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17 Jahre alter Angeklagter steht vor Gericht

Sexualmord an Nora  

17 Jahre alter Angeklagter steht vor Gericht

17.06.2008, 14:04 Uhr | Von Britta Gürke, dpa

Landgericht Augsburg: Weil der Angeklagte erst 17 Jahre alt ist, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. (Quelle: dpa)Landgericht Augsburg: Weil der Angeklagte erst 17 Jahre alt ist, findet der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. (Quelle: dpa) Noras Schicksal bleibt bis heute unfassbar - und lässt die Augsburger nicht zur Ruhe kommen. Im vergangenen Dezember wurde die 18 Jahre alte Auszubildende nachts auf ihrem Heimweg durch den Ortsteil Haunstetten mitten in einem Wohngebiet überfallen, brutal vergewaltigt und ermordet. Der mutmaßliche Täter: Ein 17 Jahre alter Maurerlehrling aus dem nahen Königsbrunn. Bundesweit erregte der Fall Aufsehen und Entsetzen. Am Mittwoch beginnt der Prozess gegen den jungen Mann vor der Jugendkammer des Augsburger Landgerichts. Er hat das Verbrechen gestanden.

"Er versteht die Tat ja selber nicht"

"Es ist einfach eine unfassbare Tat", sagt selbst der Verteidiger des mutmaßlichen Mörders, Rechtsanwalt Gerhard Decker. "Die versteht niemand. Die versteht er ja selber nicht." Der Staatsanwaltschaft zufolge war der Angeklagte in der Nacht zum 8. Dezember 2007 nach einem Partyabend alleine in Haunstetten unterwegs. Nora war auf dem Heimweg von einer Billard-Kneipe und nur wenige Schritte von der Wohnung ihres Freundes entfernt, als sich die Wege der beiden kreuzten. Der Lehrling soll Nora völlig überraschend von hinten gepackt, sie zu Boden geworfen und ihr mit seinen Springerstiefeln ins Gesicht und gegen den Kopf getreten haben.

Hinter einer Garage vergewaltigt

Schwer verletzt und bewusstlos wurde Nora den Ermittlungen zufolge daraufhin durch einen Vorgarten hinter eine Garage gezogen. Hier soll der Angeklagte die 18-Jährige vergewaltigt haben. Als sein Opfer noch Laute von sich gab, erwürgte er es - laut Anklage aus Angst, entdeckt zu werden. Anschließend habe der junge Mann Noras Leiche hinter einem Supermarkt in der Nähe abgelegt, erklärt die Staatsanwaltschaft. Hier wurde die junge Frau - ihr Gesicht völlig entstellt - am nächsten Tag von einer Spaziergängerin gefunden. Knapp eine Woche nach der Tat wurde der mutmaßliche Täter festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Höchststrafe zehn Jahre

Weil der Angeklagte erst 17 Jahre alt ist, wird der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Zunächst sind dafür bis Mitte Juli fünf Tage angesetzt. Bestraft wird der Geständige nach dem Jugendstrafrecht, das als Höchstmaß zehn Jahre Haft vorsieht. "Bei der Strafe kann sich nichts ändern, die wird höchstmöglich ausfallen", sagt selbst Verteidiger Decker voraus. "Er wird bereits in der Haft eine jahrelange Therapie beginnen müssen, bevor man es wagen kann, ihn wieder freizulassen."

Täter "brandgefährlich"

Opferanwältin Marion Zech will erreichen, dass der Jugendliche nach zehn Jahren Haft in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird. "Das ist die einzige Möglichkeit, ihn länger unter Verschluss zu halten", sagt die Augsburger Anwältin. "Momentan ist die Gefahr sehr hoch. Ich persönlich halte diesen Täter für brandgefährlich."

Vollkommen zufällig begegnet

Bei dem Fall reihen sich gleich mehrere tragische Ereignisse aneinander. Besonders unglaublich ist die Tatsache, dass der Jugendliche Nora zuvor nicht einmal angesprochen haben soll. Sie sei ihm vollkommen zufällig begegnet, wie Decker berichtet. Nach Angaben des Anwaltes hatte der Angeklagte in jener Dezembernacht seinen Bus verpasst. Dass er bei seinem Gang durch das Wohngebiet gerade Nora begegnete, sei Zufall gewesen. "Die beiden kannten sich gar nicht." Nachbarn hatten Noras Schreie gehört, aber nicht gehandelt.

"Freundlicher, zugewandter Zeitgenosse"

Obwohl der Täter zuvor bereits mehrfach aufgefallen war, weil er Damenunterwäsche gestohlen haben soll, habe niemand die grausame Tat erahnen können, sagt Decker. "Das ist ein ganz freundlicher, zugewandter Zeitgenosse, wenn man ihn trifft." Der 17-Jährige habe auch keinerlei Probleme gehabt, Mädchen kennenzulernen. "Aber da gibt es nichts zu sagen: Es ist furchtbar, was er getan hat."

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