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Ehrenmord-Prozess in Hamburg: Staatsanwalt erhält Todesdrohung

"Ehrenmord"-Prozess in Hamburg  

Staatsanwalt erhält nach Urteil Todesdrohung

16.02.2009, 14:08 Uhr | dpa

Ahmad O. wurde wegen Mordes an seiner Schwester Morsal verurteilt. Damit war er nicht einverstanden (Foto: dpa)Ahmad O. wurde wegen Mordes an seiner Schwester Morsal verurteilt. Damit war er nicht einverstanden (Foto: dpa)

Nach dem Urteil im sogenannten "Ehrenmord"-Prozess - lebenslang für den Täter - hat der Hamburger Staatsanwalt eine anonyme Todesdrohung erhalten. Ein elektronisches Schreiben sei am Freitag - dem Tag der Urteilsverkündung - bei der "Hamburger Morgenpost" eingegangen, bestätigte die Polizei entsprechende Berichte.

"Wir haben es geprüft, bewertet und unsere Rückschlüsse daraus gezogen. Zu Schutzmaßnahmen als solches werde ich aber keine Angaben machen", sagte ein Sprecher. Auch die Staatsanwaltschaft wollte keine Einzelheiten nennen. "Wir stehen in Kontakt mit dem Landeskriminalamt, werden aber zu Bedrohungs- und Schutzdetails nichts sagen", betonte Behördensprecher Wilhelm Möllers.

Foto-Serie Lebenslange Haftstrafe für Morsals Bruder
Hintergrund "Ehrenmord"

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Revision angekündigt

Das Hamburger Landgericht hatte den 24 Jahre alten Angeklagten Ahmad O. wegen heimtückischen Mordes an seiner Schwester Morsal zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach Überzeugung der Richter hat der Deutsch-Afghane die 16-Jährige am 15. Mai 2008 aus Wut über ihren westlichen Lebensstil auf einen Parkplatz gelockt und nach einem Wortwechsel mit 23 Messerstichen getötet. Die Verteidigung kündigte direkt nach dem Urteil an, dass sie Revision einlegen will.

Tumulte nach Verkündung

Nach dem Urteil war es zu tumultartigen Szenen im Gericht gekommen: Die Familie hämmerte gegen das Panzerglas, das den Zuschauerraum abtrennt, sie schrien den Richter an und attackierten später auch Journalisten. Bevor der Angeklagte aus dem Gerichtssaal geführt wurde, warf er einen Papierstapel in Richtung Staatsanwalt, wüste Beschimpfungen wie "Hurensohn" folgten.

Anklage prüft Anzeige

Für den 24-Jährigen könnte dieser Abgang ein juristisches Nachspiel haben: Die Staatsanwaltschaft will bis Ende der Woche prüfen, ob sie Strafanzeige wegen Beleidigung stellt. "Grundsätzlich darf ein Angeklagter Emotionen zeigen - gerade wenn er ein lebenslanges Urteil bekommen hat. Aber Angriffe in dieser Massivität haben wir nicht erwartet und so auch noch nicht erlebt", sagte Möllers. "Das trifft uns schon - vor allem, weil wir den Eindruck haben, dass es mehr um allgemeine Angriffe gegen Justiz und Staatsanwaltschaft ging."


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