soumya Swaminathan in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. "Deshalb sind wir zuversichtlich, dass ein paar von ihnen funktionieren werden." Anfang 2021 könnten erste Ergebnisse vorliegen. Nach der Massenproduktion der Impfstoffe könnte es daraufhin Mitte 2021 einen Impfstoff geben, der auf breiter Basis eingesetzt wird.

"Natürlich lässt sich das nicht vorhersagen", betonte Swaminathan. Sie hat jedoch große Hoffnungen: "Wenn wir annehmen, dass es eine zehnprozentige Chance für jeden der Impfstoff-Kandidaten gibt, erfolgreich zu sein, bedeutet das immer noch, dass ein oder zwei Impfstoffe erfolgreich sein könnten - vielleicht sogar mehr."

Es sei nicht entmutigend, dass neutralisierende Antikörper in einigen Corona-Infizierten nach einer Zeit verschwinden. Diese bedeute nicht, dass die Immunität weg sei, denn es gebe bekanntlich verschiedene Arten der Körperabwehr wie etwas Gedächtniszellen.

Erneut mehr 60.000 neue Infektionen in den USA

In den USA hat die Zahl der verzeichneten Neuinfektionen mit dem Coronavirus am sechsten Tag in Folge bei mehr als 60.000 gelegen. Wie aus einer Zählung der Johns-Hopkins-Universität vom Sonntagabend (Ortszeit) hervorging, wurden binnen 24 Stunden weitere 63.872 Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der Infektionen im Land nahm damit auf rund 3,762 Millionen zu.

Zudem wurden nach Angaben der Universität weitere 514 Todesfälle binnen eines Tages registriert. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in den USA stieg damit auf 140.474. Die Vereinigten Staaten sind sowohl von den Toten- als auch den Infektionszahlen her das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Erst am Freitag war bei den täglichen Neuinfektionen mit 77.638 Fällen ein neues Rekordhoch erreicht worden.

Deutschland: 249 Neuinfektionen und zwei weitere Todesfälle

In Deutschland steigt die Zahl der festgestellten Infektionen um 249 auf 201.823, wie aus Daten auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um zwei auf 9086 zu.

Aufatmen in Kuba: Erster Tag ohne Neuinfektion

Während in vielen Ländern die Sorge vor einer zweiten Virus-Welle wächst, gibt es auf Kuba den ersten Tag ohne Neuansteckung seit mehr als vier Monaten. Der sonst eher zurückhaltende Epidemiologie-Chef des Gesundheitsministeriums, Francisco Duran, nahm bei der Verkündung der Nachricht im staatlichen Fernsehen seine Gesichtsmaske ab.

"Ich habe ihnen immer wieder gesagt, bleiben sie sicher Zuhause. Aber ich weiß, dass viele von ihnen heute an den Strand gehen werden", sagte er mit einem Lächeln – um die Bürgerinnen und Bürger danach wieder an die Abstandsregeln zu erinnern. Schon am Samstag hatte Duran über nur einen Neu-Infizierten berichtet. Dem kommunistisch regierten Land mit seinem robusten, gemeindebasierten Gesundheitssystem waren gute Noten im Kampf gegen das Virus ausgestellt worden. Nach offiziellen Angaben gibt es in Kuba mit seinen 11,2 Millionen Einwohnern weniger als 2.500 Covid-19-Infizierte und lediglich 87 Tote.

Inzwischen mehr als 5.000 verzeichnete Tote in Südafrika

In Südafrika hat die Zahl der verzeichneten Todesfälle durch die Corona-Pandemie die Marke von 5.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 85 Todesopfer gezählt, womit ihre Gesamtzahl auf 5.033 stieg, wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte. Die Zahl der registrierten Infektionsfälle lag bei rund 364.000.

Südafrika ist das am stärksten von der Pandemie betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent. In der Zahl der bestätigten Ansteckungsfälle liegt Südafrika weltweit auf dem fünften Platz. Mehr bestätigte Infektionen gibt es nur in den USA, Brasilien, Indien und Russland.

Der südafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize appellierte an die Bevölkerung, die Hygieneregeln genau beachten und Atemschutzmasken zu tragen. Die Regierung sei besorgt, weil unter den Menschen anscheinend "Müdigkeit" eingesetzt habe und sie in einer Phase, in der die Ausbreitung des Virus im Land zunehme, nicht mehr wachsam genug seien.

Brasilien – mehr als 23.000 Neuinfektionen und über 700 weitere Todesfälle

Brasilien meldet 23.529 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums steigt damit die Gesamtzahl der Ansteckungen auf über 2,098 Millionen. Die Zahl der Todesfälle steigt offiziellen Daten zufolge um 716 auf 79.488. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf. 

Bayern will Urlaubsrückkehrer an Flughäfen kostenlos testen

Bayern will allen Rückkehrern aus dem Urlaub an seinen Flughäfen einen kostenlosen Corona-Test anbieten. Das Land werde Testzentren an den Airports einrichten, damit man sich dort auf das Virus untersuchen lassen könne, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im vorab veröffentlichten Sommerinterview des ZDF. "Wir müssen uns auf diese Urlaubsrückkehrer sehr stark einstellen." Die Sommerferien in Bayern beginnen in einer Woche und enden am 7. September.

Trotz Ausbruch: Wiesenhof-Schlachthof bleibt offen

Nach einem größeren Corona-Ausbruch bei Mitarbeitern der Wiesenhof-Hähnchenschlachterei im niedersächsischen Lohne sieht der Landkreis keine Veranlassung für eine Schließung des Betriebs. Es handele sich um eine Ermessensfrage, sagte der Landrat des Landkreises Vechta, Herbert Winkel (CDU), am Sonntag. "Wir konnten keinen bestimmten Infektionsherd feststellen", sagte Winkel. Es gebe zwar ein größeres Ausbruchsgeschehen, das sich auf ein Kartonage-Lager zurückführen lasse, wo sich einige Mitarbeiter in den Pausen getroffen hatten. Das Hygienekonzept des Betriebs sei aber gut. Die Mehrheit der Betroffenen habe sich wohl in der Freizeit infiziert.

Bei einem Reihentest unter Mitarbeitern der Hähnchen-Schlachterei der Wiesenhof-Gruppe wurden von 1.046 Mitarbeitern 66 positiv auf Covid-19 getestet. Alle Infizierten wurden unter Quarantäne gestellt. Auch 70 direkte Angehörige seien bereits unter Quarantäne, sagte Winkel. Weitere Kontaktpersonen sollen ab Montag ermittelt werden.

Einwohner weiterer Städte Kataloniens sollen Zuhause bleiben

Fast 100.000 Menschen in drei weiteren Städten Kataloniens sollen ihre Häuser vorerst nicht mehr verlassen. Die Behörden erweiterten damit die bereits bestehende Empfehlung für vier Millionen Katalanen einschließlich der Bewohner der Hauptstadt Barcelona. Wohnungen sollen nur für absolut notwendige Besorgungen verlassen werden. Die Gesundheitsbehörden Kataloniens hatten zuletzt über 1.200 Infektionen an einem Tag gemeldet. Eine zwangsweise Ausgangssperre gibt es aber nicht.

Corona-Situation in Österreich verschlechtert sich 

Nachdem die Corona-Fallzahlen in Österreich zuletzt wieder gestiegen sind, wurde in Teilen des Landes die Maskenpflicht wieder eingeführt. Um einen Flickenteppich bei den Reglungen zu vermeiden, will Kanzler Kurz diese nun wieder für das gesamte Land verhängen. In welchen Bereichen zukünftig wieder ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht ist, soll im Laufe des Sonntags besprochen werden. 

Währenddessen werden in Wien vorerst zwei serbisch-orthodoxe Kirchen geschlossen, weil es dort zu Ausbrüchen gekommen ist. Ein Zusammenhang wird vermutet. Ingesamt sieben Personen, darunter Priester, wurden positiv auf Covid-19 getestet. Kontaktpersonen werden nun systematisch getestet. In Österreich wurden bisher nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 19.655 Corona-Infektionen registriert.

Wiesenhof will nach Ausbruch Hygieneregeln strenger kontrollieren

Nachdem bei Geflügelkonzern Wiesenhof in Lohne in Niedersachsen 66 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden, hat der Vorstandsvorsitzende Peter Wesjohann bei einer Pressekonferenz angekündigt, dass die ohnehin recht strengen Hygienemaßnahmen nun nochmals auf den Prüfstand kommen und durch zusätzliches Personal besser kontrolliert werden soll.

Zuvor hatte der Landrat des Landkreises Vechta, Herbert Winkel, angegeben, dass im Betrieb regelmäßig von Unternehmensseite aus getestet wurde. Nachdem das Infektionsgeschehen zugenommen hatte, schaltete sich der Landkreis ein und entschied sich für großflächige Tests. Unter den 66 Infizierten sind nach seinen Angaben elf Personen unter 18 Jahren, davon zwei Kinder, die noch in den Kindergarten gehen. Über das weitere Verfahren in diesen Fällen werde erst nach dem Wochenende entschieden.

Winkel gab an, dass es sich im Gegensatz zu dem Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies nicht um Mitarbeiter handelt, die in Massenunterkünften leben und dass derzeit davon ausgegangen wird, dass die Ansteckung im privaten Umgang erfolgt ist. 

Die Fabrik in Lohne hatte 2016 gebrannt, wurde danach nach modernsten Ansprüchen neu aufgebaut, sodass etwa die Lüftungstechnik hier keine Ursache sein dürfte, sagte der Landrat weiter. 

USA melden erneut fast 75.000 Neuinfektionen

Aus den USA werden 74.710 Neu-Infektionen gemeldet. Damit steigt die Zahl der im Land registrierten Corona-Infektionen auf gut 3,63 Millionen, wie die US-Seuchenzentren (CDC) mitteilen. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich demnach um 918 auf 138.782.

In den vergangenen Tagen wurden aus den USA immer wieder neue Rekordwerte bei den Neuinfektionen gemeldet – teils wurden sogar über 77.000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet.

Fast 79.000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 28.532 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf mehr als 2 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 921 auf 78.772 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

Corona-Ausbruch bei Wiesenhof: 66 Menschen in Lohne infiziert

66 Menschen sind in einem Wiesenhof-Hähnchenschlachthof im niedersächsischen Lohne positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Landkreis Vechta am Samstagabend mit. Insgesamt wurden 1.046 Abstriche genommen. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit bei 41,13 pro 100.000 Einwohner. Als Grenzwert für Einschränkungen des öffentlichen Lebens gilt der Wert 50. Von den neuinfizierten Personen wohnen 35 im Landkreis Vechta, 27 im Landkreis Diepholz, zwei im Landkreis Osnabrück und jeweils eine im Landkreis Cloppenburg und in der Stadt Delmenhorst.

Corona-Massentest nach Ausbruch in Stuttgarter Hochhauskomplex 

Nachdem in einem Stuttgarter Hochhauskomplex sechs Menschen an Corona erkrankt sind, hat die Stadt rund 400 Nachbarn vorsorglich testen lassen. Sie seien "vorab schriftlich über dieses freiwillige und kostenlose Angebot informiert worden", teilte die Stadt am Samstag mit. Die Getesteten wohnen demnach alle in einem Gebäudekomplex im Stadtteil Freiberg. Dort im Wohnumfeld sei bei sechs Personen die Coronavirus-Erkrankung festgestellt worden.

"Das städtische Gesundheitsamt führt in solchen Fällen regelmäßig vorbeugende Testungen durch", hieß es in der Mitteilung. "Dies ist Teil der neuen Strategie, schnell großflächig mögliche Kontaktpersonen zu testen, um die Verbreitung des Virus zu verhindern beziehungsweise Infektionsketten rechtzeitig zu unterbrechen."

Präsident Rohani: 25 Millionen Iraner könnten infiziert sein

Im Iran könnten deutlich mehr Menschen mit dem Virus infiziert sein als offiziell bekannt. Schätzungen aus dem Gesundheitsministerium zufolge könnten rund 25 Millionen und damit etwa 30 Prozent der Bevölkerung betroffen sein, sagt Präsident Hassan Rohani im staatlichen Fernsehen.

Die Agentur Isna zitierte einen Mitarbeiter aus der Corona-Task-Force der Regierung mit den Worten, dabei gehe es Patienten mit milden Symptomen, die keine medizinische Behandlung benötigten oder darum nicht ersuchten. Positiv getestet sind im Iran laut amtlichen Angaben bislang knapp 272.000 Bürgerinnen und Bürger. Die Regierung verschärfte am Samstag im Kampf gegen das Virus bestimmte Beschränkungen für die Bevölkerung wieder.

Texas: Mehr als 1.000 Corona-Infizierte in Gefängnis

Nach einem Bericht des Senders NBC infizierten sich in einem Bundesgefängnis in Texas 1.072 von insgesamt 1.798 Insassen der Strafanstalt in Seagoville im Norden des Bundesstaats. Auch zehn Angehörige des Wachpersonals seien positiv getestet worden.

Ein 65-jähriger Gefangener, der eine 14-jährige Haftstrafe wegen Geldwäsche und Drogenvergehen erhalten hatte, sei in dieser Woche an Covid-19 gestorben. Die Justizvollzugsanstalt in Seagoville ist nach Medienberichten das am schlimmsten vom Coronavirus betroffene Bundesgefängnis in den USA.

Trotz hoher Zahlen: Trump erwägt keine nationale Maskenpflicht im Kampf gegen Corona

US-Präsident Donald Trump erwägt keine nationale Maskenpflicht im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Auf eine entsprechende Frage in einem Interview mit "Fox News" antwortete Trump: "Nein, Ich möchte, dass die Menschen gewisse Freiheiten haben." Der amerikanische Seuchenexperte Anthony Fauci hatte vor kurzem führende Politiker einzelner Bundesstaaten und Städte aufgefordert, ihre Bürger so nachdrücklich wie möglich zum Tragen von Masken zu drängen. Trotz Rekord-Neuinfektionen finden die USA beim Mund- und Nasenschutz bisher keine gemeinsame Linie. Derzeit gilt in etwa der Hälfte der Bundesstaten eine Maskenpflicht, und innerhalb der Bundesstaaten gibt es Streit darüber.

Kürzere Sommerferien an Japans Schulen geplant

Weil Japans Schulen wegen der Corona-Krise vorübergehend geschlossen hatten, sollen viele Schüler jetzt auf einen Teil ihrer Sommerferien verzichten. Wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" am Samstag unter Berufung auf eine Umfrage unter den lokalen Schulbehörden im Land berichtete, planen 95 Prozent eine Verkürzung der Sommerferien an öffentlichen Schulen, um den während des Notstands entgangenen Lehrstoff aufzuholen. Da die Schüler während der heißesten Zeit des Jahres, in der in Städten wie Tokio eine extreme schwüle Hitze herrscht, nur begrenzt frei hätten, müsse auf ihre körperliche wie psychische Gesundheit jetzt besondere Rücksicht genommen werden, hieß es weiter.

WHO-Statistik: Jeder Zehnte Corona-Infizierte ist Arzt oder Pfleger

Mehr als 1,3 Millionen Ärzte und Pflegekräfte weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang am neuartigen Coronavirus erkrankt.

Beschäftigte im Gesundheitssektor machten bisher etwa 10 Prozent aller weltweiten Covid-19-Fälle aus, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Die Johns-Hopkins-Universität zählte bis Freitag 13,9 Millionen erfasster Coronavirus-Infektionen auf der ganzen Welt. Die jüngste Zahl der WHO lag am Donnerstag bei 13,4 Millionen Fällen.

Ärzte und Pflegekräfte riskierten nicht nur ihr Leben, sondern litten vielfach auch an körperlicher und psychischer Erschöpfung nach Monaten extrem fordernder Arbeit während der Pandemie, sagte Tedros. "Wir alle schulden den Beschäftigten im Gesundheitssektor enorm viel", betonte er. Ausbreitung und Risiken von Infektionen unter medizinischen Fachkräften sollen besser erforscht werden.

WHO meldet erneut neuen Rekord bei weltweiten Neu-Infektionen 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meldet einen neuen Rekordanstieg bei den Corona-Infektionen: In den vergangenen 24 Stunden seien weltweit fast 238.000 neue Erkrankungen registriert worden. Die bisher größte Zahl von Neu-Infektionen binnen eines Tages hatte die UN-Gesundheitsorganisation am Sonntag mit gut 230.000 Fällen verzeichnet. Zuletzt habe die Zahl der neu registrierten Erkrankungen vor allem in den USA, Brasilien, Indien und Südafrika zugenommen, so die WHO. Die Zahl der Todesfälle bleibe derzeit dagegen konstant bei durchschnittlich rund 5.000 täglich.

Nächste Lockerungswelle in New York weniger weitreichend als geplant 

In der Millionenmetropole New York kann am Montag die vierte und letzte Phase der Lockerungen der Einschränkungen in der Coronavirus-Pandemie beginnen – allerdings mit Einschränkungen. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Andrew Cuomo gaben die Entscheidung am Freitag bekannt.

Demnach dürfen beispielsweise Freizeiteinrichtungen unter freiem Himmel wie Zoos oder Botanische Gärten wieder öffnen; auch die Film- und Fernsehproduktion kann wieder aufgenommen werden. Die Öffnung von Einkaufszentren und der Innenbereiche von kulturellen Einrichtungen wie Museen könne allerdings anders als zunächst geplant nicht bereits am Montag stattfinden, teilte Gouverneur Cuomo mit. Auch die Innenbereiche von Restaurants, die eigentlich bereits seit dem Start der dritten Phase vor rund zwei Wochen geöffnet sein sollten, müssen vorerst weiter geschlossen bleiben.

Nach 120 Tagen: Quarantäne in Buenos Aires wird gelockert 

Nach rund 120 Tagen in Quarantäne werden die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie im Großraum Buenos Aires etwas gelockert. So sollen künftig kleine Geschäfte wieder öffnen dürfen und Sport im Freien am Abend und frühen Morgen erlaubt werden. Das teilte die argentinische Regierung am Freitag mit.

Auch Industriebetriebe im Umland der Hauptstadt sollen die Produktion wieder hochfahren. Restaurants und Bars bleiben allerdings weiterhin geschlossen; die Schulen dürfen auch nach den derzeitigen Winterferien nicht öffnen und Großveranstaltungen bleiben untersagt.

"Zwischen dem 18. Juli und 2. August versuchen wir, zum normalen Leben zurückzukehren", sagte Präsident Alberto Fernández. Sollte die Zahlen der Infektionen oder Todesfälle sprunghaft steigen, könnten die Lockerungen auch wieder kassiert werden. "Wenn wir sie zurücknehmen müssen, werden wir sie zurücknehmen", sagte der Staatschef.

Weniger Corona-Tote in Großbritannien? 

In Großbritannien hat eine weitere Studie für Aufruhr gesorgt, die statistische Fehler in den Corona-Statistiken der Gesundheitsbehörden beklagte. Den Experten Yoon K Loke und Carl Heneghan von der Oxford-Universität zufolge könnten die Todesfälle durch das neuartige Coronavirus in Großbritannien in Wahrheit deutlich niedriger sein als angenommen. Demnach gleichen die Gesundheitsbehörden bei der Erfassung der Corona-bedingten Todesfälle lediglich die Liste der nachgewiesenen Corona-Infektionen und das Zentralregister mit den landesweiten Sterbefällen ab, ohne die Todesursache zu überprüfen.

So sei es möglich, dass ein von einer Corona-Infektion genesener Patient, der drei Monate später bei einem Verkehrsunfall ums Leben komme, als Corona-Toter in der Statistik auftrete, schrieben die Studienautoren. Als Reaktion auf die Kritik forderte Gesundheitsminister Matt Hancock die Gesundheitsbehörden zu einer "dringenden Überprüfung" ihrer Zählweise auf. Nach offiziellen Angaben sind in Großbritannien seit Beginn der Corona-Pandemie mehr als 45.000 Menschen an Covid-19 gestorben - so viele wie in keinem anderen Land Europas.

Derweil erklärte Premierminister Boris Johnson, dass der  Ausnahmezustand in Großbritannien vor Weihnachten zu Ende sein könnte. Er hoffe, dass eine Rückkehr zur Normalität bereits ab November gelingen könne, sagte Johnson am Freitag bei der Vorstellung eines Zeitplans für die Lockerung noch bestehender Corona-Einschränkungen in England. Als Reaktion auf eine neue Studie, wonach es im Vereinigten Königreich weniger Corona-Todesfälle gibt als angenommen, ordnete die Regierung eine dringende Überprüfung der Corona-Statistiken an.

Rekordwert bei Neuinfektionen in Israel 

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel ist so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Nach aktualisierten Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Freitagabend wurden für Donnerstag 1.929 Fälle gemeldet – ein Rekordwert. Insgesamt wurden in Israel bislang 47.459 Infizierte registriert.

Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel noch im niedrigen zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai immer weiter in die Höhe.

Kanadier stirbt nach Streit um Maskenpflicht

Nach einem heftigen Streit um die Maskenpflicht ist in Kanada ein 73-Jähriger bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet worden. Wie der Sender CBC berichtete, geriet der Mann am Vortag in einem Supermarkt in Minden, rund 200 Kilometer nördlich von Toronto, mit einem Angestellten in Streit. Dieser hatte ihn aufgefordert eine Schutzmaske aufzuziehen.

Als sich der 73-Jährige weigerte, eskalierte der Streit. Nach Angaben des Mitarbeiters ging der Kunde wutentbrannt auf ihn los und trat dann die Flucht an. Der Mitarbeiter rief daraufhin die Polizei, die den 73-Jährigen an dessen Wohnort aufspürte.

Dort kam es zu einem Schusswechsel, bei dem sich der Mann schwerste Verletzungen zuzog. Nach Angaben der Polizei starb er kurz darauf im Krankenhaus. Die Beamten fanden ein Schnellfeuergewehr und eine Pistole in der Wohnung des Mannes.

Auch Barcelona verschärft Corona-Regeln wieder

In den vergangenen Tagen und Wochen wurden die Vorsichtsmaßnahmen laut katalanischer Regierung nicht streng genug von der Bevölkerung eingehalten. Die Folge: zahlreiche Neuausbrüche in der Region. Das hat Konsequenzen – für alle. Mehr dazu lesen Sie hier.

Großteil der Corona-Fälle in Wuhan wurde nicht entdeckt

Während des Corona-Ausbruchs in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ist laut einer neuen Studie ein Großteil der Fälle unentdeckt geblieben. Die Untersuchung chinesischer Wissenschaftler, die in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass in der ersten akuten Phase zwischen dem 1. Januar und dem 8. März bis zu 87 Prozent der Infektionen unter dem Radar geblieben sein könnten. 

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, indem sie mit statistischen und epidemiologischen Modellen den Ausbruch in Wuhan rekonstruierten. Zuvor waren bereits andere internationale Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass viele Sars-CoV-2-Infektionen nicht erkannt werden, etwa, weil Infizierte nur schwache oder keine Symptome haben. 

In Wuhan, wo die Pandemie weltweit zuerst ausgebrochen war, wurden rund 50.000 Infektionen und knapp 4.000 Tote gemeldet. Seit Monaten werden aus der zentralchinesischen Stadt keine aktiven Infektionsträger mehr gemeldet. Im Juni wurden bei zweiwöchigen Massentests von fast zehn Millionen Bürgern nur noch 300 asymptomatische Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Erreger entdeckt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. 

USA: Mehr als 68.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen weiteren Rekordwert erreicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

USA nehmen europäische Studierende von Reiseverbot aus

Die US-Regierung will europäische Studierende von den Corona-Reisebeschränkungen ausnehmen. Das gibt das amerikanische Außenministerium bekannt. Zudem solle es Ausnahmen für einige Au-pairs und Familienmitglieder von Visa-Inhabern geben.

Der Schritt ist Teil der US-Bemühungen, den internationalen Reiseverkehr nach den massiven Beschränkungen wegen der Corona-Krise wieder allmählich zu öffnen. US-Präsident Donald Trump hatte im März die Einreise von Personen aus den meisten europäischen Ländern wegen der steigenden Zahl an Neuinfektionen untersagt. 

Mehr als zwei Millionen Corona-Infizierte in Brasilien

Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich in Brasilien seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Donnerstag (Ortszeit) hervor. Im größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas starben bisher über 76.000 Menschen in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19. Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Tote verzeichnet.

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt, und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

Friedhofsmitarbeiter in Schutzkleidung begraben ein Opfer von Covid-19: In Brasilien steigen die Opferzahlen weiter an. (Quelle: Andre Penner/AP/dpa)

British Airways stellt gesamte Boeing-Jumbo-Flotte außer Dienst

Die angeschlagene Fluggesellschaft British Airways stellt wegen der Coronavirus-Pandemie all ihre Boeing 747 außer Dienst. Die Stilllegung der Jumbos erfolge mit sofortiger Wirkung, teilt die Airline mit. Die Pandemie hat die Flugbranche hat getroffen. British Airways wolle außerdem mehr Flüge mit modernen und kraftstoffeffizienten Maschinen bedienen.

Israel führt Corona-Schutzmaßnahmen wieder ein

Unter anderem wurden Versammlungen von mehr als zehn Personen in geschlossenen Räumen und mehr als 20 Personen im Freien verboten. Ob sich dies auch auf Religionsgemeinschaften bezieht, konnte vorerst nicht geklärt werden, wie unter anderem die "Times of Israel" berichtete. Ministerien schließen für den Publikumsverkehr, Kontakte sind demnach nur noch Online möglich. Zu den Lockdown-Maßnahmen am Wochenende gehört die Schließung einer Reihe von Geschäften, mit Ausnahme wichtiger Dienstleister wie etwa Apotheken oder Supermärkte. Zudem werden Fitnessstudios geschlossen, während Restaurants nur noch Essen zum Mitnehmen oder zur Lieferung nach Hause anbieten dürfen.

Die Maßnahmen treten nach Medienberichten an diesem Freitagnachmittag in Kraft. Ab Freitag kommender Woche sollen auch die Strände gesperrt werden.Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Benny Gantz wollten demnach erst am Wochenende über mögliche Schließungen von Schulen und Lehranstalten beraten.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus war zuvor in Israel auf ein Rekordhoch gestiegen. Dem Gesundheitsministerium zufolge waren am Mittwoch 1.780 Fälle gemeldet worden. Getestet wurden an dem Tag 25.997 Menschen, die Ansteckungsquote war mit rund sieben Prozent ebenfalls so hoch wie nie zuvor.

Republikanischer Gouverneur kritisiert Trumps Krisenmanagement

Der Gouverneur des Bundesstaats Maryland, Larry Hogan, warf Trump in einem Gastbeitrag in der "Washington Post" vor, nicht schnell genug auf die Bedrohung reagiert zu haben. "So viele landesweite Maßnahmen hätten in diesen frühen Tagen ergriffen werden können, wurden es aber nicht", schrieb Logan. "Statt seinen eigenen Gesundheitsexperten zuzuhören, redete und twitterte der Präsident wie ein Mann, dem es mehr um die Ankurbelung des Aktienmarktes oder seine Wiederwahlpläne ging." Lesen Sie mehr hier.

Larry Hogan: Der Gouverneur des Bundesstaats Maryland hat scharfe Kritik an Donald Trumps Krisenmanagement geübt. (Quelle: Brian Witte/AP/dpa)

USA wollen unnötige Covid-19-Tests einschränken

Die USA bereiten einem Vertreter des Gesundheitsministeriums zufolge Leitlinien vor, um die Zahl von unnötigen Covid-19-Tests zu reduzieren. Zwar seien die Einzelheiten noch nicht festgelegt, sagt Brett Giroir.

Denkbar sei jedoch etwa, dass wer eine Quarantäne zu Hause absolviert habe, dann ohne neuen Test zur Arbeit oder Schule zurückkehren könne. Der Verzicht auf solche Untersuchungen könne die Wartezeit für die Ergebnisse der wirklich notwendigen Tests verringern. Die neuen Richtlinien seien nicht die Folge mangelnder Testkapazitäten, sagt Giroir.

USA verlängern Kreuzfahrt-Verbot 

Angesichts der erneuten Corona-Eskalation in den Vereinigten Staaten bleiben Kreuzfahrten von US-Häfen aus noch länger tabu. Die Gesundheitsbehörde CDC verlängerte ihre "No Sail Order" am Donnerstag (Ortszeit) bis Ende September. Als Grund gibt die Behörde die beispiellose Art der Covid-19-Pandemie und das hohe Risiko von Virusausbrüchen auf Kreuzfahrten an. Die Branche war durch massenhafte Infektionen an Bord einiger Schiffe schon früh negativ in die Schlagzeilen geraten. Der Verband CLIA, in dem alle großen Anbieter vertreten sind, hatte im Juni angekündigt, dass die Branche ihre pandemiebedingte Auszeit freiwillig bis Mitte September verlängert.

Angst vor der zweiten Welle: New York verschärft Restaurant-Regeln

Aus Sorge vor einer erneuten Corona-Welle in der Millionenmetropole New York verschärft der Staat nun die Regeln für Restaurants. Gouverneur Andrew Cuomo erließ am Donnerstag neue Vorschriften, nach denen Restaurants und Bars im Staat "nur Leuten Alkohol servieren dürfen, die auch Essen bestellen", wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag hieß. Auch dürften alkoholische Getränke nur sitzenden Gästen verkauft werden, die sich im Mindestabstand zu anderen Gästen befänden.

Zudem würden Restaurants in New York City, die drei Mal wegen der Verletzung von Abstands- oder Maskenpflichten auffielen, rigoros geschlossen, teilte die Regierung in New York mit. "Unverschämte Verstöße" können sogar schon vorher zum sofortigen Verlust der Alkoholgenehmigung oder zur Schließung führen. "Darüber hinaus werden Name und Standort jeder Einrichtung, der von der staatlichen Alkoholbehörde Vergehen vorgeworfen wird, veröffentlicht und wöchentlich aktualisiert."

Nach Corona-Ausbruch: Hunderte Menschen in Trier getestet

Nach Corona-Fällen in einem ambulanten Reha-Zentrum in Trier sind insgesamt 450 Menschen auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Nach den bisherigen Ergebnissen hätten sich 19 Personen angesteckt, 5 Beschäftigte und 14 in dem Zentrum behandelte Patienten, teilte die Kreisverwaltung Trier-Saarburg am Donnerstag in Trier mit. Die Ergebnisse von vier Tests stünden noch aus. Sechs der Betroffenen wohnen den Angaben zufolge in der Stadt Trier, fünf im Kreis Trier-Saarburg, drei im Eifelkreis Bitburg-Prüm, die verbliebenen fünf Personen hätten keinen Wohnsitz in der Region.

Erste Corona-Fälle waren laut Kreisverwaltung Ende der vergangenen Woche in dem Reha-Zentrum aufgetreten. Es sei bis zum 24. Juli geschlossen. Das ist auch eine Gruppe in einer Trierer Kita. Dort war ein mit dem neuen Coronavirus infiziertes Kind gemeldet worden. Die weiteren zehn Kinder aus der Gruppe und drei Beschäftigte seien in häuslicher Quarantäne. Auch hier laufen Corona-Tests.

Weltwirtschaftsforum: Corona-Krise trifft Entwicklungsländer besonders hart

Experten sorgen sich um die großen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie gerade für Länder mit sich entwickelnden Volkswirtschaften. Diese Länder "müssen möglicherweise anfangen, grundsätzlich über ein anderes Wachstumsmodell nachzudenken", sagte die leitende Direktorin des Weltwirtschaftsforums, Saadia Zahidi, am Donnerstag während einer Online-Diskussionsrunde. "Möglicherweise können sie sich nicht auf das auf Herstellung basierende Wachstumsmodell verlassen, mit dem andere Teile der Welt ihre Volkswirtschaften ausgebaut und den Lebensstandard ihrer Bürger verbessert haben." Sie würden nach etwas anderem schauen müssen.

Innenministerium streicht Montenegro von Liste sicherer Corona-Länder

Das Innenministerium hat Montenegro wieder von der Liste der sicheren Corona-Drittstaaten gestrichen. Ab Mitternacht gestattet Deutschland damit die unbeschränkte Einreise aus Drittstaaten außerhalb der EU nur noch für sieben Staaten: Australien, Georgien, Kanada, Neuseeland, Thailand, Tunesien und Uruguay. Begründet wird die Rücknahme von Montenegro mit dem erhöhten Infektionsgeschehen in dem Westbalkan-Land. Auch Reisende aus China, Japan und Südkorea erhalten grundsätzlich grünes Licht für eine Einreise. Allerdings werden diese Länder erst auf die deutsche Positiv-Liste genommen, wenn sie selbst deutsche Bürger nach denselben Regeln ins Land lassen. Teilweise existieren dort aber noch Quarantäne-Bestimmungen.

London: Russische Hacker wollen Infos zu Corona-Impfstoffen stehlen

Russische Hacker versuchen nach britischen Angaben im Auftrag Moskaus, an Informationen zu Corona-Impfstoffen zu kommen. "Mit ziemlicher Sicherheit" agiere die Hacker-Gruppe als Teil der russischen Geheimdienste, erklärte die britische Behörde für Cybersicherheit (NCSC) am Donnerstag. Ziele sind demnach Institute zur Forschung und Entwicklung von Impfstoffen in Großbritannien, Kanada und den USA.

Die USA und Kanada teilten die Ansicht der britischen Behörden, dass die Gruppe namens APT29 zum russischen Geheimdienst gehört, erklärte die NCSC. Die Gruppe sei auch unter den Bezeichnungen "Herzöge" oder "Kuschelbär" unterwegs.

"Es ist völlig inakzeptabel, dass die russischen Geheimdienste diejenigen ins Visier nehmen, die an der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie arbeiten", erklärte der britische Außenminister Dominic Raab. "Während andere ihre egoistischen Interessen mit rücksichtslosem Verhalten verfolgen, machen Großbritannien und seine Verbündeten mit der harten Arbeit weiter, einen Impfstoff zu finden und die globale Gesundheit zu schützen." Sein Land werde gegen diejenigen vorgehen, die hinter solchen Cyber-Angriffen steckten, kündigte Raab an. Diese würden zur Verantwortung gezogen.

Corona-Test in Griechenland: Touristen müssen ein Formular ausfüllen, das zeigt, wo sie sich in ihrem Urlaub genau aufhalten. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Nicht angemeldet – Touristen müssen hohe Strafe zahlen

Mindestens zwei Passagiere eines Fluges aus Berlin, der am Donnerstag auf Kreta landete, mussten eine Strafe zahlen, weil sie erforderliche Dokumente vor Urlaubsbeginn nicht ausgefüllt hatten. Mehr dazu lesen Sie hier 

Israel plant offenbar Wochenend-Lockdowns

Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen erwägt die israelische Regierung Medienberichten zufolge, mit Lockdowns an Wochenenden eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Nach Informationen der Nachrichtenseite "ynet" sind zudem Versammlungsbeschränkungen geplant. Im Freien dürften demnach nur noch bis zu 20 Menschen zusammenkommen, in geschlossenen Räumen zehn. Ferner sei die Schließung von Fitnessstudios vorgesehen, Restaurants werde die Bewirtung an Tischen untersagt. Das Kabinett wollte am Donnerstagabend zusammenkommen, um über weitere Schritte zu entscheiden.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus war zuvor in Israel auf ein Rekordhoch gestiegen. Dem Gesundheitsministerium zufolge waren am Mittwoch 1.780 Fälle gemeldet worden. Getestet wurden an dem Tag 25.997 Menschen, die Ansteckungsquote war mit rund sieben Prozent ebenfalls so hoch wie nie zuvor. Wie die schnellen Lockerungen Israel teuer zu stehen kommen, lesen Sie hier. 

1,3 Millionen neue Arbeitslose in den USA

In den USA steigt die Arbeitslosigkeit in der Coronakrise weiter an. Insgesamt stellten vorige Woche 1,3 Millionen Bürger einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. Damit verharrt die Zahl in etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Ökonomen hatten dagegen mit einem Rückgang gerechnet.

Trauerzeremonie für die Corona-Toden in Spanien: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen war Gast bei dem Staatsakt. (Quelle: Etienne Ansotte/European Commission/dpa)

Staatsakt für Corona-Tote

Spanien hat in einem Staatsakt Abschied von den mehr als 28.000 Toten genommen, die im Zuge der Corona-Pandemie ums Leben kamen. In Anwesenheit von König Felipe VI. und ausländischen Staatsgästen legten Angehörige der Opfer weiße Rosen auf einem schwarzen Podest vor dem Königspalast in Madrid nieder. Ministerpräsident Pedro Sanchez würdigte Ärzte und Pflegepersonal, "das an vorderster Front gegen die Pandemie gekämpft" habe. Unter den Gästen befanden sich auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Frankreich erlässt verschärfte Maskenpflicht

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen führt Frankreich ab der kommenden Woche eine Maskenpflicht in allen geschlossenen Räumen ein, die öffentlich zugänglich sind. Es handele sich um eine "präventive" Maßnahme, betonte der neue Regierungschef Jean Castex am Donnerstag im Pariser Senat. Präsident Macron hatte zuvor gesagt, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus beschleunige sich wieder.

Als möglichen Termin für die Verschärfung der Maskenpflicht hatte Macron den 1. August genannt. Dies scheine aber "zu spät", räumte Castex ein. Virologen in Frankreich dringen auf eine sofortige Verschärfung der Maskenpflicht. Wann das Regierungsdekret genau in Kraft tritt, ließ der Premier offen. Auch welche Räumlichkeiten genau betroffen sind, sagte er nicht. 

Kanzleramtschef: Nur lokale Reiseverbote

Der Bund will in den Gesprächen mit den Ländern über Ausreisesperren in Regionen mit starkem Corona-Ausbruch für kleinere, lokale Beschränkungen werben. Es gehe nicht mehr darum, ganze Landkreise einzuschränken. "Schneller, kleinräumiger, präziser, das ist das, was wir heute vereinbaren wollen", sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Beschränkungen solle es nur noch dort geben, wo sie unbedingt notwendig seien, etwa in Teilen eines Betriebs oder in Teilen einer Gemeinde, in denen das Coronavirus ausgebrochen sei.

Es gehe dann darum, mit Hilfe der Länder und der Bundeswehr so schnell wie möglich die Menschen am Corona-Hotspot zu testen. Dadurch könnten die lokalen Einschränkungen auf wenige Tage begrenzt werden. "Solche Beschränkungen sollen auch ein Stück ihres Schreckens verlieren." Braun will heute mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder über das Thema weiter beraten. Eine Reihe von Ministerpräsidenten hatte es vorher abgelehnt, Ausreiseverbote für ganze Landkreise auszusprechen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) zeigte sich indes optimistisch, dass sich Bund und Länder noch am Donnerstag über Maßnahmen bei lokalen Corona-Ausbrüche einigen können. "Wir werden heute zu einem vernünftigen Ergebnis kommen", sagte er im Deutschlandfunk. Dabei gehe es darum, möglichst nur regionale oder lokale Ausreisebeschränkungen für bestimmte Gebiete zu verhängen – statt wie bisher bei einem Corona-Ausbruch Bewohner ganzer Landkreise in anderen Teilen Deutschlands die Einreise zu verweigern.

Bolsonaro: Brasiliens Präsident wurde erneut positiv auf das Coronavirus getestet (Quelle: Eraldo Peres/AP/dpa)

Bolsonaro: Erneut positiv auf Coronavirus getestet

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist nach eigener Angabe erneut positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Gestern Morgen habe ich den Test gemacht, gestern Abend kam das Ergebnis, dass ich noch immer positiv bin", sagte Bolsonaro in einem Video auf Twitter am Mittwochabend (Ortszeit). Am Dienstag vergangener Woche hatte der Staatschef bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führt er seine Amtsgeschäfte aus der Präsidentenresidenz in Brasília.

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Neben den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas fast zwei Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 75.000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Experten gehen davon aus, dass die tatsächlichen Zahlen noch deutlich höher liegen, da in Brasilien nur wenig getestet wird. Das Land hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland.

Australien: Bundesstaat Victoria verzeichnet Rekordanstieg

Australiens Bundesstaat Victoria meldet mit 317 Coronavirus-Fällen binnen 24 Stunden einen Rekordanstieg. Es ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie auf dem Kontinent. Offiziellen Angaben zufolge sind über Nacht zwei über 80-jährige Männer an den Folgen von Covid-19 verstorben. Melbourne, die Hauptstadt Victorias und Australiens zweitgrößte Stadt, befindet sich seit vergangener Woche infolge steigender Virus-Fälle in einem erneuten Lockdown.

UN: Corona-Pandemie stürzt in Lateinamerika 45 Millionen in Armut

Die Corona-Pandemie könnte in Lateinamerika und der Karibik im laufenden Jahr weitere 45,4 Millionen Menschen in die Armut stürzen. Damit gäbe es in der Region 230,9 Millionen Arme, teilte die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) bei der Vorstellung des aktualisierten Sonderberichts zur Corona-Krise am Mittwoch (Ortszeit) mit. Demnach würden Ende des Jahres 37,3 Prozent der Menschen in der Region in Armut leben, 15,5 Prozent sogar in extremer Armut. Die Arbeitslosigkeit dürfte laut der Prognose um 5,4 Prozentpunkte auf 13,5 Prozent steigen.

In der ganzen Region rechnet Cepal für 2020 mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 9,1 Prozent. Damit dürfte das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in Lateinamerika und der Karibik Ende des Jahres in etwa auf dem Niveau von 2010 liegen. Für Brasilien prognostizieren die Vereinten Nationen ein Minus von 9,2 Prozent, für Mexiko von 9,0 Prozent und für Argentinien von 10,5 Prozent. Das einzige Land der Region, in dem die Wirtschaft im laufenden Jahr überhaupt wachsen dürfte, ist Guayana: Wegen der Entdeckung großer Ölvorkommen rechnet Cepal mit einem Plus von 44,3 Prozent.

Oklahoma-Gouverneur mit Coronavirus infiziert

Der Gouverneur des US-Bundesstaats Oklahoma, Kevin Stitt, hat sich mit Coronavirus infiziert. Es gehe ihm insgesamt gut, aber ein Corona-Test sei positiv ausgefallen, sagte Stitt am Mittwoch. Er habe sich von seiner Familie isoliert und werde aus der Quarantäne weiter arbeiten, sagte der Republikaner. Unter den 50 Gouverneuren der US-Bundesstaaten ist Stitts Infektion der erste bestätigte Corona-Fall.

In seinem Bundesstaat mit rund vier Millionen Einwohnern sind bislang rund 22.000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bestätigt worden. Seit einem Monat steigt die Zahl der bestätigten Infektionen dort rasch an. Etwa zu dieser Zeit hielt Donald Trump in Tulsa im Nordosten des Bundesstaates seine erste Wahlkampfkundgebung nach der Corona-Zwangspause ab. Nach der Veranstaltung mit Tausenden Teilnehmern, von denen nur die wenigsten einen Mundschutz trugen, stiegen die Fallzahlen in der Stadt deutlich an.

Kevin Stitt: Der Republikaner hat sich mit Coronavirus infiziert. (Quelle: Sue Ogrocki/AP/dpa)

Maas droht mit neuen Corona-Beschränkungen

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat mit neuen Corona-Beschränkungen gedroht, sollten sich Urlauber wie zuletzt auf Mallorca wenig verantwortungsvoll verhalten. "Uns ist es gerade erst gelungen, in Europa die Grenzen wieder zu öffnen. Das dürfen wir jetzt nicht durch leichtsinniges Verhalten aufs Spiel setzen", sagte Maas den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Sonst werden neue Beschränkungen unvermeidbar sein." Lesen Sie hier mehr.

29 Menschen in Schlachtbetrieb in Österreich infiziert mit Coronavirus

In einem Schlachthof in Österreich sind mindestens 29 Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden. 244 Mitarbeiter des Fleischereibetriebs im niederösterreichischen Eggenburg nahe der Grenze zu Tschechien mussten in Quarantäne, wie ein Amtssprecher am Mittwoch mitteilte. 40 weitere Testergebnisse standen nach Angaben der Gesundheitslandesrätin von Niederösterreich noch aus. Nachdem ein Mitarbeiter Symptome gezeigt und sich an eine Hotline gewandt habe, seien alle Kollegen getestet worden, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Mitarbeiter von Fleischereibetrieben werden in Österreich verstärkt getestet, seitdem im Juni mehr als 1400 Infektionen beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen bekannt wurden.

Insgesamt gab es in Österreich laut Gesundheitsministerium am Mittwoch rund 1.270 bekannte aktive Coronavirus-Fälle. Rund 520 der Fälle betrafen Oberösterreich, mehr als 400 Fälle zählte die österreichische Hauptstadt Wien. 96 Patienten lagen im Krankenhaus, zehn von ihnen auf der Intensivstation. Seit Beginn der Pandemie starben 710 Menschen in Österreich im Zusammenhang mit Covid-19.

Nach Corona-Ausbruch: Fleischfabrik Tönnies darf wieder öffnen

Die wegen massenhaften Corona-Fällen geschlossene Fleischfabrik Tönnies im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück darf der Betrieb teilweise wieder hochfahren. Mehr dazu lesen Sie hier.

USA verzeichnen Höchststand bei Neuinfektionen

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen neuen Höchststand erreicht. Rund 67.400 Menschen wurden am Dienstag positiv auf das Virus getestet, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität am Mittwoch hervorgeht. Das übertrifft den Wert von vergangenem Freitag, als rund 66.600 Neuinfektionen binnen 24 Stunden vermeldet wurden. Insgesamt haben sich in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben, mehr als 3,4 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 136.000 Menschen starben.

Fünf Kinder in Göppingen positiv auf Corona getestet

Nach der Corona-Infektion einer Mutter ist bei fünf Kindern im Kreis Göppingen das Coronavirus nachgewiesen worden. Wie das Landratsamt am Mittwoch mitteilte, haben sich die drei eigenen Kinder der positiv getesteten Frau angesteckt. Betroffen sind auch zwei ihrer Kontaktpersonen an der Wilhelm-Busch-Schule in Göppingen. Dabei handelt es sich um einen Mitschüler sowie ein Kind, das sich vermutlich auf einer Fahrt im Schulbus infizierte. Am Donnerstag sollen sämtliche Lehrer und Schüler der Wilhelm-Busch-Schule getestet werden.

Die beiden anderen Kinder der betroffenen Frau besuchen die Grundschule in Holzheim und den Kindergarten Pfiffikus in Holzheim. Die Abstriche der betroffenen Grundschulklassen und Kindergartengruppe waren negativ. Für Lehrer und Kinder wurde eine 14-tägige Quarantäne angeordne

Entscheidung über Ausreiseverbote für Hotspots auf Donnerstag verschoben

Über die vom Bund geplanten lokalen Ausreiseverbote für Regionen mit großen Corona-Ausbrüchen wird voraussichtlich erst an diesem Donnerstag entschieden. Die Vorabstimmungen zu dem Beschluss liefen noch, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Berlin am Mittwoch aus Regierungskreisen. Es sollten noch neue Punkte in die geplanten Änderungen der betreffenden Corona-Regeln aufgenommen werden, hieß es weiter. Aus diesem Grund sei die Besprechung von Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mit den Staatskanzleichefs der Länder auf Donnerstagvormittag verschoben worden. Ziel des Bundes ist es, bei regionalen Corona-Ausbrüchen wie im Kreis Gütersloh zielgenauer reagieren zu können.

"Dringender Gesprächsbedarf" – Haseloff stellt sich gegen Ausreiseverbote

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat sich gegen allgemeine Ausreisebeschränkungen für die Bewohner von Kreisen mit akuten Corona-Ausbrüchen gewandt. Im ZDF-"Morgenmagazin" forderte Haseloff am Mittwoch "differenzierte Lösungen, weil jeder Hotspot, jede Infektion verläuft anders". Schutzmaßnahmen müssten praktikabel und "kontrollfähig" sein. Haseloff hob hervor, dass der Staat im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht beliebig strikte Maßnahmen ergreifen könne. "Die Urteilslage ist eindeutig: Grundrechte kann man nicht beliebig einschränken", sagte der CDU-Politiker. Haseloff forderte "eine Mischung" aus Quarantänemaßnahmen, aber auch einem Beherbergungsverbot für Menschen, die aus Corona-Hotspots in andere Regionen reisen wollen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Dienstag dafür geworben, dass Landkreise künftig bei akuten Corona-Ausbrüchen die Reisefreiheit der Bürger beschränken können. Mehr dazu lesen Sie hier.

Impfstoff-Kandidat von Moderna erzielt gewünschte Ergebnisse

US-Forscher bestätigen in einer Studie die Wirksamkeit eines Impfstoffkandidaten des Pharmakonzerns Moderna. Mehr dazu lesen Sie hier.

Steigende Corona-Zahlen: Luxemburg jetzt Risikogebiet

Das Auswärtige Amt warnt wegen erhöhter Corona-Zahlen in Luxemburg vor "nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen" in das Nachbarland. Luxemburg habe kumulativ die Neuinfiziertenzahl von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen überschritten, heißt es auf der am Dienstag aktualisierten Homepage des Auswärtigen Amtes zur Begründung.

Das Robert Koch-Institut (RKI) listet Luxemburg mit Stand Dienstag als Gebiet, in dem "ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Sars-CoV-2 besteht". Laut RKI erfolgt die Einstufung als Risikogebiet nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch Gesundheitsministerium, Innenministerium und Auswärtigem Amt.

351 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 351 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 199.726 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 15.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9.071 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Bis Mittwochmorgen hatten 186.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 14.7., 0.00 Uhr, bei 1,06 (Vortag: 1,00). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 14.7., 0.00 Uhr, bei 0,91 (Vortag: 0,83). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Städtetag sieht lokale Ausreisesperre skeptisch

Der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, sieht Ausreisesperren zur Eindämmung lokaler Corona-Ausbrüche skeptisch. Zwar seien Regeln sinnvoll, um einen Ausbruch an der Quelle eindämmen, sagte der Leipziger Oberbürgermeister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ob Ausreisesperren dazugehören, wenn nichts anderes hilft, müssen wir diskutieren. Die Hürden dafür sind hoch", betonte Jung.

Ausreiseverbote müssten zeitlich eng begrenzt werden, vor Ort müsse umfassend getestet werden, damit solche Ausreisesperren schnellstmöglich wieder aufgehoben werden könnten, betonte Jung. "Dabei müssen die Grenzen nach dem Maßstab: so eng wie möglich, so weit wie nötig, gezogen werden." Das brauche nicht gleich für den ganzen Kreis zu gelten. Dafür seien die Unterschiede in Deutschland viel zu groß.

Höchste Alarmstufe in Tokio infolge steigender Infektionszahlen

In Tokio wird einem Medienbericht zufolge die höchste von vier Alarmstufen im Zusammenhang mit Coronaviren ausgerufen. Hintergrund sind steigende Fallzahlen vor allem bei jungen Arbeitern in den Zwanzigern und Dreißigern in den Rotlichtvierteln der Metropole.

Die höchste Stufe deute darauf hin, dass sich "Coronavirus-Infektionen sehr wahrscheinlich ausbreiten", schreibt die Zeitung "Asahi". Die täglichen Fälle überstiegen in vier der vergangenen sechs Tage 200 Neuinfektionen und erreichten am vergangenen Freitag ein Allzeithoch von 243. 

AfD pocht auf Corona-Entschädigung für Gewerbetreibende

Das Land muss Ladeninhaber, Gastronomen, Kinobesitzer und Künstler wegen des Lockdowns entschädigen - zumindest wenn es nach der baden-württembergischen AfD-Landtagsfraktion geht. Sie beruft sich dabei auf ein Gutachten, das sie bei einem Juristen in Auftrag gegeben hat. Der entgangene Gewinn müsse den Unternehmern demnach ersetzt werden. Zahlungspflichtig sei das Land Baden-Württemberg als Rechtsträger der Landesregierung, die die Corona-Verordnungen verantworte. Heute setzt die AfD das Thema auf die Tagesordnung des Landtags.

Ebenfalls heute will die AfD einen Untersuchungsausschuss beantragen – zur "Aufarbeitung des Mordanschlags in Stuttgart-Bad Cannstatt am 16. Mai 2020", wie sie es formuliert. Mitte Mai waren drei Gegner der Corona-Auflagen auf dem Weg zu einer Kundgebung angegriffen worden, einer war dabei lebensgefährlich verletzt worden. Die Polizei vermutet die Täter im linksextremen Spektrum. Das lebensgefährlich verletzte alte Opfer gehörte nach dpa-Informationen der rechtspopulistischen gewerkschaftsähnlichen Organisation "Zentrum Automobil" an.

Mehr als 74.000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 41.857 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 1,926 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 1.300 auf 74.133 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf. 

EU: Einreise aus Serbien und Montenegro wird wieder verboten

Die EU-Staaten wollen die in der Corona-Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen wieder ausweiten. Die Botschafter der EU-Staaten einigten sich am Dienstag in Brüssel darauf, die Beschränkungen für Bürger aus den beiden Balkanstaaten Serbien und Montenegro wieder einzuführen, wie die Deutsche Presse-Agentur von mehreren Diplomaten erfuhr. Grund dafür ist, dass die Viruslage sich in beiden Ländern deutlich verschlechtert hat.

Die Liste der Drittstaaten, aus denen Reisen in die EU möglich sind, schrumpft somit auf zwölf Länder. Die Botschafter fügten am Dienstag kein neues Land hinzu. Die Entscheidung muss noch im schriftlichen Verfahren offiziell von den Hauptstädten bestätigt werden. Die EU-Staaten wollen die Liste alle zwei Wochen überarbeiten. Bei der Entscheidung ist vor allem die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen der vergangenen 14 Tage entscheidend. Für Staaten, aus denen Bürger noch nicht wieder einreisen dürfen, sind Ausnahmen vorgesehen - etwa für EU-Bürger und ihre Familien.

Italien verlängert viele Corona-Beschränkungen

Italiens Regierung will viele Corona-Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen mindestens bis Ende Juli beibehalten. Das kündigte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Dienstag im Parlament in Rom an. Man muss in dem Mittelmeerland weiter eine Atemschutzmaske tragen, wenn man Bars, Restaurants, Geschäfte, Busse und Bahnen betritt. Es gelten zudem Abstandsregeln. Außerdem bleiben Einreisen aus vielen Nicht-EU-Ländern entweder verboten, oder die Menschen müssen in eine zweiwöchige Quarantäne.

Es bestehe das "Risiko, das Coronavirus aus dem Ausland zu importieren", zitierten italienische Nachrichtenagenturen Speranza im Senat, der kleineren der zwei Parlamentskammern. Deshalb blieben die Kontrollen an Flughäfen und in Häfen sowie bei Migrantenbooten streng, sagte er. Nach Medienberichten sollten die Öffnung von Diskotheken und der Start von Kongressen, die für Mitte Juli erwartet worden waren, auch mindestens bis Ende des Monats verschoben werden.

Maskenpflicht an weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg kommt 

In Baden-Württemberg gilt nach den Sommerferien an allen weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Das bestätigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag. Jeder, der dann auf dem Schulgelände und in den Gebäuden unterwegs ist, muss demnach eine Alltagsmaske tragen. Während des Unterrichts soll die Maskenpflicht nicht gelten. Die "Schwäbische Zeitung" hatte zuvor darüber berichtet.

Die Landesregierung einigte sich nach langen Diskussionen auch auf eine Teststrategie für das Personal an Schulen und Kitas. Alle Mitarbeiter sollen sich von Mitte August bis Ende September zwei Mal kostenfrei und freiwillig auf das Coronavirus testen lassen können.

Eltern berichten in Umfrage von hoher Belastung während Pandemie 

Der bisherige Höhepunkt der Corona-Pandemie in Deutschland ist für fast die Hälfte der Eltern eine sehr belastende Phase gewesen. Frauen hätten noch häufiger als Männer von einer hohen Belastung berichtet, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung am Dienstag in Wiesbaden mit.

Unter den alleinerziehenden Müttern hätten rund 60 Prozent eine hohe Gesamtbelastung angegeben. Die Auswertung veröffentlichte das Institut unter der Überschrift "Eltern während der Coronakrise – Zur Improvisation gezwungen". Wöchentlich seien seit Ende März 3600 Personen zu ihrer Lebenssituation befragt worden. 

Unter den Eltern hätten sich Väter in Kurzarbeit am zufriedensten geäußert, Mütter in derselben Situation seien deutlich unzufriedener gewesen, heißt es darin. Mütter im Homeoffice sei es dagegen besser gegangen als den Vätern.

Nach Maskenpflicht: Mallorca kündigt Maßnahmen gegen "Sauftourismus" an

Nur einen Tag nach der Verschärfung der Maskenpflicht hat Mallorca unter dem Eindruck von illegalen Partys, die gegen die Coronaregeln verstoßen, neue Maßnahmen zur Bekämpfung des sogenannten Sauftourismus angekündigt. Er werde die Maßnahmen für die spanische Urlaubsinsel und die anderen Balearen "in den nächsten Stunden" bekanntgeben, sagte der regionale Minister für Tourismus Iago Negueruela am Dienstag in Palma nach einem Treffen mit Hoteliers, Reiseveranstaltern und Gewerkschaftlern.

Man werde "nicht zulassen, dass das Image der Balearen in den Herkunftsmärkten beeinträchtigt" werde, erklärte der Minister in Anspielung auf Hunderte von Menschen, die am Wochenende am "Ballermann" in der Playa de Palma sowie in Magaluf westlich der Inselhauptstadt getrunken, getanzt und gefeiert hatten, ohne Schutzmaske zu tragen und ohne den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten.

Nach Medienberichten handelte es sich dabei vor allem um Touristen aus Deutschland und Großbritannien. Besonders in der Nacht von Freitag auf Samstag hatte es demnach sehr besorgniserregende Szenen gegeben. Angetrunkene Besucher hätten unter anderem Straßenhändler umarmt und im dichten Gedränge mit Fremden geflirtet.

Bayern will Abstimmung wegen Corona-Gefahr bei Urlaubern 

Wegen der möglichen Corona-Infektionsgefahr durch Urlaubsrückkehrer will sich Bayern mit den anderen Bundesländern und dem Bund absprechen. "Wir müssen aufpassen, dass insgesamt von Reiserückkehrern keine neuen Infektionen nach Deutschland gebracht werden. Hier müssen wir uns natürlich eng mit dem Bund und den anderen Bundesländern abstimmen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Dienstag. Sie werde das Thema in die wöchentliche Telefonschaltkonferenz der Landesgesundheitsminister mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag einbringen.

Angesichts möglicher Corona-Hotspots in Urlaubsregionen hatten der Bayerische Hausärzteverband und die FDP Regeln für den Umgang mit kranken Rückkehrern gefordert. Ausufernde Partys am Ballermann am vergangenen Wochenende hatten das Thema aufkommen lassen.

Bremen: Kostenlose Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten

Reisende, die aus Risikogebieten nach Bremen zurückkehren, können sich kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das kündigte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) am Dienstag an. Unabhängig davon besteht weiter eine 14-tägige Quarantänepflicht. Am Donnerstag beginnen auch in Bremen die Sommerferien.

Durch vermehrte Reisetätigkeiten steige die Gefahr einer erneuten Ausbreitung des Coronavirus. "Wir haben bereits zu Beginn der Pandemie gesehen, dass sich Infektionen aus Urlaubsorten heraus verbreitet haben", betonte Bernhard. "Dieser Situation wollen wir jetzt vorsorgen und deswegen Tests für alle anbieten, die von einer Reise aus einem Risikogebiet nach Bremen zurückkehren."

Debatte über Ausreiseverbote aus Corona-Hotspots – Merkel dafür 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine Änderung im Vorgehen bei neuen lokalen Coronavirus-Ausbrüchen für sinnvoll. Das sei ein Vorschlag, "für den ich werben würde", sagte Merkel am Dienstag nach einem Treffen mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in Herrenchiemsee. Lesen Sie hier mehr darüber.

Kanzlerin Merkel und Bayerns Länder-Chef Markus Seehofer: Merkel hat sich bei dem Treffen mit Seehofer am Chiemsee für die Idee ausgesprochen, regionale Ausreisestopps in besonderes betroffenen Landkreisen auszusprechen. (Quelle: Peter Kneffel/dpa)

Auswärtiges Amt hebt Reisewarnung für Schweden auf

Angesichts gesunkener Corona-Infektionszahlen in Schweden hat das Auswärtige Amt die Reisewarnung für das Land aufgehoben. Schweden war der letzte EU-Staat, für den noch eine deutsche Reisewarnung galt. Die im Juni noch konstant hohe Zahl der Neuinfizierten sinke seit Anfang Juli kontinuierlich bei weiterhin hohem Testniveau, schrieb das Außenministerium am Dienstag auf seiner Internetseite. Staatsangehörige der EU, der Schweiz, ihre Familienangehörigen und Inhaber von EU-Aufenthaltsgenehmigungen unterlägen keinen Einreisebeschränkungen. Alle Grenzübergänge seien geöffnet.

Laut Auswärtigem Amt gibt es keinerlei Reisebeschränkungen. Symptomfreie Personen dürften sich frei im Land bewegen. In Schweden gebe es keine Masken- oder Handschuhpflicht, die Bevölkerung werde jedoch eindringlich um das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln gebeten, besonders auch auf Reisen. Menschenansammlungen und der öffentliche Nahverkehr in Stoßzeiten sollten gemieden werden. 

Thailand verschärft Einreiseregeln für Ausländer 

Thailands Regierung verschärft die Einreisebestimmungen für Ausländer nach neuen Coronavirus-Fällen. In dem Land gab es seit 50 Tagen keine bestätigte lokale Übertragung des Virus. Zwei Infektionen unter Ausländern in dieser Woche haben aber zur Isolation von mehr als 400 Menschen geführt. Die Regierung erklärt nun, dass die Einreisebestimmungen zu lasch waren. "Das sollte nicht passieren, es tut mir wirklich leid, dass es passiert ist, und ich möchte mich bei der Öffentlichkeit entschuldigen", sagt Thailands Ministerpräsident Prayuth Chan-ocha.

Wegen Corona: Mehr Geld für strukturschwache Regionen 

Bund und Länder beschließen im Zuge der Pandemie-Bekämpfung Erleichterungen bei der Investitionsförderung, um strukturschwache Regionen zu stärken. "Im Konjunkturpaket der Bundesregierung haben wir uns auf eine deutliche Aufstockung der Mittel zur regionalen Wirtschaftsförderung um insgesamt 500 Millionen Euro verständigt", sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. "250 Millionen stehen in diesem und im nächsten Jahr zusätzlich bereit." Befristet bis Ende 2021 gelten niedrigere Anforderungen bei der Förderung von Unternehmensinvestitionen. Bei Investitionen in die Infrastruktur werden bis Ende 2023 Kommunen bei der Förderung entlastet.

Studie: Über fünf Millionen US-Bürger verloren schon Krankenversicherung 

Geschätzte 5,4 Millionen Arbeitnehmer in den USA haben in der Corona-Krise einer Studie zufolge zwischen Februar und Mai mit dem Verlust des Jobs auch ihre Krankenversicherung verloren. Diese Zahl liege um fast 40 Prozent höher als die bisherige Rekordzahl von 3,9 Millionen unversicherten Erwachsenen in den Finanzkrisenjahren 2008 und 2009, wie aus einer Studie der nichtstaatlichen Organisation Families U.S.A. am Montagabend (Ortszeit) hervorging.

"Dies ist der schlimmste wirtschaftliche Abschwung seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte Stan Dorn, der Leiter der Studie. Er forderte die Politik auf, diese Lücke beim Versicherungsschutz im nächsten Gesetz zu Corona-Hilfen zu berücksichtigen und Maßnahmen für einen umfassenden Gesundheitsschutz einzuschließen.

Landkreise halten Ausreiseverbot für überzogen 

Der Deutsche Landkreistag hält die von der Bundesregierung erwogenen Ausreiseverbote bei lokalen Corona-Ausbrüchen für überzogen. "Es geht eher um chirurgische Präzision als um den Holzhammer", erklärte Verbandspräsident Reinhard Sager am Dienstag. Das Agieren der Kreise Gütersloh und Warendorf habe zuletzt gezeigt, dass man örtlich begrenzte Ausbrüche gut in den Griff bekommen könne. Kreisweite Lockdowns und Schritte wie Ausreiseverbote sollten nur dann erwogen werden, wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft seien.

Österreich hebt Einreisebeschränkungen für Kreis Gütersloh auf

Menschen aus dem Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen können wieder ohne Einschränkungen nach Österreich reisen. Die Einreise aus Deutschland sei wieder uneingeschränkt möglich, teilte das Außenministerium in Wien am Dienstag auf seiner Webseite mit. Auch die seit Ende Juni geltende teilweise Reisewarnung Österreichs für das Land Nordrhein-Westfalen wurde aufgehoben. Seit dem 29. Juni mussten Menschen aus dem Kreis Gütersloh ein ärztliches Attest für einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn sie nach Österreich wollten.

Im Kreis Gütersloh war im Juni die Zahl der Corona-Infektionen durch einen massiven Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in die Höhe geschnellt. Für die Menschen im Kreis hatte der Ausbruch Einschränkungen im Alltagsleben zur Folge, zudem reagierten viele Urlaubsregionen unter anderem mit Beherbergungsverboten für Corona-Hotspots.

Israel meldet Rekordwert an Corona-Neuinfektionen 

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat in Israel ein Allzeit-Hoch erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte, wurden für Montag 1.681 Fälle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag in dem Land seit Beginn der Pandemie. Getestet wurden an dem Tag 25.825 Menschen, die Ansteckungsquote betrug demnach 6,5 Prozent. Auch dies ist ein Höchstwert. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 41.200 Infizierte registriert.

Zum Vergleich: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte Mitte Mai in Israel noch im niedrigen zweistelligen Bereich gelegen. In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut von den Gesundheitsämtern zuletzt 412 neue Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Deutschland hat etwa neun Mal mehr Einwohner als Israel.

Erholung am Frankfurt Flughafen verläuft weiter schleppend 

Die Passagierzahlen am Frankfurter Flughafen haben sich in der vergangenen Woche weiter etwas verbessert. Nach wie vor drückt aber die Corona-Krise auf das Geschäft und die Erholung verläuft sehr schleppend. In der 28. Kalenderwoche (6. bis 12. Juli) zählte der Betreiber Fraport an Deutschlands größtem Airport rund 275.000 Fluggäste und damit 82,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Aufstellung des Frankfurter Konzerns hervor. In der Vorwoche war die Zahl der Passagiere um etwas mehr als 83 Prozent auf 251.000 gefallen.

Experten befürchten allgemeinen Anstieg tödlicher Infektionskrankheiten 

Die Corona-Pandemie könnte in ärmeren Ländern nach Einschätzung von Experten zu einem drastischen Anstieg der Todesfälle auch durch Malaria, HIV und Tuberkulose führen. In Gebieten, in denen die Infektionskrankheiten häufig vorkommen, könnten Gesundheitssysteme und Medikamentenversorgung ernsthaft gestört werden, warnten Forscher vom Imperial College London am Dienstag. Laut Modellberechnungen könnten so in den nächsten fünf Jahren mehr Menschen an diesen drei Krankheiten sterben als durch das neuartige Coronavirus.

Sowohl gegen HIV als auch gegen Tuberkulose und Malaria gibt es mittlerweile kostengünstige und wirksame Behandlungs- und Präventionsmittel. Dennoch sterben weltweit jedes Jahr fast drei Millionen Menschen an diesen Krankheiten, die überwiegende Mehrheit davon in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen.

50.000 Krebsoperationen wegen Corona ausgefallen 

Wegen der Corona-Pandemie haben nach Angaben der Deutschen Krebshilfe rund 50.000 Krebsoperationen nicht stattgefunden. Das sei fast ein Viertel aller Krebsoperationen im Zeitfenster der Pandemie bis Mitte Juni. "Auch unterstützende Maßnahmen für Krebspatienten, von der psychosozialen Betreuung bis zur Palliativmedizin wurden in den Kliniken teilweise extrem nach unten gefahren." Das sagte Krebshilfe-Präsident Gerd Nettekoven der "Augsburger Allgemeinen".

Die Kliniken und Arztpraxen schöben zudem "eine große Bugwelle von verschobenen therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen" vor sich her. "Das kann irgendwann zu lebensbedrohlichen Situationen für Krebspatienten führen", warnte er.

England führt Maskenpflicht in Geschäften ein

In England wird eine allgemeine Maskenpflicht in Geschäften eingeführt. Die Maßnahme gilt ab dem 24. Juli, wie das Büro von Premierminister Boris Johnson am Montag mitteilte. Es gebe zunehmende Belege dafür, dass das Tragen von Atemschutzmasken in geschlossenen Räumen vor dem Coronavirus schütze, hieß es zur Begründung. Verstöße gegen die Maskenpflicht können mit Bußgeldern von bis zu 100 Pfund (109 Euro) geahndet werden. Eine Maskenpflicht gilt in England bereits seit dem 15. Juni in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Großbritannien ist das am härtesten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Fast 45.000 Todesopfer wurden dort verzeichnet. Das Land rangiert damit in der weltweiten Statistik der Todesfälle hinter den USA und Brasilien an dritter Stelle.

Die britische Akademie der Medizinischen Wissenschaften warnt in einem am Dienstag veröffentlichen Bericht, dass sich die Lage noch deutlich verschlimmern könnte. Eine zweite Ausbreitungswelle des Virus könnte zwischen September und Juni zu 120.000 Todesfällen allein in den Krankenhäusern führen, erklären die Wissenschaftler. Sie fordern sofortige Maßnahmen zur Verhinderung einer solchen zweiten Welle. 

Lauterbach fordert Rückkehr der Krankenhäuser zum Normalbetrieb

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eine allmähliche Rückkehr der Krankenhäuser zum Regelbetrieb gefordert. "Niemand sollte einen Krankenhausaufenthalt, der nötig ist, wegen Corona verschieben", sagte Lauterbach am Dienstag im "Morgenmagazin" des ZDF. Es gebe "jetzt keinen Grund mehr", notwendige Eingriffe und Operationen zu verschieben. "Die Krankenhäuser haben sich hervorragend aufgestellt", sagte er.

Die Krisenmaßnahmen in den Krankenhäusern wegen der Corona-Pandemie – etwa das Freihalten von Betten und das Verschieben von Operationen – rechtfertigte der SPD-Politiker ausdrücklich. Zwar seien dadurch Belastungen entstanden, sagte er. Diese Belastungen stünden aber "in keinem Verhältnis zu dem, was passiert wäre, wenn wir nicht die erste große Welle in Deutschland erfolgreich zurückgedrängt hätten".

Lauterbach äußerte sich außerdem kritisch zu dem Vorstoß aus der Fußball-Bundesliga, zu Saisonbeginn wieder Fans ins Stadion zu lassen. Lesen Sie hier mehr darüber.

Gemeindebund: Ausreisebeschränkungen für Corona-Kreise fast unmöglich

Der Städte- und Gemeindebund hält bei regionalen Corona-Ausbrüchen Ausreisebeschränkungen für ganze Landkreise für nicht durchsetzbar. Entsprechende Überlegungen hatte die Bundesregierung in einer Schaltkonferenz mit den Ländern eingebracht. Gemeindebund-Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte am Dienstag im ZDF: "Sie müssten ja im Prinzip dann kontrollieren, wer reist aus dem Kreis aus – und sie wissen, wie groß Kreise sind –, das stelle ich mir fast unmöglich vor." Er befand aber auch: "Richtig ist ja, regionale Ausbrüche gezielt zu bekämpfen." Und fügte hinzu: "Vielleicht muss man noch kleinteiliger da 'rangehen."

Weltweit über 13 Millionen Menschen infiziert

In Deutschland haben sich laut Angaben der Johns-Hopkins-Universität mittlerweile mehr als 200.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Auch weltweit sind die Fallzahlen erneut stark gestiegen. Mehr als 13 Millionen Menschen haben eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht – über 570.000 sind gestorben. Wie genau die Infektionszahlen in Ihrem Landkreis in Deutschland sind, können Sie hier nachlesen.

Kalifornien bricht Covid-Lockerungen ab: Bars und Kinos wieder dicht

Kalifornien bricht angesichts stark steigender Coronavirus-Fälle die Lockerung ab und führt wieder einschneidende Maßnahmen ein. Der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates, Gavin Newsom, ordnete am Montag in allen Landkreisen die Schließung von Bars, Kinos, Zoos und Museen an. Hier lesen Sie mehr.

Geschlossene Schulen in Kalifornien: Der Unterricht soll nach den Ferien hauptsächlich online stattfinden. (Quelle: Richard Vogel/AP/dpa)

Hongkong: Strengste Beschränkungen seit Ausbruch der Pandemie

Hongkokng Regierungschefin Carrie Lam ordnet ab Dienstag Mitternacht (Ortszeit) wegen eines Anstiegs der Covid-19-Fälle strengere Maßnahmen gegen die Pandemie an. Bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Tragen einer Gesichtsmaske obligatorisch, bei Verstößen droht eine Geldstrafe von umgerechnet rund 570 Euro. Gaststätten müssen ihre Bewirtung in geschlossenen Räumen einstellen und dürfen erst nach 18 Uhr Speisen zum Mitnehmen anbieten.

Beide Maßnahmen kamen während des Virus-Ausbruchs in der chinesischen Sonderverwaltungszone bislang nicht zum Einsatz. Zusammenkünfte sind statt bisher von 50 auf vier Personen reduziert, Fitnessstudios und Vergnügungsstätten bleiben für eine Woche geschlossen. Am Montag registrierten Hongkonger Gesundheitsbehörden einen Anstieg um 52 auf 1522 Fälle. Lokalen Medienberichten zufolge sind acht Einwohner an den Folgen des Virus gestorben. 

Mehr als 4.000 Menschen in US-Abschiebelagern infiziert

In den US-Abschiebehaftanstalten breitet sich das Coronavirus immer stärker aus. Laut Aussagen der privaten Betreiber der Flüchtlingslager sind mehr als 3300 der 22.580 Menschen in Abschiebehaft sowie 880 Mitarbeiter mit dem Erreger infiziert. Es habe Berichte von Angestellten über die Rationierung persönlicher Schutzausrüstung, unzureichende medizinische Versorgung und verzögerte Tests gegeben, erklärte die Vorsitzende des Senatsausschuss für Heimatschutz, Kathleen Rice bei einer Anhörung. Die US-Einwanderungsbehörde ICE äußerte sich nicht zu den Infektionszahlen und den Vorwürfen.

Bericht: Zahl der Abschiebungen in Corona-Krise drastisch gesunken

Die Zahl der Abschiebungen von abgelehnten Asylbewerbern aus Deutschland ist laut einem Zeitungsbericht in der Corona-Krise drastisch gesunken. In den ersten fünf Monaten des Jahres seien nur 5.022 Asylbewerber abgeschoben worden, weniger als die Hälfte als im entsprechenden Vorjahreszeitraum, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe in ihren Dienstagsausgaben. Im Mai habe es nur rund 150 Rückführungen geben.

Zwischen Januar und Mai 2019 waren dem Bericht zufolge noch 10.951 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben worden. Die Gesamtzahl der Ausreisepflichtigen stieg demnach zwischen Ende Mai 2019 und Ende Mai dieses Jahres von 245.597 auf 266.605.

Zahlreiche Staaten verweigerten wegen der Corona-Pandemie weiterhin die Einreise von Menschen, die abgeschoben werden sollten, oder beschränkten die Einreise auf "unabdingbare, wenige Fallkonstellationen", teilte das Bundesinnenministerium den Funke-Blättern mit. Das Ministerium dringt nach eigenen Angaben bei den Herkunftstaaten "auf eine baldige Wiederaufnahme von Rückführungen".

Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland steigt auf über 200.000

Die Zahl der festgestellten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Krise ist laut Daten der Johns Hopkins-Universität auf über 200.000 gestiegen. Demnach seien mittlerweile 200.075 Menschen in der Bundesrepublik an Covid-19 erkrankt. Damit liegt Deutschland weltweit an 17. Stelle. Die USA sind mit aktuell über 3,3 Mio. Infektionen weiter einsamer trauriger Spitzenreiter.

WHO-Chef: Krise kann "schlimmer und schlimmer und schlimmer werden"

Die Virus-Pandemie kann sich laut Weltgesundheitsorganisation WHO noch deutlich verschärfen, wenn sich nicht alle Länder an grundlegende Vorsichtsmaßnahmen halten. "Lassen Sie es mich offen sagen, zu viele Länder gehen in die falsche Richtung, das Virus bleibt Staatsfeind Nummer eins", sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einem virtuellen Briefing in Genf. "Wenn die Grundlagen nicht befolgt werden, wird diese Pandemie voranschreiten, sie wird schlimmer und schlimmer und schlimmer werden." Das müsse aber nicht so kommen.

Hongkong führt erneut Corona-Beschränkungen ein

Nach einem Wiederanstieg der Corona-Infektionen hat Hongkong erneut Beschränkungen eingeführt. Wie die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam am Montag mitteilte, werden öffentliche Versammlungen von mehr als vier Menschen verboten. Geschäfte müssen teilweise schließen und Restaurants dürfen zwischen 18.00 Uhr und 5.00 Uhr nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten. Bars, Nachtclubs, Schönheitssalons, Fitnessstudios und Karaoke-Bars dürfen gar nicht öffnen. Gesichtsmasken sind ab Montag Pflicht im öffentlichen Personennahverkehr, Zuwiderhandlungen werden mit bis zu 570 Euro bestraft. Lam kündigte an, die Maßnahmen in sieben Tagen überprüfen zu wollen.

Die Finanzmetropole gehörte wegen der Nähe zu Festlandchina zu den ersten Regionen mit Coronavirus-Fällen, bekam die Ausbreitung des neuartigen Erregers aber durch strenge Maßnahmen zügig in den Griff. Bisher wurden etwas mehr als 1400 Corona-Infektionen bestätigt, acht Menschen starben. Zwei Monate lang waren keine Übertragungen mehr nachgewiesen worden.

In den vergangenen zwei Wochen wurden jedoch im Zusammenhang mit einem Corona-Hotspot 180 neue Fälle entdeckt. Die Behörden fürchten, dass sich das Virus unerkannt unter den 7,5 Millionen Einwohnern Hongkongs ausbreitet.

US-Behörde genehmigt beschleunigtes Verfahren zu Corona-Impfstoff

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem amerikanischen Konzern Pfizer und der Firma Biontech aus Mainz ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für zwei mögliche Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus genehmigt. Das teilten beide Unternehmen am Montag mit. Es handele sich um die am weitesten entwickelten Varianten eines möglichen RNA-Impfstoffs mit Namen "BNT 162b1" und "BNTb2". Insgesamt laufen in den USA und in Deutschland Studien der Phase I und II zu vier Kandidaten.

Für die USA hatten Biontech und Pfizer zuletzt schon erste Ergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten vorgelegt, konkret zu "BNT 162b1". Diese nannten die Unternehmen "ermutigend", auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen. Probanden hatten Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt. Unklar ist aber noch, ob diese Antikörper tatsächlich vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 schützen. Das sollen Tests mit bis zu 30.000 Probanden zeigen.

Erste Ergebnisse zu Tests in Deutschland werden laut Biontech noch im Juli erwartet.

30-Jähriger infiziert sich auf Corona-Party und stirbt

Im Bundesstaat Texas ist ein 30-Jähriger an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben, nachdem er an einer "Covid-19-Party" teilgenommen hatte. Der Gastgeber der Party sei selber mit dem Virus infiziert gewesen, teilte die Chefmedizinerin am Methodisten-Krankenhaus in San Antonio, Jane Appleby, in einem am Sonntag von US-Medien verbreiteten Video mit.

Bei der Party hätten die Teilnehmer herausfinden wollen, ob das Virus wirklich existiere und ob es gegebenenfalls besiegt werden könne, sagte die Ärztin. Der nun Verstorbene habe kurz vor seinem Tod über seinen Partybesuch gesagt: "Ich glaube, ich habe einen Fehler gemacht." Der Patient habe das Coronavirus für einen "Schwindel" gehalten und sich aufgrund seines jungen Alters ohnehin für "unbesiegbar" gehalten.

Appleby beschrieb den Fall als Warnung an junge Leute. Mit dem Coronavirus infizierte junge Menschen würden oft nicht selber erkennen, wie krank sie tatsächlich seien. Bei Untersuchungen des Sauerstoffgehalts in ihrem Blut und Labortests werde oft festgestellt, dass sie "in Wahrheit kranker sind als sie scheinen".

Johnson wirbt für Urlaub im Vereinigten Königreich

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson rät seinen Landsleuten, in diesem Sommer Urlaub im eigenen Land zu machen. "Wenn die Menschen das Bedürfnis nach einem Auslandsurlaub verspüren, dann ist das natürlich ihre Sache, und ich verstehe das vollkommen, aber es gibt fantastische, fantastische Orte - unvergleichliche, wunderbare, superlative Orte im Vereinigten Königreich, an denen man Urlaub machen kann", sagt er in London und fügt hinzu: "Das ist sicherlich das, was ich tun werde".

Corona-Tests an fünf Stuttgarter Schulen und in Göppingen

In der Landeshauptstadt Stuttgart werden nach Corona-Verdacht Schüler und Lehrer an fünf Schulen auf das Coronavirus getestet. Pädagogen und Schüler einzelner Klassen seien betroffen, weil einzelne Kinder Kontakt zu einem infizierten Menschen hatten. Nach der Erkrankung zweier Kitakinder werden auch bei Personal und Kindern in zwei Stuttgarter Einrichtungen Abstriche genommen, wie die Stadt mitteilte.

In Göppingen wird in zwei Schulen und einem Kindergarten getestet. Dort hatte eine Ende der Woche als infiziert diagnostizierte Mutter zuvor Krankheitssymptome an ihren drei Kindern festgestellt. Zunächst hatten sie sie zu Hause gelassen und nach Besserung ihres Zustands am Dienstag und Mittwoch wieder in Schule und Kindergarten geschickt. Wie der Landkreis Göppingen mitteilte, ist nicht auszuschließen, dass die Kinder ansteckend sind.

Jens Spahn auf einer Pressekonferenz: Der Gesundheitsminister hat die Bürger vor Nachlässigkeit im Umgang mit der Corona-Pandemie gewarnt und eindringlich aufgerufen, die Schutzmaßnahmen einzuhalten. (Quelle: Reuters)

Spahn: Besondere Gefahr beim Feiern

Ein besonders großes Gefahrenpotential sieht Gesundheitsminister Spahn beim Feiern und auf Partys und reagiert damit auf Videos vom Wochenende, in denen deutsche Urlauber ohne Mundschutz am Ballermann gefeiert haben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Studie bei Blutspendern zeigt geringe Immunität gegen Virus

Erste Ergebnisse einer Studie auf Antikörper gegen das Virus unter Blutspendern hat eine geringe Immunität bei den Untersuchten gezeigt. 12.000 Menschen seien getestet worden, Antikörper wurden demnach nur bei 1,3 Prozent gefunden, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler.

Dieses Zwischenergebnis der nicht-repräsentativen Studie zeige, dass der Großteil der Menschen in Deutschland offenbar noch nicht mit dem Virus in Kontakt gekommen sei. Dies bedeute umgekehrt, dass es sich noch stark verbreiten könne.

Mallorca: Verschärfte Maskenpflicht gilt ab heute

Zum Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus ist auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln am heutigen Montag eine verschärfte Maskenpflicht in Kraft getreten. Der Mund- und Nasenschutz muss auf Anordnung der Regionalregierung in allen geschlossenen öffentlichen Räumen sowie auch auf der Straße und im Freien getragen werden, sobald die Möglichkeit besteht, auf andere Menschen zu treffen.

Am Strand, am Pool sowie beim Sport muss hingegen weiterhin niemand eine Maske tragen. Die Balearen folgen damit dem Beispiel Kataloniens, wo aufgrund von neuen Infektionsherden bereits seit Donnerstag eine verschärfte Maskenpflicht gilt. Mallorca zieht besonders viele deutsche Touristen an, schon vor Spaniens Grenzöffnung durften Mitte Juni wieder tausende von ihnen auf die Insel.

Spanisches Gericht setzt Corona-Ausgangssperre in Katalonien außer Kraft

Ein spanisches Gericht hat die erneute Corona-Ausgangssperre für mehr als 200.000 Menschen in der Region Katalonien außer Kraft gesetzt. Das oberste Gericht Kataloniens teilte am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, die von der Regionalregierung angeordnete Ausgangssperre verstoße gegen geltendes Recht. Das Gerichtsurteil kann angefochten werden.

Wegen eines neuen Corona-Infektionsherds hatte die katalonische Regionalregierung am Samstagabend eine Ausgangssperre für den Großraum Lleida (Lérida) verhängt, die am Sonntag in Kraft trat. Bereits gut eine Woche zuvor war die Gegend vom Rest des Landes isoliert worden.

Ungarn erlässt Einreisebeschränkungen

Das EU-Land Ungarn führt wegen weltweit steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus Einreisebeschränkungen ein. Eine Regierungsverordnung, die am Sonntag erlassen wurde, kategorisiert die verschiedenen Länder der Welt in Hinblick auf ihre Pandemielage. Reisende, die aus Ländern wie Deutschland kommen, die als "grün" eingestuft sind, können weiter uneingeschränkt in Ungarn einreisen.

Für Reisende, die aus einem als "gelb" eingestuften Land kommen, gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht. Aus "rot" eingestuften Ländern können Ausländer künftig nicht mehr einreisen. Die Verordnung tritt am Mittwoch (15. Juli) in Kraft. Transitreisende sind nicht davon betroffen, sie dürfen aber die festgelegten Durchreiserouten nicht verlassen.

Als "grün" eingestuft sind die Schweiz, Island und alle EU-Länder außer Rumänien, Bulgarien, Portugal und Schweden. Diese vier Länder sind so wie Norwegen, Großbritannien, Serbien, Russland, China, Japan und die USA als "gelb" eingestuft. Als "rot" gelten die Ukraine, Moldau, Belarus, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Kosovo, Kanada, Australien, die meisten asiatischen Länder und alle Länder Mittel- und Südamerikas sowie Ozeaniens.

Kinderhilfswerk warnt vor globalem Bildungsnotstand 

Die Kinderhilfsorganisation Save the Children hat vor einem weltweiten Bildungsnotstand als Folge der Corona-Pandemie gewarnt. Bis Jahresende könnten fast zehn Millionen Kinder für immer vom Unterricht ausgeschlossen sein. Besonders betroffen seien Mädchen in ärmeren Ländern oder Konfliktregionen, die aufgrund der Schulschließungen und wirtschaftlichen Probleme in Kinderarbeit oder Frühehen gezwungen würden, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht.

Als Konsequenz fordert die Kinderrechtsorganisation unter anderem Kreditgeber auf, den ärmsten Staaten einen Aufschub bei der Schuldentilgung zu gewähren. Darüber hinaus müssten Kinder während der Schulschließungen Zugang zu digitalem Lernen und Schutzmöglichkeiten haben.

Vor der Pandemie seien 258 Millionen Kinder und Jugendliche weltweit nicht zur Schule gegangen, hieß es in dem Bericht. Durch die weltweiten Schulschließungen waren es demnach zwischenzeitlich 1,6 Milliarden, aktuell liegt die Zahl bei etwa einer Milliarde. Am größten ist das Risiko, nicht mehr zur Schule zurückzukehren, dem Bericht zufolge in zwölf Staaten, die überwiegend in West- und Zentralafrika liegen. Aber auch der Jemen und Afghanistan zählen dazu.

Rekordzahl an Neuinfektionen in Florida

In Florida ist innerhalb von 24 Stunden die Rekordzahl von mehr als 15.000 neuen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. 15.299 neue Ansteckungsfälle wurden gezählt, wie das Gesundheitsministerium des Bundesstaates im Südosten der USA am Sonntag mitteilte. Dies ist die bislang höchste Zahl von Neuinfektionen, die innerhalb eines Tages in einem US-Bundesstaat registriert wurde. Den bisherigen Rekord hielt Kalifornien mit 11.694 erfassten Ansteckungsfällen binnen 24 Stunden – diese Zahl von Neuinfektionen in dem Westküstenstaat war am vergangenen Mittwoch verzeichnet worden.

Mehr als 35.000 Corona-Tote: Mexiko weltweit an vierter Stelle

Mexiko ist inzwischen das Land mit den viertmeisten registrierten Todesfällen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag (Ortszeit) auf 35.006. Damit überholte das nordamerikanische Land Italien. Die offizielle Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus liegt in Mexiko inzwischen bei 299.750 – die siebtmeisten weltweit nach Statistiken der Johns Hopkins Universität in den USA.

Die wahren Zahlen dürften in Mexiko allerdings noch deutlich höher liegen. Äußerst wenige Menschen werden dort auf das Coronavirus getestet. Nach Statistiken, die von Forschern der englischen Universität Oxford zusammengetragen wurden, lag die Zahl der täglich durchgeführten Tests in Mexiko zuletzt bei 4,83 pro 1.000 Einwohner – in Deutschland waren es 76,1 und in den USA 117,58.

Hinrichtung in den USA soll trotz Corona-Bedenken stattfinden

In den USA soll nun doch am Montag die Todesstrafe eines verurteilten Mörders vollstreckt werden. Ein US-Berufungsgericht hat die einstweilige Verfügung gegen die Hinrichtung aufgehoben, sagt ein Anwalt der Familie des Verurteilten. Die Vollstreckung war am Freitag von einem Bundesgericht blockiert worden. Die Richterin gab einem Antrag von Angehörigen des verurteilten Kindesmörders statt. Sie hatten argumentiert, dass sie ihr Recht, der Exekution beizuwohnen, aus Furcht vor Ansteckung mit dem Coronavirus nicht wahrnehmen könnten. Die Hinrichtung wäre die erste eines auf Bundesebene Verurteilten seit 17 Jahren.

Argentinien: Erstmals mehr als 100.000 Infektionen

In Argentinien durchbricht die Zahl der Coronavirus-Fälle erstmals die 100.000-Marke. Trotz Quarantäne-Beschränkungen in der Hauptstadt Buenos Aires und den umliegenden Gebieten meldet das Gesundheitsministerium einen Anstieg binnen 24 Stunden um 2.657 auf 100.166 Neuinfektionen.

Seit Juni verzeichnet das lateinamerikanische Land einen täglichen Anstieg im vierstelligen Bereich. Die Zahl der Todesopfer in Argentinien liegt bei 1845, weit entfernt von Brasilien mit bislang 71.469 Todesopfern und 11.682 in Peru.

Ungarn lässt keine Menschen aus Afrika und Südamerika mehr ins Land

Mit Verweis auf die Corona-Pandemie will die ungarische Regierung Einreisen aus Afrika, Südamerika und fast allen Ländern Asiens untersagen. Zudem würden die Einreisen aus einigen europäischen Staaten eingeschränkt, teilte der Stabschef von Ministerpräsident Viktor Orban, Gergely Gulyas, am Sonntag mit.

Nach Gulyas Angaben teilten die ungarischen Gesundheitsbehörden 154 Länder auf Grundlage der dortigen Corona-Infektionszahlen in drei unterschiedliche Risikokategorien ein. Zur höchsten Risikogruppe "rot" werden demnach alle afrikanischen und südamerikanischen Länder gezählt sowie alle asiatischen Länder, abgesehen von den wirtschaftlich einflussreichen Staaten China und Japan. Menschen aus der roten Gruppe dürfen ab Dienstag um Mitternacht nicht mehr nach Ungarn einreisen.

Aus Europa gehören auch Albanien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, das Kosovo, Belarus, Montenegro und die Ukraine zur roten Gruppe. Ungarische Staatsbürger, die aus Ländern dieser Gruppe einreisen, müssen sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen und eine 14-tägige Quarantäne einhalten.

Zur gelben Kategorie zählen unter anderem Großbritannien, Norwegen, Russland, Serbien, China, Japan und das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit - die USA. Menschen aus diesen Ländern müssen bei Einreise nach Ungarn zwei Wochen lang in Quarantäne, es sei denn, sie können binnen fünf Tagen ein negatives Testergebnis vorweisen. Auch die EU-Mitglieder Bulgarien, Rumänien, Portugal und Schweden werden von Budapest zu dieser Kategorie gezählt. Aus Ländern der grünen Kategorie können Menschen ohne Corona-Restriktionen einreisen.

USA meldet fast 63.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages

In den USA steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle nach Angaben der US-Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) um 62.918 auf 3.236.130. Weitere 906 Menschen sind binnen 24 Stunden an den Folgen des Virus gestorben, wodurch sich die Zahl der Todesfälle auf 134.572 erhöht. Die Vereinigten Staaten verzeichnen weltweit die meisten Infektion.

Erstmals wieder Ausgangsbeschränkung in Spanien wegen Corona-Fällen

In Spanien ist erstmals seit Lockerung der Corona-Maßnahmen im Juni wieder eine Ausgangsbeschränkung angeordnet worden. Die Menschen in der Stadt Lleida und sieben umliegenden Gemeinden dürfen ab Montag das Haus daher nur noch zur Arbeit, zum Einkaufen oder wegen dringender Angelegenheiten wie etwa Arztbesuche verlassen, berichtete die Zeitung "La Vanguardia" am Sonntag unter Berufung auf die Regionalregierung von Katalonien.

Damit wurden Maßnahmen in der im Westen Kataloniens gelegenen Region weiter verschärft, die schon seit einer Woche für mehr als 200.000 Menschen gelten. So war das Gebiet, in dem es einen Anstieg der Infektionszahlen gibt, bereits weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt worden. Seither kontrolliert die Polizei die Zufahrtsstraßen.

In den Krankenhäusern im Bereich von Lleida würden inzwischen schon mehr als 100 Covid-19-Patienten behandelt, berichtete "La Vanguardia". In ganz Katalonien, wo es auch in der Stadt L'Hospitalet de Llobregat unmittelbar südlich von Barcelona vermehrt neue Corona-Fälle gibt, wurden binnen 24 Stunden am Sonntag 816 neue Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus registriert. Das waren mehr als doppelt so viele wie noch am Samstag, als 361 Fälle gemeldet wurden.

WHO zählt 230.000 neue Fälle

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ein neues Rekordniveau gestiegen. Die WHO zählte nach Angaben vom Sonntag binnen 24 Stunden mehr als 230.000 neue Fälle. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mindestens 248 Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 248 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.804 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete. Allerdings wies das RKI darauf hin, dass aus Baden-Württemberg und Sachsen keine Daten übermittelt wurden, zudem habe es bei der Übermittlung aus Hamburg und dem Saarland technische Probleme gegeben.

In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge bislang 9.063 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten 184.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 12. Juli, 0.00 Uhr, bei 1,04 (Vortag: 0,93). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. An den Vortagen lag er unter 1.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 12. Juli, 0.00 Uhr, bei 0,91 (Vortag: 0,93). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Corona-Ausbruch in Israel droht außer Kontrolle zu geraten

Israel bekommt einen neuerlichen Ausbruch des Coronavirus bislang nicht in den Griff. Das Gesundheitsministerium verzeichnete am Sonntag 18.940 aktive Corona-Fälle. Damit gab es in Israel seit längerer Zeit wieder mehr aktiv Infizierte als Genesene. Am Vortag waren 1.148 neue Fälle gemeldet worden. Am Freitag hatte das Ministerium mit 1.464 Fällen einen Rekordwert verzeichnet. Nach einem ersten Ausbruch waren in Israel im Mai kaum neue Fälle gemeldet worden. Seit Ende Mai steigt die Zahl der täglich registrierten Ansteckungen aber wieder deutlich.

Nach Medienberichten ist Gesundheitsminister Juli Edelstein für einen erneuten Lockdown, sollte die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf rund 2.000 steigen. Während Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu Beginn der Pandemie für sein entschiedenes Handeln gelobt worden war, steht er inzwischen für sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik. Vorgehalten werden ihm vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle.

In der Nacht auf Freitag verhängte die Regierung Ausgangsbeschränkungen für Teile von fünf Städten, darunter auch Jerusalem. In einem Jerusalemer Viertel kam es zu gewaltsamen Konfrontationen zwischen Einwohnern, die sich nicht an die Sperrmaßnahmen halten wollten, und der Polizei. Zuletzt wurde insbesondere in strengreligiösen Wohnvierteln ein dramatischer Anstieg von Neuinfektionen verzeichnet.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 38.213 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 358 Infizierte sind gestorben. Auch im Westjordanland stiegen die Corona-Zahlen weiter stark an. Die palästinensischen Behörden verzeichneten dort bisher 6.158 Corona-Fälle, 33 Menschen starb

Britische Regierung streitet über strengere Maskenregeln

Der britische Vize-Premierminister Michael Gove hat sich gegen eine generelle Maskenpflicht in England ausgesprochen. Im Interview mit der BBC antwortete Gove auf die Frage, ob Masken verpflichtend getragen werden sollten, "nein, nicht verpflichtend". 

Er vertraue dem "guten Gespür" der Menschen, erklärte Gove. Allerdings räumte er ein, dass strengere Maßnahmen ergriffen werden könnten, falls die Corona-Situation dies erfordere.

Am Freitag hatte Premierminister Boris Johnson angedeutet, dass er eine generelle Maskenpflicht im Einzelhandel in Erwägung ziehe. Er selbst zeigte sich bei einem Pressetermin in einem Geschäft erstmals mit Maske.  

Bluttests zeigen: Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dämpft Hoffnung auf Impfstoff

Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten dämpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung. Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, berichtete Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie.

"Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann", sagte Wendtner. "Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden." Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei. Mehr dazu lesen Sie hier.

USA mit Negativ-Rekord: Zahl der Neuinfektionen so hoch, wie noch nie

In den USA hat die Zahl der täglich registrierten Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Samstagabend (Ortszeit) 66.528 Ansteckungsfälle verzeichnet. Die Zahl der Corona-Toten stieg demnach um 760 auf 134.729. Insgesamt infizierten sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen 3,24 Millionen Menschen in den USA mit dem neuartigen Coronavirus.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch die Totenzahlen. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen des Landes. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden. In den vergangenen fünf Tagen überschritt die Zahl der landesweiten Neuinfektionen vier Mal die Schwelle von 60.000.

"Als gäb's kein Corona": Deutsche feiern auf Mallorca ohne Masken

Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren. Auf einem am Samstag veröffentlichten Video der "Mallorca Zeitung" (MZ) ist zu sehen, wie die Menschen am Freitagabend auf der berühmten "Bierstraße" im dichten Gedränge feiern, trinken und tanzen – "als gäb's kein Corona", so die "MZ". Praktisch niemand trägt dabei Maske, obwohl der von der spanischen Regierung für die Zeit der "neuen Normalität" vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern weder auf der Straße noch in den Lokalen einzuhalten ist.

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Die Bilder schockierten die Insel. Die Szenen zeigten, so die "Mallorca Zeitung", "wie groß die Gefahr einer zweiten Corona-Welle auf Mallorca sein könnte". Viele der angetrunkenen Gäste hätten mit fremden Urlauberinnen und Urlaubern geflirtet, in größeren Gruppen getanzt und Straßenhändler umarmt. Die wenigen Menschen, die Maske trugen, seien zum Teil ausgelacht worden, berichteten Medien.

Obwohl nach dem Ende des Lockdowns einige Partys von größeren Gruppen in Kneipen und in Parks schon erste Sorgen ausgelöst hatten, hatte man eine solch große Ansammlung feiernder und trinkender Menschen auf den Balearen seit der Öffnung der Grenzen für ausländische Touristen Mitte Juni bisher nicht gesehen.

Angesichts der Nachlässigkeit einiger Bürger bei der Beachtung der Corona-Schutzregeln hatte die Regionalregierung in Palma erst am Freitag illegalen Partys den Kampf angesagt. Es wurde ein Strafenkatalog mit Bußgeldern von bis zu 600.000 Euro beschlossen; außerdem wurden verstärkte Kontrollen angekündigt. Am Freitagabend habe sich die Polizei am "Ballermann" aber nicht blicken lassen, so die "MZ".

Kritik und Zuspruch für Vorstoß von Union Berlin 

Berlins Sportsenator Andreas Geisel zeigt sich offen für Pläne des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union, in der kommenden Saison trotz Corona von Anfang an im komplett gefüllten Stadion zu spielen. "Wir verstehen Unions Ambitionen", sagte der SPD-Politiker am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Wir werden uns zeitnah mit der Vereinsführung treffen, um über das Konzept zu sprechen." Natürlich müsse ein Konzept die hygienischen Anforderungen erfüllen und von der DFL getragen werden, fügte Geisel hinzu. "Es sollte keine unterschiedlichen Lösungen innerhalb der Bundesliga geben."

Aufgeschlossen für die Pläne von Union Berlin: Innensenator Andreas Geisel. (Quelle: imago images)

Mit seinem in Deutschland bislang einmaligen Vorhaben, das am Freitagabend veröffentlicht wurde, sorgt Union für mächtig Wirbel. Der Club will "spätestens" ab dem ersten Spieltag der kommenden Saison - also ab Mitte September – wieder eine "Vollauslastung" des Stadions An der Alten Försterei erreichen. Dazu soll es umfassende Tests auf das Coronavirus für alle Stadionbesucher geben. Das Konzept will der Club gemeinsam mit dem Berliner Senat und dem zuständigen Gesundheitsamt des Stadtbezirks Treptow-Köpenick ausarbeiten.

Kritik an dem Plan äußerte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. "Das halte ich für nicht vertretbar", sagte der Politiker dem "Tagesspiegel am Sonntag". Man könne "nicht mit Sicherheit ausschließen, dass Infizierte ins Stadion kommen", urteilte Lauterbach. Zuschauer könnten sich auch noch unmittelbar vor Spielbeginn und damit nach Abgabe des Corona-Tests infizieren, außerdem bestehe die Gefahr falscher negativer Test-Ergebnisse.

Florida: Disney World öffnet wieder – während die Fallzahlen explodieren

Inmitten steigender Infektionszahlen in Florida öffnet dort der Vergnügungspark Walt Disney World zum ersten mal seit vier Monaten wieder seine Tore. Mit einer begrenzten Zahl von Besuchern und Maskenpflicht sowie der Aufforderung zum Abstandhalten sieht sich das Unternehmen nach eigenen Angaben in der Lage, die Ansteckungsgefahr unter Kontrolle zu halten.

In den vergangenen zwei Wochen sind in Florida 109.000 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, mehr als in jedem anderen US-Bundesstaat.

USA: 774 Tote binnen 24 Stunden 

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA ist weiterhin alarmierend: Binnen 24 Stunden sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend (Ortszeit) 63.643 neue Ansteckungsfälle registriert worden. Die Zahl der Corona-Toten sei um 774 auf fast 134.000 gestiegen. Erst am Donnerstag hatten die USA mit 65.551 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen bei 3,18 Millionen.

Altmaier nennt Bedingungen für Lockerung der Maskenpflicht 

Nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier könnte die Maskenpflicht im Einzelhandel abgeschafft werden, wenn die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen unter den Wert von 100 sinken sollte. "Solange wir im Durchschnitt täglich mehrere hundert neue Infizierte haben, wird sie überall bleiben müssen, wo der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten wird", sagt der CDU-Politiker der "FAZ".

Einen Automatismus gebe es nicht. "Wenn wir bei den Infektionen dauerhaft zweistellig sind, müssen Mediziner und Politik neu nachdenken." Übermut und dadurch ausgelöste neue Infektionswellen schadeten der Wirtschaft am Ende am meisten.

Alamierende Zahlen in Mexiko: Was der mit den Toten zu tun hat 

Die mexikanischen Infektionszahlen haben einen neuen Rekordwert erreicht. Trotz roter Corona-Ampel lockerte die Regierung die Einschränkungen. Doch es gibt weitere Gründe für die vielen Infektionen. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Mallorca: Drakonische Strafen für Partys

Die Balearen wollen gegen illegale Partys, die gegen die Corona-Regeln verstoßen und vor allem auf Mallorca zunehmend Sorgen bereiten, hart vorgehen. Die Regionalregierung beschloss am Freitag einen Strafenkatalog mit Bußgeldern von bis zu 600.000 Euro sowie verstärkte Kontrollen. Das entsprechende Dekret, das noch am Freitag im Amtsblatt veröffentlicht werden und damit umgehend in Kraft treten sollte, sieht bei Verstößen unter anderem auch Schließungen von Lokalen für eine Zeit von bis zu drei Jahren vor.

Wegen der Nachlässigkeit einiger Bürger hatte die Regionalregierung bereits am Donnerstag die Einführung einer strengen Maskenpflicht angekündigt, die am Montag in Kraft treten soll.

Auf den Inseln, insbesondere auf Mallorca, gab es in den vergangenen Tagen nach Medienberichten unter anderem in Kneipen und Parks immer mehr Partys, an denen zum Teil mehr als hundert Menschen ohne jede Beachtung der Abstandsregeln teilgenommen haben sollen. Nach dem im Rahmen der "neuen Normalität" gültigen Dekret der Madrider Zentralregierung muss landesweit fast überall ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern eingehalten werden. Falls das nicht möglich ist, muss auch im Freien eine Maske getragen werden.

Johnson will striktere Maskenpflicht 

Der britische Premierminister Boris Johnson hat am Freitag eine Ausweitung der Maskenpflicht in seinem Land angedeutet. "Ich glaube wir müssen strikter dabei sein, die Menschen zum Tragen von Gesichtsschutz in geschlossenen Räumen aufzufordern, wo sich Menschen begegnen, die sonst nicht zusammenkommen", sagte der Premier in einer Online-Fragestunde mit Bürgern. Ebenfalls am Freitag zeigte sich Johnson erstmals selbst mit Maske in der Öffentlichkeit beim Besuch mehrerer Geschäfte in seinem Wahlbezirk Uxbridge.

Einen Sinneswandel vollzog der konservative Regierungschef auch mit der Empfehlung an die Briten, wieder an ihren Arbeitsplatz zu gehen. "Gehen Sie zur Arbeit, wenn Sie können", sagte Johnson. Bislang hatte der Slogan gelautet: "Arbeiten Sie von zuhause, wenn Sie können". Britische Medien interpretierten den Schritt als Zeichen für die wachsende Sorge im Regierungssitz Downing Street vor einem heftigen wirtschaftlichen Einbruch.

Bislang müssen in England Masken zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie nur in öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Lange Zeit hatte sich die Regierung in London gegen eine Ausweitung der Pflicht auf Läden und andere geschlossene Räume gesträubt. Befürchtet wurde zunächst, es könne zu einer hohen Nachfrage nach der in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen knappen Schutzausrüstung kommen. Außerdem wurde gewarnt, Masken könnten durch häufiges Berühren oder ein überhöhtes Gefühl der Sicherheit sogar kontraproduktiv sein.

Bericht: Bundesregierung hat zu viele Beatmungsgeräte bestellt

Die Bundesregierung will einem Bericht zufolge einen Teil der ursprünglich bestellten Beatmungsgeräte zur Behandlung von Corona-Patienten den Herstellern nicht mehr abnehmen. Das geht dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" zufolge aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Christoph Hoffmann hervor.

Demnach wurden den Bundesländern für den Zeitraum zwischen April und Juli 4.250 Apparate der deutschen Hersteller Löwenstein und Drägerwerk zum Abruf bereitgestellt. Insgesamt sollten im Zuge der Pandemie mehr als 20.000 Geräte beschafft werden. Angesichts des sinkenden Bedarfs im Zuge des Rückgangs der Infizierten-Zahlen seien mit einigen Herstellern nunmehr reduzierte Lieferverträge vereinbart worden, hieß es den Angaben zufolge in der Stellungnahme.

Der FDP-Politiker Hoffmann kritisierte das Vorgehen. Verträge müssten bedarfsgerecht abgeschlossen werden, forderte er. Schließlich gehe es um "Steuergelder, die dann woanders fehlen". Ein Teil der Geräte, die künftig noch geliefert werden, soll den Angaben zufolge nicht direkt an Krankenhäuser gehen, sondern in die neu zu errichtende "Nationale Reserve Gesundheitsschutz". Sie solle den Bedarf bis zu sechs Monate decken.

US-Bundesstaat verhängt im Kampf gegen Corona nächtliches Alkoholverbot 

Angesichts eines raschen Anstiegs der Neuinfektionen mit dem Coronavirus verbietet der US-Bundesstaat South Carolina Bars, Restaurants und Clubs ab 23.00 Uhr den Verkauf von alkoholischen Getränken. Damit solle die rasche Verbreitung des Virus unter jüngeren Erwachsenen, die gerne abends in Gruppen zusammenkämen, gebremst werden, erklärte Gouverneur Henry McMaster am Freitag. Der Erlass gelte für rund 8000 Gastbetriebe und trete am Samstag in Kraft. Ausgenommen davon seien nur Verkäufe im Einzelhandel.

Verstöße gegen die Verordnung könnten den Entzug der Schanklizenz nach sich ziehen, warnte McMaster. Kritikern, die seinen Erlass als unzureichend betrachteten und weitere Maßnahmen wie eine Masken-Pflicht forderten, erteilte er eine Absage. Er empfehle das Tragen von Masken, um die Verbreitung des Virus zu bremsen, eine behördliche Anordnung sei aber nicht sinnvoll. Andere US-Bundesstaaten hatten zuletzt eine erneute Schließung von Bars und Clubs angeordnet, um Neuinfektionen dort vorzubeugen.

Jetzt über 30.000 Corona-Tote in Frankreich

In Frankreich sind mehr als 30.000 Menschen in Folge der Coronavirus-Pandemie gestorben. Mindestens 30.004 Menschen seien seit Beginn der Epidemie in Frankreich ums Leben gekommen, teilten die französischen Gesundheitsbehörden am Freitagabend mit. In den vergangenen 24 Stunden seien in den Krankenhäusern 25 Corona-Tote hinzugekommen. Die Zahl der Toten in Pflegeeinrichtungen werde erst am 15. Juli wieder aktualisiert.

In Frankreich galten von Mitte März an rund zwei Monate sehr strenge Ausgangsbeschränkungen. Seit dem 11. Mai wurden die Regelungen gelockert. Restaurants haben im ganzen Land wieder geöffnet, auch Museen und Sehenswürdigkeiten können wieder besucht werden. Das Land war von der Pandemie schwer getroffen, zeitweise waren Krankenhäuser überlastet. Die Lage hat sich nun entspannt.

WHO schickt Expertenteam nach China 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) entsendet auf der Suche nach dem Ursprung des neuartigen Coronavirus am Samstag ein Expertenteam nach China. Den chinesischen Behörden zufolge ging das Coronavirus von einem Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen über. Immer wieder wurde aber auch ein Labor in Wuhan mit dem Ausbruch der Pandemie in Verbindung gebracht, unter anderem von US-Präsident Donald Trump.

Die USA und andere Staaten fordern seit längerem von Peking mehr Transparenz über den Ursprung der Pandemie. Die WHO hatte China seit Anfang Mai gedrängt, seine Experten ins Land einzuladen, um bei der Erforschung des Ursprungs des Coronavirus mitzuhelfen. Das Coronavirus hat sich in aller Welt ausgebreitet. Mittlerweile wurden mehr als zwölf Millionen Ansteckungen nachgewiesen, mehr als 555.000 Infizierte starben.

Wieder neuer Rekord bei weltweiten Neuinfektionen

Weltweit ist die Zahl der Neuinfektionen der Weltgesundheitsorganisation zufolge binnen eines Tages so stark gestiegen wie noch nie. Die WHO meldet 228.102 neue bekannte Fälle binnen 24 Stunden. Die stärksten Zuwächse verzeichneten die USA, Brasilien, Indien und Südafrika. Der tägliche Anstieg bei der Zahl der Toten blieb mit 5.000 in etwa gleich.

Neue Studie: Coronavirus befällt auch das Herz

Das Coronavirus kann einer neuen Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zufolge auch das Herz befallen. Sars-CoV-2 könne Herzzellen infizieren und sich darin vermehren, sagte der Leiter der Studie, Dirk Westermann.

Zudem sei das Virus in der Lage, die Genaktivität infizierter Herzzellen zu verändern. Allerdings ließe sich noch nicht abschließend klären, ob dies Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf von Herzpatienten habe, hieß es in einer Mitteilung. Die veränderte Genaktivität in den Herzzellen könnte Langzeitfolgen für die Gesundheit von Betroffenen haben. Künftig seien Reihenuntersuchungen an lebenden Covid-19-Patienten notwendig.

Für die Studie wurden laut UKE 39 gestorbene Herzpatienten untersucht, die mit Sars-CoV-2 infiziert waren. Sie waren im Mittel 85 Jahre alt. Bei rund zwei Drittel dieser Patienten konnten die Forscher im Herzgewebe das Virus nachweisen, wie das UKE weiter mitteilte. In 16 Fällen fanden sie den Angaben zufolge das Virus in Mengen, die klinische Auswirkungen hätten haben können.

WHO hält Ausrottung des Coronavirus für unwahrscheinlich

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält es unter den gegebenen Umständen für unwahrscheinlich, dass das neuartige Coronavirus ausgelöscht wird. Es sei wichtig eine Anhäufung von Infektionen auszumerzen, sagt WHO-Experte Mike Ryan. Dann könne man das schlimmste bei einer zweiten Welle vermeiden und damit auch erneute Ausgangsbeschränkungen und Schließungen.

Großbritannien schließt sich EU-Impfstoffprogramm nicht an

Großbritannien schließt sich dem EU-Impfstoffprogramm nicht an. Das Land habe kein Mitspracherecht, begründet die Regierung ihre Entscheidung. Großbritannien habe aber ein Interesse daran, dass Impfstoffe für alle zur Verfügung stünden und wolle deshalb mit der EU außerhalb dieses Programms zusammenarbeiten, teilt der britische Botschafter bei der EU, Tim Barrow, mit.

Französische Behörde warnt vor zweiter Welle 

Frankreichs Gesundheitsbehörde warnt vor einem Wiederanstieg der Corona-Fälle. Die neue Tendenz gehe zwar mit der Zunahme an Tests einher, teilte die Gesundheitsagentur Santé Publique France mit. Dennoch zeige sich, dass die Übertragung des Virus anhalte oder sogar fortschreite. "Die bisher beobachtete Zunahme bleibt zwar moderat, erfordert aber höchste Wachsamkeit", hieß es. "Um ein Wiederaufflammen der Epidemie zu vermeiden, ist es unerlässlich, dass die Bevölkerung die empfohlenen Präventionsmaßnahmen rigoros anwendet."

Die Behörde beobachtet, dass die Menschen sich weniger an die Maßnahmen hielten. Die Aussicht auf die Sommerferien einhergehend mit Treffen von Freunden und Familie könnten einen Anstieg der Infektionen begünstigen. Generell sei die Viruszirkulation derzeit aber niedrig. Die Behörde geht davon aus, dass bis Mitte April rund 6,7 Prozent der französischen Bevölkerung infiziert waren. Das entspricht knapp 4,4 Millionen Menschen. Frankreich ist mit rund 30.000 Toten schwer von der Corona-Pandemie betroffen.

Reisebeschränkungen für Menschen aus dem Kreis Gütersloh werden gelockert 

Menschen aus dem Kreis Gütersloh sollen bald wieder ohne Einschränkungen nach Österreich einreisen können. "Mit einer Aufhebung der Restriktionen ist in absehbarer Zeit zu rechnen", teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Wien auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Seit dem 29. Juni müssen Einreisende aus dem Kreis Gütersloh ein ärztliches Attest für einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn sie nach Österreich wollen.

Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) hatte nach eigenen Angaben am Freitag den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz angeschrieben. Die Stadt zitierte aus Adenauers Botschaft an Kurz: "Mich erreichen täglich viele Mails von Bürgerinnen und Bürgern meines Kreises, die sich sehr gerne zum Urlaub in die schöne Republik Österreich aufmachen würden. Diesen Wunsch haben im Übrigen auch viele Geschäftsleute aus dem wirtschaftsstarken Kreis Gütersloh [...]. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie in diesem Sinne entscheiden würden." 

Auch nach Schleswig-Holstein dürfen Menschen aus dem Kreis Gütersloh  von Samstag an auch ohne einen negativen Test und ohne Quarantäneverpflichtung reisen. Dies ergibt sich aus einer Änderung der Quarantäneverordnung, wie die Landesregierung mitteilte. Hintergrund: Auch nachdem der von massenhaften Infektionen beim Fleischverarbeiter Tönnies betroffene Kreis in Nordrhein-Westfalen offiziell nicht mehr als Corona-Risikogebiet galt, konnten Reisende von dort zunächst nicht ohne weiteres nach Schleswig-Holstein kommen.

Orban stellt Bedingungen für Zustimmung zu EU-Corona-Hilfen

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban knüpft seine Zustimmung zu den geplanten Corona-Wiederaufbauhilfen der Europäischen Union (EU) an die Bedingung, dass die Empfängerländer über diese Gelder frei verfügen dürfen. Ungarn könnte gegen den 750-Milliarden-Euro-Wiederaufbaufonds, der auch mit der Aufnahme von Schuldenaufnahme durch die EU-Mitgliedsländer einhergeht, sein Veto einlegen, sagte der rechts-nationale Politiker am Freitag im staatlichen Rundfunk. Dies sei aber nur ein Mittel für den äußersten Fall. "Wenn wir uns schon verschulden (...), dann sollten wir einander nicht darin einschränken, wie wir das Geld ausgeben", fügte er hinzu.

In der kommenden Woche befasst sich ein zweitägiger EU-Sondergipfel mit dem mehrjährigen Finanzrahmen der Union und mit dem Milliarden-Programm zur Bewältigung der Corona-Wirtschaftskrise. Ungarn, das zu den ärmeren Ländern der EU zählt, wäre ein Nutznießer der geplanten Corona-Wiederaufbauhilfe. Da es von der Pandemie weniger stark betroffen ist, würde es aber weitaus weniger Geld erhalten als stark in Mitleidenschaft gezogene Länder wie Frankreich oder Spanien.

In der Diskussion um das Milliarden-Programm wird immer wieder die Forderung laut, dass die Auszahlung dieser Gelder sowie andere EU-Hilfen an die Respektierung des Rechtsstaats seitens der Empfänger gebunden werden sollte. Orban regiert seit zehn Jahren zunehmend autoritär über sein Land. Die EU-Kommission wirft ihm zahlreiche Verstöße gegen rechtsstaatliche Prinzipien vor. Korruptionsbekämpfer legen der Orban-Regierung zur Last, dass sie die EU-Hilfen dazu missbrauchen würde, um bestimmten Oligarchen überteuerte öffentliche Aufräge zuzuschanzen. Diese Oligarchen würden wiederum die politischen Netzwerke und Medienunternehmen des Orban-Lagers finanzieren.

Australien schränkt Einreise seiner eigenen Bürger weiter ein

Wegen wachsender Corona-Infektionszahlen beschränkt Australien die tägliche Zahl seiner Bürger, die aus dem Ausland wieder einreisen dürfen. Ab Montag dürften pro Tag nur noch 4.000 Australier oder Bürger mit dauerhaftem Aufenthaltsrecht in Australien einreisen, teilte Premierminister Scott Morrison am Freitag. Bislang lag die Höchstgrenze bei rund 8.000 Einreisen täglich.

Dieser Schritt sei notwendig, um Ressourcen frei zu machen für die Bekämpfung der "sehr besorgniserregenden" Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Melbourne, sagte der Regierungschef. Für die fünf Millionen Einwohner von Australiens zweitgrößter Stadt war am Donnerstag eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Menschen dürfen mindestens sechs Wochen lang ihre Häuser nur noch für ihre Arbeit, Arztbesuche, unabdingbare Einkäufe und Sport im Freien verlassen.

Am Freitag erreichte die Zahl der Neuinfektionen in Melbourne einen neuen Höchststand. Binnen 24 Stunden seien 288 weitere Ansteckungen registriert worden, teilten die Behörden mit. "Es wird immer erst schlimmer, bevor es besser wird", sagte Daniel Andrews, Regierungschef des Bundesstaates Victoria, dessen Hauptstadt Melbourne ist. Es werde derzeit "mehr getestet denn je". Allein in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 30.000 Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet worden.

Lettland nimmt Lockerung der Corona-Maßnahmen zurück

Lettlands Regierung hat wegen steigender Corona-Zahlen bereits aufgehobene Einschränkungen wieder eingeführt. Zur Verringerung der Ausbreitung des Coronavirus ordnete das Kabinett in Riga am Freitag neue Vorgaben für Gastronomiebetriebe zum 11. Juli an. In Restaurants und Bars dürfen Gäste im Inneren maximal zu viert an einem Tisch sitzen, im Freien liegt die Grenze bei acht Personen. Ebenso wie Kultur-, Freizeit- und Sporteinrichtungen dürfen sie zudem nur noch bis Mitternacht statt bislang 2.00 Uhr geöffnet haben.

Mit den Beschränkungen solle ein größerer Corona-Ausbruch rechtzeitig verhindert werden, sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins nach der Regierungssitzung. In Lettland habe es eine längere Zeitspanne mit wenigen Neuinfektionen gegeben. In den vergangenen vier Tagen sei aber eine stärkere Zunahme neuer Fälle festgestellt worden.

Nach Angaben von Gesundheitsministerin Ilze Vinkele ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen zwei Wochen pro 100 000 Einwohner in Lettland von 0,7 auf 2,8 gestiegen. 

Urlauber-Familie muss Sylt wegen Corona-Infektion verlassen

Wegen eines Corona-Falls in ihrer Mitte hat eine Urlauber-Familie am Freitag Sylt verlassen müssen. Wie die Kreisverwaltung berichtete, war dem Gesundheitsamt am Vortag das positive Testergebnis gemeldet worden. "Die Insel ist momentan voller Touristen – dementsprechend war Eile geboten", sagte die Leiterin des amtsärztlichen Dienstes des Kreis-Gesundheitsamtes, Heike Dorothea Hill. In den frühen Morgenstunden sei die Familie mit ihrem Auto abgereist. Das Gesundheitsamt gehe davon aus, dass sich die Person bereits vor ihrer Anreise außerhalb von Nordfriesland angesteckt hat. Sylt ist derzeit voller Urlauber. Die betroffene Familie war erst kurz dort.

Vor der Abreise wurden alle Familienangehörigen auf Covid-19 getestet. Die infizierte Person erhielt eine Quarantäneanweisung bis zur Abreise. Das Kreis-Gesundheitsamt ermittelte darüber hinaus eine Kontaktperson, die umgehend in Quarantäne geschickt wurde. Weitere enge Kontaktpersonen gebe es nicht.

Quarantäne für Gemeindemitglieder aus Euskirchen aufgehoben

Angesichts der nach wie vor geringen Zahl an Corona-Infektionen in einer mennonitischen Gemeinde im rheinischen Kreis Euskirchen werden die Beschränkungen aufgehoben. Von insgesamt 870 Gemeindemitgliedern wurden nur 25 positiv auf das Coronavirus getestet, wie der Kreis Euskirchen am Freitag mitteilte. Daher werde die Quarantäne außer für die infizierten Gemeindemitglieder und deren Kontaktpersonen aufgehoben.

Ab Mittwoch dürfen die Mennoniten demnach unter strikter Einhaltung der Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln auch wieder Gottesdienste feiern und ihre Schule nutzen. "Damit sind wir weit weg von möglichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens", erklärte Landrat Günter Rosenke (CDU).

Das Corona-Virus wurde demnach in insgesamt sieben Familien nachgewiesen, die in Euskirchen und Mechernich wohnen. Alle Betroffenen im Alter von fünf bis 82 Jahren seien symptomfrei. Das Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen arbeite mit Hochdruck an der Ermittlung der Kontaktpersonen.

Bleichmittel als Corona-Medizin verkauft – mehrere Tote

Die US-Justiz hat ein Strafverfahren gegen vier Männer eingeleitet, die ein giftiges Bleichmittel als Wundermittel gegen das Coronavirus angepriesen und verkauft haben sollen. Laut US-Medien sind mehrere Menschen nach dem Trinken des Mittels ums Leben gekommen.

Dem Vater und seinen drei Söhnen werden unter anderem Betrug und Verstöße gegen das Lebensmittel- und Medikamentenrecht zur Last gelegt, wie die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Florida mitteilte. Sie vertrieben ihre Wunder-Mineral-Lösung (auf Englisch als MMS abgekürzt) bereits seit geraumer Zeit und priesen sie als Heilmittel etwa gegen Alzheimer und Krebs an. Als Präsident Donald Trump im April zur allgemeinen Verwunderung sagte, womöglich könnten "Injektionen" von Desinfektionsmitteln Coronavirus-Patienten heilen, sprangen sie auf den Zug auf.

Der Vater, Mark Grenon, gründete sogar eine Kirche, die Genesis II Kirche der Gesundheit und Heilung. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich dabei nur um einen Deckmantel für sein Geschäft. Die Grenons sollen Zehntausende Flaschen des Mittels verkauft und allein im vergangenen Jahr 500.000 Dollar damit eingenommen haben. Der Staatsanwaltschaft zufolge liegen der Arzneimittelbehörde FDA Berichte vor, wonach Kunden nach dem Einnehmen des Mittels ins Krankenhaus eingeliefert wurden, schwere Krankheitssymptome entwickelten und sogar starben. Nähere Angaben machte die Justiz aber nicht.

Costa Rica: "besorgniserregende Beschleunigung" bei Neuinfektionen

Costa Rica, bislang Zentralamerikas Musterschüler im Kampf gegen die Corona-Pandemie, hat nun mit einem rasanten Wachstum der Infektionszahlen zu kämpfen. Das Land sei mit einer "sehr besorgniserregenden Beschleunigung" der Virusausbreitung konfrontiert, erklärte Costa Ricas Gesundheitsminister Daniel Salas Peraza am Donnerstag in San José. Allein an diesem Tag wurden in dem Fünf-Millionen-Einwohner-Land demnach 649 Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert – die höchste Fallzahl seit Beginn der Pandemie.

Insgesamt 6.485 Corona-Infektionen wurden bislang in Costa Rica nachgewiesen, 25 Infizierte starben. Da die Fallzahlen deutlich höher sind als von der Regierung prognostiziert, sei anzunehmen, dass die Bevölkerung Schutzbestimmungen wie die Abstandsregeln nicht eingehalten habe, sagte Salas Peraza. Staatschef Carlos Alvarado rief seine Mitbürger auf, "sehr aufzupassen".

Italien will Ausnahmezustand verlängern

Italien wird den nationalen Ausnahmezustand wahrscheinlich über das Monatsende hinaus verlängern. Dadurch könne die Regierung weiter mit den notwendigen Maßnahmen zur Virus-Eindämmung reagieren, sagt Ministerpräsident Giuseppe Conte. Italien hatte Ende Januar einen sechsmonatigen Notstand ausgerufen. Das ermöglicht der Regierung unter anderem, Beschränkungen ohne viel Bürokratie zu verhängen oder zu verschärfen.

Deutsche dürfen wieder ohne Quarantäne nach England

Touristen und Geschäftsleute aus Deutschland und vielen anderen Ländern müssen seit Freitag bei ihrer Einreise nach England nicht mehr in eine zweiwöchige Quarantäne. Die neue Regelung gilt für insgesamt mehr als 70 Staaten und Überseegebiete, die nach Auffassung der Regierung die Corona-Krise im Griff haben. Dazu zählen zum Beispiel auch Österreich, die Schweiz und Italien. Auch die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland verkündeten Lockerungen.

Wer nach Großbritannien möchte, sollte dennoch aufpassen: Vorab muss ein Einreiseformular ausgefüllt werden. Außerdem aktualisieren die Landesteile regelmäßig ihre Listen mit den sogenannten Luftbrücken zwischen Großbritannien und anderen Staaten. Die Länderauswahl kann also schnell veraltet sein und auch je nach Landesteil voneinander abweichen. So müssen nach dem aktuellen Stand Spanier bei ihrer Einreise in Schottland in Quarantäne, nicht aber in England. Die Bestimmungen gelten für Einreisen per Flug, Bahn und Schiff.

Großbritannien ist das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa. Kritiker werfen Premier Boris Johnson vor, zu spät und falsch auf den Ausbruch reagiert zu haben und nun die Maßnahmen zu früh zu lockern. Viele rechnen mit einer zweiten Infektionswelle.

Studie: Mehr psychische Probleme bei Kindern in der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat die Lebensqualität und psychische Gesundheit von vielen Kindern und Jugendlichen in Deutschland einer neuen Studie zufolge verschlechtert. Betroffen seien vor allem Kinder aus sozial schwächeren Familien, sagte die Leiterin der sogenannten COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Ulrike Ravens-Sieberer, am Freitag. "Die meisten Kinder und Jugendlichen fühlen sich belastet, machen sich vermehrt Sorgen, achten weniger auf ihre Gesundheit und beklagen häufiger Streit in der Familie."

Bei jedem zweiten Kind habe das Verhältnis zu seinen Freunden durch den mangelnden physischen Kontakt gelitten. Die UKE-Wissenschaftler befragten zwischen 26. Mai und 10. Juni mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren und mehr als 1.500 Eltern per Online-Fragebogen. Die COPSY-Studie war laut UKE die erste bundesweite Studie ihrer Art.

Umfrage: Deutsche befürchten Corona-Ausbreitung durch Urlaubsreisen

Die Mehrheit der Bürger in Deutschland befürchtet, dass die Urlaubsreisen im Sommer die Zahl der Corona-Infektionen wieder steigen lassen. 69 Prozent glauben, dass die Infektionszahlen in Deutschland sich dadurch deutlich erhöhen werden, wie aus dem am Freitag veröffentlichten aktuellen ZDF-"Politbarometer" hervorgeht. 28 Prozent gaben an, das nicht zu glauben.

Allerdings halten nur 40 Prozent, also zwei von fünf Bürgern, ihre eigene Gesundheit durch das Coronavirus für gefährdet. 64 Prozent aller Befragten nannten Corona als das wichtigste politische Problem für Deutschland, auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand die wirtschaftliche Lage (17 Prozent).

Alle Tests in Koblenzer Studentenwohnheimen negativ

Aufatmen in Koblenz: Die zahlreichen neuen Corona-Tests bei Bewohnern mehrerer Studentenwohnheime nach drei bestätigten Fällen sind alle negativ ausgefallen. "Die Quarantänemaßnahmen werden aufgehoben", teilte die Stadt Koblenz in Rheinland-Pfalz am Freitag mit. Laut dem Kreis Mayen-Koblenz waren bei 281 Menschen Abstriche genommen worden. "Eine Kontaktperson aus Koblenz, welche allerdings nicht in einem der Wohnheime lebt, ist ebenfalls infiziert", teilte die Kreisverwaltung weiter mit.

Drei Wohnheime waren am Mittwoch nach Corona-Fällen unter Quarantäne gestellt worden. Zuvor hatten drei Bewohner Symptome gespürt und waren ins Krankenhaus gegangen. Ein Schnelltest am Dienstagabend war positiv. Daraufhin wurden Kontaktpersonen getestet.

Neuer Höchststand bei täglichen Neuinfektionen in Mexiko

In den vorangegangenen 24 Stunden sind in Mexiko weitere 7.280 Corona-Infektionen nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Mexiko-Stadt am Donnerstag (Ortszeit) mit. Erst am Mittwoch war mit 6.995 Fällen ein neuer Rekord an Neuinfektionen gemeldet worden.

Damit wurden landesweit bereits 282.283 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus registriert. Die Zahl der Todesopfer in dem lateinamerikanischen Land stieg am Donnerstag um 730 auf 33.526 Fälle.

Italienische Industrie erholt sich überraschend stark

Die italienischen Industrieunternehmen haben sich im Mai deutlich von dem Einbruch in der Corona-Krise erholt. Die Gesamtproduktion stieg gegenüber April um 42,1 Prozent, wie das Statistikamt Istat am Freitag in Rom mitteilte. Die Markterwartungen von im Mittel plus 24 Prozent wurden deutlich übertroffen. Im März und April war die Produktion drastisch abgestürzt.

Im Jahresvergleich macht sich die Corona-Krise immer noch stark bemerkbar. Gegenüber dem Vorjahresmonat fiel die Herstellung im Mai um 20,3 Prozent. Allerdings fällt der Rückgang geringer aus als noch im April. Italien wurde durch die Corona-Pandemie mit am stärksten in Europa getroffen.

Teure Fastfood-Party: 26.000 Dollar Strafe wegen Corona-Verstoßes

Ein Fastfood-Snack für eine Geburtstagsparty in Australien ist die Gäste teuer zu stehen gekommen. Weil sie gegen die Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie verstießen, mussten die Partygäste in Melbourne insgesamt etwa 26 000 australische Dollar (etwa 16.000 Euro) an Strafe zahlen, wie die Polizei am Freitag bekanntgab. Melbourne, die mit rund fünf Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt des Kontinents, befindet sich wegen eines rasanten Anstiegs der Infektionszahlen seit Mittwoch dieser Woche erneut in einem sechswöchigen Lockdown.

Medizinisches Personal hatte beim Essen in einem Fastfood-Restaurant zwei Personen gesehen, die dort in der Nacht 20 Portionen bestellten - und daraufhin die Polizei informiert. Anhand des Nummernschilds fanden die Beamten den Ort der Geburtstagsparty heraus. Als sie eintrafen, seien 16 Personen dabei gewesen, ihren Fastfood-Snack zu essen. Als die Übeltäter die Höhe ihrer Strafe erfuhren, dürfte ihnen das Essen wieder hochgekommen sein: Für jeden der 16 Verstöße stellte die Polizei 1652 australische Dollar in Rechnung, zusammen rund 26 000 Dollar.

Zahl der Toten in Russland steigt auf über 11.000

In Russland ist die Zahl der Corona-Toten auf über 11.000 gestiegen. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Morgen 174 Tote in den vergangenen 24 Stunden und damit insgesamt 11.017. Die Zahl der Neuinfektionen bezifferten sie auf 6.635, womit sich nach amtlichen Angaben insgesamt 713.936 Menschen in Russland infiziert haben, der weltweit vierthöchste Wert. 489.068 davon seien genesen.

Hongkong schließt erneut alle Schulen

Nach einem Anstieg der Corona-Neuinfektionen werden in Hongkong erneut alle Schulen geschlossen. Die Regierung habe die Schließung aller Schulen ab Montag angeordnet und damit den Beginn der Sommerferien vorgezogen, sagte der Bildungsminister der chinesischen Sonderverwaltungszone, Kevin Yeung, am Freitag. Die Stadt hatte am Donnerstag 34 Neuinfektionen verzeichnet.

Hongkong hatte bereits Anfang Mai seine Schulen, Bars und Kinos wiedereröffnet. Die Finanzmetropole gehörte wegen der Nähe zu Festlandchina zu den ersten Regionen mit Coronavirus-Fällen, bekam die Ausbreitung des neuartigen Erregers aber durch strenge Maßnahmen zügig in den Griff.

Kinder in einer Schule in Hongkong: Ab Montag bleiben alle Lehreinrichtungen in der Metropole geschlossen. (Quelle: Zuma Wire/imago images)

Wie lange könnte die Corona-Pandemie noch dauern?

Viele Menschen sehen in den Lockerungen schon ein Ende der Pandemie – doch das werde noch lange auf sich warten lassen, prognostizieren US-Forscher. Sie haben mehrere Visionen für den weiteren Verlauf der Corona-Krise entwickelt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Auch Israel meldet Rekordzahlen

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen ist in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte, wurden für Donnerstag 1.464 Fälle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag in dem Land seit Ausbruch der Pandemie. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 35.500 Infizierte registriert. Zum Vergleich: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal mehr Einwohner als Israel.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht für sein Krisenmanagement zunehmend in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle. In der Nacht auf Freitag verhängte die Regierung Ausgangsbeschränkungen für Teile von fünf Städten, darunter auch Jerusalem.

USA verzeichnen abermals Rekordhoch bei Neuinfektionen

Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 65.551 Ansteckungsfälle gezählt, wie aus am Donnerstagabend (Ortszeit) von der Johns-Hopkins-Universität veröffentlichten Zahlen hervorging. Der vorherige 24-Stunden-Rekord lag bei 60.209 nachgewiesenen Infektionsfällen und war am Dienstag verzeichnet worden.

In den USA breitet sich das neuartige Virus seit einigen Wochen wieder verstärkt aus. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten im Süden und Westen. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Universität zufolge inzwischen bei 3,1 Millionen. Auch wurden demnach seit Mittwoch weitere 1.000 Todesopfer gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle durch die Infektion stieg damit auf 133.195.

Die Behörden von Mississippi stellen die neuen Corona-Fallzahlen vor: In den USA verbreitet sich Covid-19 weiter rasant. (Quelle: Rogelio V. Solis/AP/dpa)

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch für die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden.

Virologe rechnet mit zweiter und dritter Welle

In der aktuellen ZDF-Talksendung von Maybrit Illner am Donnerstagabend hat sich Virologe Hendrik Streeck über die Zukunft der Pandemie in Deutschland geäußert. "Ich rechne damit, dass es eine zweite, eine dritte Welle geben wird", warnte der Virologe. Mehr dazu lesen Sie hier.

US-Experte Fauci nennt Coronavirus "schlimmsten Alptraum"

US-Immunologe Anthony Fauci hat das Coronavirus wegen seiner leichten Übertragbarkeit als "schlimmsten Alptraum" für Gesundheitsexperten bezeichnet. Die Effizienz, mit der das Virus Menschen anstecke, sei "wirklich bemerkenswert", sagte Fauci, der auch das Weiße Haus berät, am Donnerstag auf einer Veranstaltung des US-Mediums "The Hill". Lesen Sie hier mehr.

Anthony Fauci vor einem Ausschuss des US-Senats: Der US-Immunologe warnt immer wieder vor vorzeitigen Lockerungen. (Quelle: Al Drago/Pool Bloomberg/AP/dpa)

Boliviens Präsidentin teilt Ansteckung mit Coronavirus mit

Boliviens Interimspräsidentin Jeanine Áñez hat via Twitter ihre Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus öffentlich gemacht. Ein entsprechender Test sei positiv ausgefallen, erklärt sie und betont, dass es ihr "gut" gehe. Lesen Sie hier mehr.

Großbritannien schließt sich EU-Impfstoffprogramm nicht an

Großbritannien wird sich laut "Telegraph" dem EU-Impfstoffprogramm nicht anschließen. Das habe die Regierung in London beschlossen, weil sie kostspielige Verzögerungen in der Versorgung mit dem Impfstoff befürchte, berichtet die Zeitung. Die EU-Kommission solle darüber an diesem Freitag informiert werden.

Stabschef: Trump erlässt Verfügungen zur Senkung von Medikamentenpreisen

US-Präsident Donald Trump wird nach Angaben seines Stabschefs Mark Meadows drei Verfügungen zur Senkung von Medikamentenpreisen unterzeichnen. "Das wird wesentlich dafür sorgen, dass der durchschnittliche Amerikaner weniger für seine verschreibungspflichtigen Arzneien zahlen muss", sagte Meadows am Donnerstag im Interview mit dem Sender Fox Business Network.

Er nannte weder Details noch einen Zeitpunkt für das Vorhaben. Die Kosten für die Gesundheitsversorgung sind ein wichtiges Thema im Wahlkampf vor der Präsidentenwahl am 3. November. Zuletzt hatte das von den oppositionellen Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus einem Gesetz zugestimmt, das Regelungen zur Reduzierung der Preise von verschreibungspflichtigen Medikamenten vorsieht. Es dürfte aber im Senat blockiert werden, wo Trumps Republikaner das Sagen haben.  

Giffey gegen erneute bundesweite Maßnahmen bei zweiter Corona-Welle

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich gegen erneute bundesweite Corona-Restriktionen im Fall einer zweiten Infektionswelle ausgesprochen. Stattdessen müsse "punktuell und regional" auf die jeweilige Entwicklung reagiert werden, sagte Giffey in einem am Freitag veröffentlichten Interview des Magazins "Focus".

Zugleich bezeichnete die SPD-Politikerin die Kita- und Schulschließungen der vergangenen Monate als erfolgreiche Maßnahme. Diese Schließungen hätten dazu beigetragen, "ein Szenario wie in Italien" und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Für das neue Schuljahr forderte Giffey "Verhaltens- und Hygieneregeln sowie Teststrategien", damit Schulen und Kitas so gut wie möglich im Regelbetrieb laufen könnten. So sollten die Kinder möglichst immer in ihren Gruppen und Klassenverbänden bleiben, um die "Infektionswege" zu begrenzen.

Erster Corona-Fall in syrischer Unruheprovinz Idlib

In der nordwestsyrischen Provinz Idlib ist ein erster Corona-Fall aufgetreten. Ein Arzt aus einem Krankenhaus von Bab al-Hawa an der Grenze zur Türkei sei positiv auf das Virus getestet worden, sagte der Leiter des WHO-Büros im türkischen Gaziantep, Mahmud Daher. Davor sei in der Unruheprovinz noch kein Infektionsfall bekannt gewesen. Nach Angaben der Gesundheitsbeauftragten von Idlib, Maram al-Scheich, wurden das Krankenhaus und seine Wohnquartiere geschlossen. Alle Kontakte des Arztes seien zudem getestet und isoliert worden.

Hilfsorganisationen warnen seit Wochen vor einem Ausbruch in der letzten Hochburg islamistischer Milizen. Rund drei Millionen Menschen leben dort auf engstem Raum in Auffanglagern, nachdem sie in dem seit über neun Jahren andauernden Konflikt aus ihren Häusern vertrieben worden waren.

In Syrien gibt es nach offiziellen Angaben 372 Infektionsfälle. 14 Infizierte starben in den von Damaskus kontrollierten Regionen. Die Vereinten Nationen registrierten in den kurdisch kontrollierten Gebieten im Nordosten des Landes sechs Fälle, darunter einen Toten.

Mehr als 69.000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 42.619 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen auf 1,755 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um 1.220 auf 69.184 zu. Brasilien ist gemessen an den festgestellten Infektionszahlen weltweit am zweitstärksten von der Pandemie betroffen, hinter den USA.

Neuer Rekord? 60.000 Infektionsfälle an einem Tag 

Die Seuchenschutzbehörde CDC hat in den USA am Mittwoch 64.771 neue Infektionen und 991 weitere Todesfälle registriert. Dabei handelt es sich um Fälle, die den Gesundheitsbehörden neu gemeldet wurden. Laut der CDC-Erhebung sind damit nun 3,05 Millionen Infektionen und 132.056 Todesfälle in den USA bekannt.

Die hohe Zahl der Neuinfektionen könnte ein neuer Rekord sein: Am Mittwoch wurden knapp 60.000 neue Covid-19-Infektionen gemeldet, berichtete die Tageszeitung "New York Times", die Corona-Daten nicht nur von der CDC bezieht, sondern auch von der John-Hopkins-Universität. Worin sich solche Statistiken unterscheiden können, lesen Sie hier. Laut der Zeitung handele es sich um die höchste Zahl an neuen Infektionsfällen innerhalb eines Tages. Die USA hätten damit den fünften Rekord in neun Tagen erreicht.

Am Dienstag hatten die Infektionsfälle in den USA die Drei-Millionen-Marke erreicht. Am Mittwoch erreichten laut der Nachrichtenagentur Reuters fünf Bundesstaaten – Missouri, Texas, Tennessee, Utah und West Virginia – Tagesrekorde für Neuinfektionen.

Positiver Corona-Test bei Tönnies-Mitarbeiter in Weißenfels

Bei einem Mitarbeiter des Schlachtbetriebs Tönnies in Weißenfels ist das Virus SARS-CoV-2 festgestellt worden. Er sei während des Massentests in der vergangenen Woche laut Unternehmen im Urlaub gewesen und habe sich nun gemeldet, teilte der Burgenlandkreis am Donnerstag mit. Das Gesundheitsamt habe alle Kontaktpersonen ermittelt und für sie Quarantäne angeordnet. In der vergangenen Woche waren mehr als 2.370 Abstriche bei Mitarbeitern des Schlachtbetriebs genommen worden – ohne Nachweis von SARS-CoV-2. In einem Tönnies-Betrieb in Nordrhein-Westfalen hatte es zuvor einen großen Coronavirus-Ausbruch gegeben.

Wie der Landkreis weiter mitteilte, gab es bei betriebseigenen präventiven Testungen des Kaufland-Fleischbetriebs in Osterfeld zudem drei positive Testergebnisse auf das neuartige Coronavirus. Das Gesundheitsamt habe auch dort die Kontaktpersonen ermittelt und Quarantänemaßnahmen angeordnet.

Schweiz ruft Uralt-Masken wegen Schimmelpilzbefalls zurück

Die Schweizer Regierung hat an einigen Masken aus Altbeständen, die zu Beginn der Coronavirus-Pandemie verteilt worden waren, jetzt Schimmelpilz festgestellt. Diese Masken würden zurückgerufen, wie sie am Donnerstag berichtete. "Bei früheren Proben wurde keine solche Verunreinigung festgestellt", betonte sie.

Die schimmeligen Exemplare gehörten zu einem Bestand von 13,5 Millionen Masken, die der Bund 2007 in Vorbereitung einer Pandemie angeschafft und bei der Armee-Apotheke gelagert hatte. Sie wurden bislang nicht benötigt. Die Regierung ließ sie im Gesundheitswesen und an Groß- und Kleinverbraucher verteilen, als zu Beginn der Coronavirus-Pandemie akuter Schutzmaskenmangel herrschte. Nicht betroffen waren 18 Millionen Masken, die im April zum Weiterverkaufen an Geschäfte abgegeben worden waren.

Mallorca führt ab Wochenende strenge Maskenpflicht ein

Nach Katalonien führen auch die Balearen eine strenge Maskenpflicht ein. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist dann auch im Freien überall Vorschrift. Ausnahmen gelten für Strände, Bäder und Sporteinrichtungen.

Möglicherweise werde auch die Zahl der Menschen begrenzt, die sich im Freien treffen dürfen, erklärte die Chefin der balearischen Gesundheitsbehörde, Patricia Gómez. Ausnahmen könne es auch hier für Strände, Bäder und Sporteinrichtungen geben. Spanien ist mit mehr als 250.000 Infektionen und mehr als 28.000 Todesfällen eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa.

Statistik: Sterberate in Österreich kaum gestiegen

In der Corona-Krise ist die Sterberate in Österreich laut Statistik bisher nur geringfügig gestiegen. Im März und April sei die altersstandardisierte Sterberate nur ein Prozent höher gewesen als im Durchschnitt des Vergleichszeitraums der Jahre 2015 bis 2019, teilte die Behörde Statistik Austria am Donnerstag mit. Im März und April habe die Sterblichkeit mit einem Wert von 167,1 auf 100.000 Personen zwar etwas über dem Jahr 2019 gelegen (162,4 auf 100.000 Personen), aber unter den Zahlen der Jahre 2015 und 2018.

Die Steigerung war den Angaben zufolge nur ein kurzzeitiger Effekt. Zwar sei die Sterblichkeit mit Ausbruch der Covid-19-Krise Mitte März in Österreich spürbar angestiegen, so Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas. Nach einem Höhepunkt in der ersten April-Hälfte mit rund 16 Prozent mehr Sterbefällen als im Durchschnitt sei die Sterblichkeit aber wieder auf das Niveau der Vorjahre zurückgegangen.

In den besonders hart von der Krise betroffenen Ländern Italien, Spanien und Großbritannien war zum Höhepunkt der Krise im März und April eine zum Teil um 50 Prozent höhere Sterberate registriert worden.

Corona-Entwarnung bei Fleischbetrieb nahe Gütersloh

Entwarnung für die Belegschaft des Fleischbetriebs Westphal im Kreis Gütersloh: Nachdem es unter den Beschäftigten einzelne positive Coronavirus-Befunde gegeben hatte, ergab eine Reihentestung negative Ergebnisse für die übrigen Mitarbeiter, wie der Kreis am Donnerstag berichtete.

Die Produktion bei Westphal in Herzebrock-Clarholz soll in der nächsten Woche wieder anlaufen. Der Betrieb war vorsorglich ausgesetzt worden. Es sollte nach drei nachgewiesenen Infektionen geprüft werden, ob sich auch weitere der rund 120 Mitarbeiter des Zerlegungs- und Schlachtbetriebs angesteckt haben – was nicht der Fall war, wie sich nun zeigte.

WHO lässt eigene Rolle in der Corona-Krise untersuchen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) lässt nach Kritik ihre Reaktion auf die Corona-Pandemie von einer Prüfungskommission untersuchen. Das Mandat des unabhängigen Expertengremiums werde in Abstimmung mit den WHO-Mitgliedstaaten ausgearbeitet, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf mit. Den Vorsitz sollen demnach die frühere neuseeländische Ministerpräsidentin Helen Clark und Liberias Ex-Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf übernehmen.

EU-Kommission setzt auf Blutplasma von Genesenen

Die Europäische Union will zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie Blutplasma von Genesenen einsetzen und hat deshalb die Mitgliedsstaaten um Unterstützung gebeten. Die Behörden der 27 Mitgliedsstaaten sollen ihre Plasma-Bestände von Rekonvaleszenten aufstocken, geht aus einem Papier der EU-Kommission hervor, das Reuters am Donnerstag einsehen konnte.

Das Plasma wird aus dem Blut von Patienten gewonnen, die die Lungenkrankheit Covid-19 überstanden haben. Die Behandlung von Corona-Kranken mit diesem Plasma hat oftmals positive Ergebnisse gezeigt. Dieser Therapieansatz wird aber noch erforscht.

Bulgarien nimmt Corona-Lockerungen zurück

Bulgariens Regierung hat wegen kontinuierlich stark steigender Corona-Zahlen bereits aufgehobene Einschränkungen wieder eingeführt. Zur Verringerung der Ausbreitung des Coronavirus ordnete Gesundheitsminister Kiril Ananiew am Donnerstag an, dass vom 10. Juli an die Menschen Diskotheken, Bars und Nachtclubs in geschlossenen Räumen nicht mehr besuchen dürfen. Diese Lokale sollen nur noch im Freien bei 50 Prozent ihrer Kapazität geöffnet bleiben. Regierungschef Boiko Borissow versicherte, dass die staatlichen Corona-Hilfen für die betroffenen Lokale weiter bestehen blieben.

Im Sportbereich müssen Fußballspiele und andere Turniere ohne Publikum stattfinden. Zuletzt hatten Fans im Fußballstadion in Sofia beim Bulgarien-Pokalspiel gegen Corona-Schutzregeln grob verstoßen. An Festen wie etwa Hochzeiten dürfen jetzt nur noch höchstens 30 Menschen bei Einhaltung von Abstandsregeln teilnehmen. Auch bei Abiturfeiern waren die Regeln nicht beachtet worden.

Ausbruch bei Mennoniten-Gemeinde wohl glimpflicher

Beim Corona-Massentest in einer freikirchlichen Gemeinde in Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) haben erste Ergebnisse nach Angaben des Kreises vom Donnerstag hoffnungsvoll gestimmt. Von 648 ausgewerteten Tests sei lediglich bei 14 Personen das Coronavirus nachgewiesen worden, sagte Landrat Günter Rosenke. Gut 300 weitere Ergebnisse würden am Freitag erwartet.

Zuvor war bei 13 Mitgliedern einer Familie der Mennoniten-Gemeinde das Coronavirus nachgewiesen worden. Insgesamt seien also mit Donnerstagmittag 27 Mitglieder nachweislich mit dem Virus infiziert. Die Kreisverwaltung hatte die ganze Gemeinde unter Quarantäne gestellt und Tests für die insgesamt rund 1.000 Erwachsenen und Kinder angeordnet. Bei einer Vielzahl positiver Tests würden dem Kreis Euskirchen massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens drohen.

Pfalz: Asylheime und Jobcenter unter Quarantäne

Wegen einer Corona-Infektion sind in Dahn (Rheinland-Pfalz) die Bewohner von drei Asylunterkünften unter Quarantäne gestellt worden. Die rund 70 Menschen sollten am Donnerstag auf Covid 19 getestet werden. Dafür werde eine mobile Testgruppe in die Einrichtungen fahren.

Mit den Ergebnissen sei voraussichtlich in zwei Tagen zu rechnen, sagte ein Sprecher des Kreises in Pirmasens. Ein Jobcenter, das sich im selben Gebäude wie eine der Unterkünfte befindet, wurde vorübergehend geschlossen. Die Mitarbeiter seien im Homeoffice oder arbeiteten an anderen Standorten.

Ein 31 Jahre alter Mann aus der Asylunterkunft in dem Gebäudekomplex war am Dienstag positiv getestet worden. Enge Kontaktpersonen des Mannes seien unter Quarantäne gesetzt worden, die Nachverfolgung der Kontakte dauere aber noch an.

Iran meldet erneut Höchstwert bei Infektionen innerhalb von 24 Stunden

Der Iran hat eine neue Rekordzahl an Corona-Toten binnen eines Tages gemeldet. In den vergangenen 24 Stunden seien 221 Patienten an dem Virus gestorben, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Donnerstag im Staatsfernsehen. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 12.305. Im gleichen Zeitraum wurden über 2.000 Neuinfektionen erfasst. Somit stieg die Zahl der bisher nachgewiesenen Ansteckungen auf 250.458, so Sprecherin Sima Lari. Der Anstieg sei nach Einschätzung von Experten auf die Lockerungen in den vergangenen Wochen zurückzuführen. Sie hätten dazu geführt, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften und auch die Pandemie nicht mehr ernstnehme.

Bundespolizei stoppte bislang 12 Züge wegen Verdachtsfällen

Wegen Corona-Verdachtsfällen hat die Bundespolizei nach Darstellung der Bundesregierung bislang insgesamt 12 Züge angehalten oder die Weiterfahrt verzögert. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Jeweils sechs Fälle bezogen sich in den Monaten Februar bis April auf den Regional- sowie Fernverkehr. Außerdem seien der Bundespolizei weitere 48 Fälle gemeldet worden, in denen die Eisenbahnverkehrsunternehmen den Zuglauf eigenständig angepasst hätten, um entsprechende medizinische Kontrollen zu ermöglichen.

Südafrika plant Zehntausende Gräber

Angesichts der rasant steigenden Zahl an Corona-Infektionen bereitet Südafrikas Wirtschaftszentrum um Johannesburg Zehntausende Gräber vor. Die Gauteng-Provinz - zu der neben Johannesburg auch noch die Hauptstadt Pretoria gehört - wolle auf plötzlichen Bedarf reagieren können, sagte der regionale Gesundheitsminister Bandile Masuku. Am Vortag hatte Masuku einen neuen Friedhof besucht und vor laufender Kamera auf die Frage nach der Zahl der künftigen Grabstätten dort erklärt: "Die Zahl liegt bei rund 24 000, mit einer möglichen Aufstockung auf 36 000." Es sei eine unangenehme Aufgabe. Auch in anderen Kommunen würden Plätze gesucht und Land angekauft.

Das Wirtschaftszentrum rund um Johannesburg hat nun offiziell die Westkap-Provinz um Kapstadt als Schwerpunktregion mit den meisten Fällen abgelöst. Die Provinz Gauteng stellt nach den letzten verfügbaren Zahlen mit 75.015 Fällen ein Drittel aller landesweiten Fälle, die Westkap-Provinz folgt mit 73.292 Fällen. Insgesamt hat Südafrika demnach 224.665 Corona-Fälle gemeldet - mehr als jedes andere Land Afrikas.

Corona-Ausbruch in Australien: Sex, Lügen und Quarantäne

Australien hatte das Virus im Griff – nun herrscht in Teilen des Landes wieder der Ausnahmezustand. Die Metropole Melbourne wurde abgeriegelt. Wie es dazu kam, erläutert t-online.de-Reporterin Anna-Lena Janzen.

Wegen Corona: Kriminalität in NRW geht zurück

In Nordrhein-Westfalen ist die Kriminalität seit Beginn der Corona-Krise deutlich zurückgegangen. Zwischen Anfang März und Ende Juni dieses Jahres habe es 365.676 Strafanzeigen gegeben, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul in Düsseldorf. Das sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Rückgang um knapp 23 Prozent. "Wenn das öffentliche Leben zurückgefahren wird, passiert auch weniger", betonte Reul. Der Rückgang betreffe fast alle Formen von Delikten.

Tokio meldet Rekord-Infektionen – Sorge vor zweiter Welle

Japans Hauptstadt Tokio hat den höchsten Wert an Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Die Stadtregierung bestätigte am Donnerstag 224 neue Infektionsfälle, wie der Fernsehsender NHK berichtete. Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Japan hatte den Notstand aufgehoben, da die Krise so gut wie unter Kontrolle gebracht worden sei, hieß es damals. Die wieder steigende Zahl der Neuinfektionen schürt die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gab es in Japan bisher mehr als 21 100 bestätigte Infektionsfälle, 995 Menschen starben, wie der staatliche Sender NHK weiter berichtete.

Passanten mit Masken im Tokioter Bezirk Shibuya: Die japanische Hauptstadt erlebt derzeit eine deutliche Zunahme der Neuinfektionen. (Quelle: Zuma Wire/imago images)

Scharfe Kritik an Lauterbach

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach meldet sich in der Corona-Pandemie häufig zu Wort. Vor allem die Aussagen über einen bestimmten Übertragungsweg in Geschäften hält der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit für "vollkommen falsch". Mehr dazu lesen Sie hier.

Corona-Ausgangssperre für Melbourne in Kraft

Wegen eines starken Anstiegs von Coronavirus-Infektionen gilt für die Einwohner der australischen Metropole Melbourne seit Donnerstag erneut eine Ausgangssperre. Die mehr als fünf Millionen Bewohner der zweitgrößten Stadt des Landes dürfen seit Mitternacht ihre Häuser nur noch aus wichtigen Gründen verlassen. Die Ausgangssperre gilt für mindestens sechs Wochen.

Für Teile von Melbourne galt, unter anderem wegen neuer Infektionsherde in mehreren Hochhäusern, bereits eine Ausgangssperre bis Ende Juli. Nun wurde die Maßnahme auf die gesamte Metropolregion ausgeweitet. Die Betroffenen dürfen wieder nur für ihre Arbeit, Sport im Freien, Arztbesuche und unabdingbare Einkäufe nach draußen, Restaurants und Cafés dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen verkaufen. Auch der Schulunterricht findet wieder zu Hause statt.

Weniger Firmenpleiten im April – dennoch keine Entwarnung

Trotz fortschreitender Corona-Krise sind im April weniger Firmen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. 1.465 Fälle meldeten die deutschen Amtsgerichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Donnerstag. Das waren 13,3 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat.

Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist aber, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie spiegeln sich somit bislang nicht wider, folgern die Statistiker. Zudem kann die Bearbeitung von Anträgen bei den Gerichten derzeit länger dauern, weil auch dort der Betrieb nur eingeschränkt läuft. Etliche Ökonomen rechnen für das Gesamtjahr mit einem spürbaren Anstieg der Firmenpleiten.

Altmaier zu Sport in Corona-Krise: "Habe an Bizeps zugelegt"

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat sich in der Corona-Krise sportlich betätigt – und sieht nun erste Erfolge. "Es macht großen Spaß, ich fühle mich seither viel dynamischer und habe am Bizeps auch schon zugelegt", sagte Altmaier der "Augsburger Allgemeinen". Die Zunahme gelte allerdings leider und in begrenztem Maße auch für seinen Bauchumfang – "obwohl das so nicht vorgesehen war".

Im April hatte der Minister der Zeitung verraten, dass er in der Corona-Krise wieder mit Sport und Hanteltraining begonnen habe. Durch die Auswirkungen der Krise habe er die Hanteln wieder angefasst "und festgestellt, dass man auch in meinem Alter und mit meiner Figur noch 'Bodybuilding' treiben kann", sagte er damals.

USA verzeichnen größten Anstieg an Neuinfektionen

Die Vereinigten Staaten melden nach offiziellen Angaben mehr als 59.000 Neuinfektionen. Wie aus einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht, entspricht dies dem größten Anstieg an Coronavirus-Fällen, der bislang innerhalb eines Tages von einem Land verzeichnet wurde.

Donald Trump spricht auf einer Kundgebung in Tulsa: Der Auftritt soll im Zusammenhang mit Hunderten Neuinfektionen stehen. (Quelle: Stephen Pingry/Tulsa World/AP/dpa)

Es ist der zweite Tag in Folge, an dem die Zahl der Todesopfer binnen 24 Stunden um mehr als 900 steigt. Die Vereinigten Staaten verzeichnen insgesamt über drei Millionen Infizierte und 132.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Die Coronavirus-Fälle in den USA steigen laut den Reuters-Daten in 42 der 50 Bundesstaaten. 

Anstieg von Corona-Fällen in Tulsa nach Trump-Kundgebung

Die Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma führen den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf einen Wahlkampfauftritt von US-Präsident Donald Trump zurück. Der Auftritt sowie andere Veranstaltungen hätten "mehr als wahrscheinlich" zu der Zunahme beigetragen, sagte Behördenchef Bruce Dart am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Tulsa. Als Dart auf die Trump-Kundgebung angesprochen wurde, sagte er: "In den vergangenen Tagen hatten wir fast 500 Fälle und wir wissen, dass wir mehrere große Veranstaltungen vor etwas mehr als zwei Wochen hatten." Er denke, man könne da einen Zusammenhang herstellen. Hier lesen Sie mehr.

Donald Trump im Juni in Tulsa: Der Auftritt soll für Neuinfektionen gesorgt haben. (Quelle: Sue Ogrocki/AP/dpa)

Drei Studenten-Wohnheime in Koblenz unter Quarantäne

Wegen einiger Corona-Fälle sind drei Koblenzer Studentenwohnheime unter Quarantäne gestellt worden. Drei Bewohner hätten Symptome gespürt und sich ins Krankenhaus begeben, ein Schnelltest sei positiv ausgefallen, teilte die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz am Mittwoch mit. Auch Kontaktpersonen zeigten nach den Angaben Symptome und wurden getestet. Die Ergebnisse lagen vorerst noch nicht vor.

Zwei nachweislich Infizierte leben in einem Wohnheim, der dritte in einem anderen. Das dritte Wohnheim sei wegen Kontakten von Bewohnern zu den anderen beiden Gebäuden ebenfalls unter Quarantäne gestellt worden.

Die drei Wohnheime bieten insgesamt Platz für rund 350 Bewohner. "Es sind nicht alle da", sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung. Alle Bewohner würden auf das hochansteckende Coronavirus getestet.

Zahlreiche Polizisten kontrollierten am Mittwochnachmittag alle Ausgänge der drei Studentenwohnheime. Rot-weißes Flatterband versperrte die Zugänge. Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz und von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft kamen in weißer Schutzkleidung und mit Masken, um Abstriche von den Bewohnern zu nehmen.

Insgesamt mehr als 1,7 Millionen Infektionen in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 44.571 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 1,713 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 1223 auf 67.964 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

US-Eliteuniversitäten wollen Ausweisung von Studenten verhindern

Die US-Eliteuniversitäten Harvard und MIT gehen juristisch gegen eine Regelung der Regierung von US-Präsident Donald Trump vor, die zur Ausweisung ausländischer Studenten führen könnte. Die beiden Hochschulen hätten beim Bundesgericht in Boston den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt, teilte die Universität Harvard am Mittwoch mit. Die US-Einwanderungsbehörde ICE hatte am Montag mitgeteilt, ausländische Studierende an US-Universitäten, die im Wintersemester wegen des Coronavirus ausschließlich Online-Kurse anbieten, müssten das Land verlassen oder an Hochschulen mit persönlichen Vorlesungen wechseln.

Harvards Präsident Lawrence Bacow kritisierte, die Regelung erwecke den Eindruck, als wolle die Regierung Druck auf Universitäten ausüben, die Lehrsäle ohne Rücksicht auf Gesundheitsbedenken wieder zu öffnen. Harvard hatte am Montag mitgeteilt, wegen des Coronavirus im Wintersemester alle Vorlesungen online abzuhalten. Trump übte daran am Dienstag scharfe Kritik. "Ich denke, dass sie es sich leicht machen, und ich denke, sie sollten sich schämen", sagte Trump. Er dringt auf eine Rückkehr zur Normalität in den USA, obwohl die Coronavirus-Fallzahlen dort weiterhin dramatisch ansteigen.

Rekordmarke: Mehr als drei Millionen Infizierte in den USA

Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie haben sich in den USA bereits mehr als drei Millionen Menschen nachweislich mit dem Erreger infiziert. Das ging am Mittwoch aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Landesweit starben demnach bisher mehr als 131.000 Menschen nach einer Infektion. Erst vor weniger als einem Monat hatten die USA die Marke von zwei Millionen bestätigten Infektionen überschritten.

Forscher befürchten 208.000 Corona-Tote in den USA bis November

Bis November könnten einem weithin beachteten Modell zufolge in den USA insgesamt rund 208.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. Das wären fast 80.000 Tote mehr als derzeit. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis November aber mit rund 163.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle. "Jene, die sich weigern, eine Maske zu tragen, bringen ihr Leben, ihre Familien, ihre Freunde und ihre Gemeinschaften in Gefahr", erklärte Institutsdirektor Christopher Murray am Dienstag (Ortszeit).

Das Institut hatte Mitte Juni bereits mit rund 200.000 Toten bis Oktober gerechnet. Angesichts zeitweise fallender Infektionszahlen korrigierten die Forscher ihre Prognose dann auf rund 175.000 herab. Die erneute Erhöhung der Prognose war demnach dem starken Anstieg der Neuinfektionen im Süden der USA und dem Ausblick auf die Herbstmonate geschuldet, erklärte IHME. Im September und Oktober sei zu Beginn der Grippesaison mit einem deutlichen Anstieg der Corona-Todeszahlen zu rechnen, hieß es.

Daten der Universität Johns Hopkins zufolge gibt es in den USA bislang knapp drei Millionen bekannte Coronavirus-Infektionen. Allein am Dienstag gab es demnach rund 60.000 Neuinfektionen, so viele wie noch nie zuvor an einem Tag. Der Erreger SARS-CoV-2 kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen.

Bolsonaro: "Mir geht es sehr gut"

Brasiliens an Covid-19 erkranktem Präsident Jair Bolsonaro geht es nach eigenen Angaben sehr gut. Der 65-Jährige verweist in einem Tweet auf seine Einnahme des Medikaments Hydroxychloroquin – für dessen Wirksamkeit es aber kaum wissenschaftliche Belege gibt.

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"An die gerichtet, die gegen Hydroxychloroquin sind, aber keine Alternativen anbieten, ich muss leider sagen, dass es mir damit sehr gut geht und dass ich Gott sei dank noch viel länger leben werde", so Bolsonaro. Er hatte seine Erkrankung am Dienstag bekannt gemacht.

Trump will an Schulöffnungen festhalten – und droht mit Geldkürzungen

US-Präsident Donald Trump droht Schulen mit dem Entzug von Finanzmitteln, falls sie im Herbst nicht wieder öffnen. Das geht aus einem Twitter-Beitrag des Präsidenten hervor. Welche Gelder genau er streichen will, ist allerdings unklar. Nach der US-Verfassung sind die Bundesstaaten für die Schulbildung zuständig, die Zentralregierung in Washington stellt lediglich ergänzende Mittel zur Verfügung.

Unzufrieden zeigt sich Trump mit den Richtlinien der Gesundheitsbehörden für die Öffnung der Schulen. Er bezeichnet die Vorgaben als "sehr streng und teuer". Trump wirft den oppositionellen Demokraten vor, Schulöffnungen zu hintertreiben, um daraus politische Vorteile bei der Präsidentenwahl im November zu ziehen.

Spanische Region führt rigorose Maskenpflicht ein 

Die spanische Region Katalonien führt eine ungewöhnlich strenge Maskenpflicht ein. Man werde in der gesamten Region ab Donnerstag auch im Freien selbst in jenen Situationen Mund- und Nasenschutz tragen müssen, in denen der minimale Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden könne, gab Regionalpräsident Quim Torra am Mittwoch in Barcelona bekannt. Die sogenannte Autonome Gemeinschaft im Nordosten Spaniens reagiert damit auf eine Zunahme der Corona-Infektionen in einigen Gebieten.

Ob die Katalanen und die Besucher der Region zum Beispiel auch in den Cafés oder sogar am Strand Maske werden tragen müssen, stand zunächst nicht fest. Auch nicht, wie lange die Anordnung in Kraft bleiben soll. Die genaue Ausgestaltung des Dekrets sollte der regionale Zivilschutz noch im Laufe des Mittwochs beschließen. "Die Idee ist aber, dass die Pflicht immer und überall gelten soll, unabhängig vom Abstand zwischen den Menschen", hatte Torras Sprecherin Meritxell Budó bereits am Dienstag gesagt.

Nach dem derzeit landesweit geltenden Dekret der "neuen Normalität" der Zentralregierung gilt eine Maskenpflicht in ganz Spanien im Freien nur dann, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann. Am Strand sowie in Cafés und Restaurants trägt man meistens keine Maske.

Kärnten will "Sommer-Ischgl" vermeiden – Corona-Maßnahmen verschärft

Das auch bei deutschen Urlaubern beliebte österreichische Bundesland Kärnten verhängt eine abendliche Maskenpflicht in Tourismus-Hotspots. An stark besuchten Orten wie Velden oder dem Wörthersee soll im öffentlichen Raum jede Nacht von 21.00 Uhr bis 2.00 Uhr ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Die Verordnung wird noch ausgearbeitet und soll am Freitag in Kraft treten, wie die Landesregierung am Mittwoch ankündigte. "Velden soll nicht zum Sommer-Ischgl werden", sagte Tourismus-Landesminister Sebastian Schuschnig (ÖVP) gegenüber Medien.

Das für seine Seen bekannte Bundesland mit rund 560 000 Einwohnern und aktuell nur 14 Corona-Fällen verzeichnet seit Mai wieder einen zunehmenden Touristenandrang. Seit Wochen gibt es Sorgen über damit einhergehende Gesundheitsrisiken. Appelle hätten nicht ausgereicht, um Ansammlungen ohne Abstands- und Hygienemaßnahmen zu verhindern, sagte Schuschnig. Sowohl die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden als auch die Vertreter der Gastronomie stünden hinter dem Plan.

Rumänien verzeichnet Rekord bei Neuinfektionen

Rumänien verzeichnet einen Rekord an Neuinfektionen mit dem Virus SARS-CoV-2. Innerhalb von 24 Stunden stieg die Zahl der registrierten Infizierten um 555, berichtete der Corona-Krisenstab der Regierung am Mittwoch. Zuletzt war ein Höchststand am 11. April registriert worden, mit damals 523 Neu-Infektionen binnen eines Tages.

Neue Vorsichtsmaßnahmen waren zunächst nicht in Sicht. Die Medien werfen der Regierung seit Wochen vor, aus wahlkampftaktischen Gründen verfrüht Mitte Mai die Corona-Vorsichtsmaßnahmen gelockert zu haben. Damals lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen bei etwa 150. In diesem Herbst stehen in Rumänien Parlaments- und landesweite Kommunalwahlen an.

Seit vergangener Woche darf in Rumänien aufgrund eines Urteils des Verfassungsgerichts niemand mehr zwangsweise unter Quarantäne gestellt werden. Die Richter beanstandeten, dass dazu ein klares Gesetz fehle. Ein solches will die bürgerliche Regierung nun eilig im Parlament durchsetzen. Die im Parlament sehr starke linke Opposition will dies verhindern. Derzeit herrscht in Rumänien unter anderem Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen und Distanzpflicht in Gastronomie und bei Kulturveranstaltungen im Freien. Medien zufolge werden diese Bestimmungen oft massiv verletzt.

Fleischbetrieb stoppt Schlachtung nach Corona-Infektionen

Weil bei drei Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen wurde, hat ein Fleischbetrieb im Kreis Gütersloh vorsorglich die Schlachtung gestoppt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Rekordwerte bei Neuinfektionen in Israel

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium des Landes am Mittwoch mitteilte, wurden für Dienstag 1.320 Fälle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag seit Ausbruch der Pandemie. Insgesamt wurden in Israel bislang mehr als 32.700 Infizierte registriert.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte bereits in den vergangenen Tagen bei mehr als 1.000 gelegen. Zum Vergleich: Im gesamten Monat Mai waren in dem Land nur etwa 1.200 neue Infektionen gemeldet worden.

Starker Anstieg der Fallzahlen in Bulgarien 

Bulgarien erlebt nach der Lockerung seiner Corona-Einschränkungen nun einen schnelleren Anstieg der nachgewiesenen Neuinfektionen. Mit 188 neuen Corona-Fällen wurde am Mittwoch ein Tagesrekord seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Damit stieg die Zahl der Infektionen in dem ärmsten EU-Land mit einer Bevölkerung von knapp sieben Millionen Menschen insgesamt auf mehr als 6.100. Vor einem Monat lag sie noch bei rund 2.700.

Wegen schnell steigender Corona-Fallzahlen ordnete Regierungschef Boiko Borissow bereits Ende Juni an, dass die Kapazitäten der Krankenhäuser umgehend erhöht werden sollen. In Bulgarien gilt seit 22. Juni wieder Maskenpflicht in geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen wie etwa Läden, Banken, Tankstellen, Behörden und Kirchen. Doch nicht wenige Bulgaren wollen sie demonstrativ nicht einhalten. Wirksame Kontrollen gibt es kaum. In Supermärkten tragen Mitarbeiter nicht selten keinen Mund-Nasen-Schutz oder ihre Masken hängen am Hals.

Die jetzige Entwicklung ist nach Auffassung bulgarischer Experten ein zweiter Höhepunkt der ersten Corona-Welle. Für den Herbst wird eine zweite Welle befürchtet. 

Coronavirus-Neuinfektionen in den USA erreichen neuen Rekord

In den USA ist abermals ein neuer Rekord bei den verzeichneten Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Jetzt über 700.000 Infizierte in Russland

In Russland haben sich inzwischen mehr als 700.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Binnen 24 Stunden seien 6562 Neuinfektionen gemeldet worden, teilen die Behörden mit. Damit sei die Zahl der Infektionen auf 700.792 gestiegen. Von ihnen gelten 472.511 als wieder genesen. 173 weitere Menschen seien in Zusammenhang mit dem Virus gestorben, insgesamt gebe es damit 10.667 Todesfälle.

Ärzte stellen Atteste gegen Maskenpflicht aus

Viele Ärzte stellen offenbar Atteste gegen die Maskenpflicht aus, ohne Patienten vorher medizinisch zu untersuchen. Nach einem Bericht des ARD-Magazins "Report Mainz" unterstützen diese Mediziner eine Initiative, die Corona verharmlost und Maßnahmen gegen die Pandemie als überzogen kritisiert. Die Initiative "Ärzte für Aufklärung" wirbt demnach im Internet dafür, "großzügig" Atteste gegen die Maskenpflicht auszustellen. Etwa 2.000 Unterstützer habe die Initiative nach eigenen Angaben, darunter Hunderte Mediziner. Das belegen demnach auch Recherchen von "Report Mainz".

Das Magazin hat nach eigenen Angaben mehr als 40 dieser Ärztinnen und Ärzte stichprobenartig angeschrieben und nach einem Attest zur Befreiung von der Maskenpflicht gefragt und zwar nicht aus medizinischen Gründen, sondern wegen persönlicher Abneigung. Etwa die Hälfte der angeschriebenen Ärzte antwortete demnach auf die verdeckte Anfrage, keiner von ihnen habe das Ausstellen eines solchen Attests aus ethischen Gründen zurückgewiesen. Andere hätten bestätigt, dass man bei ihnen solch ein Attest bekommen könne. Bei Ärzten aus vier verschiedenen Bundesländern machten die Journalisten demnach den Test vor Ort und erhielten allein aufgrund einer vermeintlichen Ablehnung der Maskenpflicht ein Attest.

Aus Sicht des SPD-Politikers Karl Lauterbach wird damit die gesetzlich vorgeschriebene Maskenpflicht durch lapidare Atteste unterlaufen. "Das ist nichts anderes, als dass man die medizinische, die ärztliche Autorität missbraucht, um ein Gesetz auszuhebeln", sagte er "Report Mainz". Laut Bundesgesundheitsministerium ist demnach zudem das Ausstellen von Attesten ohne vorherige Untersuchung grundsätzlich unzulässig.

NRW verlängert Verbot von Großveranstaltungen

Nordrhein-Westfalen hat das Verbot für bestimmte Großveranstaltungen bis mindestens zum 31. Oktober verlängert. In der neuen Coronaschutzverordnung werden als "große Festveranstaltungen" konkret Volksfeste, Stadt-, Dorf- und Straßenfeste, Schützenfeste und Weinfeste genannt. Andere Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen können bei bestimmten Hygiene- und Abstandsvorgaben erlaubt werden.

Bund und Länder hatten sich bereits Mitte Juni auf die Verlängerung des Verbots geeinigt. Mit der neuen Verordnung ist es in Nordrhein-Westfalen jetzt rechtskräftig.

Hans: Zweite Corona-Welle nach Sommerurlaub unbedingt verhindern

Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat an die Eigenverantwortung der Bürger appelliert und zu besonderer Umsicht im Sommerurlaub wegen der Corona-Krise aufgerufen. "Ganz wichtig ist, dass vor allem Eltern mit Schulkindern nicht in Risikogebiete fahren und direkt danach die Kinder in die Schule schicken", sagte Hans der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. "Das kann natürlich nicht gehen. Hier muss man schon darauf Wert legen, dass Quarantäneregeln eingehalten werden können."

Er appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger, bei der Wahl ihres Urlaubsziels zu berücksichtigen, wie das Infektionsgeschehen im jeweiligen Urlaubsland sei, sagte Hans. Da dieses innerhalb der Europäischen Union im Moment gut im Griff sei, biete es sich an, Urlaubsziele etwa in den Nachbarländern Deutschlands zu wählen. "Allein schon, weil man eben im Notfall von dort auch wieder schneller zurückkommen kann." Es gelte auch im Urlaub, sich an die Hygieneregeln, das Abstandsgebot und das Tragen von Mund-Nase-Masken zu halten. 

Zugleich warnte der Regierungschef: "Wir müssen mit einer zweiten Welle rechnen." Er sei aber kein Freund von Horrorszenarien. "Eine zweite Welle würde vor allem unsere wirtschaftliche Entwicklung noch einmal sehr stark treffen. Deswegen müssen wir alles daran setzen, es zu verhindern", sagte Hans. Gleichzeitig müsse Deutschland aber auch gewappnet sein, etwa durch die Notbremseregel in den Landkreisen, nach der schärfere Maßnahmen wieder eingeführt würden, wenn es über 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner gebe.

Brasilien verzeichnet über 1.200 weitere Todesfälle

Brasilien bestätigt nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den letzten 24 Stunden 45.305 neue Coronavirus-Fälle und 1.254 weitere Todesfälle. Das lateinamerikanische Land verzeichnet offiziellen Daten zufolge bislang insgesamt 1.668.589 Infektionen und 66.741 Todesopfer, die auf das Virus zurückzuführen sind. Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat zudem mitgeteilt, dass er selbst positiv auf das Virus getestet wurde. Hier lesen Sie mehr.

Landrat: Rechnung an Tönnies für Kosten von Corona-Ausbruch

Der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer will das Unternehmen Tönnies für die entstandenen Kosten durch den massiven Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Rheda-Wiedenbrück in die Pflicht nehmen. Immerhin habe das Unternehmen von Clemens Tönnies viele Kosten im Kreis Gütersloh verursacht.

"Irgendwann wird ihm diese Rechnung auch präsentiert werden, zumindest das, was wir als Kreisverwaltung an Kosten hatten", sagte der CDU-Politiker ohne eine Summe zu beziffern am Dienstag. "Herr Tönnies hat sich ja bereit erklärt, die Kosten für die Testungen zu übernehmen. Der Deckel wird mit Sicherheit größer werden", sagte Adenauer. Auch eine gerichtliche Auseinandersetzung über die Kostenübernahme schloss der Landrat nicht aus.

Seit Anfang der Woche beraten Behördenvertreter des Kreises wie der Stadt Rheda-Wiedenbrück sowie der Bezirksregierung Detmold mit Fachleuten und dem Unternehmen über das von Tönnies vorgelegte Hygienekonzept zur schrittweisen Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs. Am Dienstag fanden dazu Begehungen auf dem Werksgelände statt. "Wir wollen wirklich in jeden Winkel hineinschauen", erklärte der Landrat. Auch das Amt für Arbeitsschutz, das Gesundheitsamt und Veterinäre seien dabei.

Trump drängt auf Öffnung der Schulen in den USA nach Sommerferien

Trotz weiter steigender Corona-Fallzahlen will US-Präsident Donald Trump Druck auf die US-Bundesstaaten ausüben, die Schulen nach den Sommerferien wieder zu öffnen. "Wir wollen, dass unsere Schulen im Herbst geöffnet sind", sagte Trump am Dienstag (Ortszeit) bei einem Runden Tisch zu dem Thema im Weißen Haus. Das sei sehr wichtig für das Land und das Wohlbefinden von Schülern und deren Eltern. "Wir werden Druck auf die Gouverneure und alle anderen ausüben, die Schulen zu öffnen."

Der Republikaner warnte davor, Schulen aus politischen Erwägungen geschlossen zu halten. Er spielte damit auf demokratische Gouverneure an, die sich in großer Zahl gegen Trumps Drängen auf eine schnelle Rückkehr zur Normalität wehren.

Trump spielte die Lage in den USA trotz einer Zunahme von Infektionen erneut herunter. "Weil wir mehr testen, haben wir mehr Fälle. Wenn wir die Hälfte der Tests machen würden, hätten wir viel weniger Fälle", sagte er. Der Präsident betonte erneut, dass die Sterblichkeitsrate in den USA "die niedrigste auf der Welt" sei. Das ist Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) zufolge nicht korrekt. Unter den 20 am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern weltweit haben demnach 13 Staaten eine niedrigere Sterblichkeitsrate pro 100 bestätigter Infektionen.

Katalonien will strenge Maskenpflicht auch im Freien einführen

Die spanische Region Katalonien will nach einer Zunahme der Corona-Infektionen eine Maskenpflicht auch im Freien einführen, die praktisch überall und unter allen Umständen gelten soll. Die genaue Ausgestaltung der Anordnung solle der regionale Zivilschutz am Mittwoch beschließen, teilte die katalanische Regierungssprecherin Meritxell Budó am Dienstag in Barcelona mit. "Die Idee ist aber, dass die Pflicht immer und überall gelten soll, unabhängig vom Abstand zwischen den Menschen", sagte Budó. Nach dem derzeit landesweit geltenden Dekret der "neuen Normalität" der Madrider Zentralregierung gilt eine Maskenpflicht in ganz Spanien im Freien nur dann, wenn ein Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann.

Die Zunahme der Zahl der Corona-Infektionen bereitet vor allem in Segrià Sorgen. Der katalanische Landkreis mit der Großstadt Lleida war die erste Region, die nach der Lockerung der Coronamaßnahmen in Spanien wieder unter Quarantäne gestellt worden war. Insgesamt sind davon seit Samstag rund 210.000 Menschen betroffen. Zwei Wochen lang darf niemand einreisen oder die Region verlassen, außer um zur Arbeit zu gelangen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Versammlungen zu meiden und familiäre Feiern zu begrenzen oder zu verschieben.

Die Zahl der Neuansteckungen ging am Dienstag in Segrià unterdessen im Vergleich zum Vortag von 188 auf 74 zurück. Einige Krankenhäuser arbeiteten aber bereits an der Grenze ihrer Auslastungskapazitäten, so die Gesundheitsbehörden. Die meisten Infektionen stehen den amtlichen Angaben zufolge in Zusammenhang mit einigen Agrarbetrieben und Seniorenheimen sowie einem ärmeren Wohnviertel.

Mehr als 300.000 Corona-Fälle in Chile

In Chile hat die Zahl der Corona-Infektionen die Schwelle von 300.000 überschritten. In den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 2.400 Neuinfektionen registriert worden, teilten die Behörden am Dienstag mit. Das Gesundheitsministerium sieht das Land in der Pandemie-Bekämpfung dennoch auf einem guten Weg - und will die landesweiten Corona-Einschränkungen weiter lockern.

Die Zahl der Todesfälle habe sich um 50 auf mehr als 6.400 erhöht, erklärte Gesundheitsminister Enrique Paris. Dennoch beobachte das Land seit nunmehr 23 Tagen einen positiven Trend. So sei die Zahl der Neuinfektionen in der besonders schwer von der Pandemie getroffenen Hauptstadt Santiago de Chile leicht gesunken. Nach offiziellen Angaben wird aber nach wie vor bei 24 Prozent aller auf das Coronavirus getesteten Menschen in Santiago de Chile eine Infektion festgestellt.

Rund 500 Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde in Quarantäne

Nach der Corona-Infektion einer zwölfköpfigen Familie in Euskirchen hat das Kreis-Gesundheitsamt Quarantäne für rund 500 Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde angeordnet. Nach Angaben eines Behördensprechers von Dienstag sind alle Mitglieder der Euskirchener Mennoniten-Gemeinde betroffen, einer evangelischen Freikirche, der die betroffene Familie angehört. Nach der Familie sollen alle Gemeindemitglieder noch diese Woche auf das Virus getestet werden.

Zunächst sei die Mutter mit Krankheitssymptomen ins Krankenhaus gekommen und positiv getestet worden, sagte Behördensprecher Wolfgang Andres. Bei der weiteren Testung habe sich gezeigt, dass die ganze Familie mit dem Virus infiziert sei. "Die Kinder sind vorher noch in die Schule gegangen, in die eigene Schule der Mennoniten. Und die Familie ist wohl auch noch in den Gottesdienst in das Bethaus der Mennoniten gegangen", sagte Andres. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Virus verbreitet worden sei.

Wie viele Mitglieder die Gemeinde genau habe, sei noch unbekannt, sagte der Sprecher: "Wir gehen aber davon aus, dass das um die 500 sind." Schule und Bethaus seien geschlossen worden. In Deutschland gibt es rund 40.000 Mennoniten in etwa 200 Gemeinden.

Sachsen erwägt Zulassung von Zuschauern in Stadien ab September

In Sachsen könnten vom 1. September an wieder Zuschauer in den Fußballstadien und Hallen zugelassen werden. Das sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden. Demnach würden dann Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern möglich sein, allerdings unter Einhaltung von Hygieneregeln und der Kontaktverfolgung. "Was noch nicht gelten wird ist, dass das Stadion voll sind", sagte die Ministerin. Beschlossene Sache ist das jedoch noch nicht.

Für den Fall des Beschlusses der neuen Schutzverordnung würden neben Bundesligist und Champions-League-Viertelfinalist RB Leipzig auch die anderen sächsischen Vereine profitieren, die zum großen Teil von Zuschauereinnahmen abhängig sind. Das betrifft in erster Linie die Drittliga-Clubs Dynamo Dresden und FSV Zwickau.

Wiederaufnahme der Tönnies-Fleischfabrik völlig offen

Nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies ist eine Wiedereröffnung des Betriebs weiter nicht absehbar. "Ich wage keine Prognose, wann das Werk wieder arbeiten kann", sagt der Landrat von Gütersloh, Sven-Georg Adenauer. Oberste Priorität habe, dass von dem Werk weder für die Mitarbeiter noch für die Bevölkerung eine Gefahr ausgehe.

"Es muss alles erfüllt werden, was die Behörden verlangen." Er habe Verständnis, dass die Landwirte unter Druck seien. Auch gehe es um rund 7.000 Arbeitsplätze. Aber die Gesundheit habe oberste Priorität. Derzeit würden die verschiedenen Bereiche des Werks untersucht. Es gehe unter anderem um die Belüftung.

Bayern erlaubt etwas größere Versammlungen – Kneipen bleiben zu

In Bayern sind von diesem Mittwoch an wieder etwas größere private Veranstaltungen und Familienfeiern erlaubt. Bars und Kneipen müssen dagegen auch weiterhin geschlossen bleiben. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München mit.

Private Veranstaltungen, Parteiversammlungen, Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und ähnliches dürfen demnach nun mit doppelt so vielen Teilnehmern stattfinden wie bisher: also mit bis zu 100 Personen in geschlossenen Räumen und mit bis zu 200 Personen im Freien. Auch Schulabschlussfeiern können in dieser Größenordnung stattfinden.

Düsseldorf nutzt Hotelschiff als Quarantäne-Station

Die Landeshauptstadt nutzt ein Hotelschiff auf dem Rhein als Quarantäne-Quartier für Corona-Infizierte. Untergebracht würden dort Menschen aus Gemeinschaftsunterkünften, bei denen das Virus festgestellt worden sei, sowie deren Kontaktpersonen, teilte die Stadt Düsseldorf am Dienstag mit. Das Hotelschiff biete Platz für bis zu 180 Personen, die in 90 Kabinen unterkommen könnten.

Mecklenburg-Vorpommern lockert weiter Einschränkungen

In Mecklenburg-Vorpommern können sich die Menschen von Freitag an wieder ohne strenge Kontaktbeschränkungen treffen. Für Veranstaltungen gelten höhere Teilnehmerzahlen und mit Busreisegruppen dürfen erstmals seit März auch wieder Tagestouristen ins Land. Die Landesregierung habe die in der Vorwoche beschlossenen Lockerungen in einer neuen Verordnung verankert, die nun zum 10. Juli wirksam werde, teilte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Schwerin mit. Die Maskenpflicht bestehe aber weiter.

Iran: "Wenn das so weitergeht, gehen wir k.o."

Im Iran sind erstmals seit Beginn der Corona-Krise Ende Februar an nur einem Tag 200 Todesfälle bei mit dem Virus infizierten Patienten gemeldet worden. Das gab die Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Dienstag bekannt. Im gleichen Zeitraum wurden über 2.600 Neuinfektionen erfasst. Damit liege die Zahl der Todesopfer aktuell bei 11.931, die der bisher nachgewiesenen Infektionen bei 245.688, so Sprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen.

Frau und Sohn im Iran: Die Zahl der Neuinfektionen im Land steigt erneut dramatisch an. (Quelle: West Asia News Agency/Reuters)

In Anbetracht der erneut gestiegenen Fallzahlen gab Gesundheitsminister Saeid Namaki eine deutliche Warnung aus. "Wenn das so weitergeht, gehen wir k.o.", sagte der Minister. Ziel sei es gewesen, die Zahl der Corona-Toten pro Tag unter 30 zu halten. Nun liege der Wert bei mehr als dem Sechsfachen.

Erstes Bundesland in Österreich führt Maskenpflicht wieder ein

In Österreich führt als erstes Bundesland Oberösterreich nach einem spürbaren Anstieg der Corona-Infektionen die Maskenpflicht wieder ein. Von Donnerstag an müssten die Bürger wieder einen Mund-Nasen-Schutz unter anderem beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch tragen, sagte Landeschef Thomas Stelzer (ÖVP) am Dienstag in Linz. Die Gäste von Lokalen würden auf freiwilliger Basis gebeten, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. "Es ist ein Anstieg, der uns besorgt und uns natürlich auch nicht tatenlos zusehen lässt", sagte Stelzer.

Im Bundesland seien aktuell 427 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Laut Behörden sind rund 3.000 Menschen unter Quarantäne. Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viel Personen durch einen Infizierten angesteckt werden, liege bei 2,0. "Das ist einfach zu viel", sagte Stelzer. In ganz Österreich liegt dieser Wert laut Stelzer bei 1,37. Oberösterreich ist mit knapp 1,5 Millionen Einwohnern bevölkerungsmäßig das drittgrößte Bundesland.

US-Regierung schießt 1,6 Milliarden Dollar in Impfstoffprojekt

Die US-Regierung unterstützt das Coronavirus-Impfstoffprojekt des amerikanischen Biotechunternehmens Novavax mit 1,6 Milliarden Dollar. Damit sollen Tests mit dem potenziellen Impfstoff sowie dessen Herstellung und Vermarktung in den USA finanziert werden. Ziel sei es, bis Januar 2021 100 Millionen Impfstoffdosen liefern zu können, sagte Vorstandschef Stanley Erck. Der am Dienstag angekündigte Zuschuss ist der bisher größte innerhalb des Projekts "Operation Warp Speed" von US-Präsident Donald Trump, mit dem die Suche nach einem Impfstoff und nach Medikamenten gegen das Coronavirus beschleunigt werden soll. Novavax wird auch von der internationalen Impfinitiative CEPI sowie dem US-Verteidigungsministerium finanziell unterstützt.

Lage in Israel spitzt sich zu – Gesundheitsdirektorin tritt zurück

Aus Protest gegen den Kurs der Regierung hat eine führende Gesundheitspolitikerin Israels mitten in der sich wieder zuspitzenden Corona-Krise ihren Rücktritt erklärt. Siegal Sadetzki, Direktorin für öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, schrieb am Dienstag bei Facebook, seit einigen Wochen habe Israel im Kampf gegen das Coronavirus die Richtung verloren.

"Im Kampf gegen die erste Welle hatte Israel Erfolg, hat sich dann aber von anderen führenden Ländern entfernt, indem es schnelle Lockerungen durchsetzte", hieß es. Daraufhin sei die Zahl der Infektionen rasch angestiegen. "Vor diesem Hintergrund bin ich zu dem Schluss gelangt, dass ich unter den neuen Umständen - weil meine professionelle Ansicht nicht akzeptiert wird - nicht mehr aktiv dabei helfen kann, gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu kämpfen." Minister Juli Edelstein dankte Sadetzki in einer Mitteilung für ihre Arbeit.

Sadetzki galt als Verfechterin eines harten Lockdown-Kurses, wurde aber auch für das Vorhersagen von Horrorszenarien kritisiert. Mehr über Israels Weg in der Pandemie lesen Sie hier.

Deutsche Kliniken sehen sich für mögliche zweite Corona-Welle gut gerüstet

Die deutschen Krankenhäuser sehen sich für eine mögliche zweite Corona-Welle gut gerüstet. Allerdings dürfe es nicht mehr zu Problemen bei der Beschaffung von Material wie Schutzmasken und Schutzkittel wie am Anfang der Pandemie im März kommen, erklärte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) am Dienstag in Berlin.

Eine Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) unter bundesweit 724 Kliniken bestätigte demnach Beschaffungsprobleme in vielen Krankenhäusern bei Ausbruch der Pandemie. Im Zuge der Corona-Krise habe sich nach Auffassung der Kliniken zudem die Produktqualität teilweise verschlechtert.

"Wir brauchen eine bessere Bevorratung von Schutzmaterial und Schutzausrüstung als am Beginn der Pandemie", forderte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Zwar erwarten die Krankenhäuser größtenteils für den Fall einer zweiten Pandemiewelle, ihren Bedarf an Schutzausrüstung durch den direkten Bezug bei Herstellern und Lieferanten decken zu können. Auch haben Bundesländer angekündigt, Vorratslager anzulegen oder auszubauen. "Dies muss jetzt auch umgesetzt werden", forderte Baum.

Ausgangssperre für sechs Wochen in Melbourne verhängt

Wegen eines erneuten starken Anstiegs von Coronavirus-Infektionen hat Australien eine Ausgangssperre über Melbourne verhängt. Mehr als fünf Millionen Bewohner der zweitgrößten Stadt des Landes müssen zu Hause bleiben, wie der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Dienstag mitteilte. Die Ausgangssperre trete um Mitternacht in Kraft und gelte für mindestens sechs Wochen. Merh lesen Sie hier.

Melbourne: Sechs Wochen lang sollen die Einwohner zu Hause bleiben. (Quelle: AAP/imago images)

SPD: Spahn soll Lizenz für Corona-Mittel Remdesivir verhandeln

Die SPD-Bundestagsfraktion hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aufgefordert, sich um eine deutsche Lizenz für die Herstellung des als Corona-Arzneimittel gehandelten Medikaments Remdesivir zu bemühen. "Ich rufe Gesundheitsminister Jens Spahn dazu auf, sich für Lizenzvereinbarungen deutscher Hersteller mit dem Unternehmen Gilead einzusetzen", sagte Fraktionsvize Bärbel Bas der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe).

Deutsche Pharmaunternehmen könnten nicht nur für Deutschland, sondern auch für den Bedarf anderer Länder das Medikament produzieren. Damit könnten sie mithelfen, die Kosten insbesondere für Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu reduzieren, sagte Bas.

Gelinge keine Lizenzvereinbarung, müsse der Gesundheitsminister prüfen, ob Gilead in Deutschland ein Patent für Remdesivir angemeldet habe. Mit dem in der Corona-Krise angepassten Bevölkerungsschutzgesetz habe der Bundesgesundheitsminister ein Instrument, den Patentschutz aufzuheben und deutschen Herstellern so die Produktion von Remdesivir zu ermöglichen, betonte die SPD-Politikerin.

Bürgermeisterin von Atlanta positiv auf Corona getestet

Die Bürgermeisterin der US-Metropole Atlanta, Keisha Lance Bottoms, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Covid-19 hat buchstäblich bei uns zuhause eingeschlagen. Ich hatte keine Symptome und bin positiv getestet worden", erklärte Bottoms am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die 50-jährige Politikerin gilt als mögliche Vize-Kandidatin des designierten demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden.

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In einem Interview mit dem Fernsehsender CNN sagte Bottoms, sie und ihr Ehemann hätten sich für einen Test entschieden, weil ihr Mann seit Donnerstag mehr als üblich geschlafen habe. Am Montag hätten dann sowohl sie als auch ihr Mann das positive Testergebnis bekommen.

"Ich stehe immer noch unter Schock, weil ich überhaupt nicht weiß, wie wir uns angesteckt haben", sagte sie. Sie habe zwar leichte Kopfschmerzen und einen trockenen Husten gehabt, dies aber auf Allergien zurückgeführt.

Mehrere britische Pubs wegen Coronavirus-Infektionen dicht

Kurz nach der Wiederöffnung sind mehrere Pubs in England wegen Coronavirus-Infektionen von Gästen wieder geschlossen worden. Betroffen sind mindestens drei Kneipen in Burnham-on-Sea an der Südwestküste, in Batley im nördlichen England und in Alverstoke im Süden. Die Pubs seien gründlich gereinigt und die Mitarbeiter getestet worden, teilten die Betreiber in sozialen Medien mit.

Nach mehr als dreimonatiger Schließung wegen der Pandemie durften am vergangenen Samstag die beliebten Kneipen im größten Landesteil Großbritanniens wieder öffnen. Es gelten strenge Auflagen, beispielsweise müssen Pub-Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen. Bestellungen dürfen nur am Tisch oder per App aufgenommen werden.

Millionen Chinesen holen verschobene Aufnahmeprüfungen nach

Fast elf Millionen Schüler sind in China am Dienstag zu den zweitägigen Aufnahmeprüfungen für die Universitätszulassung angetreten. Die Aufseher der Tests, die wegen der Corona-Pandemie um einen Monat verschoben worden waren, hielten nicht nur Ausschau nach möglichen Schummlern, sondern auch nach möglichen Infizierten. Peking meldete unterdessen erstmals seit einem neuen Ausbruch Mitte Juni keine Neuinfektionen.

Vor einem Prüfungszentrum in Peking machten viele Schüler Selfies und umarmten sich, bevor sie sich dem Test stellten. Eine 49-jährige Mutter zeigte sich besorgt um die Erfolgschancen ihres Sohns. "Er konnte wegen der Pandemie seit Januar nicht zur Schule gehen", sagte sie. Das Bestehen der als Gaokao bekannten Examen ist für junge Chinesen äußerst wichtig, weil es ihnen einen Aufstieg in die gebildete Elite des Landes ermöglicht.

Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh deutlich unter Grenzwert

Nach etlichen Coronavirus-Fällen beim Fleischverarbeiter Tönnies im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh deutlich unter den Grenzwert gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 35,4. Als Grenzwert gilt der Wert 50.

Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 50,5 und damit knapp über der Grenze. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2.

Israel: Neue Corona-Notmaßnahmen bedürfen keiner Zustimmung des Parlamentes mehr – scharfe Kritik

Die israelische Regierung kann ab sofort Notmaßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus ohne vorherige Genehmigung des Parlaments umsetzen. 29 von insgesamt 120 Abgeordneten stimmten in dritter und letzter Lesung für den umstrittenen Gesetzentwurf, 24 dagegen, wie ein Sprecher des Parlaments am Dienstag bestätigte. Die restlichen Abgeordneten waren abwesend. Bisher mussten Entscheidungen der Regierung von einem parlamentarischen Ausschuss gebilligt werden, bevor sie gültig wurden.

Entscheidungen der Regierung in der Corona-Krise sollen jetzt sofort in Kraft treten. Sie werden nur zurückgezogen, wenn das Parlament sie nicht nachträglich binnen einer Woche billigt. Das neue Gesetz soll vorerst nur bis zum 6. August gelten.

In einer Debatte zu dem neuen Gesetz sprach der Oppositionspolitiker Mickey Levy von der Zukunftspartei von einem "schwarzen Tag" und verglich Israel mit Nordkorea.

Schweizer Masken bei Tüv zunächst durchgefallen

Atemschutzmasken "made in Switzerland" sind bei einer ersten Prüfung des Tüv Nord durchgefallen. Es sei kein formaler, sondern ein technischer Grund gewesen, sagte der Leiter des Labors bei Tüv Nord, Dirk Grenschen, dem Schweizer Sender SRF in einem Beitrag, der am Dienstag ausgestrahlt wurde. Welche Mängel das Institut beanstandete, sagte er nicht. Es müssten Verbesserungen an der Maske vorgenommen werden.

Die Firma Flawa in Flawil 70 Kilometer östlich von Zürich hatte bereits über den Rückschlag informiert. Von rund 40 Prüfkriterien sei ein Punkt der Produktion moniert worden. Die Firma machte geltend, dass sie innerhalb kürzester Zeit ein neues Geschäftsfeld hätte aufbauen müssen. Verbessertes Material sei bereits eingereicht worden. Die Prüfung inklusive Bericht braucht nach Angaben von Grenschen etwa zwei Wochen.

New Yorks Gouverneur kritisiert Trump in Corona-Krise erneut scharf

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat US-Präsident Donald Trump in der Corona-Krise erneut scharf kritisiert. Indem er in der Öffentlichkeit keine Maske trage und die von der Pandemie ausgehende Gefahr nicht anerkenne, "ermögliche" und "ermächtige" Trump die Verbreitung des Virus, sagte Cuomo bei einer Pressekonferenz am Montag. "Wir sind nicht die Vereinigten Staaten der Leugnung."

390 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete.

9.024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das sind acht mehr als am Vortag. Bis Sonntag hatten etwa 182.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

Medizinisches Personal in Japan zunehmend depressiv

Der Kampf des medizinischen Personals in Japan gegen das Coronavirus hinterlässt zunehmend Spuren. Fast ein Drittel des medizinischen Personals leitet unter Depressionen. Das zeigen Ergebnisse einer am Dienstag vom japanischen Fernsehsender NHK veröffentlichten Umfrage des Japanischen Roten Kreuzes unter Ärzten, Krankenschwestern und anderen Mitarbeitern.

Japan zählt bisher rund 20.000 Infektionsfälle und 991 Tote. Darunter sind auch Menschen, die sich an Bord eines zeitweise unter Quarantäne gestellten Kreuzfahrtschiffes befunden hatten. Damit steht die Nummer Drei der Weltwirtschaft international gesehen zwar noch relativ gut da. Doch sind die Neuinfektionen vor allem in Tokio zuletzt wieder gestiegen.

US-Behörde genehmigt Verwendung von Lysol-Spray

Die US-Umweltschutzbehörde (EPA) genehmigt das Desinfektionsmittel-Spray Lysol des britischen Konsumgüterkonzerns Reckitt Benckiser beim Einsatz auf Oberflächen gegen das SARS-CoV-2-Virus.

Labortests hätten die Wirksamkeit der Produkte Lysol Desinfektionsmittel Spray und Lysol Desinfektionsmittel Max Cover Mist bestätigt, erklärt die EPA. Der Konzern hatte eindringlich vor der Einnahme seiner Produkte gewarnt, nachdem US-Präsident Donald Trump vorgeschlagen hatte, Desinfektionsmittel bei Corona-Infizierten zu erforschen.

Brasiliens Präsident Bolsonaro unterzieht sich Corona-Test

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro unterzieht sich einem Corona-Test. Bolsonaro erklärt seinen Anhängern vor dem Präsidentenpalast, dass eine zusätzliche Untersuchung seiner Lunge keine Hinweise auf Covid-19 gezeigt habe. Das Büro des Präsidenten reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme, das Ergebnis des Abstrichs steht noch aus. Lokale Medien hatten zuvor berichtet, dass der Präsident Symptome der Atemwegserkrankung zeige. 

Restaurants und Bars in Miami wegen Corona-Virus erneut geschlossen

Im Großraum Miami im US-Bundesstaat Florida werden auf Anordnung des Bürgermeisters Restaurants und Bars wieder geschlossen. Lieferservice und Selbst-Abholung bleiben weiterhin erlaubt. Florida meldete am Montag mehr als 6.000 neue Fälle.

Barley: Corona-Krise auch Chance für Europa

Die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley, sieht in der Corona-Krise auch eine Chance für Europa. Im Europäischen Parlament und im Rat, wo die Atmosphäre in den Jahren seit der Finanzkrise sehr verhärtet gewesen sei, gebe es inzwischen "mehr Vertrauen und einen neuen Geist der Kooperation", sagte die SPD-Politikerin der "Passauer Neuen Presse" (Print- und Online-Ausgabe Dienstag). "Die Fronten sind aufgebrochen." Damit bestehe nun "die große Chance, Europa wieder mehr zusammenzuführen. Die sollten wir nutzen", forderte Barley. "Das Wichtigste ist jetzt, dass die Corona-Hilfen schnell auf den Weg gebracht werden."

Deutschland und Frankreich hätten mit ihrer Initiative für den Wiederaufbaufonds wichtige Vorarbeit geleistet. Deutschland, das in der zweiten Jahreshälfte die EU-Ratspräsidentschaft innehat, habe jetzt die "Rolle des ehrlichen Maklers übernommen". "Nicht nur die Erwartungen sind groß, sondern auch das Vertrauen", sagte Barley. Die EU-Partner setzten darauf, dass die deutsche Präsidentschaft nicht nur im eigenen Interesse handele, sondern im europäischen.

Die Bewältigung der Corona-Krise könnte nach Auffassung der SPD-Politikerin auch eine Möglichkeit sein, "der Währungsunion eine echte Wirtschaftsunion zur Seite zu stellen". Krisen böten die Chance, harte nationale Fronten aufzubrechen, erklärte Barley zu einem entsprechenden Vorstoß von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, der fordert, die Corona-Krise dazu zu nutzen, die Währungs- zu einer Wirtschaftsunion auszubauen. Barley sagte dazu: "Die gemeinsame Währung war von Anfang an nur als erster Schritt gedacht, in der Hoffnung, dass eine europäische Wirtschaftspolitik folgen würde."

Quarantäne-Zentren voll: Neuseeland schränkt internationale Flüge ein

Damit die Quarantäne- und Isolationszentren des Landes in der Corona-Pandemie nicht an ihre Kapazitätsgrenzen geraten, hat die neuseeländische Regierung vorübergehend die Buchung internationaler Flüge eingeschränkt. Die nationale Fluglinie Air New Zealand habe einem kurzfristigen Buchungsstopp zugestimmt, teilte Wohnungsministerin Megan Woods am Dienstag mit. Mit der Maßnahme solle sichergestellt werden, dass für alle Heimkehrer genügend Plätze für eine geordnete Isolation oder Quarantäne zur Verfügung stünden, sagte sie zur Begründung.

Neuseeland hat seine Grenze wegen der Corona-Pandemie seit März geschlossen. Nur Bürger und Einwohner des Landes dürfen noch einreisen. Mit der Ausbreitung des Coronavirus weltweit sei die Zahl der Heimkehrer jüngst rapide angestiegen, sagte Woods weiter. "Unsere erste Priorität ist es, das Virus an der Grenze zu stoppen. Deshalb muss sich jeder einer Quarantäne oder einer geleiteten Isolation unterziehen", so Woods. Dafür müssten ausreichend Plätze zur Verfügung stehen.

Offiziellen Angaben zufolge befinden sich in Neuseeland derzeit knapp 6.000 Menschen in 28 Isolationszentren. Seit dem 26. März hätten bereits mehr als 26.400 Menschen eine Isolation oder Quarantäne durchlaufen. Neuseeland hatte am 8. Juni die erste Coronavirus-Welle für überstanden erklärt. Auf den beiden Inseln gab es bisher rund 1.530 bestätigte und mögliche Infektionsfälle. 22 Menschen starben in Zusammenhang mit Covid-19.

Mehr als 65.000 Tote in Brasilien

Das Coronavirus breitet sich in Brasilien weiter aus. Das Gesundheitsministerium meldet 20.229 Neuinfektionen. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen auf 1,623 Millionen. Die Zahl der Todesfälle legte binnen 24 Stunden um 620 auf 65.487 zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

USA kündigen Ausweisung ausländischer Studenten bei reinem Online-Studium an

Ausländischen Studenten in den USA droht die Ausweisung, wenn ihre Universitäten ab Herbst Corona-bedingt nur noch Online-Kurse anbieten. Studenten, die sich mit Visa des Typs F1 oder M1 in den USA aufhielten und ein Online-Studium in Vollzeit absolvierten, dürften nicht im Land bleiben, erklärte die US-Einwanderungsbehörde ICE am Montag.

Die betroffenen Studenten müssten entweder das Land verlassen oder sich an einer Hochschule einschreiben, an der physischer Unterricht stattfinde, hieß es in der ICE-Erklärung. Hochschulen, die den Unterricht teils online, teils physisch fortsetzten, müssten ihren ausländischen Studenten überdies einen Nachweis ausstellen, dass diese in so vielen physischen Unterrichtseinheiten wie möglich eingeschrieben seien. Den Studenten drohten andernfalls Abschiebeverfahren sowie weitere Maßnahmen, warnte die Behörde.

Rund 5,5 Prozent der Studenten in den USA sind Ausländer. Die Studiengebühren, die sie bezahlen, machen einen wichtigen Teil der Einnahmen an vielen Universitäten des Landes aus. Die meisten internationalen Studenten in den USA stammen aus China, Indien, Südkorea, Saudi-Arabien und Kanada. Wegen der Corona-Pandemie verlegten die Universitäten in den USA ihre Kurse im März ins Internet. Wie es im neuen akademischen Jahr ab Herbst weitergehen soll, haben die meisten Hochschulen noch nicht entschieden. 

US-Seuchenexperte Fauci schlägt Alarm: Ernste Lage

Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci äußert sich kritisch zur gegenwärtigen Lage in den Vereinigten Staaten. Es handele sich um eine "ernste Situation, auf die wir sofort reagieren müssen", sagt der prominente US-Regierungsberater in einem Live-Interview im Internet. Die USA steckten noch "knietief" in der ersten Welle der Pandemie. Die Fallzahlen hätten bisher nie auf das geplante Niveau gesenkt werden können. Fauci äußerte aber die Erwartung, dass ein Impfstoff eines Tages gut funktionieren und zumindest für einige Zeit Schutz bieten werde. Allerdings werde es keinen lebenslangen Schutz wie bei einer Masern-Impfung geben, so Fauci.

Griechenland-Touristen positiv auf Coronavirus getestet

Zum ersten Mal seit Wochen sind in Griechenland mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt wurden 43 Fälle registriert. Davon waren nach Angaben der zuständigen Gesundheitsbehörde 36 Touristen. 20 davon waren nach Informationen des griechischen Staatsrundfunks ERT Urlauber aus Serbien. Weitere 16 Touristen stammen aus anderen Staaten, hieß es. Ob darunter auch Deutsche waren, blieb zunächst unklar.

Gericht stoppt Corona-Lockdown im Kreis Gütersloh

Im Kreis Gütersloh werden die Maßnahmen aufgrund des Corona-Ausbruchs im Schlachthof Tönnies nicht fortgesetzt. Ein kompletter Lockdown sei nicht verhältnismäßig, urteilte das Oberverwaltungsgericht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Schweden bereitet sich auf mögliche zweite Welle vor

Schweden will für den Fall einer zweiten Corona-Welle im Herbst gerüstet sein. Auch wenn die Zahlen der Todesfälle und der schweren Covid-19-Erkrankungen erfreulicherweise zurückgingen, bedeute dies nicht, dass die Gefahr vorüber sei, sagte die schwedische Sozialministerin Lena Hallengren am Montag in Stockholm.

Ihre Regierung erteile verschiedenen staatlichen und regionalen Behörden deshalb den Auftrag, sich für eine mögliche zweite Infektionswelle vorzubereiten und für den Fall der Fälle eine gute Krisenbereitschaft gewährleisten zu können. In der Schweiz wurden Lockerungen, unter anderem im Nachtleben, mittlerweile wieder zurückgefahren – die Zahl der Neuinfektionen war bedenklich angestiegen. Wie Deutschland für den Fall einer zweiten Welle gerüstet ist, lesen Sie hier

Corona-Warn-App erreicht 15 Millionen Downloads

Die deutsche Corona-Warn-App hat nach knapp drei Wochen die Schwelle von 15 Millionen Downloads erreicht. Das teilte das Robert Koch-Institut auf Twitter mit. Die App soll helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen und zu unterbrechen. Außerdem kann sie dazu beitragen, dass Menschen nach einem Coronavirus-Test möglichst schnell ihr Testergebnis digital erhalten und über die App anonym mögliche Kontaktpersonen warnen können, wenn diese auch die App installiert haben.

Auffällig bei der Analyse der Zahlen aus den App-Stores von Apple und Google ist die Tatsache, dass die Corona-Warn-App bei Anwendern mit einem iPhone deutlich populärer ist als unter Nutzern eines Android-Smartphones. So erhält die App im App-Store von Apple bei über 40.000 Bewertungen eine Durchschnittsnote von 4,7 (von maximal 5) Sternen. Im Google-Play-Store sank die Durchschnittnote bei über 57.000 Bewertungen am Montag auf 3,6 Sterne (von maximal 5) ab. In jüngster Zeit vergab nur noch jeder zweite Android-Anwender die höchste Bewertung von fünf Sternen. Im Apple-Store liegt dieser Anteil hingegen deutlich höher bei rund 88 Prozent.

Nach Corona-Ausbruch: Niederlande lassen Zehntausende Nerze töten

Nach Corona-Ausbrüchen in mehreren Nerzfarmen im Süden der Niederlande haben die Behörden zehntausende Tiere getötet. "Insgesamt wurde das Virus in 20 Zuchtfarmen für Nerze nachgewiesen", teilte das niederländische Landwirtschaftsministerium am Montag mit. Anfang Juni hatten die Behörden damit begonnen, bei Infektionsfällen alle Tiere der betroffenen Zuchtfarmen zu keulen.

Bisher wurden die Nerze in 18 Farmen getötet, am Montag sollten die Keulungen auch in den beiden noch verbleibenden Farmen beginnen. Nach Angaben des Ministeriums lebten allein in der letzten Farm, in der das Virus nachgewiesen wurde, 12.000 Muttertiere.

Kramp-Karrenbauer gegen schnelles Ende der Maskenpflicht

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich gegen ein rasches Ende der Maskenpflicht im Handel im Kampf gegen die Corona-Pandemie ausgesprochen. Es sei zu beobachten, dass immer mehr Menschen ohne Maske unterwegs seien, sagte Kramp-Karrenbauer am Montag in der letzten Videoschalte der engsten CDU-Spitze vor der Sommerpause nach Angaben aus Teilnehmerkreisen. Da sei es das falsche Signal, die Maskenpflicht aufzuheben. Das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes sei weiterhin notwendig und wichtig, damit Deutschland gut durch die Pandemie komme. Mehr über die Debatte und die widerstreitenden Positionen lesen Sie hier.               

Nächtliche Drohnen-Show mit Corona-Botschaften in Seoul

Mit einer spektakulären Lichtshow mit rund 300 Drohnen hat Südkoreas Regierung die Bevölkerung für den fortgesetzten Kampf gegen die Corona-Pandemie mobilisiert. Die unbemannten Flugkörper formierten sich am Wochenende am nächtlichen Himmel über Seoul zu leuchtenden Danksagungen und Symbolen rund um das Coronavirus.

Das imposante Spektakel sollte die Menschen unter anderem an die Regeln im Kampf gegen das Virus erinnern. Dazu formten die Drohnen beispielsweise eine von Viren umgebene Gesichtsmaske, die sich wenige Zeit später in zwei Hände, umgeben von Wassertropfen, verwandelte.

Drohnen über dem Han-Fluss in Südkorea: Drohnen zeichneten Botschaften und Danksagungen rund um die Corona-Pandemie in den nächtlichen Himmel. (Quelle: Yonhap/Reuters)

Zum Schluss der rund zehnminütigen Show erleuchteten Dankes-Botschaften an das medizinische Personal und die gesamte Bevölkerung den nächtlichen Himmel. Auf ein buntes "Thanks to you" folgte die Silhouette der koreanischen Halbinsel mit dem ermunternden Aufruf: "Cheer up, Republic of Korea" (Kopf hoch, Republik Korea)

CDU-Generalsekretär: "Maskentragen ist sexy"

"Maskentragen ist sexy", sagt CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nach der Sitzung von CDU-Präsidium und -Bundesvorstand. Man sei sich einig gewesen, dass die Maskenpflicht unbedingt befolgt werden müsse. Ziemiak wirft dem Senat in Berlin vor, die Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr nicht konsequent durchzusetzen.

Tourismus-Beauftragter macht Hoffnung auf baldige Aufhebung der Türkei-Reisewarnung

Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), sieht wachsende Chancen für eine Aufhebung der coronabedingten Reisewarnung für die Türkei. "Wenn die Lage gut ist – und letzte Woche war die Lage gut – können wir relativ schnell die Öffnungen vorbereiten", sagte Bareiß den Sendern RTL und n-tv. "Insofern sind wir da mittendrin zu überlegen, was tun wir die nächsten Tage, um auch hier Reisen zu gewährleisten."

Voraussetzung sei neben niedrigen Infektionszahlen, dass das türkische Gesundheitssystem Virusausbrüche so bewältigen könne, dass Urlauber wieder gesund nach Hause kommen, sagte Bareiß. Die Gespräche mit der Regierung der Türkei seien gut gewesen. "Man merkt, da wird sicherlich auch viel gemacht, dass vor Ort gewährleistet ist, dass der Schutz da ist." 

Erstmals wieder mehr als 1.000 aktive Corona-Fälle in Österreich

In Österreich sind erstmals seit Mai wieder mehr als 1.000 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl stieg am Montag auf 1012, wie das Gesundheitsministerium in Wien mitteilte. Für eine spürbare Zunahme sorgt weiterhin der regionale Ausbruch rund um Linz in Oberösterreich, wo die Zahl der Fälle seit Sonntag um 57 auf 414 stieg. 347 aktive Fälle waren aus der Hauptstadt Wien gemeldet. Vier der neun Bundesländer in Österreich wiesen dagegen keine Neuinfektionen auf. 

FDP: Bundesregierung soll Ende der Maskenpflicht einleiten

Die FDP hat die Bundesregierung aufgefordert, eine Aufhebung der Maskenpflicht für den Einzelhandel einzuleiten. Die Regierung müsse "gemeinsam mit dem Einzelhandel einheitliche Kriterien für ein regional differenziertes Ausstiegsszenario aus der Maskenpflicht erarbeiten", erklärte FDP-Vizefraktionschef Michael Theurer am Montag in Berlin. "Die Maskenpflicht kann nicht von heute auf morgen wegfallen, sie kann aber auch nicht unendlich und ohne regionale Differenzierung aufrecht erhalten werden."

Theurer sagte: "Wo es kein Infektionsgeschehen gibt, ist auch eine Maskenpflicht nicht mehr verhältnismäßig." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hingegen hatte eine Aufhebung abgelehnt, auch die Ministerpräsidenten von Bayern und Baden-Württemberg sind dagegen.

In CDU-Spitze Forderungen nach EU-einheitlichen Corona-Urlaubsregeln

Angesichts eines sorglosen Verhaltens von Menschen im Urlaub wird in der CDU-Spitze die Forderung nach EU-weiten einheitlichen Regelungen etwa zum Masken-Tragen in Flugzeugen laut. Mehrere Teilnehmer hätten große Sorgen wegen des Verhaltens vieler Menschen im Urlaub geäußert, hieß es aus Teilnehmerkreisen der letzten CDU-Präsidiumsschalte vor der Sommerpause am Montag. Einige Menschen würden sich so bewegen, als sei Corona nicht mehr da. Die Situation in Flugzeugen sei derzeit unbefriedigend.

Saudi-Arabien: Pilgerfahrt Hadsch dieses Jahr mit Maskenpflicht

Muslimische Pilger müssen bei der diesjährigen Wallfahrt Hadsch in Saudi-Arabien zur Eindämmung des Coronavirus einen Mundschutz tragen. Zusätzlich zur Maskenpflicht sollen Ordner zu großes Menschengedränge verhindern und dafür sorgen, dass die Gläubigen einen Mindestabstand von anderthalb Metern einhalten. Das gelte bei Gebeten und religiösen Ritualen wie auch in Restaurants und Zelten, teilte das Zentrum für Seuchenprävention und -bekämpfung laut der staatlichen Nachrichtenagentur SPA in der Nacht zum Montag mit.

Muslimische Pilger an der heiligen Kabaa in Mekka (Archivbild): Dieses Jahr werden die Regeln für die traditionelle Pilgerfahrt wegen der Corona-Pandemie verschärft. (Quelle: ZUMA Press/imago images)

An der Pilgerfahrt nahmen 2019 fast 2,5 Millionen Menschen teil, darunter 1,8 Millionen aus dem Ausland. Wegen der Corona-Pandemie hat das Königreich ihre Zahl dieses Jahr drastisch auf wenige Tausend verringert. Teilnehmen dürfen nur Gläubige unter 65 Jahren, die sich bereits im Land befinden. Der Hadsch beginnt dieses Jahr voraussichtlich am 28. oder 29. Juli. Der genaue Termin hängt vom Erscheinen der Neumondsichel ab.

EU und Curevac vereinbaren Darlehen über 75 Millionen Euro

Die Europäische Kommission stellt der Tübinger Firma Curevac 75 Millionen Euro zur Entwicklung von Impfstoffen insbesondere gegen das Coronavirus zur Verfügung. Wie Curevac am Montag mitteilte, haben das Biopharma-Unternehmen und die Europäische Investitionsbank ein entsprechendes Darlehen vereinbart. Curevac forscht seit Januar an einem Impfstoff gegen das Virus und hat im Juni die erste klinische Studie an Menschen begonnen.

Den Angaben nach ist die Förderung auch für die Fertigstellung einer vierten Produktionsstätte des Unternehmens in Tübingen bestimmt. Das Geld wird in drei Tranchen von je 25 Millionen Euro jeweils nach Erreichen vorab festgelegter Etappenziele bereitgestellt.

Bereits im März hatte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die finanzielle Unterstützung für das Unternehmen versprochen, damals aber noch eine Fördersumme von 80 Millionen Euro angekündigt.               

Bundeswehr-Hunde werden auf Erkennen von Corona-Infektion trainiert

Diensthunde der Bundeswehr sollen das Erschnüffeln einer Coronavirus-Infektion erlernen. Die Streitkräfte und die Stiftung Tierärztliche Hochschule (TiHo) Hannover testen diese Möglichkeit in einem Projekt, an dem zehn Vierbeiner der einzigen Diensthundeschule der Bundeswehr bei Ulmen in der Vulkaneifel teilnehmen. Beteiligt sind Schäferhunde, Spaniel und Retriever, wie die Dienststelle der Streitkräfte mitteilte.

Spürhunde können an der molekularen Zusammensetzung eines Geruchs nicht nur Sprengstoffe oder Drogen wahrnehmen, sondern auch verschiedene Krebserkrankungen und die drohende Unterzuckerung von Diabetikern riechen. Auf dieser Grundlage ist auch die Idee für das Corona-Projekt entstanden. "Mit einer Trefferquote von derzeit etwa 80 Prozent sind die Forscher in Ulmen auf dem besten Weg, das Projekt erfolgreich weiterzuführen", erklärte die mitten im Wald liegende Diensthundeschule. In wenigen Wochen sollen belastbare Ergebnisse vorliegen.

Bislang schnuppern die Hunde an Speichelproben infizierter Menschen, in denen die Viren chemisch unschädlich gemacht wurden. Nach einem erfolgreichen Abschluss dieser Versuchsreihe käme die nächste Hürde: Klappt das Erschnüffeln auch bei aktiven Coronaviren in menschlichem Speichel? "Das muss dann unter ganz anderen Bedingungen stattfinden, schließlich müssen wir sicher sein, dass sich niemand an den hochinfektiösen Proben anstecken kann", betonte TiHo-Doktorandin Paula Jendrny.

Schweiz führt Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Flugzeugen ein

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise gilt in der Schweiz seit Montag landesweit eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Das betrifft auch Flüge der Swiss, wie ein Sprecher im Radio bestätigte. Bislang hatten Behörden und Verkehrsbetriebe nur das Maskentragen in Stoßzeiten empfohlen. Nach dem Augenschein in Genf ignorierten das in den vergangenen Wochen praktisch alle Fahrgäste.

Am Montag war es anders. "Es sieht erfreulich aus", sagte der Direktor der Verkehrsbetriebe von Zürich, Guido Schoch, dem Sender SRF am Hauptbahnhof von Zürich. "Über 95 Prozent der Leute haben eine Maske an." Wichtig für Touristen: Mund-und Nasenschutz sind auch in Seilbahnen vorgeschrieben, nicht aber in Geschäften.

Jedes fünfte Unternehmen fürchtet um seine Existenz

Jedes fünfte deutsche Unternehmen sieht sich durch die Corona-Krise gefährdet. Insgesamt sagen 21 Prozent, dass sie die Beeinträchtigungen durch die Pandemie als "existenzbedrohend bewerten", wie das Münchner Ifo-Institut am Montag mitteilte. "In den kommenden Monaten könnte sich eine Insolvenzwelle anbahnen", warnt Ifo-Forscher Stefan Sauer vor diesem Hintergrund.

Erst am Wochenende hatte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Eric Schweitzer, gewarnt, dass viele Unternehmen nach wie vor akute Liquiditätsengpässe infolge der Krise hätten. Staatliche Überbrückungshilfen müssten daher schnell und unbürokratisch erfolgen.

Infektions-Kennzahl in Gütersloh nähert sich dem Grenzwert

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh weiter gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 50,5. Am Vortag lag diese Infektions-Kennziffer noch bei 56,0 und am Freitag bei 76,6. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende der regionalen Kontaktbeschränkungen im Kreis gilt der Wert 50.

Australien schließt Grenze zwischen zwei Bundesstaaten

Der australische Bundesstaat Victoria gibt 127 neue Infektionen in den vergangenen 24 Stunden bekannt. Zwar fehlen zunächst Zahlen aus mehreren anderen Landesteilen, doch ist der Anstieg bislang der größte in Australien seit dem Beginn der Pandemie auf dem Kontinent. Die Grenze zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Bundesstaaten Australiens – New South Wales und Victoria – werde ab Dienstag auf unbestimmte Zeit geschlossen, kündigt Victorias Premierminister Daniel Andrews an. In Melbourne, der Hauptstadt Victorias, gelten in 30 Stadtteilen Ausgangssperren, neun Wohnbauten mit Sozialwohnungen sind unter Quarantäne gestellt.

Indien ist am drittstärksten weltweit von Pandemie betroffen

Indien hat Russland als das Land überholt, das nach den USA und Brasilien am schwersten von der Corona-Pandemie betroffen ist. In den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 23.000 bestätigte Neuinfektionen zu verzeichnen, teilen die indischen Gesundheitsbehörden mit. Seit Beginn der Krise sind fast 20.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Betrug bei Corona-Hilfen: Bundesweit immer mehr Verdachtsfälle

Im Zusammenhang mit Corona-Soforthilfen untersuchen Ermittler bundesweit Tausende Verdachtsfälle. Insgesamt befassen sie sich mit mindestens 5.100 Fällen wegen des Verdachts auf Subventionsbetrug, Geldwäsche, Fälschung beweiserheblicher Daten oder des Ausspähens von Daten, wie Recherchen der Deutschen Presse-Agentur von Anfang Juli ergaben. Ende Mai waren es noch etwa 2.200 Fälle gewesen. Von zahlreichen Behörden hieß es, die Zahlen änderten sich quasi täglich.

Nicht aus allen Ländern sind Zahlen bekannt. Das Landeskriminalamt aus Nordrhein-Westfalen etwa konnte vor Abschluss der Ermittlungen keine konkreten Angaben machen. Ob sich ein Verdachtsfall tatsächlich als Straftat entpuppt, zeigen erst die Untersuchungen.

Um wie viel Geld die Länder in den Fällen betrogen wurden, ist vor Abschluss der Verfahren ebenfalls nicht abschließend zu klären. Zahlreiche Behörden konnte hierzu bislang keine Angaben machen. Nach dpa-Recherchen könnte es bundesweit mindestens um knapp 22 Millionen Euro gehen.

Coronavirus-Alarm an Bord von kanadischem Militärflugzeug

Ein kanadisches Militärflugzeug hat einen Flug nach Lettland wegen Coronavirus-Alarms abgebrochen. Es habe die Sorge geherrscht, dass sich Soldaten an Bord der Maschine mit dem Virus infiziert haben könnten, teilte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Ottawa am Sonntag mit.

Nach ihren Angaben drehte das Flugzeug um, nachdem die Armee erfahren hatte, dass an der Trenton-Militärbasis in der kanadischen Provinz Ontario jemand positiv auf das Virus getestet worden war. Vom diesem Stützpunkt war das Flugzeug gestartet. Es sei möglich, dass die insgesamt 70 Passagiere und Crew-Mitglieder mit dem infizierten Patienten in Kontakt gewesen seien, sagte die Sprecherin.

Für die Soldaten an Bord der Maschine wurde den Angaben zufolge eine 14-tägige Quarantäne auf der Basis Trenton angeordnet. Der Vorfall habe keine größeren Auswirkungen auf die kanadische Beteiligung an der Nato-Mission im Baltikum, betonte die Sprecherin. In Lettland sind rund 540 kanadische Soldaten stationiert.

Kanadische Soldaten in Riga (Symbolbild): Ein Flug des Militärs nach Lettland musste abgebrochen werden. (Quelle: Ints Kalnins/Reuters)

Brasilien: Mehr als 1,6 Millionen Infizierte und knapp 65.000 Todesfälle

Brasilien verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministeriums 26.051 neue bestätigte Coronavirus-Fälle und weitere 602 Todesopfer binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der infizierten Personen steigt nach Angaben des Ministeriums auf mehr als 1,6 Millionen, bislang sind 64.867 Menschen in dem lateinamerikanischen Land an den Folgen der durch das Virus ausgelösten Lungenerkrankung Covid-19 verstorben.

Corona-Ausbruch in Firma im Landkreis Landshut

In Stadt und Landkreis Landshut gibt es mindestens elf neue Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus, wie mehrere Lokalmedien berichteten. Alle neuen Infektionen stünden im Zusammenhang mit den seit Donnerstag bekannten Fällen in einem metallverarbeitenden Betrieb mit etwa 100 Beschäftigten, berichtete die "Passauer Neue Presse". Schwierig mache die Situation, dass die Betroffenen aus Gemeinden im gesamten Landkreis kommen würden, zitierte die Zeitung Landrat Peter Dreier.

Die Firma hat ihren Sitz in der bayerischen Mark Ergolding. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist Quarantäne angeordnet worden. Die restlichen Testergebnisse würden am Montag, 6. Juli, erwartet. Ab Dienstag sollen alle Schlachthof-Mitarbeiter im Landkreis getestet werden. Bis zum Mittwoch wurden in der Region Landshut zwei Wochen lang keine Infektionsfälle gemeldet. 

Schäuble: Europa muss Lehren aus Corona-Pandemie ziehen

Europa sollte nach Ansicht von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble Lehren aus der Corona-Pandemie ziehen und seine globalen Abhängigkeiten reduzieren. "Wir haben jetzt die Gelegenheit, unser gesamtes Wirtschaftsmodell kritisch zu überprüfen und die Exzesse der Globalisierung da zu korrigieren, wo sie zu den dramatischen Auswirkungen der Pandemie beigetragen haben", schreibt der CDU-Politiker in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Schäuble wies etwa auf den Mangel selbst an simplen Medizingütern wie Mund-Nasen-Schutzmasken hin.

Die Europäische Union müsse besser vorsorgen, um in Krisen widerstandsfähiger und souveräner zu sein, warnte der Bundestagspräsident. Dazu müsse sie "mit größerer strategischer Autonomie ausgestattet werden, etwa durch den Aufbau alternativer Lieferketten mit mehreren kostengünstigen Produktionsstandorten zur Diversifizierung des geografischen Risikos". Außerdem gelte es, die Souveränität Europas gerade im Gesundheitssektor auszubauen.

Netanjahu spricht von Notstandslage in Israel

Angesichts eines starken Anstiegs der Corona-Neuinfektionen in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu von einer Notstandslage gesprochen. "Wir befinden uns mitten in einer neuen Corona-Attacke. Es ist ein sehr starker Ausbruch, auf der ganzen Welt und bei uns", sagte der 70-Jährige am Sonntag während einer Kabinettssitzung. An diesem Montag wollte die Regierung sich erneut treffen, um über mögliche weitere Beschränkungen zu beraten.

"Wenn wir die Ausbreitung des Coronavirus nicht stoppen, werden wir weder Gesundheit noch Wirtschaft haben und es wird vielen Bürgern des Staates Israel ihr Leben kosten", warnte Netanjahu.

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hatte zuletzt einen Höchstwert erreicht. Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden erstmals die Marke von 1.000 überschritten – noch Mitte Mai war sie zwischenzeitlich auf unter zehn gesunken. Die Regierung hatte deshalb in dieser Woche neue Einschränkungen verkündet. Versammlungen sollen wieder beschränkt werden. In Gebetshäusern, Festhallen, Bars und Clubs dürfen nur noch bis zu 50 Menschen zusammenkommen. Vorher waren es bis zu 250 gewesen. An anderen geschlossenen Orten dürfen sich nur noch bis zu 20 Menschen versammeln.

Coronavirus auch in Fleischfabriken in Österreich

Auch in Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt. Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich am Sonntag der Nachrichtenagentur APA. Zuvor hatte die "Kronen Zeitung" darüber berichtet.

Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis südlich der deutschen Grenze bei Bad Füssing gab es sieben Fälle. Im Bezirk Braunau gegenüber dem deutschen Simbach am Inn waren es zwei, und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer südöstlich von Ried drei Fälle. Tests bei anderen Mitarbeitern waren am Sonntag im Gange.

Großbritannien sichert sich offenbar Corona-Impfstoffkandidaten 

Großbritannien steht einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor dem Abschluss eines Vertrags mit den Pharmakonzernen Sanofi und GlaxoSmithKline für 60 Millionen Dosen ihres potentiellen Covid-19-Impfstoffs. Die Vereinbarung hätte ein Volumen von 500 Millionen Pfund, berichtet die "Sunday Times". Klinische Tests mit dem Impfstoff-Kandidaten sollen im September beginnen. Wie weit die Entwicklung der möglichen Corona-Impfstoffe ist, lesen Sie hier.

Mecklenburg-Vorpommern: Fällt die Maskenpflicht im Handel?

Mecklenburg-Vorpommern will angesichts niedriger Corona-Infektionszahlen die Maskenpflicht im Handel abschaffen. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Weltweite Zahl der Neuinfektionen auf Rekordhoch

Die Zahl der globalen Neuinfektionen steigt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO auf ein Rekordhoch. Mehr dazu lesen Sie hier.

Corona-Infizierte: WHO stoppt Tests mit HIV-Mittel

Corona-Patienten werden im Rahmen einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordinierten Studie ab sofort nicht mehr mit Lopinavir/Ritonavir behandelt, das gegen HIV entwickelt worden war. Ausschlaggebend seien keine Sicherheitsbedenken, betonte eine WHO-Sprecherin am Samstag in Genf. Vielmehr habe sich gezeigt, dass die Mittel bei den Patienten praktisch keinen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit hatten. Dasselbe gelte für das Malariamittel Hydroxychloroquin. Das Ende der Tests damit hatte die WHO schon am 17. Juni angekündigt. Hydroxychloroquin war in den Schlagzeilen, weil US-Präsident Donald Trump es mehrfach angepriesen hatte.

Es gehe nur um die Tests bei schwer kranken Patienten, die wegen der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, betonte die WHO. Andere mögliche Tests solcher Mittel etwa zur Verbeugung gegen eine Erkrankung seien nicht betroffen.

In der Solidaritätsstudie werden Testergebnisse bei rund 5.500 Patienten in 39 Ländern verglichen. Getestet wird, ob bereits vorhandene Mittel den Verlauf der Covid-19-Erkrankung positiv beeinflussen können. Tests mit weiteren Mitteln gehen weiter, etwa mit dem ursprünglich gegen die Viruserkrankung Ebola entwickelten Mittel Remdesivir und dem Entzündungshemmer Dexamethason. Remdesivir hatte in einer anderen Studie den schweren Krankheitsverlauf abgemildert und die Krankheitsphase verkürzt. Es wurde gerade als erstes Medikament gegen Covid-19 in der EU zugelassen.

Steigende Corona-Fälle: Spanische Großstadt verhängt Quarantäne

Erstmals seit der Lockerung der Corona-Maßnahmen in Spanien ist wieder eine Großstadt wegen steigender Infektionszahlen unter Quarantäne gestellt worden. Das teilte der katalanische Regionalpräsident Quim Torra am Samstag mit. In der katalanischen Region Segrià mit der Großstadt Lleida seien insgesamt 200.000 Menschen betroffen, berichtete die Zeitung "La Vanguardia". Die Polizei errichtet Kontrollposten an den Zufahrtsstraßen.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden waren am Freitag 4.030 Infektionsfälle in der Region insgesamt registriert. In Krankenhäusern der Stadt würden 28 an Covid-19 erkrankte Menschen behandelt, davon sechs auf Intensivstationen. Die meisten Infektionen stünden mit Agrarbetrieben, Seniorenheimen und einem Wohnviertel in Zusammenhang, berichtete die Zeitung "Las Provincias". Spanien ist mit mehr als 28.300 Corona-Toten und 250.000 Infizierten eines der in Europa am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder. Landesweit sind die Zahlen jedoch seit Mitte Mai stark gesunken.

Weniger Neuinfektionen in Gütersloh – doch weiter über Grenzwert

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh wieder gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Samstag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 66,5. Am Vortag lag dieser Wert bei 76,6, am Donnerstag bei 76,5 und am Dienstag bei 86,0. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende des regionalen Lockdowns im Kreis gilt der Wert 50.

Nach der Ausbreitung des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es den ersten regionalen Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Die Einschränkungen im Kreis Gütersloh gelten noch bis zum 7. Juli. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage bereits unter den Grenzwert von 50 gefallen.

Fast 23.000 neue Corona-Fälle an einem Tag in Indien registriert

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Indien hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht, wurden binnen 24 Stunden bis Samstagmorgen 22.771 neue Fälle registriert. Im gleichen Zeitraum starben 442 Menschen mit oder an dem Erreger SARS-CoV-2.

Indien ist auf Platz vier der am stärksten von Corona betroffenen Länder der Welt - nach Russland, Brasilien und den USA. In dem südasiatischen Land mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern ist der Erreger SARS-CoV-2 bislang bei rund 648 000 Menschen nachgewiesen worden. Mehr als 18.000 starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Ende März hatte das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt wegen der Pandemie einen strengen Lockdown angeordnet, der seit Mitte Mai jedoch wieder gelockert wurde. Durch die Corona-Auflagen wurden Millionen Menschen arbeitslos, und viele haben Angst, zu verhungern. Inzwischen sind Büros, religiöse Stätten, Restaurants und Shoppingzentren wieder offen. Seit Anfang Juni stieg die Zahl der Neuinfektionen landesweit um rund 450.000 Fälle.

Freundin von Trumps Sohn mit Coronavirus infiziert

Die Freundin des ältesten Sohnes von US-Präsident Donald Trump ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Donald Trump Jr. und seine Freundin Kimberly Guilfoyle: Sie ist der dritte dem US-Präsidenten nahestehende Mensch, der bislang positiv auf das Virus getestet wurde. (Quelle: Pacific Press Agency/imago images)

Japan: Höchster Tagesanstieg an Corona-Fällen seit zwei Monaten

In Japan wächst die Angst vor einer neuen Infektionswelle. Das Land hat mit 209 Fällen am Freitag den höchsten Tagesanstieg an Corona-Neuinfektionen seit zwei Monaten erlebt, wie die Behörden meldeten. Darunter fallen auch 124 Fälle allein in Tokio, ebenfalls der höchste Anstieg an Neuinfektionen binnen 24 Stunden für die Hauptstadt seit Anfang Mai.

Tokio müsse sich auf eine mögliche zweite Corona-Welle einstellen, sagte Gouverneurin Yuriko Koike. Sie appellierte an die Menschen, das Nachtleben zu meiden. Die 20- bis 30-Jährigen machten etwa 70 Prozent bei den Neuinfektionen am Freitag aus, sagte sie. Der Aufwärtstrend kommt zwei Tage vor der Gouverneurswahl in Tokio, bei der die amtierende Gouverneurin eine Wiederwahl anstrebt.

Der jüngste Anstieg rechtfertige keinen erneuten Ausnahmezustand, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga bei einer Pressekonferenz. Die Zahl der Infizierten war seit der Aufhebung des landesweiten Corona-Notstandes Mitte Mai wieder gestiegen. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie gab es in Japan nach offiziellen Angaben bisher nahezu 20.000 bestätigte Infektionsfälle, rund 990 Menschen starben.

Hamburger Virologe erwartet keinen "Superimpfstoff" gegen Corona 

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit erwartet kein schnelles Ende der Corona-Pandemie durch einen Impfstoff. Man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, "dass wir nächstes Jahr einen Superimpfstoff haben, der allen in kürzester Zeit gegeben werden kann und ein Leben lang schützt", sagte Schmidt-Chanasit der "Frühstart"-Redaktion von RTL/ntv. "Diesen Impfstoff wird es nicht geben und schon gar nicht nächstes Jahr."

Wahrscheinlicher sei es, dass es mehrere Impfstoffe geben werde, die "mehr oder weniger gut" funktionierten. Diese würden zwar dabei helfen, unser Leben besser zu machen, aber nicht das Virus aus unserem Alltag verbannen. "Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben", sagte der Virologe, der am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg forscht.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird zurzeit eine Reihe von Impfstoffen am Menschen getestet. Viele dieser Kandidaten werden sich nicht durchsetzen, schätzt Schmidt-Chanasit mit Blick auf die geringe Prozentzahl der Impfstoffe in Testverfahren, die im Schnitt Marktreife erlangen. Unter Idealbedingungen könne es frühestens im nächsten Jahr einen Impfstoff geben.

14 positive Corona-Fälle in Braunschweiger Aufnahmebehörde

In der Landesaufnahmebehörde (LAB) in Braunschweig sind 14 Neuankömmlinge positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie gehörten zu einer Gruppe von 45 Spätaussiedlern aus Kasachstan, sagte eine LAB-Sprecherin am Freitag. "Wir haben uns entschlossen, alle 45 Personen in Separierung zu nehmen", hatte Hintze zuvor dem Sender "Radio38" gesagt.

Es sei nicht ausgeschlossen, dass es nach dem Flug und der anschließenden Busreise weitere Fälle geben könnte. Hintze zufolge war die Gruppe vor zwei Tagen in Frankfurt/Main gelandet und am Donnerstag mit dem Bus nach Braunschweig gebracht worden. In der Aufnahmestelle im Stadtteil Kralenriede seien sie getrennt von den Asylsuchenden dort untergebracht. "Wir stehen im Austausch mit dem Gesundheitsamt Braunschweig, inwiefern für die komplette Gruppe eine Quarantäne angeordnet wird und wann eine zweite Testung der bisher negativ Getesteten erfolgt", sagte Hintze.

Spahn: 300 bisher über Corona-Warn-App gemeldete Infektionen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, dass bislang rund 300 Covid-19-Infektionen über die deutsche Corona-Warn-App gemeldet wurden. Das sagte der CDU-Politiker in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Spahn bezieht sich dabei auf "die Zahl der Verschlüsselungscodes", die von der zugehörigen Telefonhotline ausgegeben wurden. "Mehr wissen wir aus Datenschutzgründen nicht", sagte Spahn.

Die App wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag inzwischen 14,6 Millionen Mal auf Smartphones geladen. Das sei häufiger als ähnliche Apps in allen anderen EU-Ländern zusammen, sagte Spahn. Allerdings warnte der Minister davor, die neue Anwendung zu überschätzen. "Die App ist ein Werkzeug von vielen, um neue Ausbrüche einzudämmen. Sie ist kein Allheilmittel. Wir müssen trotzdem weiter aufeinander achtgeben, Abstand halten, Alltagsmaske tragen, Hygieneregeln einhalten."

Die App kann inzwischen nicht nur von Menschen in Deutschland installiert werden, sondern ist auch in den Stores von Google und Apple in allen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie in Großbritannien und Norwegen erhältlich. Dieses Angebot richtet sich an Touristen und Geschäftsreisende, die Deutschland besuchen, aber auch an Ausländer, die ständig oder befristet in Deutschland leben.

Erste europäische Zulassung für ein Corona-Medikament

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen als erstes Mittel zur Therapie von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Freitag bekannt. "Die heutige Zulassung eines ersten Medikaments zur Behandlung von Covid-19 ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen das Virus", erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Zulassung sei im Schnellverfahren weniger als einen Monat nach dem Antrag ergangen. Mehr dazu lesen Sie hier

Ministerin Karliczek will Suche nach Corona-Impfstoff beschleunigen

Die Bundesregierung will die Entwicklung eines Corona-Impfstoffes beschleunigen. Bei der laufenden Ausschreibung von 750 Millionen Euro Fördergeld soll auch Wert auf verschiedene Forschungsansätze gelegt werden, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Es gebe in Deutschland Forscher, die schon sehr weit seien, sagte sie in Anspielung etwa auf die Firmen Curevac und Biontech sowie das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung.

"Denen wollen wir helfen, in der Entwicklung schneller zu werden, ihnen beim Aufbau großer klinischer Studien zu helfen und auch die Produktionskapazitäten aufzubauen", erläuterte die Ministerin. Beide Punkte gelten als entscheidend bei der Entwicklung eines Impfstoffes, nach dem angesichts der Verbreitung des Corona-Virus in der Welt fieberhaft geforscht wird. Biontech hatte am Mittwoch eine klinische Wirksamkeitsstudie mit bis zu 30.000 Teilnehmern angekündigt.

Großbritannien lockert Einreisevorschriften für Deutsche und andere EU-Bürger

Deutsche müssen sich bei einer Reise nach England künftig dort nicht mehr in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps gab in der Nacht zum Freitag eine entsprechende Lockerung der wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen bekannt. Der Wegfall der Quarantäne-Pflicht gilt ab dem 10. Juli. Auch Einreisende aus Frankreich, Italien und Spanien müssen sich dann nicht mehr in Isolation begeben. In anderen Teilen des Vereinigten Königreichs wird allerdings weiterhin die Quarantäne-Vorschrift gelten. Wer aus Deutschland also nach Schottland, Wales oder Nordirland reist, muss sich dort weiterhin für zwei Wochen in Isolation begeben.

Wegen der Quarantäne-Pflicht warnt das Auswärtige Amt in Berlin bislang vor Reisen nach ganz Großbritannien. Die britische Regierung äußerte jedoch die Erwartung, dass die jetzige teilweise Aufhebung der Vorschrift zu entsprechenden Lockerungen bei den davon profitierenden Staaten führen werde.

"Heute markiert den nächsten Schritt in der vorsichtigen Wiederöffnung unserer großartigen Nation," erklärte Shapps. Den Wegfall der Quarantäne-Pflicht nannte er eine "gute Nachricht" für Bürger und Unternehmen seines Landes. Die allgemeine Quarantäne-Pflicht für Einreisende hatte die britische Regierung zum 8. Juni verhängt. Sie galt auch für britische Staatsbürger, die aus dem Ausland zurückkehren.

Kreis Gütersloh: Infektions-Kennziffer steigt leicht an

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh wieder leicht gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 76,6. Am Vortag lag dieser Wert bei 76,4, am Mittwoch bei 78,0 und am Dienstag bei 86,0. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2.

Nach der Ausbreitung des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es den ersten regionalen Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Die Einschränkungen im Kreis Gütersloh gelten noch bis zum 7. Juli. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage bereits am vergangenen Freitag unter den Grenzwert von 50 gefallen.

Australien: Sex-Skandal in Quarantäne-Hotel

Australiens Metropole Melbourne kämpft mit einem erneuten Coronavirus-Ausbruch. Nun kommt heraus: Für das erneute Aufflammen des Virus in einigen Teilen der Stadt im Bundesstaat Victoria sollen mehrere Verstöße gegen die Kontakt- und Hygieneauflagen in zwei Quarantäne-Hotels gesorgt haben. Das berichtet unter anderem die australische Zeitung "The Herald Sun".

Demnach soll unter anderem das Wachpersonal in einem Hotel Sex mit Gästen gehabt haben, die sich in Isolation befanden. Der Premier des Bundesstaates, Daniel Andrews, kündigte am Donnerstag (Ortszeit) an, die Zusammenhänge untersuchen zu lassen. "Es ist klar, dass das, was hier passiert ist, völlig inakzeptabel ist und wir genau untersuchen müssen, was genau vorgefallen ist", sagte Andrews der Presse.

Die australischen Behörden haben im Rahmen ihrer strengen Grenzkontrollen eine Reihe von Hotels im ganzen Land bereitgestellt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Jeder, der nach Australien einreist, muss dort zunächst eine 14-tägige Quarantäne durchführen. Insgesamt wurden in Australien seit Ausbruch der Pandemie mehr als 8.000 Infektionen verzeichnet. Im Bundesstaat Victoria wurden 2.303 Menschen positiv auf Covid-19 getestet. In den letzten Tagen stieg die Zahl der Infizierten in dem Staat besonders stark an. Wegen des Anstiegs der Zahlen wurde in 36 Vororten von Melbourne ein Lockdown verhängt.

Arthritis-Mittel von Sanofi fällt bei Covid-19-Studie durch

Das Arthritis-Medikament Kevzara von Sanofi und Regeneron ist bei Tests in den USA zur Behandlung von Covid-19-Patienten durchgefallen. Die Hauptziele der Studie seien nicht erreicht worden, teilen beide Pharmakonzerne mit. Eine separate Studie außerhalb der USA laufe noch. Auch der Schweizer Pharmakonzern Roche testet seine Arthritis-Arznei Actemra zur Behandlung von schweren Lungenentzündungen bei Coronavirus-Patienten.

WHO: Tests an Menschen mit 17 Impfstoff-Kandidaten

Im weltweiten Kampf gegen das Coronavirus werden inzwischen 17 Impfstoffkandidaten an Menschen getestet. Am weitesten fortgeschritten ist ein Impfstoff, den die Universität Oxford entwickelt hat, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag nach einer zweitägigen Corona-Forschungskonferenz berichtete. Selbst, wenn diese Kandidaten nicht erfolgreich sind, ist die WHO optimistisch: "Wir haben eine breite Pipeline mit vier verschiedenen Impfstofftypen", sagte Ana Maria Henao Restrepo, bei der WHO für Forschung und Entwicklung zuständig. Es werde an mehr als 150 Wirkstoffen geforscht.

Der Impfstoff AZD1222 aus Oxford gehe als erster in die Phase III einer klinischen Studie. Damit sind große Tests an vielen Menschen zu Wirksamkeit und Sicherheit gemeint. Fünf weitere Kandidaten seien in Phase II. Dabei wird eine kleinere Zahl von Patienten behandelt, bei denen aufgrund ihrer Gesundheit eine Wirkung angenommen wird. In Phase I werden Wirkstoffe in der Regel an gesunden Menschen getestet, um die Verträglichkeit zu prüfen.

Auch in Deutschland laufen erste klinische Studien zu Impfstoffen, unter anderem beim Mainzer Unternehmen Biontech und beim Tübinger Unternehmen CureVac. Ob ein Impfstoff bereits Ende des Jahres vorliegt, könne nicht vorhergesagt werden. Diese Hoffnung hatte die Chefwissenschaftlerin der WHO, Soumya Swaminathan, im Juni geäußert. Normalerweise dauert die Entwicklung eines Impfstoffs 10 bis 15 Jahre. Die weltweite Verbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 hat aber unzählige Forscher, Pharmafirmen und Regulierungsbehörden zu beispiellosen Anstrengungen gebracht, um die Entwicklung zu beschleunigen.

Auch Kinder von Schlachthof-Arbeitern positiv auf Corona getestet

Im Fall des geschlossenen Putenschlachthofes in Wildeshausen bei Oldenburg ist auch bei Kindern von Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen worden. Wie der Landkreis Oldenburg am Donnerstagabend mitteilte, wurden 43 Kinder von positiv getesteten Schlachthofarbeitern untersucht. Bei fünf von ihnen habe es positive Ergebnisse auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 gegeben. Eine Probe habe im Labor nicht ausgewertet werden können. Dieses Kind solle am Freitag erneut abgestrichen werden.

Am vergangenen Freitag wurde der zur Wiesenhof-Gruppe gehörende Schlacht- und Zerlegebetrieb Geestland Putenspezialitäten in Niedersachsen komplett heruntergefahren, nachdem für die rund 1.100 Mitarbeiter und deren direkte Kontaktpersonen vom Landkreis Oldenburg Quarantäne angeordnet wurde. Bei 1.183 Testergebnissen waren 46 positive Fälle einer Coronavirus-Infektion festgestellt worden.

Fast 62.000 Tote durch Covid-19 in Brasilien

In Brasilien sind fast 62.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Die Zahl stieg binnen eines Tages um 1.252 auf 61.884, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Die Zahl der Infektionsfälle legte um 48.105 auf 1,496 Millionen zu. Brasilien weist in der Coronavirus-Pandemie nach den USA weltweit die meisten Infektionen und Todesfälle auf.

Texas verhängt wegen Corona-Pandemie Maskenpflicht

Angesichts steigender Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus führt der US-Bundesstaat Texas eine Mundschutzpflicht ein. Der als enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump geltende republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, ordnete am Donnerstag eine Maskenpflicht für alle Bezirke an, in denen mindestens 20 Corona-Infektionen nachgewiesen wurden. In den südlichen US-Bundesstaaten steigt die Zahl der Corona-Infektionen derzeit dramatisch an. Florida meldete einen neuen Tagesrekord mit mehr als 10.000 Neuinfektionen. Abbott ordnete zudem ein Verbot von Versammlungen mit mehr als zehn Teilnehmern an. Zudem gelten ab sofort Abstandsregeln.

Florida verzeichnet Rekord bei Neuinfektionen

In Florida meldeten die Behörden am Donnerstag einen neuen Rekord bei den Neuinfektionen. Erstmals wurden demnach binnen eines Tages mehr als 10.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt. Lesen Sie hier mehr.

Schweiz setzt 29 Länder auf Corona-Index

Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, setzt die Schweiz 29 Länder auf den Corona-Index. Wer aus diesen Staaten ab dem 6. Juli in die Schweiz einreisen wolle, müsse sich in Quarantäne begeben, teilte die Regierung mit. Zu den betroffenen Ländern zählen die USA, Schweden, Brasilien und Russland. Diese Staaten stellten ein hohes Infektionsrisiko dar. Besucher, die in den 29 Ländern in den vergangenen zwei Wochen Zeit verbracht hätten, müssten die Schweizer Behörden sofort bei ihrer Ankunft informieren und sich dann für zehn Tage in Selbstisolation begeben.

Sieben Menschen offenbar nach Familienfeier in Kiel infiziert

Eine Familienfeier in Kiel hat Konsequenzen: Dort haben sich sieben Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Dies sei am vergangenen Wochenende geschehen, sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" berichtet.

Die Feier habe im Freien stattgefunden und sei im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubt gewesen. Drei der Infizierten arbeiten offenbar in Altenhilfe-Einrichtungen. Die Stadt Kiel schrieb am Donnerstag auf Twitter: "Sieben Neu-Infizierte müssen wir heute vermelden, damit steigt die Zahl der #Corona-Infizierten auf 13 Personen in #Kiel. Die Zahl der Menschen in Quarantäne steigt auf 160." Mehr dazu lesen Sie hier.

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Jeder zweite Deutsche hat Sorge vor zweiter Corona-Infektionswelle

Die Furcht vor einer zweiten Corona-Infektionswelle ist in der Bevölkerung nach wie vor verbreitet. Die Hälfte der befragten Deutschen sorgt sich laut dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" davor, dass die Zahl der Infektionen in den kommenden Wochen wieder deutlich ansteigt. Bei 13 Prozent der Menschen ist diese Sorge demnach sehr groß, bei 37 Prozent groß.

Auf der anderen Seite sind viele Menschen deutlich gelassener. Bei 32 Prozent der Befragten ist die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle laut der Umfrage weniger groß, bei 17 Prozent sogar klein.

Das Alltagsverhalten der Menschen veränderte die Corona-Pandemie in jedem Fall. So geben neun von zehn Deutschen (89 Prozent) an, sich häufiger die Hände zu waschen. Etwa ebenso viele Befragte (88 Prozent) halten nach eigenen Angaben deutlich Abstand zu anderen. Knapp drei Viertel der Deutschen (72 Prozent) sagen, sie treffen nur eingeschränkt Freunde und Verwandte.

Mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) fährt nach eigener Aussage dieses Jahr nicht in den Sommerurlaub. Immerhin 39 Prozent wollen darauf trotz Corona-Pandemie nicht verzichten.

Bericht: Hunderttausende mangelhafte Schutzmasken an Ärzte geliefert

An niedergelassene Ärzte wurden nach Informationen des "Bayerischen Rundfunks" (BR) hunderttausende mangelhafte Schutzmasken geliefert. Mindestens 800.000 der im Frühjahr verteilten Masken wiesen Mängel auf oder entsprachen nicht den Anforderungen, berichtete der Radiosender am Donnerstag. Die Journalisten hatten Anfragen an alle Kassenärztlichen Vereinigungen in Deutschland gestellt.

Etliche der Masken seien vom Bundesgesundheitsministerium geliefert worden. Nach Aussage der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns war die Qualität der vom Bund gelieferten Waren "teilweise sehr schwankend." Die gemeinsame Recherchen des BR mit der Rechercheplattform OCCRP und internationalen Partnermedien zeigten außerdem, dass europaweit Behörden Millionen von unsicheren Masken kauften. In vielen Fällen steckte offenbar Betrug mit Zertifikaten dahinter.

Kleine Tochter kapert Live-Interview im Fernsehen

Eigentlich wollte das britische Fernsehen eine Gesundheitsexpertin interviewen. Warum es dann plötzlich um Einhörner statt um den Coronavirus ging, sehen Sie hier im Video.

Türkei kommt Deutschland für Aufhebung von Reisewarnung entgegen

Außenminister Heiko Maas sieht Fortschritte in den Gesprächen mit der Türkei. Eine Zusage für eine Aufhebung der bestehenden Reisewarnung gebe es aber noch nicht. Man suche eine Abstimmung im EU-Rahmen, sagte Maas nach einem Treffen mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag in Berlin.

Der türkische Außenminister hatte am Donnerstag bei einem Besuch in Berlin zugesagt, dass Corona-infizierte Touristen nicht mit dem umstrittenen Medikament Hydroxychloroquin zwangsbehandelt werden sollen. Das lobte Maas.

Die türkische Regierung will die EU-Staaten davon überzeugen, die Türkei auf die Liste der sicheren Drittstaaten zu setzen, um den Tourismus wieder in Gang zu bringen. Deshalb führten auch der türkische Tourismusminister und die stellvertretende Gesundheitsministerin Gespräche in Berlin.

Österreich streicht Reisewarnung für den Kreis Warendorf

Österreich hat die Reisewarnung für den Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen zurückgenommen. Die am Donnerstag aktualisierten Hinweise des österreichischen Außenministeriums verweisen nur noch für den Kreis Gütersloh auf "eine partielle Reisewarnung (Sicherheitsstufe 5)" aufgrund erhöhter Infektionszahlen nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies. Eine generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen hatte die österreichische Regierung bereits zu Beginn der Woche aufgehoben.

Israel: Neue Beschränkungen wegen Rekord bei Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel hat einen neuen Höchstwert erreicht. Wie das Gesundheitsministerium am späten Mittwochabend mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 868 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert stammt mit 819 vom 3. April.

In der Nacht zum Donnerstag wurden daher neue Beschränkungen verkündet. Verschiedene Viertel in Lod bei Tel Aviv sowie in der Hafenstadt Aschdod sollten für mindestens eine Woche abgeriegelt werden. Auch in den Palästinensergebieten soll von Freitag an ein fünftägiger Lockdown in Kraft treten. In Israel und den Palästinensergebieten war die Pandemie zunächst glimpflich verlaufen. Nach Lockerungen sind die Zahlen der Infizierten jedoch seit gut einem Monat stark angestiegen.

Covid-19 in Afrika: Katastrophen-Szenario bleibt bislang aus

Im Frühjahr war die Sorge groß, Afrika könnte schon bald ein Hotspot der Corona-Pandemie werden. Doch bisher bleibt das Katastrophenszenario aus. Warum das so ist, erklärt t-online.de-Reporter David Ruch hier.

USA melden mehr als 50.000 neue Fälle in 24 Stunden

Die Corona-Zahlen in den USA erreichen einen neuen Rekord. US-Präsident Donald Trump meint dennoch, das Virus wird "gewissermaßen einfach verschwinden". t-online.de-Korrespondent Fabian Reinbold berichtet aus Washington.

Neuseelands Gesundheitsminister tritt zurück

Neuseelands Gesundheitsminister David Clark tritt zurück. Er sei zu dem Schluss gekommen, dass die Regierung ohne ihn besser auf die Coronavirus-Pandemie reagieren könne, sagt er bei einer Pressekonferenz im Parlament. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern habe seinen Rücktritt angenommen.

Zuvor wurde Clark wegen seines Umgangs mit der Corona-Krise vielfach scharf kritisiert. Laut dem neuseeländischen Portal "RNZ" wird er durch Bildungsminister Chris Hipkins ersetzt. Zudem soll Ardern den Rücktritt so kommentiert haben: "Was dem Minister klar geworden ist und eine Einschätzung, der ich zustimme, ist, dass seine Rolle leider weiterhin eine Ablenkung war und, dass wir das einfach nicht hätten fortsetzen können."

Umfrage: Mehrheit für kostenlose Corona-Tests für alle 

Eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger befürwortet kostenlose Corona-Tests für alle. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag) sprachen sich 60 Prozent dafür aus, dass jeder Bürger unabhängig von Symptomen und Risiko einen vom Staat bezahlten Corona-Test in Anspruch nehmen können sollte. 31 Prozent lehnten das ab.

Pfizer und Biontech: Erster Testerfolg für Impfstoffkandidaten

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben erste Ergebnisse ihrer Tests in den USA für einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus als "ermutigend" bezeichnet. Bei allen 24 Probanden, denen bei jeweils zwei Injektionen der Wirkstoffkandidat verabreicht worden war, seien nach vier Wochen Antikörper gegen Sars-CoV-2 festgestellt worden, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Schwerwiegende Nebenwirkungen seien bei dem Wirkstoff nicht festgestellt worden. Biontech-Mitbegründer und -chef Ugur Sahin nannte die vorläufigen Daten sehr ermutigend. Sie zeigten, dass der Impfstoffkandidat "eine Immunantwort mit neutralisierenden Antikörpern im Menschen induzieren kann".

Außer in den USA testet Biontech auch potenzielle Impfstoffe in Deutschland. Es hatte hierzulande als erstes Unternehmen die Genehmigung des Paul-Ehrlich-Instituts bekommen.

Bayern: Kontaktbeschränkungen werden erneut verlängert

Die derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen in Bayern werden bis zum 19. Juli verlängert. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Zuerst hatte der Radiosender "Antenne Bayern" darüber berichtet. Eigentlich sollten die Kontaktbeschränkungen am 5. Juli auslaufen. Derzeit dürfen sich im öffentlichen Raum maximal zehn Personen aus verschiedenen Haushalten treffen. Im privaten Umfeld gibt es keine Beschränkung. Welche Corona-Schutzmaßnahmen in anderen Bundesländern gelten, können Sie hier nachlesen.

Bundesagentur: Keine "Generation Corona" hinterlassen

Die Bundesagentur für Arbeit will bei der Vermittlung von Lehrstellen in diesem Sommer einen "Corona-Jahrgang" verhindern. Derzeit seien bei den Arbeitsagenturen ungefähr 450.000 Ausbildungsplätze gemeldet, dem stünden 400.000 Bewerber gegenüber. Beide Zahlen bedeuteten ein Minus von acht bis neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Wir hinken in der Besetzung der Ausbildungsstellen um sechs bis acht Wochen den anderen Jahren hinterher", sagte der Vorstandschef der Bundesagentur, Detlef Scheele, sagte am Mittwoch in Nürnberg.

Jugendarbeitslosigkeit: EU-Kommission will gegensteuern

In der Corona-Krise will die EU-Kommission 22 Milliarden Euro gegen einen befürchteten Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit mobilisieren. Dazu präsentierte die Brüsseler Behörde am Mittwoch Vorschläge an die EU-Staaten. Die Jugendarbeitslosigkeit in der Europäischen Union ist doppelt so hoch wie die von Erwachsenen. Nach Beginn der Pandemie stieg die Quote im April von zuvor 14,9 Prozent auf 15,4 Prozent. In den nächsten Monaten befürchtet die Behörde einen starken Anstieg.

Gegensteuern will die EU-Kommission mit der Ausweitung der sogenannten Jugendgarantie. Diese gilt seit 2013 und verspricht Jugendlichen binnen vier Monaten ein Angebot – sei es ein Job, ein Ausbildungsplatz oder ein Praktikum. 24 Millionen jungen Leuten sei schon geholfen worden, erklärt die Kommission.

USA kaufen Medikamentenbestände fast restlos auf

Medienberichten zufolge haben die USA große Bestände des möglichen Corona-Medikaments "Remdesivir" gekauft. Nach Angaben des britischen Guardian haben die Vereinigten Staaten sich mit 500.000 Einheiten die kompletten Produktionskapazitäten für Juli und 90 Prozent derer von August und September gesichert. Für Patienten in Europa und dem Rest der Welt stehen demnach kaum noch Dosen des Medikaments zur Verfügung. 

Erst vor wenigen Tagen hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen auch in Europa empfohlen. Eine internationale Studie mit über 1.000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann – von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfügig zurück, was statistisch jedoch nicht signifikant war.

Arbeitslosenzahlen steigen weiter – Rekordwert bei Kurzarbeit

Die Corona-Krise trifft den deutschen Arbeitsmarkt hart: Die Arbeitslosenzahlen sind im Juni gestiegen – allerdings weniger stark als erwartet. Mehr erfahren Sie hier bei t-online.de

Skandal um Beatmungsgeräte in Slowenien – Minister festgenommen

In Slowenien ist die Regierung wegen eines Skandals um mutmaßliche Regelverstöße bei der Materialbeschaffung für den Kampf gegen die Corona-Pandemie in Erklärungsnot geraten. Der Innenminister trat am Dienstag zurück, der Wirtschaftsminister wurde vorübergehend festgenommen. Die rechtsgerichtete Regierung unter Ministerpräsident Janez Jansa amtiert erst seit Anfang März.

Eine Sondereinheit der Polizei ermittelt zu möglichen Gesetzesverstößen bei der Anschaffung von Schutzkleidung gegen das Coronavirus und Beatmungsgeräten. Dabei wurden am Dienstag mehrere Wohnungen durchsucht. Laut Berichten slowenischer Medien soll Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek bei der Beschaffung des medizinischen Materials bestimmte Firmen bevorzugt haben, obwohl ihr Material nicht geeignet gewesen sei. Pocivalsek weist die Vorwürfe zurück. Er wurde laut Presseinformationen nach seiner Festnahme am Dienstag wieder auf freien Fuß gesetzt.

Bericht: Tönnies-Fahrer sollten trotz Quarantäne ausliefern

Im Skandal um den Fleischkonzern Tönnies gibt es neue Vorwürfe: Wie der WDR berichtet, sollen die Fahrer einer Spedition Tourenaufträge von Tönnies erhalten haben, obwohl sie unter Quarantäne standen. Die Aufträge wurden laut WDR am 20. Juni 2020 per SMS für den Folgetag erteilt. Ein Sprecher des Fleischkonzerns sagte dazu, dass an jenem Tag 14 Touren außerhalb des Betriebsgeländes gestartet seien. Man habe die Fahrer aber noch am selben Tag aufgefordert, ihre Tour zu beenden. Damit widersprach sich das Unternehmen jedoch selbst, da es laut WDR zuvor mitgeteilt hatte, dass die Touren noch am 20. Juni 2020 abgesagt wurden – und nicht erst am Folgetag.

USA: Zahl der Infizierten steigt so stark wie noch nie

In den USA ist die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten so stark gestiegen wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Innerhalb eines Tages gab es Reuters-Daten zufolge mehr als 47.000 neue Infektionen. Kalifornien, Texas und Arizona haben sich zu neuen Epizentren entwickelt. Es sei eindeutig, dass es momentan keine wirkliche Kontrolle gebe, sagt US-Seuchenexperte Anthony Fauci vor einem Senatsausschuss. Er befürchtet, dass die tägliche Zahl an Neuinfektionen bis zu 100.000 betragen könnte, sollte nicht gegengesteuert werden.

Mitarbeiter von Tönnies-Betrieb in Weißenfels sollen getestet werden

Die Mitarbeiter des Schlachtbetriebs Tönnies in Weißenfels in Sachsen-Anhalt sollen auf das Coronavirus getestet werden. Das hat der Burgenlandkreis am Dienstag angeordnet, wie die Verwaltung mitteilte. Hintergrund sei eine nicht zweifelsfrei geklärte Infektionskette. "Ein Infektionsgeschehen innerhalb des Schlachtbetriebes kann somit nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden", teilte Landrat Götz Ulrich (CDU) mit.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Eigenen Angaben zufolge sind am Standort in Weißenfels rund 2.200 Mitarbeiter beschäftigt. Am Freitag will die Stadt in einer Pressekonferenz über die vorläufigen Ergebnisse informieren. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte am Dienstag, das Vorgehen sei mit der Landesregierung abgesprochen worden.

Mediziner warnt vor massivem Infektionsanstieg in den USA

Der US-Mediziner und Präsidentenberater Anthony Fauci hat vor einem massiven Anstieg der Coronavirus-Infektionen gewarnt. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den USA könne von derzeit mehr als 40.000 auf 100.000 ansteigen, sagte Fauci am Dienstag bei einer Anhörung im US-Senat. Lesen Sie hier mehr darüber. 

Infektionen in den USA nehmen zu – New York ändern Bestimmungen für Quarantäne

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in den USA ist zuletzt wieder deutlich angestiegen. Mehr als die Hälfte der US-Bundesstaaten verzeichnet derzeit einen raschen Anstieg von Ansteckungen. Betroffen sind Bundesstaaten im Süden des Landes wie Texas und Florida, aber auch im Westen wie Kalifornien.

Angesichts des Anstiegs der Infektionszahlen verdoppelt New York die Zahl der Bundesstaaten, deren Bewohner sich bei einem Besuch in Quarantäne begeben müssen. Wie New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Dienstag sagte, gilt die zweiwöchige Quarantäne fortan auch für Besucher aus Kalifornien, Nevada, Georgia, Iowa, Idaho, Louisiana, Mississippi und Tennessee. Die Maßnahme betrifft damit insgesamt 16 Bundesstaaten.

In den USA wurden bereits mehr als 2,6 Millionen Coronavirus-Infektionen und mehr als 126.000 Todesfälle bestätigt. Das sind die mit Abstand höchsten Zahlen der Welt.

Söder kippt Maskenpflicht in einem Bereich 

In Bayern müssen Besucher von Theatern, Kinos und anderen Veranstaltungen im Kulturbereich demnächst keine Maske mehr tragen. Das verkündete Ministerpräsident Markus Söder am Dienstagmittag. Sobald Besucher am Platz sitzen, dürfen sie den Mund-Nasen-Schutz für die Dauer der Veranstaltung absetzen. Sonst bleibe es bei den derzeitigen Regeln, betonte Söder. Bayern setze auf die langsame Lockerungen, um nicht zu schnell voranzugehen und dann Lockerungen zurücknehmen zu müssen. 

Außerdem betonte er, wie wichtig die bayerische Teststrategie sei. Für ihn sei das das einzige wirksame Instrument des Staates, um der Pandemie Herr zu werden. Die Einhaltung der Corona-Regeln obliege den Bürgern. Hier spürten viele eine Unsicherheit, weil sie Leichtsinn beobachteten. Söder betont, dass die Gefahr durch das Coronavirus unverändert bestehe.

Viele neue Infektionen: Kreis muss zwei weitere Schulen schließen

Rheinland-Pfalz: Die rund 3.000 Einwohner zählende Gemeinde Schwegenheim hat wegen zahlreicher neuer Coronavirus-Infektionen zwei weitere Schulen geschlossen. Diese würden von Kindern aus betroffenen Familien besucht, begründete der Kreis Germersheim am Dienstag den Entschluss. Bereits am Montag waren in der Ortsgemeinde zwei Schulen und eine Kita geschlossen worden. Der Kreis Germersheim war drei Wochen lang nahezu coronafrei gewesen. Innerhalb weniger Tage wurden nun 28 Menschen positiv getestet, mit einer Ausnahme kommen alle aus Schwegenheim.

Kreis Starnberg: Suche von Kontaktpersonen nach Ausbruch bei Caterer 

Im bayerischen Kreis Starnberg ist unter Mitarbeitern einer Catering-Firma das Coronavirus ausgebrochen. Mindestens 44 Menschen sind erkrankt. Nun läuft die Suche nach Kontaktpersonen. Mehr dazu lesen Sie hier. 

Anstieg der Infektionen: Bulgarien will Klinik-Kapazitäten erhöhen

Bulgarien will die Kapazitäten seiner Krankenhäuser wegen schnell steigender Corona-Fallzahlen umgehend erhöhen. Die Covid-19-Intensivabteilungen sollen nun mit mehr Betten, Schutzkleidung, -Masken und -Brillen ausgestattet werden. Das entschied der Krisenstab in Sofia bei einer Sitzung mit Regierungschef Boiko Borissow am Dienstag. Borissow ordnete zudem an, dass Gesundheitsminister Kiril Ananiew die ausreichende Finanzierung der Behandlung von Covid-19 sicherstelle.

In Bulgarien mit seinen knapp sieben Millionen Menschen stiegen die nachgewiesenen Corona-Fälle in den vergangenen zwei Wochen schneller als je zuvor auf nun 4831 an. Mitte Juni waren es noch 3290 gewesen. Die negative Entwicklung wurde auch auf die Vernachlässigung der Schutzmaßnahmen seitens der Bevölkerung zurückgeführt. Durch einen Lockdown im März und April wurde im ärmsten EU-Staat vermieden, dass die technisch und personell teils schlecht ausgestatteten Krankenhäuser überlastet werden.

In Bulgarien war vor einer Woche das obligatorische Tragen des Mund-Nasen-Schutzes in geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen wieder eingeführt worden. Vielerorts wird aber kaum kontrolliert, ob die "drei D: Disziplin, Desinfektion und Distanz" auch eingehalten werden. Für Kritik sorgte, dass Diskotheken und Nachtclubs nach der Corona-Zwangspause in dem Balkanland wieder geöffnet sind.

Johnson will britische Wirtschaft mit "Infrastruktur-Revolution" anregen

Der britische Premierminister Boris Johnson will Großbritannien mit einer "Infrastruktur-Revolution" aus der Wirtschaftskrise führen. Sein Programm für neue Arbeitsplätze sei "Bauen, Bauen, Bauen", sagte Johnson in einer Grundsatzrede am Dienstag. Er stellte insgesamt fünf Milliarden Pfund (5,5 Milliarden Euro) zur Stützung der von den Corona-Maßnahmen schwer getroffenen britischen Wirtschaft in Aussicht. Der Zeitpunkt sei eine Gelegenheit, "die Dinge anders zu machen", sagte Johnson.

Geplant sind massive staatliche Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur. Johnson will unter anderem eine Milliarde Pfund in Schulen investieren, zudem sollen Gelder in weitere Infrastruktur- sowie Breitband-Projekte fließen.

Johnson ließ sich dabei nach eigenen Angaben vom "New Deal" des ehemaligen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt inspirieren. Dieser hatte in den 30er Jahren den "New Deal" als Antwort auf die damalige Weltwirtschaftskrise ins Leben gerufen und unter anderem ein umfangreiches Sozialversicherungssystem geschaffen.

Sachsen-Anhalt schafft Kontaktverbot ab 

Das Kontaktverbot in Sachsen-Anhalt läuft zum Donnerstag nach mehr als drei Monaten aus und wird durch eine Empfehlung ersetzt. In der siebten Landesverordnung zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus, die das Landeskabinett am Dienstag in Magdeburg beschloss, wird empfohlen, sich mit nicht mehr als zehn Personen aufzuhalten, wie Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag sagte. Außerdem empfiehlt die Landesregierung, den Personenkreis, zu dem ein physisch-sozialer Kontakt besteht, möglichst konstant zu halten.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte allerdings, dass es sich um eine dringende Empfehlung handele. Vom 1. zum 2. Juli, wenn die neue Verordnung in Kraft tritt, ändere sich ja nichts an der Ansteckungsgefahr. Der Wechsel vom Verbot zur Empfehlung sei auch ein Vertrauensvorschuss an die Bevölkerung. In einem Monat will die Regierung die neue Verordnung, die bis zum 16. September gelten soll, bewerten und gegebenenfalls nachschärfen.

Laschet: Werden noch viele Ausbrüche wie in Gütersloh erleben

"Wir werden noch viele Ausbrüche wie in Gütersloh erleben", sagt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet. 10.000 Menschen befinden sich nach einem Ausbruch in dem Kreis in Quarantäne, es wird in großem Maße getestet. Nicht überall würden diese Ausmaße erreicht.

Die Bundesländer müssen sich auf neue Corona-Wellen vorbereiten. Die Länder müssten sich im Falle einer neuen Situation im Oktober, November oder Dezember abstimmen, um gezielter agieren zu können, sagt Laschet. Die Außengrenzen Deutschlands müssten etwa offen bleiben. Pauschale Abriegelungen solle es möglichst nicht geben. "Wir müssen mit der Pandemie leben", das zeigten die aktuellen Fälle, so Laschet. "Wir leben in Zeiten der Ungewissheit", deshalb gelte es, weiter achtsam zu bleiben. 

NRW: Vorerst keine Corona-Massentests

Nordrhein-Westfalen wird zunächst keine flächendeckenden Corona-Tests nach bayerischem Vorbild einführen. Ministerpräsident Armin Laschet sagte: "Ich will das nicht bewerten, was die bayerischen Kollegen machen. Wir machen, was wir für Nordrhein-Westfalen richtig halten. Mir ist vor allem wichtig, dass wir es da, wo es brennt, verpflichtend machen." Laschet nannte als Beispiel die Fleischindustrie, wo ab dem 1. Juli Beschäftigte in NRW mindestens zweimal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden müssen.

Corona-Tests für alle: Berlin will Bayerns Vorbild folgen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat kostenfreie Corona-Tests für alle in Aussicht gestellt – zumindest mittelfristig. "Es geht. Und ich glaube, wir werden auch sehr bald diesen bayerischen Weg einschlagen", sagte der SPD-Politiker am Montagabend in einem ntv-Interview. Mehr dazu lesen Sie hier.

Gemeinsamer Schulunterricht in Hessen nach Sommerferien

Die Schulen in Hessen kehren nach Ende der Sommerferien Mitte August zum gemeinsamen Präsenzunterricht für alle Kinder und Jugendlichen zurück. Das Abstandsgebot wegen der Corona-Pandemie gelte dann nicht mehr im Unterricht, kündigte Kultusminister Alexander Lorz am Dienstag in Wiesbaden an.

Neue Art der Schweinegrippe mit Pandemiepotenzial entdeckt

In China haben Wissenschaftler eine neue Art eine Schweinegrippe entdeckt, die eine Pandemie auslösen könnte. Das Virus mit dem Namen G4 besitze "alle wesentlichen Eigenschaften, um Menschen infizieren zu können", schrieben die Forscher mehrerer chinesischer Universitäten und des chinesischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung und -prävention in einem am Montag veröffentlichten Artikel in der US-Fachzeitschrift "PNAS". G4 stamme vom H1N1-Virus ab, das 2009 eine Pandemie auslöste.

Die Wissenschaftler führten Studien an Frettchen durch, weil diese dem Menschen ähnliche Symptome aufweisen. Dabei wurde beobachtet, dass G4 hochinfektiös ist, sich in menschlichen Zellen vermehrt und bei den Frettchen schwerwiegendere Symptome verursacht als andere Viren. Tests zeigten auch, dass jegliche Immunität, die Menschen durch die saisonale Grippe gewinnen, keinen Schutz vor G4 bietet. 

Die Hauptsorge der Wissenschaftler ist, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen werden könnte. Es sei besorgniserregend, dass sich das Virus an den Menschen anpasse und sich damit das Risiko einer Pandemie beim Menschen erhöhe, schrieben die Forscher.

Die Studie sei "eine Erinnerung daran, dass wir ständig dem Risiko des erneuten Auftretens zoonotischer Krankheitserreger ausgesetzt sind und dass Nutztiere, mit denen der Mensch mehr Kontakt hat als mit Wildtieren, als Quelle für wichtige Pandemieviren dienen können", sagte James Wood, Leiter der Abteilung für Veterinärmedizin an der Universität Cambridge in Großbritannien. Eine zoonotische Infektion wird durch einen Erreger verursacht, der von einem Tier auf einen Menschen übergesprungen ist.

WHO: Corona-Pandemie bei Weitem nicht vorbei 

Sechs Monate nach ersten Meldungen über das neue Coronavirus im chinesischen Wuhan – und weltweit inzwischen mehr als 10 Millionen Infektionen – ist die Pandemie nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch lange nicht vorüber. "Wir alle wollen, dass dies vorbei ist, wir alle wollen mit unserem Leben weitermachen. Aber die harte Realität ist: Es ist noch nicht einmal annähernd vorbei", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz am Montagabend.

Mit Blick auf das Ausmaß der Pandemie mit inzwischen mehr als 500.000 Todesfällen sagte er: "Dies hätte mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindert werden können." Tedros forderte die Länder auf, zu testen, soziale Kontakte zurückzuverfolgen und Quarantäneregeln zu verhängen.

Verantwortlich für das Ausmaß der Corona-Pandemie sind nach Tedros Einschätzung Versäumnisse bei der Umsetzung grundlegender Gegenmaßnahmen sowie eine mangelnde Einheit innerhalb und zwischen Ländern. "Das Schlimmste wird noch kommen", sofern dieses politische Problem nicht angegangen werde, sagte der WHO-Chef. "Deshalb müssen wir unsere Kräfte bündeln und dieses gefährliche Virus gemeinsam bekämpfen."

Bezirk Los Angeles meldet "alarmierenden Anstieg" neuer Fälle

Der Landkreis Los Angeles meldet einen "alarmierenden Anstieg neuer Fälle, positiver (Test-)Ergebnisse und Einlieferungen ins Krankenhaus", wie die für öffentliche Gesundheit zuständige Direktorin Barbara Ferrer mitteilt. Am Montag seien 2.903 neue Infektionen – ein Rekord – und 22 Todesfälle verzeichnet worden. Benötigt würden sofortige Maßnahmen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Auch Arizona zieht Lockerungen zurück

Nach Florida, Kalifornien und Texas nimmt Arizona als ein weiterer US-Bundesstaat des "Sonnengürtels" Lockerungen zurück. Bars, Nachtclubs, Fitnessstudios, Kinos und Wasserparks müssen wieder schließen, gibt Gouverneur Doug Ducey bekannt. Die Schulen sollen erst am 17. August wieder öffnen. "Die Zeit für weitere Maßnahmen ist gekommen", sagt Ducey. "Wir werden so bald nicht zur Normalität zurückkehren." Arizona mit etwa 7,3 Millionen Einwohnern hatte am Sonntag einen Tagesrekord bei der Zahl neuer Infektionen gemeldet.

Der Bezirk Los Angeles verfügte zudem für das kommende lange Wochenende eine Schließung aller Strände, um Menschenmengen zu vermeiden. Bei Tausenden Neuinfektionen pro Tag sei das "Risiko" von Menschenmengen an den Stränden nicht vertretbar, erklärte die zuständige Beamtin Janice Hahn über Twitter. Auch in Teilen Floridas sollten die Strände geschlossen bleiben.

Der Bundesstaat Nevada verschob die nächste Stufe seiner Lockerungen am Montag bis Ende Juli. Gouverneur Steve Sisolak appellierte an die Bürger, in der Öffentlichkeit weiter eine Maske zu tragen und sich an den empfohlenen Sicherheitsabstand zu halten. Der Bundesstaat New Jersey verschob angesichts der Zunahme von Neuinfektionen im Süden des Landes die für Donnerstag geplante Erlaubnis für Restaurants, Gäste wieder in geschlossenen Räumen bewirten zu dürfen.

Söder erwartet Corona-Massentests bald auch in anderen Bundesländern

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder ist überzeugt, dass auch andere Bundesländer trotz ihrer teils heftigen Kritik bald dem bayerischen Vorbild von freiwilligen Corona-Tests für jedermann folgen werden. "Ich glaube schon, dass das eine Wirkung hat, weit über Bayern hinaus", sagte der CSU-Chef der "Augsburger Allgemeinen".

"Ich wurde, als wir über Schulschließungen geredet haben, angegriffen, danach hat es jeder gemacht." Auch bei den bayerischen Ausgangsbeschränkungen habe es am Anfang Kritik gegeben, kurz darauf habe jedes Bundesland Kontaktsperren verhängt. Ebenso seien inzwischen alle Bundesländer Bayern bei den Beschränkungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten gefolgt. Bayern trifft mit seinem Vorstoß zu Corona-Tests für jedermann auch ohne Symptome auf breite Skepsis. Mehrere andere Länder hatten am Montag eine solche Ausweitung ohne konkrete Anlässe für Massentests abgelehnt.

Söder sagte der "Augsburger Allgemeinen", die Kritik an dem bayerischen Vorgehen sei nicht medizinisch begründet. "Der eigentliche Hintergrund ist etwas ganz anderes: Das sind die Kosten." Er habe die gleiche Debatte schon vor Wochen auf der Ministerpräsidentenkonferenz geführt, als er den bayerischen Weg angekündigt habe. "Das Hauptargument war von dem ein oder anderen Kollegen, das koste uns zu viel, wer soll denn das alles bezahlen." Testen sei jedoch das wichtigste medizinische Angebot nach dem Aufbau von Intensivbetten und der Produktion von Schutzmaterial. "Das ist die einzige ernsthafte medizinische Leistung, die der Staat an dieser Stelle erbringen kann."

Weber: EU vergibt Corona-Hilfen nur an reformbereite Länder

Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament, Manfred Weber, hat betont, dass die Corona-Hilfen der Europäischen Union an klare Bedingungen geknüpft sind. Es gebe Richtlinien für die Verteilung des Hilfspakets im Umfang von 750 Milliarden Euro. "Wir werden die Gelder nur freigeben, wenn die Mitgliedstaaten im Inneren reformbereit sind und das Geld für Zukunftsinvestitionen ausgeben", sagte Weber der "Rheinischen Post". "Wir wollen den Steuerzahlern versichern, dass Länder nur Geld bekommen, wenn sie eine unabhängige Justiz und unabhängige Medien haben."

Mit Bezug auf Polen und Ungarn sagte der CSU-Politiker: "Uns machen manche Länder Sorgen. Wer die Werte Europas, die demokratischen Regeln nicht einhält, kann von der EU kein Geld bekommen", sagte Weber und fügte hinzu: "Die EU ist kein Bankautomat, sondern eine Wertegemeinschaft."

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat in der Corona-Krise einen schuldenfinanzierten Wiederaufbauplan mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro präsentiert. Davon sollen 500 Milliarden Euro als Zuschüsse und 250 Milliarden als Kredite an EU-Staaten vergeben werden. Verhandelt wird der Plan zusammen mit dem nächsten siebenjährigen EU-Finanzrahmen, für den die Kommission 1,1 Billionen Euro ansetzt.

Mehr als 58.000 Tote in Brasilien

In Brasilien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen 24 Stunden 24.052 neue Infektionen und 692 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,37 Millionen bekannte Fälle und 58.314 Todesfälle. 

Kontaktbeschränkungen in englischer Stadt Leicester werden verschärft

Die britische Regierung hat die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie in der englischen Stadt Leicester erneut verschärft. Das teilte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock am Montag im Parlament in London mit. Geschäfte in der mittelenglischen Stadt sollten von Dienstag an wieder zumachen, kündigte Hancock an. Auch Schulen müssen ihre Tore im Laufe der Woche wieder schließen.

Die Regierung in London hatte die Ende März in England verhängten Beschränkungen in den vergangenen Wochen teilweise wieder aufgehoben. Seit Mitte Juni sind Läden in dem größten britischen Landesteil wieder offen. Auch der Schulunterricht wurde für bestimmte Jahrgangsstufen wieder aufgenommen. Vom 4. Juli an sollen auch Restaurants, Hotels, Museen, Kirchen und Büchereien wieder Besucher empfangen dürfen. Das gelte aber nicht für Leicester, sagte Hancock. "Wir empfehlen den Menschen in Leicester, zu Hause zu bleiben, so viel sie können, und wir raten von allen nicht dringend notwendigen Reisen von und nach Leicester ab."

Die Neuinfektionen in der Stadt mit etwa 350.000 Einwohnern machten nach Angaben von Hancock in der vergangenen Woche zehn Prozent aller Fälle in England aus. 

WHO sendet für Ermittlungen zu Virusherkunft Team nach China

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will nächste Woche ein Team nach China entsenden, um den Ursprung des Coronavirus festzustellen. "Wir können das Virus besser bekämpfen, wenn wir alles über es wissen, inklusive wie alles angefangen hat", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag während einer Video-Pressekonferenz.

Die Organisation drängt China seit Anfang Mai dazu, seine Experten ins Land einzuladen, um bei der Erforschung des Ursprungs des Coronavirus mitzuhelfen. Mit der Entsendung eines Teams hoffe die WHO, die Entstehungsgeschichte des Virus besser nachvollziehen zu können. Wie das Team zusammengesetzt sein wird und was konkret seine Aufgabe vor Ort ist, sagte Tedros nicht.

Der Generaldirektor merkte während der Videokonferenz an, dass die Pandemie das Beste und das Schlimmste der Menschheit zum Vorschein gebracht habe. Er zählte Beispiele von weltweiter Solidarität auf, erwähnte aber auch die Verbreitung von Fehlinformationen und die Politisierung der Pandemie.

Hersteller setzt Preis für Wirkstoff Remdesivir

In der Coronavirus-Pandemie hat das US-Biotech-Unternehmen Gilead Sciences den Preis für den Wirkstoff Remdesivir für den US-Markt festgelegt. Eine fünftägige Behandlung mit Remdesivir werde bei Bestellung durch die US-Regierung 2.340 Dollar (etwa 2.000 Euro) pro Patient kosten, schrieb Gilead-Chef Daniel O’Day am Montag in einem offenen Brief. Für private Krankenversicherungen sei der Preis etwa ein Drittel höher. Bei diesem Preis hätten seiner Einschätzung nach alle Menschen Zugang zu dem Wirkstoff, schrieb O'Day. Für bedürftigere Länder werde es generische Versionen des Medikaments mit geringerem Preis geben.

Erst vor wenigen Tagen hatte die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Zulassung für das Mittel mit dem Handelsnamen Veklury unter Auflagen auch in Europa empfohlen. Eine internationale Studie mit über 1.000 Teilnehmern hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann – von 15 auf 11 Tage. Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung geringfügig zurück, was statistisch jedoch nicht signifikant war.

Hessen lehnt Vorstoß zu Corona-Tests für jedermann ab

Bayerns Vorstoß zu Corona-Tests für jedermann auch ohne Symptome ist in Hessen auf Ablehnung gestoßen. "Hessen teilt die Auffassung von Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU), Testen ohne systematisches Vorgehen sei nicht zielführend", teilte das Sozialministerium am Montag auf Anfrage mit. Anlasslose Reihentestungen seien mit erheblichem Aufwand verbunden, würden aber keine neuen Informationen erbringen. Es würde vielmehr ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt. Die Aussagekraft der Tests sei zeitlich sehr eng begrenzt. Das Risiko für falsch-positive Testergebnisse würde erhöht.

Bayern hatte am Sonntag angekündigt, Tests für alle zu ermöglichen – auf Wunsch auch für Menschen ohne Symptome und ohne besonders hohes Infektionsrisiko.

Broadway-Theater in New York bleiben bis 2021 geschlossen 

Im berühmtesten Theaterviertel der Welt bleiben wegen des Coronavirus in diesem Jahr die Lichter aus: Am New Yorker Broadway wurden am Montag alle Vorstellungen für den Rest des Jahres abgesagt. Bereits gekaufte Tickets bis zum 2. Januar würden erstattet oder umgetauscht, teilte der Branchenverband The Broadway League mit. Wegen der Pandemie waren vom 12. März an alle Vorstellungen abgesagt worden.

Der Broadway mit seinen rund 40 Theaterstücken und Musicals zählt zu den wichtigsten Touristenmagneten der Millionenmetropole. Im Jahr 2019 wurden 14,7 Millionen Tickets für insgesamt knapp 1,8 Milliarden Dollar verkauft. Das entspricht in etwa dem Anderthalbfachen des Ticketsumsatzes in allen deutschen Kinos. Zuvor hatte auch bereits das berühmte Konzerthaus Carnegie Hall angekündigt, dass es bis Anfang Januar 2021 keine Auftritte geben werde.

Laschet: Lockdown in Gütersloh wird verlängert 

Der Corona-Lockdown in Gütersloh wird nach einem sprunghaften Anstieg der Infektionszahlen um eine weitere Woche verlängert. Das sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Montagnachmittag. 

Zum Kreis Warendorf sagte er: "Wir werden die Lockdown-Maßnahmen nicht verlängern." Laschet sieht dort kein erhöhtes Infektionsrisiko. Es sei durch die sehr schnellen Maßnahmen gelungen, ein Überspringen des Virus von der Tönnies-Fabrik auf die Bevölkerung zu verhindern. Die Einschränkungen laufen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus.

Corona-Regeln in NRW um weitere zwei Wochen verlängert

Die aktuellen Regelungen der Coronaschutzverordnung in NRW werden um weitere zwei Wochen bis mindestens zum 15. Juli 2020 verlängert. Das teilte die Landesregierung am Montag mit. Dazu gehört unter anderem die Maskenpflicht für bestimmte Bereiche. Zudem dürfen sich im öffentlichen Raum nur zehn Menschen treffen, wenn das Abstandsgebot nicht eingehalten wird.

Bergamo trauert um mehr als 6.000 Tote 

Mit einer Zeremonie in Bergamo hat Italien der zahlreichen Opfer der Corona-Pandemie gedacht. Das Virus habe in Italien "unauslöschliche Narben" hinterlassen, sagte Staatschef Sergio Mattarella am Sonntagabend. Weltweit stieg die Zahl der Todesopfer der Corona-Pandemie derweil auf mehr als eine halbe Million. Rund um den Globus wurden mittlerweile mehr als zehn Millionen Ansteckungen nachgewiesen.

Die Trauerzeremonie in Bergamo galt den Corona-Opfern in der gleichnamigen norditalienischen Provinz. Präsident Mattarella machte jedoch deutlich, es sei das ganze Land, das in Bergamo "gelitten hat, das verletzt worden ist, das geweint hat".

Bergamo und andere norditalienische Gebiete waren die am schlimmsten von dem neuartigen Virus heimgesuchten Regionen Italiens. Mehr als 6.000 Menschen starben allein in der Provinz Bergamo an den Folgen der Infektion, landesweit waren es bislang mehr als 34.000 Todesopfer. Die dramatischen Bilder von Dutzenden an Friedhöfen aufgereihten Särgen oder von Militärkonvois zum Transport von Corona-Toten gingen um die Welt. In der schlimmsten Phase der Krise fanden in Bergamo Bestattungen unter Ausschluss der Familien statt.

Trotz Kritik: China testet Impfstoff an Soldaten

Chinas Militär hat grünes Licht erhalten für die Nutzung eines Covid-19-Impfstoffkandidaten. Das teilt die Firma Cansino Biologics mit, die gemeinsam mit der Forschungseinheit der Armee für die Entwicklung verantwortlich ist. Klinische Studien hätten gezeigt, dass der Impfstoffkandidat Ad5-nCoV sicher und in gewissem Umfang effizient sei. Ad5-nCoV ist einer von acht Impfstoffkandidaten, die von chinesischen Firmen entwickelt und für Tests an Menschen zugelassen wurden.

An der Zulassung gibt es jedoch auch Kritik. In einem Artikel des Fachblatts "New England Journal of Medicine" kritisieren Wissenschaftler, die bisher erhobenen Daten seien noch nicht aufschlussreich genug. Probanden zwischen 18 und 60 Jahren hatten Impfstoffdosen von niedrig bis hoch erhalten. Bei 50 bis 75 Prozent der Versuchsteilnehmer stieg die Antikörperkonzentration zwar um das Vierfache. Ob das reiche, sei aber völlig offen, heißt es auch in einem anderen Fachbeitrag. 

Außerdem zeigten sich Nebenwirkungen. So klagte die Hälfte der Probanden über Schmerzen an der Einstichstelle, fast 50 Prozent bekamen außerdem leichtes Fieber, fast genauso viele gaben Müdigkeit an, 39 Prozent Kopfschmerzen. Ein Patient klagte nach der Impfung 48 Stunden lang über ein schweres Fieber von 38,5 Grad, über starke Müdigkeit, Muskelbeschwerden und Atemprobleme. 

Dennoch wird das Mittel beim Militär nun zunächst für ein Jahr verwendet. Außerhalb dieses Bereichs ist die Nutzung bisher nicht gestattet, es gibt keine Zulassung für eine kommerzielle Verwendung. 

Rekord bei Neuinfektionen – fast 190.000 Fälle an einem Tag

Die Zahl der täglichen gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einen neuen Rekordwert geklettert. Binnen 24 Stunden seien weltweit 189.000 neue Fälle registriert worden, teilte die WHO am Sonntagabend mit. Auch in einigen Ländern sei der Anstieg auf Rekordhöhe. Unter den Ländern mit besonders vielen Neuinfektionen ragen erneut Brasilien und die USA heraus. In Brasilien wurden laut WHO 46.860 neue Fälle verzeichnet. In den USA seien es 44.458 gewesen. Den weltweit dritthöchsten Anstieg in der jüngsten Tabelle hatte Indien mit 19.906 Fällen.

Die WHO hat mehrfach eindringlich darauf hingewiesen, dass die Pandemie nichts von ihrer Dynamik eingebüßt habe. Die Organisation rechnet nach ihrer Zählung in Kürze mit einem Überschreiten der Zehn-Millionen-Marke. Die Tabelle vom Sonntagabend weist 9,84 Millionen Corona-Fälle weltweit aus. 

Gütersloh: Corona-Fälle ohne Bezug zu Tönnies nehmen zu

Im Kreis Gütersloh wurden 107 Menschen, die nicht in Bezug zum Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies stehen, positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Am Samstag war noch die Rede von 75 Erkrankten. Darüber informierte der Kreis am Sonntagabend in einer Mitteilung. Die steigende Zahl wird auf die ausgeweiteten Testmöglichkeiten zurückgeführt. Die meisten Infizierten zeigen keine Symptome. Am Dienstag soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Derzeit gilt im Kreis der erste lokale Lockdown. 

Nach spanischen Angaben: EU legt bis Dienstag Liste mit sicheren Ländern vor

Die EU legt nach spanischen Angaben bis spätestens Dienstag eine Liste der Covid-19-sicheren Länder vor. Die Liste werde 15 Staaten umfassen, in die man nach epidemiologischen Kriterien sicher reisen könne, sagt die spanische Außenministerin Arancha González Laya dem Hörfunksender Cadena SER. Die Coronavirus-Pandemie lasse im größten Teil Europas nach.

Party-Wochenende eskaliert – Polizei muss einschreiten und wird angegriffen

Vielfach sind am Wochenende in Düsseldorf, Köln und Bonn Partys und Zusammenkünfte eskaliert. Feiernde gerieten in den nordrhein-westfälischen Großstädten mit Polizei und Ordnungsdiensten aneinander. Auch in München musste die Staatsmacht eingreifen.

Dabei kam es zu Schlägereien von Gruppen untereinander sowie immer wieder zu Gewalt und Aggression gegenüber den Beamten, hieß es von der Polizei in NRW. Die Beteiligten seien zumeist stark alkoholisiert gewesen, hätten die Corona-Abstandsregeln missachtet, Polizisten beleidigt und sich respektlos gezeigt.

In München hätten viele Menschen ungeachtet der Corona-Pandemie gemeinsam gefeiert, hieß es von der Polizei in Bayern. In der Nacht von Freitag auf Samstag hätten sich in Spitzenzeiten bis zu 10.000 Menschen an der Isar aufgehalten, von Samstag auf Sonntag seien es rund 5.000 gewesen. Laut Polizeiangaben blieb dabei alles friedlich.

Etwas anders sah es auf der als Feiermeile vor allem nach Fußballerfolgen bekannt gewordenen Leopoldstraße aus. Dort wurde der Polizei am frühen Sonntagmorgen "eine größere Anzahl aggressiver Personen" gemeldet. Die Beamten rückten "mit hohem Kräfteeinsatz an" und trafen dort auf rund 200 bis 300 Menschen. Bei aggressiv auftretenden Personen stellten die Polizisten die Personalien fest, zudem sprachen sie mehrere Platzverweise aus. Zwei Menschen wurden wegen Beleidigung der Einsatzkräfte angezeigt.

Zahl der Todesfälle weltweit übersteigt 500.000

In der Corona-Pandemie ist erneut ein trauriger Meilenstein erreicht worden. Weltweit sind nun mehr als 500.000 positiv auf SARS-CoV-2 getestete Menschen verstorben. Insgesamt wurden rund zehn Millionen Fälle registriert. Mehr dazu lesen Sie hier.

US-Behörden melden 44.703 weitere Infektionen

Die Zahl der Infektionen in den USA ist nach Angaben der Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) um 44.703 auf 2,504 Millionen gestiegen. Zudem seien 508 weitere Todesfälle und damit insgesamt 125.484 verzeichnet worden.

Gruppe um 18 Nobelpreisträger und 32 ehemalige Staatschefs startet Aufruf für freien Corona-Impfstoff

Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus und mehr als hundert weitere namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kunst setzen sich für die kostenlose Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus weltweit und für alle Menschen ein. In einem am Sonntag gestarteten Aufruf werben sie dafür, dass Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 als "globales, öffentliches Gut" (Global Common Good) angesehen und damit allen zur Verfügung stehen werden. Sie appellieren zugleich an die kollektive Verantwortung für alle schutzbedürftigen Menschen ohne jegliche Diskriminierung.

In dem Aufruf heißt es unter anderem, die Effizienz künftiger Impfkampagnen werde von der weltweiten Verfügbarkeit des Impfstoffes abhängen. Doch die Pandemie zeige die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Landes sowie die Schwierigkeiten, Zugang zum Gesundheitssystem zu haben. Die Unterzeichner rufen Regierungen, UN-Chef António Guterres, die Weltgesundheitsorganisation WHO sowie Stiftungen, Forschungslabore und andere Einrichtungen dazu auf, sich dieser Sichtweise anzuschließen. Jeder sei eingeladen, sich dem Aufruf auf der Webseite Vaccinecommongood.org anzuschließen.

Neben dem aus Bangladesch stammenden Yunus tragen der Pressemitteilung des Yunus Centre zufolge mehr als hundert bekannte Persönlichkeiten den Aufruf mit, darunter 18 Nobelpreisträger sowie 32 frühere Staats- und Regierungschefs. Zu den Unterstützern zählen etwa Südafrikas Ex-Erzbischof Desmond Tutu, Aktivistin Malala, IOC-Präsident Thomas Bach, der ehemalige sowjetische Staats- und Parteichef Michael Gorbatschow und Tenor Andrea Bocelli.

Einen Impfstoff gegen das Coronavirus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, gibt es bislang nicht.

Lauterbach fordert neue Corona-Teststrategie

Während Bayern eine Testoffensive startet, macht sich SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach Gedanken über die richtige Teststrategie. Er fordert billigere Tests und deren passgenaueren Einsatz. Mehr dazu lesen Sie hier.

Koma-Patientin bringt Kind zur Welt

In Kolumbien hat eine mit dem Coronavirus infizierte Koma-Patientin einen Jungen geboren. Die Ärzte im Versalles-Krankenhaus in der Stadt Cali nahmen einen Kaiserschnitt bei der 36-jährigen Diana Angola vor, um den kleinen Jefferson zur Welt zu bringen, wie die Internistin Paula Velásquez der Nachrichtenagentur AFP sagte. Inzwischen ist Angola wieder gesund – und hofft, das Krankenhaus gemeinsam mit ihrem Sohn bald verlassen zu können.

Jefferson sei 14 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt gekommen und habe kurz nach der Geburt wiederbelebt werden müssen, sagte der an der komplizierten Geburt beteiligte Kinderarzt Edwin Olivo. Obwohl der Junge noch im Inkubator sei, entwickle er sich gut. Das Neugeborene gewinne zunehmend an Gewicht und atme leichter. Ein Coronavirus-Test sei negativ ausgefallen.

Virologe Streeck fordert "Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten"

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck fordert schnelle Eingriffsmöglichkeiten bei Infektionskrankheiten wie Covid-19 auf nationaler und internationaler Ebene. So müsse etwa die Weltgesundheitsorganisation WHO gestärkt werden, sagte Streeck in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Seiner Meinung nach sollte es "ein Emergency Response Team der WHO" geben. "Eine Einheit, die weltweit Infektionen eindämmen kann."

Prof. Hendrik Streeck: Der Bonner Virologe fordert ein eigenes Einsatzteam im Kampf gegen das Coronavirus. (Quelle: teutopress/imago images)

Auch für Deutschland wünscht er sich "eine Eingreiftruppe für Infektionskrankheiten". Diese solle ein Verband sein, der national agiere, "nicht ausschließlich auf der Ebene der Länder". Für sinnvoll hält er, einen solchen Verband "beim Robert Koch-Institut anzudocken". Dieser solle eigenes Eingreifpersonal haben und auch auf das Technische Hilfswerk zurückgreifen können.

Mehr als 2,5 Millionen Corona-Fälle in den USA gemeldet 

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in den USA hat am Samstag die Marke von 2,5 Millionen überschritten. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Mehr als 125.000 Menschen in den USA sind demnach bereits infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Weltweit steuert die Zahl der Infizierungen auf die 10-Millionen-Marke zu. Die Zahl der Todesopfer in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 weltweit nähert sich einer halben Million.

Bayern will Corona-Tests "massiv" ausweiten

In Bayern soll sich künftig jeder auf das Coronavirus testen lassen können – ganz unabhängig davon, ob er Symptome hat. Die Tests sollen "massiv" ausgeweitet werden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München erklärte. Sie kündigte eine "Corona-Testoffensive" an.

"Ein Eckpunkt unseres bayerischen Testkonzepts ist, dass alle Personen, die auf eine Infektion auf SARS-CoV-2 getestet werden wollen, Gewissheit darüber erhalten sollen, ob sie sich infiziert haben", betonte Huml. "Allen Bürgerinnen und Bürgern Bayerns wird deshalb zeitnah angeboten, sich bei einem niedergelassenen Vertragsarzt auch ohne Symptome testen zu lassen."

Menschen mit Symptomen, bei denen ein Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung besteht, sollen allerdings Vorrang haben. Ein Schwerpunkt der Tests soll auf Schlachthöfen und Fleischverarbeitungsbetrieben liegen. Ziel sei, "größeren Ausbruchsgeschehen wie in Gütersloh vorzubeugen", sagte die Gesundheitsministerin.

300 Gäste eines Clubs in der Schweiz müssen in Corona-Quarantäne

In der Schweiz müssen 300 Menschen nach dem Besuch eines Clubs vorsorglich in eine zehntägige Quarantäne. Mehrere Gäste des Betriebs in Zürichs waren zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich am Samstagabend mitteilte. Der Clubbetreiber konnte den Behörden eine Liste mit den Kontaktdaten der Besucher des Clubs vom Abend des 21. Juni aushändigen.

Dank dieser Liste habe das Contact-Tracing-Team die Gäste am Samstag über die notwendige Quarantäne informieren können, hieß es. Zuletzt hat die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in der Schweiz wieder zugenommen. Binnen eines Tages wurden 69 neue Fälle bekannt, etwa drei Mal mehr als zu Wochenbeginn.

"Corona-Rebellen" sorgen für Schließung von Kretschmanns Facebook-Seite

Nach einem massiven Angriff durch "Corona-Rebellen und Verschwörungsideologen" auf die Facebook-Seite des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) hat das Staatsministerium die Seite vorübergehend vom Netz genommen. Nach der Veröffentlichung von Kretschmanns jüngstem Podcast am Freitagabend sei die Seite ununterbrochen angegriffen worden, teilte sein Ministerium am Samstag mit. Ein normaler Betrieb der Seite sei nicht mehr möglich gewesen.

Im Sekundentakt wurden demnach "zahlreiche Falschaussagen, Verschwörungserzählungen, Drohungen, Beleidigungen und andere strafrechtlich relevante Inhalte" gepostet. An einer sachlichen Diskussion sei keiner der Störer interessiert gewesen, erklärte das Staatsministerium. Vielmehr hätten sie auch andere Nutzerinnen und Nutzer massiv attackiert.

Insgesamt gingen laut der Erklärung in 20 Stunden weit über 4.000 Kommentare der Störer ein. Fragen von Bürgern zu den Corona-Maßnahmen der Landesregierung seien dadurch völlig untergegangen. Deshalb habe sich die Pressestelle am Samstag "schweren Herzens" entschieden, die Facebook-Seite vorübergehend vom Netz zu nehmen. Die Landesregierung sei aber über alle weiteren Kanäle erreich- und ansprechbar, fügte das Ministerium hinzu.

Fleischindustrie in NRW muss Beschäftigte zwei Mal pro Woche testen

Die Fleischindustrie in Nordrhein-Westfalen muss Beschäftigte auf ihre Kosten künftig mindestens zwei Mal pro Woche auf das Coronavirus testen lassen. Die neue Vorgabe gelte ab 1. Juli für Schlachthöfe, Zerlegebetriebe und vorrangig fleischverarbeitende Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten und unabhängig davon, ob es sich um eigene Beschäftigte oder Werkvertragsnehmer handele, teilte das NRW-Ministerium für Arbeit und Gesundheit in Düsseldorf mit.

In der entsprechenden neuen Allgemeinverfügung heißt es wörtlich: "Es dürfen nur Personen in der Produktion eingesetzt werden, die mindestens zweimal pro Woche auf Kosten des Betriebsinhabers auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch PCR-Verfahren getestet werden und dabei ein negatives Testergebnis haben." Die Testung könne im Poolverfahren erfolgen. Die Auswertung müsse durch ein anerkanntes Labor erfolgen. Die Test-Nachweise seien in dem Betrieb vorzuhalten.

Die Verfügung enthält auch umfangreiche Dokumentationspflichten: Die Unternehmen würden verpflichtet, die Namen und Wohn- beziehungsweise Aufenthaltsadressen sämtlicher auf dem Betriebsgelände anwesender Personen zu erheben und für vier Wochen aufzubewahren, hieß es. "Die Vorfälle in Coesfeld und Gütersloh zeigen: Offenbar kann sich das Virus unter den Bedingungen eines Schlachthofs beziehungsweise eines fleischverarbeitenden Betriebes besonders gut verbreiten", erklärte Landesminister Karl-Josef Laumann (CDU) in der Mitteilung. Das frühzeitige Erkennen von Infektionen sei ein zentraler Schlüssel bei der Bekämpfung des Virus. Auch die Kontaktdaten seien wichtig. "Es kann nicht sein, dass bei einem Ausbruchsgeschehen die Behörden vor Ort tagelang diesen Daten hinterherlaufen müssen", betonte er.

Massentests in der Bevölkerung bringen neue Fälle ans Licht

Bei Massentests in der Bevölkerung sind im Kreis Gütersloh Dutzende Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Tausende weitere Testergebnisse stehen noch aus. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Serbische Spitzenpolitiker mit Coronavirus infiziert

Drei hohe Amtsträger der serbischen Führung sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dabei handelt es sich um die Präsidentin des vergangenen serbischen Parlaments, Maja Gojkovic, den serbischen Verteidigungsminister Aleksandar Vulin und den Chef der Kosovo-Kanzlei, Marko Djuric, wie die serbische Nachrichtenagentur Tanjug am Samstag meldete. Gojkovic (57) werde mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt, ihr Zustand sei nicht besorgniserregend. Vulin (47) und Djuric (37) begaben sich in häusliche Quarantäne, sie haben den Berichten zufolge keine Symptome.

Die drei Politiker gelten als loyale Funktionäre des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic, der alle wichtigen Entscheidungen selbst trifft. Gojkovic stand seit 2014 dem serbischen Parlament vor. Nach Neuwahlen am Sonntag vor einer Woche soll sich das nächste Parlament im Juli konstituieren. Die Kosovo-Kanzlei ist das höchste Staatsorgan, das sich mit den Angelegenheiten des heute fast ausschließlich albanisch bevölkerten Kosovos befasst. Serbien erkennt die 2008 proklamierte Unabhängigkeit seiner ehemaligen Südprovinz nicht an.

In Serbien ist die Zahl der Ansteckungen mit dem Virus SARS-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, zuletzt deutlich gestiegen. Allein am Samstag wurden 227 neue Fälle aus den zurückliegenden 24 Stunden bekannt. Die Gesamtzahl der Ansteckungen stieg damit auf 13.792. Die Zahl der Toten wird mit 267 angegeben

Überfüllte Strände an der Ostsee: Badeorte ziehen die Notbremse

Das Sommerwetter hat in der Corona-Krise bereits am Samstagmittag zu viele Touristen in die Urlaubsorte Scharbeutz und Haffkrug an der Ostsee gezogen. Die Kapazitätsgrenze für Parkplätze und Strand sei erreicht, teilte die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer in einem Facebook-Post mit.

"Anreisende Gäste werden nur noch durch unsere Orte durchgeleitet." Anwohner und der öffentliche Nahverkehr hätten freie Fahrt, auch Gäste zu Ferienwohnungen und Hotels. "Bitte halten Sie Ihre Buchungsbestätigung bereit", teilte sie weiter mit. Da sich das Wetter am Nachmittag verschlechterte und viele Menschen die Strände verließen, konnten auch die Sperrungen wieder aufgehoben werden.

Ministerium: Thüringen erlässt kein Corona-Einreiseverbot

Thüringen schert bei den neuen Reiseregeln für Menschen aus Corona-Risikogebieten aus. "Wir werden kein Einreise- und kein Beherbergungsverbot erlassen", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag auf Anfrage in Erfurt. Thüringen habe dazu bei der Bund-Länder-Vereinbarung zum Reiseverkehr am Freitag eine entsprechende Protokollerklärung abgegeben. Nach dieser Vereinbarung sollen Reisende aus Corona-Risikogebieten in den anderen Ländern nur dann in Hotels oder Ferienwohnungen aufgenommen werden, wenn sie ein negatives Corona-Test-Ergebnis vorlegen können, das nicht älter als zwei Tage ist. In Thüringen ist dies demnach nicht nötig.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sagte in einem Video, das das Ministerium auf Twitter verbreitete, "wir orientieren uns an den Maßnahmen und Entscheidungen der Behörden vor Ort".

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Da der westfälische Kreis Gütersloh keine Aus- und Einreiseverbote erlassen habe, "werden wir auch in Thüringen solche Einreiseverbote nicht vollziehen". In dem Kreis gibt es viele Corona-Infizierte beim Fleischproduzenten Tönnies.

Der Sprecher der Ministerin sagte, auch negative Corona-Testergebnisse, die nach der Bund-Länder-Vereinbarung in Hotels vorgelegt werden sollen, böten keine 100-prozentige Sicherheit. Wichtig sei, das die Infektionsschutzvorschriften mit Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung eingehalten würden. In Thüringen gibt es in vielen Kreise seit geraumer zeit keine Corona-Neuinfektionen mehr. Der Tourismus mit Städtetouristen sowie Aktiv- und Wanderurlaubern ist eine wichtige Wirtschaftsbranche.

Bundesweite Beschränkungen für Reisende aus Corona-Risiko-Kreisen

Angesichts der stark gestiegenen Zahlen an Corona-Infizierten in einzelnen Regionen Deutschlands haben sich Bund und Länder am Freitag auf neue Beschränkungen für Reisende geeinigt. Reisende aus Landkreisen oder kreisfreien Städte mit mehr als 50 Neuinfektionen innerhalb der letzten sieben Tage dürfen nur noch eine Übernachtung buchen, wenn sie nachweisen können, dass sie nicht infiziert sind. Darauf einigten sich das Kanzleramt und die Staatskanzleichefs der 16 Länder. Thüringen schert aber aus und hat in einer Protokollnotiz festgehalten, dass die örtlichen Gesundheitsämter selbst über das Vorgehen entscheiden.

Reisende aus Risiko-Kreisen wie etwa Gütersloh müssen ein ärztliches Zeugnis vorweisen, das bestätigt, dass sie nicht im Verdacht stehen, an dem Coronavirus erkrankt zu sein. "Ein aus einem fachärztlichen Labor stammender Befund ist ein ärztliches Zeugnis", heißt es in dem Beschluss. Ein Test muss höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden seien. Bund und Länder einigten sich darauf, dass bei einem sehr klar lokal begrenzten Corona-Ausbruch die Vorschrift auch auf den genauen Ort begrenzt werden können und nicht den gesamten Kreis betreffen müssen. Mit der Maßnahme wollen Bund und Länder die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Zudem sollen die Testungen in den stark betroffenen Kreisen auch an symptomfreien Personen ausgeweitet werden. Dafür will der Bund die Kosten übernehmen.

Bund und Länder wollen in zwei Wochen beraten, wie sie weiter vorgehen. Nachdem etliche Reisende aus dem Kreis Gütersloh in anderen Bundesländern Probleme bekommen hatten, hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf eine möglichst bundesweit einheitliche Regelung gepocht, um Diskriminierungen zu vermeiden. 

"Vor dem Herbst": Söder warnt vor früher zweiter Corona-Welle 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) warnt vor einer zweiten Corona-Welle. "Wir müssen wirklich aufpassen", sagte er in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. "Wir dürfen nicht riskieren, dass wir sogar noch schneller als befürchtet, vor dem Herbst, eine zweite Welle bekommen, eine schleichende Welle, und überall regionale Lockdowns bekommen." In der vergangenen Woche sei "unglaublich viel passiert", sagte er mit Blick auf Ausbrüche im Kreis Gütersloh, in Niedersachsen oder Berlin. Darum sei es unangebracht, darüber zu streiten, "ob diese Maßnahmen zuviel oder zu wenig sind" - sondern man müsse "handeln und entscheiden".

Grundschule in Baden-Württemberg wegen Coronavirus geschlossen 

Eine Grundschule in Göppingen in Baden-Württemberg ist wegen des Coronavirus geschlossen worden. Bei einem Kind, das die Schule besuche, sei eine Infektion mit dem Virus festgestellt worden, teilte ein Sprecher der Stadt Göppingen am Freitagabend mit. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt bleibe die Grundschule daher bis einschließlich Mittwoch geschlossen. An diesem Samstag sollten Schüler und Lehrer auf das Coronavirus getestet werden. An der Uhland-Grundschule werden rund 250 Schüler in zwölf Klassen unterrichtet, wie auf der Internetseite der Stadt zu lesen ist.

687 registrierte Neuinfektionen in Deutschland 

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 687 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193.243 Menschen in Deutschland nachweislich mit SARS-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Samstagmorgen meldete (Datenstand 27.06., 0 Uhr).

8.954 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 6 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 26.6., 0.00 Uhr, bei 0,57 (Vortag: 0,59). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Rekord bei Corona-Neuinfektionen in den USA – Trump beschwichtigt

Mit rund 40.000 gemeldeten Fällen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA einen neuen Höchststand erreicht. Damit ist der bisherige Rekord von rund 36.400 Neuinfektionen vom 24. April übertroffen, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität hervorgeht. Noch vor zwei Wochen lagen die täglich gemeldeten Infektionszahlen bei etwas mehr als der Hälfte des Wertes vom Donnerstag.

Donald Trump im Garten des Weißen Hauses: Der US-Präsident hat den Corona-Infektionsrekord in den USA mit gestiegenen Testkapazitäten begründet. (Quelle: AP/dpa)

US-Präsident Trump spielte die steigenden Fallzahlen schon vor Bekanntwerden des Rekords herunter. "Wenn wir nicht testen würden, hätten wir keine Fälle", sagte Trump in einem am Donnerstagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Senders Fox News. Die USA hätten bislang rund 30 Millionen Menschen auf das Virus getestet, mehr als jedes andere Land der Welt. Trumps Einschätzung zufolge geht darauf die hohe Zahl der nachgewiesenen Infektionen in den USA zurück.

Merkel: Deutschland kann sich höhere Verschuldung erlauben

Angesichts der beispiellosen Herausforderung durch die Corona-Pandemie darf Deutschland nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Europa nicht nur an sich selbst denken. Man müsse in diesen Zeiten vielmehr zu einem "außergewöhnlichen Akt der Solidarität bereit" sein, sagte Merkel der "Süddeutschen Zeitung" (Wochenendausgabe) und fünf weiteren europäischen Zeitungen unmittelbar vor Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft am 1. Juli. Sie rief die EU auf, den "starken europäischen Binnenmarkt zu erhalten und in der Welt geschlossen aufzutreten".

Merkel verteidigte den von Deutschland und Frankreich angeschobenen Wiederaufbaufonds. In einer solchen Krise müsse man das Notwendige tun, "und das Notwendige ist in diesem Fall etwas Außergewöhnliches". Deutschland könne sich mit seiner niedrigen Verschuldungsrate eine höhere Verschuldung erlauben. Es liege im deutschen Interesse, dass der Binnenmarkt stark sei, Europa zusammenwachse und nicht auseinanderfalle. "Was gut für Europa ist, war und ist gut für uns." Allerdings sollte man nicht zu oft die Existenzfrage stellen, sondern seine Arbeit tun.

Pence sieht Erfolge beim Kampf gegen Coronavirus in USA

Trotz Rekordzahlen bei Corona-Neuinfektionen in den USA sieht US-Vizepräsident Mike Pence Erfolge im Kampf gegen das Virus. "Wir haben wirklich bemerkenswerte Fortschritte gemacht", sagte Pence am Freitag beim ersten Briefing der Coronavirus-Taskforce des Weißen Hauses seit fast zwei Monaten. Zwar steige die Zahl der bestätigten Neuinfektionen besonders in südlichen Bundesstaaten. Die Zahl der Todesopfer sinke aber landesweit. Die Lage sei daher deutlich besser als vor zwei Monaten. Pence führte die steigende Zahl der bestätigten Neuinfektionen unter anderem auf die Ausweitung der Tests zurück - ähnlich argumentiert US-Präsident Donald Trump.

Laschet verteidigt Lockdown und schließt Änderung nicht aus

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat den "Lockdown" für die Kreise Gütersloh und Warendorf verteidigt. Man habe "intensiv abgewogen, ob man einzelne Städte aus dem Kreis aus den Regelungen herausnehmen kann, wofür es viele gute Gründe gibt", sagte Laschet den "Westfälischen Nachrichten" (Münster/Samstagsausgabe).

Die Verabredung der Länder mit der Bundesregierung und dem Robert Koch-Institut sehe aber bewusst Regeln für das gesamte Kreisgebiet vor. "Für die Zukunft wird man da vielleicht über neue Mechanismen nachdenken müssen", so Laschet.

Nach Corona-Ausbruch: Wiesenhof-Betrieb bei Oldenburg wird eingestellt

Der Betrieb im von einem Corona-Ausbruch betroffenen Wiesenhof-Schlachthof bei Oldenburg wird mit Ende des Freitags eingestellt. Dies erklärte Landrat Carsten Harings auf einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag. 46 von 1200 Beschäftigten seien bisher positiv getestet worden. "Das Geschehen ist durchaus geeignet, eine größere Rolle in der Region zu spielen", sagte Harings. Es bestehe ein "unkalkulierbares Risiko".

Auch für bisher noch nicht positiv getestete Angestellte hat die Entscheidung Folgen: "Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nun als Kontaktpersonen ersten Grades unter Quarantäne gestellt", erklärte Harings weiter. "Ich halte diese Entscheidung für unerlässlich zum Wohle der Menschen dieses Landkreises."

Schwedens Staatsepidemiologe: Unverständnis für WHO-Einschätzung

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell hat mit Unverständnis auf die Einordnung Schwedens als besonderes Risikoland durch die WHO reagiert. "Das ist leider eine totale Fehldeutung der Daten", sagte Tegnell am Freitagmorgen im Morgenstudio des schwedischen Fernsehsenders SVT.

Schweden habe steigende Fallzahlen, die jedoch darauf beruhten, dass das Land deutlich mehr Tests durchführe als vorher, sagte Tegnell. "Es ist unglücklich, Schweden mit Ländern zu vermischen, die zuvor überhaupt keine Probleme hatten und offenbar erst am Anfang ihrer Epidemie stehen." Die WHO hätte sich vermutlich einfach in Stockholm melden sollen, dann hätte man ihr ein detaillierteres Bild der schwedischen Situation geben können, sagte Tegnell.

Park in Stockholm: Die WHO sprach von einer beschleunigten Übertragungsrate – auch in Schweden. (Quelle: TT/imago images)

Der Leiter des WHO-Regionalbüros Europa, Hans Kluge, hatte erklärt, in elf Ländern habe eine beschleunigte Übertragungsrate zu einem sehr deutlichen Wiederaufleben des Coronavirus geführt – darunter neben Schweden Länder wie Armenien, Aserbaidschan, Albanien und die Ukraine. In diesen Ländern würden starke Belastungen für das Gesundheitswesen drohen, wenn nicht entschieden gegen die Ausbreitung vorgegangen werde, so Kluge. Mehr zu Schwedens Sonderweg lesen Sie hier.

Rekordwerte: USA und Brasilien melden 40.000 Neuinfektionen

Die Lage in den USA und in Brasilien ist dramatisch. In beiden Ländern werden am Donnerstag etwa 40.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Die Zahl der bekannten Neuinfektionen in den USA steigt nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters auf einen Rekordwert. Demnach wurden mindestens 39.818 neue Fälle registriert. Der bisherige Höchstwert lag am 24. April bei 36.426. In dieser Woche haben die Bundesstaaten Alabama, Arizona, Kalifornien, Florida, Idaho, Mississippi, Missouri, Nevada, Oklahoma, South Carolina und Wyoming Rekordanstiege gemeldet.

In Brasilien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums 39.483 neue Infektionen und 1.141 weitere Todesfälle verzeichnet. Insgesamt gebe es damit mehr als 1,2 Millionen bekannte Fälle und 54.971 Todesfälle.

Mehrheit der Deutschen für schärfere Auflagen in Fleischindustrie

Die Mehrheit der Deutschen ist laut ZDF-Politbarometer für neue Auflagen in der Fleischindustrie. 92 Prozent der Befragten wären auch dafür, wenn das Fleisch teurer würde. Dass die meisten Menschen bereit wären, dann auch mehr Geld für Fleisch und Wurst auszugeben, glauben aber nur 55 Prozent. Die Corona-Auflagen in den nordrhein-westfälischen Landkreisen Gütersloh und Warendorf nach den Corona-Infektionen beim Fleischverarbeiter Tönnies halten 89 Prozent der Befragten für richtig. Die meisten (56 Prozent) sind generell mit den aktuellen Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen zufrieden, 32 Prozent gehen diese Lockerungen zu weit - nur zehn wollen weitere Lockerungen.

Einreise in Großbritannien bald ohne Quarantäne möglich?

Die britische Regierung arbeitet Umweltminister George Eustice zufolge an Lockerungen der Quarantäne-Regel für Reisende aus dem Ausland. Dabei gehe es um Reisende aus Ländern, in denen ein geringeres Risiko bestehe, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, sagt Eustice im BBC-Fernsehen. Verkehrsminister Grant Shapps prüfe diese Möglichkeit sehr genau. Einen Zeitrahmen dafür könne er aber nicht nennen. Die Regierung in London ist in die Kritik geraten, weil sie bei Einreisen eine Quarantäne verlangt, während andere europäische Länder ihre Reisebeschränkungen in der Corona-Krise wieder weitgehend aufgehoben haben.

Umfrage zeigt: Wenig Vertrauen in Corona-Warn-App

Die neue Corona-Warn-App ist millionenfach heruntergeladen worden – aber das Vertrauen in ihre Wirksamkeit ist einer Umfrage zufolge relativ gering. Nur 38 Prozent gehen davon aus, dass diese App einen großen Beitrag zur Begrenzung der Pandemie in Deutschland leisten wird, wie das ZDF-Politbarometer zeigt. Eine Mehrheit von 56 Prozent bezweifelt dies. Vor allem die Anhänger der Grünen (62 Prozent), der FDP (70 Prozent) und der AfD (90 Prozent) äußern sich kritisch.

Quarantäne in Göttinger Wohnblock beendet

Die Corona-bedingte Quarantäne für einen Wohnkomplex in Göttingen mit rund 700 Bewohnern ist beendet. Die Verpflichtung sei planmäßig um Mitternacht ausgelaufen, sagte ein Stadtsprecher am Morgen. Der Zaun werde auf einer Seite derzeit abgebaut. An einer anderen Straße bleibt der Zaun allerdings noch stehen – dort finden Ein- und Auslasskontrollen statt, um sicherzustellen, dass einzelne Bewohner, für die noch eine Quarantäne-Pflicht gilt, das Gelände nicht verlassen. Bis Dienstag soll es zweimal täglich kostenlose Mahlzeiten geben. Ziel der Quarantäne war, den Infektionsausbruch mit rund 120 nachgewiesenen Ansteckungen zu begrenzen.

Spahn warnt vor Diskriminierung von Bürgern aus Ostwestfalen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat nach dem Coronavirus-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies vor einer Diskriminierung von Bürgern aus Ostwestfalen gewarnt. Bürger mit Autokennzeichen aus den betroffenen Kreisen Gütersloh und Warendorf seien beschimpft und ihre Wagen zerkratzt worden, sagte Spahn den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). Diese "Art von Stigmatisierung" sei falsch. Das Virus könne jeden in jeder Region zu jeder Zeit erwischen.

Einzelne Bundesländer wollen Sommerurlauber aus Ostwestfalen nicht mehr beherbergen. Spahn riet dazu, sich als Betroffener freiwillig testen zu lassen. Wer einen frischen Test vorweisen könne und frei von dem Coronavirus sei, könne auch reisen.

Bericht: Heimgekehrter Bulgare mit Corona infiziert

Ein nach dem Covid-19-Ausbruch in einer Schlachtfabrik der Firma Tönnies heimgekehrter bulgarischer Mitarbeiter ist nach einem Fernsehbericht mit dem Coronavirus infiziert. Der Test auf das Virus sei positiv ausgefallen, sagte der Bürgermeister des südwestbulgarischen Beliza, Radoslaw Rewanski, am Donnerstag dem Fernsehsender bTV. Der Mann und seine Familie seien nach ihrer Heimkehr erneut auf das Coronavirus getestet worden, da sie, wie es hieß, die Ergebnisse der Tests in Deutschland nicht gewusst hätten.

Bei der Tochter des Infizierten seien dem Bericht zufolge Antikörper gegen das Coronavirus nachgewiesen worden. Die dreiköpfige Familie steht nunmehr in Beliza unter Quarantäne.

Bulgarien will alle aus Deutschland zurückgekehrte Tönnies-Mitarbeiter ausfindig machen, um eine mögliche weitere Verbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Doch dies wird dadurch erschwert, dass die Behörden an der Grenze nicht erfahren, wer genau woher kommt, falls die Einreisenden das nicht selbst angeben. Zudem müssen Einreisende aus Deutschland in Bulgarien nicht mehr in Quarantäne. In Bulgarien, das soweit relativ schwach von der Pandemie betroffen wurde, wurden bis Donnerstag insgesamt 4.242 Coronavirus-Fälle identifiziert. Es starben 209 Infizierte.

Norwegen und Dänemark lockern Reisebeschränkungen

Norwegen und Dänemark haben weitere Lockerungen ihrer Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie angekündigt. Ab Samstag dürfen die Dänen wieder in die meisten europäischen Länder reisen, wie die Regierung in Kopenhagen am Donnerstag mitteilte. Voraussetzung für die Aufhebung der Reisewarnung ist vor allem, dass die Zahl der Neuinfektionen im jeweiligen Land unter 20 pro 100.000 Einwohner liegt.

Norwegen will seine Reisebeschränkungen, die bislang mit die strengsten in Europa sind, am 15. Juli weiter lockern, wie Ministerpräsidentin Erna Solberg ankündigte. Norwegen, das zwar nicht EU-Mitglied ist, aber dem Schengenraum angehört, hat seine Grenzen aktuell für die meisten Ausländer ohne Wohnsitz in Norwegen geschlossen. Für die Norweger selbst sind Auslandsreisen zwar nicht offiziell verboten, bei Rückkehr ist aber eine zehntägige Quarantäne vorgeschrieben.

Studie: Deutlich mehr Amerikaner infiziert

In den USA haben sich nach Schätzungen der Gesundheitsbehörde CDC wohl rund zehnmal mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert als bislang bekannt. "Für jeden Fall, den wir verzeichnet haben, gab es wahrscheinlich zehn weitere Infektionen", sagte CDC-Direktor Robert Redfield bei einer telefonischen Pressekonferenz am Donnerstag. Das sei vor allem auf asymptomatische Infektionen zurückzuführen und darauf, dass in den USA in den ersten Monaten des Ausbruchs deutlich weniger getestet worden sei als jetzt. "Mit den Methoden, die wir im April und Mai benutzt haben, haben wir wahrscheinlich rund zehn Prozent der Infektionen verzeichnet."

Die Behörde gibt derzeit für die USA mehr als 2,3 Millionen bekannte Corona-Infektionen an - mehr nachgewiesene Fälle als jedes andere Land der Welt. Mehr als 121.000 Menschen starben laut CDC infolge einer Covid-19-Erkrankung.

Mehr als 25.000 Todesopfer in Mexiko

In Mexiko ist die Zahl der offiziell registrierten Infektionen mit dem Coronavirus auf mehr als 200.000 und die der Todesopfer auf mehr als 25.000 gestiegen. Nach Angaben der Regierung vom Donnerstag kamen in den vorherigen 24 Stunden 6.104 Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 und 1024 Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung hinzu. Im internationalen Vergleich rückte das nordamerikanische Land nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA bei der Anzahl der Infektionen an Frankreich vorbei auf den 11. Platz. Die Zahl der Toten ist die siebthöchste der Welt.

Die wahren Zahlen dürften in Mexiko allerdings noch deutlich höher liegen. Äußerst wenige Menschen werden dort auf das Coronavirus getestet. Nach Statistiken, die von Forschern der englischen Oxford-Universität zusammengetragen wurden, lag die Zahl der täglich durchgeführten Tests in Mexiko zuletzt bei 3,46 pro 1.000 Einwohner - in Deutschland waren es 64,6 und in den USA 86,31.

Hans: Reisen aus Corona-Hotspots verbieten

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich für ein Verbot von Reisen aus Landkreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen ausgesprochen. Eine "bundesweit einheitliche Verfahrensweise" gegenüber "Reisenden aus betroffenen Gebieten" sei nötig, teilte er am Donnerstag in Saarbrücken mit. "Damit lokal begrenzte Lockdowns funktionieren, sollten Reisen aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen nicht möglich sein." Zuvor hatten Medien darüber berichtet.

Hans habe in einem Schreiben an den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Markus Söder (CSU), vorgeschlagen, "dass Bund und Länder gemeinsam Kriterien und daraus abzuleitende Maßnahmen festlegen". Damit solle "ein Flickenteppich verschiedener Regelungen" vermieden werden. Derzeit werde im Länderkreis darüber beraten. Die Saar-Regierung erwäge "im Geleitzug anderer Länder" einen entsprechenden Passus in einer neuen Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, die am 29. Juni in Kraft treten solle.

Coronavirus wanderte wohl von Schlachthof zu Schlachthof

Zwischen den großen Ausbrüchen in den Schlachthöfen von Tönnies und des Konkurrenten Westcrown gibt es Verbindungen. Offenbar trafen sich infizierte Mitarbeiter beider Unternehmen. Den exklusiven Bericht von t-online.de lesen Sie hier.

Antikörper-Studie: Viele Bürger Ischgls waren infiziert

Im österreichischen Ischgl war ein großer Teil der Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der Medizinischen Universität Innsbruck haben 42,4 Prozent der in einer umfassenden Studie untersuchten Bürger Antikörper auf das Coronavirus entwickelt. Das sei der weltweit höchste bisher publizierte Wert, sagte die Direktorin des Instituts für Virologie, Dorothee von Laer, am Donnerstag in Innsbruck. Antikörper im Blut gelten als Nachweis für eine durchgemachte Infektion.

Ischgl mit seinen Après-Skibars gilt als Brennpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas. Nach Angaben österreichischer Behörden waren zeitweise 40 Prozent aller Fälle im Inland auf Ischgl zurückzuführen. Auch viele deutsche Touristen haben sich nach ihrer Überzeugung in Ischgl angesteckt. Eine Kommission im Bundesland Tirol soll nun das stark kritisierte Krisenmanagement unter die Lupe nehmen.

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Auffällig sei, dass von den positiv auf Antikörper getesteten Personen zuvor nur 15 Prozent die Diagnose erhalten hatten, infiziert zu sein, sagte von Laer. "85 Prozent derjenigen, die die Infektion durchgemacht haben, haben das unbemerkt durchgemacht." Trotz des hohen Antikörper-Werts sei auch in Ischgl keine Herden-Immunität erreicht. Entscheidend für den Rückgang der Fälle seien die Quarantäne und die soziale Distanz gewesen, hieß es.

Rund 80 Prozent der Ischgler Bevölkerung nahmen an der Studie teil. 1.473 Probanden waren zwischen 21. und 27. April untersucht worden. 

Menschen stehen Schlange beim gratis Coronavirus-Test: Bislang gab es nur ein positives Ergebnis bei den neuen Testungen. (Quelle: Guido Kirchner/dpa)

2.000 Tests in Gütersloh durchgeführt – nur einer positiv

Mit massenhaften Corona-Tests will die Landesregierung in NRW den Ausbruch in dem Virus-Hotspot rund um Gütersloh eindämmen. Nun gibt es erste Ergebnisse: Von 2.000 aktuell durchgeführten Corona-Tests im Kreis ist nur einer positiv ausgefallen. Das sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses.

Weitere Einschränkungen für Urlauber aus Corona-Hotspots

Weitere Bundesländer wollen Einschränkungen für Urlauber aus Corona-Hotspots beschließen: So will Baden-Württemberg Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lassen. Das Beherbergungsverbot für Besucher aus dem Kreis Gütersloh mit erhöhtem Infektionsgeschehen soll schnell in Kraft treten. Es gelte, sobald die Verordnung vom Sozial- und vom Wirtschaftsministerium notverkündet werde, teilte das Staatsministerium in Stuttgart mit.

Auch Sachsen-Anhalt will Einschränkungen für Urlauber nicht ausschließen. "Ich will nicht verhehlen, dass wir am nächsten Dienstag im Kabinett eine neue Verordnung beschließen – und dass wir durchaus auch derzeit sehr stark erwägen, in dieser Verordnung ein sogenanntes Beherbergungsverbot aufzunehmen", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Donnerstagmorgen im Interview mit "MDR Aktuell". Urlauber aus Risikogebieten könnten dann etwa keine Hotelzimmer mehr in Sachsen-Anhalt buchen. Als weitere Möglichkeit führte Haseloff Quarantäne-Regelungen für Urlauber an. Die Frage sei "nicht ob, sondern wie" man entsprechende Regelungen durchsetzen werde.

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Haseloff sprach sich außerdem dafür aus, dass sich die Bundesländer im Umgang mit Menschen aus Risikogebieten auf gemeinsame Richtlinien einigen sollten. In den vergangenen Tagen hatten Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein Einschränkungen für Urlauber aus solchen Regionen angeordnet. Ausgenommen sind in der Regel Menschen, die über einen negativen Corona-Test verfügen und ein ärztliches Attest vorweisen.

Migranten wollen nicht abgeschoben werden: Tausende klagen gegen eine Regelung der Bundesregierung. (Quelle: Zuma Wire/imago images)

Migranten klagen gegen Abschiebe-Sonderregelung

Tausende Migranten klagen gegen eine deutsche Abschiebe-Sonderregelung in der Corona-Krise. Das geht aus einer Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Grünen-Bundestagsfraktion hervor. Nach den Dublin-Regeln ist normalerweise jenes Land für Asylanträge zuständig, auf dessen Boden Schutzsuchende zuerst den Boden der Europäischen Union betreten haben. Auch Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein sind Teil des Systems. Wenn diese Menschen in andere europäische Staaten wie Deutschland weiterziehen, können diese sie in der Regel binnen sechs Monaten dorthin zurückschicken – danach werden sie selbst für deren Asylantrag zuständig.

In der Corona-Krise hat Deutschland diese sogenannten Dublin-Überstellungen im März ausgesetzt und erst Mitte Juni wieder aufgenommen. Währenddessen hat das Bundesinnenministerium auch die Sechs-Monats-Frist für vorübergehend außer Kraft erklärt, um die Menschen später überstellen zu können. Bis zum 1. Juni informierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) laut Ministerium rund 21.700 Asylbewerber über die Aussetzung der Frist. Andernfalls wäre in rund 2.600 Fällen die Zuständigkeit für das Asylverfahren an Deutschland übergegangen. 9.300 Klagen gegen den Bescheid des Bamf waren Anfang Juni noch anhängig.

Corona-Infektionsrate in Brasilien steigt steil an

In Brasilien hat die Rate der Neuinfektionen mit dem Coronavirus stark zugenommen. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 42.725 Ansteckungen verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in Brasília am Mittwoch mitteilte. Dies ist die bislang zweithöchste Zahl von registrierten Neuinfektionen im bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land.

Insgesamt wurden in Brasilien bislang mehr als 1,18 Millionen Infektionsfälle verzeichnet. Die offizielle Zahl der Corona-Todesopfer stieg um weitere 1.185 Verstorbene auf 53.830. Die brasilianische Corona-Kurve sei im "steilen Anstieg", dabei befinde sich das Land noch in der ersten Ausbreitungswelle des Virus, sagte der Wissenschaftler Domingos Alves, der einer mit der Pandemie befassten Forschergruppe angehört.

Mehrere brasilianische Bundesstaaten hatten gleichwohl zuletzt mit einer Lockerung der Corona-Restriktionen begonnen. 

Eine Familie sitzt auf einem Fußballfeld in der Favela Paraisopolis in Sao Paulo: Die Neuinfektionen in dem lateinamerikanischen Land steigen weiter rasant an. (Quelle: Andre Penner/AP/dpa)

Australische Regierung entsendet rund tausend Soldaten nach Melbourne

Die australische Regierung entsendet im Kampf gegen das Coronavirus rund tausend Soldaten in die Millionenmetropole Melbourne. Bis zu 850 von ihnen sollten kontrollieren, ob aus dem Ausland eingetroffene Reisende die vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne einhalten, teilte Verteidigungsministerin Linda Reynolds am Donnerstag mit. Weitere 200 Soldaten sollen nach ihren Angaben logistische und medizinische Unterstützung von Coronavirus-Testeinrichtungen leisten.

Eine deutliche Zunahme der Coronavirus-Neuinfektionen im Bundesstaat Victoria hat in Australien große Besorgnisse ausgelöst. Die meisten davon traten in der Regionalhauptstadt Melbourne auf. Die Behörden in Victoria verzeichneten in den vergangenen Tagen knapp 150 neue Infektionsfälle. Viele der Neuinfektionen in Melbourne – der nach Sydney zweitgrößten Stadt des Landes –stehen offenbar im Zusammenhang mit einem Hotel, in dem aus dem Ausland zurückgekehrte Australier unter Quarantäne gestellt waren. Auch ein Bekleidungsgeschäft im Norden der Stadt zählt zu den neuen Infektionsherden.

Die australischen Streitkräfte sind bereits jetzt im Kampf gegen die Pandemie im Einsatz. So bewachen Soldaten etwa die Grenzen von Bundesstaaten, die für Besucher von außerhalb geschlossen sind. Auch unterstützt das Militär Gesundheits- und Notdienste. Einen solch massiven Corona-Einsatz der Armee in einer australischen Großstadt wie die jetzt für Melbourne angekündigte Entsendung gab es bisher aber noch nicht.

LKA: Kriminelle Clans in NRW könnten Corona-Gelder erhalten haben

Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt (LKA) geht dem Verdacht nach, dass kriminelle Clans staatliche Corona-Soforthilfegelder abgegriffen haben könnten. Mehr dazu lesen Sie hier.

SPD will Immunitätsausweis womöglich doch zustimmen

Bärbel Bas: Die stellvertretende Fraktionschefin der SPD hat sich zu der Idee eines Immunitätsausweises geäußert. (Quelle: imago images/Archivbild)

Schäuble: Hoffe, dass wir gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hofft, dass die Gesellschaft die Corona-Krise zum Anlass für Veränderungen nimmt. "Meine größte Sorge ist, dass wir glauben, es wird alles einfach so weitergehen. Es war ein kurzer Betriebsunfall und wir machen genauso weiter, wie es vorher war", sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. "Meine größte Hoffnung ist deshalb, dass wir die Erfahrung dieser Pandemie wirklich nutzen, um uns selbst, jeder für sich, aber auch für die Welt als Ganzes zu fragen: Was haben wir in der Vergangenheit übertrieben? Was können wir für die Zukunft besser machen?"

Er hoffe, dass Europa "nun wirklich handlungsfähiger und einiger wird". "Ich hoffe, dass wir unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, der in der Krise gewachsen ist." Er erinnerte etwa an spontane Nachbarschaftshilfe. "Wenn davon viel erhalten bleibt, dann werden wir sagen können: Es war eine fürchterliche Krise, aber sie hat uns in vielem auch vorangebracht."

Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Krise überwunden werden könne: "Wir werden das schaffen." Aber danach werde vieles anders sein als vorher. Positiv dabei sei: "Wir können jetzt Dinge verändern, die wir in der Vergangenheit gerne geändert hätten, es aber nicht konnten oder wollten. Darin liegt die Chance."

Qantas streicht wegen Corona-Krise 6.000 Stellen

Die australische Fluggesellschaft Qantas Airways plant infolge der der Coronavirus-Krise mindestens 20 Prozent ihrer Belegschaft abzubauen und über Abschreibungen rund 1,3 Milliarden Dollar Liquidität aufzubringen. "Wir müssen uns für mehrere Jahre positionieren, wenn der Umsatz viel niedriger ausfällt", sagte Qantas-Chef Alan Joyce bei der Vorstellung eines Drei-Jahres-Plans. "Und das bedeutet, kurzfristig eine viel kleinere Fluggesellschaft zu werden."

Qantas kündigte an, mindestens 6.000 Stellen unter den 29.000 Mitarbeiter zu streichen, weitere 15.000 Mitarbeiter blieben vorübergehend freigestellt, bis vor allem der internationale Flugverkehr wieder zunehme. Joyce sagte, rund 100 Flugzeuge müssten zudem für bis zu 12 Monate oder länger am Boden bleiben, die sechs in der Flotte verbliebenen Boeing 747 sollen sofort – und nicht wie geplant erst in sechs Monaten – in den Ruhestand geschickt werden. Zudem wolle die Fluggesellschaft über die Abschreibung ihrer derzeit stillgelegten Airbus A380-Flotte bis zu 1,3 Milliarden Dollar aufbringen, um die Liquidität des Unternehmens zu sichern.

Steigen Ticketpreise bei Deutscher Bahn und Lufthansa?

Die Deutsche Bahn und die Lufthansa planen trotz der Corona-Krise keine Erhöhung ihrer Ticketpreise. Das versicherten Bahnchef Richard Lutz und der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr in der ""Bild"-Zeitung.

Lutz sagte, die Bahn stehe vor der "größten Investitions- und Wachstumsoffensive in der Geschichte der Eisenbahn" mit einem Volumen von 180 Milliarden Euro. Dies lasse sich aber nicht mit steigenden Preisen finanzieren. Vielmehr sollten mehr Reisende für die umweltfreundliche Bahn begeistert werden.

Spohr rechnet sogar mit sinkenden Preisen. "Spontan würde ich sagen, zunächst gehen Preise zurück, weil zu viel Angebot im Markt ist – aber nicht alle Airlines werden Corona langfristig überstehen", sagte er. Der Lufthansa-Chef sprach sich aber gegen Flug-Ticketpreise unter 30 Euro aus, "die es gar nicht geben dürfte". Das sei weder ökonomisch noch ökologisch zu verantworten.

Fahrgäste warten im Hauptbahnhof auf einem Bahnsteig auf ihren Zug: Die Arbeiten an einem Zukunftsplan für die Schiene stehen vor dem Abschluss. (Quelle: Sven Hoppe/dpa/dpa)

Trump-Regierung will Finanzierung von Corona-Teststationen stoppen

Die US-Regierung will laut einem Bericht des Senders CNBC Corona-Teststationen nur noch bis Ende Juni mit Bundesgeldern finanziell unterstützen. Dabei soll es sich laut dem Bericht um 13 Corona-Teststationen in fünf US-Bundesstaaten handeln. 

Corona-Neuinfektionen in den USA erreichen Tageshöchstwert seit April

Die USA haben einen neuen Höchststand an Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Am Dienstag wurden rund 34.700 neue Infektionen nachgewiesen – der höchste Stand seit Ende April und der dritthöchste Tageswert seit Beginn der Pandemie, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervorgeht. Im Vergleich: Am 1. Juni lag der Tageswert bei rund 17.400 Neuinfektionen. Die bisher höchste Zahl (36.400) wurde am 24. April verzeichnet. Hier lesen Sie mehr.

Szene in New York: Die USA bleiben weiter Schwerpunkt der Corona-Krise. (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Kanzleramtsminister: Bei Corona nicht zu sorglos werden

Nach den jüngsten Corona-Ausbrüchen etwa im Kreis Gütersloh hat Kanzleramtsminister Helge Braun zur Vorsicht gemahnt. "Diese größeren Ausbrüche haben jetzt gezeigt: In dem Moment, wo man dem Virus eine Chance gibt, schlägt es auch wieder zu", sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz".

"Wir haben nur dann eine Chance auf eine gute wirtschaftliche Erholung, auch auf eine soziale Entspannung (...), wenn die Infektionszahlen sehr, sehr niedrig sind", sagte Braun. "Deshalb glaube ich, ist die Aufgabe jetzt wirklich, jeden lokalen Ausbruch sehr, sehr genau und sehr schnell zu beantworten, aber auch nicht zu sorglos zu werden."

Aus seiner Sicht habe es in den letzten zwei, drei Wochen eine Phase gegeben, "wo manche Leute fast den Eindruck hatten, die Pandemie wäre vorbei". (...). "Und das ist unsere allergrößte Sorge, weil, bis wir wirklich einen effektiven Impfstoff oder Heilmittel haben, wird das Virus weiter lauern. Und deshalb ist das Beste, was wir tun können, dass wir wirklich diese Grundregeln alle konsequenter einhalten."

Laschet: Gütersloh nicht schlimmer als Ischgl

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat Österreich wegen der ausgesprochenen Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen indirekt kritisiert. Bei "Bild live" wird der Politiker gefragt, ob Gütersloh schlimmer als Ischgl sei. Laschets Antwort: "Als in Ischgl mal etwas passiert ist, haben wir nicht eine Reisewarnung für ganz Österreich ausgesprochen." "Ich glaube nicht, dass Gütersloh schlimmer ist als Ischgl."

Laschet kündigte an, alles Notwendige zu tun, um eine Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen: "Wir tun jetzt erst mal alles dafür, dass wir die Zahlen so kriegen, dass diese Reisewarnung bald wieder aufgehoben werden kann." Ein Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies hatte in den Kreisen Gütersloh und Warendorf zu einer deutlichen Verschärfung der Schutzmaßnahmen geführt.

Österreich hat nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischriesen Tönnies eine Reisewarnung für NRW herausgegeben: Das kritisiert Ministerpräsident Armin Laschet. (Quelle: dpa)

Zu Reisebeschränkungen für Bürger aus dem Kreis Gütersloh an der Ostsee sagte Laschet, er verstehe Urlaubsregionen, dass sie "Klarheit haben wollen". "Aber ich werbe auch dafür, dass die Menschen, die sich haben testen lassen, die auch nachweisen können, dass sie das Virus nicht tragen, auch die Möglichkeit haben, in Urlaub zu gehen."

Bund schickt Corona-Schutzausrüstung für Kreis Gütersloh

Im Kampf gegen den großen Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hilft der Bund mit Nachschub an Schutzausrüstung. Nach einer entsprechenden Bitte des dortigen Lagezentrums sollen 20 000 Masken, 10 000 Kittel, 10.000 Handschuhe, 1000 Schutzbrillen und 200 Liter Desinfektionsmittel geliefert werden, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundesgesundheitsministerium erfuhr. Damit sollen 90 Einsatzkräfte für drei Wochen ausgestattet werden können. Das Material sollte noch am Mittwoch versandt werden.

Mecklenburg-Vorpommern schickt Reisegruppe zurück nach Gütersloh

Eine Reisegruppe aus Gütersloh ist von einem Hotel im Ostseebad Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern zurückgewiesen worden. Wie ein Sprecher des Landkreises Rostock am Mittwoch mitteilte, war die Gruppe am Sonntag angereist. Das Hotel habe das Gesundheitsamt informiert, da bei der Anreise der Gruppe nicht sicher feststand, ob Gütersloh bereits ein Risikogebiet war. Das Gesundheitsamt und das Rechtsamt hätten dem Hotel auf Grundlage der Landesverordnung geraten, die etwa 40 Reisenden zurückzuschicken. Die Gäste konnten keinen negativen Corona-Test vorweisen, wie es die Landesverordnung in Mecklenburg-Vorpommern für Reisende aus Risikogebieten fordert.

Ostseestrand in Mecklenburg-Vorpommern: 40 Reisende konnten dort keinen Urlaub antreten. (Quelle: Jens Büttner/dpa)

NRW-Ministerpräsident: Ausbruch bei Tönnies birgt "enormes Pandemierisiko"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) maß der Infektionsserie beim Tönnies-Fleischkonzern nahe Gütersloh am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag ein "enormes Pandemierisiko" bei. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mahnte, wenn man es "diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich auch ganz schnell wieder aus".

Laschet sagte im Landtag: "Diese Krise ist noch nicht zu Ende. Das Virus ist weiter unter uns." Die Corona-Fälle bei Tönnies seien das "bisher größte Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland". Neben dem massiven Ausbruch in Ostwestfalen verzeichneten die Behörden in den vergangenen Tagen auch kleinere Corona-Infektionsherde in anderen Bundesländern.

Laschet: Urlauber aus Kreis willkommen heißen

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat die anderen Bundesländer aufgerufen, negativ auf das Coronavirus getestete Urlauber aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf willkommen zu heißen. Für beide Kreise hatte die Landesregierung erneut deutliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens verhängt, um ein Übergreifen des Coronavirus aus einem Tönnies-Schlachthof auf die übrige Bevölkerung zu verhindern.

Bayern hatte ein Beherbergungsverbot für Gäste aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen angekündigt, Menschen mit negativen Tests aber ausgenommen. Er habe in dieser Sache mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder telefoniert, der klar gemacht habe, dass Menschen aus Gütersloh willkommen seien, sagt Laschet im Landtag. Er erwarte dies auch von anderen Bundesländern. Menschen aus Gütersloh dürften nicht stigmatisiert werden.

Niedersachsen: 35 Infizierte in Putenschlachterei

Nach dem Start eines Corona-Massentests unter Mitarbeitern einer Putenschlachterei des Wiesenhof-Konzerns in Niedersachsen ist die Zahl der Infizierten auf 35 gestiegen. Bis Mittwochnachmittag wurden nach Angaben der Wiesenhof-Mutter PHW 341 Menschen in dem Betrieb in Wildeshausen getestet. Unter den 35 Infizierten befinden sich vier Festangestellte und 31 Arbeiter mit Werkvertrag. In Absprache mit den Behörden seien die Beschäftigten sowie Kontaktpersonen umgehend ermittelt worden und befänden sich in Quarantäne. Bis Freitagnachmittag sollen alle Mitarbeiter des Betriebs getestet worden sein.

Alle 35 positiv Getesteten haben sich dem Unternehmen zufolge privat eine Unterkunft angemietet, nur eine der Personen wohne in einer Gemeinschaftsunterkunft. Nach Angaben eines Sprechers des Landkreis Oldenburg wohnen die Betroffenen in diesem Landkreis sowie den Nachbarkreisen Cloppenburg, Diepholz, Vechta sowie in Delmenhorst.
Unterdessen hat der Landkreis Oldenburg über das Landesgesundheitsamt weiteres Personal zur Kontaktverfolgung angefordert. "Kontaktverfolgung ist das A und O", sagte der Sprecher. Diese sogenannten Containment Scouts seien speziell geschulte Mitarbeiter oder Medizinstudenten, die die Kontakte, die die Infizierten in den vergangenen Wochen hatten, nachverfolgen sollen.

Experten planen Corona-Experiment in britischer Stadt

Britische Wissenschaftler wollen mit einem ungewöhnlichen Experiment zur Eindämmung der Corona-Pandemie beitragen. Ihr Vorschlag: Jegliche Ausgangsbeschränkungen sollten in einer "mittelgroßen Stadt" aufgehoben werden, um festzustellen, ob das Virus nur durch wöchentliche Tests aller Einwohner, Warn-Apps und Selbstisolation bei ersten Covid-19-Anzeichen bekämpft werden kann.

Ihre Idee veröffentlichten die Forscher in der Zeitschrift "Open Science" der britischen Royal Society. Für die vielen notwendigen Corona-Tests sollten Speichelproben untersucht werden, schrieb das Team unter Leitung des Epidemiologen Julian Peto von der London School of Hygiene and Tropical Medicine. Neue Spucke-Schnelltests ermöglichten rasche Untersuchungen großer Bevölkerungsgruppen. Erste Tests mit diesem sogenannten RT-LAMP-Verfahren sollen bald in Southampton starten.

Scharfe Kritik an Laschet nach Corona-Ausbruch

Der Oppositionsführer im NRW-Landtag, Thomas Kutschaty (SPD), hat Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Führungsschwäche beim Krisenmanagement nach dem massiven Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik vorgeworfen. Hier lesen Sie mehr dazu.

Brasilien: Fast 40.000 Neuinfizierte an einem Tag

Brasilien hat 1.374 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. Dies teilte das Gesundheitsministerium in Brasília am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Dem Portal "G1" zufolge ist es – nach 1.470 Toten am 4. Juni – die zweithöchste für einen 24-stündigen Zeitraum registrierte Zahl seit Beginn der Pandemie. Damit stieg die Zahl der Corona-Toten in Brasilien auf 52.645. Neu-Infizierte kamen 39.436 dazu. Insgesamt haben sich mehr als eine Million Menschen in dem größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas nach den offiziellen Daten mit dem Coronavirus infiziert.

Massentests bei Wiesenhof gestartet

Alle Mitarbeiter eines zur Wiesenhof-Gruppe gehörenden Putenschlachthofs im niedersächsischen Wildeshausen werden seit Mittwoch auf das Coronavirus getestet. Davon betroffen sind mehr als 1.100 Menschen. Am Dienstag waren bereits Corona-Infektionen bei 23 Mitarbeitern festgestellt worden.

Die Proben würden von einem privaten Labor entnommen, aber "unter enger Aufsicht des Gesundheitsamtes durchgeführt", sagte ein Sprecher des Landkreises Oldenburg. "Es muss jetzt sehr schnell gehen." Im Laufe des Tages erwarte man zudem Ergebnisse von Tests vom Dienstag. Dabei gehe es um etwa 150 direkte Kontaktpersonen der zum Wochenbeginn ermittelten infizierten Mitarbeiter.

Betroffen ist ein mehrheitlich zur PHW-Gruppe (Wiesenhof) gehörender Schlachthof. Das Unternehmen hatte erklärt, in den kommenden Tagen nochmals alle Mitarbeiter testen zu lassen – Anfang Juni hatte es bereits einen ersten Durchlauf gegeben. Der Landkreis stellte die unmittelbaren Kontaktpersonen und Arbeitskollegen unter Quarantäne.

Auf Mittelmeer gerettete Flüchtlinge positiv getestet

Auf Sizilien ist bei 28 von insgesamt mehr als 200 aus dem Mittelmeer geretteten Flüchtlingen das Coronavirus nachgewiesen worden. Die 28 Migranten befänden sich auf der Fähre Moby Zazà im Hafen von Porto Empedocle in Quarantäne, teilte der Präsident der Region Sizilien, Nello Musumeci, mit. Die insgesamt 209 Migranten wurden italienischen Medienberichten zufolge am Dienstagmorgen getestet. Sie waren von der deutschen Hilfsorganisation Sea Watch gerettet worden.

Regionalpräsident Musumeci verwies im Online-Netzwerk Facebook darauf, dass er am 12. April darauf gedrungen habe, die Flüchtlinge zunächst auf dem Schiff unterzubringen, "um zu verhindern, dass sich Epidemien auf der Insel ausbreiten, ohne dass wir sie eindämmen und kontrollieren können". Inzwischen werde seine Forderung "besser verstanden" und jene, "die uns beinahe des Rassismus beschuldigten, merken, dass wir Recht hatten".

NRW-Gesundheitsminister: Neue Erkenntnisse über Ausbrüche bis zum Wochenende

Die Landesregierung will mit Massentests in den Kreisen Gütersloh und Warendorf bis Ende der Woche Erkenntnisse über die Verbreitung des Coronavirus erhalten. Bis Ende der Woche wolle man wissen, "ob das Virus in andere Teile der Bevölkerung übergesprungen ist", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Düsseldorfer Landtag zum Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück. Rund 900 Polizisten in beiden Kreisen unterstützen nach Angaben des Ministers die Behörden bei der Durchsetzung der Quarantäne der rund 7.000 betroffenen Tönnies-Beschäftigten.

Laumann kündigte erneut einen scharfen Kurs gegen die Zustände in der Fleischindustrie an. "Das hat mit einer humanen Arbeitswelt nichts mehr zu tun", sagte er. Der CDU-Politiker wies Vorwürfe zurück, die Behörden hätten Schlachthöfe nicht gut genug kontrolliert. In 30 Schlachthöfen seien bei Kontrollen erhebliche Mängel festgestellt worden, sagte Laumann. Dazu gehörten auch Tönnies-Betriebe. "Der Arbeitsschutz war pausenlos unterwegs, gerade in den Hotspots in NRW." Das derzeitige "System der industriellen Schlachtung" habe keine Zukunft mehr, meinte Laumann.

Laschet fordert Lösungen für Urlauber aus Kreis Gütersloh 

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die anderen Bundesländer aufgefordert, Menschen aus dem Kreis Gütersloh trotz des Corona-Ausbruchs Urlaub zu ermöglichen. "Eines geht nicht: dass man die Menschen aus dem Kreis Gütersloh öffentlich stigmatisiert", sagte Laschet am Mittwoch im Landtag in Düsseldorf. In einer Schlachtfabrik der Firma Tönnies im Kreis Gütersloh war es zuletzt zu dem Ausbruch gekommen.

Er habe mehrmals mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) telefoniert, sagte Laschet. Dieser habe versichert, Menschen aus Gütersloh seien willkommen, wenn sie auf das Coronavirus getestet seien. "Ich erwarte auch von den Bundesländern in Norddeutschland, dass wir zu solchen Regelungen kommen und dass wir gemeinsam diese Krise bewältigen", sagte Laschet in der Unterrichtung des Landtags. Außerhalb der Beschäftigten in der Fleischindustrie sei nur eine kleine Zahl von Fällen bisher bekannt.

7-Tage-Inzidenz im Kreis Gütersloh bei über 270

Im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ist die Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage auf 270,2 gestiegen. Das teilte der Kreis am Mittwoch auf Nachfrage mit. Am Dienstag lag der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch bei 257,4. Im benachbarten Kreis Warendorf stieg er auf 66,2. Am Tag zuvor hatte der Wert dort bei 61,2 gelegen.

Bund und Länder hatten in der Corona-Krise vereinbart, dass ab der Marke von 50 in einem Landkreis wieder stärkere Einschränkungen in Betracht gezogen werden sollen. Diese wurden am Dienstag von der nordrhein-westfälischen Landesregierung für die Kreise Gütersloh und Warendorf verkündet und traten in der Nacht auf Mittwoch in Kraft. Unter anderem dürfen im öffentlichen Raum nun nur noch zwei Menschen oder Menschen aus einem Familien- oder Haushaltsverbund zusammentreffen. Betroffen sind insgesamt rund 640.000 Einwohner der beiden Kreise.

Österreich warnt vor Reisen nach Nordrhein-Westfalen 

Österreich hat für Nordrhein-Westfalen eine partielle Reisewarnung verhängt. Das Land warnt damit offiziell vor Reisen in das Bundesland  "Vor allem unser Nachbarland Deutschland mit der Region Nordrhein-Westfalen hat gezeigt, wie schnell es zu einer weiteren dramatischen Situation kommen kann", sagt Bundeskanzler Sebastian Kurz nach einer Kabinettssitzung der Regierung.

Der konservative Politiker ergänzt, er hoffe, dass es zu keiner Ausbreitung auf ganz Deutschland komme. Für Österreich kündigte Kurz aufgrund der niedrigen Infektionszahlen weitere Lockerungsschritte unter anderem im Bereich der Gastronomie und bei Veranstaltungen an.

Fauci sieht die USA in "entscheidender Phase"

Angesichts der weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sieht US-Chefvirologe Anthony Fauci sein Land in einer entscheidenden Phase. Die nächsten zwei Wochen seien "entscheidend für unsere Fähigkeit", mit dem Anstieg der Infektionszahlen in Bundesstaaten wie Florida und Texas umzugehen, sagte der Berater von US-Präsident Donald Trump am Dienstag bei einer Ausschussanhörung im Kongress in Washington.

Zugleich versicherte Fauci, dass Trump ihn und andere Vertreter der Gesundheitsbehörden niemals angewiesen habe, die Corona-Tests einzuschränken. "Tatsächlich werden wir mehr Tests machen", fügte er hinzu.

Laschet dankt den Krisenhelfern in Gütersloh

Laschet dankte den Behördenmitarbeitern vor Ort für deren Einsatz. Ein örtlicher Krisenstabsleiter habe in der vergangenen Nacht gesundheitliche Probleme bekommen und sei "zusammengebrochen", sagte der Düsseldorfer Regierungschef. Die Menschen vor Ort arbeiteten bis an ihre persönlichen Belastungsgrenzen.

Laschet verteidigt seinen Umgang mit den Corona-Ausbrüchen

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seinen Umgang mit der Corona-Pandemie verteidigt und die Notwendigkeit einer ständigen Abwägung von Grundrechtseinschränkungen und vorsichtigen Lockerungsmaßnahmen hervorgehoben. "In dieser Lage muss man verantwortlich abwägen, immer wieder, jeden Tag neu", sagte Laschet am Mittwoch vor dem Düsseldorfer Landtag.

"Diese Krise ist noch nicht zu Ende. Das Virus ist weiter unter uns", sagte Laschet mit Blick auf den massiven Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies in Westfalen. Laschet nannte die Fälle dort "bisher größte Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland". Die Lage berge ein "enormes Pandemierisiko". 

Bei der Bevölkerung der beiden Kreise warb Laschet für Verständnis für den nun dort geltenden Teillockdown. "Ja, wir muten Ihnen da viel zu - die Sicherheit macht es erforderlich." Die Bürger rief Laschet auf, die Kreise "nur in besonderen Fällen zu verlassen". Menschen mit Reiseplänen in den bevorstehenden Sommerferien empfahl der Ministerpräsident: "Lassen Sie sich testen".

Beherbergungsverbot für Touristen aus Gütersloh in Niedersachsen

Niedersachsen erlässt nach dem massenhaften Corona-Ausbruch im Bereich Gütersloh ein Beherbergungsverbot für Touristen aus der Region. "Das Land wird die bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern geltende Regelung im Tourismusbereich anwenden auf Menschen aus dem Bereich Gütersloh", sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch in Hannover.

Laschet: Menschen aus Güterloh und Warendorf sollen mit negativem Test verreisen können

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat die anderen Bundesländer aufgerufen, negativ auf das Coronavirus getestete Urlauber aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf willkommen zu heißen. Für beide Kreise hatte die Landesregierung erneut deutliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens verhängt, um ein Übergreifen des Coronavirus aus einem Tönnies-Schlachthof auf die übrige Bevölkerung zu verhindern.

Bayern hatte ein Beherbergungsverbot für Gäste aus Landkreisen mit hohen Infektionszahlen angekündigt, Menschen mit negativen Tests aber ausgenommen. Er habe in dieser Sache mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder telefoniert, der klar gemacht habe, dass Menschen aus Gütersloh willkommen seien, sagt Laschet im Landtag. Er erwarte dies auch von anderen Bundesländern. Menschen aus Gütersloh dürften nicht stigmatisiert werden.

Jens Spahn äußert sich zu neuem Lockdown

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor der bundesweiten Gefahr durch regionale Corona-Hotspots gewarnt. "Wenn man es diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich auch ganz schnell wieder aus", sagte er am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". Er verstehe die Enttäuschung in den nordrhein-westfälischen Landkreisen Gütersloh und Warendorf, für die Corona-Lockerungen nach dem massiven Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies wieder weitgehend zurückgenommen wurden.

Es sei jetzt wichtig, auch deutlich zu machen, dass dies zum Schutz sowohl für die Bürger vor Ort wie auch aller Menschen im Bundesgebiet erforderlich sei, mahnte Spahn. Nach dem Ausbruch in Heinsberg etwa habe man gesehen, "wie schnell aus lokalem Geschehen dann auch bundesweites werden kann".

Günther: Entscheidungsfreude aus Krise auch nach Corona beibehalten

Als Konsequenz aus der Corona-Krise sollte die Politik nach Ansicht des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther (CDU) Entscheidungsprozesse beschleunigen. "Man hätte sich vor der Krise gar nicht vorstellen können, dass man von einem Tag auf den anderen Entscheidungen von so großer Tragweite treffen muss", sagte Günther der Deutschen Presse-Agentur. "Schnelligkeit ging in diesen Krisenzeiten plötzlich, und ich wünsche mir ausdrücklich, dass wir in wichtigen Fragen an Geschwindigkeit zulegen." Ein Beispiel seien die Planungen für große Infrastrukturvorhaben.

Als weitere besondere Erfahrungen aus der Corona-Zeit nannte Günther die Solidarität, die Einsicht in die Notwendigkeit, sich und andere vor dem Virus zu schützen und die Bereitschaft, Schutzmaßnahmen zu akzeptieren, die man in der Demokratie normalerweise nicht akzeptiere.

Im Falle einer möglichen zweiten Infektionswelle könne es schwieriger werden, die Notwendigkeit von Einschränkungen zu kommunizieren, sagte Günther. "Unsere Vorbereitungen sind aber auch so gut, dass die Einschnitte in jedem Fall geringer ausfallen würden." So seien mittlerweile Kapazitäten in Krankenhäusern und beim Schutzmaterial deutlich aufgestockt worden. "Zu Beginn mussten wir einen so harten Shutdown machen, weil die Kapazitäten nicht ausreichten." Das gäbe es bei einer zweiten Welle in dieser Dramatik nicht mehr.

Forscher warnen vor zweiter Welle in Großbritannien 

Führende britische Mediziner warnen vor einer zweiten Welle der Corona-Epidemie in dem Land. "Während der künftige Verlauf der Pandemie in Großbritannien schwer vorherzusagen ist, deuten die verfügbaren Hinweise an, dass lokale Ausbrüche immer wahrscheinlicher werden und eine zweite Welle ein echtes Risiko darstellt", heißt es in dem am Mittwoch im "British Medical Journal" veröffentlichten offenen Brief. "Viele Elemente der Infrastruktur, die zur Eindämmung des Virus benötigt werden, werden gerade erst eingerichtet, aber es gibt noch erhebliche Herausforderungen." Zu den Unterzeichnern gehören die Präsidenten des Royal College of Surgeons, des Royal College of Physicians und des Royal College of Emergency Medicine.

Premierminister Boris Johnson hatte erst am Dienstag verkündet, dass Kneipen, Restaurants und Hotels in England Anfang nächsten Monats wieder öffnen könnten. Auch Sportplätze, Kinos, Museen, Galerien und Büchereien sollen wieder öffnen dürfen. In Schottland, Wales und Nordirland entscheiden die dortigen Regierungen.

Großbritannien zählt zu den weltweit am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Der Johns Hopkins University zufolge wurden fast 308.000 Infizierte gezählt. Mehr als 43.000 starben mit dem Virus. 

Gouverneur: Bürger in Texas sollten zu Hause bleiben

Angesichts des starken Anstiegs der Coronavirus-Neuinfektionen in Texas hat Gouverneur Greg Abbott Bürger in seinem Bundesstaat aufgerufen, zu Hause zu bleiben. "Da sich das Virus im Moment so schnell ausbreitet, gibt es für Sie keinen Grund, Ihr Zuhause zu verlassen, es sei denn, es ist erforderlich. Der sicherste Ort für Sie ist Ihr Zuhause", sagte Abbott dem lokalen Fernsehsender KBTX. 

Mehrere US-Bundesstaaten verzeichnen die zweite Wochen in Folge Rekordanstiege bei der Zahl der bekannten Infektionen. Allein Texas gab für Montag mehr als 5.000 neue Fälle bekannt. Das Texas Children's Hospital kündigt an, wegen der großen Zahl der schweren Covid-19-Erkrankungen im Raum Houston nun auch Erwachsene aufzunehmen. Einer Reuters-Zählung zufolge erlitten am Dienstag auch Nevada und Arizona Rekordzuwächse.

Ein Mann in Texas wird auf das Virus getestet: Es hat binnen eines Tages mehr als 5.000 Neuinfektionen in dem Bundesstaat gegeben. (Quelle: Callaghan O'Hare/Reuters)

Fast 40.000 Neuinfektionen und knapp 1.400 weitere Todesfälle in Brasilien

Brasilien verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministeriums binnen 24 Stunden 39.436 neue bestätigte Coronavirus-Fälle sowie mit 1.374 weiteren Toten eine Verdopplung der Todesfälle innerhalb eines Tages. Seit Beginn der Pandemie sind in dem lateinamerikanischen Land mehr 1,1 Millionen Infektionen registriert, die weltweit zweithöchste Zahl nach den USA. Die Gesamtzahl der Todesfälle steigt dem Ministerium zufolge auf 52.645. 

Bericht: EU-Grenzen könnten für US-Bürger geschlossen bleiben

Die Europäische Union erwägt offenbar, Reisenden aus den Vereinigten Staaten im Sommer weiterhin die Einreise zu verwehren. Das geht aus einem Bericht der "New York Times" hervor. Demnach seien auf einer vorläufigen Liste mit Ländern, für die ab dem 1. Juli weiter Einreiseverbote gelten sollten, die USA, Russland und Brasilien verzeichnet. Die EU prüft derzeit, zu welchen Ländern die Grenzen Anfang Juli wieder geöffnet werden können. 

Söder verteidigt Urlaubsverbot für Menschen aus Corona-Hotspots

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht in den Beschränkungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten im Freistaat eine unbedingt notwendige Sicherheitsmaßnahme. Es gehe um die Sicherheit für alle Beteiligten - für die Menschen in Bayern, die Urlauber von überall her und auch für die Menschen aus den betroffenen Landkreisen in Nordrhein-Westfalen, sagte Söder am Dienstagabend in der ARD und im Bayerischen Fernsehen. "Wir möchten nicht, dass der Urlaub in Bayern für viele Leute unsicher wird."

Direkte Kritik am Corona-Krisenmanagement der NRW-Landesregierung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) übte Söder nicht. Auf die Frage, ob die strikten Beschränkungen für die beiden betroffenen Landkreise zu spät verhängt worden sei, sagte er: "Das kann ich von hier aus nicht beurteilen. Ich glaube, dass die Entscheidung jetzt aber richtig ist." Er müsse Laschet keinen Rat geben, dieser wisse genau, was er zu tun habe. Söder sagte lediglich, man habe sich schon ein "bisschen gewundert", warum die Menschen in den Corona-Hotspots nicht von Anfang an für eine Woche oder zehn Tage unter sich bleiben mussten. Lesen Sie hier mehr.

Umfrage: Jeder zweite Deutsche hat Angst vor einer zweiten Corona-Welle im Sommer

In einer Umfrage geben die Hälfte aller Befragten an, vor einer zweiten Corona-Welle während der Sommerferien Angst zu haben. Dies geht aus einer Befragung des Meinungsinstituts INSA im Auftrag der Zeitung "Bild" hervor. Etwas mehr als ein Drittel der Befragten, 34 Prozent, teilen diese Sorge nicht.

In der Umfrage zeigt sich, dass sich Frauen mit 55 Prozent häufiger vor einer zweiten Welle in den Ferien fürchten als Männer mit 45 Prozent. Während die Befragten zwischen 18 und 59 Jahren zu 46 bis 49 Prozent Angst vor einer zweiten Welle haben, steigt der Anteil bei den ab 60-Jährigen merklich auf 55 Prozent. Für den INSA-Meinungstrend wurden vom 19. bis zum 22. Juni 2020 insgesamt 2.058 Bürgerinnen und Bürger befragt.

Neuinfektionen in Berlin: R-Wert im roten Bereich 

In Berlin sind mittlerweile 7974 Coronavirus-Infektionen bestätigt worden. Von Montag auf Dienstag kamen nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung 59 neue Fälle hinzu. Erneut sprang ein Wert der sogenannten Corona-Ampel auf Rot: Die Reproduktionszahl (R-Wert) lag bei 1,96 und zum dritten Mal in Folge bei einem Wert von 1,2 oder höher. Sie gibt die Dynamik des Infektionsgeschehens an – und in den vergangenen beiden Wochen war ein deutlicher Anstieg der Neuinfektionen beobachtet worden.

Weiter im grünen Bereich sind aber die Zahl der Neuinfektionen pro Woche im Verhältnis zur Einwohnerzahl (mit 13,55 unter 20) und der Anteil der Plätze, die auf Intensivstationen für Covid-19-Patienten benötigt werden (mit 3,1 Prozent deutlich unter dem Grenzwert von 15 Prozent).

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen erst Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, müssen Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umgesetzt werden. 6961 Patienten gelten inzwischen als genesen, 130 werden im Krankenhaus behandelt, 39 davon intensivmedizinisch. Auch aus den rund 370 unter Quarantäne stehenden Haushalten in Neukölln sind weitere Corona-Fälle bekannt geworden. 106 Tests seien positiv ausgefallen, teilte das Bezirksamt Neukölln am Dienstagabend mit – das waren acht mehr als am Montag. Ob diese Fälle bereits in die Statistik der Gesundheitsverwaltung einflossen, war zunächst unklar. Insgesamt seien 798 Tests durchgeführt worden, noch lägen aber nicht alle Ergebnisse vor.

Gericht in Brasilien: Maskenpflicht für Bolsonaro

Die Verfügung eines Gerichts verpflichtet Brasiliens Präsidenten Jair Bolsonaro, in öffentlichen Räumen, Verkehrmitteln und Geschäften im Hauptstadtbezirk Brasília eine Schutzmaske zu tragen. Eine Zuwiderhandlung wird übereinstimmenden brasilianischen Medienberichten vom Dienstag zufolge mit einer Strafe von 2000 Reais (340 Euro) am Tag geahndet. Die Maskenpflicht gilt demnach auch für Angestellte im öffentlichen Dienst.

Niederlage: Brasiliens Präsident Bolsonaro muss künftig eine Maske tragen. (Quelle: Fotoarena/imago images)

Die Justiz folgt damit einer Zivilklage, die ein Anwalt aus der Hauptstadt eingereicht hat. Im Hauptstadtdistrikt ist nach einem Dekret des Gouverneurs Ibaneis Rocha das Tragen von Masken in der Corona-Pandemie verpflichtend. "Das Verhalten des Präsidenten der Republik, Jair Messias Bolsonaro, zeigt die klare Absicht, die von der Regierung des Hauptstadtdistrikts auferlegten Regeln zu brechen", zitierte das Portal "G1" aus der Begründung des Gerichts.Der rechtspopulistische Politiker verharmloste das Coronavirus und lehnte Schutzmaßnahmen ab. Bolsonaro zeigte sich bei diversen Gelegenheiten ohne Maske, löste Menschenansammlungen aus und machte Selfies mit Fans. Am Sonntag vergangener Woche war der damalige Bildungsminister Abraham Weintraub wegen der Teilnahme an einer Demonstration von Regierungsanhängern in Brasília ohne Maske zur Zahlung von 2000 Reais verdonnert worden.

Fauci: "Beunruhigender Anstieg von Infektionen" in den USA

Der führende US-Immunologe in der Corona-Krise, Anthony Fauci, hat sich besorgt über deutlich steigende Fallzahlen von Coronavirus-Infektionen in mehreren US-Bundesstaaten geäußert. Fauci sprach am Dienstag bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus von einem "beunruhigenden Anstieg von Infektionen" in Florida, Texas, Arizona und anderen Bundesstaaten. Die nächsten paar Wochen würden entscheidend dafür, diesem Anstieg entgegenzuwirken. Fauci sagte, es gebe aber auch Erfolge im Kampf gegen das Virus in den USA. So sei es etwa im Bundesstaat New York gelungen, die Fallzahlen zu senken.

Rund die Hälfte der 50 US-Bundesstaaten verzeichnen eine Zunahme von Fällen. Fauci sagte, die gewaltigen Anstrengungen bei der Suche nach einem Impfstoff machten Fortschritte. Er sei weiterhin zuversichtlich, dass ein wirksamer Impfstoff Anfang kommenden Jahres zur Verfügung stehen könne. Es gebe aber keine Garantie dafür. Fauci sagte, die USA seien schwer von der Pandemie getroffen worden. Die Vereinigten Staaten sind das Land mit den meisten nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen weltweit. Mehr als 2,3 Millionen Fälle wurden seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Mehr als 120 000 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Erreger SARS-CoV-2.

WHO: Weltweit meiste Neuinfektionen an einem Tag 

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind am 21. Juni weltweit über 183.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden – so viele wie nie zuvor. Das vermeldete der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag bei einer Pressekonferenz.

Laut der WHO nehmen die Fallzahlen weltweit aktuell wieder zu. Knapp 8,8 Millionen Menschen sind global mit dem Erreger infiziert, über 450.000 sind ums Leben gekommen. Der WHO-Generaldirektor rief die Staaten im Hinblick auf den Balanceakt zwischen der Sicherheit der Bürger und der Minimierung des wirtschaftlichen Schadens dazu auf, "vorsichtig und kreativ Lösungen zu finden, die es den Menschen ermöglichen, sicher zu bleiben, während sie mit ihrem Leben weitermachen".

RKI-Präsident Lothar Wieler informierte am Dienstag bei einem Presse-Briefing über die aktuelle Situation in Deutschland, bezog sich aber auch auf die Zahlen der WHO.

Demnach befinde sich das derzeitige Zentrum der Pandemie auf den amerikanischen Kontinenten. Knapp die Hälfte der bekannten Fälle wurde dort registriert. Besonders schlimm betroffen sind die USA mit über 2,3 Millionen und Brasilien mit über 1,1 Millionen Infizierten. 

44 Corona-Infizierte in Gebäudekomplex in Friedrichshain

Bei 44 Bewohnern eines Gebäudekomplexes im Berliner Stadtteil Friedrichshain sind Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Aufgrund "einiger" Corona-Fälle habe das Gesundheitsamt dort in der vergangenen Woche umfangreiche Testungen bei Kontaktpersonen vorgenommen, teilte eine Sprecherin des Bezirks am Dienstag auf Anfrage mit. Lesen Sie hier mehr darüber.

Berlin lockert Corona-Regeln weiter 

Die Stadt Berlin lockert die Mitte März eingeführten Corona-Regeln weiter. Die Kontaktbeschränkungen auf zwei Haushalte oder fünf Personen werden aufgehoben, kündigt der Senat an. Lesen Sie hier mehr darüber.

Berlin: Razzia wegen Corona-Subventionsbetrugs in islamistischer Szene

Wegen mutmaßlichen Betrugs bei der staatlichen Corona-Soforthilfe in der islamistischen Szene haben Berliner Ermittler am Dienstag mehrere Orte in Berlin durchsucht. Der Verdacht wegen Subventionsbetrugs richte sich gegen zwei Männer aus der Szene, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Im Fokus der Durchsuchungen standen laut Polizei eine Moschee in Berlin-Tempelhof, eine Wohnanschrift sowie eine Wohn- und Geschäftsadresse. Festnahmen gab es demnach zunächst nicht. Bei der Razzia waren 250 Beamte im Einsatz.

Im April hatte die Berliner Staatsanwaltschaft mitgeteilt, durch Subventionsbetrug bei Corona-Soforthilfen sei ein Schaden von rund 700.000 Euro entstanden. Bereits im Mai durchsuchten Ermittler wegen Corona-Betrugsverdachts in Berlin Wohnungen und Autos mutmaßlicher Salafisten, die laut damaligen Angaben betrügerisch Corona-Soforthilfen für Kleinbetriebe beantragt und teilweise auch erhalten haben sollen.

England lockert Corona-Beschränkungen 

In England werden die Beschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert. Vom 4. Juli an werde der vorgeschriebene Abstand zwischen zwei Personen von zwei auf "einen Meter plus" verringert, sagt Premierminister Boris Johnson. Das trage dazu bei, dass das Gastgewerbe wieder den Betrieb aufnehmen könne.

Hochzeitsfeiern seien wieder erlaubt, allerdings mit maximal 30 Gästen. Gotteshäuser würden wieder für Gottesdienste geöffnet. Fitnesszentren, Schwimmbäder und Bowlingbahnen blieben aber geschlossen. Dagegen dürften Sportplätze, Kinos, Museen, Galerien und Büchereien wieder öffnen. In Schottland, Wales und Nordirland entscheiden die dortigen Regierungen.

Lothar Wieler: "Virus wird unser Land nicht verlassen"

Auch das Robert Koch-Institut (RKI) schaut mit Sorge auf die neuen Corona-Hotspots in Deutschland. RKI-Präsident Lothar Wieler erklärte am Dienstag, dass wir noch lange mit dem Virus leben müssten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Erster regionaler Lockdown: Das sind die neuen Regeln

Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies hat NRW-Landeschef Armin Laschet einen Lockdown für den Kreis Gütersloh verhängt. Außerdem soll es massive Testungen in der Bevölkerung geben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Armin Laschet: Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen hat am Dienstag den bundesweit ersten regionalen Lockdown im Kreis Gütersloh verkündet. (Quelle: David Inderlied/dpa)

Chinesische Firma darf Impfstoffkandidaten an Menschen testen

Eine Tochter des chinesischen Unternehmens Chongqing Zhifei Biological Products hat grünes Licht von den heimischen Behörden erhalten, einen Impfstoffkandidaten gegen das neuartige Coronavirus in Tests mit Menschen zu erproben. Chongqing Zhifei Biological Products teilt mit, der Impfstoff werde gemeinsam mit Anhui Zhifei Longcom Biopharmaceutical und dem Institute of Microbiology Chinese Academy of Sciences entwickelt.

Mexiko: Neugeborene Drillinge positiv auf das Coronavirus getestet

In Mexiko sind Drillinge nach offiziellen Angaben vermutlich mit Coronavirus-Infektionen zur Welt gekommen. Sie waren wenige Stunden nach ihrer Geburt am Mittwoch getestet worden, weil es sich um Frühgeburten handelte, wie die Gesundheitsministerin des Bundesstaates San Luis Potosí, Mónica Rangel, am Montag (Ortszeit) mitteilte. Bei allen drei Babys – zwei Jungen und einem Mädchen – fiel das Ergebnis den Angaben nach positiv aus. Eines von ihnen habe Symptome der Lungenkrankheit Covid-19. Die Eltern hätten keine Symptome, seien aber isoliert und getestet worden – die Ergebnisse stünden noch aus.

Es sei unmöglich, dass sich die Kinder nach ihrer Geburt angesteckt hätten, sagte Rangel. Man werde untersuchen, ob sich das Virus über die Plazenta übertrage. Es hatte zuvor vereinzelt Berichte aus anderen Ländern über Neugeborene gegeben, die mit dem Erreger SARS-CoV-2 auf die Welt gekommen waren.

Mehr als 100.000 Corona-Infektionen in Südafrika 

In Südafrika ist die Zahl der registrierten Coronavirus-Infektionen über die Schwelle von 100.000 gestiegen. Die Zahl liege nun bei 101.590, teilte das Gesundheitsministerium in Pretoria am Montag mit. Südafrika ist das Land mit der mit Abstand höchsten Zahl von offiziell erfassten Coronavirus-Fällen auf dem afrikanischen Kontinent.

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen in dem Land hatte zuletzt deutlich zugenommen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entfällt mehr als die Hälfte der in ganz Afrika erfassten Coronavirus-Infektionsfälle auf Südafrika. Die Zahl der offiziell verzeichneten Corona-Toten in dem Land lag am Montag bei 1.991. Binnen 24 Stunden zählten die Behörden 61 weitere Todesfälle.

Bundesamt erwartet mehr als drei Millionen Arbeitslose im Sommer

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland dürfte nach Einschätzung des Bundesamts für Arbeit (BA) infolge der Corona-Krise erstmals seit zehn Jahren im Sommer wieder über drei Millionen steigen. "Wir werden im Sommer voraussichtlich die Drei-Millionen-Marke überschreiten", sagte BA-Chef Detlef Scheele der "Süddeutschen Zeitung". Im saisonbedingt üblicherweise schwierigeren Arbeitsmarkt im Winter war die Arbeitslosigkeit zuletzt vor fünf Jahren so hoch.

Scheele hofft aber, dass sich die Lage nach dem Sommer bessert. Damit die Arbeitslosenzahl im Herbst wieder sinke, müssten jetzt die Lockerungen der Corona-Restriktionen in der Gastronomie oder Reisebranche wirken, der Welthandel in Gang kommen und das Konjunkturpaket der Bundesregierung "zünden".

Besonders hart treffe die Corona-Krise befristet Beschäftigte und Zeitarbeiter, sagte der BA-Chef. Auch die Jugendarbeitslosigkeit steige an. Bei Frauen habe die Corona-Krise eine doppelte Negativwirkung. Sie seien stärker in besonders betroffenen Branchen tätig als Männer und verdienten dadurch weniger. Zugleich müssten sie mehr Betreuungsaufgaben übernehmen.

Söder sagt zweite Corona-Welle voraus

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat davor gewarnt, die Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus leichtfertig zu verspielen. "Dass es eine zweite Welle gibt, da bin ich ganz sicher", sagte der CSU-Chef auf einem Onlinepodium der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in München. Die Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen, Peking und anderswo zeigten, dass schon ein Funke genüge. Solange es keinen Impfstoff und kein Medikament gebe, sei die Sache noch nicht gelaufen.

Erwägungen, nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischindustrie Leiharbeit und Werkverträge über diese Branche hinaus zu verbieten, lehnte Söder ab. Leiharbeit könne der angeschlagenen Wirtschaft nächstes Jahr sehr helfen. Vbw-Verbandspräsident Wolfram Hatz sagte, im Maschinenbau gehe es nicht ohne Leiharbeit und Werkverträge.

Hatz und Söder kritisierten, dass die SPD eine breitere Autokaufprämie im Konjunkturpaket verhindert habe. Das Thema Auto sei noch nicht erledigt, sagte der Ministerpräsident. Aber mit dem Konjunkturpaket sei bereits viel Geld da. Und wegen der kommenden Bundestagswahl dürfte die Politik auch nächstes Jahr einen langen Atem haben. Jetzt im Herbst sei vor allem wichtig, die Verwaltungsverfahren zu beschleunigen und "die Fettschicht, die in der Bürokratie entstanden ist, wegzuschneiden".

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