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Debra Milke kommt vorläufig frei: Berliner darf US-Todeszelle verlassen

Debra Milke  

Zum Tode verurteilte Frau kann auf Freilassung hoffen

06.09.2013, 09:26 Uhr | AFP

Debra Milke kommt vorläufig frei: Berliner darf US-Todeszelle verlassen. Die Berlinerin Debra Milke sitzt seit über 20 Jahren in den USA in der Todeszelle (Quelle: AP/dpa)

Die Berlinerin Debra Milke sitzt seit über 20 Jahren in den USA in der Todeszelle (Quelle: AP/dpa)

Nach mehr als zwei Jahrzehnten in einer US-Todeszelle kommt die gebürtige Berlinerin Debra Milke während der Neuauflage ihres Prozesses auf freien Fuß. Ein Gericht nahe Phoenix erlaubte der Zeitung "The Arizona Republic" zufolge am Donnerstag die vorläufige Freilassung Milkes gegen eine Kaution in Höhe von 250.000 Dollar.

Wann die 49-Jährige das Gefängnis verlassen sollte, ist noch nicht bekannt. Milkes Anwälte hatten erklärt, dass Unterstützer für die Kautionszahlung aufkommen würden.

Milke war 1990 gemeinsam mit zwei Männern wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Die Tochter eines US-Bürgers und einer Deutschen soll zwei Bekannte beauftragt haben, ihren vierjährigen Sohn zu töten. Milkes Verurteilung stützte sich damals auf die Aussage eines Polizisten, dem sie ihre Beteiligung angeblich gestanden hatte. Ein unterschriebenes Geständnis gibt es aber ebenso wenig wie Tonaufnahmen oder Zeugen.

Milke beteuerte vor Gericht ihre Unschuld. Die Geschworenen, die sie damals schuldig sprachen, erfuhren nicht, dass gegen den Polizisten eine lange Liste von Verfehlungen vorlag - darunter Falschaussage unter Eid. Nach jahrelangen Bemühungen von Milkes Anwälten kippte ein Bundesgericht in San Francisco vergangenen März schließlich das Todesurteil. Die Staatsanwaltschaft von Maricopa County im Bundesstaat Arizona kündigte daraufhin eine erneute Anklage an. Als Termin für den Prozessbeginn war im Juli der 30. September festgelegt worden.

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