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Großbritannien: Justizopfer hofft auf Millionen

Jahrelang unschuldig in Haft  

Britisches Justizopfer hofft auf Millionen

04.08.2008, 11:57 Uhr | dpa, AFP

Barry George wurde nach fast acht Jahren Haft für unschuldig befunden (Foto: dpa)Barry George wurde nach fast acht Jahren Haft für unschuldig befunden (Foto: dpa) Nach fast acht Jahren Haft und der Aufhebung seines Urteils wegen Mordes an einer TV-Moderatorin hofft ein 48-jähriger Brite nun auf eine hohe Entschädigung. Zudem kann Barry George, der jetzt in einem Berufungsverfahren für unschuldig erklärt wurde, nach Medienangaben zwischen lukrativen Angeboten für die Veröffentlichung seiner Story wählen.

Für die Haftjahre könne der heute 48-Jährige - gemessen an früheren Entschädigungszahlungen - mit mehr als einer Million Pfund (1,3 Millionen Euro) rechnen, berichtete die "Times" am Samstag.

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Für Mord an Moderatorin verurteilt

Barry George, der unter Epilepsie leidet und als geistig zurückgeblieben gilt, war 2001 schuldig befunden worden, 1999 die Fernsehmoderatorin Jill Dando mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe vor deren Haus in London getötet zu haben. Dando hatte beim Sender BBC die populäre Show "Crimewatch" moderiert, das britische Pendant von "Aktenzeichen XY... ungelöst".

Erster Einspruch abgewiesen

George war in einem Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Tat hatte er stets bestritten. "Nun ist er überwältigt von dem Freispruch, auf den er schon nicht mehr zu hoffen gewagt hatte", sagte seine Psychiaterin Susan Young am Freitag nach der Aufhebung des Mordurteils. Georges Anwälte hatten im vergangenen Jahr durchgesetzt, dass der Fall neu aufgerollt wird, nachdem ein erster Einspruch Georges im Jahr 2002 abgewiesen worden war.

Polizei kritisiert Verfahren

Mitarbeiter von Scotland Yard kritisierten die Entscheidung der Richter. Es seien damals bei den Ermittlungen, die ein ganzes Jahr dauerten, hunderte Menschen befragt und etliche Spezialuntersuchungen angestellt worden, erklärten sie. Nun sei der Freispruch nach nur acht Stunden dauernden Beratungen einer Geschworenen-Jury erfolgt, die kaum alle Fakten geprüft haben könne.

Kleines Indiz und kein Mordmotiv

Das wichtigste Indiz, das seinerzeit zur Verurteilung wegen Mordes geführt hatte, war eine Spur von Schießpulver an der Kleidung von George. Es stammte angeblich von der Mordwaffe. Über ein Motiv für die Tat hatte Scotland Yard nur spekulieren können. Es hieß, George sei von Waffen und Prominenten fasziniert.

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