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Gustl Mollath in ARD-Talkshow "Beckmann": Scharfe Kritik an Beate Merk

Justizopfer bei Beckmann  

Gustl Mollath greift bayerische Justizministerin an

16.08.2013, 10:15 Uhr | t-online.de, dpa, AFP

Gustl Mollath in ARD-Talkshow "Beckmann": Scharfe Kritik an Beate Merk. Gustl Mollath stand Moderator Reinhold Beckmann Rede und Antwort (Quelle: dpa)

Gustl Mollath stand Moderator Reinhold Beckmann Rede und Antwort (Quelle: dpa)

Gustl Mollath hat die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) erneut scharf kritisiert. In der ARD-Talkshow "Beckmann" warf er der Ministerin vor, sich in Widersprüche verstrickt zu haben. "Ich sag' es, wie es ist, auch wenn das jetzt unverschämt klingt: Da ist Hopfen und Malz verloren", sagte Mollath.

"Die Statements, die sie vor einem Jahr über meine Person abgegeben hat und meinen Fall, sind 180 Grad konträr zu dem, was sie heute zum Besten gibt", so der 56-Jährige weiter, der im Gespräch mit Beckmann sehr gefasst und sachlich wirkte.

Mollath war 2006 als gemeingefährlich in die Psychiatrie eingewiesen und vor gut einer Woche entlassen worden. Das Oberlandesgericht Nürnberg hatte auf eine Beschwerde seines Anwalts hin zugleich angeordnet, das Verfahren gegen den Maschinenbauer in Regensburg neu aufzurollen. Mit der Aufhebung eines früheren Urteils kam Mollath noch am selben Tag frei.

Mollath stellte in der TV-Talkshow zugleich das System der psychiatrischen Begutachtung infrage. Ob er im Rahmen des Wiederaufnahmeverfahrens seinen Geisteszustand begutachten lasse, sei noch unklar. "Wenn ich mich begutachten lasse, dann muss sicher sein, dass das auf wissenschaftlicher und objektiver Grundlage passiert". Auf jedem Fall müsse er dem Gutachter vertrauen. "Und das ganze Begutachtungsverfahren muss in Wort und Bild aufgezeichnet werden", sagte er.

Mollath will ein Buch schreiben

Sein Anwalt Gerhard Strate erklärte hingegen in der TV-Talkshow, er rate seinem Mandanten davon ab, "weil ich das nicht für notwendig halte". Er gehe ohnedies davon aus, dass das Gericht in dem Wiederaufnahmeverfahren auf ein solches psychiatrisches Gutachten verzichten werde. "Ohne der Regensburger Kammer zu nahe treten zu wollen, gehe ich davon aus, dass das Gericht versuchen wird, sich in dem Fall rasch davonzustehlen und nicht erst mit einem Gutachten kommen wird", sagte der Mollath-Verteidiger. Das ganze werde ein relativ kurzer Prozess werden. Mit dem Beginn des Wiederaufnahmeverfahrens rechnet Strate bis Ende des Jahres.

Verbittert zeigte sich Mollath vor allem darüber, dass die Staatsanwaltschaft seiner Anzeige gegen seine Frau 2003 nicht nachging und ein interner Bericht, der Mollaths Anschuldigungen teilweise belegte, erst 2012 publik wurde. "Man hat mich über die perfideste Klinge springen lassen, die in Deutschland möglich ist. Es ist unglaublich, was ich da erleben musste mit diesem Freispruch, der die schlimmste Strafe darstellen kann." Mollath war 2006 wegen "wahnhaften psychischen Störungen und paranoiden Symptomen" freigesprochen, aber in der Psychiatrie untergebracht worden.

Mollath will nun ein Buch veröffentlichen, um seine Erfahrungen zu verarbeiten und anderen Psychiatrie-Patienten zu helfen: "Die vielen Schicksale von anderen, die immer noch in solchen Anstalten sind, diese Unsäglichkeiten, die ich miterleben musste, müssen für einen ordentlichen Menschen Verpflichtung sein, einen Beitrag zu leisten, dass diese Willkür öffentlich wird." Zunächst müsse er sich aber um eine Unterkunft und einen Lebensunterhalt bemühen.

Auch für die Unterstützung während seines eigenen Kampfes um Gerechtigkeit zeigte sich Mollath bei "Beckmann" erfreut: "Es haben sich Menschen über Jahre Tag und Nacht für mich engagiert. Ich danke jedem Helfer außerordentlich." Ein Freund habe ihm nach seiner Freilassung gar ein Hemd und eine Unterhose geliehen.

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