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Fall Lea-Sophie: Staatsanwaltschaft fordert 13 Jahre Haft für Eltern

Prozess um verhungerte Lea-Sophie  

Staatsanwaltschaft fordert 13 Jahre Haft für Eltern

10.07.2008, 22:51 Uhr | dpa, AFP

Die fünf Jahre alte Lea-Sophie starb nach monatelanger Verwahrlosung den Hungertod (Quelle: ddp) Im Prozess um den qualvollen Hungertod der fünfjährigen Lea-Sophie aus Schwerin hat die Staatsanwaltschaft wegen Mordes jeweils 13 Jahre Haft für die Eltern des Mädchens gefordert. Beide hätten den dramatischen Zustand des Kindes erkannt und dessen Tod billigend in Kauf genommen, sagte der Anklagevertreter in seinem Schlussvortrag vor dem Schweriner Landgericht.

Das Kind habe seit Ende September nicht mehr gegessen und sei zunehmend verwahrlost. Die Anklage sehe den Tatvorwurf Mord durch Unterlassen bestätigt. Sie hätten ihre Tochter "gefühllos", "unbarmherzig" und "gleichgültig" in der eigenen Wohnung verhungern lassen. Eine Mitschuld des Jugendamtes, das trotz Hinweisen auf die Gefährdung des Kindeswohls nicht eingeschritten war, wurde von der Staatsanwaltschaft verneint. Der Fall hatte im April zur Abwahl des Schweriner Oberbürgermeisters Norbert Claussen (CDU) geführt.

Medizinisches Gutachten Lea-Sophie war nicht zu retten

Urteil in der kommenden Woche

Lea-Sophie war im November 2007 nach wochenlanger Vernachlässigung gestorben, kurz nachdem sie mit schwersten Mangelerscheinungen und Liegegeschwüren am Körper vom Notarzt in eine Klinik eingeliefert worden war. Am Donnerstag sollen auch die Verteidiger plädieren. Das Urteil ist für kommende Woche geplant.

Keine verminderte Schuldfähigkeit

Die Eltern hatten im Prozessverlauf eingeräumt, den schlimmen Zustand des Mädchens zwei Wochen vor dessen Tod erkannt zu haben. Aber aus Angst, dass ihnen ihre beiden Kinder weggenommen werden könnten, hätten sie Hilfe abgelehnt. Gutachter hatten keine Anzeichen für verminderte Schuldfähigkeit des 26-jährigen Vaters und der 24 Jahre alten Mutter festgestellt.


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