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Lehrerverband: Hälfte der Schulstunden sind ausgefallen

Von afp, dpa, rtr, t-online
Aktualisiert am 15.05.2021Lesedauer: 197 Min.
Ein leeres Klassenzimmer (Symbolbild). Der Lehrerverband hat errechnet, dass Sch√ľler ein halbes Jahr Unterricht verloren haben.
Ein leeres Klassenzimmer (Symbolbild). Der Lehrerverband hat errechnet, dass Sch√ľler ein halbes Jahr Unterricht verloren haben. (Quelle: imago-images-bilder)
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Hinweis: Dieser Newsblog hat den Stand vom 15. Mai 2021. Die neuste Version mit den aktuellsten Informationen rund um Corona finden Sie hier.

Weltweit haben sich laut Johns-Hopkins-Universität mehr als 161 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, rund 3,35 Millionen Erkrankte sind gestorben. In Deutschland sind mehr als 3,5 Millionen Menschen positiv getestet worden, wie das Robert Koch-Institut mitteilt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei mehr als 86.000 (Stand: 15. Mai).

Lehrerverband: Hälfte der Schulstunden sind ausgefallen

Bei Deutschlands rund elf Millionen Sch√ľlern sind nach Angaben des Deutschen Lehrerverbands seit Beginn der Corona-Pandemie rund die H√§lfte der Schulstunden im Pr√§senzunterricht ausgefallen. Seit M√§rz 2020 seien durchschnittlich zwischen 350 und 800 Stunden Pr√§senzunterricht f√ľr jeden Sch√ľler ausgefallen, sagte Verbandspr√§sident Heinz-Peter Meidinger der "Bild"-Zeitung (Samstagsausgabe). "Das ist im Schnitt wohl ein halbes Schuljahr."

Mancherorts ist der Ausfall noch gr√∂√üer. In Hamburg etwa seien durch weitgehende Schulschlie√üungen 540.000 Stunden ausgefallen, berichtete die "Bild" unter Berufung auf die zust√§ndige Schulbeh√∂rde. Homeschooling und Distanzunterricht seien in diesen Zahlen nicht eingerechnet. Jeder Hamburger Mittelstufen-Sch√ľler habe demnach im Durchschnitt 900 Schulstunden verpasst. Dies entspreche sogar drei Viertel der Schulstunden eines Schuljahres.

Indien meldet 3.900 Tote an einem Tag

In Indien meldet das Gesundheitsministerium 326.098 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionsf√§lle steigt damit auf 24,37 Millionen. Das ist weltweit der zweith√∂chste Wert nach den USA. 3890 weitere Menschen starben in Indien in Zusammenhang mit dem Virus, insgesamt sind es nun 266.207 Todesf√§lle. Allein in dieser Woche verzeichnen die Beh√∂rden 1,7 Millionen weitere Ansteckungsf√§lle und mehr als 20.000 Tote. Die Dunkelziffer in dem Land mit seinen mehr als 1,36 Milliarden Einwohnern d√ľrfte Experten zufolge deutlich h√∂her sein.

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Astrazeneca-Impfstoff ist in Deutschland zunehmend gefragt

Nach vor√ľbergehender Skepsis ist die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin in Deutschland deutlich gestiegen. "Wir verzeichnen eine deutliche Nachfrage der √Ąrzte", sagte ein Sprecher des Deutschen Apothekenverbandes der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag.

Auch die kassen√§rztliche Vereinigung in Baden-W√ľrttemberg registriert einen Anstieg des Interesses der Arztpraxen. Nach Angaben eines Sprechers sind daf√ľr vor allem zwei Gr√ľnde verantwortlich. Zum einen liege dies an der generellen Aufhebung der Impfpriorisierung in Baden-W√ľrttemberg, weshalb sich auch j√ľngere Menschen in den Praxen impfen lassen k√∂nnten. Deshalb entf√§llt die Sorge vieler √Ąrzte, am Abend Impfdosen √ľbrig zu behalten oder nach √§lteren Patienten suchen zu m√ľssen.

Zum anderen hatten die Gesundheitsminister von Bund und L√§nder entschieden, dass eine Zweitimpfung bei Astrazeneca nun schon nach vier Wochen m√∂glich sein soll, obwohl diese die Impfwirkung gegen√ľber den bislang empfohlenen zw√∂lf Wochen verschlechtert. Viele J√ľngere nutzten nun die Chance, sich innerhalb von vier Wochen eine Vollimpfung zu besorgen, weil ihnen dies mehr Freiheiten im Alltag und beim Reisen gebe, hie√ü es in Bund-L√§nder-Kreisen. Das Bundesgesundheitsministerium best√§tigt den Trend: "Wir haben Mitteilungen aus der √Ąrzteschaft, dass dieses Angebot auch von j√ľngeren Menschen tats√§chlich sehr dankbar angenommen wird", sagte ein Sprecher in Berlin.

Der digitale Impfnachweis lässt weiter auf sich warten: Das bayerische Gesundheitsministerium fordert weiter eine einheitliche Lösung (Symbolfoto).
Der digitale Impfnachweis lässt weiter auf sich warten: Das bayerische Gesundheitsministerium fordert weiter eine einheitliche Lösung (Symbolfoto). (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Portugal lässt englische Fußballfans einreisen

Die englischen Fu√üball-Fans werden beim nach Porto verlegten Champions-League-Finale die erhoffte Reisefreiheit genie√üen. Gut zwei Wochen vor dem Duell zwischen Manchester City und dem FC Chelsea (29. Mai) machte die portugiesische Regierung am Freitag den Weg frei und hob die im Januar verh√§ngten Corona-Restriktionen f√ľr Reisende aus Gro√übritannien auf. Diese k√∂nnen nun unter Vorlage eines negativen PCR-Tests ins Land kommen.

Noch am Donnerstag hatte eine Regierungssprecherin betont, dass diese Entscheidung zun√§chst abzuwarten bleibe. F√ľr den Tourismus in Portugal ist sie nun ein wichtiger Schritt, britische Reisende stellen "einen wichtigen Markt f√ľr unser Land" dar, sagte die zust√§ndige Ministerin Rita Mendes der Nachrichtenagentur AFP. Schon ab Montag sollen zus√§tzliche Fl√ľge angeboten werden.

Holetschek: Keine "Insellösung" bei Impfnachweis

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) will in der Debatte um digitale, fälschungssichere Corona-Impfnachweise "keine Insellösungen". "Es ist notwendig, dass wir den digitalen Impfpass bundesweit haben", sagte er am Freitag bei der Besichtigung eines Impfzentrums im oberbayerischen Ebersberg. "Es muss schon eine bundeseinheitliche Lösung sein."

Es kam die Frage auf, warum sich die Politik erst jetzt ‚Äď knapp ein halbes Jahr nach Beginn der ersten Corona-Impfungen in Deutschland ‚Äď mit f√§lschungssicheren Impfnachweisen befasse. Darauf sagte er, die Fragen nach Lockerungen f√ľr Geimpfte seien "Entwicklungen, die in den letzten Wochen" aufgekommen seien. Zudem habe man auf Vorgaben der Europ√§ischen Union warten m√ľssen. Bayern wolle dem Bund aber Druck machen: "Da k√∂nnen wir insgesamt alle noch besser werden."

Dem Landkreis Ebersberg im S√ľdosten von M√ľnchen geht das alles nicht schnell genug. Die Beh√∂rden dort haben darum ein gemeinsames Impfpass-Projekt mit dem Magdeburger Unternehmen "Alive" gestartet. Dabei werden die Impfdaten nicht an den Namen, sondern an die jeweilige Personalausweis-Nummer gekn√ľpft. Ein QR-Code, der den Impfstatus nachweisen soll, ist nur 60 Sekunden g√ľltig und k√∂nne darum nicht kopiert werden. Absolut f√§lschungssicher sei das, sagte "Alive"-Gesch√§ftsf√ľhrer Martin Behmann ‚Äď und v√∂llig unkompliziert.

"Das Ebersberger Modell ist ein interessantes Modell", sagte Holetschek zwar dazu, betonte aber, dass Deutschland auf den digitalen Impfpass setzt, der unter der F√ľhrung des amerikanischen Technologiekonzerns IBM entstehen soll. Zuvor wurde auch in Th√ľringen ein eigenst√§ndiges Pilotprojekt mit einem digitalen Impfnachweis gestartet.

Gesundheitsminister Jens Spahn: Wenn bei einer Inzidenz unter 100 geöffnet werde, solle dies zuerst im Außenbereich geschehen.
Gesundheitsminister Jens Spahn: Wenn bei einer Inzidenz unter 100 geöffnet werde, solle dies zuerst im Außenbereich geschehen. (Quelle: imago-images-bilder)

Spahn: Inzidenzwert unter 100 gibt Zuversicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die weiter sinkende Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland als ermutigend bezeichnet. Die Tatsache, dass die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit dem 20. M√§rz wieder unter die Schwelle von 100 gesunken sei, gebe Anlass zur Zuversicht, sagte er am Freitag beim Besuch der Bundeswehrapotheke im nieders√§chsischen Quakenbr√ľck. Die Lage sei aber bundesweit sehr unterschiedlich, denn es gebe Landkreise mit einem Inzidenzwert von 35, aber auch solche mit √ľber 200.

Spahn betonte, ihm sei es wichtig, dass, wenn bei einer Inzidenz unter 100 ge√∂ffnet werde, dies zuerst im Au√üenbereich geschehe. Dies gelte f√ľr die Au√üengastronomie oder kleine Konzerte oder ein Fu√üballspiel mit ausged√ľnnter Teilnehmerzahl und Abstands- und Hygienekonzept. "Ich kann nur bei den L√§ndern und Landkreisen daf√ľr werben, dass wir insbesondere bei der Innengastronomie warten, bis wir unter 50er Inzidenzen sind." Wenn sich mehrere Menschen l√§nger im Innenraum ohne Maske aufhielten, sei dies die Mischung, die es dem Virus leicht mache, sich zu verbreiten.

Mit Blick auf den Sommerurlaub verwies Spahn auf die derzeitige Empfehlung, noch soweit m√∂glich auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Das werde man bei einem niedrigen Infektionsgeschehen zum Sommer hin sicher lockern k√∂nnen. "Ich verstehe die Sehnsucht, aber wir sind eben noch in der Pandemie." Deshalb solle man sich L√§nder aussuchen, die auch niedrige Inzidenzwerte aufwiesen. Im Zweifel sei es aber nicht die weite Reise, sondern "eher Nordsee als die S√ľdsee".

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Fast 36 Prozent der Deutschen haben Erstimpfung erhalten

In Deutschland sind am Mittwoch so viele Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden wie noch nie. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden an dem Tag 1.353.453 Impfspritzen gesetzt, an Christi Himmelfahrt waren es 408.260. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mitteilte, wurden damit an beiden Tagen zusammen fast zwei Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft.

Damit seien 35,9 Prozent (29,8 Millionen) der Menschen in Deutschland mindestens einmal geimpft und 10,6 Prozent (8,8 Millionen) voll gesch√ľtzt. Laut RKI hatte es vor dem neuen Tagesrekord in den vergangenen Wochen bereits drei Tage gegeben, an denen √ľber eine Million Impfspritzen gesetzt wurden. Insgesamt wurden demnach bis einschlie√ülich Donnerstag etwa 38,6 Millionen Impfdosen verabreicht.

Spahn: Langfristige Lagerung von Impfstoffen sichern

Gesundheitsminister Jens Spahn fordert Kapazit√§ten f√ľr eine l√§ngerfristige Lagerung von Corona-Impfstoffen. Gesundheits- und Verteidigungsministerium seien dar√ľber im Gespr√§ch, sagt der CDU-Politiker bei einem Besuch im Bundeswehr-Verteilzentrum in Quakenbr√ľck mit Blick auf m√∂glicherweise n√∂tige Nachimpfungen.

Landkreistag fordert Präsenzunterricht ab Juni

Der Deutsche Landkreistag hat sich f√ľr eine bundesweite R√ľckkehr zu normalem Schulunterricht in den Klassenzimmern im Juni ausgesprochen. Angesichts der Entwicklung in der Corona-Pandemie seien solche √Ėffnungen jetzt zu verantworten, sagte dessen Pr√§sident Reinhard Sager dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sie sollten im Mai beschlossen und sp√§testens zum Juni umgesetzt werden ‚Äď ganz und nicht nur im Wechselunterricht. "Bis dahin d√ľrften noch mehr, wenn nicht alle Bundesl√§nder die Inzidenz von 100 unterschreiten."

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Die Sommerferien beginnen in den ersten Bundesl√§ndern in diesem Jahr am 21. Juni. Aktuell gilt, dass bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 ‚Äď also 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen ‚Äď in einem Kreis, an den Schulen Wechselunterricht stattfinden muss. Die Werte gehen inzwischen in den meisten Regionen deutlich zur√ľck. In vielen Bundesl√§ndern werden die Corona-Beschr√§nkungen nun nach und nach gelockert.

Brinkhaus will Impfzentren beibehalten

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat sich f√ľr eine dauerhafte Vorhaltung der Impfzentren auch √ľber die aktuelle Corona-Pandemie hinaus ausgesprochen. "Wir sollten pr√ľfen, ob wir die Infrastruktur der Impfzentren nicht dauerhaft in Reserve halten k√∂nnen, denn das wird nicht die letzte Pandemie gewesen sein, die wir erleben werden", sagte Brinkhaus der D√ľsseldorfer "Rheinischen Post" vom Freitag.

"Auch wenn die Impfzentren in den nächsten Jahren nicht erneut zum Einsatz kommen, ermöglichen sie uns im Notfall, schnell zu reagieren", sagte er. "Diese zusätzliche Infrastruktur ist wichtig, um Handlungsfähigkeit zu behalten."

Ralph Brinkhaus: Der CDU-Politiker ist daf√ľr, dass die Impfzentren in Deutschland bestehen bleiben.
Ralph Brinkhaus: Der CDU-Politiker ist daf√ľr, dass die Impfzentren in Deutschland bestehen bleiben. (Quelle: Political-Moments/imago-images-bilder)

Briten kämpfen mit Massentests gegen indische Variante

Nach einem Anstieg von F√§llen der indischen Corona-Variante B.1.617.2 will die britische Regierung mit gezielten Massentests in betroffenen Regionen die Ausbreitung verhindern. Im Nordwesten von England sowie in London w√ľrden mobile Teams gezielt Tests anbieten und die Nachverfolgung von Kontakten verst√§rken, wie die britische Regierung mitteilte. Au√üerdem sollen noch mehr Proben gensequenziert werden.

Man lote derzeit auch M√∂glichkeiten aus, wie Impfungen m√∂glichst effektiv eingesetzt werden k√∂nnten, sagte der f√ľr die Impfkampagne zust√§ndige Staatssekret√§r Nadhim Zahawi am Freitag dem Sender Sky News. So k√∂nnten entweder zweite Impfdosen vorgezogen oder in den Regionen auch j√ľngere Altersgruppen geimpft werden, die eigentlich noch nicht an der Reihe sind.

Laut Statistiken von Public Health England hat sich die Zahl der in Gro√übritannien nachgewiesenen F√§lle der Variante B.1.617.2 innerhalb einer Woche auf gut 1.300 F√§lle verdoppelt. Allerdings soll es noch keine Klarheit dar√ľber geben, ob sich die Mutante der Wirkung von Impfstoffen entzieht oder schwerere Erkrankungen hervorruft.

USA heben Maskenpflicht f√ľr vollst√§ndig Geimpfte auf

US-Pr√§sident Joe Biden hat die neuen Richtlinien der Gesundheitsbeh√∂rde CDC zum weitgehenden Aufheben der Maskenpflicht f√ľr Geimpfte als "Meilenstein" im Kampf gegen die Pandemie gefeiert. "Heute ist ein gro√üer Tag f√ľr Amerika in unserem langen Kampf gegen das Coronavirus", sagte Biden am Donnerstag im Wei√üen Haus. "Wenn Sie vollst√§ndig geimpft sind, m√ľssen Sie keine Maske mehr tragen." Biden warnte, das gelte nicht f√ľr Menschen, die noch keinen vollst√§ndigen Impfschutz haben. Die CDC hatte zuvor Richtlinien ver√∂ffentlicht, nach denen vollst√§ndig geimpfte Personen nicht nur drau√üen, sondern auch in geschlossenen R√§umen meist keine Maske mehr tragen m√ľssen.

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Biden sagte, die Fallzahlen seien in 49 der 50 Bundesstaaten gesunken. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit Covid-19 sei auf dem niedrigsten Stand seit April vergangenen Jahres. Am Donnerstag sei die Marke von 250 Millionen verabreichten Impfdosen seit seinem Amtsantritt am 20. Januar erreicht worden. Insgesamt sind inzwischen nach CDC-Angaben mehr als 117 Millionen der rund 330 Millionen Menschen in den USA vollständig geimpft worden. Bei Erwachsenen liegt die Quote bei gut 45 Prozent.

Biden appellierte an die verbliebenen Amerikaner, sich impfen zu lassen. Der US-Pr√§sident rief dazu auf, Verst√§ndnis f√ľr jene Menschen zu zeigen, die die Masken trotz Impfschutzes noch nicht ablegen wollten. "Bitte behandeln Sie sie mit Freundlichkeit und Respekt. Wir hatten zu viele Konflikte, zu viel Bitterkeit, zu viel Wut, zu viel Polarisierung in dieser Frage √ľber das Tragen von Masken. Lassen Sie uns das beiseite legen. Erinnern wir uns: Wir sind alle Amerikaner."

Kassenärzte: Kritik nach Aufhebung der Priorisierung

Berlins Kassen√§rzte haben √ľberrascht und mit scharfer Kritik auf die von der Gesundheitsverwaltung angek√ľndigte Aufhebung der Priorisierung beim Impfen gegen Corona in den Praxen reagiert. Dadurch w√ľrden falsche Erwartungen bei den Berlinerinnen und Berlinern geweckt, Chaos in den Praxen sei programmiert, teilte die Kassen√§rztliche Vereinigung (KV) der Hauptstadt am Donnerstag mit. Es habe vorab keine Absprachen zu dem Thema gegeben.

Noch immer mangele es den √Ąrzten an Impfstoff, so dass selbst Menschen aus den Vorranggruppen bislang nicht umfassend geimpft werden k√∂nnten, erkl√§rte die KV. Auch sei die Priorisierungsgruppe 3, zu der etwa Menschen √ľber 60 geh√∂ren, gerade erst ge√∂ffnet worden. Man rate den Praxen daher, auch weiter an Kriterien wie Alter, Vorerkrankung und Zugeh√∂rigkeit zu bestimmten Berufsgruppen festzuhalten. Ob dies noch vermittelbar ist, sei die gro√üe Frage. "Die Frage der Impfpriorisierung darf nicht zum Wahlkampfthema gemacht werden, sondern hat wohl√ľberlegte sachliche Hintergr√ľnde."

Pilotprojekt: Ansturm auf elektronischen Impfnachweis in Th√ľringen

In Th√ľringen gibt es einen regelrechten Ansturm auf den elektronischen Nachweis f√ľr Corona-Impfungen. Seit dem Start der Abrufm√∂glichkeit habe es rund 60.000 Anfragen danach gegeben, sagte J√∂rg Mertz, Leiter des Pandemiestabs bei der Kassen√§rztlichen Vereinigung (KV), am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Nachweis in Gestalt eines PDF-Dokuments mit QR-Code kann seit Mittwochvormittag auf dem Terminvergabeportal "www.impfen-thueringen.de" auf das Smartphone oder den PC heruntergeladen werden. Er enthält den Namen des Geimpften, den verabreichten Impfstoff und das Datum der beiden Einzelimpfungen. Auch der Papierausdruck ist möglich.

M√∂gliche Visualisierung eines internationalen Impfpasses: So k√∂nnte ein digitaler Impfnachweis aussehen - Th√ľringen hat auf Landesebene ein Pilotprojekt gestartet.
M√∂gliche Visualisierung eines internationalen Impfpasses: So k√∂nnte ein digitaler Impfnachweis aussehen - Th√ľringen hat auf Landesebene ein Pilotprojekt gestartet. (Quelle: C. Hardt/Future Image/imago-images-bilder)

Den elektronischen Impfnachweis als Erg√§nzung zum Eintrag im gelben Impfausweis k√∂nnen all jene anfordern, die sich in den regionalen Impfstellen und den gro√üen Impfzentren Th√ľringens gegen Covid-19 haben immunisieren lassen. F√ľr in Arztpraxen Geimpfte ist dies noch nicht m√∂glich. Zur Vorbereitung auf die in den n√§chsten Wochen erwartete bundesweite Impf-App testet Th√ľringen den elektronischen Nachweis in einem Pilotprojekt, an dem auch Brandenburg beteiligt ist. Das Zertifikat soll f√§lschungssicher sein. Es gilt nur in Verbindung mit dem Personalausweis.

Angst vor indischer Variante: Großbritannien diskutiert langsameren Ausstieg aus dem Lockdown

Wegen der Ausbreitung der zun√§chst in Indien entdeckten Corona-Variante in Gro√übritannien fordern Experten einen langsameren Ausstieg aus dem Lockdown als bisher geplant. Die Untervariante B.1617.2 dominiert nun in f√ľnf der sechs Gebiete, wo zuletzt der h√∂chste Anstieg von Neuinfektionen registriert wurde, wie die Zeitung "The Telegraph" am Donnerstag berichtete. Landesweit gebe es mehr als 1.700 F√§lle, das ist dreimal mehr als der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) vorige Woche registriert hatte. Premierminister Boris Johnson zeigte sich "besorgt".

Boris Johnson: Der britische Premier hatte sich schon auf einen Besuch im Pub gefreut - kommt der jetzt doch erst später?
Boris Johnson: Der britische Premier hatte sich schon auf einen Besuch im Pub gefreut - kommt der jetzt doch erst später? (Quelle: Matrix/imago-images-bilder)

"Wir wollen sicherstellen, dass wir jetzt √ľberlegt und vorsichtig handeln", sagte Johnson bei einem Besuch in Nordengland. "Es gibt eine Reihe von Dingen, die wir tun k√∂nnten, wir schlie√üen nichts aus." Noch am Donnerstag sollte eine wissenschaftliche Beratungsgruppe der Regierung zusammenkommen. Expertin Christina Pagel vom University College London warnte, die von n√§chstem Montag an geplanten Corona-Lockerungen w√ľrden √Ėl ins Feuer gie√üen.

Vom 17. Mai an d√ľrfen Restaurants und Pubs ihre Innenr√§ume √∂ffnen, Auslandsreisen sind ‚Äď wenn auch nur in wenige L√§nder ‚Äď wieder erlaubt. Au√üerdem d√ľrfen sich bis zu sechs Menschen oder zwei Haushalte in geschlossenen R√§umen treffen. Johnson hatte die Lockerungen erst am Montag best√§tigt. Zur Debatte steht, die Aufhebung aller Corona-Restriktionen, die Johnson f√ľr den 21. Juni anpeilt, vorerst nach hinten zu verschieben oder einige Ma√ünahmen auch √ľber dieses Datum hinaus in Kraft zu lassen.

Wegen Corona: F√ľnf Millionen Briten warten auf Krankenhausbehandlung

Wegen der Corona-Pandemie warten so viele Menschen wie nie zuvor in England auf eine Behandlung im Krankenhaus. Ende M√§rz h√§tten fast f√ľnf Millionen Menschen auf Wartelisten gestanden, teilte der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) am Donnerstag in London mit. Das ist der h√∂chste Stand seit Beginn der Statistik im August 2007. Mehr als 430.000 Menschen warteten demnach bereits seit einem Jahr auf den Start ihrer Behandlung. Im M√§rz 2020 waren es nur 3.097 Langzeit-Wartende.

Um den R√ľckstau abzubauen, forderten Gesundheitsexperten eine Aufhebung von Corona-Abstandsma√ünahmen f√ľr Pflegekr√§fte. Au√üerdem seien h√∂here Investitionen n√∂tig, um in den kommenden Monaten so viele Patienten wie m√∂glich zu betreuen. Unter den Wartenden sind vor allem Krebspatienten, aber auch Menschen mit psychischen Erkrankungen. Der NHS f√ľrchtet, dass der Abbau mehrere Jahre dauern wird.

Berlin will Impfpriorisierung ab Montag aufheben

Berlin hebt ab Montag die Priorisierung f√ľr alle verf√ľgbaren Corona-Impfstoffe bei Haus- und Betriebs√§rzten auf. Das k√ľndigte ein Sprecher der Senatsverwaltung f√ľr Gesundheit am Donnerstag an. Zuvor hatte das Magazin "Business Insider" dar√ľber berichtet. Bisher war die Vergabe an Kriterien wie Alter, Vorerkrankung und die Zugeh√∂rigkeit zu bestimmten Berufsgruppen gekn√ľpft.

Zuvor hatten bereits Bayern und Baden-W√ľrttemberg √§hnliche Schritte angek√ľndigt. Das Vorgehen bedeutet allerdings nicht, dass jeder sofort n√§chste Woche geimpft werden kann. Die verf√ľgbaren Impfstoffmengen sind laut Gesundheitsverwaltung zun√§chst weiter relativ knapp, erst ab Juni werde mit gr√∂√üeren Mengen gerechnet.

Patienten, die zu einer der drei Priorit√§tengruppen z√§hlen und noch nicht geimpft sind, h√§tten zudem weiter Vorrang, erl√§uterte der Sprecher. F√ľr die Impfzentren der Hauptstadt √§ndere sich am bisherigen Vorgehen zun√§chst nichts.

US-Präsident Joe Biden ermutigt zur Impfung von Kindern

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Pfizer/Biontech in den USA f√ľr Kinder und Jugendliche ab zw√∂lf Jahren hat US-Pr√§sident Joe Biden zur Impfung dieser Altersgruppe aufgerufen. "Ich ermutige die Eltern, sicherzustellen, dass sie die Impfung bekommen", sagte Biden im Wei√üen Haus. Auch diese Altersgruppe k√∂nne sich mit dem Coronavirus infizieren und Freunde, Geschwister, Eltern und Gro√üeltern anstecken.

Biden versprach, dass Impfm√∂glichkeiten f√ľr die 12- bis 15-J√§hrigen schnell bereitgestellt w√ľrden. Schon von diesem Donnerstag an k√∂nnten sie sich in 15 000 Apotheken im ganzen Jahr impfen lassen."Dies ist ein weiterer gro√üer Schritt in unserem Kampf gegen die Pandemie", sagte Biden. Bislang konnten sich in den USA Jugendliche erst im Alter ab 16 Jahren impfen lassen.

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Studie: Nebenwirkungen bei gemischter Corona-Impfung etwas häufiger

Wer zwei unterschiedliche Corona-Impfstoffe bei seiner Erst- und Zweitimpfung erh√§lt, hat eine erh√∂hte Wahrscheinlichkeit f√ľr milde und moderate Nebenwirkungen nach der zweiten Dosis. Das geht aus vorl√§ufigen Daten einer Studie der Universit√§t Oxford hervor, die am Donnerstag im Fachmagazin "The Lancet" ver√∂ffentlicht wurden. Anlass zur Sorge um die Patientensicherheit gebe es deswegen aber nicht, betonten die Wissenschaftler. Ob die Immunreaktion davon betroffen ist, k√∂nne noch nicht beurteilt werden. Daten dazu w√ľrden aber in den kommenden Monaten erwartet.

Untersucht wurden F√§lle, bei denen im Abstand von vier Wochen entweder zuerst das Pr√§parat von Astrazeneca verabreicht wurde und dann der Impfstoff von Biontech/Pfizer oder umgekehrt. In beiden F√§llen war die H√§ufigkeit der leichten und moderaten Nebenwirkungen erh√∂ht. "Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass die Vergabe zweier unterschiedlicher Dosen zu vermehrten Arbeitsausf√§llen am Tag nach der Impfung f√ľhrt", sagte Matthew Snape von der Uni Oxford, der die Studie leitet. Das sei etwa wichtig f√ľr die Planung von Impfungen bei Besch√§ftigten im Gesundheitsbereich.

Betrachtet wurden 830 Freiwillige im Alter von √ľber 50 Jahren, die in vier Gruppen jeweils zwei Impfdosen gleicher Art und in unterschiedlicher Reihenfolge je zuerst das eine und dann das andere Pr√§parat erhielten. Es sei m√∂glich, dass die Nebenwirkungen bei j√ľngeren Menschen noch verbreiteter seien, hie√ü es in der Mitteilung weiter. Im April wurde die Studie um weitere Varianten mit den Impfstoffen Moderna und Novavax als Zweitdosis nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca oder Biontech/Pfizer erweitert ‚Äď die Ergebnisse dazu stehen noch aus.

√úber 300.000 Neuinfektionen in Indien

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 362.727 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsf√§lle steigt damit auf 23,7 Millionen. 4120 weitere Menschen starben mit oder an dem Coronavirus. Insgesamt sind es damit 258.317 Todesf√§lle in Zusammenhang mit dem Virus. Nach den USA weist Indien weltweit die zweith√∂chste Infektionszahl auf. Die Dunkelziffer in dem Land mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen d√ľrfte Experten zufolge aber deutlich h√∂her sein.

Lauterbach: Vierte Corona-Welle vermeiden ‚Äď strenge Tests an Airports

Die dritte Corona-Welle scheint in Deutschland gebrochen, der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mahnt aber schon, einer vierten Welle vorzubeugen. "Die Zahlen entwickeln sich sehr positiv. Einem entspannten Sommer mit deutlichen Lockerungen steht nichts mehr entgegen, wenn wir jetzt nicht unvorsichtig werden", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post" (Donnerstag). "Um jedoch eine vierte Welle im Herbst zu verhindern, m√ľssen wir Vorkehrungen insbesondere f√ľr Reiser√ľckkehrer treffen", f√ľgte er hinzu.

Mindestens 20 Prozent der Bev√∂lkerung w√ľrden auf absehbare Zeit ohne Schutz sein, weil sie sich nicht impfen lassen k√∂nnen oder wollen. "Wir brauchen deswegen schon jetzt strenge Tests an den Flugh√§fen und eine Quarant√§ne der Reisenden, bis das Testergebnis vorliegt f√ľr diejenigen, die aus Mutationsgebieten kommen", forderte der SPD-Politiker.

Auch f√ľr die Gastronomie riet Lauterbach zur Vorsorge. "Und klar ist auch: Sollten im Sommer und Herbst die Restaurants ihre Innenr√§ume wieder √∂ffnen d√ľrfen, werden sich dort die ungeimpften Menschen unweigerlich anstecken. Daher braucht es noch f√ľr eine sehr lange Dauer digitale Unterst√ľtzung durch die Corona-Warn-App oder die Luca-App, um die Infektionsketten nachzuverfolgen", sagte der SPD-Gesundheitsexperte.

Apothekerverband berichtet von Ansturm auf Astrazeneca-Vakzin

Haus- und Fachärzte erleben einen Patienten-Ansturm seit die Priorisierung bei AstraZeneca aufgehoben worden ist. "Der Impfstoff von Astrazeneca wird so stark nachgefragt, dass die bereitgestellten Mengen nicht mehr ausreichen", sagt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der "Rheinischen Post".

Zur erh√∂hten Nachfrage trage bei, dass die zweite Dosis nun in einer Frist von vier bis zw√∂lf Wochen gegeben werden k√∂nne. "Die Verk√ľrzung der Impfabst√§nde auf vier Wochen macht den Impfstoff f√ľr junge Menschen attraktiv. Sie wollen bei den anstehenden Lockerungen durch einen kompletten Impfschutz gut vorbereitet sein", sagt Preis. "Medizinisch gesehen w√§re es besser, sich erst nach zw√∂lf Wochen die Zweitimpfung geben zu lassen."

Sicherheitsbehörden besorgt wegen gefälschter Impfpässe

Die Sicherheitsbeh√∂rden sorgen sich angesichts der Lockerungen f√ľr Geimpfte und Genesene in der Corona-Pandemie um gef√§lschte Impfp√§sse. "Das Problem besteht schon heute und wird noch eine ganze Weile aktuell bleiben, da mit einer vollst√§ndigen Impfung entweder eine Befreiung von Grundrechtseinschr√§nkungen oder perspektivisch zunehmend auch Ein- oder Ausreisevorteile verbunden sein werden", sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Sebastian Fiedler, dem "Handelsblatt" (Donnerstag). Abnehmer gef√§lschter P√§sse k√∂nnten inl√§ndische Impfverweigerer sein, ebenso Ein- oder Ausreisewillige, die sich Quarant√§nepflichten entziehen m√∂chten.

Auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, h√§lt Impfp√§sse f√ľr alles andere als f√§lschungssicher. "F√ľr die Polizei ist eine F√§lschung auf dem Papier aber √§u√üerst schwer zu erkennen, wenn sie nicht allzu plump ist", sagte Wendt der "Neuen Osnabr√ľcker Zeitung". Polizisten, Grenzbeamte und kommunale Ordnungskr√§fte m√ľssten deshalb Zugriff auf die digitalen Informationen des Robert Koch-Instituts bekommen. Bislang werden diese nur anonymisiert von den Impfstellen gemeldet. "Die Daten m√ľssten dem RKI komplett, also mit Namen, Personaldaten und Impfdatum √ľbermittelt und dort auch abrufbar gespeichert werden. Dann k√∂nnen sie den Kontrollbeh√∂rden f√ľr einen √úbergangszeitraum online zug√§nglich gemacht werden, damit die Einsatzkr√§fte vor Ort direkt abfragen k√∂nnen, ob tats√§chlich der erforderliche Impfstatus vorliegt", forderte Wendt.

Baden-W√ľrttemberg lockert: Innengastronomie m√∂glich

Baden-W√ľrttemberg will Caf√©s und Restaurants von Samstag an unter bestimmten Bedingungen wieder die Bewirtung in Au√üen- und Innenbereichen erlauben. Liegen die Corona-Zahlen in den Kreisen f√ľnf Tage in Folge unter einer Inzidenz von 100, darf dort die Gastronomie mit Hygieneauflagen und Testkonzepten wieder √∂ffnen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Regierungskreisen in Stuttgart erfuhr. Damit w√§re die sieben Monate lange Zwangspause f√ľr die Gastst√§tten zu Ende.

US-Gesundheitsbeh√∂rde unterst√ľtzt Biontech-Vakzin f√ľr Kinder ab zw√∂lf

Auch die US-Gesundheitsbeh√∂rde CDC unterst√ľtzt die Verabreichung des Corona-Impfstoffes von Pfizer/Biontech f√ľr Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren. Ein Expertengremium der CDC sprach sich am Mittwoch f√ľr die Anwendung bei den Minderj√§hrigen aus, wie die Beh√∂rde best√§tigte. Am Montag hatte die US-Arzneimittelbeh√∂rde FDA das Vakzin bereits f√ľr diese Altersgruppe zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung zur Verabreichung ab 16 Jahren wurde entsprechend angepasst und erweitert. Viele lokale Beh√∂ren in den USA hatten aber neben der FDA-Zulassung aber die Empfehlung der CDC abgewartet.

US-Beh√∂rde FDA gibt gr√ľnes Licht f√ľr Corona-Schnelltest von Qiagen

Die US-Arzneimittelbeh√∂rde FDA hat gr√ľnes Licht f√ľr einen Schnelltest der Biotechfirma Qiagen zur Entdeckung von SARS-CoV-2-Antik√∂rpern gegeben. Damit stehe das tragbare Testger√§t medizinischem Personal in den USA zur Verf√ľgung, teilt das im MDax notierte Unternehmen mit. Der Antik√∂rper-Test brauche nur etwa zehn Minuten, um m√∂gliche Antik√∂rper gegen das Virus nachzuweisen.

Norwegen nimmt Astrazeneca vollständig aus Impfkampagne

Norwegen verzichtet wie Dänemark bei seiner laufenden Impfkampagne gegen Covid-19 gänzlich auf den Impfstoff von Astrazeneca. Das gab Ministerpräsidentin Erna Solberg auf einer Pressekonferenz in Oslo bekannt. Damit folgt ihre Regierung den Empfehlungen eines Expertenausschusses und des nationalen Gesundheitsinstituts FHI, die beide zuletzt geraten hatten, den Corona-Impfstoff von Astrazeneca sowie das Präparat von Johnson & Johnson aufgrund des Risikos von seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen aus dem Impfprogramm zu streichen.

Das Pr√§parat von Johnson & Johnson werde vorl√§ufig nicht aus dem Programm gestrichen, der Einsatz aber weiter pausiert, sagte Solberg. Die Regierung pr√ľfe, inwieweit dieser Impfstoff denjenigen angeboten werden k√∂nne, die sich damit freiwillig impfen lassen wollten.

Die Empfehlungen des Expertenausschusses basierten unter anderem auf der derzeitigen Infektionslage in Norwegen, die verglichen mit anderen Ländern recht gut ist. Das skandinavische Nicht-EU-Land hatte den Einsatz von Astrazeneca am 11. März vorsorglich gestoppt, nachdem seltene Blutgerinnsel bei Menschen nach der Impfung aufgetreten waren, darunter auch Todesfälle.

San Marino bietet Sputnik-Impfung f√ľr Touristen an

Der Ministaat San Marino bietet Touristen k√ľnftig eine Corona-Impfung mit dem russischen Mittel Sputnik V an. Die Pl√§ne f√ľr den Impftourismus best√§tigte das Au√üenministerium der kleinen Republik am Mittwoch. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, soll die Buchung eines Hotels plus Immunisierung vom kommenden Montag an m√∂glich sein. Der Preis f√ľr die erforderlichen zwei Dosen des Impfstoffs liege bei 50 Euro, schrieb die Zeitung "Corriere della Sera" aus Mailand. Nach Angaben einer Sprecherin des Au√üenministeriums sollen die Details zu dem Angebot in K√ľrze publiziert werden.

San Marino hat nach zwischenzeitlich hohen Corona-Zahlen die Infektionslage in den Griff bekommen. Laut offiziellen Angaben gab es dort am 11. Mai keine neuen F√§lle innerhalb eines Tages. Sehr viele B√ľrger sind schon geimpft, viele mit Sputnik V.

F√ľr die Impfreisen ist es laut Ansa n√∂tig, in San Marino mindestens zwei Mal jeweils drei Hotel-√úbernachtungen im Abstand von 21 Tagen zu buchen. Die erste Impfung ist fr√ľhestens sieben Tage nach der Buchung m√∂glich. Die zwei Impfungen w√ľrden von staatlichen Stellen beaufsichtigt. Die Aktion diene auch dem Ankurbeln des Reisegesch√§fts, schrieben italienische Medien.

Bericht: Bahn verdoppelt √ľber Himmelfahrt Zahl der Sicherheitskr√§fte

Die Deutsche Bahn verdoppelt einem Medienbericht zufolge √ľber das Himmelfahrtswochenende die Zahl der Sicherheitskr√§fte. Sie sollten angesichts des erwarteten zus√§tzlichen Fahrg√§ste f√ľr die Durchsetzung der Corona-Regeln sorgen, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland vorab unter Berufung auf einen Sprecher. "Die zus√§tzlichen Mitarbeiter werden vor allem rund um die Ballungsr√§ume und auf besonders nachgefragten Verbindungen Pr√§senz zeigen." Die Ma√ünahme solle auch f√ľr die Wochenenden zu Pfingsten und Fronleichnam gelten.

Wohl 1.789 Kölner trotz Corona-Impfung infiziert

In Köln werden wohl vermehrt Infektionen mit dem Coronavirus nach der Erst-, aber auch der Zweitimpfung bekannt. Das berichtet die "Bild". Demnach seien bis zum Sonntag 1.335 Infektionen nach einer ersten Impfung bekannt geworden und 454 nach der zweiten. Laut Kassenärztlicher Vereinigung haben bislang 474.936 Kölner zumindest die Erstimpfung erhalten.

"Dass man trotz Impfung infiziert wird, ist nicht der Normalfall. Diese Zahlen machen mir Sorgen", √§u√üert sich Johannes Nie√üen, der Chef des K√∂lner Gesundheitsamts, gegen√ľber der "Bild". "Solange es so wenige sind", r√§umt er jedoch ein "ist das Geschehen h√§ndelbar".

Laut Robert Koch-Institut bietet derzeit keiner der Impfstoffe gegen das Coronavirus eine hundertprozentige Immunit√§t. Eine Impfung w√ľrde das Risiko an Covid-19 zu erkranken deutlich schm√§lern und auch einen schweren oder gar t√∂dlichen Verlauf verhindern, eine Infektion ist dennoch nicht g√§nzlich ausgeschlossen.

Bayern gibt offenbar alle Impfstoffe in Praxen frei

Bayern will ab kommendem Montag die Priorisierungen f√ľr alle Corona-Impfstoffe bei Haus√§rzten aufheben. Das k√ľndigte Ministerpr√§sident Markus S√∂der (CSU) am Mittwoch nach Angaben von Teilnehmern in einer Rede bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in M√ľnchen an. In den Impfzentren soll es demnach aber bei dem bisherigen Verfahren mit Priorisierungen bleiben.

Bayern ist das zweite Bundesland, in dem in Praxen k√ľnftig frei geimpft werden kann. Bereits am Dienstagabend k√ľndigte Baden-W√ľrttemberg an, ab kommenden Montag nicht mehr nach Priogruppen in Arztpraxen zu unterscheiden.

Stiko wird keine schnelle Impfempfehlung f√ľr Kinder aussprechen

Die St√§ndige Impfkommission d√§mpft Erwartungen an eine schnelle generelle Impfempfehlung f√ľr Kinder und Jugendliche ab zw√∂lf Jahren. "Derzeit diskutierte Argumente wie Urlaub k√∂nnen nicht die prim√§ren entscheidungsrelevanten Argumente der Stiko sein", sagte der Vorsitzende Thomas Mertens der "Welt" laut Vorabbericht.

Im Moment habe man noch keine detaillierten Daten der Impfstudie bei Kindern. Diese m√ľssten erst genau gepr√ľft werden, bevor eine generelle Impfempfehlung f√ľr Kinder gegeben werden k√∂nne.

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Nächtliche Ausgangsbeschränkung in Hamburg

40 Tage nach Beginn der Ausgangsbeschr√§nkung d√ľrfen die Menschen in Hamburg nun wieder nachts auf die Stra√üe gehen. Eine entsprechende √Ąnderung der Corona-Eind√§mmungsverordnung trat um Mitternacht in Kraft. Demnach gelten in der Hansestadt aber weiterhin Kontaktbeschr√§nkungen und an vielen Orten Maskenpflicht und Alkoholverbot. Innensenator Andy Grote (SPD) hat angek√ľndigt, dass die Hamburger Polizei weiterhin die Einhaltung der Corona-Regeln √ľberpr√ľfen wird.

Genesene und vollst√§ndig geimpfte Menschen sind bereits seit Sonntag von mehreren Auflagen befreit. Eine Bundesverordnung nimmt sie von den Kontaktbeschr√§nkungen bei privaten Zusammenk√ľnften und beim Sport sowie von Testpflichten aus. Grote ermahnte diese B√ľrger, Nachweise √ľber ihre Infektion oder √ľber Impfungen mit sich zu f√ľhren.

Die Ausgangsbeschr√§nkung galt seit Karfreitag (2. April) zwischen 21 und 5 Uhr. Voraussetzung f√ľr ihre Aufhebung waren f√ľnf Werktage mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Am Dienstag lag der Wert, der die Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen abbildet, bei 78,2 ‚Äď und damit den siebten Tag in Folge unter 100.

Spahn warnt vor Leichtsinn: "Sonst holt uns das wieder ein"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vor Leichtsinn bei den Corona-√Ėffnungen gewarnt. Erstmals seit rund zwei Wochen sank die Zahl der Kreise mit hohen Inzidenzen nicht mehr weiter ab. 248 von 412 Kreisen liegen laut dem j√ľngsten Tagesbericht des Robert Koch-Instituts (RKI) √ľber der Notbremsen-Schwelle von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das waren 6 mehr als am Vortag. Spahn rief die Menschen in Deutschland dazu auf, die Inzidenz weiter gemeinsam zu senken.

"Die dritte Welle ist gebrochen", sagte Spahn am Dienstag im Deutschlandfunk. "Aber sie ist noch nicht unten." √úbermut sei fehl am Platz. "Sonst holt uns das viel zu schnell wieder ein. Das hat man in anderen L√§ndern auf der Welt schon gesehen." Zuversicht sei aber angebracht. Auch k√∂nne zum Beispiel die Au√üengastronomie in bestimmten Bereichen ge√∂ffnet werden ‚Äď "wenn man unter 100 ist".

Bundesweit sank die Inzidenz laut RKI in einem Tag von 119,1 auf 115,4. Vor einer Woche waren es 141,4. Die h√∂chsten Werte haben Th√ľringen (175,1), Sachsen (167,6) und Baden-W√ľrttemberg (140,6), die niedrigsten Schleswig-Holstein (50,2), Hamburg (72,9) und Brandenburg (83,2).

Mehrere L√§nder k√ľndigten Lockerungen an: So will Rheinland-Pfalz Tourismus und Einzelhandel wieder √∂ffnen. Hamburg beendet die n√§chtlichen Ausgangssperren. Bayern erm√∂glicht den kleinen Grenzverkehr nach √Ėsterreich. In Berlin wurden die Weichen f√ľr offene Caf√©terrassen an Pfingsten gestellt. Voraussetzung ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz dann stabil unter 100 liegt.

Jeder Dritte in Deutschland ist einmal geimpft

Ein Drittel der Bev√∂lkerung in Deutschland ist zumindest einmal gegen das Coronavirus geimpft. Wie das Robert-Koch-Institut am Dienstag mitteilte, betrug die Quote unter Ber√ľcksichtigung der bis einschlie√ülich Montag erfolgten Impfungen 33,3 Prozent. F√ľr die vollst√§ndigen Impfungen wurde eine Quote von 9,6 Prozent angegeben.

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Laut RKI erhielten 27,7 Millionen Menschen zumindest eine Impfdosis, 8,0 Millionen Menschen sind vollst√§ndig geimpft. In der zweiten Zahl sind auch die Impfungen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson enthalten, bei dem eine Impfdosis ausreicht. Bei den √ľbrigen Impfstoffen werden zwei Dosen f√ľr einen vollst√§ndigen Impfschutz ben√∂tigt. Allein f√ľr Montag wurde die Zahl der Erstimpfungen mit 557.612 angegeben, die der neuen, vollst√§ndigen Impfungen mit 178.512.

Bayern und √Ėsterreich √∂ffnen Grenze f√ľr Besuche

Der kleine Grenzverkehr zwischen Bayern und √Ėsterreich ist ab Mittwoch wieder m√∂glich. Damit k√∂nnten sich etwa Freunde und Verwandte grenz√ľbergreifend wieder treffen, sagte Bayerns Ministerpr√§sident Markus S√∂der (CSU) am Dienstag anl√§sslich eines Besuches des √∂sterreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz in M√ľnchen. Auch das Einkaufen im jeweiligen Nachbarland sei wieder m√∂glich, sagte S√∂der.

Sowohl Bayern als auch √Ėsterreich werden in K√ľrze auch wieder touristische Angebote machen. In √Ėsterreich werde der Tourismus am 19. Mai √∂ffnen. Bayern hatte das f√ľr den 21. Mai angek√ľndigt. √Ėsterreich wies am Dienstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 auf, Bayern lag bei 116.

EU gibt Astrazeneca mehr Zeit f√ľr Lieferung

Im Streit mit Astrazeneca wegen des Lieferverzugs beim Corona-Impfstoff will die Europ√§ische Union dem britisch-schwedischen Pharmakonzern mehr Zeit einr√§umen. Die EU sei bereit, die Frist f√ľr die Lieferung der vertraglich vereinbarten 300 Millionen Impfdosen um drei Monate auf Ende September zu verl√§ngern, sagte ein EU-Anwalt vor einem belgischen Gericht am Dienstag. Voraussetzung sei aber, dass das Unternehmen bis zum eigentlichen Fristende Ende Juni 120 Millionen Dosen liefere und nicht nur die bislang angebotenen 100 Millionen Impfdosen. Die EU hat Astrazeneca wegen gek√ľrzter Liefermengen verklagt. Astrazeneca hatte urspr√ľnglich mit der EU vereinbart, bis Ende Juni 300 Millionen Impfdosen zu liefern, bisher wurden aber nur 50 Millionen bereitgestellt.

Die EU-Kommission hatte k√ľrzlich angek√ľndigt, vorerst auf eine Verl√§ngerung des Liefervertrags zu verzichten. Das Auftreten seltener Thrombosef√§lle nach einer Impfung hat die Akzeptanz des Vakzins in der Bev√∂lkerung beeintr√§chtigt.

WHO stuft indische Virusvariante als 'besorgniserregend' ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die in Indien aufgetretene Mutante des Coronavirus als "besorgniserregende Variante" eingestuft. Das gab die leitende WHO-Wissenschaftlerin Maria Van Kerkhove am Montagabend bekannt. Bislang hatte die UN-Beh√∂rde in Genf nur die sogenannten britischen, s√ľdafrikanischen und brasilianischen Varianten so bezeichnet.

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In Indien stecken sich täglich Hunderttausende mit dem Virus an. Seit Beginn der Pandemie sind in dem Land gut 22,6 Millionen Infektionen gezählt worden. "Vorliegende Informationen weisen auf eine erhöhte Übertragbarkeit" der indischen Variante mit der Bezeichnung B.1.617 hin, sagte Van Kerkhove. Nach vorläufigen Studienergebnissen könnte zudem das menschliche Immunsystem weniger stark auf diese Variante reagieren, sagte sie.

Covid-Varianten werden von der WHO in zwei Kategorien eingeteilt: Varianten unter Beobachtung ("variants of interest"), die weit verbreitet sind, sowie besorgniserregende Varianten ("variants of concern"). Letztere sind ansteckender oder schwerer bek√§mpfbar, oder f√ľhren zu schwereren Krankheitsverl√§ufen. Es gebe aber noch keine Hinweise, dass Virustests, Medikamente oder Impfstoffe weniger wirksam gegen die indische Variante seien, sagte Van Kerkhove.

Nach WHO-Angaben sinkt die Zahl der Neuinfektionen in den meisten Regionen, einschlie√ülich Europa und auf dem amerikanischen Kontinent. In S√ľdasien und S√ľdostasien gibt es jedoch weiterhin einen starken Anstieg. Weltweit wurden vergangene Woche mehr als 5,4 Millionen F√§lle und fast 90.000 Tote in Zusammenhang mit der Pandemie gez√§hlt.

Ampullen mit dem Biontech-Vakzin: In den USA ist das Mittel f√ľr Jugendliche von 12 bis 15 Jahren zugelassen.
Ampullen mit dem Biontech-Vakzin: In den USA ist das Mittel f√ľr Jugendliche von 12 bis 15 Jahren zugelassen. (Quelle: Carlos Osorio/Archivbild/Reuters-bilder)

Spahn: Sechs Millionen √ľber 60-J√§hrige noch ohne Impfung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet noch mit f√ľnf bis sechs Millionen √ľber 60-J√§hrigen, die in den kommenden zwei, drei Wochen geimpft werden m√ľssen. Zwei Drittel dieser Altersgruppe seien geimpft, man m√ľsse aber damit rechnen, dass sich nicht alle Personen impfen lassen wollten, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

Zudem r√§t er den L√§ndern, bei √Ėffnungsschritten vor allem im Au√üenbereich voranzugehen. Denkbar seien dabei seiner Meinung nach auch Fu√üballspiele mit einer begrenzten Zahl an Zuschauern, sagt der CDU-Politiker. Die L√§nder m√ľssten aber bei steigenden Corona-Inzidenzen auch wieder zu Versch√§rfungen und zur R√ľcknahme von Lockerungen bereit sein, fordert Spahn. Die dritte Welle sei gebrochen, aber die Infektionszahlen noch zu hoch.

USA lassen Biontech/Pfizer-Impfstoff f√ľr 12- bis 15-J√§hrige zu

Die US-Arzneimittelbeh√∂rde FDA hat den Corona-Impfstoff des deutschen Impfstoffherstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer auch f√ľr Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung f√ľr Menschen ab 16 Jahren sei entsprechend angepasst und erweitert worden, teilte die FDA am Montag mit. Hier lesen Sie mehr.

Dutzende mutmaßliche Corona-Tote am Ufer des Ganges gefunden

Im Norden Indiens sind zahlreiche Leichen an den Ufern des Ganges angesp√ľlt worden, bei denen es sich mutma√ülich um Corona-Tote handelt. Rund 40 Leichen wurden im Bezirk Buxar nahe der Grenze zwischen den Bundesstaaten Bihar und Uttar Pradesh entdeckt, zwei der √§rmsten Regionen des Landes, wie ein Beh√∂rdensprecher am Montag mitteilte. Sie sollten nun begraben oder einge√§schert werden. In Medienberichten war von bis zu hundert Leichen die Rede.

Die Corona-Pandemie hat mit gro√üer Geschwindigkeit Indiens l√§ndliche Regionen erfasst. √Ėrtliche Gesundheitseinrichtungen, Krematorien und Friedh√∂fe sind mit der Situation √ľberfordert. Einheimische sagten der Nachrichtenagentur AFP, vermutlich seien die Toten wegen der √ľberf√ľllten Krematorien in den Fluss geworfen worden. M√∂glicherweise h√§tten sich die Hinterbliebenen auch das Holz f√ľr einen Scheiterhaufen nicht leisten k√∂nnen.

In Indien sterben derzeit täglich rund 4.000 Menschen durch das Coronavirus. Die Gesamtzahl der Todesopfer beläuft sich auf fast 250.000. Experten vermuten, dass die Zahlen wesentlich höher sind.

Klagen √ľber zunehmende Zahl vorget√§uschter Impfberechtigungen

Viele Impfzentren klagen nach einem Medienbericht √ľber Aggressivit√§t von Impfwilligen und zunehmende Versuche, sich mit falschen Angaben eine vorzeitige Impfung zu erschleichen. Die SWR-Sendung "Report Mainz" berichtete von mehreren Tausend F√§llen.

Allein das Hamburger Impfzentrum meldete demnach zuletzt sogar 2.000 Vordr√§ngler in einer Woche. Um vorzeitig an einen Impftermin zu kommen, w√ľrden etwa falsche Alters- oder Berufsangaben gemacht. In M√ľnchen w√ľrden bis zu 350 Vordr√§ngler in der Woche erwischt, in Saarbr√ľcken bis zu 140. "Report Mainz" hatte bei den Impfzentren der Landeshauptst√§dte nachgefragt, allerdings erfassen nicht alle Zahlen zu Impfvordr√§nglern.

Der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, Martin Helfrich, sagte der Redaktion: "Die Stimmung wird aggressiver. Den Menschen ist teilweise sehr klar, dass sie nicht berechtigt sind und trotzdem versuchen sie, sich impfen zu lassen."

"Report"-Recherchen zeigen demnach, dass die Impfbetr√ľger sich oft als h√∂her priorisierte Kontaktpersonen von Pflegebed√ľrftigen oder Schwangeren ausgeben. Denn eine pflegebed√ľrftige Person etwa kann zwei Kontaktpersonen benennen, die vorrangig geimpft werden. In einem der SWR-Redaktion bekannten Fall schafften es aber statt zwei acht junge und gesunde Leute, sich als Kontaktpersonen impfen zu lassen.

√Ėsterreich √∂ffnet fast alles ‚Äď unter einer Bedingung

In √Ėsterreich sperren nach etwa sieben Monaten Corona-Einschr√§nkungen ab 19. Mai wieder die Restaurants, Caf√©s, Hotels sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen auf. Besucht werden d√ľrfen die Einrichtungen allerdings nur von Menschen, die geimpft, getestet oder von einer Corona-Infektion wieder genesen sind. "Als Zutrittsberechtigung setzen wir auf den gr√ľnen Zutrittspass", sagte Kanzler Sebastian Kurz. Im Innenbereich d√ľrfen vier Erwachsene plus Kinder an einem Tisch sitzen, im Freien gilt ein Limit von zehn Erwachsenen. Die Schulen werden ab 17. Mai wieder in den Regelbetrieb zur√ľckkehren. Die Ausgangssperren werden aufgehoben. Nicht m√∂glich sein werden hingegen weiterhin gro√üe Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Vereinsfeste. Weitere √Ėffnungsschritte seien f√ľr sp√§testens Juli geplant.

Putin: Rund 15 Prozent der Russen geimpft

In Russland sind 21,5 Millionen Menschen gegen das Coronavirus geimpft, wie Präsident Wladimir Putin mitteilte. Das sind rund 15 Prozent der Bevölkerung. Unklar war zunächst, ob Putin sich auf vollständig Geimpfte bezog oder auf die Menschen, die mindestens eine Injektion erhalten haben.

Rheinland-Pfalz bleibt bei Impf-Plan mit Johnson & Johnson

Die rheinland-pf√§lzische Landesregierung will wie geplant Johnson & Johnson in den Einrichtungen der Obdachlosenhilfe, in Erstaufnahmeeinrichtungen sowie in Frauenh√§usern, im Ma√üregelvollzug und in psychiatrischen Tagesambulanzen einsetzen. "Dass der Impfstoff von Johnson & Johnson nur einmal verimpft werden muss, √ľberwiegt als Vorteil in der speziellen Personengruppe mit ihren spezifischen Herausforderungen beispielsweise mit Blick auf einen zweiten Impftermin den nun n√∂tigen h√∂heren Aufwand", sagte Ministeriumssprecher Markus Kuhlen am Montag in Mainz. "Die geplanten und teils bereits terminierten Impfungen werden daher vom Land weiterhin angeboten." Bisher seien rund 12.000 Dosen des Vakzins geliefert worden.

Die Gesundheitsminister h√§tten in ihrem Beschluss festgehalten, dass bei der Impfung von Menschen unter 60 Jahren mit dem Impfstoff des US-Konzerns ein Arzt in jedem Fall entscheiden und aufkl√§ren solle. "Bei den Impfungen in den genannten Einrichtungen ist daher f√ľr Personen unter 60-Jahren eine entsprechende √§rztliche Aufkl√§rung vorgesehen", sagte Kuhlen. Daf√ľr st√ľnden bei Bedarf auch Dolmetscher zur Verf√ľgung und es gebe mehrsprachige Unterlagen des Robert Koch-Instituts.

Kommission in Norwegen empfiehlt Ausschluss von AstraZeneca und J&J

In Norwegen empfiehlt eine von der Regierung beauftragte Kommission den Ausschluss der Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson. Impfwillige, die sich freiwillig daf√ľr entschieden, sollten die Vakzine aber erhalten, teilt die Kommission mit. Impfungen mit AstraZeneca wurden am 11. M√§rz wegen der Gefahr seltener Thrombosen ausgesetzt. Johnson & Johnson ist in Norwegen noch gar nicht erh√§ltlich.

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Spahn: "Ich erwarte keine Auswirkungen auf die Impfkampagne"

Der Impfstoff von Johnson & Johnson wird k√ľnftig nur noch f√ľr Menschen ab 60 empfohlen, gleichzeitig hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) aber die Priorit√§tengruppen bei dem Vakzin aufgehoben. Was das laut Spahn f√ľr die deutsche Impfkampagne bedeutet, lesen Sie hier.

Weniger Menschen arbeiten in dritter Welle im Homeoffice

Inmitten der dritten Corona-Welle haben einer Umfrage zufolge weniger Besch√§ftigte in Deutschland von Zuhause gearbeitet. Der Anteil der Besch√§ftigten, die zumindest teilweise auf Homeoffice umstiegen, sei von 31,7 Prozent im M√§rz auf 30,8 Prozent gefallen, teilte das M√ľnchner Ifo-Institut am Dienstag mit. "Die versch√§rfte Pflicht zum Heimb√ľro in Corona-Zeiten scheint zu verpuffen", sagt Ifo-Experte Jean-Victor Alipour. Durch Heimarbeit k√∂nnen Ansteckungen im B√ľro oder auf dem Weg dorthin verhindert werden.

Der R√ľckgang zog sich quer durch viele Branchen: In der Industrie fiel der Anteil von 23,4 auf 22,4 Prozent, bei den Dienstleistern von 42,6 auf 41,1 Prozent und im Handel von 19 auf 18,9 Prozent. Nur in der Baubranche gab es demnach einen Anstieg von 8,3 auf 11,3 Prozent. Das Ifo-Institut sch√§tzt, dass √ľber alle Branchen hinweg 56 Prozent der Besch√§ftigten Arbeit im Heimb√ľro zumindest teilweise umsetzen k√∂nnten.

Die Nutzung und das Potenzial unterscheiden sich aber je nach Wirtschaftszweig. An der Spitze bei der Nutzung liegen die Erbringer von Dienstleistungen der Informationstechnik mit 79,8 Prozent; ihr Potenzial liegt bei 87,4 Prozent. In der Pharmabranche liegt die Nutzung bei 39,4 Prozent, aber 62,6 Prozent wären möglich. Weit unter ihren Möglichkeiten liegen Beschäftigte im Landverkehr und bei Rohrleitungen mit 11,4 Prozent, wo 50,2 Prozent im Homeoffice arbeiten könnten. Bei den Herstellern von Holz-, Flecht- und Korbwaren sind es 9,7 Prozent, möglich wären aber 42,8 Prozent.

Drosten: Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland

Der Virologe Christian Drosten hat sich zuversichtlich √ľber den Verlauf der Corona-Pandemie im Sommer gezeigt. "Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland", sagte Drosten am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". Mehr dazu lesen Sie hier.

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Amtsärzte warnen vor Impfproblemen im Sommer

Wegen der vielen n√∂tigen Auffrischungsimpfungen bef√ľrchten die Amts√§rzte, dass das Impfsystem in Deutschland im Sommer m√§chtig unter Druck geraten k√∂nnte. Die Chefin des Bundesverbands der Amts√§rzte, Ute Teichert, sagte der "Rheinischen Post" (Montagausgabe), ab Ende Juni oder Anfang Juli m√ľsse in Deutschland nachgeimpft werden - zus√§tzlich zu den laufenden Erst- und Zweitimpfungen. "Von Seiten der Politik h√∂re ich diesbez√ľglich aber keinerlei Vorschl√§ge, wie das organisiert werden sollte. Es scheint vielmehr, als liefe sie planlos in eine solche Situation hinein."

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Teichert verwies darauf, dass Studien davon ausgehen, dass Nachimpfungen nach sechs Monaten fällig werden. Andere Länder wie England seien schon dabei, sich darauf vorzubereiten. Die Situation in Deutschland sei auch deshalb so besorgniserregend, weil es parallel die Kinderimpfungen als eine weitere Herausforderung geben werde. Eine Lösung könnte ihrer Ansicht nach sein, wenn sich die Politik dazu durchringe, die Kitas und Schulen bei der Impfung gezielt einzubeziehen.

St√§dtebund will √Ėffnungskatalog

Die Kommunen fordern weitere Corona-Lockerungen von Bund und L√§ndern. "Im Hinblick auf die rasante Zunahme der Impfungen und den bevorstehenden Sommer mit vielen m√∂glichen Aktivit√§ten im Freien, sollten sich Bund und L√§nder bereits jetzt auf einen klaren √Ėffnungskatalog verst√§ndigen", sagte der Hauptgesch√§ftsf√ľhrer des St√§dte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). "Darauf warten nicht nur die Menschen, sondern auch die Hotels, Gastst√§tten und die Tourismuswirtschaft."

Ein Flickenteppich unterschiedlichster Regelungen sollte Landsberg zufolge vermieden werden: "Dies schadet der Akzeptanz der Menschen und ist eine schwere Hypothek f√ľr die Wirtschaft."

S√∂der h√§lt Verl√§ngerung des Lockdowns f√ľr m√∂glich

Der bayerische Ministerpr√§sident Markus S√∂der h√§lt eine Fortsetzung des Lockdowns inklusive Bundes-Notbremse √ľber den Juni hinaus f√ľr m√∂glich. "Die Pandemie-Bek√§mpfung auf der gesetzlichen Grundlage der Notbremse geht bis zum 30. Juni. Dann wird man sehen, wie die Gesamtlage ist", sagt der CSU-Chef in einer Veranstaltung der "Bild"-Zeitung. "Blo√ü, weil ein Gesetz endet, ist Corona nicht vorbei." Auch wenn die dritte Welle unter Kontrolle zu sein scheine, d√ľrfe man sich nicht t√§uschen: "Wir sind noch nicht ganz √ľberm Berg."

Altmaier: Werden bald Lockerungen sehen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet angesichts stark sinkender Neuinfektionen mit baldigen Lockerungen der Corona-Auflagen. "Ich gehe davon aus, dass wir in den n√§chsten Tagen und Wochen in vielen Landkreisen √Ėffnungen sehen werden ‚Äď auch bei der Au√üengastronomie", sagte der CDU-Politiker am Sonntag in der ARD. "Wir werden Menschen sehen, die drau√üen sitzen und Eis essen oder Pizza essen." M√∂glich sei dann auch, dass "in wenigen Wochen" Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen ge√∂ffnet werden k√∂nnten und wieder Urlaub in Deutschland m√∂glich werde. Notwendig sei jetzt ein gemeinsames Vorgehen mit den Bundesl√§ndern.

"Wir erleben, dass im Augenblick die Infektionen jeden Tag um 25 Prozent im Vergleich zur Vorwoche zur√ľckgehen", begr√ľndete Altmaier seinen Optimismus. "Das ist fast schon ein exponentieller R√ľckgang der Infektionen." Wenn das so weitergehe, d√ľrften schon bald viele Landkreise eine Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100 aufweisen, einige auch von weniger als 50.

Zwei Spritzen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Köln: Die EU wird nun keine weiteren Impfdosen des Unternehmens bestellen.
Zwei Spritzen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Köln: Die EU wird nun keine weiteren Impfdosen des Unternehmens bestellen. (Quelle: Ying Tang/imago-images-bilder)

EU verlängert Astrazeneca-Vertrag nicht

Die EU-Kommission verzichtet auf eine Verl√§ngerung ihres Impfstoff-Liefervertrags mit AstraZeneca √ľber Juni hinaus. Das teilt Binnenmarktkommissar Thierry Breton mit. Die Kommission befindet sich seit dem vergangenen Monat in einem Rechtsstreit mit dem Unternehmen wegen Lieferverz√∂gerungen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Der russische Impfstoff Sputnik V: Die deutschen Verhandlungen mit dem Hersteller drohen offenbar zu scheitern.
Der russische Impfstoff Sputnik V: Die deutschen Verhandlungen mit dem Hersteller drohen offenbar zu scheitern. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Sputnik-Verhandlung drohen zu scheitern

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung sind die deutschen Verhandlungen um den russischen Impfstoff "Sputnik V" ins Stocken geraten. Offenbar k√§mpfe der Hersteller mit mehreren Problemen: Zum einen hat Moskau offenbar Schwierigkeiten mit dem europ√§ischen Zulassungsverfahren. Gleichzeitig werden die Dosen wohl fr√ľhestens nach Juli geliefert, da Rohstoffe zur Herstellung fehlen.

Durch steigende Liefermengen anderer Hersteller wäre Deutschland dann wohl nicht mehr auf die Impfdosen angewiesen. Aus der Taskforce zur Impfstoffbeschaffung heißt es: "Das Ding ist eigentlich tot, aber wer sagt es Söder und Schwesig?"

Beide Ministerpr√§sidenten hatten sich zuvor f√ľr die Beschaffung von "Sputnik V" ausgesprochen. Sachsens Ministerpr√§sident Michael Kretschmer hatte nach einem Besuch in Moskau schon angek√ľndigt, dass Deutschland sich bis zu 30 Millionen Dosen sichern k√∂nnte.

Br√ľssel: Polizei stoppt Feier zum Ende der Ausgangssperre

Tausende junge Leute haben in Br√ľssel das Ende der n√§chtlichen Corona-Ausgangssperre gefeiert ‚Äď bis die Polizei in der Nacht zum Sonntag einschritt und zwei Pl√§tze r√§umte. Wie belgische Medien berichteten, war in sozialen Netzwerken zu einem Flashmob auf dem beliebten Platz Flagey im Viertel Ixelles aufgerufen worden. Die Menschen kamen am Samstagabend in Massen zum Flagey und dem nahen Platz Sainte-Croix. Sie feierten dicht gedr√§ngt, viele ohne Masken.

Die Polizei beobachtete die Feier zunächst stundenlang, wie Sprecher Olivier Slosse der Nachrichtenagentur Belga sagte. Gegen 01.30 Uhr begannen die Beamten den Angaben zufolge dann aber mit der Räumung. Zu diesem Zeitpunkt waren dort noch etwa 500 Menschen unterwegs. Dabei setzte die Polizei auch einen Wasserwerfer ein. Slosse sagte, einige Wurfgeschosse seien gegen die Polizei geflogen.

In Br√ľssel galt seit dem 19. Oktober f√ľr knapp sieben Monate eine n√§chtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 06.00 Uhr. Auch die Terrassen von Caf√©s und Restaurants d√ľrfen wieder √∂ffnen. Doch gilt weiter ein n√§chtliches Alkoholverbot. Nach 22.00 Uhr d√ľrfen offiziell nicht mehr als drei Personen auf √∂ffentlichen Pl√§tzen zusammenkommen.

Bericht: Häusliche Gewalt hat zugenommen

W√§hrend der Corona-Pandemie ist die Zahl der Opfer h√§uslicher Gewalt, die Partner oder Ex-Partner aus√ľben, nach Informationen der "Welt am Sonntag" deutlich gestiegen. Die Zeitung erstellte eine Umfrage bei Innenministerien und Landeskriminal√§mtern in den 16 Bundesl√§ndern, wonach im vergangenen Jahr 158.477 Opfer polizeilich registriert wurden. Dies entspreche einem Anstieg um sechs Prozent gegen√ľber dem Jahr 2019.

Zwei Drittel der erfassten Opfer sind dem Bericht zufolge Frauen. Doch das Dunkelfeld sei gro√ü, weil viele Opfer sich nicht trauten, Anzeige zu erstatten. "Der Anstieg um sechs Prozent deutet darauf hin, dass die tats√§chlichen F√§lle √ľberproportional zugenommen haben", zitierte die Zeitung den Pr√§sidenten des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher. F√ľr Opfer sei es w√§hrend der Pandemie √ľberdies schwieriger, Kontakt mit Beh√∂rden aufzunehmen und Hilfe zu suchen.

Den st√§rksten Zuwachs verzeichnet dem Bericht zufolge Brandenburg mit einem Plus von 23,7 Prozent (5073 Opfer). Es folgen Mecklenburg-Vorpommern (plus 16,4 Prozent, 1523 Opfer), das Land Bremen/Bremerhaven (plus 13,8 Prozent, 2767 Opfer) und Th√ľringen (plus 12,6 Prozent, 2602 Opfer). Das Saarland und Sachsen meldeten dem Bericht zufolge als einzige Bundesl√§nder keinen Anstieg.

Ein gelber Impfausweis und Impfstoff (Symbolbild). Offenbar sind die Daten nicht digital erfasst worden.
Ein gelber Impfausweis und Impfstoff (Symbolbild). Offenbar sind die Daten nicht digital erfasst worden. (Quelle: imago-images-bilder)

Justizministerin warnt vor Fälschungen bei Impfausweisen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht warnt angesichts Lockerungen f√ľr Corona-Geimpfte und Genesene davor, Impfausweise zu f√§lschen oder gef√§lschte Dokumente zu nutzen. "Wer dies tut, setzt andere der Gefahr einer schweren Erkrankung aus und verhindert eine wirkungsvolle Bek√§mpfung der Pandemie", sagte die SPD-Politikerin der "Welt am Sonntag". "Das ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die mit empfindlicher Geldstrafe oder mit Freiheitsstrafe geahndet werden kann." Das gelte nicht nur f√ľr die F√§lscher, sondern auch f√ľr diejenigen, die die gef√§lschten Dokumente gebrauchten.

"Auch wer das echte Dokument eines anderen als sein eigenes ausgibt, macht sich strafbar", mahnte sie. "Ich bin sicher, dass hier genau hingeschaut wird. Wer t√§uscht, fliegt schneller auf als er denkt und riskiert ein Strafverfahren." Lambrecht sagte, das geplante digitale Impfzertifikat m√ľsse gerade mit Blick auf die anstehende Urlaubssaison "schnellstm√∂glich" kommen. "Wir m√ľssen dabei sicherstellen, dass die √úbertragung von gef√§lschten Impfnachweisen auf das elektronische Zertifikat verhindert wird und die Taten zur Anzeige gebracht werden." Die Freigabe f√ľr die √úbertragung soll es nach ihren Worten deshalb dort geben, wo auch geimpft worden sei.

F√ľr vollst√§ndig gegen Corona Geimpfte und Menschen, die eine Infektion nachweislich schon durchgemacht haben, sind seit diesem Sonntag bundesweit wesentliche Einschr√§nkungen aufgehoben. Sie k√∂nnen sich wieder uneingeschr√§nkt mit anderen Menschen treffen und m√ľssen auch n√§chtliche Ausgangsbeschr√§nkungen, die aufgrund der sogenannten Bundes-Notbremse verh√§ngt wurden, nicht mehr beachten. Au√üerdem brauchen Genesene und Geimpfte f√ľr Eink√§ufe oder Friseurbesuche keinen negativen Test mehr. Es reicht der Impfnachweis oder ein maximal sechs Monate alter positiver PCR-Test als Beleg f√ľr eine vergangene Infektion.

Bericht: Deutschland hinkt beim digitalen Impfausweis hinterher

Nach einem Bericht der Bild-Zeitung sind die Daten von √ľber sieben Millionen geimpften Personen nicht digital erfasst worden. Sie haben lediglich einen Aufkleber im gelben Impfausweis. Eigentlich sollte im Juni das europ√§ische Impfzertifikat starten. Daf√ľr m√ľssen aber digitale Impfnachweise vorgelegt werden.

Nach dem Zeitungsbericht m√ľssen Geimpfte jetzt mit ihrem Papier-Impfausweis erneut zum Arzt, in die Apotheke oder ins Impfzentrum und sich einen Code geben lassen. Dieser kann dann von der Impf-App erfasst werden. Unklar ist. wer die Kosten √ľbernehmen soll. Erst wenn die deutsche Impf-App startklar ist, k√∂nnen bei der Impfung die Daten direkt engetragen werden.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat davor gewarnt, Impfnachweise √ľber eine Corona-Schutzimpfung zu f√§lschen. "Ich kann nur eindringlich davor warnen, Impfausweise zu f√§lschen oder sich gef√§lschte Impfausweise, Test- oder Genesenen-Nachweise zu verschaffen und diese zu nutzen", sagte die Ministerin der "Welt am Sonntag". Wer dies tue, setze andere der Gefahr einer schweren Erkrankung aus und verhindere eine wirkungsvolle Bek√§mpfung der Pandemie.

Eine solche F√§lschung sei "kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat, die mit empfindlicher Geldstrafe oder mit Freiheitsstrafe geahndet werden kann", sagte Lambrecht. Die Strafen w√ľrden nicht nur gegen F√§lscher verh√§ngt, sondern auch gegen diejenigen, die gef√§lschte Dokumente gebrauchten. "Auch wer das echte Dokument eines anderen als sein eigenes ausgibt, macht sich strafbar. Wer t√§uscht, fliegt schneller auf als er denkt und riskiert ein Strafverfahren."

Italien will Quarant√§ne-Pflicht f√ľr Touristen aufheben

Italien strebt f√ľr Mitte Mai eine Aufhebung der Quarant√§ne-Pflicht f√ľr Reisende aus der EU, aus Israel und Gro√übritannien an. Wie Au√üenminister Luigi di Maio am Samstag mitteilte, sollen Reisende aus diesen L√§ndern, die geimpft sind, genesen sind oder einen negativen Corona-Test vorlegen, von der Quarant√§ne-Pflicht befreit werden. Die derzeitigen Quarant√§ne-Bestimmungen gelten bis zum 15. Mai. Lesen Sie hier mehr.

Spanien beendet Corona-Notstand

Der zur Eind√§mmung der Corona-Pandemie ausgerufene Notstand in Spanien ist nach sechseinhalb Monaten zu Ende gegangen. Die meisten der teils sehr strengen Einschr√§nkungen des √∂ffentlichen Lebens liefen im einstigen Infektions-Hotspot der EU am Samstag um Mitternacht aus. Dazu geh√∂rte zum Beispiel die Abriegelung zahlreicher Regionen, in denen bisher Ein- oder Ausreisen ohne triftigen Grund verboten waren. Die Bewohner der Hauptstadt Madrid d√ľrfen zum Beispiel seit Sonntag wieder ans Meer nach Andalusien, Valencia oder Katalonien.

Die linke Zentralregierung mahnte dennoch weiter zur Vorsicht. "Wir m√ľssen alle vorsichtig bleiben, die Pandemie ist noch nicht zu Ende", sagte Vize-Ministerpr√§sidentin Carmen Calvo am Samstag am Rande einer Veranstaltung in Madrid. Es sei aber nun an der Zeit, "an die Umarmungen, an die Unternehmen und an die Arbeitspl√§tze zu denken", betonte die sozialistische Politikerin.

Von der Leyen: Gr√ľnes EU-Impfzertifikat kann wohl p√ľnktlich starten

Das Gr√ľne Impfzertifikat zum vereinfachten Reisen in Europa kann nach Erwartung von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen p√ľnktlich im Juni starten. Die technischen und rechtlichen Vorbereitungen l√§gen im Plan, sagte von der Leyen am Samstag nach dem EU-Gipfel in Porto. Geplant sei ein f√§lschungssicherer Nachweis einer Corona-Impfung, einer √ľberstandenen Covid-Erkrankung oder eines negativen Tests.

Die Kommissionschefin bekr√§ftigte zudem, dass bis Juli genug Impfstoff zur Verf√ľgung stehen werde, um 70 Prozent der Erwachsenen in der EU zu immunisieren. Bisher h√§tten fast 160 Millionen Europ√§er eine erste Impfdosis bekommen, sagte sie. Um im Sommer auch den Tourismus wieder zu erm√∂glichen, sei die Impfung der Schl√ľssel.

Dänemark: 50 Menschen mit Corona-Variante aus Mexiko infiziert

In D√§nemark haben sich etwa 50 Menschen mit einer zun√§chst in Mexiko entdeckten Corona-Variante infiziert. Es sei der gr√∂√üte Ausbruch dieser Variante in dem nordeurop√§ischen Land, teilte die nationale Beh√∂rde f√ľr Patientenschutz am Samstag nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ritzau mit. Bei den Infizierten handle es sich vorwiegend um Personal und G√§ste eines Restaurants in der Gegend Nordsjaelland n√∂rdlich der Hauptstadt Kopenhagen. Die Beh√∂rde stufte den Ausbruch nicht als besonders gef√§hrlich ein.

Wie die aus Mexiko bekannte Variante nach D√§nemark kam, ist noch nicht bekannt. Regierung und Parlament hatten sich im M√§rz auf einen umfassenden √Ėffnungsplan geeinigt, mit dem die Beschr√§nkungen des √∂ffentlichen Lebens nach und nach zur√ľckgefahren werden sollen. Bisher haben knapp 1,5 Millionen Menschen in dem EU-Land eine erste Corona-Impfung erhalten ‚Äď rund ein Viertel der Bev√∂lkerung. 800.000 Menschen haben die f√ľr den vollen Schutz notwendige zweite Dosis.

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Jens Spahn: 26,8 Millionen Deutsche sind erstgeimpft

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gab auf Twitter bekannt, dass am Freitag √ľber 800.000 Menschen geimpft wurden.

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Damit seien nun 32,3 Prozent der Menschen in Deutschland erstgeimpft, das sind 26,8 Millionen. Weitere 7,6 Millionen, also 9,1 Prozent hätten einen vollen Impfschutz.

Bericht: Blutmarker kann schwere Covid-Krankheitsverläufe voraussagen

Schweizer Wissenschaftler haben einen Bio-Blutmarker entdeckt, mit deren Hilfe ein schwerer Verlauf einer Covid-19-Erkrankung vorausgesagt werden k√∂nnen. Es gehe dabei um die Anzahl ganz spezieller Immunzellen: der nat√ľrlichen Killer-T-Zellen im Blut, erkl√§rte Burkhard Becher, Professor am Institut f√ľr Experimentelle Immunologie der Universit√§t Z√ľrich, im "Deutschlandfunk". Wenn diese am Tag der Einlieferung ins Krankenhaus nahezu verschwunden seien, k√∂nne man mit einer fast hundertprozentigen Sicherheit voraussagen, dass der Patient einen schweren Verlauf erleiden werde.

In ihrem Versuch haben die Forscher das Blut von 50 Covid-Patienten mit 25 Proben von Patienten mit anderen Lungenerkrankungen verglichen. Nur bei schweren Covid-19-Verl√§ufen sei aufgefallen, dass die Zahl der nat√ľrlichen Killer-T-Zellen nahe Null ging. Eine verl√§ssliche Voraussage w√ľrde vor allem Krankenh√§usern und Kliniken helfen, die nur noch wenige Intensivbetten zur Verf√ľgung haben. So k√∂nne man voraussagen, welche Patienten beatmet werden m√ľssen, so Becher.

EU kauft bis zu 1,8 Milliarden Biontech-Dosen

Hoffnung in der Krise: Die EU kauft fast zwei Milliarden Impfstoffdosen von Biontech. Die Bestellung soll die europaweite Impfkampagne immens unterst√ľtzen. Mehr dazu lesen Sie hier.

EU will konkreten Vorschlag zu Patentfreigabe f√ľr Impfstoffe abwarten

Die EU sieht in dem US-Vorschlag zur Freigabe von Patenten keine schnelle L√∂sung f√ľr den weltweiten Mangel an Corona-Impfstoffen, will sich einer Diskussion dar√ľber aber nicht verschlie√üen. "Wir denken nicht, dass das kurzfristig eine Wunderl√∂sung ist", sagte EU-Ratspr√§sident Charles Michel am Samstag nach Beratungen der Staats- und Regierungschefs in der portugiesischen K√ľstenstadt Porto. Man sei aber bereit, √ľber das Thema zu diskutieren, sobald ein konkreter Vorschlag auf dem Tisch liege. Gleichzeitig sollte man die internationalen Partner dazu ermuntern, den Export von Corona-Impfstoffen zu erleichtern.

US-Pr√§sident Joe Biden hatte sich zuvor √ľberraschend hinter Forderungen √§rmerer L√§nder zur Aussetzung des Patentschutzes f√ľr Covid-19-Impfstoffe gestellt. Dann k√∂nnten Hersteller in aller Welt die Impfstoffe ohne Lizenzgeb√ľhren produzieren. Kritiker wenden ein, nicht die Patente seien das Hindernis, sondern Produktionskapazit√§ten, Kenntnisse und Rohstoffnachschub.

Die EU betont, sie sei derzeit die einzige demokratische Region, die in gro√üem Ma√üstab Corona-Impfstoff exportiere. Mehr als 200 Millionen Dosen seien aus der EU ausgef√ľhrt worden ‚Äď in etwa so viel, wie innerhalb der Union ausgeliefert wurden. Die USA behalten dort produzierten Impfstoff hingegen vorrangig selbst. Biden hatte Ende April gesagt, die Impfstoffe aus den USA w√ľrden k√ľnftig auch zum "Arsenal" f√ľr andere L√§nder. Aber vorher werde jeder Amerikaner Zugang haben.

Geimpften-Verordnung tritt ab Sonntag in Kraft

In ganz Deutschland k√∂nnen vollst√§ndig gegen Corona Geimpfte und Genesene wie geplant ab diesem Sonntag wieder mehr Menschen treffen und sind von Ausgangsbeschr√§nkungen befreit. Die von Bundestag und Bundesrat zuletzt verabschiedete entsprechende Verordnung ist am Samstag wie angek√ľndigt im Bundesanzeiger ver√∂ffentlicht worden und tritt damit ab Mitternacht in Kraft.

Geimpfte und Genesene d√ľrfen sich damit im privaten Rahmen wieder ohne Einschr√§nkungen mit anderen Geimpften und Genesenen treffen. Bei Treffen mit Ungeimpften, etwa im Familien- oder Freundeskreis, z√§hlen sie laut Verordnung k√ľnftig ebenso wie Kinder unter 14 nicht mehr mit. Auch die n√§chtlichen Ausgangsbeschr√§nkungen gelten f√ľr Geimpfte und Genesene nicht mehr und nach Reisen m√ľssen sie nur noch in Ausnahmef√§llen in Quarant√§ne ‚Äď etwa, wenn sie aus einem Virusvariantengebiet einreisen. F√ľrs Einkaufen oder den Friseurtermin ist f√ľr die genannten kein negativer Test mehr n√∂tig.

Lauterbach spricht sich f√ľr Aussetzen aller Impfstoff-Patente aus

Der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, spricht sich in der Debatte um Lockerungen des Patentschutzes von Corona-Impfstoffen f√ľr Lizenzproduktionen in anderen L√§ndern aus. "Anders als Teile der Bundesregierung bin ich der festen √úberzeugung, dass es jetzt ein befristetes Aussetzen aller Patente f√ľr Corona-Impfstoffe braucht", sagte der Politiker der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe) laut Vorabbericht.

Das befristete Aussetzen der Patente sei als humanit√§re Pflicht dringend geboten, weil sonst Impfstoffe aus den USA oder Europa nicht schnell genug in Indien sowie afrikanischen und s√ľdamerikanischen L√§ndern ank√§men.

Auf Twitter erg√§nzte Lauterbach: "Es stimmt: Freigabe der Patente l√∂st Impfstoffmangel nicht. Trotzdem: Simplere Impfstoffe k√∂nnen √§rmere L√§nder selbst produzieren. Der Schutz der mRNA Technologie darf nicht dazu f√ľhren, dass nichts geht."

Lesen Sie hier mehr zum Thema Patente f√ľr Impfstoffe.

St√§dtetagspr√§sident Jung: Mehr Rechte auch f√ľr Getestete

Der Pr√§sident des Deutschen St√§dtetags, Leipzigs Oberb√ľrgermeister Burkhard Jung (SPD), fordert in der Corona-Pandemie neben Geimpften und Genesenen auch negativ Getesteten mehr Freiheiten zuzugestehen. "Ich denke da besonders an Au√üengastronomie mit guten Abstands- und Hygienekonzepten", sagte Jung der "Passauer Neuen Presse". "Wenn wir Anfang Juni drau√üen wieder einen Kaffee zusammen trinken k√∂nnten, w√ľrde das vielen Menschen sicher guttun." Geimpfte, Genesene und tagesaktuell Getestete sollten zusammensitzen k√∂nnen.

Er warnte zudem vor einem Akzeptanzverlust bei den Corona-Beschränkungen. "Eins muss uns allen klar sein: Wenn die Bevölkerung in großen Teilen die Beschränkungen nicht mehr akzeptiert, kommen auch die Ordnungskräfte und die Polizei an ihre Grenzen", sagte Jung der Zeitung (Samstag).

WHO: Erst √Ąltere und Gef√§hrdete impfen, dann Kinder

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Regierungen aufgefordert, Kinder erst dann gegen das Coronavirus zu impfen, wenn weltweit alle √§lteren und gef√§hrdete Menschen Immunschutz erhalten haben. Vorrangiges Ziel m√ľsse es sein, alle L√§nder mit Impfstoff f√ľr die Risikogruppen zu versorgen, sagte die Leiterin der Immunisierungs-Abteilung der WHO, Kate O'Brien, am Freitag. Erst dann sollten Gruppen mit viel geringerem Risiko, an Covid-19 zu erkranken, geimpft werden.

Als erstes Land hatte Kanada am Mittwoch den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer f√ľr Kinder und Jugendliche ab zw√∂lf Jahren zugelassen. Das Vakzin ist in Kanada bislang nur f√ľr Jugendliche ab 16 Jahren zugelassen. Medienberichten zufolge wollen die USA den Biontech-Impfstoff in der kommenden Woche ebenfalls f√ľr Zw√∂lf- bis 15-J√§hrige freigeben. Auch die EU-Arzneimittelbeh√∂rde (EMA) pr√ľft derzeit eine Zulassung f√ľr Kinder ab zw√∂lf Jahren.

Corona-Zahlen am Samstag

Der r√ľckl√§ufige Trend bei den Corona-Neuinfektionen bleibt bestehen. Das Robert Koch-Institut meldet weniger F√§lle als vor einer Woche. Der bundesweite Inzidenzwert liegt bei 121,5. Mehr lesen Sie hier.

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Wieder Höchstwert in Indien

Indien hat den dritten Tag in Folge mehr als 400.000 Corona-Neuinfektionen und mit 4.187 Todesfällen in Verbindung mit dem Virus so viele wie noch nie gemeldet. Die Zahl der bestätigten Ansteckungen stieg binnen 24 Stunden um 401.078 auf 21,9 Millionen, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilt.

Weltweit ist das der zweithöchste Wert nach den USA. Erst am Freitag war mit mehr als 414.000 Neuinfektionen ein Höchstwert verzeichnet worden. Zudem zählen die Behörden nun fast 240.000 Menschen, die an oder mit dem Virus gestorben sind.

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Schweinfurt verbietet Demo gegen Corona-Auflagen

Die Stadt Schweinfurt in Unterfranken hat eine f√ľr Samstag geplante Gro√üdemonstration gegen die Corona-Auflagen verboten. Wie die Stadt und die Polizei am Freitagabend mitteilten, wurde das Verbot aufgrund neuer Erkenntnisse √ľber das "Gef√§hrdungspotenzial" der Versammlung verh√§ngt.

Das bayerische Innenministerium habe am Freitagabend eine Gefahrenprognose erstellt, die "weitaus brisanter" ausgefallen sei als es die bis dato vorliegenden Informationen vermuten ließen. Die Schweinfurter Polizei werde "das Verbot am Samstag konsequent durchsetzen und keine Zuwiderhandlungen tolerieren", hieß es weiter.

Spahn: EU-Reisen im Sommer auch ohne Impfung möglich

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zeigt sich mit Blick auf einen Sommerurlaub in Europa optimistisch. "Innerhalb der EU wird das Reisen voraussichtlich nicht von der Impfung abh√§ngig sein. Auch mit den Testungen wird man sich europaweit gut bewegen k√∂nnen", sagte Spahn der "Rheinischen Post" (Samstag). Er selbst plane seinen Urlaub in Deutschland. "In dieser hoffentlich letzten Phase der Pandemie w√ľrde ich keine gro√üen Fernreisen planen, Nordsee statt S√ľdsee quasi."

Deutschland sei f√ľr Mutationen des Coronavirus gut ger√ľstet und liege mittlerweile weltweit unter den Top 5 bei den Sequenzierungen. "Und wir sichern uns in den EU-Rahmenvertr√§gen auch Impfstoffe, die auf Mutationen angepasst werden k√∂nnen", sagte Spahn. Nach Aussage der mRNA-Forscher seien diese Entwicklungen innerhalb von sechs bis acht Wochen m√∂glich, die anschlie√üende Zulassung sei in ein bis zwei Monaten machbar.

EU bei Patentfreigabe skeptisch

Der US-Vorschlag zur Freigabe von Patenten ist aus EU-Sicht keine rasche L√∂sung f√ľr den weltweiten Mangel an Corona-Impfstoffen. Dies h√§tten viele Staats- und Regierungschefs bei ihrem Treffen in Porto deutlich gemacht, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am sp√§ten Freitagabend aus EU-Kreisen. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich klar gegen die Patentfreigabe gewandt.

Dabei habe die CDU-Politikerin auch das Argument angef√ľhrt, dass Fachwissen √ľber die neuartigen mRNA-Impfstoffe an China abflie√üen k√∂nnte, hie√ü es. Die Volksrepublik k√∂nne dieses Knowhow leichter nutzen als Entwicklungsl√§nder. EU-Kommissionspr√§sidentin Ursula von der Leyen sagte in Porto, kurz- und mittelfristig werde eine Freigabe von Patenten keine zus√§tzliche Impfstoffdosis bringen.

Vielmehr m√ľssten die produzierten Impfstoffe geteilt und exportiert werden. "Wir laden alle Beteiligten der Debatte √ľber einen Verzicht auf Rechte des geistigen Eigentums ein, wie wir bereit zu sein, einen gro√üen Teil dessen auszuf√ľhren, was in dieser Region produziert wird", sagte sie.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Patente f√ľr Impfstoffe.

Chinesischer Impfstoff erhält Notfallzulassung der WHO

Als erste chinesische Firma erh√§lt Sinopharm eine Notfallzulassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) f√ľr ihren Corona-Impfstoff. Die Entscheidung teilte die WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf mit. Damit k√∂nnen UN-Organisationen das Mittel kaufen und verteilen. China hat dem internationalen UN-Impfprogramm Covax, auf das sich viele √§rmere L√§nder verlassen, im Februar bereits zehn Millionen Dosen versprochen.

Der unabh√§ngige Beraterstab SAGE habe den Impfstoff f√ľr Menschen √ľber 18 Jahre freigegeben, sagte Tedros. Es seien zwei Dosen f√ľr den vollen Impfschutz n√∂tig. Die Wirksamkeit gibt SAGE mit 79 Prozent an.

Eine WHO-Notfallzulassung gibt es bereits f√ľr die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Astrazeneca, Janssen/Johnson & Johnson und Moderna. Ein zweiter chinesischer Impfstoff, von Sinovac, wird von der WHO noch gepr√ľft, √§hnlich wie andere Impfstoffe, darunter der russische Stoff Sputnik V und das Mittel des US-Konzerns Novavax.

F√ľr die EU, die USA und andere L√§nder mit Regulierungsbeh√∂rden hat die Notfallzulassung der WHO keine Bedeutung. Sie pr√ľfen Wirkstoffe selbst und entscheiden √ľber eine Zulassung. Aber L√§nder, die keine Kapazit√§ten f√ľr eigene wissenschaftlichen Pr√ľfungen haben, nutzen die WHO-Qualit√§tspr√ľfung als Grundlage f√ľr ihre eigene Zulassung.

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England hebt striktes Reiseverbot Mitte Mai auf

Nach mehr als vier Monaten striktem Ausreiseverbot d√ľrfen die Menschen in England ab Mitte Mai unter strengen Auflagen wieder ins Ausland reisen. "Wir m√ľssen sicherstellen, dass die L√§nder, mit denen wir uns wieder verbinden, sicher sind", sagte der britische Verkehrsminister Grant Shapps, der die Lockerung ab dem 17. Mai am Freitag best√§tigte.

Ein Ampelsystem bestimmt je nach Infektionslage einzelner L√§nder, welche Regeln bei der Einreise beziehungsweise R√ľckkehr nach England gelten. So m√ľssen R√ľckkehrer und Einreisende aus "gelben L√§ndern", zu denen zun√§chst auch Deutschland geh√∂rt, vor ihrer Einreise sowie am Tag zwei und acht nach ihrer Ankunft einen Test machen und sich f√ľr zehn Tage in Quarant√§ne begeben.

Wer aus "roten L√§ndern" einreist, muss sogar auf eigene Kosten f√ľr zehn Tage in ein Quarant√§ne-Hotel. Nur Einreisenden aus "gr√ľnen L√§ndern" bleibt die Quarant√§ne erspart ‚Äď auch sie m√ľssen sich jedoch testen lassen. Zu Beginn geh√∂ren nur zw√∂lf L√§nder zu jenen mit gr√ľnem Status, darunter Portugal, Israel, Island und Australien.

Time Square in New York: Hier könnten sich Touristen bald auch impfen lassen.
Time Square in New York: Hier könnten sich Touristen bald auch impfen lassen. (Quelle: Marie Le Ble/imago-images-bilder)

New York will Impfstationen f√ľr Touristen einrichten

"Kommt her, es ist sicher", sagte New Yorks B√ľrgermeister Bill De Blasio laut "New York Post" bei einer Pressekonferenz. An beliebten Ausflugszielen der Stadt wie dem Times Square oder dem Central Park sollen sich Touristen k√ľnftig mit dem Vakzin von Johnson und Johnson impfen lassen. Die Stadt br√§uchte zur Impfung von Touristen allerdings erst die Genehmigung des Bundesstaates New York. Ob diese auch erteilt wird, ist noch nicht klar. Derzeit haben 45 Prozent der New Yorker bereits den vollen Impfschutz.

Wegen Krise in Indien: Arme Länder warten länger auf Impfstoff

Die verheerende Corona-Krise in Indien hat auch f√ľr √§rmere L√§nder im Rest der Welt gravierende Folgen. Sie erhalten versprochene Impfdosen nicht, weil Indien die Produktion aus dem indischen Serum-Institut nun selbst beansprucht.

Dort hatte das internationale Impfprogramm Covax, auf das sich viele ärmere Länder bei der Versorgung mit Impfstoff verlassen, einen großen Teil seiner Impfdosen bestellt. "Covax rechnet nicht mehr damit, dass die Lieferung von Impfdosen aus dem Serum-Institut im Mai wieder aufgenommen werden", sagte eine Sprecherin der Impfinitiative Gavi, die Covax managt, der Deutschen Presse-Agentur am Freitag in Genf.

Die Impfinitiative appellierte an Länder mit große Impfstoff-Depots, Dosen abzugeben. Covax will bis Ende 2021 mindestens zwei Milliarden Impfdosen ausliefern. Bis 7. Mai wurden 54 Millionen Impfdosen an 121 Länder verteilt.

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Stiko will Johnson & Johnson offenbar nur f√ľr √ľber 60-J√§hrige empfehlen

F√ľr den Corona-Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson werden offenbar √§hnliche Empfehlungen wie f√ľr das Astrazeneca-Vakzin ausgesprochen: Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, will die St√§ndige Impfkommission (Stiko) ihn am Montag nur noch f√ľr Personen ab 60 Jahren empfehlen. J√ľngere sollen den Impfstoff aber nach Aufkl√§rung durch einen Arzt weiter nutzen d√ľrfen.

Die Pressestelle des Robert Koch-Instituts (RKI) bestätigte dem "Spiegel", dass sie am Montag eine Stellungnahme der Stiko erwarte. Wie diese aussehen werde, wollte ein Sprecher wohl nicht kommentieren.

√Ąhnlich wie beim Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca wurden auch bei Johnson & Johnson in einzelnen F√§llen Blutgerinnsel nach einer Impfung beobachtet. Die USA hatten die Impfungen mit dem Vakzin deshalb vor√ľbergehend ausgesetzt. Schlie√ülich entschieden die Arzneimittelbeh√∂rde FDA und die Gesundheitsbeh√∂rde CDC jedoch, den Wirkstoff wieder einzusetzen.

Pfizer/Biontech bringen regulären Zulassungprozess in USA auf den Weg

Der US-Pharmakonzern Pfizer und sein deutscher Partner BioNTech haben nach eigenen Angaben in den USA die Beantragung einer vollst√§ndigen regul√§ren Zulassung ihres gemeinsamen Corona-Impfstoffs auf den Weg gebracht. Bislang wurde von der US-Arzneimittelbeh√∂rde FDA nur eine Notfallzulassung erteilt, also eine Art Ausnahmegenehmigung aufgrund der Dringlichkeit der Lage. Angestrebt wird eine vollst√§ndige Zulassung f√ľr Impfungen bei Menschen ab einem Alter von 16 Jahren.

Briten raten unter 40-Jährigen von Astrazeneca ab

Der britische Impfausschuss (JCVI) √§ndert seine Altersempfehlung f√ľr die Verabreichung des Vakzins von Astrazeneca. 18- bis 39-J√§hrigen soll in Gro√übritannien k√ľnftig ein alternativer Impfstoff angeboten werden, sofern verf√ľgbar oder wenn sich dadurch eine Impfung nicht verz√∂gere, erkl√§rt der in dem Komitee f√ľr Corona zust√§ndige Experte Wei Shen Lim. Das JCVI verweist zur Begr√ľndung auf ein geringes Thrombose-Risiko. Die Empfehlung beziehe sich explizit auf Gro√übritannien, da man dort dabei sei, die Covid-19-Raten unter Kontrolle zu bekommen. Bislang wurde in dem Land lediglich f√ľr unter 30-J√§hrige empfohlen, andere Impfstoffe als den des schwedisch-britischen Konzerns Astrazeneca zu verabreichen.

Merkel: Corona-Impfung f√ľr J√ľngere soll schnell kommen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bekr√§ftigt, dass Kinder und Jugendliche nach Zulassung von Corona-Impfstoffen f√ľr ihre Altersgruppe beim Impfen schnell an die Reihe kommen sollen. "Wir wollen ja sowieso dann ab Anfang Juni die Priorisierung aufheben. Aber wir werden auch mit den L√§ndern dar√ľber sprechen: "Wie k√∂nnen wir m√∂glichst sicherstellen, dass dann die jungen Leute auch schnell drankommen?"", sagte Merkel am Freitag bei einer Online-Diskussion im Rahmen von sogenannten Jugendpolitiktagen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer hatten k√ľrzlich bei der europ√§ischen Zulassungsbeh√∂rde EMA die Zulassung ihres Pr√§parats f√ľr Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt. Merkel zeigte sich sehr zuversichtlich: "Das wird sicherlich sehr zeitnah passieren."

NRW √ľberpr√ľft Sch√ľler mit Lolli-Tests

Ab Montag werden Grund- und F√∂rdersch√ľler auf Corona in Nordrhein- Westfalen mit dem sogenannten Lolli-Test √ľberpr√ľft. Geplant sind die Tests vorerst bis zum Ende des Schuljahrs. Das NRW-Schulministerium h√§lt eine Fortsetzung im neuen Schuljahr aber f√ľr denkbar: "Wir k√∂nnen uns sehr gut das Projekt auch nach den Sommerferien vorstellen", sagte Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Freitag in einer Online-Pressekonferenz. "Wir k√∂nnen dieses Projekt bis zum Ende des Jahres durchf√ľhren, wenn es denn erforderlich ist", sagte Staatssekret√§r Mathias Richter.

Ein Arzt bietet einen Lolli-Test und einen Lutscher im hessischen Neu-Isenburg an: Bei dem Test reicht es, 30 Sekunden das Stäbchen zu lutschen, um ein Ergebnis zu erhalten.
Ein Arzt bietet einen Lolli-Test und einen Lutscher im hessischen Neu-Isenburg an: Bei dem Test reicht es, 30 Sekunden das Stäbchen zu lutschen, um ein Ergebnis zu erhalten. (Quelle: Hartenfelser/imago-images-bilder)

Die Tests werden Lolli-Tests genannt, weil die Sch√ľlerinnen und Sch√ľler auf dem Testst√§bchen wie auf einem Lolli 30 Sekunden lang herumlutschen m√ľssen. NRW will die Speicheltests an diesem Montag als erstes Bundesland fl√§chendeckend einf√ľhren. Alle mehr als 730.000 Sch√ľlerinnen und Sch√ľler der knapp 3800 Grund- und F√∂rderschulen sollen mit dem Lolli-Test zwei Mal pro Woche in ihrer Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Testung geschieht zun√§chst gruppenweise.

Die Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE) begr√ľ√üte die Einf√ľhrung der neuen Testweise. "Ohne Zweifel sind die Lolli-Tests kind- und altersgerechter als die bisherigen Schnelltests ‚Äď das ist definitiv ein Fortschritt", erkl√§rte der VBE- Landesvorsitzende Stefan Behlau. Optimierungsbedarf gebe es aber bei den Ergebnisr√ľckmeldungen, um vor allem Schulleitungen zu entlasten.

Frankreich blockiert Biontech-Bestellung in EU

Frankreich blockiert einer Zeitung zufolge eine Bestellung der EU-Kommission von bis zu 1,8 Milliarden Impfdosen der Hersteller Biontech/Pfizer. Die Mitgliedstaaten bef√ľrchteten nun, die EU k√∂nne mit ihrer Bestellung zu sp√§t kommen und einen Teil des Kontingents verlieren, berichtete "Welt" vorab unter Berufung auf EU-Diplomaten.

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"Das w√§re eine Katastrophe, f√ľr die Frankreich verantwortlich w√§re", zitierte das Blatt einen von ihnen. √úber die Motive der Regierung in Paris werde spekuliert. Offenbar gehe es darum, Produktionskapazit√§ten f√ľr den Biontech-Impfstoff nach Frankreich zu holen und heimische Unternehmen st√§rker in die Fertigung einzubinden.

Emmanuel Macron: Frankreich hat offenbar eine Impfstoff-Bestellung blockiert.
Emmanuel Macron: Frankreich hat offenbar eine Impfstoff-Bestellung blockiert. (Quelle: IP3press/imago-images-bilder)

Mehr als 31 Prozent der Deutschen erstgeimpft

In Deutschland haben 31,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Verweis auf das Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 8,8 Prozent der Bevölkerung.

Am Donnerstag wurden nach Angaben des RKI (Stand: 7. Mai, 10.10 Uhr) 932.495 Impfungen gemeldet. Der bislang höchste Tageswert seit Beginn der Impfkampagne war am Mittwoch vergangener Woche mit 1.116.608 Impfungen erreicht worden. Insgesamt verabreichten alle Impfstellen bislang knapp 33,6 Millionen Dosen, davon etwas mehr als 26,2 Millionen bei Erstimpfungen und weitere fast 7,4 Millionen bei Zweitimpfungen.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die h√∂chste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 35,4 Prozent. Brandenburg liegt mit genau 28 Prozent leicht hinter den anderen Bundesl√§ndern zur√ľck. Von etwa 35,7 Millionen gelieferten Impfdosen wurden bislang 94 Prozent verbraucht. Die Impfkampagne in Deutschland hat Ende vergangenen Jahres begonnen.

Erneut trauriger Rekord in Indien

Die Zahl der Neuinfektionen in Indien erreicht mit 414.188 einen neuen Rekordstand. Das Gesundheitsministerium gibt zudem 3.915 weitere Todesfälle bekannt. In dem Land mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen sind damit insgesamt knapp 21,5 Millionen Fälle und 234.083 Tote verzeichnet.

Umfrage: Mehrheit gegen sofortige Lockerungen f√ľr Geimpfte

Der Abstimmung im Bundesrat √ľber Lockerungen der Corona-Beschr√§nkungen f√ľr Geimpfte und Genesene blicken die Menschen in Deutschland einer Umfrage zufolge mit gemischten Gef√ľhlen entgegen. 40 Prozent der Befragten finden es grunds√§tzlich falsch, wenn Menschen, die vollst√§ndig geimpft sind oder bereits eine Corona-Infektion √ľberstanden haben, von Ma√ünahmen wie Kontaktbeschr√§nkungen und Ausgangssperren befreit werden. Das ergab eine repr√§sentative Umfrage von infratest dimap f√ľr den ARD-"Deutschlandtrend".

55 Prozent hingegen finden, dass solche Lockerungen in die richtige Richtung gehen. Sie sind allerdings den Angaben zufolge geteilter Meinung, was den Zeitpunkt angeht: Von den Lockerungs-Bef√ľrwortern finden es demnach 48 Prozent richtig, dass die Aufhebungen sofort gelten sollen. 51 Prozent sind allerdings der Meinung, dass die Freiheiten erst wieder greifen sollten, wenn mehr Menschen die Chance auf eine Corona-Impfung haben.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der in wenigen Wochen mit einer exponentiell fallenden Corona-Inzidenz rechnet, appellierte an die Bundesb√ľrger, die Einschr√§nkungen noch bis Ende Mai zu ertragen. "Wir haben ein Jahr und vier Monate durchgehalten. Wollen wir nicht noch diese drei Wochen durchhalten und dann den vollen Genuss haben?", sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "maybrit illner". Diese letzte Strecke der M√§√üigung sei auch wichtig f√ľr die, "die jetzt noch kein Impfangebot haben k√∂nnen".

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Stiko hält an Impfpriorisierung fest

Die St√§ndige Impfkommission (Stiko) bef√ľrwortet zun√§chst weiter eine bevorzugte Impfung besonders gef√§hrdeter Gruppen gegen Covid-19. "Nach Ansicht der Stiko sollte an der Priorisierung zun√§chst festgehalten werden", teilte das Gremium am Robert Koch-Institut am Donnerstag mit. Es gebe bei anhaltend hoher Impfbereitschaft einen "noch betr√§chtlichen Anteil an impfbereiten Personen mit hohem Risiko f√ľr einen schweren Covid-19 Verlauf, die noch keine M√∂glichkeit zur Impfung hatten".

Die Impfpriorisierung f√ľr den Corona-Impfstoff von Astrazeneca wird bundesweit aufgehoben. Das verk√ľndete Gesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag nach einer Sitzung der Gesundheitsminister der L√§nder. Mehr dazu lesen Sie hier.

Rund 45 Prozent der 70- bis 79-J√§hrigen und fast 70 Prozent der 60 bis 69-J√§hrigen sind bisher nicht geimpft (Stand: 28. April). Es handelt sich allein in diesen beiden Gruppen nach Stiko-Angaben um 10,8 Millionen Menschen. Auch bei j√ľngeren Vorerkrankten sei nur etwa ein Viertel einmal geimpft. Wenn zunehmend Impfstoff verf√ľgbar werde, k√∂nnten in den n√§chsten Monaten verschiedene Gruppen parallel geimpft und Priorisierungsstufen regional zeitversetzt angepasst werden, erkl√§rte die Kommission. "Dennoch ist eine Priorisierung weiterhin sinnvoll." Die Stiko appelliere an die Solidarit√§t der √Ąrzteschaft und der gesamten Bev√∂lkerung, "bis auf Weiteres vorrangig besonders gef√§hrdeten Personen eine Impfung zu erm√∂glichen".

Japans Regierung will Notstand bis Ende Mai verlängern

Angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen will die japanische Regierung den Notstand in Tokio und drei weiteren Regionen bis zum 31. Mai verlängern. Zudem solle er in den Präfekturen Fukuoka und Aichi neu ausgerufen werden, sagt Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura.

Australien könnte Grenzen erst wieder Mitte 2022 öffnen

Australiens Handelsminister Dan Tehan nennt es m√∂glich, dass die internationalen Grenzen erst Mitte kommenden Jahres wieder komplett ge√∂ffnet sein werden. Er hoffe, dass weitere √Ėffnungsvereinbarungen ‚Äď sogenannte "Reiseblasen" ‚Äď zwischen Staaten getroffen werden k√∂nnen wie sie bereits zwischen seinem Land und Neuseeland existieren, sagt Tehan dem Sender Sky News.

Seuchenbeh√∂rde: 108,9 Millionen US-B√ľrger komplett geimpft

In den USA sind der Seuchenbehörde CDC zufolge inzwischen 108,9 Millionen Menschen komplett geimpft und damit rund ein Drittel der Bevölkerung. Es seien insgesamt 251,9 Millionen Dosen verimpft worden, hieß es weiter. In den USA leben etwa 328 Millionen Menschen.

Corona-Impfstoff von Moderna bei Jugendlichen zu 96 Prozent wirksam

Der Corona-Impfstoff des US-Pharmaunternehmens Moderna hat laut ersten Studienergebnissen bei Jugendlichen eine Wirksamkeit von 96 Prozent. Die Studienteilnehmer im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren hätten das Vakzin grundsätzlich gut vertragen, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. "Bislang wurden keine ernsthaften Sicherheitsbedenken identifiziert."

An der Studie nahmen 3.235 Jugendliche teil, von denen zwei Drittel den Impfstoff und ein Drittel ein Placebo erhielten. Im Verlauf der Studie seien zwölf Teilnehmer ab einem Zeitpunkt zwei Wochen nach der ersten Impfdosis an Covid-19 erkrankt, erklärte Moderna.

Das Moderna-Vakzin ist derzeit unter anderem in Europa und in den USA ab einem Alter von 18 Jahren zugelassen. Der Impfstoff der Allianz Biontech/Pfizer ist bereits ab einem Alter von 16 Jahren genehmigt, die Unternehmen haben zudem Antr√§ge auf eine Zulassung ab zw√∂lf Jahren gestellt. Kanada lie√ü den Biontech/Pfizer-Impfstoff am Mittwoch als erstes Land weltweit f√ľr Kinder und Jugendliche ab zw√∂lf Jahren zu.

EU: Drei Covid-Medikamente ab Oktober

Im Kampf gegen Covid-19 will die EU-Kommission die Entwicklung und Zulassung neuer Medikamente z√ľgig vorantreiben. Impfstoffe k√∂nnten nicht die einzige Antwort auf die Krankheit sein, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in Br√ľssel. Es gebe in der Europ√§ischen Union zwar vier zugelassene Corona-Impfstoffe, aber mit Remdesivir nur ein Medikament.

"Wir m√ľssen st√§rker auf Behandlungen setzen, damit die Krankenh√§user weniger Menschen station√§r aufnehmen m√ľssen, die Erkrankten schneller genesen und die Sterblichkeit gesenkt wird", sagte die EU-Kommissarin aus Zypern. Als Ziel nannte sie, dass bis Oktober drei Medikamente entwickelt und zugelassen werden sollten. Bis Ende des Jahres sollten m√∂glicherweise zwei weitere hinzukommen. Die Strategie der EU-Kommission sieht vor, Studien und klinische Pr√ľfungen mit Millionenbetr√§gen zu f√∂rdern und vielversprechende Vorhaben zu koordinieren. Auch solle Geld bereitgestellt werden, um etwa Produktionskapazit√§ten und Lieferketten zu analysieren. Bis Juni sollten f√ľnf vielversprechende Therapeutika ermittelt werden.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides: Die Zypriotin möchte, dass bis Oktober drei Medikamente gegen das Corona-Virus in Europa zugelassen sind.
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides: Die Zypriotin möchte, dass bis Oktober drei Medikamente gegen das Corona-Virus in Europa zugelassen sind. (Quelle: Kenzo Tribouillard/Reuters-bilder)

Schon jetzt seien Hersteller von 57 potenziellen Medikamenten in Kontakt mit der Europ√§ischen Arzeimittel-Agentur EMA gewesen, sagte Kyriakides. Drei Mittel w√ľrden seit Anfang des Jahres im sogenannten Rolling-Review-Verfahren gepr√ľft. Danach werden Daten noch vor dem Abschluss der Studien und vor dem formellen Antrag auf Marktzulassung bewertet.

Zudem solle die Bewertung von Covid-19-Medikamenten durch die Beh√∂rden schneller werden, hei√üt es in der Strategie der EU-Kommission. Wie schon die Impfstoffe sollten die Therapeutika gemeinsam auf EU-Ebene angeschafft werden. Bis Ende des Jahres sollten drei Vertr√§ge √ľber den Ankauf auf den Weg gebracht werden.

Ein mobiles Impfteam von DRK: "Wir m√ľssen alle in unserer Gesellschaft mit Impfangeboten erreichen."
Ein mobiles Impfteam von DRK: "Wir m√ľssen alle in unserer Gesellschaft mit Impfangeboten erreichen." (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

DRK: Impfkampagne auf gutem Weg

Die Pr√§sidentin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Gerda Hasselfeldt, sieht die Covid-19-Impfkampagne nach dem schwierigen Start inzwischen auf einem sehr guten Weg. Sie erwarte, "dass wir Mitte, Ende Juni einen Gro√üteil der Bev√∂lkerung geimpft haben werden", sagte Hasselfeldt in Berlin. Gleichzeitig dr√§ngt das DRK auf den Einsatz von mehr mobilen Impfteams. Den Vorschlag, dies zu verst√§rken, um etwa Menschen in sozialen Brennpunkten besser zu erreichen, unterst√ľtze das Rote Kreuz ausdr√ľcklich, so Generalsekret√§r Christian Reuter. Er betonte: "Wir m√ľssen alle in unserer Gesellschaft mit Impfangeboten erreichen."

Die Corona-Pandemie hat aus Sicht des DRK gezeigt, dass die staatlichen Mittel f√ľr den Bev√∂lkerungsschutz bei weitem nicht ausreichen. Statt der derzeit vorgesehenen 700.000 Millionen Euro sollten im Haushalt f√ľr diese wichtige Aufgabe mindestens zwei Milliarden Euro j√§hrlich vorgesehen werden, forderte Reuter. Er sei √ľberzeugt, "dass das alternativlos ist". Dabei gehe es nicht nur um Pandemien. Deutschland m√ľsse sich etwa auch auf die Bew√§ltigung von gr√∂√üeren Cyberattacken und einen m√∂glichen Ausfall kritischer Infrastruktur einstellen. Der DRK-Generalsekret√§r sprach sich au√üerdem daf√ľr aus, Erste Hilfe in den Lehrpl√§nen der Schulen zu verankern.

Das Deutsche Rote Kreuz ist nach eigenen Angaben an fast drei Viertel der insgesamt 434 Impfzentren in Deutschland beteiligt. Aktuell seien täglich gut 10.000 ehren- und hauptamtliche Einsatzkräfte des DRK aktiv in der Bekämpfung von Covid-19.

Frankreich weitet Zugang zu Corona-Impfungen deutlich aus

Frankreich beschleunigt seine Impfkampagne und weitet dabei den Zugang zu Impfungen gegen Covid-19 deutlich aus. Ab kommenden Mittwoch k√∂nnten alle Erwachsenen einen Impftermin buchen, wenn noch Dosen verf√ľgbar seien, k√ľndigte Frankreichs Pr√§sident Emmanuel Macron am Donnerstag bei der Er√∂ffnung eines neuen Impfzentrums in Paris an.

Geplant sei, dass man online einsehen k√∂nne, ob im Wohnort noch Dosen vom Vortag verf√ľgbar und Termine entsprechend nicht gebucht worden seien, so Macron. Wenn das der Fall sei, k√∂nne man ohne Altersbeschr√§nkung einen Term buchen. Es handle sich dabei um "ein etwas ungew√∂hnliches Mittel", aber es solle keine Impfdosis verschwendet werden.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen: "Kurzfristig rufen wir jedoch alle impfstoffproduzierenden Länder dazu auf, Exporte zuzulassen."
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen: "Kurzfristig rufen wir jedoch alle impfstoffproduzierenden Länder dazu auf, Exporte zuzulassen." (Quelle: Le Pictorium/imago-images-bilder)

EU offen f√ľr Gespr√§che √ľber Patent-Aussetzung

Die EU hat sich offen f√ľr Gespr√§che √ľber eine vor√ľbergehende Aussetzung des Patentschutzes f√ľr Corona-Impfstoffe gezeigt. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Mehr als eine Million Impfungen am Mittwoch

In Deutschland sind am Mittwoch zum zweiten Mal mehr als eine Million Menschen geimpft worden. Fast 1,1 Millionen Menschen erhielten demnach eine Spritze, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mit. Damit gelten nun 25,4 Millionen Deutsche (30,6 Prozent) als erstgeimpft. 8,6 Prozent der Bev√∂lkerung sind bereits voll gesch√ľtzt, so der Minister. Zudem vermeldete er einen Rekord: Es gab mehr als 200.000 Zweitimpfungen an einem Tag. Die zweite Dosis ist wichtig, um optimal vor einer Ansteckung gesch√ľtzt zu werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

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Ramelow fordert mehr Erleichterungen f√ľr Getestete

Th√ľringens Ministerpr√§sident Bodo Ramelow (Linke) dringt darauf, neben Geimpften auch Menschen, die negativ auf das Coronavirus getestet wurden, mehr Erleichterungen zu gew√§hren. Vollst√§ndig Geimpfte, Genesene und Getestete m√ľssten gleichgestellt werden, verlangte Ramelow am Donnerstag im RBB-Inforadio. Hier m√ľsse es bundesweit einheitliche Verbesserungen geben.

Der Bundestag entscheidet am Mittag √ľber Erleichterungen f√ľr Menschen, die vollst√§ndig gegen das Coronavirus geimpft sind oder von der Erkrankung genesen sind. Die zur Abstimmung vorliegende Verordnung der Bundesregierung sieht vor, dass f√ľr diese Menschen die geltenden Ausgangs- und Kontaktbeschr√§nkungen wegfallen. Zudem werden sie etwa beim Einkauf oder beim Friseurbesuch von Testpflichten befreit.

Th√ľringens Ministerpr√§sident Bodo Ramelow (Linke): Auch getestete Menschen sollen mehr Freiheiten bekommen.
Th√ľringens Ministerpr√§sident Bodo Ramelow (Linke): Auch getestete Menschen sollen mehr Freiheiten bekommen. (Quelle: Political-Moments/imago-images-bilder)

Ramelow forderte nun, dar√ľber hinaus auch negativ Getesteten zumindest tagesaktuell den gleichen Rechtsstatus wie Geimpften einzur√§umen. Daf√ľr m√ľssten allerdings die betreffenden Daten zentral und f√§lschungssicher gespeichert werden, um der Polizei Kontrollen zu erleichtern.

Ramelow unterst√ľtzte Pl√§ne, solche Daten in der Corona-Warn-App zu speichern. Dies solle auch f√ľr Testergebnisse gelten. Geplant ist dies bereits f√ľr den Nachweis √ľber erfolgte Impfungen.

Moderna: Impfauffrischung wirkt ersten Daten zufolge gegen Varianten

Eine Auffrischungsdosis des Corona-Impfstoffs von Moderna wirkt ersten Daten des US-Unternehmens zufolge gut gegen Coronavirus-Varianten. Das Unternehmen ver√∂ffentlichte am Mittwoch Daten aus einer laufenden Studie zu zwei verschiedenen sogenannten Booster-Dosen - einerseits mit dem bereits in vielen L√§ndern der Welt zugelassenen Impfstoff und andererseits mit einer auf Basis der zuerst in S√ľdafrika identifizierten Virus-Variante entwickelten Booster-Dosis.

Beide h√§tten die Entwicklung von Antik√∂rpern gegen diese Virus-Variante und die zuerst in Brasilien entdeckte Virus-Variante bewirkt - die neu entwickelte Booster-Variante in Hinblick auf die S√ľdafrika-Variante noch deutlicher. Zudem seien beide Booster-Dosen gut vertragen worden. Weitere Daten zu der Studie will das Unternehmen demn√§chst ver√∂ffentlichen.

Indien meldet erneut √ľber 400.000 Neuinfektionen an einem Tag

Indien verzeichnet mit 412.262 Corona-Neuinfektionen erneut einen weltweiten H√∂chstwert. Zudem meldet das Gesundheitsministerium mit 3.980 weiteren Toten so viele Todesf√§lle in Verbindung mit dem Virus wie noch nie. Damit stieg die Zahl der best√§tigten Ansteckungen in dem s√ľdasiatischen Land binnen 24 Stunden auf √ľber 21 Millionen, die Zahl der Todesf√§lle erh√∂hte sich auf mehr als 230.000.

Am Samstag hatten die Beh√∂rden erstmals mehr als 400.000 Neuinfektionen gemeldet. Indien setzt derzeit eine massive zweite Corona-Welle zu und weist weltweit nach den USA die zweitmeisten Infektionen auf. Viele Krankenh√§user sind √ľberf√ľllt, es mangelt an medizinischem Sauerstoff zur Behandlung von Covid-19-Patienten. Die dramatische Situation im Land k√∂nnte auch Auswirkungen auf Deutschland haben. Warum lesen Sie hier.

USA unterst√ľtzen Aussetzung von Patenten f√ľr Corona-Impfstoffe

F√ľr den Kampf zur weltweiten Eind√§mmung der Pandemie unterst√ľtzt die US-Regierung die Aussetzung von Patenten f√ľr die Corona-Impfstoffe. Die USA st√ľnden hinter dem Schutz geistigen Eigentums, die Pandemie sei aber eine globale Krise, die au√üerordentliche Schritte erfordere, teilte die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai am Mittwoch mit. Hier lesen Sie mehr.

Spahn will Priorisierung f√ľr Astrazeneca aufheben

In einigen Bundesl√§ndern k√∂nnen sich bereits alle Willigen mit dem Mittel von Astrazeneca impfen lassen ‚Äď unabh√§ngig von der vorgegebenen Reihenfolge. Das k√∂nnte bald auch bundesweit gelten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Verfassungsgericht weist Eilanträge gegen Ausgangssperre ab

Die Corona-Ausgangssperre bleibt in Kraft. Die Eilanträge gegen bundesrechtliche nächtliche Ausgangsbeschränkungen sind abgelehnt, wie das Bundesverfassungsgericht am Mittwochabend mitteilte. Mehr dazu lesen Sie hier.

Hotels in Schleswig-Holstein sollen wieder öffnen

Schleswig-Holsteins Ministerpr√§sident Daniel G√ľnther plant weitere √Ėffnungen. Wie die "Bild" und die Nachrichtenagentur dpa berichten, sollen Hotels, Ferienwohnungen und die Gastronomie ab 17. Mai wieder G√§ste empfangen k√∂nnen.

Wer als Tourist im Norden √ľbernachten will muss sich demnach alle drei Tage auf Corona testen lassen. Mit ihren Beschl√ľssen weitet die Landesregierung praktisch die f√ľr vier Modellregionen geltenden Regeln auf das gesamte Land aus.

Bisher d√ľrfen Urlauber in der Schleiregion, in Eckernf√∂rde und in Nordfriesland unter strikten Corona-Vorgaben Urlaub machen. Von diesem Samstag an ist das auch in Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt an der Ostsee in der L√ľbecker Bucht m√∂glich. Am Montag folgt B√ľsum in Dithmarschen.

Serbien bietet 25 Euro f√ľr jeden, der sich gegen Corona impfen l√§sst

Um die weitverbreitete Impfskepsis in der Bev√∂lkerung des Balkanlandes zu √ľberwinden, will Serbien den B√ľrgern Geld f√ľr eine Corona-Impfung zahlen. Wer sich bisher impfen lie√ü oder bis zum 31. Mai eine Impfung erh√§lt, soll eine einmalige Unterst√ľtzung in H√∂he von 3.000 Dinar (25 Euro) erhalten, gab Pr√§sident Aleksandar Vuńćińá am Mittwoch in Belgrad bekannt. Durchschnittlich verdienen die Serben derzeit 520 Euro im Monat.

Diskriminierende Einschr√§nkungen f√ľr Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, k√§men nicht infrage, sagte Vuńćińá dem regierungsnahen privaten Fernsehsender Pink. Er halte es f√ľr "verantwortungslos und egoistisch", wenn sich jemand nicht impfen lassen m√∂chte. "Deshalb haben wir dar√ľber nachgedacht, wie wir Menschen belohnen k√∂nnen, die Verantwortung an den Tag legen."

In Serbien haben derzeit rund 30 Prozent der Menschen zumindest eine Corona-Impfung erhalten. Das Land setzt seit Dezember auch Impfstoffe aus Russland und China ein, die in der EU nicht zugelassen sind. Anfangs erzielte Belgrad damit beachtliche Ergebnisse. In den vergangenen zwei Wochen stieg der Anteil der Menschen, die eine Corona-Impfung erhalten haben, aber nur noch um zwei Prozentpunkte.

Im Juli sollen alle erwachsenen B√ľrger ein Impfangebot erhalten

Kanzleramtschef Helge Braun geht davon aus, dass bereits im Juli alle Erwachsenen in Deutschland ein Impfangebot erhalten haben werden. Es sei nun klar, "dass wir in den nächsten zwei Monaten sehr viel Impfstoff haben werden, um diese Impfkampagne abzuschließen", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Bundestag. Bisher hatte die Bundesregierung aus Vorsicht wegen teilweise stockender Impfstofflieferungen nur zugesagt, dass alle ein Impfangebot bis Ende des Sommers erhalten.

Braun forderte zudem eine "ganz, ganz hohe" Impfquote in Deutschland. "Das sch√ľtzt auch die, die sich nicht impfen lassen k√∂nnen", sagte der CDU-Politiker und verwies damit etwa auf Schwangere und Kinder. "Umso h√∂her muss der Anspruch sein, dass die impff√§hige erwachsene Bev√∂lkerung jetzt auch das Impfangebot wahrnimmt, dann gehen die Infektionszahlen runter."

Das Bundeskabinett habe sich mit der Frage beschäftigt, wie man Gruppen besser erreicht, die bisher unterdurchschnittlich von dem Impfangebot Gebrauch gemacht hätten. In diesen Gruppen wolle man stärker und gezielter werben, sagte Braun und verwies auf bereits vorhandenes Informationsmaterial in anderen Sprachen und Interviews von Kanzlerin Angel Merkel, die sich an migrantische Gruppen gerichtet hätten.

Spahn verk√ľndet Rekord bei Zweitimpfungen

Jens Spahn: Der Bundesgesundheitsminister bef√ľrwortet Lockerungen f√ľr geimpfte B√ľrger.
Jens Spahn: Der Bundesgesundheitsminister bef√ľrwortet Lockerungen f√ľr geimpfte B√ľrger. (Quelle: Jens Schicke/imago-images-bilder)

Erneut mehr als 800.000 Vakzindosen an einem Tag gespritzt ‚Äď dazu ein Rekord bei den Zweitimpfungen. Die Impfkampagne in Deutschland nimmt weiter Fahrt auf. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verk√ľndete die erfreulichen Nachrichten auf Twitter. 150.000 Menschen haben demnach am Dienstag ihre zweite Impfdosis bekommen ‚Äď so viele wie noch nie an einem Tag.

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Insgesamt sind damit nun mehr als 24,5 Millionen Deutsche bereits mindestens einmal geimpft. Fast sieben Millionen haben den vollständigen Schutz gegen das Coronavirus erhalten.

Dritte Welle offenbar gebrochen

Impfungen, Fr√ľhling, Vorsicht? Welche Faktoren f√ľr die erfreuliche Entwicklung beim Infektionsgeschehen verantwortlich sind, l√§sst sich schwer sagen. Doch der Trend steht fest. Mehr dazu lesen Sie hier.

Spahn: Lockerungen f√ľr Geimpfte k√∂nnten Sonntag in Kraft treten

Die Verordnung zu Rechten von Geimpften k√∂nnte laut Gesundheitsminister Jens Spahn am Sonntag in Kraft treten. Voraussetzung daf√ľr sei ein Beschluss im Bundesrat am Freitag, sagte der CDU-Politiker im ZDF. "Es ist doch eine gute Nachricht, dass wir 14 Monate nach der Pandemie einen Impfstoff haben, der das m√∂glich macht", so Spahn.

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Es gebe Anlass zu viel Zuversicht und Perspektive, aber man befinde sich immer noch in der dritten Welle. "Wer zu schnell öffnet, den kann das auch schnell wieder einholen", betonte der Gesundheitsminister.

Virologin Sandra Ciesek: "Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg."
Virologin Sandra Ciesek: "Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg." (Quelle: IPON/imago-images-bilder)

Virologin Ciesek "optimistisch", dass sich Corona-Situation entspannt

Schnelleres Impftempo, geändertes Verhalten, beginnendes Sommerwetter: Virologin Sandra Ciesek zeigt sich zuversichtlich, dass die dritte Welle abflaut. Zu Lockerungen hat sie eine klare Meinung. Mehr dazu lesen Sie hier.

RKI-Zahlen vom Mittwoch

Die Zahl der gemeldeten Corona-F√§lle liegt zwar weiter auf einem hohen Niveau ‚Äď ist aber im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken. Den Angaben der Gesundheits√§mter zufolge sind 285 Menschen gestorben. Mehr Zahlen finden Sie hier.

Impfstoffherstellung könnte an US-Blockade scheitern

Die Impfstoffproduktion des deutschen Herstellers Curevac ist laut einem Bericht gefährdet. Wie der "Spiegel" berichtet, blockiert die US-Regierung die Ausfuhr wichtiger Rohstoffe. "Durch den Defense Production Act bekommen wir bestimmte Waren nicht aus den USA heraus", sagt Curevac-Vorstandschef Franz-Werner Haas dem "Spiegel".

Das T√ľbinger Unternehmen will bis Ende 2021 eigentlich 300 Millionen Dosen f√ľr die EU produzieren und ist damit ein wichtiger Teil in der Impfstrategie. 24,5 Millionen sind f√ľr Deutschland vorgesehen, wie aus einer Aufstellung des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Noch ist der Impfstoff allerdings nicht zugelassen.

Wie viel vor allem in den Sommermonaten geliefert werden kann, ist laut "Spiegel" derzeit unklar. Eine Vakzine habe rund 90 Elemente, wenn nur eines fehle, gebe es keinen Impfstoff, sagte Haas dem Nachrichtenmagazin. Die zur√ľckgehaltenen Materialien wie Nukleotide oder speziell zertifizierte medizinische Plastikbeh√§lter werden dabei teils von deutschen Firmen in den USA produziert.

Laut dem "Spiegel" hat das Unternehmen bereits die Bundesregierung eingeschaltet. Die Regierung will sich zu den Versorgungsnöten allerdings nur vorsichtig äußern. "Es gibt keinen offiziellen Exportstopp der Amerikaner, sondern einen subtilen", sagt ein hochrangiger Regierungsbeamter. Das Weiße Haus wollte den Vorgang auf Anfrage des "Spiegel" nicht offiziell kommentieren.

S√∂der verk√ľndet zeitnahe Lockerungen in Bayern

Bayerns Ministerpr√§sident Markus S√∂der (CSU) hat Lockerungen f√ľr vollst√§ndig Geimpfte und Genesene ab dem 6. Mai verk√ľndet. "Gebrannte Kinder scheuen das Feuer", sagte der CSU-Chef nach der Kabinettssitzung am Dienstag in M√ľnchen. "Deswegen m√∂chten wir einerseits die Sicherheit hochhalten, aber auch Fortschritt generieren." Die √Ėffnungen in Bayern seien vorsichtig und bis Pfingsten g√ľltig.

Die bayerische Landesregierung hat sich auf folgende Schritte verständigt:

  • Urlaub in Bayern soll zu Beginn der Pfingstferien am 21. Mai in Regionen mit niedrigen Corona-Infektionszahlen wieder m√∂glich sein. In Kreisen und kreisfreien St√§dten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 sollen Hotels, Ferienwohnungen und Campingpl√§tze wieder √∂ffnen d√ľrfen.
  • Ab dem 6. Mai ‚Äď und damit zwei Tage fr√ľher als in der Bundesverordnung geplant ‚Äď soll es f√ľr vollst√§ndig Geimpfte und Genesene keine Testpflicht und keine Ausgangsbeschr√§nkungen mehr geben. Sie werden au√üerdem nicht mehr bei den Kontaktbeschr√§nkungen angerechnet.
  • Generell bleibt die Ausgangsbeschr√§nkung in Bayern zwischen 22 Uhr bis 5 Uhr bestehen.
  • Bei einem Inzidenzwert unter 100 k√∂nnen in den Landkreisen folgende Lockerungen beantragt werden: Au√üengastronomie kann √∂ffnen, Kunst und Kultur mit Masken und Abstand seien perspektivisch m√∂glich.
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Umfrage: Bereitschaft zu Corona-Tests gestiegen

Die Bereitschaft, sich auf das Coronavirus testen zu lassen, ist laut einer Umfrage in Deutschland gestiegen. In einer repr√§sentativen Befragung des Bundesinstituts f√ľr Risikobewertung (BfR) von Ende April gaben 59 Prozent der Befragten an, in den vergangenen zwei Wochen Corona-Testangebote genutzt zu haben. Das sind laut BfR zehn Prozentpunkte mehr als Mitte April und knapp 20 Prozentpunkte mehr als Ende M√§rz.

Die n√§chtliche Ausgangssperre ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 hielten 60 Prozent der Befragten f√ľr unangemessen. "Interessant ist, dass sich die Einsch√§tzung zwischen den Altersgruppen stark unterscheidet", sagte BfR-Pr√§sident Andreas Hensel. "W√§hrend unter den Befragten ab 60 Jahren 57 Prozent die Ma√ünahme bef√ľrworten, tut dies bei den unter 40-J√§hrigen nur etwa ein F√ľnftel." Auch, dass bestimmte Gesch√§fte geschlossen sind, traf demnach bei rund 60 Prozent der Befragten nicht auf Zustimmung.

CSU will Verordnung nur bei weiteren Lockerungen zustimmen

Die CSU-Landesgruppe wird der Verordnung f√ľr Geimpfte nach Angaben von CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt nur zustimmen, wenn Lockerungsschritte unter der Inzidenz 100 m√∂glich werden. In Landkreisen mit einer Inzidenz unter 100 m√ľssen √Ėffnungen von Kultur, Gastronomie und Hotels wieder m√∂glich sein, sagt Dobrindt. "Das ist die Voraussetzung, dass die CSU zustimmt."

Der Hafen in Hamburg: Die Hansestadt hat eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100.
Der Hafen in Hamburg: Die Hansestadt hat eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100. (Quelle: Hanno Bode/imago-images-bilder)

Niedersachsen öffnet Handel, Gastronomie und Hotels

Mit einem Stufenplan will Niedersachsen in Lockerungen der Corona-Beschr√§nkungen einsteigen. Diese sollen in St√§dten und Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 vom kommenden Wochenende an greifen, k√ľndigte Ministerpr√§sident Stephan Weil (SPD) am Dienstag in Hannover an. Mehr M√∂glichkeiten und Freiheiten soll es f√ľr Menschen mit einem tagesaktuell negativen Corona-Test und f√ľr bereits vollst√§ndig geimpfte Menschen geben.

Wieder √∂ffnen soll f√ľr diese Gruppen der komplette Einzelhandel, auch im Bereich Tourismus und Gastronomie soll es erste √Ėffnungen geben, erkl√§rte Wirtschaftsminister und Vizeregierungschef Bernd Althusmann (CDU). Gekoppelt werden soll dies an eine Kontaktnachverfolgung, Zugangsbeschr√§nkungen und ein Hygienekonzept.

Der Tourismus werde f√ľr voraussichtlich drei Wochen zun√§chst nur f√ľr Einwohner Niedersachsens ge√∂ffnet, in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingpl√§tzen sind wieder touristische √úbernachtungen m√∂glich. Die Gastronomie soll zun√§chst drau√üen und zwei Wochen sp√§ter auch drinnen wieder √∂ffnen k√∂nnen, dort dann mit einer Auslastungsgrenze von 60 Prozent und einer Sperrstunde um 23 Uhr. Auch Kulturveranstaltungen im Freien sollen wieder m√∂glich werden.

Niedersachsen verabschiedet sich von seinem strikten Corona-Kurs an Schulen und erm√∂glicht Wechselunterricht wieder f√ľr alle Schulen unterhalb einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165. Auch die Kindertagesst√§tten wechseln unterhalb dieser Inzidenz wieder in den eingeschr√§nkten Regelbetrieb, k√ľndigte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Dienstag in Hannover an. Die Lockerungen greifen vom kommenden Montag an. Niedersachsen setzt damit die erweiterten M√∂glichkeiten f√ľr den Schulunterricht um, die die Bundesregeln f√ľr Hotspots bereits erm√∂glichen.

New York lockert ab 19. Mai viele Corona-Regeln

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat f√ľr die zweite Maih√§lfte deutliche Lockerungen der Corona-Beschr√§nkungen angek√ľndigt. Ab dem 19. Mai entf√§llt die f√ľr viele Gesch√§fte und kulturelle Einrichtungen vorgeschriebene Beschr√§nkung der Besucherzahlen, wie Cuomo am Montag ank√ľndigte. Dies gelte auch f√ľr Restaurants, Kinos und Museen.

Gesch√§fte d√ľrfen dann so viele Menschen hereinlassen, wie sie m√∂chten, solange ein Mindestabstand von knapp zwei Metern eingehalten wird. Die Abstandsregeln finden keine Anwendung, wenn alle Kunden eine Impfung oder einen negativen Test nachweisen k√∂nnen.

Begrenzungen f√ľr Veranstaltungen im Freien sollen von 250 auf 500 Teilnehmer angehoben werden. In Innenr√§umen wird die Begrenzung von 100 auf 250 steigen. Gro√üveranstaltungen sollen erlaubt werden, sofern alle Teilnehmer entweder geimpft oder negativ getestet wurden.

Immer mehr Kreise unter Inzidenz von 100

Das Infektionsgeschehen in der Bundesrepublik scheint sich zu beruhigen. Doch noch gibt es starke regionale Unterschiede. Mehr dazu lesen Sie hier.

Amts√§rzte: Geimpfte m√ľssen weiter getestet werden

Die Amts√§rzte haben die geplanten Ausnahmeregelungen f√ľr gegen Corona geimpfte Menschen kritisiert. "Geimpfte m√ľssen unbedingt weiterhin getestet werden. Es w√§re fatal, wenn Geimpfte und Genesene k√ľnftig von allen Testpflichten etwa bei der Einreise ausgenommen w√ľrden", sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der √Ąrztinnen und √Ąrzte des √Ėffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angek√ľndigt, dass bei Einreisen nach Deutschland k√ľnftig ein vollst√§ndiger Impfnachweis anstelle eines Tests ausreichen soll.

Teichert meinte aber: "Ohne umfassende Tests verlieren wir den √úberblick √ľber das Infektionsgeschehen ‚Äď gerade auch mit Blick auf Virusvarianten." Wenn Reiser√ľckkehrer nicht mehr getestet w√ľrden, wisse man nicht, ob sie Mutanten einschleppten.

Sie kritisierte zudem, dass die Bundesregierung Geimpften Rechte zur√ľckgeben wolle, bevor ein einheitlicher Nachweis f√ľr den Impfstatus zur Verf√ľgung stehe. "Die Politik darf nicht den zweiten Schritt vor dem ersten gehen: Bevor es bundesweit Erleichterungen f√ľr Geimpfte gibt, muss ein einheitliches Zertifikat als Impfnachweis eingef√ľhrt werden", sagte sie. Das Zertifikat m√ľsse digital und in Papierform zur Verf√ľgung stehen und unbedingt f√§lschungssicher sein. Mehr zur Debatte um Rechte f√ľr Geimpfte lesen Sie hier.

Brasilien muss mit Zweitimpfungen warten

Neuer R√ľckschlag f√ľr die Corona-Impfkampagne in Brasilien: Aufgrund von Lieferengp√§ssen sind in mehreren Gro√üst√§dten die Zweitimpfungen ausgesetzt worden. In den Hauptst√§dten von sieben Bundesstaaten wurde die Gabe der zweiten Impfdosis vorerst gestoppt, wie das Nachrichtenportal "G1" am Montag berichtete.

Die Beh√∂rden in Rio de Janeiro hatten am Samstag angek√ľndigt, die Zweitimpfungen f√ľr zehn Tage auszusetzen, da die Vorr√§te des chinesischen Vakzins CoronaVac nicht ausreichend seien. Am Sonntag hie√ü es dann aber, dass zumindest Menschen ab 70 Jahren von Montag an wieder ihre zweite Impfdosis erhalten sollen.

Andere Einwohner der Millionenmetropole m√ľssen hingegen noch l√§nger warten. F√ľr viele Erstgeimpfte k√∂nnte dies bedeuten, dass sie die zweite Dosis erst nach 30 bis 40 Tagen bekommen. Empfohlen wird ein Zeitraum von 28 Tagen zwischen den Impfungen.

Laut einem Bericht der Zeitung "Folha de S.Paulo" ist in mehr als der H√§lfte der Hauptst√§dte der Bundesstaaten in Brasilien nicht gen√ľgend Impfstoff vorhanden, um allen B√ľrgern eine rechtzeitige Zweitimpfung zu garantieren.

Indien: 20 Millionen Menschen mit Corona infiziert

Indien hat seit dem Beginn der Corona-Pandemie mehr als 20 Millionen Infektionen registriert. Das Gesundheitsministerium meldete am Dienstag mehr als 357.000 neue Fälle binnen eines Tages. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Virus stieg um 3449 auf mehr als 222.000.

Das Land erlebt derzeit eine heftige zweite Corona-Welle. Das Gesundheitssystem ist v√∂llig √ľberlastet. Immer wieder gibt es Berichte √ľber Todesf√§lle wegen mangelndem Sauerstoff in Kliniken. Deutschland und andere Staaten schickten inzwischen Nothilfe in das Land. Am Samstag trafen 120 Beatmungsger√§te und Medikamente mit einer Bundeswehrmaschine in Neu Delhi ein, Mitte der Woche soll eine Sauerstoffanlage folgen.

Kritik an Australiens Strafen f√ľr Einreisende aus Indien

Australiens Ministerpr√§sident Scott Morrison steht unter Druck sein Strafma√ü f√ľr Reisende aus Indien r√ľckg√§ngig zu machen. Alle Reisende aus Indien, auch australische Staatsb√ľrger, k√∂nnen seit Montag mit einer H√∂chststrafe von f√ľnf Jahren Gef√§ngnis und Geldstrafen von bis zu 66.000 A$ (42.400 Euro) rechnen, falls sie nach Australien einreisen.

Morrison sagte dem lokalen TV Sender "Channel 9" gegen√ľber, die Regeln w√ľrden "verantwortungsvoll und verh√§ltnism√§√üig" eingesetzt werden. Sie seien aber notwendig, um den Druck auf die Quarant√§nesysteme des Landes zu verringern. Die vor√ľbergehenden Beschr√§nkungen, die bis zum 15. Mai gelten sollen, werden sowohl von Gesetzgebern als auch von indischen Auswanderern und der australischen Menschenrechtskommission stark kritisiert.

Menschen sitzen im April in Saarbr√ľcken vor Caf√©s: Das Gastgewerbe fordert nun schnelle √Ėffnungsschritte.
Menschen sitzen im April in Saarbr√ľcken vor Caf√©s: Das Gastgewerbe fordert nun schnelle √Ėffnungsschritte. (Quelle: BeckerBredel/imago-images-bilder)

Branche fordert umgehende √Ėffnung von Restaurants f√ľr Geimpfte

Das Gastgewerbe fordert die unmittelbare √Ėffnung. "Wir erwarten, dass jetzt Hotels, Restaurants und nat√ľrlich die Au√üengastronomie f√ľr Geimpfte, Genesene und negativ Getestete ge√∂ffnet werden", sagt die Hauptgesch√§ftsf√ľhrerin des Branchenverbandes Dehoga, Ingrid Hartges, bei RTL/ntv. Die Branche liege am Boden und die Situation werde immer schlimmer, sofern nichts unternommen werde. "Die Probleme f√ľr unsere Branche werden nur noch gr√∂√üer, wenn jetzt nicht ge√∂ffnet wird."

Union-Bundestagsfraktion unterst√ľtzt R√ľckgabe von Grundrechten an Geimpfte

Die Unions-Bundestagsfraktion unterst√ľtzt den Verordnungsentwurf von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) f√ľr die R√ľckgabe von Grundrechten an Geimpfte und Genesene. "Wir tragen die Vorschl√§ge von Justizministerin Lambrecht grunds√§tzlich mit", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Karin Maag (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Einige Details seien noch zu klären. Man könne aber die Beratungen im Bundestag noch in dieser Woche abschließen. "Um keine Zeit zu verlieren, sollte der Bundesrat nicht erst am 28. Mai abschließend beraten, sondern möglichst in einer Sondersitzung in der kommenden Woche."

US-Beh√∂rde genehmigt Pfizer-Vakzin f√ľr Kinder ab 12 Jahren n√§chste Woche

Die US-Arzneimittelbeh√∂rde FDA will einem Medienbericht zufolge den von Pfizer und Biontech entwickelten Impfstoff in der n√§chsten Woche f√ľr 12- bis 15-j√§hrige Kinder genehmigen. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Bislang ist das Vakzin in den USA erst ab einem Alter von 16 Jahren zugelassen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Esken gegen √Ėffnung von Gastro und Hotels f√ľr Geimpfte und Genesene

Die Co-Bundesvorsitzende der SPD, Saskia Esken, hat sich gegen die √Ėffnung von Gastst√§tten und Hotels f√ľr Geimpfte und Genese in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Zwar sollten f√ľr diese Menschen Kontaktbeschr√§nkungen oder n√§chtliche Ausgangsbeschr√§nkungen aufgehoben werden, aber "deswegen werden wir nicht die Gastst√§tten und Hotels f√ľr einzelne Menschen √∂ffnen", sagte Esken am Montag in der der Sendung "Fr√ľhstart" von RTL/ntv.

Esken verwies mit Blick auf die √Ėffnungen von Gastst√§tten und Hotels auf den Stufenplan der Bundesnotbremse, in dem √Ėffnungsschritte an entsprechende Inzidenzen gekoppelt sind: "Da haben wir vereinbart, dass Gastst√§tten √∂ffnen k√∂nnen im Au√üenbereich, aber in eben in vorsichtigen Stufen, um zu sehen was passiert."

Esken betonte aber: "Die Genesenen und Geimpften sollen alle Rechte haben, die auch frisch Getestete haben. Also wenn sie einen Laden betreten m√∂chten, wo eigentlich ein Test verlangt wird, dann sollten sie als Geimpfter nicht noch einen Test machen m√ľssen."

Spahn macht Hoffnung auf baldige Lockerungen f√ľr Geimpfte

Gesundheitsminister Jens Spahn: Das Corona-Kabinett hat am Montag √ľber Lockerungen f√ľr Geimpfte diskutiert.
Gesundheitsminister Jens Spahn: Das Corona-Kabinett hat am Montag √ľber Lockerungen f√ľr Geimpfte diskutiert. (Quelle: Andreas Gora/getty-images-bilder)

Schneller als gedacht: Der Bundestag k√∂nnte in dieser Woche √ľber eine Verordnung zu Freiheiten f√ľr Geimpfte abstimmen. Die Lockerungen w√ľrden dann schon ab dem Wochenende gelten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Th√ľringen weiter mit bundesweit h√∂chster Sieben-Tage-Inzidenz

Th√ľringen bleibt bundesweiter Hotspot in der Corona-Pandemie. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Land h√§lt sich auf hohem Niveau. Nach Daten der Staatskanzlei, die sich auf Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) st√ľtzt, lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Montag bei 221,1. Innerhalb von 24 Stunden wurden in Th√ľringen 363 Neuinfektionen registriert.

Unter den Kreisen war der Saale-Orla-Kreis mit einem Wert von 574 weiterhin Hotspot in Deutschland. Ebenfalls hohe Infektionszahlen mit einer Inzidenz um 280 wiesen der Kreis Saalfeld-Rudolstadt und die Stadt Suhl auf. Weiterhin liegen nur die Kreise Eichsfeld und Unstrut-Hainich sowie die Stadt Weimar bei der Sieben-Tage-Inzidenz unter 150. Seit Beginn der Pandemie im vergangenen Jahr starben 3.861 Menschen im Freistaat mit oder an einer Corona-Infektion.

28 Prozent der Deutschen sind ein Mal geimpft

In Deutschland haben 28,2 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervor (Stand: 3. Mai, 12 Uhr). Den vollen Impfschutz erhielten bislang acht Prozent der Bevölkerung.

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Am Sonntag wurden demnach 250.114 Impfspritzen gesetzt. Der bislang höchste Tageswert seit Beginn der Impfkampagne war am vergangenen Mittwoch mit mehr als einer Million Impfungen erreicht worden. Insgesamt verabreichten alle Impfstellen bislang etwas mehr als 30,1 Millionen Dosen, davon fast 23,5 Millionen bei Erstimpfungen und weitere knapp 6,7 Millionen bei Zweitimpfungen.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die h√∂chste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 31,4 Prozent. Brandenburg liegt mit 25,5 Prozent leicht hinter den anderen Bundesl√§ndern zur√ľck. Von etwa 35,7 Millionen gelieferten Impfdosen wurden bislang 84,4 Prozent verbraucht.

Pfizer schickt Impf-Dosen nach Indien

Pfizer will Indien angesichts der heftigen Corona-Welle Medikamente im Wert von mehr als 70 Millionen Dollar spenden. Dies bestätigte eine Unternehmenssprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Auch gebe es Gespräche zwischen Pfizer und der indischen Regierung, um den Impfstoff in der größten Demokratie der Welt möglicherweise schneller zulassen zu können.

Bislang haben in Indien rund zehn Prozent der Menschen mindestens eine Impfdose erhalten. Knapp zwei Prozent sind vollst√§ndig geimpft. Seit dem Wochenende d√ľrfen sich alle Erwachsenen impfen lassen. Die Impfstoffe sind aber noch sehr knapp. Insgesamt wurden in dem Land mit der zweith√∂chsten Bev√∂lkerung weltweit mehr als 19,9 Millionen Infektionen und √ľber 218.000 Tote im Zusammenhang mit der Krankheit gez√§hlt.

S√∂der: Grundschulen l√§nger √∂ffnen ‚Äď Perspektive f√ľr Au√üengastronomie

Grundschulen in Bayern d√ľrfen von kommenden Montag an voraussichtlich auf breiter Front f√ľr alle Klassenstufen √∂ffnen. Ministerpr√§sident und CSU-Chef Markus S√∂der zeigte sich am Montag nun doch bereit, den Grenzwert f√ľr Distanzunterricht erst bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165 festzusetzen ‚Äď wie in der sogenannten Bundes-Notbremse vorgesehen ‚Äď und nicht wie bisher in Bayern schon bei 100. Es bleibe dann bei der Test- und der Maskenpflicht, sagte S√∂der nach Teilnehmerangaben in einer Schaltkonferenz des CSU-Vorstands.

Zugleich stellte S√∂der √Ėffnungsm√∂glichkeiten ab der kommenden Woche f√ľr die Au√üengastronomie, f√ľr Theater und Kinos in Aussicht, wenn die regionale Sieben-Tage-Inzidenz stabil unter 100 liegt, und mit Tests und Termin. Details zur Ausgestaltung der Regelung nannte er aber zun√§chst nicht. Ebenso deutete er an, in den Pfingstferien k√∂nnten Ferienwohnungen und Hotels √∂ffnen, mit Tests und Hygienekonzepten.

Esken gegen √Ėffnung von Gastro und Hotels f√ľr Geimpfte und Genesene

Die Co-Bundesvorsitzende der SPD, Saskia Esken, hat sich gegen die √Ėffnung von Gastst√§tten und Hotels f√ľr Geimpfte und Genese in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Zwar sollten f√ľr diese Menschen Kontaktbeschr√§nkungen oder n√§chtliche Ausgangsbeschr√§nkungen aufgehoben werden, aber "deswegen werden wir nicht die Gastst√§tten und Hotels f√ľr einzelne Menschen √∂ffnen", sagte Esken am Montag in der der Sendung "Fr√ľhstart" von RTL/ntv.

"Es ist besch√§mend, dass die SPD-Co-Vorsitzende massive Grundrechtseinschr√§nkungen wider besseres Wissen aufrechterhalten und die Wirtschaft im k√ľnstlichen Dauerkoma halten will", kritisierte der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Stephan Thomae. Da von vollst√§ndig Geimpften und Genesenen nur minimale Infektionsrisiken ausgingen, sollten diese Zugang zu Sportst√§tten, Hotels und Innengastronomie erhalten. Gleiches sollte f√ľr Getestete gelten.

Frankreich beginnt mit vorsichtigen Lockerungen

In Frankreich hat am Montag die erste gr√∂√üere Etappe der Corona-Lockerungen begonnen. Die Menschen im Land d√ľrfen sich nun tags√ľber wieder ohne triftigen Grund mehr als zehn Kilometer von ihren Wohnungen entfernen. Das hei√üt, auch Reisen in andere Regionen sind wieder erlaubt. Die n√§chtliche Ausgangssperre ab 19.00 Uhr bleibt allerdings noch bis Mitte Mai bestehen. Au√üerdem beginnt in den Mittel- und Oberstufen nun auch wieder der Pr√§senzunterricht - allerdings nicht f√ľr alle in voller Klassenst√§rke.

Pr√§sident Emmanuel Macron hatte in der vergangenen Woche weitgehende √Ėffnungen angek√ľndigt. So sollen ab dem 19. Mai Au√üenbereiche von Restaurants, Gesch√§fte und Kultureinrichtungen wieder √∂ffnen. Die abendliche Ausgangssperre soll dann erst um 21.00 Uhr beginnen. Im Juni sollen dann weitere Lockerungen folgen. Macron k√ľndigte auch eine Art Notbremse an. Sie soll verschiedene Faktoren wie die Auslastung der Intensivstationen in Betracht ziehen und sieht eine Sieben-Tage-Inzidenz von 400 als Richtwert vor.

EU-Kommission will Ende von Reisebeschr√§nkungen f√ľr Geimpfte

Deutlich mehr Touristen aus aller Welt k√∂nnten nach einem Vorschlag der EU-Kommission schon bald wieder in die Europ√§ische Union einreisen. Die Br√ľsseler Beh√∂rde schlug am Montag vor, die Einschr√§nkungen f√ľr nicht zwingend notwendige Reisen zu lockern. So solle vollst√§ndig Geimpften die Einreise grunds√§tzlich erlaubt sein - auch wenn die epidemiologische Lage in ihrer Heimat nicht gut ist.

Auch solle der Grenzwert f√ľr die Zahl an Infektionen in Drittstaaten, aus denen die Einreise problemlos m√∂glich ist, erh√∂ht werden. Derzeit d√ľrfen Menschen nur aus sieben Nicht-EU-Staaten mit guter Infektionslage problemlos in die EU reisen. F√ľr den Fall, dass die Coronazahlen in einem Drittstaat vor allem wegen neuer Virusvarianten rasch zunehmen, schl√§gt die EU-Kommission eine Notbremse vor.

Es sei Zeit, den europ√§ischen Tourismus wiederzubeleben und grenz√ľberschreitende Freundschaften neu aufleben zu lassen, schrieb EU-Kommissionspr√§sidentin Ursula von der Leyen auf Twitter.

Bei dem Papier der EU-Kommission handelt es sich um Vorschl√§ge. Nun m√ľssen die EU-Staaten dar√ľber beraten. Die Entscheidung liegt letztlich bei ihnen. Schon zu Beginn der Pandemie hatten fast alle EU-L√§nder drastische Einreisebeschr√§nkungen verh√§ngt. Demnach sind alle nicht zwingend notwendigen Einreisen aus Drittstaaten in alle EU-L√§nder au√üer Irland sowie in die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island verboten. Ausnahmen gibt es nur f√ľr wenige L√§nder.

Spahn optimistisch zu raschen einheitlichen Regeln f√ľr Geimpfte

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich optimistisch zu einer raschen Einigung √ľber einheitliche bundesweite Erleichterungen f√ľr vollst√§ndig Geimpfte und von Covid-19 Genesene ge√§u√üert. Das Corona-Kabinett werde in seiner Sitzung am heutigen Montag einen ersten Entwurf zu Geimpften, Genesenen und tagesaktuell Getesteten diskutieren, sagte Spahn am Montag in Berlin beim Eintreffen zu hybriden Beratungen des CDU-Pr√§sidiums.

Wenn man diesen Entwurf nun in der Bundesregierung schnell abstimmen k√∂nne, k√∂nnten die neuen Regeln sicherlich auch in dieser oder in den n√§chsten ein, zwei Wochen umgesetzt werden. Etwa beim √Ėffnen des Einzelhandels und der Au√üengastronomie sowie bei der Einreise k√∂nnten alle drei Gruppen in der Perspektive gleichgestellt werden, sagte Spahn.

Intensivmediziner fordern Impfungen f√ľr Schwangere

Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) versorgen Intensivmediziner zunehmend an Covid-19 erkrankte Schwangere. Geht es nach Intensivmedizinern, sollten diese nun auch geimpft werden. In anderen Ländern ist das schon Normalität. Mehr dazu lesen Sie hier.

Feuer im Impfzentrum ‚Äď Dosen gerettet

Ein Feuer im S√ľden M√ľnchens hat f√ľr Absagen von Corona-Impfterminen gef√ľhrt. Der Dachstuhl eines Impfzentrums war in Brand geraten. Mehr dazu lesen Sie hier.

104 Millionen US-B√ľrger vollst√§ndig geimpft

In den USA sind inzwischen 104,77 Millionen Menschen vollständig geimpft. Das teilt die US-Gesundheitsbehörde CDC mit. Rund 147 Millionen Menschen hätten bis Sonntag mindestens eine Impfdosis erhalten. Insgesamt seien mehr als 245,5 Millionen Dosen verabreicht worden. In den USA leben 328 Millionen Menschen.

Häufige Infektionen bei Altenpflegekräften

Altenpflegekr√§fte sind einem Zeitungsbericht zufolge √ľberdurchschnittlich von Corona-Infektionen betroffen. Von Beginn der Pandemie bis Mitte November waren bundesweit 2,5 Prozent der Altenpfleger und -pflegerinnen wegen einer Corona-Infektion arbeitsunf√§hig, wie die Barmer Krankenkasse in ihrem Pflegereport schreibt, der der D√ľsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe) vorliegt. Bei allen Berufsgruppen lag der Anteil demnach nur bei 1,6 Prozent.

Ohnehin sei der Krankenstand bei den Altenpflegehilfskr√§ften √ľberdurchschnittlich: Er liegt laut dem Report bei 8,7 Prozent - in anderen Berufen sind es im Schnitt 5,0 Prozent. In der Umfrage der Barmer gaben 52 Prozent der Pflegekr√§fte an, dass sie sich durch Heben und Tragen schwerer Lasten belastet f√ľhlen. Bei anderen Branchen sind es nur acht Prozent. 40 Prozent der Pflegekr√§fte f√ľhlen sich durch den regelm√§√üigen Umgang mit Leid und Tod emotional √ľberlastet. Selbst der Termindruck ist bei Pflegekr√§ften √ľberdurchschnittlich hoch: So gaben 63 Prozent an, durch h√§ufiges Arbeiten unter Zeitdruck √ľberlastet zu sein, in allen anderen Branchen sind es 50 Prozent.

Scholz: Regeln f√ľr Geimpfte schon kommende Woche

Im Ringen um einheitliche Erleichterungen f√ľr vollst√§ndig Geimpfte in der Corona-Pandemie hat Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) eine schnelle Kl√§rung in Aussicht gestellt. Er halte es f√ľr realistisch, dass die geplante Verordnung am Mittwoch ins Kabinett komme und noch bis Freitag die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat erhalte, sagte Scholz am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". "Wir haben den Ehrgeiz, dass wir diese Zustimmung bekommen und f√ľr die Rechte der B√ľrgerinnen und B√ľrger w√§re das auch richtig."

Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte zuvor einen Entwurf vorgelegt, √ľber den sich die Bundesregierung bis "Anfang der Woche" intern abstimmen will. Er sieht unter anderem Erleichterungen bei Ausgangs- und Kontaktbeschr√§nkungen vor. In mehreren Bundesl√§ndern gelten bereits erste Erleichterungen f√ľr vollst√§ndig Geimpfte und Genesene bei Corona-Vorgaben. Sie m√ľssen etwa im Einzelhandel keinen negativen Schnelltest mehr vorweisen. Auch die Quarant√§ne f√ľr Einreisende aus Corona-Risikogebieten kann entfallen.

St√§dtebund will langfristigen √Ėffnungsplan

Der St√§dte- und Gemeindebund hat angesichts der zuletzt r√ľckl√§ufigen Zahl der Corona-Neuinfektionen von der Bundesregierung einen langfristigen √Ėffnungsplan gefordert. "Nach √ľber einem Jahr Pandemie ist das Motto "Wir fahren auf Sicht" kaum noch vermittelbar. Langfristige Perspektiven - wenn auch unter Vorbehalt sinkender Infektionszahlen - sollten jetzt auf den Weg gebracht werden", sagte Hauptgesch√§ftsf√ľhrer Gerd Landsberg der "Rheinischen Post" (Montag). "Die Inzidenzzahlen sinken, die Impfkampagne nimmt Fahrt auf. Wir k√∂nnen hoffen, dass wir die dritte Welle bald √ľberwunden haben. Mit immer mehr geimpften Personen wird im Sommer mehr Normalit√§t m√∂glich sein." Bei der Erstellung eines solchen Fahrplans st√ľnden Bund und L√§nder in der Pflicht.

Mit Blick auf die Debatte zu m√∂glichen Erleichterungen f√ľr Geimpfte kritisierte Landsberg, dass eine langfristige Planung vers√§umt wurde. Die Politik stehe deshalb nun unter enormem Zeitdruck.

Sachsens Kultusminister fordert Vorrang f√ľr Familien beim Impfen

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz spricht sich daf√ľr aus, Familien einen Vorrang bei der Corona-Schutzimpfung zu gew√§hren. "Die Aufgabe der Politik muss sein, dass Familien beim Impfen nicht ganz hinten anstehen - sondern sie m√ľssen ganz vorn stehen", sagte der CDU-Politiker in einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung". Deshalb m√ľsse nicht nur die Impfgrenze auf zw√∂lf Jahre gesenkt werden, sondern auch eine Freigabe der Impfpriorisierung f√ľr ganze Familien erfolgen. Sie d√ľrften nicht darunter leiden, dass es immer noch nicht ausreichend Impfangebote gibt.

Krankenhausgesellschaft: Sp√ľren erste Entlastung

Angesichts der sinkenden Corona-Zahlen sp√ľren auch die Krankenh√§user "ganz √ľberwiegend eine erste, leichte Entlastung". Das sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Ga√ü, der "Bild". "Wir haben nun √ľber etwa zwei Wochen relativ konstante Zahlen bei den Neuinfektionen, das gibt uns die Zuversicht, dass wir auch beim Zuwachs der Intensivpatienten bis auf weiteres keinen exponentiellen Anstieg bef√ľrchten m√ľssen." Dabei stellte Ga√ü klar, dass "die Belastung in den Kliniken und bei den Besch√§ftigten auf einem sehr hohen Niveau" bleibe.

G√ľnther warnt vor zu starken Benachteiligungen f√ľr Nicht-Geimpfte

Angesichts von ersten Lockerungen bei den Corona-Regeln f√ľr vollst√§ndig Geimpfte hat Schleswig-Holsteins Ministerpr√§sident Daniel G√ľnther (CDU) davor gewarnt, noch nicht geimpfte B√ľrgerinnen und B√ľrger zu stark zu benachteiligen. Noch seien 90 Prozent der Deutschen nicht komplett durchgeimpft, "von daher f√ľhren zur√ľckgegebene Rechte dann wieder zu neuen Ungerechtigkeiten", sagte G√ľnther dem "Tagesspiegel am Sonntag". Er verwies zugleich darauf, dass zumindest Erleichterungen f√ľr Geimpfte schon umgesetzt w√ľrden. "Wir haben aber bei den Erstimpfungen ungef√§hr eine Quote von 25 Prozent, bei den Zweitimpfungen noch deutlich weniger", sagte G√ľnther.

Lockerungen sind erst bei einem vollen Impfschutz geplant. Daf√ľr sind bei drei von vier zugelassenen Impfstoffen zwei Impfungen notwendig. G√ľnther sagte, es sei richtig, dass es immer weniger Gr√ľnde f√ľr Einschr√§nkungen gebe, wenn Menschen nicht mehr mehr ansteckend seien und im Prinzip auch das Virus nicht mehr weitergeben k√∂nnten.

"Aber man muss auch ber√ľcksichtigen, dass ein ganz erheblicher Teil der Bev√∂lkerung noch gar keine Chance hatte, sich impfen zu lassen", f√ľgte der Ministerpr√§sident hinzu. "Wir haben alle die Priorisierung f√ľr √Ąltere und Risikopatienten akzeptiert ‚Äď wir sollten jetzt nicht die J√ľngeren wieder zur√ľckstehen lassen. Das w√§re auch ungerecht."

Wahrscheinlich Ende Juni sei die H√§lfte aller B√ľrger einmal geimpft, und Anfang Juni werde die Priorisierung aufgehoben. "Dann ist ein Stadium erreicht, in dem wir Geimpften gut begr√ľndet Rechte zur√ľckgeben k√∂nnen", sagte G√ľnther.

Indien meldet Tagesrekord an Corona-Toten

In Indien sind an einem Tag noch nie so viele Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. 3689 Todesf√§lle wurden nach Daten des Gesundheitsministeriums vom Sonntag registriert. Erst am Samstag hatte Indien mit seinen √ľber 1,3 Milliarden Einwohnern als erstes Land weltweit an einem Tag mehr als 400 000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus erfasst. Das Gesundheitssystem ist √ľberfordert, Krankenh√§user und Krematorien sind √ľberf√ľllt, es mangelt an medizinischem Sauerstoff, Medikamenten und Impfdosen. Wie der deutsche Botschafter die Situation im Land erlebt, lesen Sie hier.

EU-Kommission fordert, Abwasser auf Corona zu testen

Zur Eind√§mmung der Corona-Pandemie sollten die EU-Staaten nach Ansicht der EU-Kommission systematisch das Abwasser auf Coronaviren untersuchen. "Die √úberwachung von Abwasser kann eine kosteng√ľnstige, schnelle und verl√§ssliche Quelle f√ľr Informationen sein √ľber die Verbreitung des Virus und seinen Varianten in der Bev√∂lkerung", sagte EU-Umweltkommissar Virginijus Sinkevicius der "Welt am Sonntag". Die 27 Staaten sollten "schnellstm√∂glich effektive Abwasser-√úberwachungssysteme einrichten". Diese lie√üen sich innerhalb von maximal sechs Monaten auf die Beine stellen.

Sinkevicius forderte, dass in St√§dten und gr√∂√üeren Gemeinden k√ľnftig m√∂glichst zwei Stichproben w√∂chentlich genommen werden sollten. Diese wiederum sollten regelm√§√üig, vorzugsweise zweimal im Monat, analysiert werden. Die Analyse von Abwasser k√∂nne als Fr√ľhwarnsystem eingesetzt werden. "Wenn das Virus dagegen nicht im Abwasser nachgewiesen wird, kann das ein Hinweis darauf sein, dass die untersuchten Gebiete als mit geringem Risiko behaftet angesehen werden k√∂nnen", sagte Sinkevicius.

Scholz will Impfreihenfolge nicht ändern

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz pocht darauf, die Reihenfolge bei den Corona-Impfungen vorerst beizubehalten. "Wenn wir zu fr√ľh die Priorisierung aufgeben, f√ľrchte ich das Windhund-Prinzip", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabbericht."Wer gut vernetzt ist und jemanden kennt, der jemanden kennt, hat dann viel bessere Karten als jemand, der weniger gut verdrahtet ist." Rechtsanw√§lte sollten nicht die am schnellsten durchgeimpfte Gruppe sein, f√ľgte er hinzu. Ausdr√ľcklich wandte sich Scholz gegen die Forderung des CSU-Vorsitzenden Markus S√∂der, Familien bei der Impfung vorzuziehen. Die Priorisierung m√ľsse weiterhin wissenschaftlichen Empfehlungen folgen.

Chile √∂ffnet Impfprogramm f√ľr B√ľrger ab 35 Jahren

Chile gibt bei der Impfkampagne gegen das Coronavirus weiter Gas. Innerhalb der kommenden zwei Wochen sollen sich bereits Menschen zwischen 35 und 45 Jahren impfen lassen k√∂nnen, wie Pr√§sident Sebasti√°n Pi√Īera am Samstag ank√ľndigte. M√∂glich sei dies wegen eines neuen Vertrags √ľber die Lieferung von drei Millionen zus√§tzlichen Impfdosen des chinesischen Unternehmens Sinovac. "Wir werden unser Impfprogramm so schnell wie m√∂glich auf die j√ľngeren Generationen ausdehnen, die sich am h√§ufigsten infizieren", sagte der Staatschef.

Mit rund 35 Prozent liegt Chile bei der vollst√§ndig geimpften Bev√∂lkerung weltweit auf einem der vordersten Pl√§tze. Gerade im Vergleich zu den anderen L√§ndern der Region dr√ľckt Chile enorm auf das Tempo. In Brasilien sind gerade mal 6,4 Prozent der Bev√∂lkerung vollst√§ndig geimpft, in Kolumbien 3,1 Prozent und in Argentinien 2,1 Prozent. Chile hat sich fr√ľhzeitig Impfstoffe einer ganzen Reihe von Herstellern gesichert. Geimpft wird nach einem recht einfachen Priorisierungsplan ohne komplizierte Terminvergabe - in Gesundheitszentren, Fu√üballstadien und Impfstra√üen.

Tourismusbeauftragter glaubt an Sommerurlaub in Europa

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, ist guter Dinge, dass die Deutschen im Sommer innerhalb Europas Urlaub machen können. "Ich bin recht optimistisch, dass der Sommerurlaub in Deutschland und Europa mit entsprechenden Vorkehrungen gut möglich sein wird", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel am Sonntag". Er sehe bereits im Testen eine große Chance, setze aber vor allem Hoffnungen in einen europaweiten digitalen Corona-Impfpass.

Ein digitaler Impfnachweis f√ľr Smartphones soll in der EU als ein freiwilliges und erg√§nzendes Angebot zum weiterhin g√ľltigen gelben Heft eingef√ľhrt werden. Er soll im Juni kommen.

Mit Blick auf die vom Bund geplante Verordnung zu mehr Freiheiten f√ľr Geimpfte sagte Barei√ü: "Ich sehe keinen Grund, warum Geimpfte, Genesene oder auch negativ Getestete in den kommenden Wochen nicht mehr Freiheiten bekommen sollten."

Betriebsärzte sollen ab Juni impfen

Der Beginn der Impfungen durch Betriebsärzte soll einem Medienbericht zufolge spätestens ab 7. Juni erfolgen. "Spätestens in der KW 23 werden die Betriebsärzte in die Impfkampagne einbezogen mit mindestens 500.000 Dosen pro Woche", erklärte das Gesundheitsministerium auf Anfrage der "Welt am Sonntag". Bislang war lediglich von Juni die Rede gewesen.

Betriebs√§rzten kommt aus Sicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine wichtige Aufgabe zu, sobald es in ein paar Wochen mehr Impfstoff als Terminanfragen gebe. "Noch warten viele auf ihren Impftermin. Aber bereits in ein paar Wochen werden wir voraussichtlich mehr Impfstoff haben als Terminanfragen", sagte Spahn der Zeitung. "Gerade Betriebs√§rzte sollen dann helfen, mit niedrigschwelligen Impfangeboten zu √ľberzeugen." So k√∂nnten auch diejenigen f√ľrs Impfen gewonnen werden, die "nicht das Gegenargument suchen, sondern die Gelegenheit".

Fachpolitiker und √Ąrzte wollen Impfzentren schlie√üen

Fachpolitiker und √Ąrztevertreter haben eine baldige Schlie√üung der Impfzentren in Deutschland angeregt. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin R√ľddel (CDU), sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS): "Wenn die Impfpriorisierung Ende Mai, Anfang Juni aufgehoben wird, w√§re es sinnvoll, das Impfen den √Ąrzten zu √ľberlassen. Die kennen ihre Patienten."

Der Vorsitzende des Deutschen Haus√§rzteverbands, Ulrich Weigeldt, wies auf den h√∂heren b√ľrokratischen Aufwand bei den Impfzentren hin und sagte, dass dieser bei Haus√§rzten ungleich kleiner sei. Patienten m√ľssten nicht nachweisen, dass sie Vorerkrankungen haben, weil der Arzt sie kennt. "Die Impfzentren hatten sicher ihre Berechtigung. Als der Impfstoff knapp war und wir eine harte Priorisierung brauchten, konnten sie die umsetzen." Nun allerdings habe sich die Lage ge√§ndert.

Weigeldt warnte zugleich vor einem zu schnellen √úbergang. "Wir k√∂nnen nicht an einem Tag vierzig Millionen Menschen impfen. Da muss man mit uns dr√ľber reden, wie sich das machen l√§sst, wie man die Impfungen langsam anlaufen l√§sst." Ein Anfang w√§re, die Impfzentren nicht mehr bevorzugt mit Impfstoffen zu beliefern, sondern √Ąrzte und Zentren gleichrangig zu behandeln.

Niederlande verschieben weitere Lockerungen

Die Niederlande haben angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen geplante Lockerungen der Corona-Schutzma√ünahmen vorerst ausgesetzt. Die im Rahmen eines √Ėffnungsplans ab 11. Mai vorgesehenen Erleichterungen f√ľr Freiluftbereiche ‚Äď darunter Zoos, Vergn√ľgungsparks und Sporteinrichtungen ‚Äď werden verschoben, beschloss die Regierung am Samstag. Wie die Nachrichtenagentur ANP berichtete, soll gepr√ľft werden, ob sie ab dem 18. Mai m√∂glich sind.

Die Regierung folgte damit dem Rat von Experten, die auf eine Zunahme der Corona-Patientenzahlen in den Krankenh√§usern verwiesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in den Niederlanden zuletzt deutlich √ľber 300 und war damit etwa doppelt so hoch wie in Deutschland.

Die Niederlande haben Mitte der Woche die ersten Ma√ünahmen seit dem strengen Lockdown vom Dezember gelockert. Unter anderem wurde die abendliche Ausgangssperre abgeschafft, Gesch√§fte d√ľrfen wieder Kunden ohne Termin empfangen und Gastst√§tten im Au√üenbereich d√ľrfen unter Auflagen wieder G√§ste bedienen.

Nordrhein-Westfalen beschlie√üt Erleichterungen f√ľr Geimpfte

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat beschlossen, vollständig Geimpfte sowie Genesene mit negativ Getesteten gleichzustellen. Die Corona-Schutzverordnung sei dementsprechend angepasst worden, teilte die Landesregierung am Samstag mit. "Es ist ein erster Schritt, Geimpfte und Genesene mit negativ Getesteten gleichzustellen", sagte Ministerpräsident Armin Laschet laut der Mitteilung.

Dar√ľberhinausgehende Lockerungen f√ľr Geimpfte sollen laut Laschet Bund und L√§nder gemeinsam entscheiden. "Hier brauchen wir einheitliche Regelungen auf der Grundlage der verabredeten Vorlage des Bundes‚Äú, so der CDU-Politiker.

Vollst√§ndig Geimpfte brauchen in dem Bundesland kein negatives Testergebnis mehr nachweisen, wie es etwa im Einzelhandel, dem Besuch von Zoos oder bei k√∂rpernahen Dienstleistungen derzeit erforderlich ist. Um von der Testpflicht befreit zu sein, m√ľssen Geimpfte ihre vollst√§ndige Immunisierung nachweisen k√∂nnen. Zudem muss der Impfstoff in der EU zugelassen sein, und die zweite Impfung muss mindestens 14 Tage her sein.

√Ąrztepr√§sident rechnet mit schnellem Impf-Fortschritt

Lange stockte die Impfkampagne, nun hat sie Fahrt aufgenommen: √Ąrztepr√§sident Klaus Reinhardt zeigt sich zuversichtlich, die Herdenimmunit√§t erreichen zu k√∂nnen. Forderungen kommen von den Arbeitgebern. Mehr dazu lesen Sie hier.

Hotels sollen f√ľr G√§ste mit Impfung oder Test √∂ffnen d√ľrfen

Schleswig-Holsteins Ministerpr√§sident Daniel G√ľnther (CDU) pocht auf rasche Hotel√∂ffnungen f√ľr Menschen mit Corona-Impfung oder negativem Testergebnis. "Wir haben uns schon bei der Ministerpr√§sidentenkonferenz am 22. M√§rz daf√ľr eingesetzt, Beherbergungsbetriebe zu √∂ffnen. Die sind kein Treiber von Pandemie", sagte G√ľnther dem "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe). "Und je schneller wir dann auch √Ėffnungsschritte machen k√∂nnen, desto besser."

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G√ľnther sprach sich daf√ľr aus, dass Familien k√ľnftig mit einer Mischung aus Impfnachweis der Eltern und Testnachweis √§lterer Kinder zum Beispiel Urlaub in Hotels an der Nordsee machen k√∂nnten. "Diejenigen, die noch nicht geimpft ist, m√ľssen dann einen Test machen. Der Schutz der Anderen wird durch unterschiedliche Instrumente erreicht."

Erste Modellprojekte in Schleswig-Holstein f√ľr die R√ľckkehr des Tourismus verlaufen nach Angaben G√ľnthers vielversprechend. "Wir haben jetzt erst einmal die Schlei-Region und Eckernf√∂rde f√ľr touristische Projekte ge√∂ffnet mit hunderten Ferienwohnungen, Hotels und Campingpl√§tzen", sagte er. Die G√§ste w√ľrden alle mehrfach getestet. "Unter den √ľber 10.000 Tests in beiden Regionen hatten wir zwei H√§nde voll Positive. Die Mehrheit davon waren Einheimische und nicht Touristen."

√Ąrzte: "Impfbereitschaft ist gro√ü"

√Ąrztepr√§sident Klaus Reinhardt erwartet schnelle weitere Fortschritte bei den Corona-Impfungen in Deutschland. "Ich bin √ľberzeugt, dass wir jetzt z√ľgig eine ausreichend gro√üe Zahl von Menschen werden impfen k√∂nnen, um ein deutliches Abfallen der Infektionsraten zu erreichen", sagte der Chef der Bundes√§rztekammer der Deutschen Presse-Agentur. "Ich glaube, dass die Impfbereitschaft gro√ü ist und wir sogar mehr als 70 Prozent der Bev√∂lkerung erreichen k√∂nnen." Das gilt als Marke f√ľr einen Schutz der ganzen Gesellschaft.

Dabei gebe es einen Teil der Bev√∂lkerung, der lieber vom Hausarzt geimpft werden m√∂chte, sagte Reinhardt. "Diese Menschen vertrauen ihrem Doktor, den sie seit Jahren kennen. Wenn er die Impfung f√ľr richtig erachtet, sagen viele: Ich mache das. Dieser Faktor wirkt erheblich im Hinblick auf diejenigen, die jetzt noch Zweifel haben." Auch in seiner Praxis k√§men zunehmend Anfragen junger Leute. Zugleich betonte Reinhardt: "Die Impfzentren funktionieren sehr gut, sie sind top-organisiert. Die Mitarbeiter leisten wirklich gute Arbeit."

Saarland beschlie√üt Erleichterungen f√ľr vollst√§ndig Geimpfte

Das Saarland hat am Freitag in einer au√üerordentlichen Ministerratssitzung Erleichterungen f√ľr vollst√§ndig geimpfte und von einer Corona-Infektion genesene Menschen beschlossen. Diese w√ľrden k√ľnftig getesteten Menschen gleichgestellt, teilte die Staatskanzlei am Abend mit. F√ľr sie entfalle ab Montag die Testpflicht zum Beispiel f√ľr einen Friseurbesuch oder einen Einkauf in bestimmten Gesch√§ften. Zudem entfalle eine Quarant√§nepflicht nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet, wenn es sich nicht um ein Gebiet mit einer Virusvariante handelt.

"Wir nehmen in einem ersten Schritt bestimmte Einschr√§nkungen f√ľr Geimpfte und Genesene zur√ľck", sagte Ministerpr√§sident Tobias Hans (CDU). Menschen, von denen nachweislich kein hohes Ansteckungsrisiko mehr ausgehe, werde so durch den Wegfall der Testpflicht der Alltag erleichtert. Die Erleichterungen f√ľr Geimpfte beginnen 14 Tage nach der zweiten Impfung. Als genesen gilt, wer eine Infektion durchgemacht hat, wenn die zugrundeliegende PCR-Testung mindestens 28 Tage und nicht l√§nger als sechs Monate zur√ľckliegt.

Die Bundesregierung will nach einer Ank√ľndigung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kommende Woche einen Vorschlag machen, so dass eine Verordnung am 28. Mai vom Bundesrat beschlossen werden k√∂nnte. Einige Bundesl√§nder wie Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern gehen ihre eigenen Wege und haben Verordnungen bereits entsprechend angepasst.

USA: Maskenpflicht in Flugzeugen bleibt

Die wegen der Coronavirus-Pandemie in den USA verh√§ngte Maskenpflicht in Flugzeugen, Z√ľgen und anderen √∂ffentlichen Verkehrsmitteln wird bis zum 13. September verl√§ngert. Die Transportsicherheitsbeh√∂rde TSA teilte am Freitag mit, trotz rasant fortschreitender Impfungen in den USA blieben Masken ein wichtiges Instrument im Kampf gegen die Pandemie. Die TSA setze damit Richtlinien der Gesundheitsbeh√∂rde CDC um, wonach vollst√§ndig geimpfte Personen zwar innerhalb der USA wieder sicher reisen k√∂nnten, dabei aber weiterhin Vorsichtsma√ünahmen beachten m√ľssten.

Die Maskenpflicht gilt auch an Verkehrsknotenpunkten wie Flughäfen, Bahnhöfen oder Häfen. Verstöße können mit 250 Dollar (208 Euro) Strafe geahndet werden, im Wiederholungsfall drohen Bußgelder bis zu 1500 Dollar. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder unter zwei Jahren sowie Menschen mit gewissen Einschränkungen.

Laborfehler: Rostock hebt Ausgangsbeschränkungen auf

Am Donnerstag trat in Rostock die Bundesnotbremse in Kraft, jetzt werden die Beschr√§nkungen wieder aufgehoben. Wie der NDR berichtet, waren zw√∂lf Corona-Tests falsch positiv. Diese wurden nun korrigiert und dadurch sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz unter die Marke von 100. Erst √ľber dieser Marke greift die Bundesnotbremse.

Aus rechtlichen Gr√ľnden werden die n√§chtlichen Ausgangsbeschr√§nkungen aber erst am Samstag aufgehoben. "Es w√§re sch√∂n, wenn dies so bleibt. Nat√ľrlich k√∂nnen die Infektionszahlen t√§glich auf- und absteigen. Wir alle k√∂nnen aber dazu beitragen, Infektionen zu verhindern, indem wir uns an die geltenden Kontakt- und Abstandsregeln halten und regelm√§√üig die zahlreichen Testangebote nutzen.", sagte Rostocks Oberb√ľrgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) laut NDR in einer Mitteilung der Stadt.

Einreise nach D√§nemark f√ľr vollst√§ndig Geimpfte erlaubt

Vollst√§ndig gegen Covid-19 geimpfte Deutsche und viele andere Menschen aus EU- und Schengen-L√§ndern d√ľrfen ab Samstag wieder nach D√§nemark einreisen. Fertiggeimpfte m√ľssen sich danach weder auf das Coronavirus testen lassen noch in Quarant√§ne, wie das d√§nische Au√üenministerium am Freitag mitteilte. Bei der Einreise m√ľssen sie anders als andere Reisende auch keine negativen Corona-Tests oder anerkennungsw√ľrdige Einreisegr√ľnde, wie etwa den Besuch von Partnern, vorweisen k√∂nnen.

Dass fertig geimpfte D√§nen und Ausl√§nder ‚Äď auch Touristen ‚Äď aus dem EU- und Schengen-Raum die d√§nischen Grenzen ab dem 1. Mai wieder test- und quarant√§nefrei √ľberqueren d√ľrfen, war so bereits in einer Vereinbarung zwischen Regierung und den meisten Parlamentsparteien zur schrittweisen Lockerung der Reisebeschr√§nkungen von Mitte April vorgesehen. Die offizielle Best√§tigung, dass diese Ma√ünahmen wie geplant zum 1. Mai g√ľltig werden, war bislang aber ausgeblieben.

Bedingung f√ľr die Einreise nach D√§nemark ist, dass das jeweilige Land der Reisenden zumindest als "orangener" Staat gilt, die Corona-Lage in dem Land also nicht zu schlimm ist und dort auch keine als besorgniserregend eingestuften Virus-Varianten grassieren. Deutschland gilt in D√§nemark derzeit wie die meisten anderen Staaten des EU- und Schengenraums als "orange". Zudem muss es sich bei dem Corona-Impfstoff um ein in der EU zugelassenes Pr√§parat handeln.

Schwesig und Weil gegen Corona geimpft

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat ihre erste Corona-Impfung erhalten. "Kleiner Piks mit großer Wirkung! Heute habe ich Impfung mit Biontech bei Hausärztin erhalten", teilte sie am Freitag auf Twitter mit. Dazu zeigte ein Bild wie der SPD-Politikerin am Oberarm eine Spritze gesetzt wird.

Erst am Donnerstag hatte Schwesig am Ende einer im Internet √ľbertragenen Pressekonferenz angek√ľndigt, sich von ihrer Haus√§rztin gegen das Coronavirus impfen zu lassen, sobald ein Termin vereinbart sei. Sie geh√∂re wegen ihrer √ľberstandenen Krebserkrankung zur zweiten Priorit√§tsgruppe, die schon seit mehreren Wochen im Land geimpft werde. Die Ministerpr√§sidentin hatte ihre Brustkrebserkrankung im September 2019 √∂ffentlich gemacht. Im Mai 2020 sagte sie, dass sie wieder gesund ist.

Auch Niedersachsens Ministerpr√§sident Stephan Weil (SPD) hat seine erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Der 62-J√§hrige lie√ü sich am Freitagnachmittag im Impfzentrum der Stadt und der Region Hannover auf dem Messegel√§nde den Impfstoff von Astrazeneca spritzen. Nach der Impfung zeigte sich der Ministerpr√§sident guter Dinge. Impfzentren seien eine "Oase der guten Laune", sagte Weil nach seiner Impfung vor Journalisten. Alle seien angesichts der sch√ľtzenden Impfungen froh gestimmt. Mit Blick auf den Astrazeneca-Impfstoff sagte der Politiker, dass f√ľr ihn entscheidend sei, dass es ein guter Impfstoff sei. Mediziner h√§tten das immer wieder best√§tigt.

Spahn: Mehr Impfungen in besonders betroffenen Gebieten möglich

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat darauf aufmerksam gemacht, das verst√§rkte Corona-Impfungen in besonders betroffenen Gebieten m√∂glich sind. Dort k√∂nne verst√§rkt geimpft und auch von Priorisierungen abgewichen werden, sagte Spahn am Freitag beim Besuch eines Impfzentrums in Hamburg. Das habe schon an vielen Stellen stattgefunden und sei "unbedingt sinnvoll". St√§dte und Intensivmediziner forderten mehr Corona-Impfungen f√ľr sozial Benachteiligte.

Die Stadt K√∂ln k√ľndigte an, dass sie am Montag mit Impfungen in Stadtteilen mit besonders hohen Infektionszahlen beginnen will. Dabei handele es sich eine "Ma√ünahme der Gefahrenabwehr, die f√ľr alle sinnvoll ist", sagte die Oberb√ľrgermeisterin der gr√∂√üten Stadt Nordrhein-Westfalens, Henriette Reker (parteilos). Hier lesen Sie mehr.

Brasilien ruft Länder zur Abgabe von Corona-Impfstoff auf

Brasiliens Gesundheitsminister hat inmitten der verheerenden Corona-Lage im Land die Bem√ľhungen bei der landesweiten Impfkampagne hervorgehoben. "Brasilien hat 41 Millionen Dosen Covid-19-Impfstoff verabreicht. Aber es liegt noch ein weiter Weg vor uns, um jeden Tag 2,4 Millionen Menschen zu impfen", sagte Marcelo Queiroga bei einer Pressekonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag. Er forderte andere L√§nder dazu auf, vorr√§tige Impfdosen abzugeben, damit Brasilien seine Impfkampagne ausweiten und die Ausbreitung neuer Varianten verhindern k√∂nne.

Brasilien ist eins der am st√§rksten von der Pandemie betroffenen L√§nder weltweit. Am Donnerstag √ľberschritt das gr√∂√üte und bev√∂lkerungsreichste Land in Lateinamerika die Marke von 400.000 nachgewiesenen Todesf√§llen im Zusammenhang mit Covid-19. Erst vor gut einem Monat hatte Brasilien die Marke von 300.000 Corona-Toten √ľberschritten. Zuletzt waren die Zahlen der Infizierten und Verstorbenen leicht zur√ľckgegangen. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte jedoch davor, nachl√§ssig zu werden.

Der brasilianische Pr√§sident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost, Schutzma√ünahmen und Einschr√§nkungen lehnt er ‚Äď aus wirtschaftlichen Gr√ľnden ‚Äď weiterhin ab. Mittlerweile zieht der Rechtspopulist Bolsonaro auch den Sinn von Impfungen in Zweifel. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss, der auch Gesundheitsminister Queiroga vorgeladen hat, soll Handlungen und Unterlassungen des Pr√§sidenten in der Pandemie beleuchten. Bolsonaro wird unter anderem vorgeworfen, m√∂gliche Lieferungen von Corona-Impfstoffen ausgeschlagen und verschleppt zu haben.

Frankreich f√ľhrt Notbremse ab 400er-Inzidenz ein

Auch in Frankreich gibt es nun erstmals eine Corona-"Notbremse" wie in Deutschland. Pr√§sident Emmanuel Macron hat sie mit seinem Fahrplan f√ľr Lockerungen ab Mai vorgestellt. Allerdings h√§ngt die franz√∂sische "Notbremse" so hoch, dass Experten massive Zweifel an ihrer Wirksamkeit haben.

Nach den Worten Macrons wird die Bremse gezogen, wenn in einer Gro√üstadt oder einem D√©partement "der Inzidenzwert erneut auf 400 Infektionen pro 100.000 Einwohner steigt" ‚Äď wie derzeit in Paris. In Deutschland greift die Bundes-Notbremse ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100.

Voraussetzung in Frankreich ist aber zudem "ein sehr brutaler Anstieg" der Neuinfektionen und "eine drohende √úberf√ľllung der Intensivstationen", wie Macron Regionalzeitungen sagte. Dann werde "die Regierung in Abstimmung mit Pr√§fekten und Lokalverantwortlichen die √Ėffnungen stoppen".

Biontech stellt Antrag auf Impfstoff-Zulassung f√ľr Jugendliche

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer haben nach eigenen Angaben bei der europ√§ischen Zulassungsbeh√∂rde EMA die Zulassung ihres Corona-Vakzins f√ľr Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren beantragt. Dabei gehe es um die Anpassung und Erweiterung der bestehenden Zulassung auf diese Altersgruppe, teilten die Unternehmen am Freitag mit.

Sobald die EMA die √Ąnderung genehmige, werde die angepasste bedingte Zulassung in allen 27 Mitgliedsstaaten der EU g√ľltig sein. F√ľr die Pr√ľfung braucht die EMA in der Regel wenige Wochen. Biontech und Pfizer hatten k√ľrzlich mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen h√§tten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen, erkl√§rten die Unternehmen.

Parallel dazu l√§uft die klinische Studie von Biontech und Pfizer zur Wirkung und Sicherheit ihres Corona-Impfstoffs bei Kindern zwischen sechs Monaten bis einschlie√ülich elf Jahren weiter. Biontech geht nach eigenen Angaben davon aus, dass belastbare Daten daraus bis September verf√ľgbar sein werden.

T√ľbinger Oberb√ľrgermeister Palmer fordert Notfallzulassung f√ľr Curevac-Impfstoff

Der T√ľbinger Oberb√ľrgermeister Boris Palmer (Gr√ľne) hat eine nationale deutsche Notfallzulassung f√ľr den Corona-Impfstoff des in seiner Stadt ans√§ssigen Pharmaunternehmens Curevac gefordert. "Die Scheinsicherheit von b√ľrokratischer Pr√ľfung wird √ľber die reale Sicherheit eines Impfstoffes gestellt", sagte Palmer der "Augsburger Allgemeinen" vom Freitag. "Curevac hat auf Vorrat Impfstoff produziert ‚Äď jetzt k√∂nnten diese Dosen Leben retten."

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"Was fehlt, ist die Endkontrolle in Br√ľssel, um ihn endlich verwenden zu k√∂nnen ‚Äď da w√§re eine Notfallzulassung genau richtig", f√ľgte der Gr√ľnen-Politiker an. Der Impfstoff von Curevac habe in den Studien "hervorragende Daten" geliefert.

Der von Curevac entwickelte Impfstoff basiert auf dem sogenannten mRNA-Ansatz. Dies hat er mit den schon zugelassenen Vakzinen der Firmen Biontech/Pfizer und Moderna gemeinsam, die beide als sehr wirksam und sicher gelten.

Das T√ľbinger Unternehmen geht nach eigenen Angaben davon aus, im Mai oder Juni eine Zulassung der Europ√§ischen Arzneimittelbeh√∂rde EMA zu erhalten. In diesem Jahr plant es demnach mit einer Produktion von 300 Millionen Dosen.

Zweithöchster Tagesrekord bei Impfungen

Am Mittwoch stellte Deutschland einen neuen Rekord bei den Corona-Impfungen auf. Erstmalig wurde an einem Tag ein Prozent der Bev√∂lkerung geimpft. Zudem wurden zum ersten Mal 1,1 Millionen Dosen an einem Tag verabreicht. Am Donnerstag setzt sich der Erfolg der Impfkampagne fort: Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erhielten 916.000 B√ľrger eine Impfung ‚Äď der zweith√∂chste Wert seit Beginn der Impfungen.

Somit seien nun 22,4 Millionen Deutsche mindestens einmal geimpft, das entspricht 26,9 Prozent der Gesamtbev√∂lkerung. 6,4 Millionen B√ľrger seien bereits komplett gesch√ľtzt, schreibt Spahn auf Twitter.

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Karl Lauterbach macht hoffnungsvolle Prognose

Seit wenigen Tagen geht die Kurve der Sieben-Tages-Inzidenz in Deutschland bergab. Grund zur Hoffnung? SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach macht eine Prognose f√ľr Ende Mai. Mehr dazu lesen Sie hier.

Zahl der Corona-Toten in Brasilien auf mehr als 400.000 gestiegen

Die Zahl der Corona-Toten hat in Brasilien die Schwelle von 400.000 √ľberschritten. Mit 3.001 neuen Todesf√§llen binnen 24 Stunden stieg die Gesamtzahl der Toten seit Pandemie-Beginn am Donnerstag (Ortszeit) auf 401.186, wie aus Daten des brasilianischen Gesundheitsministeriums hervorgeht. Nur die USA haben noch mehr Opfer zu beklagen.

Brasilien ist eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen L√§nder weltweit. Im Verh√§ltnis zur Bev√∂lkerungszahl hat das bev√∂lkerungsreichste Land S√ľdamerikas die h√∂chste Todesrate in ganz Amerika: Sie liegt in dem 212-Millionen-Einwohner-Land bei 189 Todesf√§llen pro 100.000 Einwohnern.

In Brasilien waren die Infektionszahlen zu Jahresbeginn dramatisch angestiegen. In vielen Regionen waren die Krankenh√§user v√∂llig √ľberlastet. Mittlerweile ist der H√∂hepunkt der neuen Infektionswelle aber offenbar √ľberschritten, die Infektionszahlen haben sich stabilisiert. Die Zahl der t√§glichen Todesf√§lle ist aber weiterhin sehr hoch. Nur in Indien ist die Todesrate derzeit noch h√∂her.

Mehr als 200 Verfahren zu Corona-Notbremse in Karlsruhe registriert

Die Flut der Beschwerden gegen die bundeseinheitliche Notbremse zur Eindämmung der Corona-Pandemie reißt einem Bericht zufolge nicht ab. Beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe seien bis Donnerstagnachmittag 202 Verfahren eingereicht worden, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf einen Gerichtssprecher. Damit habe sich die Zahl seit Dienstag fast verdoppelt.

Die Verfassungsbeschwerden und Antr√§ge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung richten sich dem Bericht zufolge √ľberwiegend gegen die Ausgangsbeschr√§nkungen und die Kontaktbeschr√§nkungen, teilweise aber auch gegen s√§mtliche Regelungen des neuen Infektionsschutzgesetzes.

Sch√§uble r√ľgt Vorpreschen von L√§ndern bei Lockerungen f√ľr Geimpfte

Bundestagspr√§sident Wolfgang Sch√§uble hat das Vorpreschen einzelner Bundesl√§nder bei Lockerungen f√ľr Geimpfte vor einer bundeseinheitlichen Regelung kritisiert. "Jetzt haben wir schon wieder den Zustand, dass sich eine Reihe von L√§ndern nicht an die Absprachen h√§lt", sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". Uneinheitliche L√∂sungen kurz nach dem Beschluss f√ľr eine bundeseinheitliche Corona-Notbremse w√ľrden die B√ľrger irritieren, "ein zu gro√ües Ma√ü an Unterschiedlichkeit kann Vertrauen zerst√∂ren", betonte Sch√§uble. "Wie sollen die B√ľrger, die durch Corona allm√§hlich ja auch m√ľde und durch immer neue Informationen √ľberflutet werden, das noch verstehen?", fragte der Bundestagspr√§sident.

Sch√§uble sagte, er w√ľrde es begr√ľ√üen, wenn die Verordnung zum Infektionsschutzgesetz rasch und nicht erst Ende Mai verabschiedet w√ľrde. "Die Menschen sind sonst verunsichert, obwohl sie auch sehen, dass es mit dem Impfen viel schneller voran geht als noch vor einigen Wochen erwartet", unterstrich der CDU-Politiker.

Frankreich registriert erste Fälle der indischen Coronavirus-Mutante

Frankreich hat erste Fälle der neuen Coronavirus-Variante B.1.617 registriert, die derzeit in Indien besonders präsent ist. Wie das französische Gesundheitsministerium in einer Erklärung mitteilte, handle es sich um drei mit der Variante infizierte Personen, die zuvor nach Indien gereist waren.

Portugal beendet nach f√ľnfeinhalb Monaten den Ausnahmezustand

Im Zuge der seit Wochen sinkenden Infektionszahlen geht im fr√ľheren Corona-Hotspot Portugal der Ausnahmezustand nach knapp f√ľnfeinhalb Monaten am Samstag zu Ende. Das bedeute allerdings nicht, dass die Gefahr vor√ľber sei, warnte Ministerpr√§sident Ant√≥nio Costa am Donnerstagabend in Lissabon. Zur Aufrechterhaltung einiger Einschr√§nkungen zur Eind√§mmung der Pandemie werde man deshalb eine niedrigere Notstandsstufe in Kraft setzen.

Ab Samstag wird es weitere Lockerungen geben: Restaurants, Caf√©s und Bars sowie Kinos, Theater und andere Kultur- und Freizeitst√§tten d√ľrfen nun auch an den Wochenenden bis 22:30 Uhr offen bleiben. Bisher galt an den Wochenenden in ganz Portugal eine Sperrstunde um 13 Uhr. Neben weiteren Lockerungen d√ľrfen Einkaufszentren k√ľnftig werktags bis 21 und an den Wochenenden bis 19 Uhr offen bleiben. Zudem wird am Samstag die Landgrenze zu Spanien wieder ge√∂ffnet.

Von den Lockerungen sind nur acht der insgesamt 278 Bezirke des Landes ausgeschlossen, in denen die Lage noch nicht so gut ist wie im Rest des Landes. Betroffen ist vor allem die Urlaubsregion Algarve.

Noch im Januar hatte Portugal bezogen auf die Bev√∂lkerungszahl zeitweilig die h√∂chsten Infektionszahlen weltweit. Die Kliniken standen kurz vor dem Kollaps. Doch ein strenger Lockdown trug Fr√ľchte: Nach Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich zuletzt binnen 14 Tagen nur 66 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus Sars-CoV-2 an. Damit geh√∂rt Portugal zusammen mit Island (44) und Finnland (66) zu den drei besten unter den 30 erfassten L√§ndern. In Deutschland betrug diese 14-Tage-Inzidenz 346. Im Januar hatte dieser Wert in Portugal noch bei deutlich √ľber 1600 gelegen.

Bildungsgewerkschaft zweifelt an Massenimpfung von Kindern

Die Gewerkschaft f√ľr Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht Hoffnungen √ľber m√∂gliche Impfungen von Kindern im Sommer mit Skepsis. GEW-Chefin Marlis Tepe sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, beim Tempo, das bisher allein f√ľr Schutzma√ünahmen an Schulen vorgelegt worden sei, falle es schwer, "sich vorzustellen, dass ab Juni Kinder und Jugendliche in so gro√üem Stil geimpft sein k√∂nnten, um noch vor den Sommerferien gr√∂√ütenteils von Fern- und Wechselunterricht wieder auf Pr√§senzunterricht umzustellen".

Es sei der Wunsch, dass es m√∂glich sei, Kindern und Jugendlichen bald ein Impfangebot zu machen, machte Tepe klar. In welchem Zeitraum dies alles jedoch klappe, sei "noch viel Kaffeesatzleserei". Zudem m√ľssten die Voraussetzungen daf√ľr geschaffen werden. "Aktuell hapert es noch geh√∂rig am Gesundheitsschutz f√ľr Lehrende, Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern", sagte Tepe. So h√§tten bis heute die meisten Lehrkr√§fte noch keine Anti-Covid-Spritze erhalten, selbst jene nicht, die einer Risikogruppe angeh√∂rten.

Gefälschte Impfpässe und Falschgeld in Wohnung entdeckt

Ein 27-Jähriger Berliner soll mit gefälschten Impfpässen gehandelt haben. Zudem wurden in seiner Wohnung Drogen, Falschgeld und eine Schreckschusswaffe gefunden. Nachdem er zivilen Polizeibeamten die Pässe zum Verkauf angeboten habe, hätten sie ihn im Stadtteil Lichterfelde festgenommen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. In einem Messengerdienst soll der Tatverdächtige internationale Impfbescheinigungen und auch Impfstoffe zum Kauf angeboten haben.

Der Mann habe am Dienstagnachmittag zehn Impfb√ľcher bei sich getragen. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden weitere 46 Impfb√ľcher und 33 Impfaufkleber gefunden. Au√üerdem h√§tten die Einsatzkr√§fte knapp ein Kilogramm Amphetamine, 20 Gramm Kokain, knapp eineinhalb Liter anabole Steroide, zehntausend Euro mutma√ülichen Handelserl√∂s, eine Schreckschusswaffe und mehrere tausend Euro Falschgeld beschlagnahmt.

Auf Nachfrage konnte ein Polizeisprecher nicht sagen, ob sich in den Impfausweisen gef√§lschte Best√§tigungen f√ľr Corona-Impfungen befanden. Zuletzt waren in anderen Bundesl√§ndern Blanko-Impfb√ľcher mit solchen Eintr√§gen aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Berlin haben die Ermittlungen aufgenommen. Das F√§lschen eines Dokuments ist eine Straftat.

Macron will Restaurants und Läden Mitte Mai schrittweise öffnen

Frankreichs Pr√§sident Emmanuel Macron will Gesch√§fte, Kultureinrichtungen und Au√üenbereiche von Restaurants Mittte Mai schrittweise wieder √∂ffnen. Zum 19. Mai soll der Beginn der landesweiten abendlichen Ausgangssperre von derzeit 19 Uhr auf 21 Uhr nach hinten verlegt werden, k√ľndigte Macron in einem Interview mit mehreren Regionalzeitungen an. Zum 9. Juni soll die Sperrstunde dann erst um 23 Uhr beginnen. Dann sollen auch Caf√©s, Restaurants und Fitnessstudios komplett wieder √∂ffnen d√ľrfen.

Die Zeitung "Le Parisien" veröffentlichte am Donnerstag Ausschnitte des Gesprächs. Das gesamte Interview soll am Freitag erscheinen. Die Corona-Lage in Frankreich ist weiter angespannt, hat sich aber zuletzt leicht verbessert. Zuletzt wurden gut 300 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gezählt. Die Lage auf den Intensivstationen ist weiter extrem schwierig.

Nach Angaben des "Parisien" sollen nach dem 19. Mai sportliche Aktivit√§ten drinnen und drau√üen wieder erlaubt sein, Stadien d√ľrfen √∂ffnen. √Ąhnlich wie bei Kultureinrichtungen gebe es aber Beschr√§nkungen bei den Besucherzahlen. Versammlungen von mehr als zehn Menschen im √∂ffentlichen Raum bleiben demnach verboten. Aktuell liegt die Zahl bei sechs. Am 30. Juni soll die Ausgangssperre endg√ľltig aufgehoben werden. Mit einer Art Gesundheitspass soll es m√∂glich sein, an bestimmten Veranstaltungen teilzunehmen.

In Magdeburg fast nur noch Zweitimpfungen

Wegen Lieferengp√§ssen bei den Impfstoffen kann es im Impfzentrum der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg k√ľnftig zeitweise kaum noch Erstimpfungen geben. "Die n√§chsten 14 Tage k√∂nnen wir, Stand heute, fast nur noch Zweitimpfungen machen", sagte Oberb√ľrgermeister Lutz Tr√ľmper (SPD) am Donnerstag in Magdeburg. Alles m√ľsse genau durchgerechnet werden, zumal in der kommenden Woche auch 1.680 Landtags-Wahlhelfer den ersten Piks gegen das Coronavirus erhalten sollen ‚Äď ein einmaliger Sondertermin, hie√ü es.

Bislang haben den Angaben zufolge etwa 58.000 Magdeburgerinnen und Magdeburger im Impfzentrum der Stadt die Erstimpfung und 16.140 die Zweitimpfung erhalten. Auf Haus√§rzte seien bisher zus√§tzlich etwa 10 000 erste Corona-Impfungen entfallen. Tr√ľmper stellte klar, dass im Impfzentrum nur Menschen geimpft werden, die in Magdeburg wohnen.

WHO: Jetzt mehr Corona-Geimpfte als Infizierte in Europa

In Europa sind laut Weltgesundheitsorganisation WHO mittlerweile mehr Menschen vollständig gegen Corona geimpft worden als insgesamt mit dem Virus nachweislich infiziert gewesen sind. Es sei 462 Tage her, dass die ersten Infektionen in der europäischen Region gemeldet worden seien, sagte der Regionaldirektor der WHO Europa, Hans Kluge, am Donnerstag.

Seitdem sei das Virus bei 5,5 Prozent der gesamten europ√§ischen Bev√∂lkerung nachgewiesen worden, w√§hrend sieben Prozent vollst√§ndig geimpft worden seien. Erstmals seit zwei Monaten sei die Zahl der Neuinfektionen vergangene Woche wieder bedeutend zur√ľckgegangen. Die Infektionsraten blieben jedoch extrem hoch.

Die WHO z√§hlt zur Region Europa insgesamt mehr als 50 L√§nder, darunter neben der EU zum Beispiel auch die T√ľrkei sowie Russland und die Ukraine. In diesen L√§ndern hat es insgesamt bisher rund 51,3 Millionen Infektionen gegeben, darunter knapp 1,37 Millionen in den vergangenen sieben Tagen. Laut Kluge sind bislang etwa 215 Millionen Impfdosen in der Region verabreicht worden. Sch√§tzungsweise 16 Prozent der Bev√∂lkerung haben zumindest eine Dosis erhalten.

Trotz sinkender Zahlen neuer Infektionen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle bleibe die Bedrohung durch das Coronavirus jedoch bestehen, sagte Kluge auf seiner regelmäßigen Pressekonferenz, die er diesmal auf Russisch abhielt. "Das Virus trägt immer noch das Potenzial in sich, verheerende Auswirkungen zu haben."

B√ľrgermeister: "Plan ist, New York vom 1. Juli an wieder voll zu √∂ffnen"

New York will im Juli alle Corona-Beschr√§nkungen wieder aufheben. "Unser Plan ist, New York vom 1. Juli an wieder voll zu √∂ffnen", sagte B√ľrgermeister Bill de Blasio am Donnerstag dem TV-Sender MSNBC. "Wir sind bereit daf√ľr, dass L√§den wieder √∂ffnen, Unternehmen wieder √∂ffnen, B√ľros, Theaters, volle Kraft." Weitere Details nannte der B√ľrgermeister zun√§chst nicht.

Viel fehlt zu einer kompletten √Ėffnung der Millionenmetropole an der amerikanischen Ostk√ľste schon jetzt nicht mehr: Bis auf Gro√üveranstaltungen ist das Meiste erlaubt und ge√∂ffnet ‚Äď wenn auch fast immer mit Abstands-, Hygiene- und Maskenvorschriften sowie teils eingeschr√§nkten Kapazit√§ten.

Einige kulturelle Einrichtungen wie die Metropolitan Oper haben allerdings angek√ľndigt, erst zum Jahresende hin wieder zu √∂ffnen. Die Theater des Broadway planen mit Herbst. New York war im vergangenen Fr√ľhjahr das Epizentrum der Pandemie in den USA. Inzwischen hat sich das Infektionsgeschehen jedoch stabilisiert. Die Zahl der Neuinfektionen sinkt. Die Impfkampagne kommt rasch voran.

Italien verl√§ngert Quarant√§ne-Regeln f√ľr Einreisende

Italien hat seine Quarant√§ne-Regeln wegen der Corona-Pandemie f√ľr Einreisen aus anderen europ√§ischen L√§ndern erneut verl√§ngert. Wer aus Deutschland oder auch anderen EU-Staaten kommt, ben√∂tigt weiterhin einen negativen Corona-Test und muss dann f√ľnf Tage in Quarant√§ne. Anschlie√üend ist ein zweiter Corona-Test vorgeschrieben. Gesundheitsminister Roberto Speranza verl√§ngerte diesen Beschluss am Donnerstag bis Mitte Mai.

Eigentlich sollte die Quarant√§ne-Regel in Italien nur bis 30. April gelten. Sie stammt aus dem M√§rz und war bereits verl√§ngert worden. Au√üerdem dehnte Rom die weitgehende Einreisesperre aus Indien und Bangladesch wegen der indischen Virus-Variante auf Sri Lanka aus. Italiener d√ľrfen jedoch auch aus diesen Staaten weiter nach Hause kommen.

Luftwaffe soll von Samstag an Corona-Hilfe nach Indien fliegen

Die Luftwaffe soll von Samstag an medizinische Hilfsg√ľter in das von der bislang schlimmsten Corona-Welle erfasste Indien fliegen. In der kommenden Woche werde zudem eine komplexe Anlage zur Herstellung von Sauerstoff mit zwei A400M-Transportflugzeugen in das Land gebracht, teilte das Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. F√ľr den Aufbau der Anlage und eine Einweisung seien dann vor Ort 16 Sanit√§tssoldaten vorgesehen. Geplant sei, im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums in einem ersten Flug am Samstag 120 Beatmungsger√§te nach Indien zu bringen. Dies hatte das Ministerium zuvor erkl√§rt.

Die Corona-Pandemie w√ľtet in Indien weiter mit immer h√∂heren Werten bei den t√§glichen Neuinfektionen. In den vergangenen 24 Stunden haben sich 379.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums am Donnerstag zeigen ‚Äď ein weltweiter Rekord. 3.645 Menschen sind demnach im selben Zeitraum mit oder an der Krankheit gestorben.

Studie: Corona-Impfung senkt Krankenhausrisiko f√ľr √Ąltere deutlich

Die Corona-Impfungen mit den Wirkstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer senken neuen Daten der US-Gesundheitsbeh√∂rde CDC zufolge das Risiko von Krankenhaus-Einweisungen f√ľr √Ąltere sehr deutlich. Zwei Wochen nach der zweiten Dosis l√§ge das Risiko einer Krankenhauseinweisung wegen Covid-19 f√ľr Menschen ab 65 Jahren um 94 Prozent niedriger als f√ľr gleichaltrige, aber nicht geimpfte Menschen, teilte die CDC am Mittwoch mit. Ab zwei Wochen nach der ersten Dosis liege das Risiko schon um 64 Prozent niedriger.

Die Daten stammen aus 24 Krankenhäusern in 14 US-Bundesstaaten. Einbezogen wurden 417 Menschen, darunter 187 Covid-19-Patienten und 230 Menschen zur Kontrolle. Wie erwartet habe die erste Impfung innerhalb der ersten zwei Wochen noch keinen Schutz gebracht.

In den USA haben bereits mehr als 80 Prozent der Menschen ab 65 Jahren mindestens eine Dosis bekommen. Die meisten Impfungen sind mit dem Wirkstoff des US-Herstellers Pfizer und seines deutschen Partners Biontech sowie dem des US-Herstellers Moderna durchgef√ľhrt worden.

Kinder- und Jugendärzte fordern Impfpriorisierung von Eltern

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, hat eine Priorisierung von Eltern in der Impfkampagne gefordert. "Es wäre sehr sinnvoll, Eltern vor kinderlosen Erwachsenen im selben Alter zu impfen", sagte Fischbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagsausgabe). Kinder unter 16 Lebensjahren könnten im Moment noch nicht geimpft werden.

Aber auch sie m√ľssten gesch√ľtzt werden, damit sie wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben k√∂nnen. "Es geht dabei nicht nur um Schule und Kita, sondern auch um alles andere, was zum Leben eines Kindes oder Jugendlichen dazu geh√∂rt. All das geht im Moment, in dem man die Eltern priorit√§r impft."

Zahl der Corona-Toten in Indien erreicht neuen Höchststand

Indien hat mit 3.645 Corona-Toten am Donnerstag einen neuen Höchstwert verzeichnet. Wie aus Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums hervorgeht, liegt die Gesamtzahl der Toten in dem Land damit nun bei 204.832. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus. Mit fast 380.000 neuen Infektionsfällen binnen 24 Stunden wurde am Donnerstag zudem ein weiterer weltweiter Höchstwert erreicht.

Indien hat sich in den vergangenen Tagen zum Epizentrum der Corona-Pandemie entwickelt. Allein seit Anfang April wurden mehr als sechs Millionen Infektionsf√§lle verzeichnet. Der dramatische Anstieg der Infektionszahlen ist vermutlich auch auf die neue Virusvariante B.1.617 zur√ľckzuf√ľhren, die zuerst in Indien registriert wurde.

Das ohnehin schlecht ausgestattete Gesundheitssystem des Landes ist bereits v√∂llig √ľberlastet. In zahlreichen Krankenh√§usern sind Betten, medizinischer Sauerstoff und Medikamente knapp. Besonders dramatisch ist die Lage in der Hauptstadt Neu Delhi.

Moderna will 2022 drei Milliarden Covid-Impfdosen bereitstellen

Der Schweizer Arzneimittel-Auftragsfertiger Lonza baut die Produktionskapazit√§t f√ľr den Covid-19-Impfstoff von Moderna aus. Im Schweizerischen Visp sollen drei zus√§tzliche Produktionslinien aufgebaut werden, wie Lonza am Donnerstag mitteilte. Das trage dazu bei, dass Moderna die weltweite Versorgung mit dem Impfstoff 2022 auf bis zu drei Milliarden Dosen hochschrauben k√∂nne, hie√ü es von der US-Biotechfirma. Die Lieferprognose f√ľr 2021 erh√∂he Moderna auf 800 Millionen bis eine Milliarde Dosen.

Am Lonza-Standort Visp werde die Produktionskapazit√§t verdoppelt. Die drei neuen Produktionslinien sollen ihren Betrieb im fr√ľheren Verlauf von 2022 aufnehmen. Lonza betreibt bereits drei Produktionslinien in Visp und eine weitere im amerikanischen Portsmouth.

EU: China und Russland verbreiten L√ľgen √ľber westliche Impfstoffe

Russland und China nutzen das Thema der Corona-Impfstoffe einer EU-Analyse zufolge in gro√üem Stil f√ľr Desinformationen gegen die Europ√§ische Union. Beide Staaten werben seit Monaten aggressiv auf der ganzen Welt f√ľr ihre staatlichen Impfstoffe, wie es in einem Bericht hei√üt, den der Ausw√§rtige Dienst der EU (EAD) am Mittwoch ver√∂ffentlichte. Verbunden sei dies mit Desinformationen und Manipulationsversuchen, um das Vertrauen in westliche Vakzine, die EU-Institutionen sowie westliche und europ√§ische Impfstrategien zu untergraben. Dazu nutzten beide L√§nder staatlich kontrollierte Medien und soziale Netzwerke.

Zugleich werde versucht, mithilfe der Impfstoffe Einfluss etwa auf den Westbalkan zu nehmen. "'Impfstoff-Diplomatie' hat die 'Masken-Diplomatie' vollst√§ndig ersetzt", hei√üt es in dem EU-Bericht. China preise seine Impfstoffe als globales √∂ffentliches Gut an und betone eine stabile Versorgung mit den Pr√§paraten, die zudem geeigneter f√ľr Entwicklungsl√§nder und auch die Staaten des westlichen Balkans seien. Serbien nehme dabei eine wichtige Rolle ein. Auch der staatliche Direktinvestmentfonds RDIF Russlands sei in der Region aktiv.

Dass die Corona-Fallzahlen in EU-Staaten stiegen, werde als Scheitern von Demokratien und offenen Gesellschaften dargestellt. Kremlnahe Medien griffen auch die Europ√§ische Arzneimittelbeh√∂rde (Ema) an. Demnach sei die Beh√∂rde politisch voreingenommen und sie verz√∂gere absichtlich die Bewertung des russischen Impfstoffs Sputnik V. Die EU hatte China und Russland bereits im vergangenen Fr√ľhjahr vorgeworfen, die Corona-Krise f√ľr Propaganda zu nutzen. Seitdem hat die zust√§ndige EAD-Sondereinheit mehrere Berichte zum Thema Desinformationen in der Pandemie ver√∂ffentlicht. Dazu sammelt und analysiert sie √∂ffentlich zug√§ngliche Medienberichte und Aussagen.

Scholz: "Das Impfen darf nicht zu einer sozialen Frage werden"

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat vor einer sozialen Spaltung beim Impfen gegen das Coronavirus gewarnt und die Priorisierung verteidigt. "Das Impfen darf nicht zu einer sozialen Frage werden", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Nicht das Vorhandensein von √Ąrzten im Freundes- oder Bekanntenkreis darf √ľber die Vergabe von Impfterminen entscheiden, sondern einzig und allein die Priorit√§t."

Es sei gut, dass es eine verbindliche Reihenfolge beim Impfen gebe. "Solange der Impfstoff knapp ist, sollten wir sie auch beibehalten", sagte Scholz. "Mir ist es lieber, wir halten etwas länger an der Impfpriorisierung fest, als wenn wir einen Verteilungskampf um Impfstoff riskieren, bei dem sich am Ende die Wohlhabenderen mit ihren Netzwerken und Kontakten durchsetzen." Kommunen und Länder sollten nach seinen Worten Strategien entwickeln, um Menschen in Brennpunkten schneller und niederschwellig zu impfen. "Niemand hat etwas davon, wenn die noblen Vororte durchgeimpft sind, aber die Pandemie in den sozialen Brennpunkten weiter grassiert."

Zum Thema mehr Freiheiten f√ľr vollst√§ndig Geimpfte sagte Scholz: "Wir sollten uns in dieser Frage nicht von vermeintlichen Gerechtigkeitsdebatten leiten lassen, sondern die Frage einzig und allein unter medizinischen Gesichtspunkten betrachten." Die Frage sei, ob eine Ausgangssperre f√ľr B√ľrger, von denen keine Gefahr ausgehe, aus virologischer Sicht sinnvoll sei. "Ich glaube nicht. Und dann ist sie auch rechtlich nicht mehr begr√ľndbar."

Ramelow h√§lt Debatte √ľber R√ľckgabe von Rechten an Geimpfte f√ľr verfr√ľht

Th√ľringens Ministerpr√§sident Bodo Ramelow (Linke) h√§lt die Debatte √ľber die R√ľckgabe von Rechten an Geimpfte f√ľr verfr√ľht. "Wenn alle ein Impfangebot bekommen haben, dann muss man √ľber die Rechte von Geimpften reden", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Dann sind Einschr√§nkungen nicht mehr opportun. Da der Impfschutz 14 Tage nach der zweiten Impfung mindestens sechs Monate gilt, brauchen wir in dem Moment auch Klarheit dar√ľber, ob ab dem 7. Monat wieder getestet oder neu geimpft wird. Vorher macht diese Debatte die Leute nur verr√ľckt."

Impfpanne in Brandenburg: Arztpraxen m√ľssen 15.000 Termine absagen

In Brandenburg haben 150 Arztpraxen insgesamt 15.000 Corona-Impftermine wieder absagen m√ľssen, die sie kurz vorher mit Patienten vereinbart hatten. Das teilte der Haus√§rzteverband am Mittwoch mit. Die Praxen seien zuvor gebeten worden, kurzfristig Termine f√ľr 15.000 zus√§tzliche Dosen der Impfstoffe Biontech/Pfizer und Moderna zu organisieren ‚Äď die Lieferungen seien aber am Dienstag wieder abgesagt worden.

Nach Angaben des Innenministeriums, das f√ľr den Impflogistikstab zust√§ndig ist, soll der Fehler bei der Kassen√§rztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) gelegen haben. "Die Kassen√§rztliche Vereinigung hat einzelnen Hausarztpraxen kurzfristig Impfstoffkontingente zur Bestellung angeboten, die gar nicht zur Verf√ľgung standen", erkl√§rte Ministeriumssprecher Martin Burmeister auf Anfrage. "Die Auslieferung an die √Ąrzte konnte dementsprechend nicht erfolgen."

Dagegen erkl√§rte die KVBB, sie sei am vergangenen Donnerstag vom Impflogistikstab beauftragt worden, 20.000 zus√§tzliche Termine in den Impfzentren zu organisieren. Kurzfristig seien dort aber nur 5.000 zus√§tzliche Termine m√∂glich gewesen. Daher habe die KVBB f√ľr die weiteren 15.000 Dosen die 150 Pilotpraxen gebeten, kurzfristig Termine auszumachen und den Impflogistikstab dar√ľber informiert, hie√ü es in der Mitteilung. "Dem Plan hat niemand widersprochen."

Burmeister best√§tigte, dass es 20.000 zus√§tzliche Impfdosen von Biontech/Pfizer und Moderna gegeben hat. Die KVBB habe damit aber nur zus√§tzliche Termine in den Impfzentren organisieren sollen. Da in den Zentren aber nur 5.000 solcher Termine angeboten werden konnten, seien die restlichen 15.000 Dosen f√ľr andere Impfma√ünahmen au√üerhalb der Arztpraxen eingeplant worden.

Todesf√§lle nach Astrazeneca-Impfung ‚Äď Pariser Justiz ermittelt

Todesf√§lle nach Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin haben die franz√∂sische Justiz auf den Plan gerufen. Die Pariser Staatsanwaltschaft er√∂ffnete nach Anzeigen von Hinterbliebenen vorl√§ufige Ermittlungen wegen "fahrl√§ssiger T√∂tung" in drei F√§llen, wie die Ermittler am Mittwoch ank√ľndigten. Unter den Toten sind demnach zwei Frauen im Alter von 26 und 38 Jahren, die kurz nach der Impfung Thrombosen erlitten.

In Nantes in Westfrankreich starb eine 26-j√§hrige Medizinstudentin, deren Leiche nun untersucht werden soll. In Toulouse im S√ľdwesten des Landes starb eine 38-j√§hrige Sozialarbeiterin an Blutgerinnseln im Hirn. Auch einen dritten Fall im Pariser Raum geht die Staatsanwaltschaft nach.

Der Opferanwalt Etienne Boittin sprach von insgesamt rund 15 ungekl√§rten Todesf√§llen in Frankreich. Dabei handele es sich gr√∂√ütenteils um Menschen "unter 60 Jahren". In Frankreich darf das Vakzin von Astrazeneca nach Berichten √ľber seltene, aber schwerwiegende F√§lle von Blutgerinnseln nur noch Menschen ab 55 Jahren verabreicht werden. In Deutschland liegt die Altersgrenze bei 60 Jahren.

Bundesnotbremse wird f√ľr Hochschulen entsch√§rft

Die gerade beschlossene Bundesnotbremse soll einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zufolge f√ľr die Hochschulen entsch√§rft werden. Hintergrund sind Proteste aus dem Hochschulbereich und aus den L√§ndern. Durch eine erneute √Ąnderung des Infektionsschutzgesetzes sollen die Notbremse-Regeln nun entsprechend ge√§ndert werden, wie aus einer Gesetzesvorlage hervorgeht, die dem RND vorliegt.

Die Wissenschaftsminister der L√§nder und die Hochschulrektorenkonferenz hatten Korrekturen gefordert. Der Grund: Hochschulen und Schulen werden in der Bundes-Notbremse in einem Atemzug genannt. Die Schul-Regeln, so die Kritik, lie√üen sich aber nicht einfach auf Hochschulen √ľbertragen, etwa die Vorgabe, dass auf "Wechselunterricht" umgestellt werden muss, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von 100 √ľberschreitet.

Ab einer Inzidenz von 165 ist laut Notbremse zudem "Präsenzunterricht" verboten. Hier hatten Länder und Hochschulen kritisiert, dass eine Komplettschließung und Umstellung auf Distanzlehre in Studiengängen mit viel Praxisbezug und Laborarbeit kaum möglich ist, etwa im Medizinstudium oder auch im Sportstudium.

Die Wissenschaftsminister hatten in einem Schreiben an Gesundheitsminister Jens Spahn und Bildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) auch klargestellt, dass sie bestimmte Praxisteile im Studium trotz Notbremse weiter aufrechterhalten wollen. Nun sind dem Entwurf zufolge Pr√§zisierungen im Gesetz geplant: Aus der Vorschrift zur Umstellung auf Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 werden die Hochschulen herausgenommen und f√ľr Praxisteile im Studium werden auch offiziell Ausnahmen erm√∂glicht, auch wenn die Inzidenz die 165er-Marke √ľberschreitet.

Schweiz stellt Open-Air-Veranstaltungen mit 3.000 Besuchern ab Juli in Aussicht

In der Schweiz sollen ab Juli wom√∂glich wieder Open-Air-Feste mit bis zu 3000 Besuchern stattfinden k√∂nnen. Ab September k√∂nnten sogar Ereignisse mit bis zu 10 000 Besuchern stattfinden - wenn es die epidemiologische Lage erlaubt. Das teilte die Regierung in Bern am Mittwoch mit, um Veranstaltern schon heute einen Planungshorizont zu geben. Teilnehmen d√ľrften daran aber nur Personen, die geimpft, genesen oder negativ getestet seien. Daf√ľr gebe es bis zum Sommer ein f√§lschungssicheres Covid-Zertifikat.

Sollte die Anzahl der Infektionen entgegen den Erwartungen steigen und die Veranstaltungen m√ľssten kurzfristig abgesagt werden, sollen Veranstalter unter bestimmten Bedingungen entsch√§digt werden. Sie blieben nach den Vorstellungen der Regierung in Bern aber auf 30 000 Franken (rund 27 000 Euro) sowie 20 Prozent des verbleibenden Betrags sitzen. Auch die Kantone m√ľssten in die Tasche greifen, deshalb werden die Vorschl√§ge noch zur Diskussion gestellt. Die endg√ľltige Entscheidung f√§llt Ende Mai.

Die Regierung will Kantonen schon im Juni eine kleine Anzahl von Pilotprojekten mit 300 bis 600 Personen erlauben.

Sachsen-Anhalt befreit Geimpfte von Testpflicht

Vollst√§ndig Geimpfte sind in Sachsen-Anhalt nach der aktuell g√ľltigen Corona-Eind√§mmungsverordnung von der Testpflicht auf das Coronavirus befreit. Das stellte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Mittwoch in Magdeburg mit Blick auf die Debatte um mehr Freiheiten f√ľr Geimpfte klar. Mit einem Nachweis √ľber einen vollst√§ndigen Impfschutz sei es bereits jetzt m√∂glich, etwa zum Friseur oder in ein Gesch√§ft zu gehen, ohne einen negativen Test nachweisen zu m√ľssen.

Dies gelte √ľberall dort, wo eine Testpflicht angeordnet sei. Die Regelung gelte auch f√ľr Menschen, die im Beruf einer regelm√§√üigen Testpflicht unterliegen. Dazu geh√∂ren Erzieherinnen, Lehrer, Pflegekr√§fte sowie Mitarbeiterinnen in Altenpflegeheimen. Die Befreiung von der Testpflicht gilt laut Grimm-Benne auch f√ľr vollst√§ndig geimpfte Besucher in Pflegeeinrichtungen. Ein vollst√§ndiger Impfschutz liegt nach Ablauf von 14 Tagen nach der letzten Impfung vor, die f√ľr ein vollst√§ndiges Impfschema erforderlich ist.

Biontech pr√ľft Berichte √ľber Herzmuskelentz√ľndungen in Israel

Das Pharmaunternehmen Biontech will Berichte √ľber F√§lle von Herzmuskelentz√ľndungen aus Israel nach der Impfung mit seinem Covid-19-Impfstoff pr√ľfen. Biontech habe diese Informationen aus Israel gesehen und um weitere Details dazu gebeten, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin am Mittwoch bei einer Veranstaltung des Vereins der Ausl√§ndischen Presse in Deutschland.

"Wir haben bis jetzt keinen Hinweis auf geh√§ufte F√§lle dieser Herzmuskelentz√ľndungen", erkl√§rte Sahin. Daten aus den USA oder Deutschland h√§tten bisher kein ungew√∂hnliches Auftreten gezeigt. Am Wochenende war bekannt geworden, dass das israelische Gesundheitsministerium F√§lle von Herzmuskelentz√ľndung in Verbindung mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech und seinem Partner Pfizer untersucht.

Biontech-Chef: Vakzin vermutlich auch wirksam gegen Indien-Mutante

Der Impfstoff von Biontech und Pfizer d√ľrfte nach erster Einsch√§tzung der Unternehmen auch gegen die in Indien grassierende Corona-Mutation wirken. Biontech-Chef Ugur Sahin sagte am Mittwoch vor Journalisten in Berlin, die entsprechenden Tests liefen noch. Er sei aber "zuversichtlich", dass der von seinem Unternehmen gemeinsam mit dem Pharmakonzern Pfizer entwickelte Wirkstoff auch gegen die in Indien aufgetretene Variante wirke.

Die indische Mutation zeichne sich durch Ver√§nderungen aus, die bereits aus anderen Corona-Variationen bekannt seien, erl√§uterte Sahin. Gegen diese wirke der Impfstoff. Insgesamt h√§tten Biontech und Pfizer inzwischen schon mehr als 30 Corona-Varianten getestet, sagte der Firmengr√ľnder. Bei fast allen funktioniere er genau so gut wie bei der Ursprungsform. Auch in den F√§llen, in denen die Immunantwort schw√§cher ausfalle, sei sie ausreichend.

Das Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer entwickelten einen von bislang vier in der EU zugelassenen Impfstoffen gegen Corona. Er basiert auf der mRNA-Technologie, gilt als sehr wirksam und sicher und wird in vielen Ländern eingesetzt. In der deutschen Impfkampagne spielt er eine zentrale Rolle.

Laschet k√ľndigt Impfaktion in Brennpunkten an

Ministerpr√§sident Armin Laschet (CDU) hat in den sozialen Brennpunkten der Gro√üst√§dte besondere Impfaktionen mit einer Info-Kampagne und mobilen Teams angek√ľndigt. Wo Menschen in beengten Wohnverh√§ltnissen lebten, sei die Gefahr sich anzustecken gr√∂√üer als im gro√üz√ľgig angelegten Einfamilienhaus, sagte Laschet am Mittwoch im Landtag. Deshalb m√ľsse jetzt ein Schwerpunkt gesetzt werden beim Impfen, wo die Menschen enger zusammenlebten als anderswo. Hohe Inzidenzen d√ľrften nicht von der Postleitzahl abh√§ngen, unterstrich der Regierungschef mit Verweis auf gro√üe Unterschiede bei der Infektionsh√∂he in den Stadtvierteln von K√∂ln.

Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sprach sich f√ľr mobile Impfteams in sozial benachteiligten Stadtteilen der Gro√üst√§dte aus. "Wenn zus√§tzlich mit mobilen Teams gearbeitet werden kann, w√ľrde ich das absolut bef√ľrworten. Zun√§chst einmal ist Aufkl√§rungsarbeit wichtig", sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin".

Giffey sagte, bei vielen Menschen gebe es Vorbehalte, gro√üe √Ąngste und Unsicherheiten. "Und dann wird doch vielleicht die Entscheidung getroffen: Ich lasse mich jetzt impfen, aber ich wei√ü gar nicht, wie das geht." Deshalb m√ľsse man um Vertrauen werben und "hingehen, ansprechen in der Sprache, √ľber die Sender, die geh√∂rt und gesehen werden", sagte Giffey. Mit den Teams k√∂nne man dort schlie√ülich alle Menschen erreichen.

Christine Lambrecht: Die SPD-Politiker spricht sich f√ľr Lockerungen f√ľr Geimpfte aus.
Christine Lambrecht: Die SPD-Politiker spricht sich f√ľr Lockerungen f√ľr Geimpfte aus. (Quelle: Political-Moments/imago-images-bilder)

Lambrecht will schnellstm√∂glich Lockerungen f√ľr Geimpfte

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will schnellstm√∂glich eine Verordnung zu Lockerungen f√ľr vollst√§ndig Geimpfte auf den Weg bringen. "Gr√ľndlichkeit bei dieser Arbeit bedeutet nicht, dass wir langsam arbeiten", sagte Lambrecht im ARD-"Morgenmagazin" am Mittwoch. Sie wolle schnellstm√∂glich eine entsprechende Verordnung vorlegen, die anschlie√üend von Bundestag und Bundesrat beraten werde. "Wir werden dann hoffentlich schnell zu einem Ergebnis kommen", sagte Lambrecht weiter.

Es sei nun wichtig, m√∂glichst schnell ein Signal an alle Geimpfte zu senden. "Wir m√ľssen aufzeigen, dass rechtsstaatliche Grunds√§tze in Normalzeiten gelten, aber auch in Pandemiezeiten", sagte Lambrecht. Wenn von Menschen keine Infektionsgefahr mehr ausgehe, falle auch die Begr√ľndung f√ľr die Einschr√§nkung von Grundrechten weg, argumentierte die Justizministerin.

Die Initiativen einzelner Bundesl√§nder, vollst√§ndig Geimpfte mit tagesaktuell negativ Getesteten gleichzustellen, begr√ľ√üte Lambrecht ausdr√ľcklich. "Ich bin froh, dass diese Diskussion gef√ľhrt wird", sagte sie. "Was in den L√§ndern geschieht, geht in die richtige Richtung".

Astrazeneca streitet mit EU vor Gericht

Im Prozess der EU gegen Astrazeneca um Lieferungen von Corona-Impfstoffen streitet der schwedisch-britisch Pharmakonzern die Verpflichtung ab, aus allen Produktionsst√§tten Vakzine f√ľr die Staatenunion bereitzustellen. Zuvor hatte der Anwalt der EU zum Auftakt des Gerichtsverfahrens erkl√§rt, man verlange Lieferungen aus allen im Vertrag mit Astrazeneca aufgelisteten Werken, auch jenen in Gro√übritannien. Astrazeneca hat mehrmals die urspr√ľnglich der EU zugesagten Liefermengen verringert.

Verband fordert deutlich mehr Corona-Impfstoffe f√ľr Arztpraxen

Der Vorsitzende des Deutschen Haus√§rzteverbands, Ulrich Weigeldt, fordert deutlich mehr Corona-Impfstoffe f√ľr die Arztpraxen, damit diese z√ľgig ihre Patienten impfen k√∂nnen. Er hielt der Politik in der "Passauer Neuen Presse" eine Bevorzugung der Impfzentren vor ‚Äď die aber sei nicht nachvollziehbar. "Es geht doch nicht um die Auslastung von Impfzentren, sondern um ein rasches Impfen m√∂glichst vieler Menschen. Und die wollen mehrheitlich zu ihren Haus√§rzten." Das bestehende gute Netz solcher √Ąrzte und auch der Fach√§rzte sorge daf√ľr, dass der Impf-Turbo z√ľnde. "Deshalb muss mehr Impfstoff in die Praxen", sagte er.

Weigeldt kritisierte zudem, die Priorisierung, also die Reihenfolge bei den Impfungen, werde im politischen Raum noch nicht richtig verstanden. "Da kann es nicht um Schema F gehen. Vielmehr brauchen die √Ąrzte Ermessensspielr√§ume, um zun√§chst all diejenigen zu impfen, die ein Risiko tragen." Er sei zwar nicht daf√ľr, die Priorisierung schon komplett aufzugeben. "Aber die Haus√§rzte m√ľssen die M√∂glichkeit haben, damit vern√ľnftig und pragmatisch umzugehen und nicht stur nach Regel. Eine gewisse Flexibilit√§t ist notwendig."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag nach Beratungen mit den Ministerpr√§sidenten der Bundesl√§nder erkl√§rt, dass Corona-Impfungen sp√§testens ab Juni f√ľr alle in Deutschland m√∂glich sein sollen ‚Äď also ohne die bisherige Priorisierung nach Alters- und Berufsgruppen sowie Vorerkrankungen.

Rekord bei Neuinfektionen und Todesfällen in Indien

Indien meldet mit 360.960 Corona-Neuinfektionen erneut einen weltweiten H√∂chstwert und √ľberschreitet die Schwelle von 200.000 Todesf√§llen. 3293 weitere Menschen starben in Verbindung mit dem Virus und damit so viele wie nie zuvor, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Damit stieg die Zahl der Todesf√§lle in dem s√ľdasiatischen Land auf 201.187. Bei den best√§tigten Ansteckungen verzeichnet Indien nun schon den siebten Tag in Folge mehr als 300.000 neue F√§lle binnen 24 Stunden und weist mit fast 18 Millionen nachgewiesenen F√§llen weltweit die zweitmeisten Infektionen nach den USA auf.

Mai-Feiertage: Chinesen reisen mehr als vor Pandemie-Beginn

China steht in den n√§chsten Tagen eine gewaltige Reisewelle bevor. Laut Beh√∂rdensch√§tzung d√ľrften √ľber die anstehenden Feiertage vom 1. bis zum 5. Mai rund 250 Millionen Reisende in der Volksrepublik unterwegs sein. Wie das Verkehrsb√ľro des Ministeriums f√ľr √Ėffentliche Sicherheit mitteilte, h√§tten Buchungen f√ľr Hotels und Flugreisen das Niveau von 2019, also bevor die Corona-Pandemie ausgebrochen war, "deutlich √ľberschritten". Die Rede war von einem regelrechten "Boom" bei Inlandsreisen.

Chinas Regierung hatte nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie strikte Ma√ünahmen beschlossen. Ein rigoroser Lockdown und scharfe Einreisekontrollen f√ľhrten dazu, dass - von kleineren lokalen Ausbr√ľchen abgesehen - bereits seit gut einem Jahr nur noch sehr wenige Corona-F√§lle auftreten. Seitdem befindet sich die Wirtschaft auf Erholungskurs. Auch der Tourismus im Inland nimmt wieder Fahrt auf.

Lauterbach bremst Hoffnungen auf Herdenimmunität

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat davor gewarnt, sich in der Corona-Pandemie zu sehr auf die Herdenimmunität zu verlassen. "Angenommen die Herdenimmunität läge bei 70 Prozent. Der Laie denkt dann häufig, wenn sich 70 Prozent impfen lassen, kann sich der Rest nicht mehr infizieren. Das ist aber falsch", sagte Lauterbach der "Welt" (Online Dienstag/Print Mittwoch).

"Die Pandemie wird Einzelne nicht verschonen, man wird entweder krank oder geimpft", sagte Lauterbach. Eine Aufhebung der Ma√ünahmen sei nur bei einer hohen Durchimpfung der Bev√∂lkerung m√∂glich. "Wenn allen Menschen ein Impfangebot gemacht wurde, hei√üt das noch nicht, dass die Bars so offen sein k√∂nnen wie vor der Pandemie", meinte er. "Ich rechne damit, dass Menschen Impfp√§sse oder Antigen-Tests zeigen werden m√ľssen, zumindest in Lokalit√§ten, wo das Risiko sehr hoch ist."

US-Beh√∂rde lockert Ma√ünahmen f√ľr Geimpfte

Angesichts der rasant wachsenden Zahl von Geimpften in den USA werden die Corona-Vorgaben f√ľr das √∂ffentliche Leben weiter gelockert. Die Gesundheitsbeh√∂rde CDC ver√∂ffentlichte am Dienstag neue Empfehlungen, wonach voll geimpfte Personen bei vielen Aktivit√§ten im Freien nicht mehr unbedingt eine Maske tragen m√ľssen. Spazieren gehen, Radfahren, Treffen in kleineren Gruppen oder Restaurantbesuche im Freien etwa seien f√ľr komplett Geimpfte auch ohne Gesichtsmaske sicher. Bei gr√∂√üeren Menschenansammlungen im Freien werde das Tragen einer Maske aber auch f√ľr Geimpfte weiter empfohlen.

Die CDC-Chefin Rochelle Walensky sagte zur Begr√ľndung f√ľr die neuen Vorgaben, das Virus werde √ľberwiegend in geschlossenen R√§umen √ľbertragen. Die Beh√∂rde hatte mit dem Fortschreiten der Impfkampagne in den USA bereits zuvor schrittweise ihre Empfehlungen f√ľr die Beschr√§nkung sozialer Kontakte und Reisen gelockert.

In den USA sind laut CDC bereits rund 29 Prozent der Gesamtbev√∂lkerung voll geimpft. Unter den Erwachsenen ab 18 Jahren sind es 37 Prozent, unter den √Ąlteren ab 65 Jahren sind es mehr als 67 Prozent.

Bundesländer wollen Geimpfte mit negativ Getesteten gleichsetzen

Mehrere Bundesl√§nder wollen vollst√§ndig Geimpften k√ľnftig die gleichen Freiheiten einr√§umen wie negativ Getesteten. Das k√ľndigte unter anderem Hessens Ministerpr√§sident Volker Bouffier (CDU) an. Das Land habe in der vergangenen Woche seine Verordnungen nach Empfehlungen des Robert Koch-Instituts angepasst. Auch Bayern und Th√ľringen hatten am Dienstag √§hnliche Schritte angek√ľndigt: Privilegien wie der Zugang zu derzeit geschlossenen Einrichtungen, wie Schwimmb√§dern, sind aber nicht vorgesehen.

Dem RKI zufolge ist das Risiko einer √úbertragung durch Personen, die vollst√§ndig geimpft wurden und sich mit dem Coronavirus infizieren geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen. Die M√∂glichkeit f√ľr die Sonder-Regelungen sind im Infektionsschutzgesetz des Bundes ausdr√ľcklich vorgesehen. In Paragraf 77 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) hei√üt es, dass die L√§nder bis zum Erlass einer Rechtsverordnung Ausnahmen in Eigenregie umsetzen d√ľrfen. Eine bundesweit einheitliche Regelung wird wohl erst Ende Mai beschlossen.

Die hessische Verordnung soll nun f√ľr alle Bereiche gelten, in denen bislang Tests erforderlich waren. Die Regel greift demnach 14 Tage nach der vollst√§ndigen Impfung. "Es braucht dann keinen Test mehr." Dies gelte etwa f√ľr den Friseurbesuch, beim Einkaufen und bei Quarant√§neregeln.

Kassenärztliche Bundesvereinigung: Impfgipfel war "Phrasengipfel"

Nach dem Impfgipfel von Bund und L√§ndern hat der Vizechef der Kassen√§rztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, dessen Ergebnisse scharf kritisiert. "Wir sind deutlich verwundert und reiben uns ein bisschen die Augen, wenn jetzt von einem "Hoffnungsgipfel" gesprochen wird. Ich w√ľrde fast eher sagen, "ein Phrasengipfel und ein Gipfel der Gemeinpl√§tze", sagte Hofmeister im Interview mit der Bayern-2-"Radiowelt".

Bund und L√§nder hatten bei dem Gipfel am Montag entschieden, die Impfpriorisierung sp√§testens im Juni aufheben zu wollen. Das k√§me vielen B√ľrgern vermutlich noch zu lang vor, sagte Hofmeister. "Sobald also genug Impfstoff da ist ‚Äď und das ist ja jetzt Woche f√ľr Woche mehr der Fall ‚Äď muss geimpft werden, wer geimpft werden kann."

Hofmeister kritisierte zudem, dass es nach dem Gipfel noch keine Entscheidung gebe, wann Corona-Einschr√§nkungen f√ľr Geimpfte und Genesene aufgehoben werden k√∂nnten. "Wenn ein sicherer Impfschutz da ist ‚Äď und die Zahlen zeigen inzwischen, dass geimpfte Menschen ein sehr geringes √úbertragungsrisiko haben ‚Äď dann gibt es in dem Sinne der Angemessenheit keine Einschr√§nkung f√ľr die Grundrechte mehr." Eine Ausnahme sei aber beispielsweise das Tragen von Schutzmasken.

Steinmeier dankt Muslimen f√ľr Einhalten von Corona-Regeln im Ramadan

Bundespr√§sident Frank-Walter Steinmeier hat den Muslimen f√ľr die Einhaltung der Corona-Regeln im Ramadan gedankt. "Wir sind dankbar, dass die Menschen muslimischen Glaubens sich an die geltenden Hygienebestimmungen halten", sagte Steinmeier am Dienstag in seinem Bonner Amtssitz, der Villa Hammerschmidt.

Im Gespräch mit Vertreterinnen des Sozialdiensts muslimischer Frauen wies Steinmeier darauf hin, dass die Einhaltung des Fastenmonats unter Corona-Bedingungen eine besondere Herausforderung darstelle. Dazu komme, dass das große Gemeinschaftserlebnis, auf das man sich normalerweise freue, das Fest des Fastenbrechens oder Zuckerfest, auch dieses Jahr nicht im gewohnt großen Kreis stattfinden könne. "Das fehlt Ihnen", bedauerte Steinmeier.

"Ich sage es schweren Herzens, dass ich darum bitten muss, Entt√§uschung und Verzicht auch in diesem Fastenmonat noch zu ber√ľcksichtigen." Sein Dank richte sich in gleicher Weise auch an die anderen Religionsgemeinschaften, die alle auf ihre Weise mit den Einschr√§nkungen umgehen m√ľssten.

Produktion des Curevac-Impfstoffs soll erhöht werden

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis k√∂nnte die Produktion des Covid-19-Impfstoffs f√ľr den deutschen Arzneimittelhersteller Curevac √ľber das bislang vereinbarte Ausma√ü hinaus steigern. Das Unternehmen beherrsche den Herstellungsprozess immer besser und sei in der Lage, sehr gro√üe Mengen zu produzieren, sagte Novartis-Chef Vasant Narasimhan am Dienstag. "Wir sind zuversichtlich, dass wir zus√§tzliche Impfstoffdosen aus unserer √∂sterreichischen Anlage in Kundl liefern k√∂nnten, wenn dies erforderlich w√§re."

Geplant ist, dass Novartis dieses Jahr in dem Werk in der Tiroler Ortschaft bis zu 50 Millionen Impfdosen herstellt, 2022 sollen es dann bis zu 200 Millionen sein. Curevac ist in Deutschland noch nicht zugelassen.

USA wollen Astrazeneca-Impfstoff abgeben

Die Vereinigten Staaten wollen bis zu 60 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs des Herstellers Astrazeneca an andere L√§nder abgeben. Rund 10 Millionen Dosen k√∂nnten "in den kommenden Wochen" nach einer Pr√ľfung durch die Lebens- und Arzneimittelbeh√∂rde (FDA) exportiert werden, weitere 50 Millionen Dosen seien noch in verschiedenen Stadien der Herstellung, sagte die Sprecherin von US-Pr√§sident Joe Biden, Jen Psaki, am Montag. Diese k√∂nnten im Mai oder Juni fertiggestellt werden, sagte Psaki im Wei√üen Haus.

Psaki machte zun√§chst keine Angaben zu m√∂glichen Empf√§ngerstaaten f√ľr den Impfstoff. Es blieb auch noch unklar, ob es sich dabei um Spenden, Verk√§ufe oder Leihgaben handeln w√ľrde.

Im M√§rz hatten die USA angek√ľndigt, insgesamt rund vier Millionen Astrazeneca-Dosen an Mexiko und Kanada zu verleihen. Der Impfstoff des Herstellers ist in den USA noch nicht zugelassen. Dort sind bislang nur die Impfstoffe von Moderna, Biontech/Pfizer und Johnson & Johnson im Einsatz. Die US-Regierung hat sich gen√ľgend Impfstoffe gesichert, um die gesamte Bev√∂lkerung von rund 330 Millionen Menschen auch ohne das Produkt von Astrazeneca zu versorgen.

Städte- und Gemeindebund dringt auf Entscheidung zum Umgang mit Geimpften

St√§dte und Gemeinden in Deutschland kritisieren nach dem Impfgipfel die Vertagung der Entscheidung zum Umgang mit Geimpften. "Dass bei der Konferenz der Ministerpr√§sidentinnen und Ministerpr√§sidenten mit der Bundeskanzlerin noch keine abschlie√üende Verst√§ndigung √ľber die Aufhebung der Grundrechtseinschr√§nkungen f√ľr vollst√§ndig geimpfte B√ľrgerinnen und B√ľrger getroffen wurde, ist bedauerlich", sagt der Hauptgesch√§ftsf√ľhrer des St√§dte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der Zeitung "Rheinische Post". Es handele sich dabei nicht um die Einr√§umung von Sonderrechten oder Privilegien, sondern um die Aufhebung nicht mehr gerechtfertigter Grundrechtseingriffe.

Göring-Eckardt: Impfgipfel hinkt Realität hinterher

Gr√ľnen-Fraktionschefin Katrin G√∂ring-Eckardt zeigt sich entt√§uscht √ľber die Beschl√ľsse der Regierungschefs von Bund und L√§ndern. Der Impfgipfel habe viele Fragen offengelassen und hinke der Realit√§t hinterher, sagt sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagausgaben) laut Vorabbericht. Damit die Impfkampagne in den kommenden Wochen bei besserer Impfstoffverf√ľgbarkeit mehr Tempo aufnehmen k√∂nne, h√§tte es heute klare Absprachen und Vorbereitungen f√ľr die baldige Einbeziehung der √ľber 10.000 Betriebs√§rzte geben m√ľssen. Zudem m√ľsse z√ľgig gepr√ľft werden, ob bei bestimmten Impfstoffen die Zulassung f√ľr Kinder und Jugendliche erweitert werden k√∂nne "oder wie Kinder anders schneller einen Impfschutz erhalten k√∂nnen".

Berliner Polizei will Mai-Demo laufen lassen

Die Berliner Polizei will die große Mai-Demonstration, die traditionell am 1. Mai um 18 Uhr stattfindet, in diesem Jahr laut einem Zeitungsbericht laufen lassen. Man werde aber auf die Einhaltung der Infektionsschutzregeln achten, berichtet die Zeitung "Welt" unter Berufung auf Informationen aus Sicherheitskreisen. Das betreffe das Tragen von Masken und das Einhalten von Abständen. Sei das nicht der Fall, sei man gezwungen, die Demonstration aufzulösen.

Erdogan k√ľndigt Lockdown bis Mitte Mai an

Angesichts hoher Corona-Fallzahlen hat der t√ľrkische Pr√§sident Recep Tayyip Erdogan einen mehr als zweiw√∂chigen Lockdown angek√ľndigt. Vom 29. April bis 17. Mai m√ľssen alle Betriebe schlie√üen, die keine Ausnahmegenehmigung haben, wie Erdogan am Montag in Ankara sagte. Die Ausnahmen w√ľrden noch vom Innenministerium bekanntgegeben. Reisen zwischen St√§dten seien nur mit Genehmigung m√∂glich.

Die T√ľrkei hatte wegen stark steigender Fallzahlen die Corona-Restriktionen bereits zu Beginn des Fastenmonats Mitte April weiter versch√§rft. So mussten etwa Caf√©s und Restaurants schlie√üen und auf Lieferservice umstellen. Zudem bestehen n√§chtliche Ausgangssperren.

Die Fallzahlen sind vor allem in der Millionenmetropole Istanbul extrem hoch. Das Gesundheitsministerium teilte am Montag mit, die Sieben-Tage-Inzidenz liege dort bei rund 850 F√§llen pro 100.000 Einwohner. Auch die westt√ľrkische Provinz Canakkale ist stark betroffen. Am Sonntag lag die Zahl der t√§glichen Neuinfektionen bei rund 38.600 F√§llen und damit niedriger als die Tage zuvor. An einem Tag starben 347 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Das Land hat rund 84 Millionen Einwohner.

Söder will mehr Tempo bei Impfungen

Bayerns Ministerpr√§sident Markus S√∂der fordert mehr Geschwindigkeit und Flexibilit√§t bei den Corona-Schutzimpfungen in Deutschland. "Wo wir freier impfen, sind wir sehr effizient", sagte der CSU-Chef nach Angaben von Teilnehmern am Montag beim Impfgipfel von Bund und L√§ndern. In der aktuellen Phase der Pandemie seien zwei Punkte wichtig: "Wie k√∂nnen wir die Geschwindigkeit beim Impfen erh√∂hen?" und "Wie k√∂nnen wir Grundrechte zur√ľckgeben?"

S√∂der betonte den Angaben zufolge, er bef√ľrworte, dass Menschen mit einem vollst√§ndigen Impfschutz auch weniger Corona-Auflagen erf√ľllen m√ľssten: "Wer zweimal geimpft ist, sollte auch mehr Freiheiten bekommen."

Als Beispiele f√ľr Erfolge gegen die Pandemie nannte S√∂der die sogenannten Riegel- und Ringimpfungen. Bislang k√∂nnen die L√§nder von der grunds√§tzlich verbindlichen Impfreihenfolge nur abweichen, um eine dynamische Ausbreitung des Coronavirus aus hochbelasteten Grenzregionen (Ringimpfung) oder aus Hochinzidenzgebieten (Riegelimpfung) zu verhindern.

Merkel erwartet wohl "Anklagegipfel"

Bund und L√§nder wollen sich heute auf das weitere Vorgehen in der Impfkampagne einigen. Kanzlerin Merkel soll nach Informationen der "Bild"-Zeitung in einem Gespr√§ch mit dem CDU-Pr√§sidium gesagt haben: "Das wird ein Anklagegipfel, wenn ich mir die Wortbeitr√§ge der A-Seite anschaue." Offenbar wird vor allem aus den SPD-gef√ľhrten L√§ndern Gegenwind in Bezug auf die geplanten Gipfelbeschl√ľsse erwartet. Merkel erkl√§rte au√üerdem, dass f√ľr Getestete nicht das gelten k√∂nne, was f√ľr vollst√§ndig Geimpfte gilt. "Sicherheit der Impfung ist viel robuster als die Sicherheit der Tests", wird sie von der Zeitung zitiert.

Aus Teilnehmerkreisen der anschlie√üenden Onlineberatungen des gr√∂√üeren CDU-Bundesvorstands hie√ü es, CDU-Chef Armin Laschet habe zu Beginn √ľber die erfreulichen Fortschritte beim Impfen gesprochen. Schon im Pr√§sidium sei es gr√∂√ütenteils um die Bew√§ltigung der Corona-Pandemie gegangen.

Die "Bild"-Zeitung berichtete zudem, Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) habe im Pr√§sidium gesagt, die Regeln mit Abstand und Masken m√ľssten noch bleiben, bis eine Gruppenimmunit√§t erreicht sei. Es sei zudem eine gro√üe Herausforderung, bei Migranten f√ľr eine Impfung zu werben. Auch die Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, habe √ľber die Probleme gesprochen, Migranten beim Thema Corona zu erreichen. Dies funktioniere auf konventionellen Wegen nicht. Spahn habe wie die Kanzlerin davor gewarnt, die Priorisierung pauschal aufzuheben.

Kanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpr√§sidenten wollen √ľber die Rechte von vollst√§ndig Geimpften sprechen. Die L√§nder fordern zudem mehr Klarheit √ľber die Menge der zu erwartenden Corona-Impfdosen. Nach Angaben des Gesundheitsministerium wird im Laufe dieser Woche jede vierte Person geimpft sein, im Laufe des Monats Mai jede dritte. Was erwartet wird, lesen Sie hier.

Johnson & Johnson wird wohl weniger Impfstoff liefern

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson wird wohl weniger Impfstoff nach Deutschland liefern als zugesagt. In dieser Woche war eigentlich eine zweite Charge erwartet worden, diese werde nun gek√ľrzt, berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Die zweite Lieferung "wird nicht den urspr√ľnglich prognostizierten Umfang haben", wird das Gesundheitsministerium zitiert. Den Angaben zufolge waren 440.000 Dosen des Corona-Vakzins erwartet worden. Wie viele Dosen nun tats√§chlich in Deutschland ankommen sollen, habe das Ministerium nicht bekannt gegeben.

Seibert: Ausnahmen f√ľr Geimpfte sollen z√ľgig festgelegt werden

Die Bundesregierung will Erleichterungen f√ľr Geimpfte nach eigenen Angaben schon bald auf den Weg bringen. Einen genauen Zeitplan f√ľr die Verabschiedung einer entsprechenden Verordnung im Kabinett gibt es aber laut Regierungssprecher Steffen Seibert noch nicht. Seibert sagte am Montag in Berlin: "Wir streben an, z√ľgig einen Verordnungsentwurf zu bearbeiten." Dessen Ausgestaltung h√§nge vom Ergebnis der Ministerpr√§sidentenkonferenz ab.

Impfvorzug f√ľr S√ľchtige gefordert

Vor dem Impfgipfel von Bund und L√§ndern fordert die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), eine bevorzugte Immunisierung von Drogenabh√§ngigen. "Menschen mit Suchterkrankungen haben ein deutlich geschw√§chtes Immunsystem und sind daher besonders gef√§hrdet f√ľr einen schweren Covid-19-Verlauf", sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschlands vom Montag zur Begr√ľndung.

S√ľchtige litten oftmals an chronischen Erkrankungen wie Asthma, Leberzirrhose oder Depressionen, f√ľhrte Ludwig aus. "Nat√ľrlich m√ľssen diese vulnerablen Gruppen in einer Pandemie besonderen Schutz erhalten. Es macht also absolut Sinn, wenn diese Personengruppen priorit√§r gegen Covid-19 geimpft werden."

Eine rasche Impfung diene nicht nur dem Schutz der Betroffenen selbst, sondern dem Schutz aller, f√ľgte Ludwig hinzu. Jeder Geimpfte sei schlie√ülich ein weiterer Fortschritt in Richtung Herdenimmunit√§t. "Neid oder Missgunst sind hier also absolut nicht angebracht", betonte die Drogenbeauftragte.

25 Millionen Dosen in Deutschland verimpft

In Deutschland sind inzwischen mehr als 25 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montag mitteilte, √ľberschritt die Zahl √ľber das Wochenende diese Marke und lag bei 25,45 Millionen. Die Spitzen von Bund und Bundesl√§ndern beraten ab dem Nachmittag √ľber den Stand der Corona-Impfungen.

Laut aktuellen RKI-Zahlen erhielten bundesweit bis Montag knapp 19,5 Millionen Menschen mindestens eine Impfung. Das entsprach einem Bevölkerungsanteil von 23,4 Prozent. Knapp sechs Millionen waren inzwischen bereits zweimal geimpft, das waren 7,2 Prozent der Bevölkerung. Am Samstag und am Sonntag wurden in Deutschland demnach insgesamt weitere 610.000 Corona-Impfungen verabreicht.

Israel untersucht Herzerkrankung nach Biontech-Impfungen

Das israelische Gesundheitsministerium untersucht F√§lle von Herzmuskelentz√ľndungen in Verbindung mit dem Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer. Eine vorl√§ufige Studie habe "Dutzende von F√§llen" von Myokarditis bei mehr als f√ľnf Millionen Geimpften gezeigt, haupts√§chlich nach der zweiten Dosis, sagte der israelische Koordinator f√ľr die Pandemiebek√§mpfung, Nachman Ash, am Sonntag.

Es sei unklar, ob die Anzahl der Personen mit Entz√ľndung des Herzmuskelgewebes ungew√∂hnlich hoch sei und ob dies in Zusammenhang mit dem Vakzin stehe. Ein Nachweis zwischen Erkrankung und Impfstoff sei schwierig, weil Myokarditis oft ohne Komplikationen ablaufe und durch eine Vielzahl von Viren verursacht werden k√∂nne. Auch sei eine √§hnliche Anzahl von F√§llen in den vergangenen Jahren gemeldet worden.

Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Reuters erkl√§rte Pfizer, das Unternehmen sei "sich der israelischen Beobachtungen der Erkrankung bewusst, die √ľberwiegend bei jungen M√§nnern aufgetreten sei, die den Impfstoff von Pfizer/Biontech erhielten". Unerw√ľnschte Nebenwirkungen w√ľrden regelm√§√üig und gr√ľndlich √ľberpr√ľft, und das Unternehmen habe keine h√∂here Myokarditis-Rate beobachtet, als in der Allgemeinbev√∂lkerung zu erwarten w√§re. "Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass Myokarditis ein Risiko im Zusammenhang mit der Anwendung des Covid-19-Impfstoffs von Pfizer/Biontech darstellt."

Lage in Indien verschlechtert sich noch weiter

Indien meldet mit 352.991 Corona-Neuinfektionen den f√ľnften Tag in Folge einen weltweiten H√∂chstwert. Zudem steigt die Zahl der Todesf√§lle in Verbindung mit dem Virus binnen 24 Stunden um von 2.812 auf insgesamt 195.123 ‚Äď so stark wie noch nie in dem s√ľdasiatischen Land, wie das Gesundheitsministerium in Neu-Delhi mitteilt. Mit mehr als 17 Millionen best√§tigten Infektionen weist Indien weltweit die zweitmeisten Ansteckungen nach den USA auf. In Indien mit seinen rund 1,35 Milliarden Einwohnern nimmt die zweite Corona-Welle immer gr√∂√üere Ausma√üe an. Viele Kliniken sind √ľberlastet und der Sauerstoff zur Behandlung von Covid-19-Patienten wird knapp. Mehrere L√§nder haben Indien Hilfe angeboten.

√Ąrzte wollen neue Impfwerbung

Die √Ąrztegewerkschaft Marburger Bund hat die Bundesregierung aufgefordert, angesichts steigender Impfstoffmengen ihre Impfstrategie anzupassen. Es gebe die Sorge, dass beim Eintreffen gr√∂√üerer Impfstoffmengen Ende Mai, Anfang Juni diese nicht effizient verimpft werden k√∂nnen, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). "Wir brauchen deshalb schnell eine Impfwerbekampagne. Da gibt es im Moment leider keine Bewegung", kritisierte sie. Ein paar Plakate mit der Aufschrift "Deutschland krempelt die √Ąrmel hoch" reichten da nicht aus.

"Wir m√ľssen die verschiedenen Zielgruppen genau identifizieren und auf sie zugeschnittene Werbung f√ľr das Impfen machen", sagte Johna. Sie nannte etwa Migrantinnen und Migranten mit schlechten Deutschkenntnissen, die 6,2 Millionen Analphabeten in Deutschland oder junge Frauen, die die unberechtigte Angst h√§tten, dass sie nach einer Impfung nicht mehr schwanger werden k√∂nnten.

Berliner Wirtschaftssenatorin gegen Sputnik-Kauf

Kurz vor dem Impfgipfel von Bund und L√§ndern hat sich Berlins Wirtschaftschaftssenatorin Ramona Pop gegen die Anschaffung des russischen Impfstoffs Sputnik V ausgesprochen. "Der Impfgipfel muss den Startschuss daf√ľr geben, dass in den kommenden Wochen deutlich mehr Menschen gegen das Corona-Virus geimpft werden k√∂nnen", teilte die Gr√ľnen-Politikerin am Sonntagabend mit. "Hier braucht es schnelle Ma√ünahmen und keine Phantomdebatten wie die Beschaffung von Sputnik-Impfstoff."

Bei den Berliner Gr√ľnen gibt es grunds√§tzliche Bedenken gegen Sputnik V, unter anderem vor dem Hintergrund des Konflikts mit Russland wegen des in einem Straflager inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny. Bei einer kontroversen Diskussion am vergangenen Dienstag hat sich der Senat zu dem Thema noch nicht "abschlie√üend positioniert".

Pop unterbreitete einen anderen Vorschlag: "Ich pl√§diere f√ľr eine Notzulassung des CureVac-Impfstoffes, um kurzfristig einen weiteren mRNA-Impfstoff mit hoher Wirksamkeit und geringen Nebenwirkungen einsetzen zu k√∂nnen."

Am Montag kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpr√§sidenten der L√§nder f√ľr einen Impfgipfel zusammen. Bei der Videokonferenz soll im Mittelpunkt stehen, welche Corona-Beschr√§nkungen f√ľr Geimpfte und Genesene wegfallen k√∂nnten. Anschlie√üend ist eine Pressekonferenz geplant, an der auch Berlins Regierender B√ľrgermeister Michael M√ľller (SPD) teilnimmt. Berlin h√§lt den Vorsitz der Ministerpr√§sidentenkonferenz.

USA sagen Indien Hilfe zu

Angesichts der dramatischen Zuspitzung der Corona-Pandemie in Indien haben die USA dem Land konkrete Hilfen in Aussicht gestellt. Neben spezifischen Rohmaterialien f√ľr die Herstellung des Impfstoffs von Astrazeneca, der in Indien unter dem Namen Covishield produziert wird, werden die Vereinigten Staaten dem Land "sofort" Medikamente, Schnelltests, Beatmungsger√§te und Schutzausr√ľstung zur Verf√ľgung stellen, wie das Wei√üe Haus am Sonntag nach einem Telefonat zwischen US-Sicherheitsberater Jake Sullivan und seinem indischen Amtskollegen Ajit Doval mitteilte. Auch bei der Versorgung mit Sauerstoff soll Indien unterst√ľtzt werden.

Niederlande stoppen Fl√ľge aus Indien

Die Niederlande untersagen Passagierfl√ľge von Indien ab Montag. Das Verbot solle bis zum 1. Mai gelten, teilt das Verkehrsministerium mit. Grund sei die neue Corona-Variante. Das Verbot beziehe sich nicht auf Frachtfl√ľge oder Flugzeuge, die medizinisches Personal bef√∂rderten. Indien hatte zuvor den vierten Tag in Folge mit fast 350.000 F√§llen eine neue weltweite Rekordmarke bei den Neuinfektionen innerhalb eines Tages gesetzt.

Modellstatt Rostock √ľberschreitet kritischen Inzidenzwert

Die Hansestadt Rostock gilt als Vorbild in der Corona-Krise. Sie etablierte fr√ľh eine Teststrategie, startete Modellprojekte und hatte vergleichsweise niedrige Inzidenzwerte. Nun droht allerdings auch Rostock die "Bundesnotbremse". Die Sieben-Tage-Inzidenz ist am Sonntag knapp √ľber die wichtige Schwelle von 100 auf 101,3 gestiegen.

Vor zwei Wochen war die Inzidenz in der Hansestadt durch verzögerte Meldungen bereits einmal sprunghaft auf 135 angestiegen, danach aber schnell wieder auf 83 gesunken.

Durch den Anstieg in Rostock liegt der Inzidenzwert in keinem Kreis oder keiner kreisfreien Stadt in Mecklenburg-Vorpommern mehr unter 100. Landesweit haben sich zuletzt 139,3 Menschen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Am höchsten lag der Wert demnach in Ludwigslust-Parchim mit 178, gefolgt von den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald mit jeweils 168,9.

Ministerium erwartet in neuer Woche zwei Millionen Impfungen in Arztpraxen

In der neuen Woche soll es erstmals mehr als zwei Millionen Corona-Impfungen in den Arztpraxen geben. In der darauffolgenden Woche Anfang Mai sollen es bereits mehr als drei Millionen sein, wie es in einer Vorlage des Gesundheitsministeriums f√ľr den Impfgipfel von Bund und L√§ndern am Montag hei√üt, der am Sonntag bekannt wurde.

Insgesamt haben die Hersteller f√ľr das zweite Quartal insgesamt 80 Millionen Impfdosen zugesagt. Davon entfallen 50 Millionen Dosen auf Biontech/Pfizer. Kalenderwochenbezogene Lieferpl√§ne bis Ende Juni l√§gen bisher aber nur von Biontech und Moderna vor.

Schnelltest-Panne: Hochsensible Daten von 6.000 Personen im Netz

Aufgrund einer Sicherheitsl√ľcke in einer Schnelltest-Software konnten Unbefugte erneut auf Testergebnisse und andere sensible Informationen zugreifen. Wie der "Tagesspiegel" berichtete, k√∂nnen etwa an zwei Berliner Testzentren die Daten von mehr als 6.000 Registrierungen seit Anfang April abgerufen werden, darunter sensible Angaben wie Adresse und Geburtsdatum.

Nach Recherchen der Zeitung nutzen auch viele andere Teststationen beispielsweise in Hamburg, D√ľsseldorf, Stuttgart, W√ľrzburg oder Heidelberg die fehlerhafte Software des Betreibers Innofabrik aus Ha√üloch (Rheinland-Pfalz). Mehr dazu lesen Sie hier.

Merkel sagt Nothilfen f√ľr Indien zu

Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Indien hat Deutschland Nothilfen f√ľr das Land angek√ľndigt. "Deutschland steht Seite an Seite in Solidarit√§t mit Indien. Wir bereiten so schnell wie m√∂glich eine Unterst√ľtzungsmission vor", erkl√§rte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag in Berlin nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert. "Der Kampf gegen die Pandemie ist unser gemeinsamer Kampf."

Aus Indien wurden am Sonntag fast 350.000 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet, landesweit fehlt es an Medikamenten und medizinischem Sauerstoff. Die Regierung in Neu Delhi hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass eine Lieferung von 23 Anlagen zur Aufbereitung von Sauerstoff aus Deutschland geplant sei.

F√ľr den zuletzt massiven Anstieg der Infektionszahlen in Indien werden eine doppelte Mutation des Coronavirus sowie religi√∂se, politische und sportliche Massenveranstaltungen verantwortlich gemacht. Zahlreiche L√§nder, darunter Deutschland und Gro√übritannien, haben Einreisen aus dem Land vorl√§ufig gestoppt.

Polizei: "Teils heftige Aggression und körperliche Gewalt"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) h√§lt umfassende Kontrollen zur Einhaltung der Ausgangssperren in Deutschland f√ľr kaum umsetzbar. "Eine fl√§chendeckende Kontrolle der Ausgangssperren ist f√ľr die Polizei und die zust√§ndigen Ordnungsbeh√∂rden der Kommunen kaum m√∂glich", sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Dietmar Schilff der "Bild am Sonntag".

Sorge bereitet der Gewerkschaft Schilff zufolge auch eine zunehmende Aggressivität bei den Kontrollen. "Da sind unsere Kolleginnen und Kollegen teils heftiger verbaler Aggression und teilweise auch körperlicher Gewalt ausgesetzt", sagte der GdP-Vize.

In Deutschland gelten seit Samstag die Regelungen f√ľr die neue bundesweite Corona-Notbremse. Sie sieht unter anderem Kontaktbeschr√§nkungen und eine n√§chtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern vor. Die ersten beiden N√§chte mit Ausgangssperren verliefen ruhig. Nur vereinzelt stellten Polizei und Ordnungs√§mter Verst√∂√üe fest.

Söder: Impfreihenfolge aufheben

Bayerns Ministerpr√§sident Markus S√∂der (CSU) hat eine Aufhebung der Impfreihenfolge ab Mai gefordert. "Wir m√ľssen die starre Priorisierung schneller aufl√∂sen", sagte S√∂der der "Bild am Sonntag". "Nach dem Abarbeiten von bereits vereinbarten Impfterminen sollten alle Impfstoffe f√ľr jeden komplett freigegeben werden." Dies solle "am besten noch im Mai erfolgen". "Die Impfb√ľrokratie verz√∂gert den Impferfolg", warnte S√∂der.

Der bayerische Ministerpr√§sident sprach sich zudem daf√ľr aus, auch Sch√ľler ab 16 Jahren "bei ausreichendem Impfstoff" vermehrt zu impfen. "Gerade hier ist die Inzidenz am h√∂chsten", hob S√∂der hervor. Diese Altersgruppe sollte daher aus seiner Sicht "beim Impfen behandelt werden wie Erwachsene."

Schwelle von einer Milliarde Impfungen √ľberschritten

Rund f√ľnf Monate nach dem Beginn der ersten Corona-Impfprogramme hat die Zahl der verabreichten Impfdosen die Marke von einer Milliarde √ľberschritten. Laut einer auf offiziellen Daten basierenden Z√§hlung der Nachrichtenagentur AFP wurden bis Samstagabend weltweit gut 1,002 Milliarden Spritzen mit Corona-Impfstoff injiziert. Mehr als die H√§lfte davon entfallen auf die drei L√§nder USA, China und Indien.

Gemessen an der Bev√∂lkerungszahl liegt Israel in F√ľhrung, hier sind bereits knapp 60 Prozent der Menschen geimpft. Es folgen die Vereinigten Arabischen Emirate mit 51 Prozent der Bev√∂lkerung, Gro√übritannien mit 49 Prozent und die USA mit 42 Prozent.

In der EU wurden bislang 128 Millionen Impfdosen verabreicht, die EU-weite Impfquote liegt bei 21 Prozent. Spitzenreiter in der EU ist Malta, wo 47 Prozent der Einwohner bereits geimpft sind, gefolgt von Ungarn mit 37 Prozent. In Deutschland liegt die Impfquote laut Robert-Koch-Institut derzeit bei 22,8 Prozent.

Die von der Weltbank als Länder mit hohem Einkommen definierten Staaten stellen gemeinsam 16 Prozent der Weltbevölkerung, haben aber 47 Prozent der Impfdosen verabreicht. In zwölf Ländern haben die Corona-Impfungen noch immer nicht begonnen.

Am verbreitetsten ist der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns Astrazeneca. Er wurde in zwei Dritteln der 207 erfassten Staaten und Territorien verabreicht. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wurde in 44 Prozent der Länder eingesetzt.

Neuer Höchststand bei Toten in Brasilien

In Brasilien hat die Zahl der monatlichen Corona-Toten im April einen neuen Höchststand erreicht. Im laufenden Monat starben bereits 67.977 Menschen infolge einer Corona-Infektion, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Im gesamten März hatte es demnach 66.573 Corona-Tote gegeben.

Einen neuen traurigen Corona-Rekord meldete am Samstag (Ortszeit) auch Ecuador. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreichte im April einen H√∂chststand von 43.999 F√§llen, wie das Gesundheitsministerium in Quito mitteilte. Wegen der neuen Infektionswelle in dem s√ľdamerikanischen Land gilt in 16 von 24 Provinzen der Ausnahmezustand.

Patienten versehentlich mit Kochsalzlösung "geimpft"

Durch ein Versehen sind in Frankreich dutzende Patienten mit Kochsalzl√∂sung statt dem Corona-Vakzin von Biontech/Pfizer "geimpft" worden. Insgesamt 140 Patienten h√§tten die wirkungslose Injektion erhalten, erkl√§rte das Krankenhaus von Reims im Nordosten des Landes am Samstag. Zwar habe dies f√ľr die Betroffenen keine gesundheitlichen Folgen, doch m√ľssten sie nun erneut zur Impfung antreten.

Kochsalzl√∂sung wird unter anderem als Verd√ľnnungsmittel bei Injektionen eingesetzt. Das Krankenhaus nahm nach eigenen Angaben eine Untersuchung zu den Ursachen f√ľr den Irrtum vor. Eine Mitarbeiterin sei damit beauftragt worden, die Sicherheitsverfahren bei den Corona-Impfungen zu verst√§rken.

GEW: Lehrer bei Impfung vorziehen

Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert eine vorgezogene Impfung f√ľr s√§mtliche Lehrer. "Wer √∂ffnet, muss impfen", sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag) mit Blick auf den in der Bundes-Notbremse festgelegten Inzidenzwert von 165. Wenn Schulen bis zu diesem Wert ge√∂ffnet bleiben m√ľssten, sei es notwendig, alle Lehrkr√§fte in die Impf-Priorisierungsgruppe zwei vorzuziehen, forderte Tepe. "Nur so kann der Gesundheitsschutz der Lehrkr√§fte, Sch√ľlerinnen und Sch√ľler sowie deren Eltern gesichert werden."

Bisher seien nur Lehrkräfte an Grund- und Förder- beziehungsweise Sonderschulen in der Impf-Priorisierungsgruppe zwei eingeordnet, sagte Tepe. Alle anderen Lehrkräfte an allgemein- und berufsbildenden Schulen seien in der Gruppe drei.

Experte: Impfungen verringern in Zukunft Gefahr durch Mutationen

Der weltweite Impf-Fortschritt wird in Zukunft die Gefahr, dass sich immer neue Virusvarianten entwickeln, deutlich senken. Davon ist Infektionsmediziner Mathias Pletz √ľberzeugt, wie der "Deutschlandfunk" berichtet. Durch die RNA-Impfstoffe, die extrem schnell angepasst werden k√∂nnten, sei man aber auch f√ľr k√ľnftige Pandemien gut ger√ľstet, hei√üt es in dem Bericht.

Der Mediziner rechnet damit, dass es zwar auch weiter Mutationen des Coronavirus geben werde und auch weiter neue Impfstoffe entwickelt werden m√ľssen. Bei einer niedrigen Viruszirkulation aber, wie sie etwa durch Impfungen erreicht werde, sinke die Wahrscheinlichkeit, dass neue Mutanten entstehen. Durch die dann erlangte Grundimmunit√§t in der Bev√∂lkerung werde dann nicht mehr die Vielzahl an schweren Verl√§ufen auftreten, selbst wenn es Mutanten gibt.

"Die bislang entwickelten RNA-Impfstoffe k√∂nnten zudem extrem schnell angepasst werden", sagte Pletz dem "Deutschlandfunk". In kurzer Zeit k√∂nne man hohe Dosen an neuen Impfstoffen produzieren, dadurch sei man auch f√ľr k√ľnftige Pandemien gut ger√ľstet.

Lindner: Corona-"Impf-Booster" f√ľr den Herbst jetzt besorgen

FDP-Chef Christian Lindner hat an Bund und L√§nder appelliert, sich jetzt schon um die im Herbst anstehenden Auffrisch-Impfungen gegen das Coronavirus zu k√ľmmern. "Wir m√ľssen vor die Welle kommen", mahnte er am Samstag bei einem digitalen Parteitag der NRW-FDP in K√∂ln. Dazu geh√∂re, sich rechtzeitig um "Impf-Booster" zu k√ľmmern und nicht in die n√§chste Knappheit hineinzulaufen.

"Ich erwarte von dem Impf-Gipfel am Montag endlich wegweisende Beschl√ľsse", sagte Lindner. Dazu geh√∂re auch, die niedergelassenen √Ąrzte und Betriebs√§rzte jetzt voll in die Impf-Kampagnen einzubeziehen. Zudem k√∂nne der Zeitpunkt zwischen Erst- und Zweitimpfung Experten zufolge weiter gestreckt werden. "Und jetzt bereits muss die Bundesregierung in Europa und auch in eigenem Bem√ľhen Druck machen, dass wir nicht ben√∂tigte Impf-Dosen aus dem Ausland nach Deutschland bekommen." Schleswig-Holstein habe bereits Impf-Dosen aus D√§nemark erhalten. "Das sollte Schule machen."

Belgien bittet Deutschland um Aufnahme von Corona-Patienten

Angesichts stark ausgelasteter Intensivstationen hat Belgien Deutschland gebeten, Corona-Patienten aufzunehmen. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Leiter der medizinischen Notfallhilfe, Marcel Van der Auwera.

Einige Krankenhausstandorte h√§tten keine Intensivbetten mehr zur Verf√ľgung. Eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim Bundesinnenministerium, wie Deutschland auf die Bitte reagiert, blieb am Samstag zun√§chst offen.

In den vergangenen 14 Tagen gab es in Belgien offiziellen Angaben zufolge knapp 450 Corona-F√§lle pro 100 000 Einwohner. Zwar ist das ein leichter R√ľckgang im Vergleich zu den Vorwochen, doch gleichzeitig stieg die Zahl der Todesf√§lle - ebenfalls nur leicht - auf durchschnittlich knapp 40 pro Tag. In Belgien leben rund 11,5 Millionen Menschen.

Hälfte der Briten hat erste Impfung

Mehr als die H√§lfte der britischen Gesamtbev√∂lkerung hat mittlerweile ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Wie am Samstag aus Zahlen des Gesundheitsdienstes NHS hervorging, haben in England bis einschlie√ülich Freitag bislang rund 28,1 Millionen Menschen ihren ersten Stich erhalten ‚Äď damit steigt die Gesamtzahl der Erstgeimpften im Vereinigten K√∂nigreich auf knapp 33,5 Millionen. Die neuesten Zahlen aus Wales, Schottland und Nordirland standen zu dem Zeitpunkt noch aus. Insgesamt leben sch√§tzungsweise 66,8 Millionen Menschen in Gro√übritannien.

Insgesamt sind in Großbritannien bereits mehr als 45 Millionen Corona-Impfungen verabreicht worden. Über 11,6 Millionen Menschen haben schon ihre zweite Impfung erhalten.

Spahn: Weitgehendes Einreiseverbot f√ľr Indien

Wegen der Coronavirus-Mutation in Indien werden Einreisen aus dem Land nach Deutschland weitgehend gestoppt. "Um unsere Impfkampagne nicht zu gefährden, muss der Reiseverkehr mit Indien deutlich eingeschränkt werden", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Daher werde die Bundesregierung Indien kurzfristig zum Virusvariantengebiet erklären. Mehr dazu lesen Sie hier.

Justizministerium will Kontaktsperren f√ľr Geimpfte streichen

Das Bundesjustizministerium hat einem "Bild"-Bericht zufolge eine Vorlage erarbeitet, wonach staatliche Beschr√§nkungen f√ľr Corona-Geimpfte wegfallen k√∂nnten. In dem Papier f√ľr die Ministerpr√§sidentenkonferenz am Montag hei√üt es demnach: Es sei "nach aktueller Feststellung des Robert Koch-Instituts davon auszugehen, dass Geimpfte und Genesene ein geringeres Risiko haben, andere Menschen anzustecken, als durch einen Antigentest negativ Getestete". Daher seien die Erleichterungen oder die Ausnahmen auch f√ľr Geimpfte und Genesene vorzusehen. Das Papier befinde sich aber noch in Abstimmung, hie√ü es. Mehr dazu lesen Sie hier.

Indien meldet globalen Höchstwert an Corona-Neuinfektionen

Indien meldet den dritten Tag in Folge mit 346.786 F√§llen einen neuen globalen H√∂chstwert bei Neuinfektionen. Die Versorgung der an der Lungenkrankheit Covid-19 erkrankten Menschen mit Sauerstoff ist an vielen Orten kaum m√∂glich. Die Regierung setzt Luftwaffe und Z√ľge zur Verteilung der Sauerstoff-Flaschen ein. "Bitte helft uns, Sauerstoff zu bekommen, sonst kommt es hier zu einer Trag√∂die", wendet sich der Chef-Minister f√ľr die Hauptstadt-Region Delhi, Arvind Kejriwal, an Ministerpr√§sident Narendra Modi. Mehr zur neuen Doppelmutante, die in Indien kursiert, und der Sorge in Deutschland lesen Sie hier.

Altmaier sieht rasche Freiheiten f√ľr Geimpfte kritisch

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) d√§mpft Erwartungen, Geimpfte k√∂nnten schnell mehr Freiheiten bekommen. "Aktuell haben √ľber 20 Prozent eine Erstimpfung erhalten", sagt Altmaier den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. "Ich gehe davon aus, dass wir im Juni oder Juli √ľber Ausnahmen sprechen k√∂nnen. Also ob Menschen, die zweimal geimpft sind, der Aufenthalt in Quarant√§ne erspart werden kann ‚Äď etwa nach Kontakten mit Infizierten oder nach Auslandsreisen." Er k√∂nne sich auch gut vorstellen, dass "Menschen ein Restaurant besuchen k√∂nnen, ohne vorher einen Schnelltest zu machen".

Weiterhin verteidigt Altmeier die Ausgangssperre. "In praktisch allen Nachbarstaaten hat sich gezeigt, dass solche Ausgangssperren nicht nur rechtm√§√üig sind, sondern auch einen effektiven Beitrag zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr liefern k√∂nnen". Dadurch sei aus seiner Sicht die Verh√§ltnism√§√üigkeit erwiesen. "Solange noch jede Woche √ľber 1.000 Menschen an Corona sterben, k√∂nnen wir nicht auf sie verzichten."

West-Australien verh√§ngt ganzt√§gige Ausgangssperre f√ľr Millionen B√ľrger

In Australien d√ľrfen √ľber zwei Millionen Menschen in Perth und der Peel-Region im Bundesstaat West-Australien in den n√§chsten Tagen nur in begr√ľndeten F√§llen ihr Haus verlassen. Die ganzt√§gige Ausgangssperre gilt von Samstag bis Montag.

Ausl√∂ser der Ma√ünahme ist ein Reiser√ľckkehrer, der aus der Quarant√§ne mit einem negativen Corona-Test entlassen wurde, bei dem aber sp√§ter doch das Virus nachgewiesen wurde. Laut √∂rtlichen Medienberichten handelte es sich dabei um einen Mann um die 50, der am Mittwoch von Melbourne nach Perth geflogen war. Nach der vorgeschriebenen Quarant√§ne in Perth besuchte er dort demnach Restaurants, eine Universit√§t, ein Schwimmbad, einen Arzt sowie einen Freund. Medienberichten zufolge wurde auch der Freund inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet.

US-Behörden geben Impfstoff von Johnson & Johnson frei

Die US-Gesundheitsbeh√∂rden haben gr√ľnes Licht f√ľr den erneuten Einsatz des Corona-Impfstoffs des US-Konzerns Johnson & Johnson gegeben. Das Vakzin solle wieder verimpft werden, teilten die Arzneimittelbeh√∂rde FDA und die Gesundheitsbeh√∂rde CDC am Freitag (Ortszeit) in Washington nach der entsprechenden Empfehlung einer Expertenkommission gemeinsam mit. Wegen mehrerer F√§lle von Blutgerinnseln bei Geimpften hatten die US-Beh√∂rden die Impfungen mit dem J&J-Vakzin am 13. April vor√ľbergehend gestoppt.

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Zuvor war eine Expertenkommission von der Gesundheitsbeh√∂rde CDC eingesetzt worden, um die Sicherheit des J&J-Vakzins zu √ľberpr√ľfen. Sie stimmte ehrheitlich f√ľr die Wiedereinf√ľhrung.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist auch in der EU bereits seit M√§rz zugelassen; er wurde dort aber noch nicht verabreicht. Nach einer Pr√ľfung der in den USA aufgetretenen Blutgerinnsel-F√§lle im Zusammenhang mit dem Vakzin erkl√§rte die Europ√§ische Arzneimittelbeh√∂rde (EMA) in dieser Woche, an ihrer Empfehlung f√ľr den Impfstoff festzuhalten. Der Nutzen des Impfstoffs des US-Unternehmens √ľberwiege die Risiken, begr√ľndete die Beh√∂rde die Entscheidung.

Sorgen wegen indischer Virus-Variante

Welt√§rzte-Pr√§sident Frank Ulrich Montgomery bef√ľrwortet wegen erster F√§lle der indischen Corona-Variante in Deutschland entsprechende Schutzma√ünahmen. "Die indische Mutationsvariante des Virus, die besonders ansteckend und besonders gef√§hrlich sein soll, f√ľhrt uns deutlich vor Augen, wie wichtig internationale Absprachen, konsequente Lockdown-Ma√ünahmen und Einschr√§nkungen der Mobilit√§t sind", sagt Montgomery der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe) einem Vorabbericht zufolge. "Nur wo Infektionen ablaufen, k√∂nnen auch Mutationen stattfinden. Deswegen ist das deutsche Infektionsschutzgesetz richtig. Deswegen brauchen wir Kontaktbeschr√§nkungen und ein konsequentes, einheitliches Vorgehen", sagt Montgomery weiter.

Altmaier will keine Sonderbehandlung f√ľr Geimpfte

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) d√§mpft Erwartungen, Geimpfte k√∂nnten schnell mehr Freiheiten bekommen. "Aktuell haben √ľber 20 Prozent eine Erstimpfung erhalten", sagt Altmaier den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. "Ich gehe davon aus, dass wir im Juni oder Juli √ľber Ausnahmen sprechen k√∂nnen. Also ob Menschen, die zweimal geimpft sind, der Aufenthalt in Quarant√§ne erspart werden kann - etwa nach Kontakten mit Infizierten oder nach Auslandsreisen." Er k√∂nne sich auch gut vorstellen, dass "Menschen ein Restaurant besuchen k√∂nnen, ohne vorher einen Schnelltest zu machen".

EVP-Abgeordneter: "Fl√ľge aus Indien einstellen"

Angesichts dramatisch steigender Corona-Zahlen in Indien fordert der Chef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber, die Einstellung aller Flugverbindungen in die EU. "Einige Covid-F√§lle mit der indischen Mutante sind bereits in Deutschland und der EU aufgetreten. Diesmal m√ľssen die EU-Innenminister schneller und konsequenter handeln und sofort ein vor√ľbergehendes Verbot von Fl√ľgen aus Indien und Einreisebeschr√§nkungen verh√§ngen", sagte der CSU-Politiker der "Bild"-Zeitung (Samstag). Die Situation in Indien drohe au√üer Kontrolle zu geraten.

Bericht: Hausärzte bekommen erstmals mehr als 3 Millionen Impfdosen

Ab Mai werden laut einem Medienbericht erstmals mehr als drei Millionen Impfdosen pro Woche an Deutschlands Hausärzte ausgeliefert. Das geht aus Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die der "Bild" vorliegen. Bisher waren es maximal 2,6 Millionen.

Urspr√ľnglich hatte Gesundheitsminister Jens Spahn die Lieferungen bereits f√ľr Ende April angek√ľndigt. Nun erreichen die Haus√§rzte vom 3. bis 9. Mai 1,58 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffes und 1,43 von Astrazeneca. In der letzten Aprilwoche erhalten die Praxen der "Bild" zufolge nur 2,5 Millionen Dosen.

Zahlreiche Eilanträge und Klagen in Karlsruhe gegen Bundesnotbremse

Zum Start der sogenannten Bundesnotbremse sind beim Bundesverfassungsgericht zahlreiche Eilantr√§ge und Verfassungsbeschwerden eingegangen. Am Donnerstag und Freitag seien bisher rund 25 Verfahren registriert worden, die sich gegen das versch√§rfte Infektionsschutzgesetz richteten ‚Äď und es gehe laufend mehr ein, sagte ein Gerichtssprecher in Karlsruhe auf Anfrage. Der √ľberwiegende Teil der Klagen richtet sich demnach gegen das gesamte Ma√ünahmenpaket. Unter den Kl√§gern seien mehrere Anw√§lte und ein SPD-Bundestagsabgeordneter. Wann es erste Entscheidungen gibt, sei nicht abzusehen.

Die bundesweit verbindlichen Regeln f√ľr sch√§rfere Corona-Ma√ünahmen waren am Freitag in Kraft getreten. Die Notbremse greift ab 0 Uhr in der Nacht zum Samstag. In Landkreisen, die drei Tage lang eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 √ľberschritten haben, gelten dann unter anderem Ausgangsbeschr√§nkungen zwischen 22 Uhr und 5 Uhr.

Noch vor Beschluss des Gesetzes hatten verschiedene Seiten Verfassungsbeschwerde angek√ľndigt, so etwa die FDP, die Freien W√§hler, der SPD-Abgeordnete Florian Post und die Gesellschaft f√ľr Freiheitsrechte (GFF). Allerdings ist noch unklar, ob √ľberhaupt direkt in Karlsruhe geklagt werden kann. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Kl√§ger zun√§chst die Verwaltungsgerichte anrufen und sich durch die Instanzen klagen m√ľssen. Auch diese Frage d√ľrfte nun mit vom Bundesverfassungsgericht beantwortet werden.

Bremen und Saarland erreichen 25-Prozent-Marke bei Corona-Impfungen

Bremen und das Saarland haben am Freitag als erste Bundesländer bei den Erstimpfungen eine Quote von 25 Prozent erreicht. Damit hat in den beiden Bundesländern bereits jeder Vierte mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) sprach angesichts des knappen Impfstoffs von einer "tollen Zwischenbilanz". Im Saarland werden nach Angaben des Gesundheitsministeriums täglich 5.300 Impfungen vorgenommen.

EU-Arzneimittelbehörde steht weiter hinter Astrazeneca-Impfstoff

Trotz der Einschr√§nkungen des Einsatzes in zahlreichen EU-L√§ndern steht die Europ√§ische Arzneimittelbeh√∂rde (EMA) weiter hinter dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Die Vorteile des Mittels √ľberw√∂gen die Risiken bei Erwachsenen aller Altersgruppen, teilt die Beh√∂rde mit. Zugleich weist sie darauf hin, dass nach der Impfung sehr seltene F√§lle von Blutgerinnseln in Verbindung mit einem Mangel an Blutpl√§ttchen aufgetreten seien. Diese seien sch√§tzungsweise bei einem von 100.000 geimpften Menschen aufgetreten.

Bundesregierung stuft Indien als Hochinzidenzgebiet ein

Wegen dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Indien ab Sonntag als Hochinzidenzgebiet ein. Das gilt auch f√ľr das nordafrikanische Tunesien, den Inselstaat Kap Verde vor der afrikanischen K√ľste und die arabischen Golfstaaten Katar und Oman, wie das Robert Koch-Institut am Freitag im Internet bekanntgab. Von der Liste der Risikogebiete gestrichen wurden mehrere Karibikstaaten, darunter die auch bei deutschen Touristen beliebte Dominikanische Republik, f√ľr die damit die Quarant√§nepflicht bei Einreise nach Deutschland entf√§llt.

Mit der Einstufung Indiens als Hochinzidenzgebiet ist keine Versch√§rfung der Einreisebestimmungen verbunden. Die h√§tte es nur gegeben, wenn das Land mit den zweitmeisten Einwohnern weltweit zum Virusvariantengebiet erkl√§rt worden w√§re ‚Äď was einige Beobachter erwartet hatten. Denn in Indien hat sich eine besonders gef√§hrliche Virusvariante verbreitet.

Sieben CDU-Bundestagsabgeordnete klagen gegen EU-Corona-Aufbaufonds

Wegen des 750 Milliarden Euro schweren Corona-Wiederaufbaufonds der EU klagen jetzt auch sieben CDU-Bundestagsabgeordnete in Karlsruhe. "Wir sehen die durch das Grundgesetz garantierte Haushaltsautonomie des Bundestages in unzulässiger Weise eingeschränkt", teilten sie am Freitag gemeinsam mit. Ein Sprecher des Bundesverfassungsgerichts sagte auf Anfrage, die mit einem Eilantrag verbundene Klage sei bereits am Dienstag eingereicht worden.

Die Richterinnen und Richter des Zweiten Senats hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass sie einen Eilantrag wegen des Fonds abgewiesen haben. Bis zu dieser Entscheidung hatte Bundespr√§sident Frank-Walter Steinmeier das deutsche Ratifizierungsgesetz nicht unterzeichnen d√ľrfen. Diese Anordnung hatten die Richter aufgehoben. Seit Freitag ist das Gesetz unterzeichnet. Damit gibt Deutschland gr√ľnes Licht f√ľr das Finanzierungssystem der EU bis 2027, das auch den Fonds umfasst. Weitere Eilantr√§ge d√ľrften damit nicht mehr von Bedeutung sein.

Das Gericht hatte in seiner sehr grunds√§tzlichen Entscheidung aber schon angek√ľndigt, dass es den Fonds in einem sp√§teren Hauptverfahren eingehend pr√ľfen wird. Angesto√üen hatte dies ein Kl√§ger-B√ľndnis um den fr√ľheren AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke. Beim Gericht sind auch Klagen der AfD-Bundestagsfraktion und einer Privatperson anh√§ngig. Die neue Verfassungsbeschwerde kommt von den CDU-Abgeordneten Michael von Abercron, Veronika Bellmann, Hans-J√ľrgen Irmer, Saskia Ludwig, Sylvia Pantel, Hans-J√ľrgen Thies und Dietlind Tiemann.

Zehn Prozent der Infizierten haben Long-Covid

Der Vizepr√§sident des Robert Koch-Instituts, Lars Schaade, ruft dazu auf, die Einschr√§nkungen weiterhin zu beachten. "Diese Wochen sind f√ľr uns alle schwer, umso wichtiger ist es, dass wir als Gesellschaft alle zusammenstehen", sagt Schaade in Berlin. Derzeit steige die Zahl der Neuinfektionen vor allem in der Altersgruppe der 30- bis 59-J√§hrigen.

Diese Gruppe sei genau wie die der Jugendlichen zum Gro√üteil noch nicht geimpft. Aber auch f√ľr J√ľngere und Gesunde "ist dieses Virus nicht harmlos", sagt Schaade. "Schwere Verl√§ufe k√∂nnen auch bei J√ľngeren auftreten." Und j√ľngste Studien zeigten, dass zehn Prozent der Infizierten Long-Covid-Symptome aufwiesen.

Japan verh√§ngt Corona-Notstand √ľber Tokio

Mitten im unerbittlich tickenden Olympia-Countdown hat Japan erneut einen weitreichenden Corona-Ausnahmezustand verh√§ngt. Genau drei Monate vor Beginn der im Land ohnehin umstrittenen Sommerspiele k√ľndigte Premierminister Yoshihide Suga der Bev√∂lkerung erneut strenge Beschr√§nkungen an. Der dritte Notstand, der zun√§chst von Sonntag bis zum 11. Mai dauert, soll die dritte Virus-Welle stoppen ‚Äď auch, um die Olympia-Aussichten nicht noch mehr zu tr√ľben.

"Wir haben heute entschieden, den Notstand in den Pr√§fekturen Tokio, Kyoto, Osaka und Hyogo zu erkl√§ren", teilte Suga mit. Mehr als 30 Millionen Menschen leben in den vier Gebieten auf der japanischen Kerninsel Honshu. Suga begr√ľndete dies mit dem starken Anstieg der Corona-Infektionen und der Ausbreitung neuer Virus-Varianten. Trotz im internationalen Vergleich immer noch niedriger Inzidenzwerte herrscht Alarmstimmung im Inselreich.

Der Ausnahmezustand soll diesmal mit st√§rkeren Ma√ünahmen als bei den vorherigen Notfalllagen einhergehen. "Wir haben ein starkes Gef√ľhl der Krise", sagte Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura.

Indien sendet Hilferuf ‚Äď Sauerstoffger√§te knapp

Angesichts der hohen Zahl von Corona-Patienten haben indische Krankenh√§user am Freitag Hilferufe wegen fehlenden Sauerstoffs zur k√ľnstlichen Beatmung gesendet. "SOS ‚Äď weniger als eine Stunde Sauerstoffvorr√§te √ľbrig im Max Smart Hospital und Max Hospital Saket", schrieb eine der gr√∂√üten Ketten von Privatkrankenh√§usern im Onlinedienst Twitter. "Mehr als 700 Patienten aufgenommen, brauchen sofortige Hilfe." Premierminister Narendra Modi sollte am selben Tag eine Reihe von Krisensitzungen abhalten.

Die Behörden meldeten am Freitag weitere 330.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden und 2.000 weitere Todesfälle. Indien erlebt derzeit eine neue Corona-Welle, allein in diesem Monat wurden bereits mehr als vier Millionen Neuinfektionen registriert.

Paul-Ehrlich-Institut: Impfstoff von Johnson & Johnson ist sicher

Der Pr√§sident des Paul-Ehrlich-Instituts (Pei), Klaus Cichutek, betont, der neue Impfstoff der Firma Johnson & Johnson sei sicher und wirksam, vor allem bei Personen im Alter von √ľber 60 Jahren. "Wir freuen uns auf vier zugelassene Impfstoffe", sagt Cichutek in Berlin. Die Melderate von Sch√§den beim Mittel von Astrazeneca sei weiter "sehr gering" und noch geringer bei J&J.

Mehr als f√ľnf Millionen Zweitimpfungen in Israel erreicht

Rund vier Monate nach ihrem Beginn hat die Impfkampagne in Israel die Marke von f√ľnf Millionen Zweitimpfungen √ľberschritten. Dies sei eine gro√üe Errungenschaft f√ľr die B√ľrger des Landes, schrieb Gesundheitsminister Juli Edelstein am Freitag bei Twitter.
Die Kampagne hatte am 19. Dezember begonnen. In ihrem Verlauf wurden in dem Mittelmeerstaat immer weniger Neuinfektionen registriert. Auch die Zahl der schwer kranken Patienten ging stark zur√ľck, zuletzt auf etwa 160.

Ende Januar hatte es von ihnen noch etwa 1.200 gegeben.
Israel hat etwas mehr als neun Millionen Einwohner. Die Erstimpfung erhielten bisher knapp 5,4 Millionen Menschen. Hunderttausende hatten sich im Pandemieverlauf mit dem Virus infiziert. Rund 30 Prozent der Menschen in Israel sind unter 16 Jahre alt. Diese Gruppe kann bisher nur in absoluten Ausnahmefällen geimpft werden.

Bericht: Braun bestätigt Aufhebung von Impfpriorität

Kanzleramtschef Helge Braun hat vor √ľberzogenen Erwartungen bei einer m√∂glichen Aufhebung der Priorisierung der Corona-Impfungen gewarnt. Auch dann werde es noch Wartezeiten f√ľr Impfwillige geben, sagte der CDU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Braun betonte, die Priorisierung k√∂nne man aller Voraussicht nach Anfang Juni aussetzen. "Das hei√üt nicht, dass dann schon Anfang Juni f√ľr alle genug Impfstoff vorhanden sein wird", so der Kanzleramtschef. Es bleibe aber dabei, dass man bis zum Sommer jedem ein Impfangebot machen k√∂nne.

Braun skizzierte den m√∂glichen Zeitplan wie folgt: "Wenn die Hersteller so liefern, wie sie es uns versprochen haben, dann werden wir im Laufe des Mai so viel Impfstoff bekommen, dass wir allen, die eine Priorisierung haben, ein Impfangebot machen k√∂nnen." Dann k√∂nne man im Juni beginnen, √ľber die Betriebs√§rzte und √ľber die Haus√§rzte auch die breite Bev√∂lkerung zu impfen.

Braun appellierte an die Menschen, sich impfen zu lassen. Der Erfolg bei der Bek√§mpfung der Pandemie h√§nge nicht nur von der Menge des Impfstoffs ab, sondern auch von der Impfbereitschaft. Die Skepsis sei trotz aller Mahnungen nicht verschwunden. Die Erfahrung mit den Grippeimpfungen zeige, dass noch nicht einmal 50 Prozent der Deutschen dieses Angebot annehmen w√ľrden. "Mit so einer Impfquote k√∂nnte man die Corona-Pandemie nicht besiegen", mahnte der CDU-Politiker.

Trauriger Höchstwert in Indien: Mehr als 332.000 Neuinfektionen

Indien hat den zweiten Tag in Folge einen weltweiten H√∂chstwert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht. In den vergangenen 24 Stunden wurden 332.730 Corona-F√§lle erfasst ‚Äď so viele wie in keinem anderen Land der Welt an einem Tag zuvor. Das geht aus Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums vom Freitag hervor. Zudem starben 22.63 Leute an oder mit Covid.

Damit haben sich in den vergangenen vier Tagen mehr als eine Million Menschen in Indien mit dem Virus infiziert. In der gr√∂√üten Demokratie der Welt nehmen die Corona-F√§lle seit Wochen immer schneller zu. Vielen Krankenh√§usern fehlen Betten, medizinischer Sauerstoff und antivirale Medikamente. Krankenh√§user bitten um Hilfe ‚Äď genauso wie Angeh√∂rige schwer kranker Patientinnen und Patienten.

In absoluten Zahlen hat Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern mehr als 16 Millionen Infektionen erfasst. Das Land ist damit hinter den USA am h√§rtesten von der Pandemie betroffen. Schuld daran d√ľrfte eine verbreitete Sorglosigkeit sein. Es gab lange Massenveranstaltungen f√ľr anstehende Regionalwahlen und religi√∂se Feste, bei denen Menschen weder Masken trugen noch Abstand hielten. Auch Virusmutationen d√ľrften eine Rolle spielen. Die indische Variante B.1.617 steht bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Beobachtung. Auch in Deutschland wurden bereits einige Infektionen mit dieser Variante registriert.

Indische Corona-Mutante erstmals in Belgien entdeckt

Zum ersten Mal ist die neue indische Variante des Coronavirus in Belgien entdeckt worden. Die Variante B.1.617 sei bei einer Gruppe von 20 indischen Studenten nachgewiesen worden, die Mitte April nach der Landung in Paris per Bus nach Belgien gekommen seien, berichteten die belgischen Behörden am Donnerstag. Sie stehen demnach in Aalst und Leuven unter Quarantäne. Dort wollten sie eine Ausbildung als Krankenpfleger beginnen.

Vor ihrem Abflug nach Europa mussten sich die Studenten einem PCR-Test und dann bei der Ankunft erneut einem Schnelltest unterziehen. F√ľnf Tage nach ihrer Busfahrt zeigten sie dann erste Symptome von Covid-19.

Die Variante B.1.617 wurde erstmals im Oktober in Westindien entdeckt. Sie tr√§gt vor allem zwei Mutationen im Spike-Protein des Virus, mit dem sich der Erreger an menschliche Zellen andockt. Diese k√∂nnten m√∂glicherweise zu einer h√∂heren √úbertragbarkeit f√ľhren. Experten gehen bereits davon aus, dass die sogenannte Doppelmutante f√ľr die rasant steigenden Corona-Fallzahlen in Indien verantwortlich ist.

Die "Doppelmutante" ist bereits in anderen Staaten entdeckt worden, darunter in den USA, Australien, Israel und Singapur. Viele L√§nder haben deshalb Einreisesperren f√ľr Reisende aus Indien erlassen oder Reisewarnungen ausgegeben. Das Ausw√§rtige Amt in Berlin hatte am Dienstag Deutsche in Indien, die nicht gegen Corona geimpft sind, aufgefordert, sie sollten "eine tempor√§re R√ľckkehr nach Deutschland bis zur Stabilisierung der medizinischen Versorgungslage erw√§gen".

Hausärzteverband: Ende der Impf-Priorisierung im Juni ist "niederschmetternd"

Aus Sicht des Deutschen Haus√§rzteverbands kommt das f√ľr den Fr√ľhsommer angek√ľndigte Ende der Impfpriorisierung entt√§uschend sp√§t. Es sei "eine niederschmetternde Nachricht f√ľr alle, die gehofft hatten, schneller aus der Pandemie herauszukommen", sagt der Vize-Vorsitzende des Deutschen Haus√§rzteverbands, Berthold Dietsche, den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". W√§re fr√ľhzeitig und vor allem in gr√∂√üeren Mengen Impfstoff bestellt worden, dann h√§tte Deutschland das "Schneckentempo beim Impfen" l√§ngst hinter sich gelassen. Denn sobald genug Impfstoff vorhanden sei, erledige sich eine Priorisierung ohnehin.

Großbritannien meldet 168 Blutgerinnsel-Fälle in Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfung

In Gro√übritannien sind nach vorl√§ufigen Erkenntnissen insgesamt 168 F√§lle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit der Corona-Impfung des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca aufgetreten. 32 der F√§lle seien t√∂dlich verlaufen, teilte die britische Arzneimittelbeh√∂rde MHRA am Donnerstag nach einer Auswertung von Daten bis einschlie√ülich 14. April mit. Die Beh√∂rde blieb bei ihrer bisherigen Empfehlung f√ľr das Impfen mit Astrazeneca ‚Äď die Risiken durch das Vakzin seien geringer als sein Nutzen.

Laut MHRA waren bis 14. April 21,2 Millionen Menschen in Großbritannien mit dem Astrazeneca-Vakzin geimpft worden. Zehn der insgesamt registrierten Todesfälle infolge von Blutgerinnseln ereigneten sich demnach zwischen dem 5. und dem 14. April.

Unter den 168 Blutgerinnsel-Fällen waren laut der Behörde 77 Fälle von Sinusvenenthrombosen. Das Durchschnittsalter der Betroffenen lag demnach bei 47 Jahren. Bei den weiteren 91 Fällen handelte es sich demnach um andere "schwerwiegende thromboembolische Ereignisse" wie etwa Thrombozytopenien. Das Durchschnittsalter der Betroffenen hier lag demnach bei 55 Jahren.

Insgesamt entwickelten laut MHRA 93 Frauen und 75 M√§nner nach einer Astrazeneca-Impfung Blutgerinnsel. Er erwarte, dass die endg√ľltige Zahl an Blutgerinnsel-F√§llen pro Million verimpfter Dosen bald klar sein werde, sagte der Mediziner Adam Finn von der Universit√§t Bristol. "Es ist jedoch bereits klar, dass es sich um ein sehr seltenes Ereignis handeln wird", betonte er weiter.

Initiative zum Kampf gegen Covid-19 braucht mehr Geld

Die globale Initiative zur Bew√§ltigung der Corona-Pandemie hat ein Jahr nach ihrer Gr√ľndung viel erreicht, aber es fehlt ihr Geld. Mitte April standen noch 22 Milliarden Dollar (gut 18 Mrd Euro) aus, um die geplanten Aktivit√§ten in diesem Jahr zu finanzieren, wie die Koordinatoren der Initiative ACT-Accelerator zum Jahrestag der Gr√ľndung berichten.

In den vergangenen zw√∂lf Monaten sei dennoch viel erreicht worden: Das Programm habe unter anderem 15 klinische Studien zu m√∂glichen Medikamenten gef√∂rdert, 65 Millionen bezahlbare Antigen-Tests f√ľr √§rmere L√§nder beschafft, in zw√∂lf Impfstoffkandidaten investiert und sich bei Herstellern mehr als zwei Milliarden Impfdosen f√ľr die Teilnehmer des Programms gesichert.

Die Fachzeitschrift "The Lancet" kritisiert, dass die Finanzierung einem traditionellen Entwicklungshilfemodell gleiche, das vom Wohlwollen reicher Geber abhänge. Eine Alternative sei etwa eine zweiprozentige Vermögenssteuer zur Finanzierung der globalen öffentlichen Gesundheit.

Impfbereitschaft in Deutschland gestiegen ‚Äď aber nicht ausreichend genug

Die Impfbereitschaft ist in Deutschland in den vergangenen Monaten gestiegen. Das ergab die sechste Befragungswelle des Hamburg Center for Health Economics (HCHE), deren Ergebnisse dem SPIEGEL vorliegen.

W√§hrend im November noch 57 Prozent der Deutschen bereit waren, sich gegen Sars-CoV-2 impfen zu lassen, sind es nun 67 Prozent. Vor allem j√ľngere Menschen sind gegen√ľber einer Impfung gegen das Coronavirus aufgeschlossener. So stieg die Bereitschaft in der Gruppe der 18- bis 25-J√§hrigen von 36 Prozent im November auf 51 Prozent im April. Bei den 25- bis 34-J√§hrigen stieg sie von 47 Prozent auf 60 Prozent an. "Wenn einige Menschen geimpft sind, die man kennt, dann sinken auch die eigenen Bedenken", sagt Jonas Schrey√∂gg, Gesundheits√∂konom und wissenschaftlicher Direktor am HCHE.

Allerdings sei die allgemeine Impfbereitschaft von 67 Prozent immer noch zu niedrig. "Dieser Anteil reicht nicht, um die Pandemie zu beenden", sagt Schrey√∂gg. "Denn selbst wenn sich diese 67 Prozent Impfwilligen tats√§chlich alle impfen lassen, haben wir trotzdem noch 33 Prozent, die sich nicht impfen lassen wollen oder unsicher sind, plus Kinder und Jugendliche sowie Menschen, die aus gesundheitlichen Gr√ľnden nicht geimpft werden k√∂nnen", so Schrey√∂gg. 29 Prozent der befragten Deutschen gaben an, dass sie eine Impfung mit Astrazeneca ablehnen w√ľrden. Die Ablehnung gegen√ľber dem britisch-schwedischen Impfstoff sei sogar viel h√∂her ausgefallen als gegen√ľber dem russischen Impfstoff Sputnik V oder dem chinesischen Impfstoff Sinopharm, so Schrey√∂gg.

Das HCHE fragte auch die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Regierung ab. Nur sechs Prozent der befragten Deutschen gab an, mit den Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie in Deutschland vollkommen einverstanden zu sein. 23 Prozent gaben hingegen an, mit dem Pandemiemanagement der Regierung vollkommen unzufrieden zu sein, 26 Prozent sagten, sie seien unzufrieden.

Kretschmer nennt Details zu Deutschlands Sputnik-Bestellung

Deutschland will nach Angaben von Sachsens Ministerpr√§sident Michael Kretschmer insgesamt 30 Millionen Sputnik-V-Impfdosen kaufen. "Wir wollen dreimal zehn Million Dosen ‚Äď im Juni, Juli und im August ‚Äď Sputnik V kaufen", sagte der CDU-Politiker am Donnerstag bei einem Besuch in Moskau. "Voraussetzung ist die Zulassung bei der europ√§ischen Arzneimittelbeh√∂rde", f√ľgte Kretschmer hinzu, der zuvor mit dem russischen Gesundheitsminister gesprochen hatte. Die EMA-Zulassung bilde die n√∂tige Vertrauensbasis. Es w√§re ein gro√üer Erfolg, wenn die Zulassung im Mai erfolgen w√ľrde.

Berlin gibt Astrazeneca-Impfstoff frei

Berlin hebt die Priorisierung f√ľr den Impfstoff von Astrazeneca auf. Alle Berlinerinnen und Berliner ‚Äď unabh√§ngig von ihrem Alter und ihrer Impfpriorisierung sollen sich in Arztpraxen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Unternehmens impfen lassen. Das teilte die Gesundheitsverwaltung mit.

"Mit dieser Entscheidung werden wir der aktuellen epidemiologischen Lage gerecht", wird Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci in der Mitteilung zitiert. Die SPD-Politikerin m√∂chte "m√∂glichst viele Menschen m√∂glichst bald zu immunisieren ‚Äď auch mit dem aufkl√§rungsintensiven Astrazeneca-Impfstoff."

Angespannte Corona-Lage ‚Äď Schweden verl√§ngert Beschr√§nkungen erneut

Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen verl√§ngert Schweden erneut seine staatlich angeordneten Beschr√§nkungen. Die erhoffte Lockerung der Teilnehmerzahl f√ľr √∂ffentliche Zusammenk√ľnfte und Veranstaltungen wie Konzerte zum 3. Mai m√ľsse wegen der verschlechterten Infektionslage verschoben werden, sagte Ministerpr√§sident Stefan L√∂fven am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm. Erst wenn die Belastung des Gesundheitswesen geringer werde und die Pandemie abflaue, werde gelockert, sagte L√∂fven. Die Teilnehmerobergrenze liegt somit weiter bei acht Personen, f√ľr Beerdigungen bei 20.

Auch die Beschr√§nkungen f√ľr Restaurants, Gesch√§fte und Fitnessstudios werden nach Angaben der Gesundheitsbeh√∂rde Folkh√§lsomyndigheten weiter bestehen bleiben. Restaurants, Kneipen und Caf√©s m√ľssen somit mindestens bis zum 17. Mai weiter um 20.30 Uhr schlie√üen. In Einkaufspassagen, Gesch√§ften und Fitnessstudios gilt zudem weiterhin eine Beschr√§nkung der Besucher- und Kundenanzahl.

Die Gemeinden haben dar√ľber hinaus die M√∂glichkeit, Zusammenk√ľnfte an Orten zu verbieten, an denen Gedr√§nge entstehen k√∂nnte - Uppsala und Lund haben das vor der in Schweden traditionell gro√ü gefeierten Walpurgnisnacht am 30. April bereits getan.

Schweden war in der Corona-Krise einen Sonderweg mit vergleichsweise wenigen und milden Beschr√§nkungen sowie st√§rkeren Appellen an die Vernunft der B√ľrger gegangen. Aber auch in dem skandinavischen Land wurden bestimmte Corona-Ma√ünahmen eingef√ľhrt ‚Äď nur eben nicht so weitreichende wie in Deutschland und anderen EU-L√§ndern. Mitte Februar haben die Schweden einen erneuten Anstieg der Neuinfektionszahlen erlebt, seitdem ist dieser Wert unver√§ndert hoch. In den j√ľngsten Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbeh√∂rde ECDC ist die schwedische Inzidenz etwa dreimal so hoch wie die deutsche.

Norwegen leiht Schweden und Island Tausende Astrazeneca-Impfdosen

Norwegen reicht all seine vorrätigen Astrazeneca-Impfdosen an die skandinavischen Partnerländer Schweden und Island weiter, solange der Einsatz des Mittels im Land gestoppt ist. 200.000 der 216.000 auf Lager liegenden Dosen sollen an Schweden gehen, die restlichen 16.000 an Island, wie das norwegische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Er sei froh, dass die vorr√§tigen Corona-Impfstoffe von Nutzen sein werden, obwohl Norwegen den Gebrauch des Astrazeneca-Vakzins auf Eis gelegt habe, erkl√§rte Gesundheitsminister Bent H√łie. Wenn das Pr√§parat im Land wieder eingesetzt werde, werde Norwegen die Impfdosen von den beiden Partnerl√§ndern zur√ľckerhalten. Die Mittel sind demnach noch bis Juni und Juli haltbar.

Norwegen hatte den Einsatz des Impfstoffes des britisch-schwedischen Unternehmens am 11. M√§rz vorsorglich ausgesetzt, nachdem seltene F√§lle von Blutgerinnseln nach der Impfung aufgetreten waren. Dieser Stopp wurde sp√§ter verl√§ngert. Ein Expertenausschuss ist beauftragt, bis zum 10. Mai zu einem Schluss zu kommen, welche Folgen der Einsatz oder Nicht-Einsatz der Impfstoffe von Astrazeneca und auch von Johnson & Johnson f√ľr die Impfkampagne hat. Bislang haben in dem F√ľnf-Millionen-Einwohnerland knapp 1,1 Millionen Menschen ihre erste Corona-Impfung bekommen, rund 300.000 auch schon ihre zweite.

Mehr als 21 Prozent in Deutschland mindestens ein Mal geimpft

In Deutschland sind durchschnittlich 21,6 Prozent der Bevölkerung mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag hervor (Stand: 22.4., 8.00 Uhr).

So verabreichten alle Stellen bislang insgesamt etwa 23,7 Millionen Impfungen, wovon knapp 17,9 Millionen Erstimpfungen und weitere gut 5,7 Millionen Zweitimpfungen waren. Demnach stieg die Quote der vollständig Geimpften leicht auf 6,9 Prozent. Am Mittwoch wurden 689 042 Impfungen verteilt.

Die Quoten in den einzelnen Bundesl√§ndern unterscheiden sich leicht. Hessen hinkt mit 19,6 Prozent den anderen Bundesl√§ndern leicht hinterher, wobei in Bremen bereits fast ein Viertel aller B√ľrger erstgeimpft ist. Mit 8,6 Prozent hat Th√ľringen die h√∂chste Quote an Menschen, die bereits zwei Impfungen haben.

Bis Mittwoch wurden 92,8 Prozent der bis vergangenen Sonntag gelieferten Impfungen gespritzt. Den gr√∂√üten Anteil macht das Pr√§parat "Comirnaty" von Biontech/Pfizer mit rund 17,6 Millionen Dosen aus. Von "Vaxzevria" ‚Äď dem Pr√§parat von Astrazeneca ‚Äď wurden fast 6 Millionen Dosen geliefert und weitere etwa 1,9 Millionen Dosen von Modernas "Covid-19 Vaccine".

Niedersachsen setzt erste Johnson & Johnson-Dosen in Hotspots ein

Niedersachsen erh√§lt noch in dieser Woche eine erste Lieferung von 21.600 Dosen des Johnson & Johnson-Impfstoffs, der in kritischen Hotspots eingesetzt werden soll. Mit den Dosen werde die Impfkampagne etwa in Salzgitter, Wolfsburg sowie den Kreisen Peine und Vechta vorangetrieben, sagte der Leiter des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Staatssekret√§r Heiger Scholz, am Donnerstag im Gesundheitsausschuss des Landtags in Hannover. Tausende zus√§tzliche Impfdosen h√§tten vor Ort durchaus eine Wirkung, insbesondere, da die betroffenen Impfzentren z√ľgig und vorbildlich arbeiteten.

Nachdem die EU-Arzneimittelbeh√∂rde (EMA) nach einer erneuten √úberpr√ľfung gr√ľnes Licht f√ľr den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson gegeben hat, kommt dieser nun z√ľgig zum Einsatz. 232.800 Dosen sollen an die Bundesl√§nder gehen. Johnson & Johnson hatte am Dienstag nach der EMA-Mitteilung erkl√§rt, dass die Markteinf√ľhrung seines Impfstoffes in Europa fortgesetzt werde.

Vor einer Woche hatten die USA Impfungen mit dem Mittel von Johnson & Johnson ausgesetzt, nachdem nach etwa sieben Millionen Impfungen mindestens acht F√§lle von Thrombosen aufgetreten waren ‚Äď √ľber das weitere Vorgehen will ein Beratergremium der US-Gesundheitsbeh√∂rde CDC am Freitag sprechen.

EU soll rechtliche Schritte gegen Astrazeneca vorbereiten

Die EU-Kommission bereitet einem Medienbericht zufolge rechtliche Schritte gegen den Pharmakonzern Astrazeneca wegen der Lieferprobleme bei dessen Corona-Impfstoff vor. Das berichtet das Magazin "Politico" unter Berufung auf mehrere EU-Diplomaten. Bei einem Botschaftertreffen am Mittwoch h√§tten sich die meisten EU-L√§nder f√ľr rechtliche Schritte ausgesprochen.

200 Millionen Impfungen: Biden erreicht 100-Tage-Impf-Ziel

US-Pr√§sident Joe Biden hat in der Corona-Pandemie ein zentrales Versprechen eingel√∂st: 200 Millionen verabreichte Impfungen innerhalb seiner ersten 100 Tage im Amt. Mit den Impfzahlen, die am Donnerstag ver√∂ffentlicht w√ľrden, werde die Schwelle von 200 Millionen gespritzten Impfdosen √ľberschritten, k√ľndigte Biden in Washington an. Er sei stolz auf seine Regierungsmannschaft, aber auch auf die Bev√∂lkerung, die das m√∂glich gemacht h√§tten. "Dies ist eine amerikanische Leistung, ein kraftvolles Beispiel f√ľr Einheit und Entschlossenheit."

Der Demokrat war am 20. Januar ins Wei√üe Haus eingezogen. Ende April ist er 100 Tage im Amt. Dem Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Biden Priorit√§t einger√§umt. Er hatte zum Amtsantritt zun√§chst das Ziel ausgegeben, in seinen ersten 100 Tagen im Amt 100 Millionen Impfdosen zu verabreichen. Dies wurde schon nach knapp 60 Tagen erreicht. Biden verdoppelte das Ziel daraufhin auf 200 Millionen Impfungen, was nun ebenfalls vorzeitig erreicht wird ‚Äď nach gut 90 Tagen im Amt.

Biden sagte, jetzt beginne eine "neue Phase" im Kampf gegen das Virus. Seit Montag sind alle Amerikaner ab 16 Jahren berechtigt, einen Impftermin zu vereinbaren. Der Pr√§sident rief die Menschen auf, nicht zu z√∂gern, sondern sich impfen zu lassen. Die Regierung habe viel getan, um dies einfach zu gestalten: 90 Prozent der Amerikaner lebten inzwischen im Umkreis von f√ľnf Meilen (etwa acht Kilometern) einer Impf-Stelle. Rund 40.000 Apotheken im Land seien in die Impf-Kampagne eingebunden. Viele davon sind in Drogerien untergebracht. Biden appellierte, wer "Shampoo oder Zahnpasta" kaufen gehe, k√∂nne sich bei der Gelegenheit auch gleich impfen lassen.

Nach Angaben der US-Gesundheitsbeh√∂rde CDC sind bereits mehr als 26 Prozent der Gesamtbev√∂lkerung in den USA voll geimpft. Mehr als die H√§lfte der Erwachsenen hat demnach mindestens eine Impfspritze bekommen, unter den √Ąlteren ab 65 Jahren sind es bereits mehr als 80 Prozent. Der Fokus richte sich nun darauf, gr√∂√üere Teile der arbeitenden Bev√∂lkerung zu impfen, sagte ein Regierungsvertreter.

Gericht sieht kein Anrecht auf freie Wahl beim Impfstoff

Einem aktuellen Gerichtsentscheid zufolge gibt es f√ľr √ľber 60-J√§hrige kein Anrecht darauf, mit dem Impfstoff von Biontech geimpft zu werden. Das hatte ein 61-J√§hriger in einem Eilverfahren beim Verwaltungsgericht Aachen beantragt. Aus Sicht der Richter ergibt sich weder aus den Grundrechten noch aus der Corona-Impfverordnung ein Wahlrecht auf einen bestimmten Impfstoff. Ausgehend von der Impfstoffknappheit sei es nicht zu beanstanden, dass das Ministerium bestimmten Altersgruppen konkrete zugelassene Impfstoffe zuteile.

Der Antragsteller habe nicht glaubhaft machen k√∂nnen, dass es in seinem Fall medizinische Gr√ľnde gebe, die gegen eine Verwendung des Astrazeneca-Impfstoffs spr√§chen, so das Gericht. Der Mann kann noch Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht einlegen.

Was passiert, wenn Sie ein Impfangebot ablehnen, lesen Sie hier.

Studie: Ausbruch in US-Pflegeheim trotz Impfung

In einem Pflegeheim in den USA hat sich das Coronavirus schlagartig verbreitet, obwohl der Großteil der Bewohner geimpft war. Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der US-Gesundheitsbehörden ergab, dass sich in dem Heim im Bundesstaat Kentucky 46 Menschen infizierten, nachdem ein nicht-geimpftes Mitglied des Pflegepersonals eine Variante des Coronavirus eingeschleppt hatte.

22 der Infizierten hatten bereits die zweite Dosis des Impfstoffs von Biontech/Pfizer erhalten. Bei der eingeschleppten Variante handele es sich um R.1, die als nicht sonderlich besorgniserregend gelte, hieß es.

Mehr als 300.000 Neuinfektionen in Indien gemeldet

In Indien wurden in 314.835 weiteren Fällen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Das ist der höchste Zuwachs, der bislang weltweit festgestellt wurde. Der vorherige Rekordwert kam aus den USA. Dort wurden im Januar an einem Tag 297.430 neue Fälle ausgewiesen.

Wahlhelfer in Th√ľringen sollen Impfangebot erhalten

Die etwa 30.000 Th√ľringer Wahlhelfer f√ľr die Landtags- und Bundestagswahl im September sollen ein Impfangebot erhalten. Sie bek√§men bei den Corona-Schutzimpfungen, die derzeit vor allem nach Alters- und Berufsgruppen vergeben werden, eine erh√∂hte Priorit√§t, sagte Innenminister Georg Maier (SPD) am Mittwochabend im Landtag in Erfurt. Eine solche Regelung stehe auch im Wahlgesetz des Bundes.

Grund sei, dass die beiden Wahlen am 26. September voraussichtlich noch unter den Bedingungen der Corona-Pandemie erfolgen m√ľssten. Ziel sei, dass Wahlhelfer, die das m√∂chten, vor dem Wahltermin komplett gegen das Coronavirus immunisiert seien.

Mecklenburg-Vorpommern gibt Astrazeneca f√ľr alle frei

Im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern wird der Impfstoff von Astrazeneca ab sofort "f√ľr alle Altersklassen unabh√§ngig von der Priorit√§t" freigegeben, wie Gesundheitsminister Harry Glawe mitteilt. Die Freigabe sei "ein Angebot, dass diejenigen, die keine oder wenige Vorbehalte gegen den Impfstoff haben, die M√∂glichkeit nutzen k√∂nnen, sich gegen das Corona-Virus auch impfen zu lassen". Ziel sei es, dass kein Impfstoff liegenbleibe.

Bayern: Astrazeneca-Impfung f√ľr unter 60-J√§hrige in Praxen

Bayern will den Impfstoff Astrazeneca breiter einsetzen als bisher. In bayerischen Arztpraxen k√∂nne der Impfstoff auch an Menschen unter 60 Jahren unabh√§ngig von der Priorisierung verimpft werden, teilt Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek mit. Seit dem 19. April wird Astrazeneca in Bayern ohnehin nur in Haus- und Facharztpraxen verimpft. Die √Ąrzte w√ľrden ihre Patienten so gut kennen, dass sie Risiken einsch√§tzen k√∂nnten, teilt Holetschek mit.

Oberarzt angeklagt: T√∂dliche Arznei f√ľr drei Covid-Patienten

Weil er schwerkranken Covid-19-Patienten ein todbringendes Medikament verabreicht haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen Oberarzt der Essener Uniklinik erhoben. Sie wirft dem 45-J√§hrigen Totschlag in inzwischen drei F√§llen vor, wie aus Mitteilungen der Staatsanwaltschaft und des Uniklinikums von Mittwoch hervorgeht. Er soll im November Patienten aus Essen, Gelsenkirchen und den Niederlanden unmittelbar lebensbeendende Arzneimittel verabreicht haben, die zum vorzeitigen Tod gef√ľhrt haben sollen, teilte die ermittelnde Staatsanw√§ltin mit.

Gegen√ľber der Polizei hatte er nach seiner Festnahme zu einem der F√§lle ausgesagt, er habe das weitere Leiden des Patienten und seiner Angeh√∂rigen beenden wollen. Die Uniklinik sprach in ihrer Mitteilung davon, die Patienten h√§tten sich im "Sterbeprozess" befunden.

Die Uniklinik hatte nach eigenen Angaben die Staatsanwaltschaft unverz√ľglich nach einem ersten Verdacht informiert und den Mediziner vom Dienst freigestellt. Er war am 18. November festgenommen worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat er sich zuletzt nicht mehr zu den Vorw√ľrfen ge√§u√üert.

Impfstoff von Johnson & Johnson soll rasch zum Einsatz kommen

Nachdem die EU-Arzneimittelbeh√∂rde (EMA) nach einer erneuten √úberpr√ľfung gr√ľnes Licht f√ľr den Corona-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson gegeben hat, soll er rasch auch in Deutschland zum Einsatz kommen. "Nach der Entscheidung der EMA werden wir den JJ-Impfstoff jetzt zeitnah an die L√§nder ausliefern, ab √ľbern√§chster Woche auch an die Praxen", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Die EMA habe einen Warnhinweis formuliert, dass beim Einsatz dieses Impfstoffes in sehr seltenen Fällen Hirnvenenthrombosen auftreten könnten. "Dieser Hinweis wird in die Fachinformationen integriert", sagte der Sprecher. Laut Impflieferplan des Ministeriums sollen in einer ersten Lieferung 232.800 Dosen an die Bundesländer gehen.

Johnson & Johnson hatte am Dienstag nach der EMA-Mitteilung erkl√§rt, dass die Markteinf√ľhrung seines Impfstoffes in Europa fortgesetzt werde. Das Pr√§parat soll auch in Deutschland eingesetzt werden und die Impfungen beschleunigen ‚Äď inzwischen ist ein F√ľnftel der Bundesb√ľrger mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft.

Spahn: Jeder dritte Corona-Patient stirbt in Klinik

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat f√ľr weniger Kontakte als Voraussetzung f√ľr die Rettung von Menschenleben in der dritten Corona-Welle geworben. 5.000 Menschen l√§gen derzeit mit Covid-19 auf den Intensivstationen ‚Äď "Tendenz weiter steigend, bei sinkendem Alter der Patienten", sagte Spahn am Mittwoch in der Schlussberatung des Gesetzes f√ľr eine Bundes-Notbremse im Bundestag. Jeder dritte Covid-19-Patient in den Kliniken sterbe ‚Äď nicht nur auf den Intensivstationen. Patientinnen und Patienten m√ľssten in der dramatischen Lage in den Kliniken bereits verlegt, Nicht-Covid-Behandlungen verschoben werden.

Die Zahl der Intensivpatienten folge dabei der Zahl der Neuinfektionen, betonte Spahn. Der Zusammenhang sei eindeutig. "Zwei Drittel aller Ausbr√ľche finden im Moment in Deutschland im privaten Bereich statt", erl√§uterte er. "Bei den 6- bis 20-J√§hrigen sehen wir gerade sehr, sehr viele Infektionen." Spahn rief deshalb zur Zustimmung zu dem Gesetzentwurf auf, der der Kontaktreduzierung dienen soll: "Die Lage ist ernst, sehr ernst." Er sagte: "Wenn wir Leid vermeiden k√∂nnen, sollten wir es vermeiden."

Die Zahl der Geimpften wachse zwar z√ľgig. "Anfang Mai wird es jeder Vierte sein, in wenigen Wochen jeder Dritte", sagte Spahn. Aber: "Impfen und Testen alleine reicht nicht, um die dritte Welle zu brechen.

Frankreich will im Mai Außengastronomie öffnen

Ungeachtet hoher Corona-Infektionszahlen plant die franz√∂sische Regierung eine deutliche Lockerung der Auflagen. Ab Mitte Mai soll erstmals seit gut einem halben Jahr die Au√üengastronomie wieder √∂ffnen, wie Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung mit Pr√§sident Emmanuel Macron in Paris mitteilte. Bereits ab dem kommenden Montag k√∂nnen viele Sch√ľler wieder zum Unterricht gehen.

Nach den Worten Attals sollen "bestimmte Terrassen" von Restaurants, Caf√©s und Bars Mitte Mai wieder √∂ffnen. Das gleiche gelte f√ľr Kultureinrichtungen. Am 3. Mai soll zudem die Zehn-Kilometer-Grenze fallen, innerhalb derer sich die B√ľrger tags√ľber rund um ihre Wohnung bewegen k√∂nnen.

Ein Regierungsmitglied hatte zuvor der Nachrichtenagentur AFP gesagt, auch die landesweite nächtliche Ausgangssperre zwischen 19.00 Uhr und 06.00 Uhr morgens könnte im Mai gelockert werden sowie Geschäfte wieder aufmachen. Frankreich ist seit Anfang April landesweit im Lockdown.

59 Fälle von Hirnthrombosen nach Astrazeneca-Impfung gemeldet

Immer wieder gab es Meldungen zu Thrombosen nach Impfungen mit Astrazeneca. Das Paul-Ehrlich-Institut meldet nun aktuelle Zahlen aus Deutschland. Mehr dazu lesen Sie hier.

Versorgungsengp√§sse in Kliniken bef√ľrchtet

√Ąrzte und Kliniken warnen angesichts der hohen Zahl von Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen vor versch√§rften Engp√§ssen bei der Versorgung anderer Patienten. "Wenn sich die Infektionslage in den n√§chsten Wochen nicht entspannt, werden viele Kliniken an den Punkt kommen, dass sie Operationen nicht nur um ein paar Wochen, sondern um Monate verschieben m√ľssen", sagte der Hauptgesch√§ftsf√ľhrer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Ga√ü, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

90 Prozent der Kliniken stellten aktuell mehr als 10 Prozent der Eingriffe zur√ľck, 50 Prozent sogar mehr als 20 Prozent. Bei einzelnen Eingriffen, zum Beispiel beim H√ľftgelenksersatz, w√ľrden im Schnitt schon wieder 40 Prozent abgesagt, so Ga√ü. "Je l√§nger die dritte Pandemiewelle dauert, desto massiver werden die Engp√§sse bei planbaren Eingriffen."

F√ľhrende Intensivmediziner zeigten sich ebenfalls besorgt. Bereits jetzt seien in vielen Kliniken nur noch zehn Prozent der Intensivbetten frei, oft also nur ein einziges Bett. "Wenn wir deutlich √ľber 6.000 Covid-Intensivpatienten kommen, ist im gesamten Krankenhaus nur noch Krisenmedizin m√∂glich", sagte Gernot Marx, Pr√§sident der Deutschen Interdisziplin√§ren Vereinigung f√ľr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), den Funke-Zeitungen.

Andere Mediziner warnten vor Alarmismus. "Er sei durch die tats√§chlichen Zahlen nicht gest√ľtzt. "Nicht mal ein Viertel der 22.000 Intensivbetten in Deutschland sind mit Covid-19-Patienten belegt", sagte Thomas Hermann Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik Bethanien Moers, der "Bild" (Mittwoch).

Corona-Warn-App 2.0 mit Check-in-Funktion veröffentlicht

Das gro√üe Update f√ľr die Corona-Warn-App ist da. Wichtigste neue Funktion: Ein Check-in f√ľr Veranstaltungen. Damit bietet die App nun eine √§hnliche Funktion wie Luca ‚Äď allerdings datensparsam umgesetzt. Mehr dazu lesen Sie hier.

Fast 300.000 Neuinfektionen in Indien

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 295.041 Neuinfektionen ‚Äď so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungsf√§lle auf √ľber 15,6 Millionen. Das ist weltweit der zweith√∂chste Wert nach den USA mit mehr als 31 Millionen F√§llen. Die Zahl der Todesf√§lle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 2.023 auf 182.553 ‚Äď auch das ist der bislang steilste Anstieg an einem Tag.

Teheran: Nicht gen√ľgend Leichenhallen f√ľr Corona-Tote

Wegen der rasant steigenden Zahlen der Corona-Toten in der iranischen Hauptstadt k√∂nnte der Teheraner Zentralfriedhof Behescht Sahra schon bald nicht mehr √ľber gen√ľgend Leichenhallen verf√ľgen. "Falls es noch schlimmer werden sollte, haben unsere jetzigen Leichenhallen nicht mehr gen√ľgend Kapazit√§t, um die vielen Toten aufzubewahren," sagte Resa Karami, Leiter der Krisenabteilung in der Teheraner Stadtverwaltung, der Nachrichtenagentur Ilna am Dienstag.

Das Gesundheitsministerium hat in der vergangenen Woche √ľber 3.000 Corona-Tote registriert, fast ein Drittel von ihnen in Teheran. Seitdem mussten Medienangaben zufolge auf dem Zentralfriedhof der Hauptstadt Extraschichten eingelegt werden. Der Corona-Krisenstab warnt vor einer "Corona-Todeswelle" im Iran. Besonders schlimm k√∂nnte es in der Millionenmetropole Teheran werden, falls die erneut verh√§ngten Lockdowns nicht strikt eingehalten werden sollten.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Dienstag wurden in den vergangenen 24 Stunden fast 400 Corona-Tote und √ľber 25.000 Neuinfektionen erfasst. Damit ist seit Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 die Gesamtzahl der Corona-Toten im Land auf √ľber 67.000 gestiegen, die der mit dem Virus infizierten auf fast 2,3 Millionen.

Fast 60.000 Neuinfektionen in den USA

In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 59.997 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Insgesamt haben sich damit mehr als 31,86 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 905 auf 568.950. Weltweit weisen die USA die höchsten Infektions- und Todesfälle auf.

Dänemark "leiht" Schleswig-Holstein 55.000 Astrazeneca-Impfstoffdosen

D√§nemark will dem benachbarten deutschen Bundesland Schleswig-Holstein 55.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca vorerst √ľberlassen. Die Regierung reagiere damit auf eine Anfrage des schleswig-holsteinischen Ministerpr√§sidenten Daniel G√ľnther (CDU), teilte das d√§nische Au√üenministerium am Dienstag mit. D√§nemark hatte als erstes Land in Europa die Corona-Impfungen mit dem Pr√§parat von Astrazeneca nach Berichten √ľber Blutgerinnsel dauerhaft eingestellt.

Die Impfstoffdosen w√ľrden D√§nemark "in einem vereinbarten zeitlichen Rahmen" zur√ľckerstattet, f√ľgte das Ministerium hinzu. D√§nemark impft derzeit mit den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna. Das Astrazeneca-Vakzin k√∂nnte nach offiziellen Angaben zu einem sp√§teren Zeitpunkt aber auch wieder genutzt werden, "falls sich die Situation √§ndert". D√§nemark verf√ľgt √ľber einen Vorrat von etwa 200.000 Astrazeneca-Dosen.

Wegen sehr selten auftretender F√§lle von Blutgerinnseln wird der Astrazeneca-Impfstoff in vielen EU-L√§ndern nur noch an bestimmte Altersgruppen verimpft, in Deutschland nur an √ľber 60-J√§hrige. Die EU-Arzneimittelbeh√∂rde EMA und die Weltgesundheitsorganisation WHO empfehlen das Vakzin jedoch weiterhin f√ľr alle Altersgruppen und betonen, die Vorteile seien h√∂her zu bewerten als die Risiken.

Zahl der Covid-Patienten auf Intensivstationen erreicht fast 5.000

Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland hat fast die Marke von 5.000 erreicht. Laut dem Divi-Intensivregister wurden am Dienstag insgesamt 4.949 schwer kranke Corona-Patienten in deutschen Krankenhäusern behandelt. Zuletzt hatte es solch eine Auslastung der Intensivkapazitäten Mitte Januar gegeben.

Der Pr√§sident der Deutschen Interdisziplin√§ren Vereinigung f√ľr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, nannte die Lage auf den Intensivstationen "nach wie vor besonders angespannt". Jeden Tag m√ľssten neue, oftmals sehr junge Covid-19-Patienten in ihren Drei√üigern oder Vierzigern aufgenommen werden. Der Druck sei gro√ü, weil auch andere Notf√§lle und Operationen versorgt werden m√ľssten.

Marx appellierte an die Politik, das Infektionsschutzgesetz z√ľgig zu verabschieden. Dies sei dringend n√∂tig, damit "die Lage nicht weiter eskaliert und unser Gesundheitssystem nicht √ľberfordert wird". Der Bundestag soll am Mittwoch die bundesweite Notbremse zur Eind√§mmung der Corona-Pandemie beschlie√üen. Am Donnerstag soll das neue Infektionsschutzgesetz dann den Bundesrat passieren, um in der kommenden Woche in Kraft zu treten.

Sachsen hebt Impfpriorisierung f√ľr Astrazeneca in Praxen auf

In Sachsen k√∂nnen sich ab sofort alle B√ľrger in Arztpraxen mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Wie Gesundheitsministerin Petra K√∂pping (SPD) nach einer Kabinettssitzung in Dresden mitteilte, ist damit die Impfpriorisierung f√ľr diesen Impfstoff komplett aufgehoben.

Packung mit Impfstoff von Astrazeneca: Sachsen geht jetzt einen neuen Weg. (Symbofoto)
Packung mit Impfstoff von Astrazeneca: Sachsen geht jetzt einen neuen Weg. (Symbofoto) (Quelle: localpic/imago-images-bilder)

Es gibt allerdings Bedingungen: Die Impfung darf in den am Impfprogramm beteiligten Praxen nur nach einer ausf√ľhrlichen Beratung erfolgen. Sowohl der Arzt als auch der impfwillige B√ľrger m√ľssen zustimmen. Bisher wurde der Impfstoff nur Menschen im Alter ab 60 Jahren verabreicht.

"Wir kommen in Sachsen mit dem Impfen gut voran", sagte K√∂pping. Derzeit w√ľrden t√§glich bis zu 39.000 Dosen gespritzt. Bei Erstimpfungen liege die Impfquote nunmehr bei 19,9 Prozent (bundesweit: 19,8 Prozent), bei der Zweitimpfung seien es 7,3 (6,6) Prozent. Alle 13 Impfzentren sollen bis zum 30. Juni in Betrieb bleiben. Danach soll das Impfgeschehen vor allem auf die Haus√§rzte und Betriebs√§rzte √ľbergehen.

Störungen: NRW-Corona-Daten am Dienstag unvollständig

Die Corona-Fallzahlen f√ľr Nordrhein-Westfalen sind am Dienstag nur unvollst√§ndig an das Robert Koch-Institut √ľbermittelt worden. "Seit gestern Abend bestehen erhebliche St√∂rungen im Landesverwaltungsnetz", berichtete eine Sprecherin des Landeszentrums Gesundheit (LZG.NRW) in Bochum.

Eine gr√∂√üere Zahl von Meldungen der Gesundheits√§mter habe das LZG noch nicht erreicht. "Die angegebenen Werte sind daher leider unvollst√§ndig, wir bitten um Verst√§ndnis." Die Techniker des LZG w√ľrden derzeit fieberhaft versuchen, die St√∂rungen in den Griff zu bekommen. √úber den Grund der St√∂rungen wurde zun√§chst nichts bekannt. √úber die Probleme hatte zuvor der "K√∂lner Stadt-Anzeiger" berichtet.

Auf der Grundlage der noch vor Eintritt der St√∂rungen √ľbermittelten Daten hatte das RKI am Morgen eine NRW-weite Inzidenz von 168,5 neuen F√§llen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen angegeben, 2,7 weniger als am Vortag. Aus einer √úbersichtstabelle ging dabei hervor, dass gro√üe St√§dte wie K√∂ln, D√ľsseldorf oder Duisburg keinen einzigen neuen Fall gemeldet hatten.

Verwirrung um stark gesunkenen Inzidenzwert in Köln

Die Corona-Zahlen in Köln sind weiterhin hoch, auch wenn am Dienstag ein deutlich niedrigerer Wert als am Vortag gemeldet wurde. Dahinter steckte jedoch nur ein Fehler. Mehr dazu lesen Sie hier.

Jeder F√ľnfte bereits einmal geimpft

Jeder F√ľnfte in Deutschland ist bereits zum ersten Mal gegen das Coronavirus geimpft worden. Knapp 16,8 Millionen Menschen erhielten bis Montag die Erstimpfung, was einer Quote von 20,2 Prozent entsprach, wie aus aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervorging.

Die Erst- und Zweitimpfung erhielten bisher fast 5,6 Millionen Menschen. Damit sind 6,7 Prozent vollständig geimpft. Insgesamt wurden in Deutschland rund 22,4 Millionen Impfdosen verabreicht.

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet damit, dass die Impfungen im zweiten Quartal weiter Fahrt aufnehmen, weil mehr Impfstoff geliefert wird und auch die Hausärzte in größerem Umfang mit einsteigen. Die Betriebsärzte sollen dann laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab Juni regelhaft mitimpfen.

Lauterbach: Ausgangsbeschränkungen senken R-Wert deutlich

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach h√§lt Ausgangsbeschr√§nkungen nach wie vor f√ľr sinnvoll. Die FDP spricht von "massiven Grundrechtseingriffen" ‚Äď und will notfalls klagen. Lesen Sie hier mehr.

Hongkonger Beh√∂rden verh√§ngen zweiw√∂chiges Landeverbot f√ľr Fl√ľge aus Indien

Nach Dutzenden Corona-F√§llen auf einem Flug aus Indien hat Hongkong ein sofortiges zweiw√∂chiges Landeverbot f√ľr Maschinen aus Indien und anderen L√§ndern erlassen. Die Ma√ünahme gelte auch f√ľr Pakistan und die Philippinen, teilten die Beh√∂rden des chinesischen Sonderverwaltungsgebiets am Montag mit. Mindestens 49 Menschen, die sich am 4. April an Bord eines Flugzeugs der indischen Airline Vistara befunden hatten, waren demnach positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Wie viele Menschen insgesamt an Bord des Vistara-Flugs waren, teilten die Behörden nicht mit. In der Maschine haben 188 Passagiere Platz.

Indien, Pakistan und die Philippinen wurden von den Hongkonger Beh√∂rden als "Hochrisikogebiete" eingestuft. Begr√ľndet wurde dies damit, dass dort bei Coronaviren erstmals die Mutation N501Y nachgewiesen worden sei, wie sie etwa bei der britischen Coronavirus-Variante B.1.1.7 zu finden ist.

Bericht: Hausärzte erhalten 500.000 Impfdosen mehr

Die niedergelassenen √Ąrzte in Deutschland sollen einem Bericht zufolge in der kommenden Woche 500.000 Corona-Impfdosen mehr erhalten als bisher geplant ‚Äď allerdings nur noch den Impfstoff von Biontech und Pfizer. Wie die "Rheinische Post" unter Berufung auf die Kassen√§rztliche Bundesvereinigung (KBV) berichtete, wird der Bund den Praxen "f√ľr die Woche vom 26. April bis 2. Mai ausschlie√ülich den Impfstoff von Biontech/Pfizer bereitstellen, mit zwei Millionen Dosen aber deutlich mehr, als bisher avisiert waren".

Urspr√ľnglich sollten in der letzten Aprilwoche demnach rund 1,5 Millionen Impfdosen an die Praxen gehen, davon drei Viertel Biontech und ein Viertel Astrazeneca. "Durch die h√∂here Liefermenge k√∂nnen Vertrags√§rzte nunmehr 24 bis 48 Dosen f√ľr die Woche vom 26. April bis 2. Mai ordern", zitierte die Zeitung aus einer Mitteilung der KBV an die Praxen. "Nunmehr erhalten die Arztpraxen ausschlie√ülich Impfstoff von Biontech-Pfizer."

√Ėsterreich will Mitte Mai alle Bereiche wieder √∂ffnen

√Ėsterreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz k√ľndigt f√ľr Mitte Mai umfassende landesweite √Ėffnungsschritte an. Den √Ėffnungsplan wolle die Regierung Ende der Woche pr√§sentieren, sagt der konservative Politiker im ORF-Radio-Interview. "Von Tourismus √ľber Gastronomie, von Kultur bis Sport, denn alle Bereiche brauchen endlich wieder einen Schritt Richtung Normalit√§t." Die √Ėffnungen w√ľrden mit sehr strengen Auflagen verbunden. F√ľr den Handel seien zwar keine Zutrittstests geplant, sehr wohl aber f√ľr die Gastronomie und den Tourismus.

Im Juni und Juli sollen die Sicherheitskonzepte dann gelockert werden. Derzeit gibt es in √Ėsterreich regional unterschiedliche Ma√ünahmen. W√§hrend in Wien und Nieder√∂sterreich bis Anfang Mai ein harter Lockdown gilt, sind die Schulen und der Handel in allen anderen Bundesl√§ndern ge√∂ffnet.

Lehrerverband: Grenzwerte f√ľr Schulschlie√üungen zu hoch

Der deutsche Lehrerverband fordert, die geplante Corona-Notbremse des Bundes noch einmal nachzusch√§rfen und Sch√ľler fr√ľher in den Distanzunterricht zu schicken als bisher vorgesehen. Es sei zwar ein Fortschritt, dass der ma√ügebliche Inzidenzwert f√ľr Schulschlie√üungen von 200 auf 165 gesenkt worden sei, sagte Verbandspr√§sident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag. "Doch auch eine Inzidenz von 165 ist noch deutlich zu hoch."

Bund und L√§nder wollen mit der √Ąnderung des Infektionsschutzgesetzes einheitliche Regelungen im Kampf gegen die dritte Corona-Welle festschreiben. In einem ersten Entwurf des Bundes war unter anderem vorgesehen, dass Schulen in den Distanzunterricht wechseln m√ľssen, wenn binnen einer Woche mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert werden.

Dieser Schwellenwert soll nun aber gesenkt werden. Nach der Beschlussempfehlung des ma√ügeblichen Gesundheitsausschusses, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sollen Schulen schon bei einer Inzidenz von 165 keinen Pr√§senzunterricht mehr anbieten d√ľrfen. In vielen Regionen liegt die Inzidenz zurzeit deutlich h√∂her. Abschlussklassen und F√∂rderschulen sollen vom Stopp des Schulbesuchs ausgenommen werden k√∂nnen.

Produktion von Johnson & Johnson-Impfstoff in US-Werk nach Panne gestoppt

Nach einer Panne bei der Herstellung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson hat die US-Arzneimittelbehörde FDA einen Produktionsstopp in dem betroffenen Werk in den USA gefordert. Die Firma Emergent BioSolutions, die das Werk in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland betreibt, erklärte am Montag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC, die FDA habe verlangt, die Produktion bis zum Abschluss einer laufenden Untersuchung auszusetzen.

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hatte Ende M√§rz best√§tigt, dass eine Charge seines Impfstoffs in der Produktionsst√§tte in Baltimore "nicht den Qualit√§tsanforderungen" entsprochen habe. Johnson & Johnson nannte selbst keine Zahlen. Laut der "New York Times" waren 15 Millionen Impfdosen unbrauchbar. Johnson & Johnson k√ľndigte trotz der Panne an, im April 24 Millionen zus√§tzliche Dosen zu liefern.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson hatte in den USA Ende Februar eine Notfallzulassung erhalten. Mitte März wurde das Vakzin dann auch in der EU zugelassen. Anders als in den USA ist der Impfstoff in der Europäischen Union aber noch nicht im Einsatz.

RKI-Zahlen am Dienstag

Die Gesundheitsämter melden mehr als 9.000 Neuinfektionen binnen eines Tages. Auch die Zahl der Todesfälle ist hoch. Immerhin: Der bundesweite Inzidenzwert ist erstmals wieder leicht gesunken. Lesen Sie hier mehr.

Ausbruch trotz Schnelltest ‚Äď Besucher tr√§gt Virus in Klinik

Corona-Ausbruch in einem Dortmunder Klinikum: Obwohl ein Mann negativ schnellgetestet wurde, war er mit dem Coronavirus infiziert. Bei einem Besuch im Krankenhaus verbreitete sich das Virus. Mehr dazu lesen Sie hier.

Ministerium: Knapp 1,6 Milliarden Euro f√ľr Corona-Forschung

Das Bundesforschungsministerium investiert in den Jahren 2020 und 2021 nach eigenen Angaben fast 1,6 Milliarden Euro in die Forschung zu Covid-19. Davon gehen rund 627 Millionen Euro an die Impfstoff-Hersteller Biontech in Mainz und Curevac in T√ľbingen. Im Jahr 2020 gab der Bund fast 2,9 Milliarden Euro f√ľr die Bereiche Gesundheitsforschung und -wirtschaft aus, davon 2,6 Milliarden Euro √ľber das Forschungsministerium. Das Geld f√ľr die Corona-Forschung stellt der Bund einem Ministeriumssprecher zufolge zus√§tzlich zu diesen laufenden Ausgaben zur Verf√ľgung.

Zu den Hauptakteuren der institutionellen Corona-Forschung z√§hlen demnach das Helmholtz-Zentrum f√ľr Infektionsforschung (HZI) und das Deutsche Zentrum f√ľr Infektionsforschung (DZIF). Das HZI, in dem zurzeit 33 Gruppen an der Erforschung von Covid-19 arbeiten, erhielt demnach gut 32 Millionen Euro. Im DZIF befassten und befassen sich seit Beginn der Pandemie 17 Projekte mit SARS-CoV-2, wof√ľr das DZIF 5,8 Millionen Euro bereitstellte. In zehn weiteren Projekten arbeitet das DZIF seit einigen Jahren an der Coronaforschung. Zwischen 2016 und 2015 stehen hierf√ľr knapp 27,5 Millionen Euro zur Verf√ľgung.

In den vergangenen zehn Jahren hat das Ministerium sein Budget f√ľr die Gesundheitsforschung ‚Äď zu dem die Biotechnologie z√§hlt ‚Äď stetig erh√∂ht. Flossen 2010 noch knapp 1,9 Milliarden Euro in diesen Bereich, waren es 2019 fast 2,5 Milliarden Euro.

Impfungen in den USA f√ľr alle Erwachsenen freigegeben

Mit sofortiger Wirkung sind die Corona-Impfungen in den USA f√ľr alle √ľber 16-J√§hrigen freigegeben worden. Das gab Joe Biden in einer Videobotschaft bekannt. Er habe gute Neuigkeiten, begann der Pr√§sident die Mitteilung. Es gebe genug Impfstoff in den USA, die Amerikaner m√ľssten sich und andere besch√ľtzen. "Bitte, lassen Sie sich impfen", appellierte Biden.

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Bereits jetzt ist in den USA jeder zweite Erwachsene erstgeimpft, jeder dritte hat bereits vollen Impfschutz gegen das Coronavirus.

RKI-Präsident Wieler: Können Corona nicht ausrotten

Die Menschheit muss sich nach Ansicht des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, auf ein dauerhaftes Leben mit Corona einstellen. "Ein Virus, das eine Menge Tierarten infizieren kann, das lässt sich nicht ausrotten", sagte Wieler am Montag. Hier lesen Sie mehr.

Gesundheitsausschuss billigt √Ąnderungen an Corona-Notbremse

Der Gesundheitsausschuss des Bundestags hat die ge√§nderte Vorlage f√ľr die bundesweit einheitliche Corona-Notbremse gebilligt. In einer Sondersitzung stimmten die Ausschussmitglieder von Union und SPD am Dienstagnachmittag f√ľr den Gesetzentwurf, wie die Bundestags-Pressestelle mitteilte. Linke, FDP und AfD stimmten dagegen, die Gr√ľnen enthielten sich.

Die vom Kabinett beschlossene Fassung wurde dahingehend ge√§ndert, dass die Ausgangssperre in Gegenden mit einer Sieben-Tage-Inzidenz √ľber 100 von 22 Uhr bis 5 Uhr gilt und nicht bereits ab 21 Uhr. Bis 24 Uhr soll zudem Spazierengehen und Joggen erlaubt bleiben, wenn die Person allein unterwegs ist.

In der Kabinettsfassung war zudem vorgesehen, dass es in den Schulen ab einer Inzidenz von 200 keinen Pr√§senzunterricht mehr geben darf. Die Koalition beschloss hingegen, dass ab einer Inzidenz von 100 Wechselunterricht vorgeschrieben wird; ab einer Inzidenz von 165 gibt es nur noch Distanzunterricht. √úber den ver√§nderten Gesetzentwurf stimmt der Bundestag am Mittwoch ab. Am Donnerstag ber√§t der Bundesrat abschlie√üend √ľber die Vorlage.

Run auf Impftermine f√ľr √ľber 60-J√§hrige

Manch ein √ľber 60-j√§hriger Baden-W√ľrttemberger w√§hlte sich am Montag die Finger wund, ohne einen Impftermin zu ergattern ‚Äď andere hatten Gl√ľck. Zum ersten Mal war die Vergabe von Impfzeiten f√ľr diese Altersgruppe ge√∂ffnet. Bisher musste man mindestens 70 Jahre alt sein oder Vorerkrankungen oder einen bestimmten Beruf haben. Das Sozialministerium war von einem gro√üen Andrang ausgegangen und hatte vor allem die √ľber 70-J√§hrigen vergangene Woche noch einmal aufgerufen, sich noch schnell einen Termin geben zu lassen.

Zuletzt h√§tten die Impfstofflieferungen deutlich zugenommen, gleichzeitig seien Termine f√ľr Impfungen mit Astrazeneca in einzelnen Zentren freigeblieben, hie√ü es. Laut Ministerium haben die Impfwilligen keinen Einfluss darauf, welchen Impfstoff sie bekommen. Dies entscheiden die Impfzentren. Wem der verwendete Impfstoff nicht passt, dem stehe der Weg √ľber eine Hausarztpraxis offen, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Gesundheitsminister Manne Lucha (Gr√ľne) res√ľmierte: "Die Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen sind abgeschlossen. Die gro√üe Mehrheit der √ľber 80-J√§hrigen in Baden-W√ľrttemberg ist geimpft." √úber die Warteliste der √ľber 80-J√§hrigen konnte laut Lucha √ľber 160.000 Menschen geholfen werden, sie sei abgearbeitet. In der vergangenen Woche wurden etwa eine Million Termine in Baden-W√ľrttemberg vergeben, Lucha zufolge ein neuer Rekord.

Betriebsärzte sollen ab Juni in Corona-Impfungen einsteigen

In die Corona-Impfungen sollen nach Pl√§nen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ab Juni auch Betriebs√§rzte einsteigen. "Wie angek√ľndigt, gewinnt die Impfkampagne im zweiten Quartal deutlich an Geschwindigkeit", sagte der CDU-Politiker am Montag mit Blick auf aktuellen Lieferzusagen der Hersteller Biontech und Moderna. Dazu w√ľrden noch Dosen von Astrazeneca und Johnson & Johnson kommen. "Damit erhalten Arztpraxen und L√§nder mehr Planungssicherheit f√ľr Mai und Juni. Und das erm√∂glicht uns, bereits im Juni auch die Betriebs√§rzte in die Impfkampagne zu integrieren."

Biontech will laut Ministerium im zweiten Quartal 50,3 Millionen Dosen liefern und damit zehn Millionen mehr als zun√§chst angek√ľndigt. Von Moderna werden demnach 6,4 Millionen Dosen erwartet. Von Biontech sollen Arztpraxen im Mai w√∂chentlich jeweils 1,58 Millionen Dosen bekommen, im Juni jeweils mehr als 3,3 Millionen Dosen pro Woche.

In der letzten April-Woche sollen die Praxen den Planungen zufolge von Biontech knapp 2,1 Millionen Dosen bekommen. Daneben sind f√ľr die regionalen Impfzentren der L√§nder 1,9 Millionen Dosen von Biontech, Astrazeneca und Moderna vorgesehen.

In Schweden landen t√§glich Hunderte Impfdosen im M√ľll

In der Region Stockholm m√ľssen nach Angaben eines Chefarztes jeden Tag Hunderte Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs weggeworfen werden, weil die Leute sich weigern, damit geimpft zu werden. In einem Interview des schwedischen Fernsehens SVT sagte Johan Styrud vom Stockholmer √Ąrzteverband, es gelinge nicht, schnell genug andere Impfwillige zu finden. Wenn der Impfstoff nicht innerhalb weniger Stunden verabreicht werde, m√ľsse er weggeschmissen werden, so Styrud.

Nachdem in Zusammenhang mit dem Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca einige F√§lle von Blutgerinnsel aufgetreten sind, wird der Wirkstoff in Schweden nur noch an √ľber 65-J√§hrige verabreicht. Dem Bericht zufolge sagen einige Patienten ihren Termin ab, wenn sie erfahren, dass sie mit dem Astrazeneca-Mittel geimpft werden sollen. Andere w√ľrden an der T√ľr der Impfzentren wieder kehrtmachen. Styrud betonte, dass der Nutzen der Impfung sehr viel gr√∂√üer sei als das Risiko von Komplikationen.

Mangelnde Impfbereitschaft gibt es offenbar auch in Berlin: Dort hat die Gesundheitsverwaltung bisher 1.673.850 schriftliche Einladungen zur Corona-Impfung verschickt. Daraufhin haben bislang aber erst 812.521 Personen einen Termin vereinbart. Lesen Sie den ganzen Artikel hier.

Epidemiologe f√ľr neue Corona-Kennzahl ‚Äď Erkrankte statt Infizierte

G√©rard Krause, Epidemiologe am Braunschweiger Helmholtz-Institut, h√§lt die Zahl der Covid-Erkrankten f√ľr relevanter als die Zahl der Corona-Infizierten. "Wegen der Zunahme an Testaktivit√§t, die ja erw√ľnscht ist, und auch der Zunahme der Impfungen, die ebenfalls erw√ľnscht ist, werden wir zwar weiterhin viele Infektionen sehen, aber hoffentlich deutlich weniger Erkrankungen", sagte Krause am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Insbesondere die Neuaufnahme von Covid-Patienten auf Intensivstationen bilde "sehr zeitnah und sehr gut die Dynamik der Pandemie ab".

Ein zus√§tzlicher Effekt durch die geplanten Ausgangsbeschr√§nkungen zwischen 21 und 5 Uhr sei nicht sehr gro√ü, betonte Krause weiter. "Gerade aus Frankreich gibt es entsprechende Beobachtungen, dass Menschen sich dann vor der Ausgangssperre gegenseitig besuchen und m√∂glicherweise die ganze Nacht auf improvisiertem, verengtem Raum miteinander verbringen." Man d√ľrfe sich keinen allzu gro√üen zus√§tzlichen Effekt von Ausgangssperren erhoffen.

Auch von einer Aufweichung der Impfpriorisierung h√§lt der Epidemiologe nicht viel. "Wir kennen noch viel zu viele Menschen, die hochbetagt sind oder gesundheitliche Risikofaktoren haben, die gerne geimpft w√ľrden, aber noch keine Impfung bekommen haben", sagte Krause. Diese Menschen sollten auch weiterhin den Vortritt haben.

EU bestellt weitere 100 Millionen Dosen Biontech

Die Europ√§ische Union hat eine Bestelloption √ľber die Lieferung von weiteren 100 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer gezogen. Damit erhalten die 27 EU-Mitgliedsstaaten in diesem Jahr insgesamt 600 Millionen Dosen, wie Biontech und Pfizer mitteilen.

Walter-Borjans: Beratungen auf gutem Weg

Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD sind sich in den Beratungen √ľber das Infektionsschutzgesetz laut SPD-Chef Norbert Walter-Borjans "sehr nahe" gekommen. Es sei normal, dass Entscheidungen etwa √ľber Ausgangsbeschr√§nkungen durch das Bundesverfassungsgericht √ľberpr√ľft w√ľrden, sagt Walter-Borjans im Deutschlandfunk.

Italien will offenbar mRNA-Impfstoff produzieren

Italien bem√ľht sich einem Bericht der "Financial Times" zufolge um die Produktion von Corona-Impfstoffen auf Grundlage der neuen mRNA-Technologie. Die Regierung habe bereits mit dem US-Biotechnologiekonzern Moderna, Novartis aus der Schweiz und der italienischen Firma Reithera gesprochen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen Insider.

Lernen unter freiem Himmel als Alternative?

Angesichts drohender Schulschließungen durch das geänderte Infektionsschutzgesetz haben Politiker mehrerer Fraktionen Unterricht unter freiem Himmel gefordert. "Unterricht im Freien oder die weitere Reduzierung der Lerngruppengrößen sind zu durchdenken, bevor Schulen geschlossen werden", sagte der familienpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Marcus Weinberg, der "Bild".

Die Kinder und Jugendlichen seien nach der Zeit der Pandemie seelisch ersch√∂pft. "Ab Juni beginnt zudem die Ferienphase. Es w√§re eine Katastrophe, wenn m√∂glicherweise bis Mitte August die Kinder keine Kita oder Schule mehr besuchen k√∂nnten", f√ľgte Weinberg hinzu.

Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Katja Suding sprach sich ebenfalls f√ľr Unterricht in Parks oder im Schulhof aus. "Ich unterst√ľtze alle sinnvollen Ma√ünahmen, die Unterricht in Pr√§senz wieder m√∂glich machen", sagte sie der "Bild". Schule im Freien k√∂nnte sinnvoll sein, Luftfilter und Hygienekonzepte in geschlossenen R√§umen jedoch auch.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas sagte der Zeitung: "Durch die Wissenschaft ist belegt, dass Aktivitäten unter freiem Himmel sicherer sind als in geschlossenen Räumen. Daher klingt die Möglichkeit, Schulunterricht im Freien möglich zu machen, erst mal gut und wird von manchen Schulen bei gutem Wetter auch spontan genutzt."

Auch der Gr√ľnen-Abgeordnete Janosch Dahmen bezeichnete Schule im Freien als m√∂glichen Ausweg: "Unterricht im Freien oder Exkursionen in Parks und W√§ldern sind bei sinkender Inzidenz dann ein sehr pragmatischer und sinnvoller Schritt von √Ėffnungen", sagte er der "Bild".

Gericht kippt Schulschließungen in Buenos Aires

Ein Gericht in Buenos Aires hat die von der Regierung geplanten Schulschlie√üungen als Ma√ünahme im Kampf gegen die Corona-Pandemie gekippt. Das Dekret "untergr√§bt direkt die Autonomie der Stadt Buenos Aires und ihre Polizeigewalt", erkl√§rten die Richter am Sonntag. Mehrere Elternorganisationen und B√ľrgermeister Horacio Rodr√≠guez Larreta hatten den Prozess angestrengt.

Der argentinische Justizminister Mart√≠n Soria kritisierte die Entscheidung als politisch motiviert. Der Staatsanwalt, die Richter und die Stadt m√ľssten die Verantwortung f√ľr die gesundheitlichen Folgen dieser Entscheidung tragen, warnte er. Argentiniens Pr√§sident Alberto √Āngel Fern√°ndez hatte am Mittwochabend unter anderem eine 15-t√§gige Schlie√üung von Schulen in Buenos Aires und den Au√üenbezirken ab Montag angek√ľndigt.

China testet gemischte Impfstoffe

Chinesische Forscher testen die Wirksamkeit einer Kombination zweier Impfungen gegen Covid-19. In einer Studie mit rund 120 Teilnehmern werde zunächst eine Einzeldosis des Vakzins von Cansino verabreicht, gefolgt von einer Dosis des Herstellers Chiongqing Zhifei, wie aus Registrierungsdaten der klinischen Studie hervorgeht. Beide Impfstoffe sind als Zweifachimpfung Teil der chinesischen Impfkampagne.

Jeder zweite Erwachsene in den USA geimpft

Vier Monate nach der ersten Coronavirus-Impfung in den USA haben nach Angaben der Gesundheitsbeh√∂rde CDC mehr als die H√§lfte aller Erwachsenen dort mindestens eine Impfdosis erhalten. 50,4 Prozent der Erwachsenen ‚Äď rund 130 Millionen Menschen ‚Äď wurde bis Sonntag mindestens eine Dosis verabreicht, wie aus CDC-Statistiken hervorging. Vollst√§ndig geimpft ist demnach bereits fast jeder dritte Erwachsene. In der besonders gef√§hrdeten Altersgruppe ab 65 Jahren haben 81 Prozent eine erste Dosis erhalten, rund zwei Drittel sind vollst√§ndig geimpft.

Insgesamt wurden in dem Land mit etwa 330 Millionen Einwohnern bislang fast 210 Millionen Coronavirus-Impfungen verabreicht. Ausgeliefert wurden bislang mehr als 264 Millionen Dosen. Die erste Impfdosis in den USA wurde am 14. Dezember 2020 einer Krankenschwester in New York gespritzt.

Tschentscher will Einschränkung der Versammlungsfreiheit

Hamburgs Erster B√ľrgermeister Peter Tschentscher (SPD) will bei der geplanten Neufassung des Infektionsschutzgesetzes auch eine deutliche Einschr√§nkung der Versammlungsfreiheit vornehmen. Er nehme das Demonstrationsrecht "sehr ernst", aber "es geht in dieser sehr ernsten Lage eben nicht, dass Tausende Menschen unterwegs sein k√∂nnen", sagte Tschentscher im Politik-Talk der Zeitung "Bild". Der SPD-Politiker verwies auf Gro√üdemonstrationen zum Beispiel in Dresden und Leipzig. Wenn die dann aufgel√∂st werden sollten, "√ľberfordert man die Polizei".

Kassenärzte rechnen mit Aufhebung der Impfpriorisierung im Mai

Die Kassenärzte erwarten, dass im Mai die bisherigen Impfpriorisierungen aufgehoben werden können. Wenn die Lieferungen wie zugesagt zunähmen, erhielten die Praxen im Mai deutlich mehr als jene 2,25 Millionen Dosen, die jede Woche an die Impfzentren gingen, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigten Gruppen impfen". Weiter sagte er: "Ich rechne damit, dass im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen und von dann an jeder Erwachsene eine Impfung erhalten kann."

Aus den priorisierten Risikogruppen seien bisher etwa 16 Millionen Menschen erstgeimpft, rund f√ľnf Millionen g√§lten als vollst√§ndig immunisiert, sagte Gassen der Zeitung. Insgesamt gebe es in diesen Gruppen 23 Millionen Berechtigte. Da f√ľr die Impfzentren und Praxen im Mai jede Woche 4 bis 4,5 Millionen Impfdosen zur Verf√ľgung st√ľnden, h√§tten schon bald alle besonders Gef√§hrdeten ein Impfangebot erhalten, so dass es f√ľr alle ge√∂ffnet werden k√∂nne.

Lauterbach: Noch sechs Wochen bis Impfeffekt sichtbar wird

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich auf Twitter erneut f√ľr einen harten Lockdown ausgesprochen. Im Vergleich zu Israel sehe man, dass etwa die H√§lfte der Bev√∂lkerung erstgeimpft sein m√ľsse, damit der Effekt der Impfungen sichtbar werde. Dies sei in Deutschland Ende Mai der Fall. Die Zeit bis dahin gelte es mit einem letzten Lockdown zu √ľberbr√ľcken, "um weit √ľber 10.000 Menschen meist im Alter 40-60 J zu retten".

Er kritisierte die mangelnde Bereitschaft zu härteren Maßnahmen: "Viele Politiker scheuen eine konkrete Auseinandersetzung mit der Zahl der zu erwartenden Opfer bei einem zu soften Lockdown. Die Demonstranten gegen den Lockdown sieht man, die Opfer einer schwachen Politik bleiben anonym, selbst wenn sie sterben."

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Polizei r√ľckt zu Hochzeit mit 100 G√§sten an

Ein Brautpaar soll in Oberbayern mit rund 100 Menschen eine Hochzeit gefeiert und damit gegen die Corona-Regeln versto√üen haben. Nach einem Hinweis r√ľckte die Polizei im Landkreis Weilheim-Schongau an. Zu diesem Zeitpunkt seien aber die meisten G√§ste bereits nicht mehr anwesend gewesen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Namen der Teilnehmer seien aber bekannt. Es wurden Anzeigen wegen Versto√ües gegen das Infektionsschutzgesetz erstellt.

Nach der kirchlichen Trauung des Hochzeitspaares hatte sich die Hochzeitsgesellschaft den Angaben zufolge in Penzberg im Innenhof eines Klostergel√§ndes an Tischen getroffen und es war ein Buffet aufgebaut. Eine Ausnahmegenehmigung f√ľr die Feier am Samstag lag demnach nicht vor.

Hunderte feierten in Saarbr√ľckens Innenstadt

Massive Verst√∂√üe gegen Corona-Regeln hat die Polizei in der Nacht zum Sonntag bei Feiern von 400 bis 500 Menschen auf einem Platz in der Saarbr√ľcker Innenstadt registriert. In der Menge sei eine Gruppe von 30 bis 40 Fans des 1. FC Saarbr√ľcken aufgefallen, die Einsatzkr√§fte vor Ort lautstark beleidigte und sie mit Flaschen bewarf, wie das Landespolizeipr√§sidium am Sonntag mitteilte. Diese Personen h√§tten erst gestoppt werden k√∂nnen, nachdem weitere Einsatzkr√§fte hinzu gekommen seien.

Auch wenn sich Personen in der Dunkelheit in der Menschenmenge teilweise verstecken konnten: Die Ermittlungen gegen die R√§delsf√ľhrer liefen auf Hochtouren, teilte die Polizei mit. Angriffe gegen Einsatzkr√§fte und Polizisten k√∂nnten nicht geduldet werden. Das Verhalten der Feiernden auf dem St. Johanner Markt in Saarbr√ľcken werde f√ľr eine Vielzahl rechtliche Folgen nach sich ziehen.

Da bisherige Appelle von Teilen der Bev√∂lkerung zur Einhaltung von Corona-Vorschriften nicht beachtet w√ľrden, werde die Polizei "nun mit starker Pr√§senz landesweit Kontrollen durchf√ľhren und Verst√∂√üe ahnden", hie√ü es. Mit der neuen Corona-Verordnung ab diesem Montag ist im Saarland die Landespolizei f√ľr die komplette √úberwachung der Einhaltung der Corona-Regeln zust√§ndig.

Lage in Indien spitzt sich zu ‚Äď Impfstoffproduktion gef√§hrdet

Eine zweite Pandemiewelle st√ľrzt Indien derzeit in eine Katastrophe: Neben einem H√∂chststand von 261.500 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gibt es nun noch ein weiteres Problem: In Indien, dem gr√∂√üten Impfstoffhersteller der Welt, warten Millionen Menschen auf Covid-19-Impfstoffe. Das berichtet "CNN".

Die Impfstoffvorr√§te vor Ort sind versiegt. Mindestens f√ľnf Bundesstaaten meldeten schwere Engp√§sse und dr√§ngten die Regierung zum Handeln. In Indien werden in der Regel mehr als 60 Prozent aller weltweit verkauften Impfstoffe hergestellt. Das Serum Institute of India (SII) ist der gr√∂√üte Impfstoffhersteller der Welt.

Aufgrund seiner enormen Produktionskapazit√§ten hat sich das Land als wichtiger Akteur an Covax beteiligt, der globalen Initiative zur gemeinsamen Nutzung von Impfstoffen, die einkommensschw√§cheren L√§ndern verg√ľnstigte oder kostenlose Dosen zur Verf√ľgung stellt. Gem√§√ü der urspr√ľnglichen Vereinbarung, die letztes Jahr bekannt gegeben wurde, w√ľrde SII bis zu 200 Millionen Dosen f√ľr bis zu 92 L√§nder herstellen. Das sorgt im eigenen Land nun f√ľr Probleme.

Insgesamt wurde nun bei fast 14,8 Millionen Menschen das Coronavirus nachgewiesen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Indien mit seinen rund 1,35 Milliarden Einwohnern weist damit weltweit die zweitmeisten Ansteckungsfälle auf, nach den USA, die mehr als 31 Millionen Fälle verzeichnen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus steigt in Indien binnen 24 Stunden um 1.501 auf 177.150.

Polizei verbannt mehr als hundert Einreisende

Wegen der verschärften Einreisebeschränkungen in Mecklenburg-Vorpommern hat die Polizei am Samstag in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald insgesamt 620 Fahrzeuge entlang der Landesgrenzen kontrolliert. 69 Fahrzeuge mit 112 Insassen wurden von den Beamten wieder abgewiesen, wie die Polizei bekannt gab. Insgesamt verliefen die Kontrollen demnach ruhig.

Seit November sind Hotels und Pensionen in dem bei Touristen beliebten Bundesland wieder geschlossen. L√§ngere Urlaubsaufenthalte und selbst Tagesausfl√ľge aus anderen Bundesl√§ndern sind seit Monaten grunds√§tzlich verboten. Ausnahmen soll es nach Angaben der Landesregierung nach wie vor f√ľr Besuche der Kernfamilie geben. Dazu z√§hlen etwa Eltern, Kinder und Geschwister.

Auch wer aus einem anderen Bundesland kommt und einen Zweitwohnsitz im Nordosten hat, muss diesen bis sp√§testens Freitag kommender Woche verlassen, wie die Landesregierung in Schwerin am Samstag mitteilte. Dies gelte auch f√ľr Dauercamper, Kleingartenp√§chter sowie Bootseigent√ľmer aus anderen Bundesl√§ndern.

GroKo will Entwurf f√ľr Corona-Notbremse wohl versch√§rfen

Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD wollen den Entwurf der Bundesregierung zum Infektionsschutzgesetz versch√§rfen. Der "Welt am Sonntag" zufolge haben die Fraktionen am Samstag verhandelt und ihre Positionen dabei angen√§hert. Die Union bestand nach Informationen von Reuters aus Koalitionskreisen darauf, dass die Schulen nicht erst ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 schlie√üen sollen. Dies ist in dem Entwurf der Regierung vorgesehen, wird aber von Gesundheitsexperten als nicht ausreichend angesehen. Die L√§nderchefs wehren sich allerdings dagegen, dass der Bund Vorgaben f√ľr die Schulen schon ab einer Inzidenz von 100 machen will.

Am Sonntag wollen sich die Koalitionsfraktionen einigen. Am Montag soll es sowohl bei der SPD als auch bei der CDU/CSU Sonder-Fraktionssitzungen zum Infektionsschutzgesetz geben. Die zweite und dritte Lesung im Bundestag ist f√ľr Mittwoch vorgesehen, dann muss noch der Bundesrat zustimmen.

Als besonders umstritten gelten die bisher vorgesehenen Ausgangsbeschr√§nkungen von 21 Uhr bis f√ľnf Uhr morgens, gegen die einige Ministerpr√§sidenten Bedenken haben. Die FDP hat mit einer Verfassungsklage gedroht. "F√ľr die SPD ist nach wie vor wichtig, dass B√ľrgerinnen und B√ľrger die M√∂glichkeit haben, w√§hrend der Ausgangsbeschr√§nkungen zu joggen oder vor die T√ľr zu gehen", sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dirk Wiese der "Welt am Sonntag". Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte eine Ausgangssperre gefordert.

Israel hebt Maskenpflicht im Freien auf

Gut ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie ist die Maskenpflicht im Freien in Israel aufgehoben worden. Auf den Straßen waren am Sonntagmorgen bereits viele Menschen ohne Mundschutz unterwegs. In Innenräumen, die öffentlich genutzt werden, gilt die Pflicht weiterhin. Experten gehen aber davon aus, dass sie angesichts der stark gesunkenen Infektionszahlen in einem Monat ebenfalls aufgehoben werden kann.

Erstmals seit einem Jahr wurden auch viele Schulen wieder vollständig geöffnet. Die Kinder und Jugendlichen lernen wieder in Klassenverbänden statt in kleinen Gruppen. In den Klassenräumen gilt allerdings weiterhin Maskenpflicht.

Vier Monate nach Beginn der Corona-Impfkampagne werden in dem kleinen Mittelmeerland immer weniger Neuinfektionen registriert. Die Zahl der schwer kranken Corona-Patienten ist auf etwa 200 gefallen. Ende Januar gab es davon in Israel noch etwa 1.200.

Deichmann kritisiert Gesetzesänderungen

Die Konzernchefs des Shoppingmall-Betreibers ECE und der Schuhhandelskette Deichmann haben die geplante Novelle des Infektionsschutzgesetzes hart kritisiert. "Ich f√ľrchte, dass dieses Infektionsschutzgesetz dazu beitragen wird, dass die Akzeptanz der Bev√∂lkerung f√ľr die Ma√ünahmen langsam verloren geht. Wir sollten uns stattdessen darauf konzentrieren, Infektionsherde einzud√§mmen und gezielt zu bek√§mpfen", sagte der Vorstandsvorsitzende des Shoppingmall-Betreibers ECE Alexander Otto der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht.

Mit der Schlie√üung der Gesch√§fte w√ľrde ein Teil der Wirtschaft geopfert, ohne dass sich damit etwas Wesentliches an der Pandemie √§ndere, sagte der Chef der Schuhhandelskette Deichmann, Heinrich Deichmann, dazu. Beide Firmenchefs sprachen sich laut Vorabbericht f√ľr einen zeitlich begrenzten, harten Lockdown in allen Teilen der Wirtschaft aus, sollten Schlie√üungen unvermeidbar sein.

Landkreise gegen pauschale Notbremse

Die deutschen Landkreise fordern eine √úberarbeitung der geplanten bundeseinheitlichen Corona-Notbremse. "Der Gesetzentwurf muss an vielen Stellen korrigiert werden", sagte der Pr√§sident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag). "Die reine Ankn√ľpfung an Inzidenzen wird dem Pandemiegeschehen nach mehr als einem Jahr und den regional sehr unterschiedlichen Situationen nicht gerecht."

Sager fordert hingegen, die Belegung der Intensivbetten, die Reproduktionszahl und den Impffortschritt mit in die Betrachtung einzubeziehen. "Wenn ein Landkreis zwar eine hohe Inzidenz aufweist, aber gleichzeitig sehr viele freie Krankenhausbetten hat und die Impfungen gut vorangehen, muss man dies ber√ľcksichtigen k√∂nnen." Gleiches gelte f√ľr klar eingrenzbare Ansteckungen etwa in einem Betrieb. "Die reine Orientierung an der Inzidenz zeichnet kein realistisches Bild der Situation vor Ort", so Sager.

Brandenburg kommt Bundes-Notbremse zuvor

Brandenburg versch√§rft die Corona-Regeln noch vor der Bundes-Notbremse: Ab Montag soll eine Ausgangsbeschr√§nkung zwischen 22 Uhr und 5 Uhr f√ľr Regionen gelten, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz mindestens drei Tage lang √ľber 100 liegt. Ab 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche sollen in Landkreisen oder kreisfreien St√§dten alle Schulen geschlossen werden, erkl√§rte Ministerpr√§sident Dietmar Woidke (SPD) am Samstag nach der Entscheidung des Kabinetts.

Woidke erkl√§rte, er sehe keine Alternative zur n√§chtlichen Ausgangsbeschr√§nkung und zu Schulschlie√üungen bei hohen Corona-Infektionszahlen. "Wir m√ľssen jetzt handeln und zwar so schnell wie m√∂glich", sagte er. "Wir k√∂nnen und wollen nicht weiter abwarten, bis Dinge beispielsweise auf der Bundesebene geregelt werden." Die Regelungen sollen ab Mittwoch gelten. Ausnahmen gelten nur f√ľr Abschlussklassen und die F√∂rderschulen f√ľr geistige Entwicklung. Auch die Kitas sollen in den Regionen mit 200er-Inzidenz schlie√üen.

Brandenburg verschärft zudem das Versammlungsrecht. Bei einer 100er-Inzidenz sind nicht mehr bis zu 500 Teilnehmer erlaubt, sondern nur noch höchstens 100. Ab einer regionalen Sieben-Tage-Inzidenz von 200 sind Demos weiterhin verboten.

Brasilien: Gouverneure bitten UN um humanitäre Hilfe

Angesichts einer außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie haben Gouverneure brasilianischer Bundesstaaten "humanitäre Hilfe" bei den Vereinten Nationen angefragt. Sie ersuchten im Videogespräch mit der stellvertretenden UN-Generalsekretärin Amina Mohammed Hilfe beim Kauf von Impfstoffen und Intubationsmedikamenten, wie das Nachrichtenportal "G1" am Freitagabend (Ortszeit) berichtete.

"In elf Bundesstaaten fehlen Krankenhaus-Patienten Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie Sauerstoff", sagte demnach der Gouverneur des Bundesstaates Piauí, Wellington Dias von der Arbeiterpartei (PT).

Brasilien ist einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Die Hilfsorganisation "√Ąrzte ohne Grenzen" sprach angesichts des fehlenden politischen Willens der Regierung von Pr√§sident Jair Bolsonaro, auf die Gesundheitskrise zu reagieren, von einer "humanit√§ren Katastrophe". 13,8 Millionen Menschen haben sich nach Daten des Gesundheitsministeriums im gr√∂√üten Land in Lateinamerika mit dem Coronavirus infiziert, 368.749 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Corona-Demos in mehreren Städten: Polizei greift ein

In mehreren deutschen Gro√üst√§dten waren am Samstag Demonstrationen gegen die Corona-Auflagen geplant: In Dresden reagierte die Polizei, noch bevor sich gr√∂√üere Gruppen zu den verbotenen Protesten zusammenfinden konnten. Im Dresdner Hauptbahnhof stoppte sie zwei kleinere Gruppen von mutma√ülichen Corona-Protestlern bei der Einreise. Es handele sich jeweils um rund ein Dutzend Menschen, so ein Polizeisprecher. Im Zuge der Gefahrenabwehr wurden Platzverweise ausgesprochen und die Gruppen zur√ľck nach Leipzig und Zwickau geschickt. Zudem seien mehrere kleine Gruppen im Stadtgebiet unterwegs.

In Wiesbaden stoppte die Polizei mehrere hundert Menschen aus dem Umfeld einer "Querdenken"-Demonstration auf dem Weg in die Innenstadt. Wie ein Sprecher sagte, h√§tten die Demonstranten damit am Samstagnachmittag gegen geltende Auflagen versto√üen. Zuvor waren mehrere Kundgebungen mit mehreren hundert Teilnehmern in der Landeshauptstadt abgehalten worden, die sich gegen die Corona-Regeln von Bund und L√§ndern richteten. Auch Gegendemonstranten seien nach Wiesbaden gekommen. Wie der Polizeisprecher weiterhin sagte, war die Demonstration der "Querdenker" vom Veranstalter zwar am Nachmittag beendet worden, doch h√§tten sich etwa 300 Menschen von den Reisinger-Anlagen aus auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Daraufhin habe die Polizei eingreifen m√ľssen.

In Stuttgart ist die Polizei derweil mit einem Gro√üaufgebot im Einsatz, um das Verbot der Demos und die Einhaltung der Maskenpflicht durchzusetzen. Die Organisatoren zweier Versammlungen hatten sich bis hin zum Bundesverfassungsgericht gegen das Verbot gewehrt ‚Äď allerdings ohne Erfolg. Hier lesen Sie mehr. In Berlin zogen Hunderte Camping-Freunde mit Wohnmobilen und Wohnwagen durch die Stadt. Sie fordern eine sofortige √Ėffnung der Stell- und Campingpl√§tze. Hier lesen Sie mehr.

Zahl der belegten Intensivbetten in Deutschland gestiegen

Die Zahl der in Krankenh√§usern registrierten Corona-Intensivpatienten ist am Samstag nach Angaben des Registers der Deutschen Interdisziplin√§ren Vereinigung f√ľr Intensiv- und Notfallmedizin auf 4.760 gestiegen.

Zuvor hatten die Intensivmediziner vor einer "dramatischen Lage" in deutschen Krankenh√§usern gewarnt. "Wir haben zwar noch einige Betten in einigen Regionen frei, aber es gibt Ballungsgebiete wie K√∂ln, Bremen und Berlin, wo es richtig knapp wird", sagte der Pr√§sident der Deutschen Interdisziplin√§ren Vereinigung f√ľr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, im Podcast "Leben in Zeiten von Corona" der Zeitung "Mannheimer Morgen".

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Saarland verschärft Corona-Maßnahmen leicht

Das Saarland versch√§rft seine Corona-Ma√ünahmen f√ľr die Modellregion wegen des "gesteigerten Infektionsgeschehens" leicht. In allen Bereichen, wo bisher eine Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung bestand, sei ab Montag eine medizinische Maske Pflicht, teilte Regierungschef Tobias Hans (CDU) mit. Bei der Testpflicht in der Au√üengastronomie, Theater und Konzerten gebe es dann keine Ausnahmen mehr. An Grund- und F√∂rderschulen werde zudem eine Testpflicht vorbereitet.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Samstag stieg die Zahl der Neuinfizierten im Saarland um 137 auf 34.434. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 114. Die Regierung erklärte, es bleibe bei der bisherigen Ampelstufe gelb. Hans rief dazu auf, weiterhin Kontakte im privaten wie auch im beruflichen Bereich "deutlich" zu reduzieren und insbesondere auf eine breitangelegte Testung zu setzen.

Das Saarland hatte am Dienstag nach Ostern mit einem umstrittenen Corona-Modellversuch begonnen. Verschiedene Bereiche d√ľrfen seitdem bei Vorlage eines negativen Tests wieder √∂ffnen. Zudem d√ľrfen sich drau√üen bis zu zehn Menschen treffen, wenn alle einen aktuellen negativen Schnelltest vorlegen k√∂nnen. Bei hohen Inzidenzen sollen √Ėffnungsschritte wieder r√ľckg√§ngig gemacht werden. Hans verteidigte seinen Sonderweg zuletzt. Hier lesen Sie mehr.

Mecklenburg-Vorpommern schränkt Einreise ein

Wegen der bundesweit hohen Corona-Infektionszahlen schr√§nkt Mecklenburg-Vorpommern die Regeln zur Einreise in das K√ľstenland weiter ein. Mehr dazu lesen Sie hier.

Zahl der weltweiten Corona-Todesopfer √ľbersteigt Drei-Millionen-Marke

Seit dem Beginn der Corona-Pandemie sind √ľber drei Millionen Menschen in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Genauer vermeldete die Johns Hopkins Universit√§t am Samstag 3.001.068 Corona-Todesf√§lle. Die meisten Corona-Todesopfer beklagen die USA (566.224 Tote), gefolgt von Brasilien, Mexiko und Indien.

In Deutschland sind bislang fast 80.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Damit gehört Deutschland im weltweiten Vergleich zu den zehn Ländern mit den meisten Corona-Toten.

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an Long-Covid-Folgen

Viele Menschen, die mit Corona infiziert waren, leiden auch Monate später an Symptomen wie schneller Erschöpfung und eingeschränkter Leistungsfähigkeit. Davon sind auch immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Tausende Verfahren wegen Betrugs bei Corona-Soforthilfen

Mit Soforthilfen wollte der Staat Unternehmen schnell und unb√ľrokratisch durch die Corona-Krise helfen ‚Äď es besteht aber der Verdacht, dass sie in Tausenden F√§llen missbraucht wurden. Im Zusammenhang mit den Hilfen aus dem Fr√ľhjahr 2020 gebe es rund 15.000 Strafanzeigen und Ermittlungsverfahren, hei√üt es in der Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Fraktion, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Eine hohe Dunkelziffer sei wahrscheinlich.

Die mit Abstand meisten Strafanzeigen gab es mit mehr als 4.300 in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Hessen und Berlin. Zuletzt hatte die Bundesregierung im März wegen Betrugsverdachts die Auszahlung von Abschlagszahlungen gestoppt, nach wenigen Tagen aber wieder aufgenommen. Der AfD-Abgeordnete Anton Friesen kritisierte, mit krimineller Energie könne man leicht Steuerzahlergeld bekommen, während kleine und mittelständische Unternehmen "massenweise zugrunde gehen".

EMA gibt am Dienstag Einschätzung zu Johnson & Johnson ab

Die Europ√§ische Arzneimittelbeh√∂rde (EMA) will am Dienstag ihren Bericht √ľber m√∂gliche Hirnvenen-Thrombosen durch den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson vorlegen. Das k√ľndigte sie am Freitag in Amsterdam an. Nachdem in den USA nach rund sieben Millionen Impfungen sechs F√§lle von Blutgerinnseln bekannt geworden waren, waren Impfungen mit diesem Pr√§parat in mehreren L√§ndern vorl√§ufig ausgesetzt worden. Die Experten des Sicherheitsausschusses der EMA pr√ľfen diese F√§lle seit der vergangenen Woche in einem beschleunigten Verfahren.

Die EMA hatte aber betont, dass der Impfstoff des US-Herstellers uneingeschr√§nkt eingesetzt werden k√∂nne. Die "Vorz√ľge des Impfstoffs, Covid-19 zu verhindern", seien h√∂her zu bewerten als die Risiken der Nebenwirkungen. Auch beim Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers Astrazeneca kommt es in sehr seltenen F√§llen zu Hirnvenenthrombosen.

In der EU ist der Impfstoff zwar zugelassen, eine erste Lieferung war aber erst in dieser Woche angekommen. Nach Bekanntwerden der Thrombose-Fälle in den USA hatte der Hersteller auch dazu geraten, den Impfstoff bis zur Klärung der Vorfälle nicht zu nutzen.

Voschlag f√ľr Corona-Gedenktag

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg B√§tzing, hat einen j√§hrlichen nationalen Gedenktag f√ľr die Toten der Corona-Pandemie vorgeschlagen. "Die Frage ist, was kommt, wenn die Pandemie endlich endet. Sie war dann ein Einschnitt in unser aller Leben - und zwar quer durch die Gesellschaft. Ich halte es f√ľr sinnvoll, dieser Zeit und der vielen Toten regelm√§√üig zu gedenken", sagte der Limburger Bischof dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). "Es w√§re sch√∂n, wenn wir ein Datum finden k√∂nnten, das positiv damit verbunden werden kann, wie mit Wissen, Vernunft, Mut und politischer Klugheit der Weg aus einer existenziellen Krise gefunden wurde. Vielleicht w√§re solch ein Datum der Tag der ersten Impfung in Deutschland", regte B√§tzing an.

Sozial Benachteiligte leider mehr unter Corona

F√ľr sozial benachteiligte Menschen besteht Studien zufolge eine h√∂heres Risiko, an Corona zu erkranken und zu sterben. Das berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben) unter Berufung auf zwei Studien des Robert-Koch-Instituts (RKI). W√§hrend der zweiten Coronawelle stieg die Zahl der Todesf√§lle in Zusammenhang mit dem Virus demnach in sozial benachteiligten Regionen Deutschlands am st√§rksten. Das Risiko, am Coronavirus zu sterben, war dort um 50 bis 70 Prozent h√∂her als in wohlhabenderen Regionen.

Auch das Infektionsrisiko ist ungleich verteilt, wie eine zweite RKI-Studie mit Daten aus der zweiten Coronawelle zeigt: In sozial benachteiligten Regionen verbreitete sich das Virus am st√§rksten. Anfang Januar lag der Inzidenzwert in der Altersgruppe der sozial benachteiligten 60- bis 79-J√§hrigen bei rund 190. Bei sozial und finanziell bessergestellten Senioren im gleichen Alter lag die Inzidenz hingegen knapp √ľber hundert.

Justiministerin will rote Linie bei Verstößen ziehen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat die Polizei zu einem harten Vorgehen bei Corona-Demonstrationen aufgerufen. Wenn es zu strafbaren Handlungen oder massiven Verst√∂√üen gegen den Infektionsschutz komme, m√ľsse "glasklar eine rote Linie gezogen" werden, sagte die Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). "Neben der strafrechtlichen Verfolgung geh√∂rt dazu auch, dass Demonstrationen als letzte Konsequenz durch die Polizei aufgel√∂st werden m√ľssen", sagte sie.

Das Verhalten einiger Teilnehmer bei Protesten gegen die von der Regierung verh√§ngten Corona-Ma√ünahmen bezeichnete Lambert als "absolut nicht hinnehmbar". "Wir k√∂nnen nicht von den Menschen erwarten, dass sie sich in ihrem Privatleben sehr stark einschr√§nken, w√§hrend sich zugleich andere bei Corona-Demonstrationen √ľber alle Regeln hinwegsetzen", betonte sie.

Brandenburg möchte Corona-Maßnahmen verschärfen

Brandenburg plant schärfere Corona-Maßnahmen ab kommender Woche. Das Landeskabinett habe in einer informellen Runde beschlossen, dass es ab Montag bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 100 in Kreisen oder kreisfreien Städten eine Ausgangsbeschränkung von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr geben soll, wie Regierungssprecher Florian Engels am Freitag mitteilte. Ab Mittwoch sollen Grundschulen schließen, falls der Wert 200 erreicht ist; an Kitas soll in diesem Fall eine Notbetreuung eingerichtet werden.

Bisher sind nur weiterf√ľhrende Schulen im Distanzunterricht. Das Kabinett komme am Samstag zu einer Sondersitzung zusammen, k√ľndigte Engels an. Die Schlie√üung von Schulen und Kitas ab der Inzidenz 200 und eine Ausgangsbeschr√§nkung sind auch in der Bundes-Notbremse geplant, letztere aber bereits ab 21.00 Uhr.

Astrazeneca-Impfstoff wird ab sofort in Sachsen-Anhalt abgef√ľllt

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca soll in Sachsen-Anhalt fr√ľher als geplant abgef√ľllt werden: Ab sofort steige das Pharmaunternehmen IDT Biologika in die Produktion ein, teilte Firmenchef J√ľrgen Betzing am Freitag mit. Grund daf√ľr seien kurzfristig frei gewordene Kapazit√§ten, die das Pharmaunternehmen Merz Pharma freigegeben hatte. Urspr√ľnglich war der Beginn der Produktion f√ľr Anfang 2023 geplant.

In den kommenden drei Monaten sollen in Dessau-Ro√ülau nun mindestens zehn Millionen Impfdosen des britisch-schwedischen Herstellers abgef√ľllt werden. Danach laufen die vertraglich vereinbarten Rechte f√ľr Astrazeneca zun√§chst aus.

Laut IDT-Biologika-Chef Betzing f√ľhrt das Unternehmen zudem Gespr√§che um eine m√∂gliche Abf√ľllung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V. "Es gibt Gespr√§che, aber das sind einfach nur Gespr√§che. Mehr nicht" sagte der Unternehmenschef.

Arztpraxen bekommen Ende April keinen Astrazeneca-Impfstoff

Die Arztpraxen in Deutschland erhalten in der letzten Aprilwoche keinen Astrazeneca-Impfstoff mehr. Es seien in der Tat Dosen des Herstellers weggefallen, best√§tigte das Gesundheitsministerium am Freitag gegen√ľber Reuters. Insgesamt sollen die Praxen in der 17. Kalenderwoche ‚Äď also zwischen dem 26. April und 2. Mai ‚Äď gut zwei Millionen Impfdosen erhalten. Diese kommen dem Ministerium zufolge nun ausschlie√ülich von Biontech, das zuletzt zus√§tzliche Lieferungen zugesagt hatte.

Beim Impfgipfel vor einem Monat waren den Praxen f√ľr die letzte Aprilwoche sogar √ľber drei Millionen Dosen in Aussicht gestellt worden, also eine Million mehr als jetzt geplant. Das Ministerium verwies hier auf die Unsicherheiten bei den Zusagen der Hersteller.

Indische Mutation erstmals in Großbritannien festgestellt

Die britischen Gesundheitsbeh√∂rden haben erstmals mehrere Infektionsf√§lle gemeldet, die auf die zuerst in Indien festgestellte Virusvariante B.1.617 zur√ľckzuf√ľhren sind. Sie sei in 77 F√§lle festgestellt worden, wie Public Health England (PHE) mitteilte. Die Variante enth√§lt verschiedene Mutationen, wie E484Q, L452R und P681R.

Der Medizinprofessor Paul Hunter von der "University of East Anglia", sagte laut dem britischen "Guardian", die Ankunft der neuen Variante sei beunruhigend. Es k√∂nnte sein, dass sie sich schwieriger durch Impfungen unter Kontrolle bringen lasse, als die Variationen, die in Brasilien und S√ľd-Afrika entdeckt wurden. Auch die Direktorin der "Clinical Operational Research Unit" der University College London, Christina Pagel, zeigte sich besorgt. Es sei l√§cherlich, dass Reisen nach Indien noch erlaubt seien, sagte Pagel dem "Guardian". Sie empfahl dem britischen Premier Boris Johnson, seine Reise abzusagen.

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In Indien verzeichnen die Beh√∂rden derzeit einen starken Anstieg der Neuinfektionen. Experten zufolge geht das auf Mutationen zur√ľck. Allerdings ist noch unklar, welche Rolle B 1.617 spielt. In Indien spielt auch die in Gro√übritannien entdeckte Variante eine gro√üe Rolle, die nachgewiesenerma√üen ansteckender ist. Der nordindische Bundesstaat Punjab, der in letzter Zeit eine der h√∂chsten Todesraten des Landes zu verzeichnen hat, fand zuletzt in 81 Prozent der Covid-Proben die hochansteckende Variante. Mediziner am All India Institute of Medical Sciences in Neu-Delhi stellten fest, dass ein Patient jetzt bis zu neun von zehn Kontaktpersonen ansteckt, verglichen mit bis zu vier im vergangenen Jahr.

Großbritannien gilt nicht mehr als Corona-Risikogebiet

Gro√übritannien gilt nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Auf der vom Robert-Koch-Institut am Freitag ver√∂ffentlichten Liste wurde das Vereinigte K√∂nigreich als Risikogebiet gestrichen. Gleiches gilt f√ľr die Regionen Mid-West und South-East in Irland, die Region Pirkanmaa in Finnland und Barbardos.

Neu als Risikogebiete eingestuft wurden dagegen die bei Touristen beliebte Algarve in Portugal sowie die zu dem Land gehörenden Azoren, die autonome Gemeinschaft Kastilien-La Mancha in Spanien und die Vereinigten Arabischen Emirate, die zuvor bereits Hochinzidenzgebiet waren. Als Hochinzidenzgebiet gilt nun Argentinien.

F√ľr Einreisen aus allen Corona-Risikogebieten gelten rechtliche Vorgaben f√ľr Kontrollen, Test- und Quarant√§nepflichten. Bei Hochinzidenzgebieten und bei den Gebieten, in denen Varianten des Coronavirus h√§ufig vorkommen, sind diese Vorgaben besonders streng.

K√∂ln f√ľhrt Ausgangssperren ein

Die Corona-Lage in Köln spitzt sich zu, die Sieben-Tage-Inzidenz ist weiterhin hoch. Die Stadt ergreift nun weitere Maßnahmen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Corona-Ausbruch: Rewe-Filiale muss schließen

18 Mitarbeiter einer Rewe-Filiale in Bayreuth sollen mit dem Coronavirus infiziert sein, die betroffene Filiale musste schlie√üen. Wie der "Bayerische Rundfunk" berichtet, habe der Ladenbetreiber einen "Systemfehler" als Grund f√ľr die Schlie√üung genannt.

Das Landratsamt hatte von 18 Mitarbeitern gesprochen, die nun in Quarant√§ne sind. Der Konzern wollte zur H√∂he der Infizierten des Marktes keine Angaben machen. Kunden wurden √ľber den Corona-Ausbruch nicht informiert. Dass sich jemand angesteckt haben k√∂nnte, sch√§tzten die Beh√∂rden gegen√ľber dem "BR" jedoch als unwahrscheinlich ein.

Wissenschaftlicher Dienst hat Zweifel an Ausgangsbeschränkungen

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat Zweifel an der verfassungsrechtlichen Zul√§ssigkeit der im neuen Infektionsschutzgesetz geplanten n√§chtlichen Ausgangsbeschr√§nkung. Diese sei "kritisch zu bewerten", hei√üt es in einem aktuellen Gutachten, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. "Ob sie einer abschlie√üenden verfassungsgerichtlichen Pr√ľfung standhielte, d√ľrfte zweifelhaft sein", hei√üt es darin weiter.

In dem Gutachten wird au√üerdem kritisiert, dass die √Ąnderung des Infektionsschutzgesetzes, die am Freitag in erster Lesung vom Bundestag beraten wurde, keine Ausnahmen f√ľr Geimpfte vorsieht. Diese m√ľssten erg√§nzt werden. Verfassungsrechtler vertr√§ten "ganz √ľberwiegend (falls nicht sogar einhellig) die Auffassung, dass Grundrechtseingriffe f√ľr Geimpfte grunds√§tzlich nicht mehr zu rechtfertigen sind".

Der Wissenschaftliche Dienst vertritt in dem Gutachten zugleich die Auffassung, dass der Gesetzgeber in der aktuellen Krisensituation die Pflicht habe, zum Schutz der Bev√∂lkerung t√§tig zu werden. "Dabei hat er einen gro√üz√ľgig zu bemessenden Gestaltungsspielraum."

Olaf Scholz: Der 62-Jährige Vize-Kanzler und Bundesfinanzminister wurde Mitte April mit Astrazeneca geimpft.
Olaf Scholz: Der 62-Jährige Vize-Kanzler und Bundesfinanzminister wurde Mitte April mit Astrazeneca geimpft. (Quelle: imago-images-bilder)

Vizekanzler Olaf Scholz ist geimpft

Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz hat sich impfen lassen. Ihm wurde das Mittel von Astrazeneca verabreicht. Mehr dazu lesen Sie hier.

Lauterbach: Dritte Welle nur mit Ausgangsbeschränkung zu brechen

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat eindringlich f√ľr eine schnelle Umsetzung der geplanten Ausgangsbeschr√§nkungen am Abend gegen die dritte Corona-Welle geworben. "Es wird alleine nicht reichen, aber in keinem Land ist es gelungen, eine Welle mit Variante B.1.1.7 noch einmal in den Griff zu bekommen, ohne dass man nicht auch das Instrument der Ausgangsbeschr√§nkung, und nicht -sperre, genutzt h√§tte", sagte Lauterbach bei der ersten Beratung der Pl√§ne f√ľr eine "Bundes-Notbremse" im Bundestag. Diese besonders ansteckende Virusvariante nimmt in Deutschland laut Robert Koch-Institut einen Anteil von 90 Prozent ein.

Es sei nicht die Zeit, komplizierte Bedenken anzumelden, sagte Lauterbach an die Adresse von FDP-Chef Christian Lindner. Lindner hatte sich zwar grundsätzlich hinter die geplanten Maßnahmen im Infektionsschutzgesetz gestellt, aber die darin vorgesehenen Ausgangsbeschränkungen kritisiert. Lauterbach sagte: "Wir brauchen Pragmatismus und keine gegenseitige Aufklärerei, was alles nicht funktioniert."

WHO besorgt: Fast höchste Infektionsrate seit Pandemiebeginn

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist besorgt √ľber den Anstieg der weltweit gemeldeten Corona-Infektionen und Todesf√§lle. "Die Zahl neuer F√§lle pro Woche hat sich in den vergangenen zwei Monaten fast verdoppelt", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag in Genf. Mehr dazu lesen Sie hier.

D√§nemark √∂ffnet wieder ‚Äď schneller als gedacht

Zuschauer in den Stadien und G√§ste im Restaurant: Wegen einer guten Entwicklung der Infektionszahlen lockert D√§nemark die Corona-Beschr√§nkungen schneller als bisher geplant. "D√§nemark befindet sich in einer Situation, in der wir noch mehr √∂ffnen k√∂nnen", erkl√§rte die Regierung am Freitag. "Das ist verantwortbar und sehr positiv, aber wir m√ľssen unsere guten Gewohnheiten beibehalten."

Gr√∂√üte Neuigkeit bei den Beschl√ľssen der Regierung: Zuschauer d√ľrfen ab kommendem Mittwoch wieder in die Stadien. Zugangsvoraussetzung ist der "Coronapass", der entweder eine Impfung, eine j√ľngst √ľberstandene Infektion oder einen negativen Coronatest innerhalb der vergangenen 72 Stunden nachweist. Im Stadion m√ľssen die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden.

Auch Restaurants sollen bereits ab Mittwoch wieder √∂ffnen k√∂nnen, urspr√ľnglich war dies erst ab dem 6. Mai geplant. F√ľr einen Besuch muss reserviert und der "Coronapass" vorgelegt werden, ab 22 Uhr d√ľrfen keine Bestellungen mehr abgegeben werden. Um im Au√üenbereich von Restaurants etwas zu trinken, ist kein "Coronapass" n√∂tig.

Auch die Zahl der Menschen, die sich treffen d√ľrfen, wird erh√∂ht. In Innenr√§umen sind ab Mittwoch zehn Menschen erlaubt, im Freien sind es 50. Ab dem 11. Juni sollen im Freien gar keine Begrenzungen mehr gelten, in Innenr√§umen sollen es nicht mehr als 100 Menschen sein.

In Dänemark mit seinen 5,8 Millionen Einwohnern liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen derzeit viermal niedriger als im Dezember, als das Land in einen Teil-Lockdown ging. Bis August sollen alle Menschen geimpft sein.

Hausärzte können Impfstoff selbst aussuchen

Die Kassen√§rztliche Bundesvereinigung (KBV) l√§sst Haus√§rzte den Impfstoff f√ľr ihre Patienten k√ľnftig selbst aussuchen. "Sie geben auf dem Rezept an, von welchem Impfstoff sie wie viele Dosen ben√∂tigen. Dies gilt erstmals f√ľr die Woche vom 26. April bis 2. Mai, f√ľr die der Bund Vakzine von Biontech und Astrazeneca bereitstellen wird", hei√üt es in einem Schreiben der KBV, das der D√ľsseldorfer "Rheinischen Post" einem Vorabbericht zufolge vorliegt. Die Bestellmenge pro Arzt sei auf 18 bis 30 Biontech-Dosen und zehn bis 50 Astrazeneca-Dosen begrenzt.

Politiker Dietmar Bartsch hat sich impfen lassen

Der Bundestagsabgeordnete und Co-Vorsitzende der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, hat sich impfen lassen. Er teilte in den sozialen Medien ein Bild von sich w√§hrend der Prozedur. Dazu schrieb er: "Heute wurde mir die erste Impfdosis verabreicht. Ich bin der festen √úberzeugung: Mit z√ľgigem #Impfen machen wir einen gro√üen Schritt aus der #Pandemie." Mit welchem Impfstoff sich der 63-J√§hrige hat impfen lassen, ist nicht bekannt.

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Lambrecht fordert mehr Freiheiten f√ľr Geimpfte

Wer gegen Corona geimpft und nicht mehr ansteckend ist, soll nach Worten von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) wieder mehr Freiheiten bekommen. "Menschen, die geimpft sind und von denen nachweisbar keine Gefahr f√ľr andere ausgeht, m√ľssen zur√ľckkommen zur Normalit√§t", sagte Lambrecht den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Es gibt keine Rechtfertigung mehr f√ľr die Einschr√§nkung ihrer Grundrechte. Wir m√ľssen deshalb die Grundrechtseinschr√§nkungen f√ľr Geimpfte aufheben", sagte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht.

Christine Lambrecht: Sie ist f√ľr mehr Freiheit f√ľr Geimpfte.
Christine Lambrecht: Sie ist f√ľr mehr Freiheit f√ľr Geimpfte. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

Lambrecht deutete an, dass es unterschiedliche Regelungen bei den verschiedenen Impfstoffen geben k√∂nnte. "Die Einschr√§nkung von Grundrechten kann bei denjenigen Impfstoffen aufgehoben werden, bei denen nachgewiesen ist, dass keine Ansteckungsgefahr mehr besteht, die diese Einschr√§nkung rechtfertigen w√ľrde", sagte die SPD-Politikerin. Wissenschaftler m√ľssten sagen, welche Impfung welche Wirkung habe. Falls von den Geimpften noch ein Ansteckungsrisiko ausgehe, k√∂nnten Einschr√§nkungen nicht aufgehoben werden.

Die Justizministerin pl√§diert daf√ľr, die Regeln schnell auf den Weg zu bringen. Bei den Privilegien nannte sie etwa die Aufhebung von Besuchsverboten. Eine Maskenpflicht h√§lt die SPD-Politikerin hingegen auch f√ľr Geimpfte vertretbar.

Pfizer-Chef: Dritte Impfung mit Biontech wohl nötig

Der Chef des Pharmaunternehmens Pfizer, Albert Boula, geht davon aus, dass die Impfung gegen das Coronavirus aufgefrischt werden muss. Das berichtet der US-amerikanische Fernsehsender CNBC. Nach den zwei Impfungen zu Beginn m√ľsse die Immunisierung wohl nach zw√∂lf Monaten wieder aufgefrischt werden. Danach m√ľsse m√∂glicherweise j√§hrlich eine weitere Impfung folgen, √§hnlich wie bei der Grippeimpfung. Hier lesen Sie mehr.

Mecklenburg-Vorpommern zieht Corona-Notbremse

Mecklenburg-Vorpommern zieht ab Montag die Corona-Notbremse. Landesweit d√ľrfen private Treffen dann nur noch mit h√∂chstens einer Person au√üerhalb des eigenen Hausstandes stattfinden, wie Ministerpr√§sidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstagabend in Schwerin ank√ľndigte. Kinder bis 14 Jahre z√§hlen nicht mit. Die entsprechenden Vorschl√§ge sollen am Freitag dem Landtag vorgelegt werden, erl√§uterte Schwesig.

Au√üerdem sollen die Schulen und die meisten Gesch√§fte sowie Museen und Freizeiteinrichtungen schlie√üen. Lediglich f√ľr die Abschlussklassen soll es weiterhin Pr√§senzunterricht geben. Zu den Ausnahmen im Einzelhandel z√§hlen neben Lebensmittell√§den, Apotheken und Drogerien auch Baum√§rkte, Buch- und Blumengesch√§fte. Friseure k√∂nnen ebenfalls ge√∂ffnet bleiben. Fahrschulen m√ľssen hingegen weitgehend schlie√üen.

Die Kindertagesst√§tten schlie√üen ab Montag ebenfalls, dies hatte das Sozialministerium bereits am Mittwoch verf√ľgt. F√ľr Kitakinder und j√ľngere Sch√ľler bis Klasse sechs gibt es eine Notbetreuung. Wer au√üerhalb von Mecklenburg-Vorpommern lebt, soll w√§hrend des landesweiten Shutdowns seinen Zweitwohnsitz in MV nicht aufsuchen d√ľrfen. Das soll auch f√ľr Dauercamper und Tagestouristen von au√üerhalb gelten, so Schwesig.

Mehr häusliche Gewalt in der Corona-Krise

Zu den negativen Begleiterscheinungen der Ma√ünahmen zur Eind√§mmung der Corona-Pandemie geh√∂rt ein Anstieg der Gewalt in Familien und Paarbeziehungen. Die Zahl der F√§lle von h√§uslicher Gewalt, die der Polizei bekannt wurden, lag im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent √ľber dem Wert des Vorjahres. Bei Gewalt in der Partnerschaft registrierten die Beh√∂rden einen Anstieg um rund vier Prozent, wie der Pr√§sident des Bundeskriminalamtes, Holger M√ľnch, am Donnerstag in Berlin mitteilte.

M√ľnch wies allerdings auf die nur eingeschr√§nkte Aussagekraft dieser Zahlen hin, da erstens durch die reduzierte soziale Kontrolle in der Zeit des Lockdowns ein Teil der Straftaten, die im privaten Bereich begangen worden, wom√∂glich unentdeckt blieb. Zweitens seien die Auswirkungen des zweiten Lockdowns im Herbst 2020 wegen der zeitlichen Verz√∂gerung bei der statistischen Erfassung der Straftaten in dieser Betrachtung noch nicht vollumf√§nglich enthalten.

"Ich bef√ľrchte eine √§hnliche Entwicklung auch im weiteren Verlauf des letzten Jahres, allerdings fehlen uns umfassende Opferstatistiken", sagte die Gr√ľnen-Innenpolitikerin Irene Mihalic. Ihre Fraktion habe bereits konkrete Vorschl√§ge zur "besseren Erfassung und Bek√§mpfung von Hasskriminalit√§t gegen Frauen" vorgelegt. "Wir m√ľssen Frauen wesentlich besser vor Partnerschaftsgewalt in all ihren Auspr√§gungen sch√ľtzen", f√ľgte sie hinzu. F√ľr den Herbst 2021 haben die Sicherheitsbeh√∂rden ein umfassenderes Lagebild zu h√§uslicher Gewalt und Partnerschaftsgewalt angek√ľndigt.

Norwegen vertagt endg√ľltige Entscheidung zu Astrazeneca

Nach D√§nemark k√∂nnte auch Norwegen dauerhaft auf den Corona-Impfstoff von Astrazeneca verzichten ‚Äď eine Entscheidung dazu hat die Regierung in Oslo nun aber zun√§chst vertagt. Ein endg√ľltiger Entschluss werde erst gefasst, nachdem ein Expertenausschuss bis zum 10. Mai seine Einsch√§tzung zum Einsatz des Impfstoffes sowie zum Mittel des US-Herstellers Johnson & Johnson gegeben habe, sagte Gesundheitsminister Bent H√łie am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Oslo.

Parallel empfahl das nationale Gesundheitsinstitut FHI, das Astrazeneca-Prapar√§t wegen des Risikos seltener, aber schwerwiegender Nebenwirkungen g√§nzlich aus der laufenden Impfkampagne zu streichen. Es gebe mittlerweile deutlich mehr Erkenntnisse √ľber den Zusammenhang zwischen dem Vakzin und seltenen, schweren F√§llen von Blutgerinnseln, Blutungen und niedrigen Blutpl√§ttchenzahlen, wurde der f√ľr den Infektionsschutz zust√§ndige FHI-Direktor Geir Bukholm in einer Beh√∂rdenmitteilung zitiert.

Norwegen hatte den Einsatz des Impfstoffes des britisch-schwedischen Unternehmens am 11. März vorsorglich ausgesetzt, nachdem seltene Fälle von Blutgerinnseln nach der Impfung aufgetreten waren, darunter auch Todesfälle. Dieser Stopp wurde später verlängert.

Notbremse gilt in Baden-W√ľrttemberg ab Montag

Baden-W√ľrttemberg wird die angek√ľndigte "Notbremse" der Bundesregierung schon ab kommendem Montag umsetzen. Dies teilte Gesundheitsminister Manne Lucha (Gr√ľne) am Donnerstag in Stuttgart mit. Da man die Corona-Verordnung des Landes ohnehin am Wochenende verl√§ngern m√ľsse, w√ľrden die vorgesehenen Versch√§rfungen des Bundes direkt mit eingearbeitet. "Wir warten nicht auf den Bund, wir m√ľssen jetzt handeln. Jeder Tag z√§hlt in der Pandemiebek√§mpfung und wir wollen den Menschen in einer Woche nicht schon wieder eine neue Verordnung pr√§sentieren", sagte Lucha.

Das Bundeskabinett hatte am Dienstag eine √Ąnderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen, die bundeseinheitliche Ma√ünahmen f√ľr Regionen mit vielen Neuinfektionen vorsieht. Kommende Woche sollen die Neuerungen erst vom Parlament beschlossen werden und dann den Bundesrat passieren.

Mecklenburg-Vorpommern will Notbremse ziehen

Mecklenburg-Vorpommern steht wegen der Corona-Pandemie kurz vor einem Lockdown mit Ausgangsbeschr√§nkungen sowie fl√§chendeckenden Schul- und Ladenschlie√üungen. Das geht aus einem Beschlussentwurf f√ľr den Landtag hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Am Donnerstag sollte zun√§chst der MV-Gipfel mit Vertretern von Landesregierung, Kommunen, Wirtschaft und Sozialverb√§nden dar√ľber beraten.

Die Kontakt- und Ausgangsbeschr√§nkungen orientieren sich demnach an der geplanten Novelle des Bundesinfektionsschutzgesetzes. Das hei√üt: n√§chtliche Ausgangssperre und ansonsten Treffen mit h√∂chstens einer Person au√üerhalb des eigenen Hausstandes. Wann genau der Lockdown beginnen soll, bleibt offen. Die Rede ist von "unverz√ľglich".

Das Land könne die Verabschiedung des Gesetzes im Bundestag aufgrund der Dynamik des Infektionsgeschehens nicht abwarten. Die Corona-Infektionszahlen sind in MV zuletzt sprunghaft gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte am Mittwoch 158,3. Auch zur Dauer des Lockdowns gibt es in dem Papier keine Angaben.

EU-Kommissionschefin von der Leyen mit Biontech geimpft

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen ist am Donnerstag gegen das Coronavirus geimpft worden. "Nachdem wir die 100 Millionen Impfungen in der EU √ľberschritten haben, bin ich sehr froh, dass ich heute meine erste Spritze mit Covid-19-Impfstoff bekommen habe", schrieb die 62-J√§hrige auf Twitter.

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Nach Angaben eines Sprechers war von der Leyen nach den Regeln des EU-Gastlandes Belgien an der Reihe und erhielt den von Belgien gelieferten Impfstoff von Biontech/Pfizer. Es seien inzwischen sieben der 27 Kommissare geimpft, f√ľgte er hinzu. Ein Foto zeigte von der Leyen mit einem Pflaster in EU-Farben auf dem linken Oberarm.

Auch Innenminister Horst Seehofer ist nun geimpft. Er sei seit dem Vortag geimpft, sagte der CSU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Er sei aufgrund seines Alters und seiner Vorerkrankungen berechtigt gewesen. Seehofer ist 71 Jahre alt. Seehofer betonte, er habe die Impfung nicht √∂ffentlich zelebrieren wollen. "Sondern das macht man zum Schutz von sich und der B√ľrgerschaft oder seinen Personen, mit denen man zu tun hat."

Laschet: Idee zum Br√ľcken-Lockdown "l√§cherlich gemacht"

NRW-Ministerpr√§sident Armin Laschet (CDU) hat in der Corona-Pandemie zu entschlossenem Handeln aufgerufen. "Die Lage ist dramatisch", sagte Laschet am Donnerstag im Landtag in D√ľsseldorf. "Besonders die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich von Tag zu Tag weiter zu." Deshalb gelte: "Wir m√ľssen jetzt handeln."

Laschet verteidigte seine Idee eines "Br√ľcken-Lockdowns" vom Osterwochenende. "Man hat die Idee l√§cherlich gemacht", sagte er. H√§tte man stattdessen den von ihm vorgeschlagenen schnellen harten Lockdown "als Teil einer Br√ľcke zu mehr Perspektiven" umgesetzt, w√§re man heute schon weiter.

Zehntausende Menschen in London brauchen Corona-Test

Nach mehreren Corona-Infektionen mit der s√ľdafrikanischen Virusvariante werden in London Zehntausende B√ľrger getestet. Am Donnerstag sollten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in einem n√∂rdlichen Bezirk der britischen Hauptstadt Massentests durchgef√ľhrt werden. Zuvor waren seit Anfang der Woche bereits in den s√ľdlichen Bezirken Lambeth und Wandsworth massenhaft Anwohner getestet wurden.

Bei der Testoffensive, die in √§hnlicher Form auch bereits in anderen Teilen Englands durchgef√ľhrt wurde, geht es darum, Ansteckungsherde gef√§hrlicher Varianten aufzudecken. Die Ma√ünahme wird immer dann eingesetzt, wenn F√§lle solcher Varianten entdeckt werden, deren Infektionskette nicht klar zur√ľckzuverfolgen ist.

Die erstmals im August 2020 in S√ľdafrika nachgewiesene Variante verbreitet sich √§hnlich wie die britische deutlich schneller, weil sie sich schneller an menschliche Zellen binden kann. Aber sie steht auch im Verdacht, zudem der Immunantwort des Menschen besser zu entkommen.

Scholz zu Ausgangsbeschr√§nkungen: "Das hat √ľberall geholfen"

Vize-Kanzler Olaf Scholz (SPD) verteidigt in der ARD die geplanten Ausgangsbeschr√§nkungen. Sie seien lebensnah, es gebe Ausnahmen. "Das hat √ľberall geholfen, in vielen Staaten der Welt ist das gemacht worden ‚Äď und es hat die Inzidenzwerte nach unten gebracht." Oberhalb von 100 Infektionsf√§llen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche m√ľsse etwas geschehen, um die Ausbreitung des Virus einzugrenzen. "Wir wollen strenge Regeln haben." Und sie sollten einheitlich im ganzen Land sein, das werde n√§chste Woche beschlossen.

Finanzminister Olaf Scholz: Er h√§lt die Ausgangsbeschr√§nkungen f√ľr angemessen.
Finanzminister Olaf Scholz: Er h√§lt die Ausgangsbeschr√§nkungen f√ľr angemessen. (Quelle: J√ľrgen Heinrich/imago-images-bilder)

Intensivmediziner: Keine Zeit zu diskutieren

Deutschlands Intensivmediziner fordern von der Politik sofort harte Corona-Schutzma√ünahmen. "Wir k√∂nnen es uns nicht leisten, noch wochenlang zu diskutieren", warnte der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters der Deutschen Interdisziplin√§ren Vereinigung f√ľr Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Christian Karagiannidis, im "Tagesspiegel". Mehr dazu lesen Sie hier.

Risikoanalyse zu Astrazeneca-Vakzin kommt

Im Zusammenhang mit seltenen Fällen von Hirnthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung plant die Europäische Arzneimittelbehörde EMA nun eine Analyse zu Risiken und Nutzen des Corona-Impfstoffs. Dies teilte die Behörde am Mittwoch in Amsterdam nach einem Treffen der EU-Gesundheitsminister mit.

√úberpr√ľft werden sollen die allgemeinen Daten zu Impfungen und zum Verlauf der Pandemie wie Infektionsraten, Aufnahmen in Krankenh√§user, Sterblichkeit und Krankheitsh√§ufigkeit. Trotz einiger seltener F√§lle von Hirnvenenthrombosen gibt die EMA bisher uneingeschr√§nkt gr√ľnes Licht f√ľr den Wirkstoff.

Dresdner Klinikchef f√ľr Aufhebung der Impfpriorisierung

Angesichts des Infektionsgeschehens und der sich mit Corona-Patienten f√ľllenden Krankenh√§user hat der Medizinische Vorstand des Universit√§tsklinikums Dresden, Michael Albrecht, die Aufhebung der Impfpriorisierung gefordert. "Jetzt geht es um Geschwindigkeit", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Man m√ľsse verst√§rkt die impfen, die viel unterwegs sind, Kontakte haben und gef√§hrdeter sind, sich anzustecken. "Es geht darum, in kurzer Zeit m√∂glichst viele Leute zu impfen und sich nicht endlos in b√ľrokratischen Diskussionen um Priorisierungslisten aufzuhalten", so Albrecht.

"Man muss nur nach England oder Israel schauen, wo Fu√üballspiele wieder mit Publikum m√∂glich sind und Restaurants √∂ffnen, das ist der Effekt einer hohen Durchimpfungsquote." Daran sei ablesbar, dass nicht √Ėffnungen und Schlie√üungen der Weg sind. "Die einzige Chance, die wir haben, ist, dass 70 Prozent der Bev√∂lkerung geimpft sind, und das so schnell wie m√∂glich."

Johnson & Johnson-Impfstopp in den USA: Beratergremium vertagt sich

Nach der vor√ľbergehenden Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson in den USA hat sich ein Beratergremium der US-Gesundheitsbeh√∂rde CDC daf√ľr ausgesprochen, vor einer Empfehlung zum weiteren Vorgehen zun√§chst mehr Informationen zu sammeln. Das entschieden die Mitglieder des Gremiums am Mittwoch nach stundenlanger Diskussion bei einem kurzfristig angesetzten Notfalltreffen. In etwa einer Woche solle es ein weiteres Treffen geben, hie√ü es.

Bericht: Juristen im Kanzleramt äußern rechtliche Bedenken

Auch Experten im Bundeskanzleramt haben laut einem Medienbericht rechtliche Bedenken angesichts der Notbremse des Bundes zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Mehrere Referate des Kanzleramts stellten laut einem Bericht der "Bild" die Verhältnismäßigkeit der geplanten nächtlichen Ausgangssperre in Frage. Hier lesen Sie mehr.

Lauterbach f√ľr Notfallzulassung von Curevac

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach empfiehlt nach dem Lieferstopp des Impfstoffes von Johnson & Johnson, das Vakzin des deutschen Herstellers Curevac schneller zuzulassen. "Wenn Curevac ähnlich gut wirkt wie Biontech oder Moderna, was zu erwarten ist, sollte der Impfstoff schnellstmöglich zugelassen und verimpft werden", sagte Lauterbach dem Spiegel. Auf die Zulassung der europäische Arzneimittelagentur EMA solle man nicht warten, da man sich aktuell in einer Notlage befinde.

Bremen erreicht eine Impfquote von 20 Prozent

Bremen impft am schnellsten: Bereits ein F√ľnftel der Bev√∂lkerung der Hansestadt hat die Corona-Impfung erhalten. Bundesweit liegt die Quote niedriger. Mehr dazu lesen Sie hier.

Putin erhält zweite Impfung

Russlands Pr√§sident Wladimir Putin ist nach eigenen Angaben vollst√§ndig gegen das Coronavirus geimpft. Er habe gerade seine zweite Corona-Impfdosis erhalten, sagte der Kremlchef am Mittwoch bei einer im Fernsehen √ľbertragenen Videokonferenz. Die Russen rief er auf, es ihm nachzutun.

"Ich m√∂chte Sie dar√ľber informieren, dass ich kurz vor Betreten dieses Raums meine zweite Impfung hatte", sagte Putin. "Ich gehe davon aus, dass Sie, die Sie auf sich selbst und Ihre Liebsten achtgeben, dasselbe tun und meinem Beispiel folgen werden."

Die erste Corona-Impfung hatte Putin Ende M√§rz erhalten. Angaben dazu, welchen der drei russischen Impfstoffe er erhielt, machte der Kreml damals nicht. Obwohl der bekannteste russische Impfstoff Sputnik V mittlerweile in Dutzenden L√§ndern zugelassen worden ist, stehen viele Russen einer Corona-Impfung kritisch gegen√ľber.

Dänemark streicht Astrazeneca komplett

Dänemark will vollständig auf den Corona-Impfstoff von Astrazeneca verzichten. Das bestätigten die Behörden am Mittwoch. Mehr dazu lesen Sie hier.

Abgelegene Insel meldet Impfquote von 100 Prozent

Die Insel Fair Isle im √§u√üersten Norden Schottlands gilt als der abgelegenste Flecken des britischen Archipels, auf dem Menschen zu Hause sind. Nun hat das Eiland zwischen den Orkney- und den Shetland-Inseln noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Alle Erwachsenen sind dort inzwischen vollst√§ndig gegen das Coronavirus geimpft ‚Äď insgesamt 48 Frauen und M√§nner.

Wie die BBC am Mittwoch berichtete, erreichte die Insel in dieser Woche eine Lieferung mit Astrazeneca-Impfstoff per Kleinflugzeug. Damit habe allen erwachsenen Bewohnern eine zweite Impfdosis verabreicht werden können. Der Impfstoff von Biontech sei nicht infrage gekommen, weil zur Lagerung extrem niedrige Temperaturen erforderlich sind.

Lauterbach: "Notbremse ziehen wir zu spät und nicht fest genug"

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach mahnt, die Ma√ünahmen der Notbremse k√∂nnten nicht ausreichen. Der Epidemiologe verteidigte dabei insbesondere die in der Kritik stehende Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Das Gesetz d√ľrfe nicht verw√§ssert werden, sagte er im "Deutschlandfunk".

Auf Twitter schrieb der Politiker: "Die Notbremse ziehen wir zu spät und nicht fest genug." Die Länder sollten nicht länger warten: "Verlorene Zeit verlängert Lockdown unnötig und kostet Menschenleben."

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Keine Erstimpfungen mehr? Brandenburg schlägt Alarm

Wegen Engp√§ssen bei der Lieferung von Impfstoffen k√∂nnten Erstimpfungen f√ľr Biontech und Moderna in Brandenburg nach Angaben der Landesregierung in den n√§chsten Wochen auf Null gefahren werden. Alle Infos lesen Sie hier.

Bericht: EU will Impfstoffverträge mit zwei Herstellern nicht verlängern

Die EU-Kommission will einem Medienbericht zufolge die Impfstoffvertr√§ge mit Astrazeneca und Johnson & Johnson nicht verl√§ngern. Br√ľssel wolle sich stattdessen auf die mRNA-basierten Covid-19-Vakzine wie die von Pfizer/Biontech und Moderna konzentrieren, berichtete die Zeitung "La Stampa" mit Verweis auf das italienische Gesundheitsministerium. Mehr dazu lesen Sie hier.

Immunologen warnen vor Scheitern der Impfstrategie

Nach dem Stopp der Impfungen von Johnson & Johnson (J&J) in den USA fordern deutsche Immunologen von der Bundesregierung schnelle Nachbestellungen von mRNA-Impfstoffen ‚Äď notfalls im nationalen Alleingang. "Wenn es sich bewahrheitet, dass die Nebenwirkungen √§hnlich h√§ufig sind, w√§re die Konsequenz, dass wir in Deutschland auch den Impfstoff von J&J ebenso wie Astrazeneca nicht f√ľr die unter 60-J√§hrigen verwenden sollten", sagt der Generalsekret√§r der Deutschen Gesellschaft f√ľr Immunologie, Carsten Watzl, der Zeitung "Augsburger Allgemeinen".

Hirnvenenthrombosen scheinen seiner Ansicht nach eine generelle Nebenwirkung der Vektorimpfstoffe zu sein. F√ľr die Impfung der unter 60-J√§hrigen stehe jedoch bis Herbst nicht ausreichend mRNA-Impfstoff zur Verf√ľgung, was mangels Herdenimmunit√§t eine vierte Pandemiewelle ausl√∂sen k√∂nnte. Deswegen m√ľsse die Bundesregierung sowohl mit Biontech als auch mit Curevac in neue Verhandlungen treten und mehr Impfdosen f√ľr Deutschland sichern. "Deutschland sollte hier einen Alleingang wagen, da es √ľber die EU zu lange dauert und jetzt viele andere L√§nder √§hnlich aktiv werden."

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bef√ľrchtet wegen des Stopps allerdings keinen nachhaltigen Schaden f√ľr die Impfkampagne in Deutschland. "Das ist zun√§chst ein R√ľckschlag, aber ich glaube nicht, dass es ein permanenter R√ľckschlag ist", sagt Lauterbach im Deutschlandfunk. Die in den USA nach Impfungen aufgetretenen Thrombosef√§lle seien nach den F√§llen bei dem √§hnlichen Impfstoff von Astrazeneca zu erwarten gewesen. Er gehe davon aus, dass die Komplikation so rar sei, dass der Impfstoff nach einiger Zeit wieder in den USA verimpft und der Impfstart dann auch in Europa beginnen werde. Sicherlich sei dann dar√ľber nachzudenken, den Impfstoff spezifisch bei den √ľber 60-J√§hrigen einzusetzen.

Usedom wieder f√ľr Besucher gesperrt

Wegen gestiegener Corona-Infektionszahlen gilt seit Mittwoch wieder ein Einreiseverbot f√ľr den Landkreis Vorpommern-Greifswald. Damit sind auch Ausfl√ľge von Tagestouristen und Besuche von Zweitwohnungsbesitzern ‚Äďohne "triftigen Grund" ‚Äď untersagt, wie ein Kreissprecher am Mittwoch erkl√§rte. Betroffen sind Deutschlands zweitgr√∂√üte Insel Usedom sowie das Stettiner Haff, wo traditionell viele Berliner, Brandenburger und Sachsen Feriensitze haben. Ein individuelles Interesse an freier Einreise m√ľsse hinter dem √∂ffentlichen Interesse, das regionale Gesundheitssystem funktionsf√§hig zu halten und die Neuinfektionen zu reduzieren, zur√ľckstehen.

Als "triftige Gr√ľnde" z√§hlen vor allem berufliche T√§tigkeiten oder ein Besuch der Kernfamilie, hei√üt es in der Verf√ľgung. Allein der Besuch in der Zweitwohnung sei kein "triftiger Grund." Um alles zu regeln, k√∂nnten die Zweitwohnungsbesitzer aber noch drei Tage kommen, also bis zum 17. April.

In dem Landkreis, der von Pasewalk √ľber Anklam, Usedom und Wolgast bis Greifswald reicht, lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag erstmals wieder √ľber 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (201,2). Da es sich um ein diffuses Infektionsgeschehen handelt, m√ľsse der Kreis solche Ma√ünahmen ergreifen, sagte ein Sprecher. Eine solches Einreiseverbot gab es schon von Mitte Januar an ein paar Wochen. Damals wies die Polizei Hunderte Autofahrer ab.

Moderna stuft Wirksamkeit seines Impfstoffs auf 90 Prozent herab

Das US-Pharmaunternehmen Moderna hat die Wirksamkeit seines Corona-Impfstoffs leicht herabgestuft. Der Impfstoff sch√ľtze zu 90 Prozent vor einer Covid-19-Erkrankung und zu 95 Prozent vor einem schweren Verlauf, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In einem im Dezember im "New England Journal of Medicine" ver√∂ffentlichten Artikel hatte Moderna die Wirksamkeit noch mit 94,1 Prozent angegeben.

Die neuen Ergebnisse stammen aus der laufenden dritten Phase einer klinischen Studie mit mehr als 30.000 Menschen in den USA. Den Grund f√ľr die gesunkene Wirksamkeit nannte das Unternehmen nicht, sie k√∂nnte jedoch auf die inzwischen zirkulierenden neuen Virusvarianten zur√ľckzuf√ľhren sein. Moderna arbeitet derzeit an zwei speziell gegen diese Corona-Mutanten wirkenden Versionen des Impfstoffs. Erste Ergebnisse aus Versuchen an M√§usen sind dem Unternehmen zufolge vielversprechend.

Das US-Pharmaunternehmen hat nach eigenen Angaben bislang (Stand 12. April) 132 Millionen Dosen seines Corona-Impfstoffs weltweit ausgeliefert, rund 117 Millionen Dosen davon gingen an die USA.

Indien meldet enorme Anzahl an Neuinfektionen

Indien verzeichnet mit 184.372 bestätigten Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden erneut einen weltweiten Höchstwert. Damit haben sich nun rund 13,9 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. 1027 weitere Menschen starben mit oder an dem Virus. Insgesamt sind es damit 172.085.

Indien weist nach den USA die h√∂chste Infektionszahl weltweit auf. Seit vergangener Woche meldet das Gesundheitsministerium jeden Tag mehr als 100.000 Neuinfektionen. Die Dunkelziffer d√ľrfte Experten zufolge in dem Land mit seinen 1,35 Milliarden Einwohnern aber deutlich h√∂her liegen.

Drosten h√§lt Corona-Notbremse allein nicht f√ľr ausreichend

Wegen der Lage auf den Intensivstationen erwartet der Virologe Christian Drosten, dass zus√§tzlich zur geplanten bundesweiten Corona-Notbremse weitere Ma√ünahmen n√∂tig sein werden. "Ich denke, dass man anhand der sich jetzt einstellenden Situation in den Krankenh√§usern auch noch mal anders reagieren muss", sagte der Corona-Experte von der Berliner Charit√© am Dienstag im Podcast "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. Dies m√ľsse sicherlich in "allern√§chster Zeit" geschehen. "Ich erwarte jetzt nicht ohne weiteres, dass man damit die Situation in der Intensivmedizin kontrollieren kann", sagte Drosten mit Blick auf die Entscheidung. Hier lesen Sie mehr.

Johnson & Johnson verschiebt Markteinf√ľhrung von Corona-Impfstoff in Europa

Der Pharmakonzern Johnson & Johnson verz√∂gert den Marktstart seines Impfstoffs in Europa. Das teilte der US-Konzern am Dienstag mit. Man habe Berichte √ľber Sinusvenenthrombosen erhalten und sich f√ľr die Verz√∂gerung entschieden. Der Konzern arbeite nun mit Experten und den Gesundheitsbeh√∂rden an der Untersuchung der F√§lle.

Die Europ√§ische Arzneimittelbeh√∂rde EMA hatte vergangene Woche mitgeteilt, F√§lle von Thrombosen nach einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson zu pr√ľfen. Es seien vier ernsthafte F√§lle von Blutgerinnseln aufgetreten, eine Person sei gestorben. Die Beh√∂rde hatte betont, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

Am Montag hatte Johnson & Johnson mit der Lieferung seines im M√§rz zugelassenen Impfstoffes in die EU-Staaten begonnen. Die Br√ľsseler Beh√∂rde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs. Gut 10 Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen.

US-Behörden setzen Impfung mit Johnson & Johnson aus

Die US-Gesundheitsbehörden haben am Dienstag zur Aussetzung der Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers Johnson & Johnson aufgerufen. Zuvor seien bei sechs Personen Fälle einer seltenen Blutverklumpung festgestellt worden, berichtet die Zeitung "New York Times" unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen.

Bei allen sechs Betroffenen habe es sich demnach um Frauen im Alter von 18 bis 48 Jahren gehandelt. Eine von ihnen sei gestorben, eine weitere befinde sich in kritischem Zustand. Bei den Bundeseinrichtungen wird die Verabreichung des Impfstoffs laut dem Bericht sofort ausgesetzt. Die Einrichtungen der Bundesstaaten seien aufgerufen, dies ebenfalls zu tun. Bislang sind in den USA sieben Millionen Dosen des Präparats von Johnson & Johnson verimpft worden.

Senat beschlie√üt mehr Freiheiten f√ľr Geimpfte in Berlin

Menschen, die gegen Corona geimpft sind, bekommen in Berlin etwas mehr Freiheiten. Sie werden k√ľnftig wie Menschen mit einem negativen Corona-Test behandelt, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag nach der Senatssitzung erfuhr. Mehr dazu lesen Sie hier.

G√∂ring-Eckardt h√§lt Ausgangssperren f√ľr verfassungsm√§√üig nicht haltbar

Die Fraktionsvorsitzende der Gr√ľnen, Katrin G√∂ring-Eckardt, h√§lt Ausgangssperren f√ľr verfassungsrechtlich nicht haltbar. Sie k√∂nnten nur das allerletzte Mittel sein, wenn alles andere nicht wirke, sagt sie dem Sender Phoenix. Viele Ma√ünahmen seien noch nicht ausgesch√∂pft. "Das genau ist das Problem, das wir sehen: Es ist verfassungsgem√§√ü wahrscheinlich nicht haltbar."

Scholz: Einheitliche Notbremse kommt

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) zufolge kommt die Corona-Notbremse am Dienstag ins Kabinett, sodass einheitliche Regelungen oberhalb einer Inzidenz von 100 in ganz Deutschland m√∂glich werden. Dies sei sorgf√§ltig vorbereitet worden, sagt Scholz im Deutschlandfunk. Er sei daher fest davon √ľberzeugt, dass dies im Kabinett verabschiedet werde.

Auch Ausgangsbeschr√§nkungen w√ľrden dann einheitlich geregelt. "Das ist das, was jetzt notwendig ist: Regelungen, die im ganzen Bundesgebiet √ľberschaubar, nachvollziehbar f√ľr jeden einheitlich gelten."

Indien lässt Sputnik V zu

Die indische Arzneimittelzulassungsbehörde hat dem russischen Impfstoff Sputnik V eine Notzulassung erteilt. Das gab der staatliche russische Direktinvestmentfonds RDIF, der das Vakzin im Ausland vermarktet, in der Nacht zum Dienstag bekannt. Indische Pharmafirmen sollen den Impfstoff selbst in Massenproduktion herstellen. Es werde so mit mehr als 850 Millionen Dosen im Jahr gerechnet.

Indien erteilte die Zulassung, nachdem es diese Woche in absoluten Zahlen das nach den USA am meisten von Corona betroffene Land geworden war und Brasilien √ľberholt hatte. Insgesamt gibt es in der gr√∂√üten Demokratie der Welt mit ihren mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als 13,6 Millionen bekannte Infektionen, davon knapp 162.000 in den vergangenen 24 Stunden.

Die erfassten F√§lle nehmen in dem Land seit Wochen immer st√§rker zu ‚Äď es gibt gro√üe religi√∂se Feste und Wahlkampfveranstaltungen ohne Masken und Abstand. In besonders betroffenen Regionen gibt es Berichte, wonach in Krankenh√§usern die Betten knapp werden und einige Impfzentren schlie√üen mussten, weil ihnen der Impfstoff ausgegangen war.

WHO besorgt √ľber weltweiten Anstieg der Corona-Infektionszahlen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich besorgt √ľber den weltweiten Anstieg der Corona-Infektionszahlen gezeigt und eine konsequente Umsetzung der Schutzma√ünahmen gefordert. "Wir sind gerade an einem kritischen Punkt der Pandemie", sagte die WHO-Corona-Expertin Maria Van Kerkhove am Montag in Genf und verwies auf exponentiell ansteigende Infektionszahlen. "Das ist nicht die Situation, in der wir 16 Monate nach Beginn einer Pandemie sein wollen, wenn wir wirksame Kontrollma√ünahmen haben."

In der vergangenen Woche sei die Zahl der Neuinfektionen weltweit um neun Prozent gestiegen, sagte Van Kerkhove. Die Zahl der Todesf√§lle habe um f√ľnf Prozent zugenommen. Wie WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erg√§nzte, stiegen die Infektionszahlen damit schon die siebte Woche in Folge und die Totenzahlen die vierte Woche in Folge.

In der vergangenen Woche sei insgesamt der viertgr√∂√üte Anstieg binnen einer Woche seit Beginn der Pandemie verzeichnet worden ‚Äď obwohl weltweit schon mehr als 780 Millionen Impfdosen verabreicht worden seien, sagte Tedros. Besonders stark war der Anstieg der Fallzahlen demnach in einigen L√§ndern in Asien und im Nahen Osten.

Der WHO-Chef forderte, Schutzma√ünahmen wie Abstand, Masken, H√§ndewaschen, L√ľftung, Testen, Kontaktnachverfolgung und Quarant√§ne weiter konsequent umzusetzen. Die WHO wolle "keine unendlichen Lockdowns". Derzeit gebe es aber in vielen L√§ndern √ľberf√ľllte Intensivstationen und Todesf√§lle ‚Äď "und das ist vollkommen vermeidbar".

161.736 Neuinfektionen in Indien ‚Äď Weltweit H√∂chstwert an einem Tag

In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 161.736 Neuinfektionen ‚Äď so viele wie bislang kein anderes Land an einem Tag. Insgesamt haben sich damit mehr als 13,69 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. 879 weitere Menschen starben mit oder an dem Virus. Insgesamt sind es damit 171.058. Indien weist nach den USA die h√∂chste Infektionszahl weltweit auf.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Auch die Test- und Quarant√§nepflicht bei Einreisen soll f√ľr Geimpfte fallen.
Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU): Auch die Test- und Quarant√§nepflicht bei Einreisen soll f√ľr Geimpfte fallen. (Quelle: Michele Tantussi/Reuters-bilder)

Einschr√§nkungen f√ľr Geimpfte sollen weitgehend fallen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Einschr√§nkungen f√ľr vollst√§ndig geimpfte Personen rasch aufheben. Das berichtet "Bild" unter Berufung auf eine Empfehlung des Ministers an die Landesregierungen. Diese sollen in ihren Corona-Vorordnungen festlegen, dass Geimpfte ohne Test einkaufen und Kultureinrichtungen besuchen d√ľrfen. Auch die Test- und Quarant√§nepflicht bei Einreisen soll f√ľr Geimpfte fallen. Davon ausgenommen sind Variantengebiete wie zum Beispiel Brasilien, S√ľdafrika oder die franz√∂sische Grenzregion Moselle.

Zuvor hatte schon Baden-W√ľrttemberg angek√ľndigt, die Quarant√§neegeln f√ľr Menschen mit vollst√§ndigem Impfschutz zu lockern. "Es wird eine Ausnahmeregelung in die jeweiligen Verordnungen aufgenommen, wonach sich geimpfte, symptomlose Personen k√ľnftig nicht mehr in Absonderung begeben m√ľssen, wenn sie Kontakt zu einem Covid-19-Fall hatten", erkl√§rte Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Gr√ľne) in Stuttgart.

Unklar ist bislang, wie die Impfung f√§lschungssicher nachgewiesen kann. Die EU-Kommission will bis Juni mit dem "digitalen gr√ľnen Zertifikat" eine gemeinsame technische L√∂sung der 27 EU-Staaten schaffen und Reisebeschr√§nkungen √ľberwinden. Das Zertifikat soll Impfungen, Ergebnisse zugelassener Tests und Informationen zu √ľberstandenen Corona-Infektionen festhalten und EU-weit anerkannt werden.

Verband: Impfstoffe können schnell auf Mutanten angepasst werden

Corona-Impfstoffe k√∂nnen nach Angaben einer Expertin recht schnell auf mutierte Virustypen angepasst werden. "F√ľr die Entwicklung m√ľssen wir zirka sechs bis acht Wochen rechnen", erkl√§rte die Pr√§sidentin des √Ėsterreichischen Verbands der Impfstoffhersteller, Ren√©e Gallo-Daniel, der dpa. Zun√§chst pr√ľften die Hersteller aber, ob die vorliegenden Impfstoffe gegen die Mutanten wirksam oder zumindest teilweise wirksam sind.

Muss ein Impfstoff adaptiert werden, handle es sich um einen neuen Impfstoff, der wieder zugelassen werden m√ľsse, erl√§uterte Gallo-Daniel. "Nach der Zulassung muss dann die Produktion umger√ľstet werden." Hier stelle sich die Frage, ob die gesamte Produktion auf die neuen, angepassten Impfstoffe umgestellt werden muss oder nur ein Teil. Zu kl√§ren sei auch, ob beide Impfstoffe gespritzt werden m√ľssen oder man komplett auf den neuen "umswitcht". Die Umstellung der Produktion dauere ebenfalls einige Wochen.

MV will Option zur Sicherung des Impfstoffs Sputnik V beschließen

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpr√§sidentin Manuela Schwesig (SPD) hat angek√ľndigt, dass ihr Kabinett am Dienstag √ľber die Option zur Sicherung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V entscheiden werde. "Diese Option soll f√§llig werden, sobald der Impfstoff eine Zulassung f√ľr Deutschland und Europa erh√§lt", sagte sie einer Mitteilung zufolge am Montag. Der Wirtschaftsminister solle den Auftrag erhalten, die Verhandlungen schnell abzuschlie√üen.

Bereits zuvor hatte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) angek√ľndigt, dass sich das Land eine Option auf eine Million dieser Impfdosen sichert. Ebenso hatte Bayerns Ministerpr√§sident Markus S√∂der (CSU) erkl√§rt, sein Land habe sich mit einem Vorvertrag 2,5 Millionen Impfdosen Sputnik V f√ľr den Fall einer EU-Zulassung des Wirkstoffs gesichert.

Sie wundere sich, "dass es Vorbehalte gegen Sputnik gibt, weil dieser Impfstoff aus Russland kommt", sagte Schwesig. Die Sicherheit und Wirksamkeit des Vakzins m√ľssten jetzt so schnell wie m√∂glich in einem objektiven Verfahren gepr√ľft werden.

Auch Irland verabreicht Astrazeneca-Impfstoff nur noch an √ľber 60-J√§hrige

Auch in Irland wird der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wegen des Risikos von Blutgerinnseln k√ľnftig nur noch an Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren verabreicht. Das Vakzin werde f√ľr unter 60-J√§hrige nicht mehr empfohlen, teilte das f√ľr Impfungen zust√§ndige Beratungskomitee NIAC am Montagabend mit.

Zwar seien Thrombose-F√§lle eine "sehr seltene" Nebenwirkung des Impfstoffs. Da das Alter dabei aber wom√∂glich eine Rolle spiele und andere Vakzine zur Verf√ľgung st√ľnden, habe die Beh√∂rde ihre Empfehlung √ľberarbeitet. Irlands oberster Amtsarzt Ronan Glynn k√ľndigte an, die Impfkampagne werde nun an die neuen Vorgaben angepasst.

Irland folgt damit dem Beispiel anderer EU-L√§nder wie Deutschland, Italien und Spanien, die ebenfalls beschlossen hatten, das Astrazeneca-Vakzin nur noch an Menschen √ľber 60 zu verabreichen. In Belgien und Frankreich ist die Altersgrenze f√ľr dieses Pr√§parat bei 55 angesetzt.

In Irland erhielten bislang rund 750.000 Menschen eine erste Impfdosis. Die Impfkampagne in dem EU-Land mit seinen f√ľnf Millionen Einwohnern verl√§uft deutlich langsamer als im benachbarten Gro√übritannien. Dort wurde bereits mehr als 60 Prozent der Menschen eine Erstimpfung verabreicht.

Immer mehr Arztpraxen impfen gegen Coronavirus

Immer mehr niedergelassene √Ąrzte in Deutschland impfen ihre Patienten gegen Corona. Die Zahl der teilnehmenden Arztpraxen ist in der neuen Woche um 10.000 auf 45.000 gestiegen, wie ein Sprecher der Kassen√§rztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin sagte. Die meisten sind Hausarztpraxen.

Allerdings d√ľrften die Impfzahlen dennoch vorerst nicht weiter sp√ľrbar ansteigen, denn die Menge an Impfstoff stagniert voraussichtlich zun√§chst wie vorhergesagt. Bis zu diesem Dienstag sollen rund eine Million Dosen des Vakzins von Biontech/Pfizer in den Praxen ausgeliefert werden. "Das Engagement der niedergelassenen √Ąrztinnen und √Ąrzte steigt gewaltig, hoffentlich auch bald die Impfstoffmengen", sagte der KBV-Sprecher.

Insgesamt wurden inzwischen 18 Millionen Impfdosen gespritzt; 15,9 Prozent der Menschen in Deutschland erhielten mindestens die Erstimpfung. Die Zahlen reichen von 19,2 Prozent in Bremen, 18,2 im Saarland und 17,7 Prozent in Schleswig-Holstein bis zu den Schlusslichtern mit 15,1 Prozent (Niedersachsen), 14,6 Prozent (Hessen) und 14,4 Prozent (Mecklenburg-Vorpommern).

Johnson & Johnson startet mit Lieferung von Corona-Impfstoff in EU

Die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson k√∂nnen nun auch in der Europ√§ischen Union starten. Der Hersteller begann am Montag mit der Lieferung an die EU-Staaten, wie das Unternehmen und die EU-Kommission best√§tigten. Die Br√ľsseler Beh√∂rde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs. Gut 10 Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen.

Die Besonderheit: Das Vakzin muss nur einmal gespritzt werden, statt wie die √ľbrigen drei zugelassenen Corona-Impfstoffe zweimal. Deshalb setzen Deutschland und andere Staaten gro√üe Hoffnungen darauf, dass die Impfkampagne damit beschleunigt wird. Die belgische Impf-Taskforce best√§tigte der Nachrichtenagentur Belga, dass bereits f√ľr Montag 36.000 Impfdosen von Johnson & Johnson in Belgien erwartet w√ľrden.

Der von der Unternehmenstochter Janssen in den Niederlanden entwickelte Impfstoff ist der vierte, der in der EU zugelassen wurde. Eine Unternehmenssprecherin erkl√§rte in Neuss, die am Montag gestarteten Lieferungen seien der erste Schritt, "um die Verpflichtung des Unternehmens zur Lieferung von 200 Millionen Dosen an die Europ√§ische Union sowie nach Norwegen und Island im Jahr 2021 zu erf√ľllen".

In den USA wird das Vakzin schon l√§nger eingesetzt. Vorige Woche hatte die EU-Arzneimittelagentur EMA mitgeteilt, dass sie F√§lle von Thrombosen nach einer Corona-Impfung mit dem Wirkstoff Johnson & Johnson pr√ľfe. Vier ernsthafte F√§lle von Blutgerinnseln seien nach einer Impfung aufgetreten, eine Person sei gestorben. Die EMA betonte, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

Bundesregierung will Unternehmen zu Corona-Testangeboten verpflichten

Unternehmen sollen ihren Besch√§ftigten Corona-Tests anbieten m√ľssen, wenn diese nicht im Homeoffice arbeiten. In der Bundesregierung wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dazu eine Paketl√∂sung angestrebt. Die entsprechende √Ąnderung der Arbeitsschutzverordnung soll dabei gemeinsam mit der geplanten Novelle des Infektionsschutzgesetzes f√ľr eine bundesweite Corona-Notbremse kommen. Die Arbeitgeber sollen die Tests zur Verf√ľgung stellen. Sie m√ľssen aber voraussichtlich nicht dokumentieren, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Tests auch in Anspruch nehmen.

Der "Spiegel" berichtete, dass das Wirtschaftsministerium von Peter Altmaier (CDU) seinen Widerstand gegen eine Testangebotspflicht trotz Widerstands der Wirtschaft aufgegeben habe. Wer viel Kundenkontakt habe oder mit Lebensmitteln arbeite, solle Anspruch auf zwei Tests haben, so der "Spiegel".

Eine Befragung im Auftrag der Bundesregierung hatte ergeben, dass 43 Prozent der Unternehmen aufgrund der Kosten nicht testen oder daf√ľr finanzielle Unterst√ľtzung wollen. DGB-Chef Reiner Hoffmann hatte die Union aufgefordert, die Pl√§ne von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) f√ľr eine Testangebotspflicht nicht l√§nger zu blockieren. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hatte gesagt, dass das Kabinett an diesem Dienstag eine Novelle der Arbeitsschutzverordnung mit einer Pflicht f√ľr Testangebote in Unternehmen passieren lassen. Die Unternehmen m√ľssten dann die Tests bezahlen.

Bericht: Kanzleramt rechnet noch mit sechs bis acht Wochen Lockdown

Der Lockdown-Zustand k√∂nnte angesichts der weiterhin hohen Infektionszahlen noch wochenlang anhalten. Einem Bericht des "Tagesspiegel" zufolge sprach Kanzleramtsminister Helge Braun in einer Besprechung mit den Bundesl√§ndern am Sonntag von einer versch√§rften Infektionslage f√ľr sechs bis acht Wochen. Die bundesweit verpflichtende Notbremse, die in dieser Woche beschlossen werden soll, k√∂nnte damit noch bis in den Juni hinein in einzelnen Regionen Deutschlands n√∂tig werden. Mehr dazu lesen Sie hier.

Hoffnung auf Medikament gegen Covid-19

Eine neue Corona-Studie der Universität Oxford liefert bemerkenswerte Ergebnisse. Demnach hilft Asthmaspray offenbar gegen schwere Covid-19-Verläufe. Mehr dazu lesen Sie hier.

Außengastronomie in Schleswig-Holstein öffnet heute

In den meisten Kreisen und St√§dten Schleswig-Holsteins darf nach monatelanger Corona-Pause heute die Au√üengastronomie wieder √∂ffnen. Die Landesregierung hatte die Erlaubnis zur √Ėffnung am vergangenen Mittwoch mitgeteilt. M√∂glich ist Bewirtung, wo die Zahl der Infektionen innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohner stabil unter 100 liegt.

Der Zugang zur Au√üengastronomie richtet sich nach den aktuellen Kontaktbeschr√§nkungen. Demnach d√ľrfen maximal f√ľnf Personen aus zwei Haushalten an einem Tisch sitzen. Kinder unter 14 Jahren z√§hlen nicht mit. Die Gastronomen m√ľssen eine Kontaktnachverfolgung sicherstellen; die Abst√§nde m√ľssen √ľberall gew√§hrleistet sein. Medizinische Schutzmasken sind Pflicht, nur am Tisch d√ľrfen G√§ste sie abnehmen. Vorherige Schnell- oder Selbsttests auf das Coronavirus sind f√ľr den Besuch der Au√üengastronomie keine Pflicht, werden aber dringend empfohlen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Schleswig-Holstein am Sonntag von 71,8 auf 71,1 gesunken. Zwei Kreise √ľberschritten nach den j√ľngsten Angaben die kritische Marke von 100: Wie am Tag zuvor das Herzogtum Lauenburg (123,7) und der Kreis Neum√ľnster (112,2). Segeberg rutschte unter den kritischen Wert von 100 (96,3). Die niedrigsten Zahlen wiesen die Kreise Schleswig-Flensburg (27,8) und Nordfriesland (34,3) auf.

Aerosolforscher fordern Kurswechsel von der Politik

Mit deutlichen Worten wenden sich Experten f√ľr Aerosole ‚Äď also die Luftgemische, in denen auch das Coronavirus schwebt ‚Äď an Politiker. Sie √§rgern sich √ľber symbolische Corona-Regeln, die wenig nutzen. Mehr dazu lesen Sie hier.

RKI-Zahlen am Montag

Die Gesundheits√§mter melden mehr als 13.000 Neuinfektionen. Insgesamt √ľberschreitet die Zahl der F√§lle mittlerweile die Drei-Millionen-Marke. Und: Noch immer sind die Zahlen mit Vorsicht zu genie√üen. Die konkreten Daten finden Sie hier.

Studie: Biontech-Impfstoff sch√ľtzt weniger gut gegen s√ľdafrikanische Variante

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer sch√ľtzt einer israelischen Studie zufolge weniger gut vor der s√ľdafrikanischen Coronavirus-Variante als vor anderen Varianten. "Die s√ľdafrikanische Variante ist in gewissem Umfang in der Lage, die Schutzwirkung des Impfstoffs zu durchbrechen", sagte der Co-Autor Adi Stern, der an der Universit√§t Tel Aviv forscht, am Sonntag. Hier lesen Sie mehr.

An dieser Stelle wurde ein neuer Newsblog aufgesetzt. Lesen Sie hier die älteren Entwicklungen.

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