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Todespfleger-Prozess: Staatsanwalt spricht von Tötungen "wie am Fließband"

Sonthofen  

Staatsanwalt: Tötungen "wie am Fließband"

26.09.2006, 16:46 Uhr | dpa

Im Sonthofener Todespfleger-Prozess hat am Dienstag das Plädoyer der Staatsanwaltschaft begonnen. Der Staatsanwalt am Landgericht Kempten sprach sich in 14 Fällen für Totschlag aus. Damit wich er von der Anklageschrift ab; in dieser wurde dem Beschuldigten zwölfmaliger Totschlag vorgeworfen.

"Wie am Fließband"
"Ich muss die Fälle hier wie am Fließband abhandeln, weil der Angeklagte auch wie am Fließband getötet hat", entschuldigte sich der Staatsanwalt bei den Angehörigen. Insgesamt werden dem Angeklagten jetzt 25 Todesfälle im Sonthofener Krankenhaus zur Last gelegt. Er ist laut psychiatrischem Gutachten voll schuldfähig.

Mitleid "objektiv nachvollziehbar"
Bei den Tötungen sei das von dem 28-jährigen ehemaligen Krankenpfleger geltend gemachte Mitleidsmotiv "objektiv nachvollziehbar", sagte der Staatsanwalt. Er appellierte an das Gericht, nicht nur das verlesene Geständnis des Angeklagten sowie seine Angaben gegenüber dem psychiatrischem Sachverständigen als Beweise zu würdigen; auch die Aussagen bei der Polizei müssten gewertet werden. "Es gab keine Verfahrensfehler, die zu einer Unverwertbarkeit führen."

Mögliche Verfahrensfehler?
Über diese Modalitäten hatten Staatsanwalt und Verteidigung zum Auftakt des Prozesses gestritten. Das Gericht will darüber erst in der Urteilsverkündung entscheiden. Der Staatsanwalt unterstrich, dass alleine aus den Polizeivernehmungen die Zahl der Todesfälle hervorgehe.

Urteil wohl am 6. November
Die Verhandlung dauert bereits seit sieben Monaten. Die Verteidiger wollen 11. Oktober ihr Plädoyer halten. Am 6. Oktober soll der Nebenkläger als Vertreter der Angehörigen sein Plädoyer halten. Ein Urteil wird für den 6. November erwartet.



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