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Straßburger Gericht spricht "Koranschänder" frei

Straßburger Gericht spricht "Koranschänder" frei

09.05.2011, 12:52 Uhr | dpa

Straßburger Gericht spricht "Koranschänder" frei. Wie hier im Iran lösten Koranverbrennungen Unruhen in Teilen der islamischen Welt aus (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Wie hier im Iran lösten Koranverbrennungen Unruhen in Teilen der islamischen Welt aus (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Im Verfahren um eine sogenannte Koranschändung hat das Straßburger Landgericht den Angeklagten freigesprochen. Er habe nicht zum Rassenhass anstiften wollen, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Ein 30-Jähriger aus dem Elsass hatte aus "Lust an der Provokation" Seiten eines Korans herausgerissen, in Brand gesteckt und darauf uriniert.

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Das Video seiner Aktion stellte der Informatiker im Oktober des vergangenen Jahres ins Internet und löste damit Empörung bei Muslimen aus. Er hatte aus Seiten des heiligen Buchs des Islams Papierflugzeuge gefaltet und warf diese auf zwei Gläser als Symbol der Zwillingstürme des World Trade Centers in New York.

Aktion in Grenzen der Meinungsfreiheit

Das Gericht befand, dass diese Nachstellung der Anschläge vom 11. September 2001 gegen Terrorakte und nicht gegen die Gemeinde der Muslime gerichtet gewesen sei. Die Grenzen der Meinungsfreiheit seien nicht überschritten worden, urteilten die Richter.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Anstiftung zu religiöser Diskriminierung eine Bewährungsstrafe gefordert. Dem Mann drohten ein Jahr Haft und 45.000 Euro Geldstrafe.

Anwalt: Gotteslästerung keine Straftat

Vor Gericht sagte der 30-Jährige, er habe sich lediglich "amüsiert". Er sei in keiner Weise gegen den Islam und auch kein Rechtsradikaler. "Es ist doch nicht verboten, ein Buch bei sich zu Hause zu verbrennen".

Sein Verteidiger hatte Freispruch gefordert. "Seit der Französischen Revolution 1789 ist in Frankreich die Gotteslästerung abgeschafft", sagte er.

Kürzlich hatte die Verbrennung eines Korans durch einen radikalen christlichen Prediger in den USA für wütende Proteste in islamischen Ländern wie Afghanistan gesorgt.

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