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Fall Lea-Sophie: Mutter räumt Mitschuld am Hungertod ein

Prozess um Hungertod von Lea-Sophie  

Mutter bekennt sich schuldig

03.06.2008, 11:07 Uhr | dpa

Die Eltern von Lea-Sophie beim Prozess in Schwerin (Quelle: dpa)Die Eltern von Lea-Sophie beim Prozess in Schwerin (Quelle: dpa) Im Prozess um den qualvollen Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie in Schwerin hat die angeklagte Mutter am Montag eine Mitschuld am Tod ihrer Tochter eingeräumt. "Ich habe erkannt, dass sie Hilfe brauchte", sagte die 24-Jährige in einer Erklärung, die sie vor dem Landgericht vorlas. Aber sie habe den richtigen Zeitpunkt verpasst, Hilfe zu holen. "Ich hatte Angst vor einem staatlichen Eingriff. Angst, dass man uns Lea-Sophie und Justin wegnehmen würde", sagte sie mit Tränen in den Augen. Bislang hatte sie in dem Prozess geschwiegen. Der Mutter und dem 26-jährigen Vater wird Mord durch Unterlassen vorgeworfen. Das Mädchen war im November 2007 nach wochenlanger Vernachlässigung gestorben.


Hilfe von außen abgelehnt

"Ich habe Lea-Sophie geliebt", sagte die Mutter. Aber ihre Tochter habe kaum noch gegessen, als Brüderchen Justin Ende September 2007 auf die Welt kam. "Ich habe ihre Reaktion nicht verstanden und war enttäuscht", sagte sie. Als Mutter habe sie sich überfordert gefühlt. Ihr Lebensgefährte, Lea-Sophies Vater, habe sie nicht unterstützt. Er habe Hilfe von außen abgelehnt.

Angst, die Kinder zu verlieren

Der angeklagte Vater verlas am Montag ebenfalls eine Erklärung und sagte, er habe erkannt, dass Lea-Sophie verhungern könnte. Auch er habe sich geschämt und Angst gehabt, die Kinder zu verlieren. Deshalb hätten sie keine Hilfe geholt.

Nur noch halb so schwer wie normales Kind

Lea-Sophie ist nach Angaben ihrer Eltern zwei Wochen vor ihrem Tod im November 2007 das letzte Mal durch die Wohnung gelaufen. Der Vater hatte erst den Notarzt gerufen, als jede Hilfe schon zu spät war. Das Mädchen starb Ende November im Krankenhaus. Nach Aussagen von Ärzten wog es nicht einmal die Hälfte dessen, was gesunde Kinder in dem Alter wiegen. Das Urteil wird Ende Juni erwartet.

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