Sie sind hier: Home > Panorama > Justiz >

Dominique Strauss-Kahn wegen Callgirl-Affäre erneut festgenommen

Strauss-Kahn erneut festgenommen

21.02.2012, 20:25 Uhr | AFP

Dominique Strauss-Kahn wegen Callgirl-Affäre erneut festgenommen. Dominique Strauss-Kahn fährt in Lille vor, um seine Aussage zu machen. Kurz darauf wird er festgenommen. (Quelle: dpa)

Dominique Strauss-Kahn fährt in Lille vor, um seine Aussage zu machen. Kurz darauf wird er festgenommen. (Quelle: dpa)

In der französischen Callgirl-Affäre ist der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn im nordfranzösischen Lille in Polizeigewahrsam genommen worden. Der 62-Jährige werde zum Vorwurf einer möglichen Beteiligung an schwerer "bandenmäßiger Zuhälterei". Nach Einschätzung der Ermittler könnte er zudem von veruntreuten Firmengeldern profitiert haben.

In dem Fall geht es um Sex-Partys mit Prostituierten, an denen der frühere Hoffnungsträger der Sozialisten teilgenommen hatte. Strauss-Kahn bestreitet nicht die Teilnahme an den Partys in Paris und Washington, doch will er nicht gewusst haben, dass es sich um Prostituierte handelte.

Wer bezahlte die Sex-Partys?

Im Zentrum der Vernehmungen steht aber auch die Finanzierung der Sex-Partys. Sie wurden von Getreuen des 62-Jährigen organisiert - einer von ihnen rechnete sie über seine Firma ab. Sollte Strauss-Kahn über die betrügerischen Machenschaften informiert gewesen sein und gegebenenfalls auch illegale Gegengeschäfte in Aussicht gestellt haben, droht ihm eine weitere Anklage. Den Prostituierten wurden nach Medienberichten 500 bis 1600 Euro pro Party gezahlt.

Das Polizeigewahrsam gegen Strauss-Kahn wurde am Dienstag kurz nach seiner Ankunft zur Vernehmung in einer Gendarmerie-Kaserne der nordfranzösischen Stadt Lille verhängt. Am Abend zeichnete sich ab, dass es mindestens bis Mittwoch aufrechterhalten wird. Bei schweren Vorwürfen können Verdächtige in Frankreich 48 Stunden ohne Haftbefehl festgehalten werden, in komplizierten Fällen oder bei Terrorismusverdacht sogar noch länger.

Politische Karriere in Frankreich gestoppt

Strauss-Kahn musste im vergangenen Jahr von seinem Posten als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurücktreten, nachdem ihm versuchte Vergewaltigung eines Zimmermädchens in einem New Yorker Hotel vorgeworfen worden war. Die US-Justiz stellte das strafrechtliche Verfahren zwar wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Frau ein, eine zivilrechtliche Klage ist allerdings noch anhängig.

Die Skandale stoppten auch Strauss-Kahns politische Karriere in Frankreich - lange hatte er bei den Sozialisten als aussichtsreicher Herausforderer von Nicolas Sarkozy bei den Präsidentenwahlen in diesem Jahr gegolten.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Alba Modatchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal